Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Terranus, Wiesbadener, PeterSchwarz, -Ole-, Jassy, KlausD, Hagbard Celine, DJ Taifun, wavefinder

RTL und REgiocast gründen neue Betriebsgesellschaft für UKW-Sender

Startbeitrag von Wiesbadener am 27.10.2005 10:11

Berlin (ots) - Die RTL Radio Deutschland GmbH und die REGIOCAST GmbH & Co. KG werden gemeinsam eine neue Betreiberfirma für UKW-Sender gründen, die Derutec GmbH & Co. KG (Derutec). Derutec wird zukünftig öffentlich-rechtlichen und privaten Hörfunkstationen anbieten, ihre UKW-Sender zu betreiben. Über alle wesentlichen Fragen der Neugründung sind die Gründungsgesellschafter sich einig.

Bisher war die T-Systems International GmbH Media & Broadcast (T-Systems) alleiniger Anbieter auf diesem Gebiet. Diese aus der verstaatlichten Vergangenheit der Telekom herrührende Monopolstellung führte zu einer suboptimalen Preis- und Effizienzpolitik. Gert Zimmer, CEO RTL Radio Deutschland: "Das europäische Ausland beweist, dass mehr Wettbewerb Leistung und Qualität steigert. Mehrere Anbieter erschließen dort jeweils diesen wichtigen Markt."

Die Derutec wird sich unmittelbar nach ihrer Gründung um den Betrieb von ersten Frequenzen bewerben. "Dann hat", so der Sprecher der REGIOCAST-Geschäftsführung Erwin Linnenbach, "die Bundesnetzagentur das Wort und kann durch ihre Entscheidung zum ersten Mal einen Markt der Sendernetzbetreiber in Deutschland herstellen. Das wäre ein weiterer Schritt der Normalisierung des Radiomarktes in Deutschland."

Die Derutec-Gründer rechnen damit, dass die Regulierungs-Behörde einige Monate brauchen wird, um diesen Präzedenzfall zu prüfen und dann zu entscheiden. Die Planungen der Derutec richten sich jedenfalls darauf ein, ab Sommer 2006 die erste von Derutec betriebene Frequenz einweihen zu können. In weiteren Schritten soll in der Folge allen Hörfunksendern Deutschlands ein günstiges und qualitativ hochwertiges Angebot zur Verfügung stehen. Der Sendernetzbetrieb ist für alle Rundfunkveranstalter ein wesentlicher Kostenfaktor.

Die Derutec ist zu je 50 Prozent ein Unternehmen der REGIOCAST und RTL Radio Deutschland. Gründungsgeschäftsführer sind Emmanuel Thomassin und Hans Kuchenreuther. Sitz des neuen Unternehmens wird in Berlin sein.

Antworten:

Anmerkung: auf den deutschen Bergen wird es vielleicht bald so aussehen wie in Italien: anstelle eines werden bald dort zehn bis 15 Sendemasten stehen - jede Betreibergesellschaft besitzt dann einen eigenen. Außerdem kann ich mir vorstellen, ´dass neue UKW-Standorte erschlossen werden. Beispiel: So könnte etwa FFH nicht mehr vom Heidelstein, sondern von einem neu errichteten Mast auf der höher gelegenen Wasserkuppe starten. Die BNetzA-Updates werden dann auf jeden Fall immer interessanter :-)

von Wiesbadener - am 27.10.2005 10:18
@Wiesbadener: Die Segelflieger dürften wohl immer noch was gegen einen Turm auf "ihrem" Berg haben, wenn sich das nicht als Gerücht herausstellen dürfte ;-)

von Hagbard Celine - am 27.10.2005 13:45
Sowas ähnliches solltes es doch vor einigen Jahren in Betrieb gehen. Jedoch wären die Rundfunkanstalten selber direkt Sendeanlageneigentümer. Habe ich damals in ein Heft gelesen,weiss aber nicht mehr welches.
Vermute das die Betreibergesellschaft nur die Sendeanlagen und nicht die die Sendetürme aufbauen werden,d.h. Sendetürme weiter wie bisher,Sendeanlagen und Sendeantennen die Betreibergesellschaft.
Vieleicht wird es mal eine Sendeantennentypen Vielfalt geben und ncht wie jetzt,4 Elem. Yagis oder die Feldantennen. Im Ausland z.B. Spanien oder Italien gibt es ja verschiedensten Antennentypen. Oder auch USA und England.

von DJ Taifun - am 27.10.2005 20:24
Einen Markt dafür sehe nur in den Städten. Neue Grundnetzsender werden die wohl kaum aufbauen. Die Erschließung- Bau- und Wartungskosten wären viel zu hoch. Von nötigen Genehmigungen mal ganz zu schweigen.

In Frankfurt sehe ich aber gute Chancen für so einen privaten Betreiber, der sich ein Dach eines mittleren (60-150m) Hochhauses in der City anmietet und von dort mit der 97,1 MHz ganz Franfurt versorgen kann. Was ja T-systems vom abseits gelegen Telekom Hochhaus nicht schafft. Und Fremdanmietungen scheuen die wie die Pest. Auch die 105,4 würde sicherlich von einem Standort in der City besser funktionieren. Und da sie sicherlich günstiger sein werden, werden die Privatsender schon bald mit Aufträgen drohen.

von wavefinder - am 27.10.2005 20:42
Es gibt ja eine Menge potentielle antennenträger.
Da hätten wir neben hohen Gebäuden auch Aussichtstürme, Mobilfunkmasten, Windräder(?), Strommasten (wird in NL praktiziert), Skiliftmasten (gibts in der Schweiz) etc. etc.
Selbst vor Bäumen wird nicht haltgemacht (Südtirol)


von PeterSchwarz - am 28.10.2005 06:53
Finde das aber schon richtig, die Telekom bremst mit ihren hohen Mietkosten den Markt, gilt ja auch bei DVB-T.
NTL / Crown Castle in England zB macht DVB-T viel billiger als bei uns die Telekom, die braucht halt endlich mal Konkurrenz.
Was die Türme angeht: hier wäre die BNetzA gefragt. Diese Anlagen wurden gemeinschaftlich vom Steuerzahler errichtet ( was man auch sieht, ist ja meist vom allerfeinsten was die Post da hingesetzt hat) und sollten daher jedem Anbieter zu brauchbaren Preisen vermietet werden.

Ähnlich der "letzten Meile" etc.

von Terranus - am 28.10.2005 07:31
Ich kann mir auch vorstellen, dass es so abläuft wie beim Telefonnetz: die neuen Betreiber mieten sich bei den Standorten von T-Systems ein, verkaufen aber die Dienstleistungen ihrerseits wieder an die Veranstalter weiter. Wenn T-Systems die Konkurrenten auf ihre Masten drauflässt. Aber hierfür gibt es ja eine Regulierungsbehörde...

von Wiesbadener - am 28.10.2005 09:10
Es geht doch nicht nur darum, dass von anderen, vielleicht weiterreichenden Standorten gesendet wird ( auch wenn T-Systems ungern < Mitbe- > Nutzungsgebühren für Dachflächen zahlt und eigene Standorte bevorzugt ), sondern auch darum. dass diese Standorte koordnierbar sein müssen. Fast immer sind sie dies aber nicht. So hätte T-Systems mit Sicherheit keine Probleme eine 97.1 in Frankfurt / Main auf den Europaturm in Ginnheim ( Spargel genannt ) aufzuschalten, nur ist diese Frequenz wegen Einspürchen dort eben nicht koordnierbar. Eine 105.4 würde bei gleichem Antennendiagramm ( für welches ja nicht der Senderbetreiber verantwortlich ist ) auch auf einem Hochhaus nicht viel mehr Erfolg bringen. Wieso es da wohl so grosse Abweichungen gegenüber der - angeblich - unveränderten Testausstrahlung gibt, ist mir allerdings auch nicht klar.

von KlausD - am 28.10.2005 09:45
Zitat

Was die Türme angeht: hier wäre die BNetzA gefragt. Diese Anlagen wurden gemeinschaftlich vom Steuerzahler errichtet ( was man auch sieht, ist ja meist vom allerfeinsten was die Post da hingesetzt hat) und sollten daher jedem Anbieter zu brauchbaren Preisen vermietet werden.


Wurden die Türme nicht eher aus den Gewinnen des Telefondienstes gezahlt?

von -Ole- - am 28.10.2005 11:32

Dann hätte man mehr gespart. Es wurde ja zu Zeiten der DBP geklotzt. Muss man sich die Anlagen nur anschauen, geteerte Anfahrtsstraßen, großzügig angelegte Grundstücke, hochwertige Gerätehäuser, gefließte und überdachte Wege zu den Türmen etc.
Früher waren die dann auch noch 24h besetzt. Die Telekom lässt da ja auch viel ungenutzt rumstehen, und gewartet wird auch kaum noch. Mir hat mal ein Telekomiker erzählt, dass sogar die Putzfrauen abbestellt wurden und man in mancher Anlage nur mit dem Besen vorweg gehen kann damit man nicht 10 Spinnweben im Gesicht hängen hat ...

von Terranus - am 28.10.2005 12:24
Der Waldenbucher sollte sogar schon verkauft werden, weil er fast leer ist (ausser ein paar Mobilfunkantennen hängt da glaub nix mehr), aber nicht mal der Schwäb. Albverein wollte ihn als Aussichsturm haben...Unterhalt zu teuer.
So sitzt halt die T-Systems auf dem Ding und weiss nicht, was sie damit machen soll.
Anderen Türmen scheint es ähnlich zu gehen...die grossen Richtfunkschüsseln sind fast überall weg, eigentlich gibts aktuell nur noch die Funktionen:
Kabelkopfstation
Mobilfunk
BOS
Radio/TV-Sender
Letzteres könnte dann ja auch spannend werden, v.a. wenn der neue Betreiber vielleicht sogar günstiger ist. Die Telekomiker lassen sich ihre dienste nämlich teuer bezahlen.


von PeterSchwarz - am 28.10.2005 15:24
Da gibt es viele Beispiele, zB der Sommerrankenberg, da ist nur noch die 50 Watt Funzel für Radio Bamberg drauf, oder Riegelstein, wo nur noch der TV Sender für ZDF/BFS drauf ist mit 1kW. Dafür rentieren sich diese Riesentürme natürlich nicht ...

von Terranus - am 28.10.2005 15:31
Zitat

Selbst vor Bäumen wird nicht haltgemacht (Südtirol)


:eek: :eek: !!!!

Hast du davon ein Bild oder was??? :eek:

von Jassy - am 28.10.2005 20:06
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.