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So begann der Privatfunk in Baden-Württemberg...

Startbeitrag von Manager. am 18.11.2005 21:13

Die ersten Privatsender im Ländle starten 1987/88.


Hier einige Starttermine:

04.04.87 Hochrhein Radio Antenne 3 Bad Säckingen

01.07.87 Radio OHR Offenburg

15.08.87 Radio Telstar Offenburg (RTO)

01.09.87 Seefunk Radio Konstanz

01.10.87 Radio Wachenburg Weinheim

09.11.87 Radio RT4 Reutlingen
09.11.87 ??? 100,9 Tübingen => wie hieß das Programm am Anfang?

25.11.87 Radio Regional Heilbronn

01.12.87 Radio Neufunkland Reutlingen

11.12.87 Schwarzwald Radio Freiburg

18.12.87 Welle Fidelitas Karlsruhe
18.12.87 Radio Badenia (Studio Krokodil) Karlsruhe

25.03.88 Radio Regenbogen Mannheim

31.03.88 Radio 7 Oberschwaben Leutkirch

08.04.88 Rheintal-Radio Schwetzingen

09.04.88 ??? Göppingen 103,0 => war das Bürgerradio???
09.04.88 Filstalwelle 1 Geislingen

29.04.88 ??? Geislingen 100,3 => Bürgerradio, oder?
29.04.88 Radio 7 Göppingen
29.04.88 Radio 7 Biberach

12.05.88 Radio Merkur Rastatt

11.06.88 Radio 7 Ulm

25.06.88 Radio Hall Schwäbisch Hall

01.07.88 Radio Achalm (?) oder Stadt-Radio Reutlingen => oder war das ein anderer Name?

04.07.88 Bürgerradio (Mühlacker 100,7)

23.07.88 Radio Dreyeckland Freiburg

13.08.88 Radio BB Sindelfingen

08.10.88 Radio Ladies First Baden-Baden

05.11.88 Stadt-Radio Karlsruhe
05.11.88 Karlsruher Rundfunk => hießen die wirklich so???

07.12.88 Radio 7 Witthoh Tuttlingen


@ PeterSchwarz und andere:

Bitte korrigieren und ergänzen.

Die 50 interessantesten Antworten:

Den Start von RT4 aus Reutlingen habe ich seinerzeit auch mitverfolgt. Anfangs hatten die ja einen Trailer laufen, wo sie aufforderten, amn solle sich melden und ihnen sagen, wo man sie empfängt.
Ich kann mich noch sehr gut an das Telefonat mit dem Sender erinnern, wo sie es kaum glaubten, dass ich ihr Programm in der Nähe von Steyr Oberösterreich in Stereo empfangen konnte.
Der Empfang wurde später erst durch die immer dichtere Belegung auf UKW unmöglich.

von delfi - am 18.11.2005 21:35
Dann will ich auch mal ergänzen:

100.9 Tübingen 1kW (seither unverändert in ERP und Standort!):
Radio Achalm, Radio Schwabenland, Radio Uhland 2,
ich weiss auch noch, wie das Splitting aussah:

Mo-Sa:
5.00-7.30 Radio Achalm
7.30-10.00 Radio Schwabenland
10-16.00 Radio Achalm
16-17.30 Radio Uhland 2
17.30-20.00 Radio Achalm
Sa-Mi: 20.00-5.00 Radio Achalm
Do: 20-21.00 Radio Schwabenland 21-5.00 Radio Uhland 2
Fr: 20-5.00 Radio Schwabenland
So: 0-7.30 Radio Achalm
7.30-13.00 Radio Schwabenland
13-14.00 Uniradio
14-16.00 radio Achalm
16-17.30 Radio Uhland 2
17.30-5.00 Radio Achalm

irgendwann unter der Woche sendete auch noch mal für eine Stunde das Uniradio abends um 19.00

Radio Uhland 2 (gehörte dem Schwäb. Tagblatt, deren Hausadresse war/ist Uhlandstr. 2, daher der Name) strich recht bald die segel (so ende 1988), und der sendeplatz wurde von radio Schwabenland übernommen.

Radio Achalm gehörte der Firma "Achalm Kommunikation", wer jetzt genau dahinter stand, weiss ich nicht, ich meine, es seien dieselben wie bei Radio Neufunkland gewesen, schliesslich hat man später auch aus deren Studios gesendet. Zuerst wurde aus der Kaiserstr. gesendet, unter demselben Dach wie Bürgerradio RT 104.8 und GP 103.0!!
Radio Schwabenland war ein senderverbund unter dem Dach einer Firma im Aichtal (R. Schwabenland auf 100.9 TÜ, 107.7 S, 104.6 (später 89.1) Heilbronn und "Freies Radio Karlsruhe"(so hiess das formal,) auf 104.8. Das programm nannte sich auf allen Frequenzen Stadtradio, nur in Tübingen wurde unter der Kennung Radio Schwabenland gefunkt. Die Studios waren in der Reutlinger Wilhelmstr.

Zum Splitting auf 103.4, das war wie folgt:
Mo-Fr: 0-14.00 Radio RT4
14-19.00 R. Neufunkland
19-24.00 Radio RT4
Sa: 0-14.00 Radio RT4
14-24.00 Radio Neufunkland
So:
0-7.00 Radio Neufunkland
7-14.00 radio RT4
14-18.15 Radio Neufunkland
18.15-19.00 Media Vision (eine christl. Sendung)
19-24.00 Radio RT4
auch hier sendete zwei Stunden die Woche das Uniradio, ich glaub die Sendeplätze verschoben sich mit der Zeit.

Göppingen 103.0:
0-10.00 Filstalwelle
10-14.00 Bürgerradio Göppingen
14-24.00 Filstalwelle
zweimal die woche war auch hier abends noch das Bürgerradio on air, aber frag mich nicht mehr genau, wann. Produziert wurden deren Sendungen ja in Reutlingen, in GP gab es nur ein Büro!
Das Programm war übrigens nie identisch zu Bürgerradio 100.3, erst später als es RTL Radio hiess!

Geislingen 100.3
0-12.00 Radio 7 (NWZ)
12-24.00 Bürgerradio, später RTL Radio (Dinkelacker KG)

Am 1.7. 1988 startete auf 104.8 Bürgerradio Reutlingen, dieses Programm hiess so bis Sommer 1990, ab dann RTL Radio (gemeinsames Rahmenprogramm aus Stuttgart mit 100.7/100.3/103.0 und diversen Lokalsendern)
Nicht vergessen wollen wir Studio live, das kleine Eninger Jugendradio von Stefan Klarner und Markus Frank, das sendete Fr 17-20.00 und Sa 15.18.00
Mittlerweile produzieren die emsigen Leute dort das Regionalfernsehen RTF1 (www.rtf1.de)

1988 ging auf 100.4 übrigens wirklich nur Radio Ladies first auf Sendung (Hornisgrinde 10kW), Victoria kam erst 1989 hinzu.
Bis dahin war zuerst in der sendefreien Zeit rauschen angesagt (bzw. man empfing was anderes, z.B. die 100.3 aus Geislingen...), später kam dann eine testschleife drauf.

radio 7 Oberschwaben sendete NIE vom Schwarzen Grat. Das hätte man gern gehabt, aber es gab Probleme wegen Umweltschutz etc.
Anfangs wurde vom Höchsten gesendet, dieser liegt zwar recht exponiert, allerdings hatte man in einigen Teilen des Gebietes erhebliche Versorgungslücken, daher gabs doch auch mal den Füllsender in Leutkirch auf 100.5, zumindest wurde der immer gelistet (empfangen habe ich ihn nie).
erst einige Zeit später wurde dann auf der Iberger Kugel südl. von Isny ein Mast gebaut, und da kam Radio7 rauf. Da man fortan in Ravensburg Probleme hatte, gab es dann dort einen Füllsender.

Radio7 war übrigens ein Senderverbund. Jede Frequenz war einie eigene Lizenz und gehörte dem jeweiligen örtlichen Zeitungsverlag, die 105.0 zB der Schwäbischen Zeitung in Leutkirch.

Sendete Geislingen 107.9 wirklich vom Postamt?
Ich konnte die Frequenz damals tatsächlich wirklich nie empfangen, bei mir gab es nur die 103.0, die kam sehr gut rein, aber dadurch verpasste ich einen Teil des FW1-Programmes, das in diesen zeiten auch aus dem gläsernen Studio in Geislingen kam.

Ebenfalls nie empfangen konnte ich Radio Hall. Das gab es wohl auch nur ganz kurz, die waren die ersten, die Insolvenz angemeldet hatten. Ich glaube, sie hatten R. Regenbogen als Rahmen, sicher bin ich mir aber nicht.

Radio BB kam ganz am Anfang für kurze Zeit auf 102.8. Man merkte aber schnell, daß Regenbogen, obwohl sie anfangs nur mit 10kW sendeten, zu stark war, und so korrigierte man auf 104.5. Dabei blieb es einige Zeit, bis später daraus 104.3 wurde.
Zuerst kam aber noch die Leonberger 106.9 hinzu (auch da war glaub formell ein anderer anteilseigner dahinter).

Dasselbe Spiel bei RMB-Radio: Jede Frequenz ein eigener Lizenznehmer (und wenn es nur Stohmänner waren).
Auch bei Radio ES (Kirchheim 100.8-Teckbote=Gottlieb und Oswald/104.6 Esslingen Bechtle Verlag=Esslinger Zeitung und Bild Stuttgart) war es so. Die gingen übrigens auch irgendwann Ende 1988 on air.

Was Radio Regional anging, kann ich mich noch an ein Regionalsplitting zw. 103.2 und 100.1 erinnern, die sendeleistung war auch noch nicht voll aufgedreht (im Endstadium 25kW auf 103.2 und 50kW auf 100.1)

Ja, ich glaub fast, wir kriegen da einiges zusammen aus der Geschichte.
Was mir am meisten fehlt, sind O-Töne, Mitschnitte, Jingles oder auch mal Dokumente oder Erlebnisse der damaligen Mitarbeiter (liest da keiner hier mit??)









von PeterSchwarz - am 19.11.2005 01:10
Ich kann als Fischkopp leider nicht so viel dazu beitragen,aber etwas trotzdem.

1993 im November habe ich in Reith nördlich von Würzburg Rado T.O.N. empfangen. DerSlogan damals lautete "Drei Länder, ein Sender". Da ich den Sender nur kurz gehört habe, dachte ich es sei mdr Life gewesen. Welche Frequenz war das wohl? Und war es Radio T.O.N. Starsat oder mit Radio 7?

Als wir 1997 nach Friedrichshafen auf Klassenfahrt gefahren sind, gab es bei RADIO KOMMA 1 und Radio 7 Melody wohl schon ein gemeinsames Mantelprogramm. Man merkte es an der selben Musik, die zeitversetzt auf den beiden Sendern lief. Das war ja auch so bei RADiO 7, wenn man dort die Frequenzen auseinandergeschaltet hat.

Und wenn ich mich richtig erinnere gab es ja ab etwa 98 diesen Welle-Mantel. Abgenommen wurde dieses Mantelprogramm vom STADTRADIO 107,7, RADIO KOMMA 1 (konnte ich selbst testen), radiowelle melody, und ich meine auch mal gelesen zu haben, dass Radio BB ebenfalls die Welle übernommen hat. Radio BB war wohl aber auch eines der ersten Programme, die dort wieder ausgestiegen sind. 2000 fuhr man wieder ein eigenständiges Programm.

von hornig - am 19.11.2005 16:21
radiofreund: Auf 103.4 stellte Neufunkland seinen Betrieb irgendwann im jahr 1991 ein, danach wurde noch eine Zeitlang auf 100.9 gesendet, zu den sendezeiten von Radio Achalm, zeitpartagiert mit Radio Schwabenland.
Im Herbst 1991 wurden dann beide Programme zusammengelegt zu Stadtradio Neckaralb-Melodie für Sie, mit dem entsprechenden Rahmenprogramm aus Stuttgart, das auch R. Neckarburg übernahm. (letzteres machte sich nicht mal die Mühe für lokale Jingles, das Programm wurde einfach komplett reboradcastet.)
Erst als Stadtradio auf AC-Format umstellte, löste sich Neckarburg und füllte die Zeit selbst, so weit ich weiß mit Bändern (heute auch noch oder hat man mittlerweile doch Automations-Software?)

hornig: Das war das Radio-Ton GOLD Programm aus Bad Mergentheim im Schlager/Oldieformat.

Neckarburg war ganz am Anfang auch lustig: Von 16-21.00 auf 103.7. Danach wurde der Sender abgeschaltet und man konnte wunderbar auf 103.8 DRS 3 hören ;-)


von PeterSchwarz - am 19.11.2005 22:40
Zitat
PeterSchwarz
Im Herbst 1991 wurden dann beide Programme zusammengelegt zu Stadtradio Neckaralb-Melodie für Sie, mit dem entsprechenden Rahmenprogramm aus Stuttgart, das auch R. Neckarburg übernahm. (letzteres machte sich nicht mal die Mühe für lokale Jingles, das Programm wurde einfach komplett reboradcastet.)


Als das Stadtradio anfing, nur noch "Bumm-Bumm-Hula-Hula"Musik zu spielen (Zitat eines aufgebrachten RNB-Hörers), verlängerte Radio Neckarburg zunächst auf 16.00 bis 9.00 Uhr. Da gab's um 9.00 Uhr dann ein Stadtradio-Jingle, dass darauf hinwies, dass das Programm nun auch in der Region Oberer Neckar zu hören sei. Nach einigen Monaten wurde aber dann auch das Tagesprogramm von RNB allein bestritten.

Zitat
PeterSchwarz
löste sich Neckarburg und füllte die Zeit selbst, so weit ich weiß mit Bändern (heute auch noch oder hat man mittlerweile doch Automations-Software?)


15 CD-Wechsler (mit je 100 CDs) werden von einer Software gesteuert. So wird musikalische Vielfalt gewährleistet. Andererseits gibt's zwischen den Titeln öfters mal 1-2-Sekunden-Löcher.

von radiofreund - am 20.11.2005 08:12
BTW zum Thema Mudau 102,1 fällt mir noch was ein. Und zwar ist hier in der (auslaufenden) Datenbank für die 107,5 in Buchen eine Masthöhe von 150 m + 390 m Grund verzeichnet. Das kann niemals sein, denn lt. Schild am Turm bei den Senderfotos hat der Mast nur 60 m Höhe :) Koordiniert sind dazu für die 100,6 und die 107,5 in Buchen-Walldürn mit ND 450 m + 120 m. Die anderen SWR-QRGs sind mit "Buchen" und eben den 390 + 150 m zu finden.

von -Ole- - am 20.11.2005 18:47
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Kurz hinter Heidelberg in Richtung Neckartal gehts doch schon los.
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Zweifellos richtig. Nach Nordosten ist aber ab dem Spessart mit dem durchgehenden Empfang für Otto-Normal im Autoradio Schluß. Wenn dann weiter östlich einer Linie Kreuzberg - Hammelburg - Arnstein der Inselsberg (102,2) noch aus dem Funkschatten der Rhön herauszieht bleibt Sunshine Live häufig auf der Strecke. Außerdem wird dann die 102,0 vom Dillberg schon stärker auch wenn man durch 101,9 Rhön kaum davon Notiz nimmt.

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Wie man sowas nur machen kann?!?
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Man muß wohl in der Diskussion um die 102,1 zwei grundlegende Dinge unterscheiden. Zum ersten wird darüber ein sonst in der Rundfunklandschaft nicht zufindendes Programm übertragen, daß sicher zu Recht viele Freunde (ich jetzt nicht..., aber jedem sein Programm - ich muß halt weitersuchen) hat.
Zum zweiten die Frequenz 102,1 und der Genfer Plan. Da steht vermutlich nichts von Mudau drin. Auch wird im ursprünglich geplanten Versorgungsgebiet die 102,3 aus Stuttgart kaum ein großer Störer sein. Genau genommen wäre damit heute die 102,1 der Störer, von Buchen aus wären die Störungen im Rheintal, RLP-Seite, bei SWR2 RP (!) 102,2 sicher geringer. Die 102,2 gehört zu Rheinland-Pfalz.
Die Frage die sich mit den aktuellen Gegebenheiten stellt ist vermutlich eine andere: Flurbereinigung im Äther, neudeutsch Zerobase. Ein bischen was, vielleicht auch in die falsche Richtung, hat es in B-W immer gegeben, nicht zuletzt in den 90ern mit 105,5, 105,7 und 107,5 für den SWR und nicht für den Privatfunk. Das Gegenbeispiel Ende der 80er war eben 102,1 und 103,5 für den Privatfunk. Da hat man allerdings mit der Verlagerung von 102,1 nach Mudau das Optimum herausgeholt, das hätte man bei 107,5 vielleicht auch besser angestrebt, egal wem die Frequenz dann zugeordnet worden wäre. "Zukoordiniert" worden wäre die dann sicher nicht mehr.

von Thomas (Metal) - am 20.11.2005 19:53
Starttermine Privatfunk BaWü
Update 20.11.05:


04.04.87 Hochrhein Radio Antenne 3 Bad Säckingen
=> Rheinfelden 87,6 (später Wechsel auf 104,3) und Laufenburg 102,4

01.07.87 Radio OHR Offenburg
=> Kehl-Neumühl 104,9, Haslach 93,0 und Offenburg 101,6

15.08.87 Radio Telstar Offenburg (RTO)
=> Offenburg 101,6

01.09.87 Seefunk Radio Konstanz
=> Konstanz 101,8

01.10.87 Radio Wachenburg Weinheim
=> Weinheim 100,7

09.11.87 Radio RT4 Reutlingen
=> Raichberg 103,4
09.11.87 Radio Achalm, Radio Schwabenland, Radio Uhland 2
=> Tübingen 100,9

25.11.87 Radio Regional Heilbronn
=> Langenburg 100,1 und Heilbronn 103,2

01.12.87 Radio Neufunkland Reutlingen
=> Raichberg 103,4

11.12.87 Schwarzwald Radio Freiburg
=> Blauen 101,1

18.12.87 Welle Fidelitas Karlsruhe
=> Karlsruhe 101,8
18.12.87 Radio Badenia (Studio Krokodil) Karlsruhe
=> Karlsruhe 101,8

25.03.88 Radio Regenbogen Mannheim
=> Heidelberg 102,8

31.03.88 Radio 7 Oberschwaben Leutkirch
=> Höchsten 105,0

08.04.88 Rheintal-Radio Schwetzingen
=> Wiesloch 107,4

09.04.88 Bürgerradio Göppingen
=> Göppingen 103,0
09.04.88 Filstalwelle 1 Geislingen
=> Göppingen 103,0 und Geislingen 107,9

29.04.88 Bürgerradio
=> Geislingen 100,3
29.04.88 Radio 7 Göppingen
=> Geislingen 100,3
29.04.88 Radio 7 Biberach
=> Biberach 104,0

12.05.88 Radio Merkur Rastatt
=> Baden-Baden 100,9

11.06.88 Radio 7 Ulm
=> Ulm 101,8

25.06.88 Radio Hall Schwäbisch Hall
=> Schwäbisch Hall 102,6

01.07.88 Bürgerradio Reutlingen
=> Reutlingen 104,8

04.07.88 Bürgerradio
=> Mühlacker 100,7

23.07.88 Radio Dreyeckland Freiburg
=> Freiburg (Vogtsburg?) 100,7 bis 22.11.88; dann Vogtsburg 102,3

13.08.88 Radio BB Sindelfingen
=> Sindelfingen 102,8; ab 05.10.88 Sindelfingen 104,5

08.10.88 Radio Ladies First Baden-Baden
=> Hornisgrinde 100,4

05.11.88 Stadt-Radio Karlsruhe
=> Karlsruhe 104,8
05.11.88 Karlsruher Rundfunk => hießen die wirklich so???
=> Karlsruhe 104,8

07.12.88 Radio 7 Witthoh Tuttlingen
=> Witthoh 102,5

01.12.90 Radio Neckarburg
=> Rottweil 103,7

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Zitat

Zum zweiten die Frequenz 102,1 und der Genfer Plan. Da steht vermutlich nichts von Mudau drin. Auch wird im ursprünglich geplanten Versorgungsgebiet die 102,3 aus Stuttgart kaum ein großer Störer sein. Genau genommen wäre damit heute die 102,1 der Störer, von Buchen aus wären die Störungen im Rheintal, RLP-Seite, bei SWR2 RP (!) 102,2 sicher geringer. Die 102,2 gehört zu Rheinland-Pfalz.


@ Thomas (Metal):

Genau so ist es.
Die Koordinaten aus Genf '84 entsprechen dem SWR-Standort "Buchen/Walldürn".



Zitat

Nord-, Ost- und Neckaralb-Baden-Württemberg
:mad:


von Manager. - am 20.11.2005 20:54
Als ich mich mit dem Privatfunk in B.W. zum ersten Mal befasst habe, fand ich das alles sehr interessant. Es waren zwar nicht so viele wie in Bayern oder NRW, aber die hatten ja fast alle 24 Stunden ihr eigenes Programm, auch wenn 12 Stunden vom Computer kamen.
Und vor allen Dingen haben sich die Lokal- von den Bereichssendern musikalisch deutlich abgehoben. Jetzt ist es doch egal, ob man Hit 1, 106.0 Antenne, Radio Ton, oder eben die Bereichssender hört. Allenfalls sunshine live, Radio Seefunk und RADIO NECKARBURG sind anders.
Es ist schon traurig, was sich in Baden-Württemberg getan hat. Und wer weiß, vielleicht ist Radio Ton ja auch bald landesweit üb er UKW zu hören.
Apropos Übernahmen, war es nicht angedacht das Sendegebiet von Radio Seefunk und FR 1 zusammenzulegen? Ich meine da mal was gelesen zu haben.

von hornig - am 21.11.2005 14:56
Absolut krank "Neckar-Alb-Baden-Württemberg".

Die Hörer werden es wohl mit Nicht-Konsum strafen, da das "Programm" ja sowieso weitgehend inhaltsfrei ist. Falls die vorhaben, einen neuen Begriff zu schaffen wie einstens der "wilde Süden", so wird das auf jeden Fall in die Hose gehen. Da wären sie besser beim "Herz von Baden-Württemberg geblieben" (wobei das ja auch nur eine schlechte Kopie des ehemaligen SDR1-Claims "das Herz des Südens" war.)

Ach ja, Schwabe, was war denn bei Neufunkland unzulässig...da fehlt irgendwie der Rest des Satzes.

War überhaupt mal ein eigenständiges Verbreitungsgebiet Schwäbische Alb geplant?
So weit ich weiß, wollte man Teile der Alb (südl. Kreis Reutlingen) an Neckar-Alb dranhängen, dafür hatte man dann aber weder Frequenz noch eine Möglichkeit zur Zuführung.


von PeterSchwarz - am 21.11.2005 18:37
Zitat

daher gabs doch auch mal den Füllsender in Leutkirch auf 100.5, zumindest wurde der immer gelistet (empfangen habe ich ihn nie).


@ PeterSchwarz:

Den konnte ich auch nie verifizieren. - War wohl nur 'ne Planung.


Zitat

Ja, ich glaub fast, wir kriegen da einiges zusammen aus der Geschichte.


Für'n 19,90 ¤-Buch reicht's jetzt schon.

von Manager. - am 21.11.2005 19:03
Guter tipp! danke.
Wobei ich die LfK sowieso deshalb noch angeschrieben hätte. Was mir nach wie vor fehlt sind Kontakte zu den ehemaligen Machern, die könnten bestimmt so das ein oder andere Scherflein dazu beitragen.
oder halt leute, die Mitschnitte haben oder irgendwelche Schnipsel mit Programmschemen, Aufklebern etc...und auch einfach nur Erinnerungen, was sie damals gern gehört haben etc.
Eben so das Material abseits der reinen Fakten.


von PeterSchwarz - am 21.11.2005 23:54
Die 105,0 von Radio 7 kam vom Höchsten; das ist der TV-Grundnetzsenderstandort "Ravensburg", obwohl der Höchsten doch etliche Kilometer von Ravensburg weg ist. http://www.hoechsten.de/
Radio 7 sendete damals nur mit geringer Leistung von diesem Standort, IMHO mit 320 oder 500 W ERP; in Uster und auch in Netstal ging die 105,0 damals doch deutlich besser als vom heutigen Standort Iberger Kugel.


von dxbruelhart - am 22.11.2005 11:22
Ich war mir nicht sicher, ob es wirklich der Höchsten war, deshalb habe ich mich zurückgehalten. Danke für die Info!

Die 105,0 war bei mir von Anfang an gut empfangbar. Auch die TV-Programme vom Höchsten gehen hier ja problemlos. Beim Wechsel auf die Iberger Kugel wurde das Signal allerdings nochmal deutlich besser und kommt seitdem mit "KBW"-Stärke. Hauptsächlich wohl wegen der höheren Leistung.
Radio 7 Witthoh kam ja erst später dazu, also habe ich damals recht oft die 105,0 gehört. Das Programm war ja seinerzeit auch noch brauchbar. Heute ist es eher Frequenzverschwendung...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 22.11.2005 11:38
Die einzelnen Radio7-Stationen hatten sich bei meiner damaligen kollektiven Kontaktaktion sehr vorbildlich gezeigt und mich mit Aufklebern, Programmschemata und Werbemappen zugeschmissen.
Es gab für jede Frequenz eigene Aufkleber, tlw. sogar mehrere verschiedene.
z.B. habe ich einen von Riedlingen 99.3!
Die Wittoh-Aufkleber hatten übrigens tlw. ein HÄ? oder HOI draufstehen, mit einem Schweizer Kreuz verziert. Hier wurde wohl offensiv gerade um die Schweizer Hörer geworben, die ja in der Media-Analyse extra ausgewiesen wurden.
ich hatte auch schon desöfteren schwyzerdütsche Werbung auf der 102.5 vernommen.



von PeterSchwarz - am 22.11.2005 12:13
@PeterSchwarz:
Bis wann war denn die 99.3 für RADiO 7 in Betrieb? Ist die 99.3 dann irgendwie nach Friedrichshafen umkoordiniert worden, denn da sendet ja Radio Seefunk.

Werbung in schwyzerdütsch hab ich 1998 bei RADIO REGENBOGEN auf der 101.1 gehört. Ich dachte erst es sei ein Privater aus der Schweiz. Umso größer war dann die Enttäuschung als ich festgestellt habe wer es wirklich war. :-(

von hornig - am 22.11.2005 12:58
hornig: Das weiss ich leider auch nicht, aber ich meine bis zum Ende der ersten Lizenzierungsphase, also 1994. Dann übernahm ja "Radio 7 Melody" die Rolle des Lokalfunkes auf der Biberacher Frequenz 103.9, da hier noch die 105.9 aus Ulm dazukam und die sehr ungeschickte 106.2 in Riedlingen (Gleichwelle zu Rigi!), wurde die 99.3 und auch die 88.0 in Ochsenhausen abgeschaltet.
Radio7 versorgt hier seitdem nurmehr mit 101.8 Ulm und 105.0 Iberger Kugel.
Die 103.9 wanderte dann ja später auch zur Kugel (auch nicht gerade sehr zünftig wegen 103.8 sowohl Rigi als auch Hohenpeissenberg) und für Biberach ging die 104.6 an den Start.


von PeterSchwarz - am 22.11.2005 13:04
@Zum Problem Höchsten/Schwarzer Grat:

Die 105,0 am Höchsten durfte ähnlich wie die 98,7 und 103,0 in Waldburg (1987) nur mit geringer Leistung betrieben werden, weil sie weit durch das Rheintal Richtung Feldkirch und Lichtenstein reichen und dort andere schweizerische oder österreichische Sender sonst gestört hätten. Bei den heutigen Standorten Grünten und Iberger Kugel ist das nicht der Fall, da über die eigenen Berge des Westallgäus und auch des Großen Walsertals diese Standorte im Rheintal abgeschattet sind. Für die Planung Schwarzer Grat gilt dasselbe.
Die 91,2 war schon nach Genf in Waldburg geplant und versorgt das Rheintal sehr gut. Hier haben wohl die Nachbarländer mitgespielt. Dies gilt auch für die 94,9, die zwar, wie 98,7/103,0/105,0 eine Schwarzer Grat-Planung hatte, aber dennoch seit 1987 bis heute in Waldburg mit 60 kW gefahren wird. Hier scheinen die Nachbarn die Umkoordnierung akzeptiert zu haben.

Gruß, Stefan

von Stefan Z. - am 22.11.2005 17:10
Und hier weitere Start-/End-Termine:

Radio Donau 1 Neu-Ulm bis 27.03.95
Radio 7 Melody Biberach ab 28.03.95
Radio Ladies First Baden-Baden 08.10.88 bis 31.03.94
Radio Merkur Rastatt 12.05.88 bis 31.08.93
Radio Victoria Baden-Baden bis 31.03.94
Radio BB Sindelfingen 13.08.88 bis 31.12.02
Neckar-Alb-Radio Reutlingen 01.10.94 bis 15.06.03
Radio Sunshine Schwetzingen 20.06.94 bis 30.09.94
Stadt-Radio Heilbronn Heilbronn 20.04.89 bis 26.11.93
Radio Regional Heilbronn 25.11.87 bis 30.09.94
Radio T.O.N. Regional Heilbronn 01.10.94 bis 31.08.95



von Manager. - am 22.11.2005 21:42
Radio Donau 1 sendete anfangs mit der Neu-Ulmer Zeitung (Gruppe Augsburger Allgemeine), der Südwest-Presse und der Schwäbischen Zeitung als Mehrheitsgesellschafter über Ulm-Fernmeldeamt 94,0, Günzburg 90,3 und Krumbach 88,2 (jetzt Prima 1) - mit BLM-Lizenz.

Weil sich unsere Wettbewerbshüter vor einem Informationsmonopol in Ulm/Neu-Ulm fürchteten, durfte Radio 7 Ulm auf der 101,8 1988 erst starten, nachdem die beiden letztgenannten baden-württembergischen Zeitungen nicht mehr an Radio Donau 1 beteiligt waren und dieser Sender ein rein bayerisches, in einem grenzüberschreitenden Ballungsraum nicht lebensfähiges Produkt geworden war, obwohl es noch ein größeres Sendegebiet als das spätere Günzburger Hitradio X hatte (nicht nur einen halben Landkreis, sondern zwei Ganze).

Meines Erachtens war dieses Scheitern auch der Grund, warum die bayerische BLM später ein Einsehen hatte und die Hauptverantwortung für Lokalradio im ganzen Raum Ulm/Neu-Ulm der LfK in Stuttgart überließ.

von FrankenWalder - am 26.11.2005 18:07
hornig: Vollkommene Zustimmung, irgendwann werden sie hoffentlich merken, daß sie mit diesem Format nicht überleben können und sich eine andere Nische suchen oder ganz aufgeben (ist ja kein verlust)

radiofreund: Einheitsdudelei überall, die Frage stell ich mir auch, vor allem, da es im Prinzip nur zwei Formate (AC und CHR) gibt in der BW-Radioszene (wenn man mal von Seefunk, Neckarburg, SWR2&4 107.7 und den NKLs absieht) Alle senden gegeneinander an.
Also: das System wir keine Zukunft haben...mal sehen, wie die LfK das ganze umgestaltet.
Vielleicht wollen die Rundfunkgesellschaften ja zeigen, daß es nicht geht...indem sie so bescheidene Programme machen und sich gegenseitig kopieren, um Druck auf die LfK zu machen, das Lokalsenderkonzept aufzugeben und mehrere landesweite Ketten zu lizenzieren sowie Ballungsraumsender.



von PeterSchwarz - am 26.11.2005 19:52
@Schwabe jetzt haben wir sie ja doch, die 89.90 in Neu-Ulm.
Klinikfunk bis der Arzt kommt. Super, am Montag fängt mein
Klinikpraktikum in Ulm an (Logopädie, nicht beim Radio!!!)
Da kann ich ja gleich mal einen Reichweitentest mit dem
werra1 machen.

A propos Ulm, noch 'ne Frage an die Insider:

Matthias Matuschik hat ja gerade seinen unrühmlichen Abgang
bei Donau3FM hinter sich. Meine Mitschwaben konnten mit
seiner "OHRalen Befriedigung" (Donau3FM Plakatslogan) nicht
viel anfangen.

Weiß hier jemand was Neues über ihn? Nicht einmal im sonst
so gut informierten Gerüchteticker der RADIOSZENE ist gerade
etwas zu lesen. Zurück zu B3 wird er ja kaum gehen.

(Ob's der Neue bei Donau3FM besser macht?
Isch ja ao so a "Reigschmeckter".)


von FrankenWalder - am 21.02.2006 21:02
*von ganz tief unten ausgrab*

Ich habe hier einen Mitschnitt von "Der Oldiesender auf 106,1 und 107,7" aus Weinheim vom 12.02.1993. Dort lief anscheinend großteils RTL Radio und stundenweise gab es Lokalprogramm (im Mitschnitt ab 16:00 Uhr), das allerdings auch als "Der Oldiesender" aufgetreten ist. Um halb gab es Regionalnachrichten.

Hieß das Programm wirklich nur "Der Oldiesender"? Von wann bis wann existierte es in der Form?
Die VHS-Kassette mit dem Mitschnitt ist mit "Antenne Rhein-Neckar" beschriftet.

http://soundcloud.com/info-1329/der-oldiesender-12-02-1993

Zum Vergleich:
RTL Radio zur gleichen Zeit:
http://soundcloud.com/info-1329/rtl-radio-nachrichten-26-03
(Warum liebe ich diesen Jingle vor den Nachrichten so? ;) )

von DigiAndi - am 09.04.2012 15:36
Ihr bringt mich auch auf eine Idee....
Wir hatten in Esslingen einen eigenen Regionalsender, der später vom Stadtradio (heute die neue 107,7) geschluckt wurde. Das Programm hieß "Radio ES", später "Radio 7 ES".

Am Anfang sendete man eine ganze Zeit auf 104,6 MHz. Diese musste man aber abschaffen, denn man hat es nicht geschafft ein RDS Signal aufzuschalten und vernünftig in Stereo zu senden aufgrund von Funkstörungen. Der Sender wurde dann auf 97,50 MHz verlagert und hatte dann auch RDS und Stereo.

Wenn ich heute die 104,60 MHz probiere, dann finde ich da 0,0 Störung drauf. Wenn ich in die richtige Richtung ausrichte, empfange ich Radio Neckarburg.

Meine Frage also an die Experten: Wieso wurde die 104,60 MHz abgeschafft? Ich habe mal Gerüchte gehört, es hing mit dem Flugfunk und Störungen hierdurch zusammen. Wer weiß mehr?

von Chris4981 - am 09.04.2012 16:15
Zitat
DigiAndi
Hieß das Programm wirklich nur "Der Oldiesender"?

Ja. "Der Oldie-Sender",


Zitat
DigAndi
Von wann bis wann existierte es in der Form?

Von '92 (Sendeende Radio Wachenburg) bis '94 (Ende der 1. Lizensierungsperiode).



Zitat
Chris4981
Wieso wurde die 104,60 MHz abgeschafft? Ich habe mal Gerüchte gehört, es hing mit dem Flugfunk und Störungen hierdurch zusammen. Wer weiß mehr?

Damals sendete RMB-Radio vom Wasserturm Oberberken oberhalb von Schorndorf ebenfalls auf 104,6 und beide Sender störten sich dadurch gegenseitig. Vermutlich war das der Grund für den Frequenzwechsel.

von Manager. - am 09.04.2012 16:32
Zitat
DigiAndi
Hieß das Programm wirklich nur "Der Oldiesender"?

Ja. Während der Regionalschiene gab es auch Jingles mit dem Zusatz "Rhein-Neckar".

Zitat
DigiAndi
Von wann bis wann existierte es in der Form?

Vom Ende von Radio Wachenburg bis zum Start von RNO-Radio, also von Januar 1993 bis Oktober 1994.

Danke für den Mitschnitt, hast du noch mehr davon? Der Moderator Patrick Gerhardus ist seit Jahren Morgenshow-Host von Sunshine Live ;-)

von MainMan - am 09.04.2012 16:39
Danke euch für die Infos. Der Mitschnitt ist insgesamt vier Stunden lang, stelle ich bei Interesse gerne zur Verfügung. Leider ist der Mitschnitt stark angekratzt, teilweise noch mehr als im Ausschnitt hörbar. Ebenfalls frisch digitalisiert - in bestem Stereo - sind insgesamt drei Stunden von Studio live 104,8 von 1993, was hier ja auch schon angesprochen wurde. Außerdem hätte ich noch drei Stunden Radio ES vom 11.01.1994 im Angebot. Radio 7 vom Januar 1994 folgt wahrscheinlich nächstes Wochenende. ;)

von DigiAndi - am 09.04.2012 18:00
Zitat
DigiAndi
Der Mitschnitt ist insgesamt vier Stunden lang, stelle ich bei Interesse gerne zur Verfügung.
Prima :spos:

Zitat
Kay B
Interessant, daß diese Wetter-Hintergrundmusik nicht nur bei RTL Radio eingesetzt wurde.

Nachrichten und Wetter wurden beim Oldie-Sender 1:1 von RTL Radio übernommen. Selbst produziert waren nur die Regionalnachrichten zur halben Stunde und die Lokalschiene, da gabs dann aber ein eigenes Musikbett.

von MainMan - am 09.04.2012 20:13
Als Mitte der 90er Radio Seefunk noch ein Oldie-Sender war, wurden doch die Nachrichten und Wetter auch von RTL-Radio übernommen.

kleine Anekdode hierzu:
Ich erinnere mich an einen Anruf meines Vaters beim Sender in Konstanz warum sich der Wetterbericht zur vollen Stunde so maßgeblich vom Wetterbericht zur halben Stunde unterscheidet (einmal Regen, einmal Sonnenschein). Der Grund war mir später klar: der Wetterbericht zur halben Stunde wurde selbst produziert der andere kam von RTL.
Die freundliche Dame am Telefon meinte nur die Nachrichten kämen aus der Zentrale.

von Analogist - am 11.04.2012 09:59

Besten Dank. In diesem Ausschnitt sind mehrere Personen zu hören, die ihre Radiokarriere nach dem Ende vom "Oldie-Sender" bei anderen Sendern fortgesetzt haben: Patrick Gerhardus (Sunshine Live, zwischenzeitlich auch bei RPR1 und Energy Rheinland-Pfalz), Eric Wust (Sunshine Live) und Sia Friedrich (Radio Regenbogen).

Im Übrigen ist der Ausschnitt auch zeithistorisch ganz interessant. Am 12.2.93 wurde im Mannheimer Stadtteil Jungbusch der Grundstein für die größte Moschee in Baden-Württemberg gelegt. Bei 2:49 gibts einen Beitrag darüber und über die politische Kontroverse im Vorfeld.

von MainMan - am 12.04.2012 11:58
@Analogist: Das kann eigentlich nur zwischen 1992 und 1994 gewesen sein. Länger gab es nämlich das Programm von "RTL Radio - der Oldiesender" in Baden-Württemberg nicht. Lanciert wurde das Programm 1992, zunächst über die Frequenz 104.8 in Reutlingen sowie über die Hochrhein-Kette und über Luxemburg. SeefunkRadio war dann eben noch ein lokaler Abnehmer, während andere Lokalprogramme (Radio ES, Radio BB), das AC-Programm übernahmen, das auch über 100.7 Mühlacker und 100.3 Geislingen lief.
1994 war dann schon wieder Schluss, nachdem man sich ausschliesslich (siehe RadioQuiz) um die Stuttgarter 105.7 beworben hatte und diese nicht bekam. Fortan war Der Oldiesender nur noch via Luxemburg sowie über Kabel und Satellit hörbar.

Radio FFB in Fürstenfeldbruck übernahm anfangs auch RTL Radio. Ob die aber das AC-Format hatten oder auch eine Zeitlang Oldies, weiss ich nicht mehr.

Es sei noch angefügt, dass der Oldiesender trotz seines kurzen Bestehens immens erfolgreich war. In kürzester Zeit war man im Raum Reutlingen, auch mittels grossangelegter Werbeaktionen überaus bekannt und auch viel gehört. Das Format traf wohl genau die Lücke, die zwischen den ersten Programmen von SWF und SDR sowie deren dritten Prorgammen und den meisten Privatradios klaffte. Konsequent 60er und 70er spielte damals sonst niemand, zudem war das Programm professionell aufgezogen mit enormem Drive. Wie lang sich das Format so gehalten hätte, wäre die interessante Frage. Die Rotation war nämlich auch recht eng und nach dem Umzug nach Luxemburg begann man sie auch um Titel aus den frühen 80ern zu erweitern.

von Peter Schwarz - am 12.04.2012 12:30
@Manager: Ah ja, dort dann aber wohl nicht unter dem Namen RTL-Radio?!
@Schwabinger: Jein! Bürgerradio war der urpsprüngliche Name von insg. mehreren Sendern:
Es gab das Bürgerradio aus der Heusteigstrasse, das auf 100.7 und 100.3MHz sendete.
Es gab Bürgerradio Reutlingen, das programmlich mit dem vorgenannten nichts zu tun hatte.
Dann gab es noch Radio Achalm, das sich eine Zeitlang "Bürgerradio Achalm" nannte und in dieser Zeit eng mit Bürgerradio Reutlingen zusammenarbeitete (tlw. selbe Redaktion, selbe Räumlichkeiten)
Es gab Bürgerradio Göppingen, das übrigens auch dort (in Reutlingen!) produziert wurde.
Dann gab es noch das Rems-Murr-Bürgerradio (später nur noch RMB-Radio genannt), das wiederum mit den vorigen nichts zu tun hatte.

Dies betrifft den Zeitraum bis Ende Juli 1990. In dieser Zeit gab es auch ein namenloses Rahmenprogramm aus der Heusteigstrasse in Stuttgart, das von einem Teil der vorgenannten Stationen (sowie anderen) stundenweise übernommen wurde.

Zum 1.8.1990 wurde die Marke Bürgerradio aufgegeben und RTL Radio startete, unter diesem Namen auf 100.7, 100.3, 104.8 RT und 103.0 GP mit einem gemeinsamen Programm, das stundenweise regionalisiert war. Das Format war AC, im Prinzip war es das erste knallhart durchformatierte und gleichzeitig sehr professionell gefahrene Programm im baden-württembergischen Äther. Vor allem in Reutlingen war es ein arger Bruch zu dem, was vorher auf der Frequenz zu hören war. Gleichzeitig war dieses Programm auch ein (weiterhin namenloses) Rahmenprogramm, das von zahlreichen anderen Lokalradios übernommen wurde (Radio ES, Radio BB, RMB-Radio, Seefunk-Radio, Radio FR1, Radio Merkur, Radio FFB, Antenne AC, Welle West, Radio Rur). Das heisst, in den Mantelprogrammzeiten fuhren die Mods das Programm ohne Namensnennung, es wurden dann ferngesteuerte Jingles eingsetzt, die den Sendernamen verkündeten. Dies klappte in der Regel sehr gut, störungsfrei und glatt. Nach lokalen Optionen gab es kurze Instrumentalstücke (u.a. "Wolkenreise" von EROC), in die sich die Locals dann wieder einblenden konnten. Da sich diese Instrumentals doch häufiger wiederholten, war dies für den "Otto Normalhörer" die einzige Stelle, an der er von dieser Praxis etwas bemerken konnte. Andere wunderten sich darüber, dass sie bei einem anderen Programm plötzlich dieselben Moderatoren, dieselben Comics und dieselben Programmelemente hörten (was mich freilich immer sehr amüsierte). Der Name "RTL Radio", wurde dann nur in den lokalen Programmstunden, dort dann aber sehr vehement, propagiert.
Insofern kann man also RTL Radio als den Nachfolger von "Bürgerradio" sehen!

von Peter Schwarz - am 12.04.2012 22:09
@JoRitz: Radio Wachenburg gab es nur über die 100,7 (später 107,7) aus Weinheim. Die 106,1 vom Königstuhl kam erst im Dezember 1992 und damit pünktlich zum Start vom Oldie-Sender Rhein-Neckar dazu.

@Peter Schwarz: RTL Radio - Der Oldie-Sender stellte den Lokalstationen ein No-Name Mantelprogramm zur Verfügung, in das diese sich zu bestimmten Zeiten einblenden konnten. Die Moderatoren im Mantelprogramm sprachen nur von "ihrem Oldie-Sender", der Name RTL wurde nie erwähnt. Die Jingles von RTL-Radio - Der Oldie-Sender wurden bei den Lokalsendern automatisch ausgeblendet und durch eigene Jingles ersetzt, z.B. "Oldies auf 106,1 und 107,7 - der Oldiesender Rhein-Neckar".
Für die Hörer war somit nicht erkennbar, ob sie gerade das Mantel- oder das Lokalprogramm hören.

von MainMan - am 12.04.2012 22:56
Früher kam SWR2 über die 90,1 MHz. Diese ging im Zuge eines SWR'schen Frequenztauschs an SWR4, SWR2 erhielt im Gegenzug die 87,9 MHz. Die ging aber wohl nicht im gesamten Sendegebiet, und da gab es wohl einige Proteste. So klagte sich der SWR die 105,7 MHz ein, die ursprünglich tatsächlich für den Privatfunk vorgesehen war und an RTL zugeteilt wurde. Ebenso eingeklagt wurden die 105,5 MHz in Bad Mergentheim (geplant für Hit-Radio Antenne 1), die 107,5 in Buchen (geplant für Radio Regenbogen) und die 91,5 in Mannheim (geplant für SSL).

von RheinMain701 - am 29.05.2013 17:36
SWR2 kam bestimmt niemals über die Frequenz 90.1MHz. :bruell: Auch S2 Kultur kam niemals über diese Frequenz! Allerdings wurde bis einschliesslich 31.12.1990 über diese Frequenz das Programm SDR2 abgestrahlt.
Am 1.1.1991 starteten SWF und SDR eine engere Kooperation (vorher gab es schon das gemeinsame dritte Fernsehprogramm "Südwest3" (auch als "S3" bekannt) zusammen mit dem Saarländischen Rundfunk sowie gemeinsame Sendungen von SDR2 und SWF2, die beiden Kulturwellen waren tagsüber einige Stunden zusammengeschaltet).
An diesem Tag wurde das Programm "S4 Baden Württemberg" gestartet. Voraussetzung für den Start dieses Programmes war eine starke Frequenz für den Raum Stuttgart/Mittlerer Neckar. Der SDR konnte für S4 die Frequenzen einbringen, die er bereits in den 80er für seine Regionalprogramme ("SDR4") gesammelt hatte, der SWF hatte nur einige wenige Frequenzen, die er für Gastarbeitersendungen nutzte sowie die neuen Frequenzen Freiburg 100.7 und Feldberg 104.0. Deshalb wurde S4 anfangs auch noch über die MW-Sender Rohrdorf, Freiburg und Baden-Baden ausgestrahlt. Um wenigstens den Raum Reutlingen/Tübingen mitzuversorgen, war eine stärkere Frequenz in Stuttgart vonnöten, als die 1kW-Frequenz 87.9, die vorher von Radio Stuttgart genutzt wurde.
Auf 90.1 (und auf 87.6 Mötzingen) startete dann das Regionalprogramm "Württemberg Radio", das abwechselnd aus Stuttgart und dem SWF-Landesstudio Tübingen gesendet wurde.
Ebenfalls am 1.1. 1991 startete auch S2 Kultur als Nachfolgeprogramm der beiden Kulturwellen. (Ich kann mich noch an die Empörung der Hochkulturfraktion erinnern, weil Sendungen und Nachrichten nun mit einem Jingle gestartet wurden, der eine Sequenz aus einem Musikstück, ich glaube von Carl Orff, enthielt). S2 Kultur wurde in Stuttgart dann auf die Frequenz 87.9 geschoben. Ebenfalls fiel die Frequenz in Mühlacker (89.5) weg, hier gab es eine Verschiebung: 97.0 Langenbrand wurde für S4 Badenradio benötigt, das zuvor nur morgens drei Stunden über Privatfunkfrequenzen ausgestrahlt wurde (Mühlacker 100.7, Karlsruhe 104.8, Bruchsal 106.5). SDR3 wechselte damit in Mühlacker auf 89.5 und S2 ging leer aus. Erst später wurde da die Frequenz Pforzheim-Arlinger 99.5 (heute 88.1) nachkoordiniert sowie eine Funzel in Vaihingen/Enz (erst 104.7, viel später 98.6). Die genauen Zeitdaten weiss ich nicht mehr, da ich das alles aus der puren Erinnerung schreibe. Vielleicht kann Manager das nachschlagen, bei ihm hat niemand die alten Südfunk-Hefte entsorgt. ;)

Die Frequenz 105.7 war dann für die zweite Lizenzierungsperiode am Standort Stuttgart-Frauenkopf, ich meine auch mit 80kW (es können aber auch 75 oder gar 100 gewesen sein) für Privatfunk geplant. Um diese reichweitenstarke Frequenz balgten sich natürlich viele Antragsteller, RTL war sicher der Aussichtsreichste, der die Frequenz auch bekommen hätte. RTL machte den Kardinalfehler, sich ausschliesslich um diese eine Frequenz zu bewerben und gab seine vorherigen Frequenzen kampflos auf (Mühlacker, Geislingen, Reutlingen etc.). So rechnete man sich wohl die besten Chancen aus, auch die starke Frequenz zu bekommen. Doch nun trat der SDR auf den Plan, der in den 80er gerne die 101.3 nebst vielen anderen starken Frequenzen gehabt hätte, die dem Privatfunk zugeteilt wurde. Man klagte die Frequenz unter einer grossangelegten Kampagne (Kultur statt Kommerz auf Megahertz) ein und bekam vom Oberverwaltungsgericht in Mannheim dann auch noch recht. So konnte der SDR 1994 S2 Kultur auf die 105.7 aufschalten und die Versorgungslücken wieder schliessen.
Die 87.9 übrigens wanderte zunächst nach Mühlacker für S4 Badenradio, womit die 97.0 zum Wattkopf bei Ettlingen verlagert werden konnte, um Karlsruhe und den Rheingraben besser zu versorgen. Für Pforzheim gab es dann noch eine 87.6.
Später wurde dann für Mühlacker die 95.7 (2 statt 1kW) nachkoordiniert, womit die 87.9 wieder zu ihrem geliebten Fernsehturm (der damals noch ein solcher war) zurückkehren durfte, fortan für DR Berlin (später DR Kultur).
Was die Frequenzen Buchen-Walldürn, Mannheim bzw. Heidelberg und Bad Mergentheim angeht, hat RheinMain701 recht, auch diese holte sich der SDR per Gerichtsbeschluss, was in der Heusteigstraße bei der LfK für viel Unverständnis sorgte. Dort empfand man das vierte Programm von SDR und SWF, ich zitiere einen damaligen Mitarbeiter, der denselben Namen trug wie der heutige Ministerpräsident, als "so oonaidig wie an Kropf" (so unnötig wie ein Kropf).

Ach ja, was passierte mit RTL? Die zogen sich beleidigt aus Baden-Württemberg zurück und fuhren ihren Oldiesender ("deutschlandweit im Kabel") fortan wieder aus dem schönen Luxemburg!

von Peter Schwarz - am 29.05.2013 18:03
Zitat
Kay B
Es dürfte sich für Baden-Württemberg echt mal lohnen, eine Liste aller Frequenzen zu erstellen und wann die jeweils durch welchen Anbieter genutzt wurden.

Alleine schon dieses Ringgetausche, daß FR1 damals mit dem SWR in Südbaden gemacht hatte, erscheint schon kompliziert. Was da aber im Rest des Landes so abging, müßte echt mal schriftlich dokumentiert werden.


Das wäre in der Tat mal interessant. Welches Programm gab es wann und wo...

von DigiAndi - am 29.05.2013 18:21
Au ja, gute Idee. :cheers:


zu Mötzingen:
Hab mal schnell im Archiv nachgesehen. Du hast natürlich recht. Die 87,6 gab es schon vor dem Start der SDR-/SWF-Kooperation. Dabei hätte ich gestern wetten können, dass die erst später kam...
Man sieht, dass es Zeit wird dies alles zu dokumentieren. ;)

Wittsmoorliste vom 01.01.91 (also Stand Ende '90) listet in Mötzingen auch die 97,2.
87,6 / 1 kW SDR 1
97,2 / 1 kW SDR 3

von Manager. - am 30.05.2013 09:02
@Peter: Ich bin in jedem Fall SEHR gerne dabei..... Aktuell versuche ich für "uns" ausnahmsweise eine Führung an einem Samstag innerhalb SWR 4 Studio Heilbronn zu bekommen. Es würde sich auch der ehemalige Frankenradio Heilbronn Leiter Lutz Wagner anschließen. Er kann ganz sicher ebenfalls eine Menge an Infos und Erinnerungen beitragen. Und ich such solang schonmal meine ganzen LfK-Unterlagen mit den jeweiligen Genehmigungen, Frequenzen..... heraus ;-)

Innerhalb FMK habe ich hier mal ein paar Erinnerungen zum Start der Privaten im Ländle zusammengetragen........ http://fmkompakt.de/cms/website.php?id=/de/index/privatradiostart/baden_wuumlrttemberg.htm

von Thomas Kircher - am 30.05.2013 11:43
Irgendwie kommt dieses Thema mit schöner Regelmäßigkeit hoch, aber jetzt machen wir mal einen Knopf dran, oder? Bin da sehr gerne dabei und hab' mich heimlich auch schon mit der Koordinationszentrale Heilbronn ausgetauscht... :cheers:

Der Herr Schwarz kann auch kaum noch an sich halten
Zitat

im Barfüßer oder so...einschliessen neben dem Braukessel.

Ja, aber erst nach der "Arbeit" - sonst kommt da nix 'bei raus.

Und vielleicht kann auch jemand noch kurz nach Liesing fahren - da gibt's bestimmt noch Unmengen an ungesichtetem Material... :joke:

von EmmWeh - am 30.05.2013 21:15
Ich bekomme im Lauf der kommenden Woche die Info ob/wann der SWR Studio HN uns an einem Samstag Mittag reinlässt. Angepeilt ist als Termin ein Samstag nach den Sommerferien. Ich freu mich in jedem Fall schon riesig aufs Wiedersehen, Fachsimpeln, Erinnerungen austauschen und gutes Bier. Bei letzterem müssen wir im Barfüßer natürlich aufpassen. Nicht, dass sich zu schnell unser Zeitfenster schließt und wir statt Frequenzen und Radionostalgie nur noch PROST verstehen, hehehehe :drink:

von Thomas Kircher - am 30.05.2013 22:27
Zitat
Peter Schwarz
SWR2 kam bestimmt niemals über die Frequenz 90.1MHz. :bruell: Auch S2 Kultur kam niemals über diese Frequenz! Allerdings wurde bis einschliesslich 31.12.1990 über diese Frequenz das Programm SDR2 abgestrahlt.
Am 1.1.1991 starteten SWF und SDR eine engere Kooperation (vorher gab es schon das gemeinsame dritte Fernsehprogramm "Südwest3" (auch als "S3" bekannt) zusammen mit dem Saarländischen Rundfunk sowie gemeinsame Sendungen von SDR2 und SWF2, die beiden Kulturwellen waren tagsüber einige Stunden zusammengeschaltet).
An diesem Tag wurde das Programm "S4 Baden Württemberg" gestartet. Voraussetzung für den Start dieses Programmes war eine starke Frequenz für den Raum Stuttgart/Mittlerer Neckar. Der SDR konnte für S4 die Frequenzen einbringen, die er bereits in den 80er für seine Regionalprogramme ("SDR4") gesammelt hatte, der SWF hatte nur einige wenige Frequenzen, die er für Gastarbeitersendungen nutzte sowie die neuen Frequenzen Freiburg 100.7 und Feldberg 104.0. Deshalb wurde S4 anfangs auch noch über die MW-Sender Rohrdorf, Freiburg und Baden-Baden ausgestrahlt. Um wenigstens den Raum Reutlingen/Tübingen mitzuversorgen, war eine stärkere Frequenz in Stuttgart vonnöten, als die 1kW-Frequenz 87.9, die vorher von Radio Stuttgart genutzt wurde.
Auf 90.1 (und auf 87.6 Mötzingen) startete dann das Regionalprogramm "Württemberg Radio", das abwechselnd aus Stuttgart und dem SWF-Landesstudio Tübingen gesendet wurde.
Ebenfalls am 1.1. 1991 startete auch S2 Kultur als Nachfolgeprogramm der beiden Kulturwellen. (Ich kann mich noch an die Empörung der Hochkulturfraktion erinnern, weil Sendungen und Nachrichten nun mit einem Jingle gestartet wurden, der eine Sequenz aus einem Musikstück, ich glaube von Carl Orff, enthielt). S2 Kultur wurde in Stuttgart dann auf die Frequenz 87.9 geschoben. Ebenfalls fiel die Frequenz in Mühlacker (89.5) weg, hier gab es eine Verschiebung: 97.0 Langenbrand wurde für S4 Badenradio benötigt, das zuvor nur morgens drei Stunden über Privatfunkfrequenzen ausgestrahlt wurde (Mühlacker 100.7, Karlsruhe 104.8, Bruchsal 106.5). SDR3 wechselte damit in Mühlacker auf 89.5 und S2 ging leer aus. Erst später wurde da die Frequenz Pforzheim-Arlinger 99.5 (heute 88.1) nachkoordiniert sowie eine Funzel in Vaihingen/Enz (erst 104.7, viel später 98.6). Die genauen Zeitdaten weiss ich nicht mehr, da ich das alles aus der puren Erinnerung schreibe. Vielleicht kann Manager das nachschlagen, bei ihm hat niemand die alten Südfunk-Hefte entsorgt. ;)

Die Frequenz 105.7 war dann für die zweite Lizenzierungsperiode am Standort Stuttgart-Frauenkopf, ich meine auch mit 80kW (es können aber auch 75 oder gar 100 gewesen sein) für Privatfunk geplant. Um diese reichweitenstarke Frequenz balgten sich natürlich viele Antragsteller, RTL war sicher der Aussichtsreichste, der die Frequenz auch bekommen hätte. RTL machte den Kardinalfehler, sich ausschliesslich um diese eine Frequenz zu bewerben und gab seine vorherigen Frequenzen kampflos auf (Mühlacker, Geislingen, Reutlingen etc.). So rechnete man sich wohl die besten Chancen aus, auch die starke Frequenz zu bekommen. Doch nun trat der SDR auf den Plan, der in den 80er gerne die 101.3 nebst vielen anderen starken Frequenzen gehabt hätte, die dem Privatfunk zugeteilt wurde. Man klagte die Frequenz unter einer grossangelegten Kampagne (Kultur statt Kommerz auf Megahertz) ein und bekam vom Oberverwaltungsgericht in Mannheim dann auch noch recht. So konnte der SDR 1994 S2 Kultur auf die 105.7 aufschalten und die Versorgungslücken wieder schliessen.
Die 87.9 übrigens wanderte zunächst nach Mühlacker für S4 Badenradio, womit die 97.0 zum Wattkopf bei Ettlingen verlagert werden konnte, um Karlsruhe und den Rheingraben besser zu versorgen. Für Pforzheim gab es dann noch eine 87.6.
Später wurde dann für Mühlacker die 95.7 (2 statt 1kW) nachkoordiniert, womit die 87.9 wieder zu ihrem geliebten Fernsehturm (der damals noch ein solcher war) zurückkehren durfte, fortan für DR Berlin (später DR Kultur).
Was die Frequenzen Buchen-Walldürn, Mannheim bzw. Heidelberg und Bad Mergentheim angeht, hat RheinMain701 recht, auch diese holte sich der SDR per Gerichtsbeschluss, was in der Heusteigstraße bei der LfK für viel Unverständnis sorgte. Dort empfand man das vierte Programm von SDR und SWF, ich zitiere einen damaligen Mitarbeiter, der denselben Namen trug wie der heutige Ministerpräsident, als "so oonaidig wie an Kropf" (so unnötig wie ein Kropf).

Ach ja, was passierte mit RTL? Die zogen sich beleidigt aus Baden-Württemberg zurück und fuhren ihren Oldiesender ("deutschlandweit im Kabel") fortan wieder aus dem schönen Luxemburg!


Ergänzend kann ich noch beitragen,das der SWF damals gerne die 106,3 von der Hornisgrinde für S4 BW gehabt hätte (damit wären einige Versorgungsprobleme gelöst gewesen).Im Südwest-Text war es bei der Frequenzübersicht für S4 BW schon so zu lesen.Aber die ging bekanntlich an den DLF.Später gab es ja dann noch die 94,0 von der HGR fürs vierte Hörfunkprogramm (wenn auch mit deutlich weniger Leistung).

von UM74 - am 02.06.2013 22:13
Die hätten zunächst schon gerne die 100.4 gehabt (nebst den anderen starken Privatfunk-Frequenzen). Der SWF tat sich da sehr schwer mit dem Aufbau der vierten Kette. Das klappte erst ab 1994. Raichberg 107.3 war ein wichtiger Schritt. Witthoh 89.0 (eine Umkoordinierung von Mötzingen(!!) der nächste. Immerhin 100.7 Freiburg und 104.0 Feldberg konnte man damals dem Privatfunk abluchsen, der seither dort Versorgungslücken aufweist.

von Peter Schwarz - am 03.06.2013 12:16
Zitat
Peter Schwarz
Mötzingen aber auch. Für Radio BB. :-)


OK, das war mir nicht bewusst. Der Witthoh reicht halt doch relativ weit.

Friedrichshafen ist klar. War dort die 89,1 überhaupt jemals in Betrieb oder ging man mit dem Seefunk gleich auf die 99,3? Ich hatte das damals zu wenig verfolgt, weil ich mangels trennscharfer Empfänger die 89,1 dank des starken Wannenberg eh' nicht hätte hören können.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 03.06.2013 19:37
@ Peter Schwarz

Zitat

Immerhin 100.7 Freiburg und 104.0 Feldberg konnte man damals dem Privatfunk abluchsen, der seither dort Versorgungslücken aufweist.


Wie und wann waren diese Umzugsaktionen von FR1 eigentlich?

Gab FR1 die 100,7 und die 104,0 nicht im Zuge der Aufschaltung der 106,0 auf dem Blauen ab?

Mit dem Blauen erreichen sie ja das Oberrheintal gut. In Freiburg gehen die Blauen-Frequenzen da eher mäßig, sodaß das RDS bei der Regentonne da gerne auf die Hornisgrinde umschaltet.

Für das Stadtgebiet hat FR1 ja die 94,7 aus Lehen bekommen. Und für Freiburgs Osten, der schon in den Schwarzwald reinragt, hat man noch die 107,7 vom TV-Umsetzer in Kappel bekommen. Und dann halt noch die 106,6 in Titisee-Neustadt.

Welche Funzeln würden denn entfallen und wo wäre FR1 bzw. baden.fm jetzt besser zu empfangen, wenn es bei der alten Konstellation 100,7 und 104,0 geblieben wäre?

von Kay B - am 04.06.2013 05:42
Zitat
dxbruelhart
In Friedrichshafen gab es doch zwei Frequenzwechsel; die 101,3 war zunächst (auch) in Betrieb bis 1995, da war auch Seefunk-Radio drauf.


In Friedrichshafen lief auf 101,3 anfangs das Lokalprogramm "Radio 7 Friedrichshafen", das Montag bis Freitag von 12 bis 14 Uhr aus Leutkirch gesendet wurde. Radio 7 hatte die Frequenz damals im Hinblick auf die neue Lizenzphase kurzfristig in Betrieb genommen, nachdem sie vorher mehrere Jahre nicht betrieben wurde.

von Der Joe - am 04.06.2013 12:36
Zitat
Manager.
Zitat
DigiAndi
Hieß das Programm wirklich nur "Der Oldiesender"?

Ja. "Der Oldie-Sender",


Zitat
DigAndi
Von wann bis wann existierte es in der Form?

Von '92 (Sendeende Radio Wachenburg) bis '94 (Ende der 1. Lizensierungsperiode).


Gerade auf dem Scanner...



von DigiAndi - am 22.09.2013 19:11
Ein denkwürdiger Tag, heute vor 30 Jahren habe ich erstmals (extra früher den Wecker gestellt) auf 100,9 und 103,4 das reguläre Programm verfolgt, nachdem die Tage/Wochen zuvor Testübertragungen kamen.

Ich nehme an, Antenne1 wird kein Wort im Tagesprogramm über das 30jährige von RT4 verlieren...


09.11.87 Radio RT4 Reutlingen
=> Raichberg 103,4
09.11.87 Radio Achalm, Radio Schwabenland, Radio Uhland 2
=> Tübingen 100,9

von RainerZ - am 09.11.2017 11:25
RT4 schaffte es seinerzeit auf der 103,4 bis in den Raum Steyr, Oberösterreich. Und zwar 24/7 in Stereo. Damals hatten die RT4-Leute in einer Sendung aufgefordert, man möge sie anrufen, wo man sie überall hören kann. Hab ich natürlich gemacht. Die waren extrem über die Reichweite erstaunt und hatten eigentlich gar keine Ahnung, wo jetzt eigentlich Oberösterreich, geschweige denn Linz oder gar Steyr ist.
Das Ende kam dann, als die 103,5 für Antenne Bayern aufgeschaltet wurde.

von delfi - am 09.11.2017 16:45
Ja, war und ist immer noch der Raichberg, nur mittlerweile 50 kW.
Habe aber im Nahgebiet nie groß einen Unterschied bzw. den Termin der Erhöhung von 25 kW auf 40 oder 50 kW bemerkt...

Kann mich auch nicht erinnern irgendwie größere Unterschiede bzgl. der Reichweite der SWF/SWR 88,3/91,8/94,3/107,3 und der 103,4 bemerkt zu haben. Im Randbereich spielt es eher eine Rolle ob die Frequenz belegt oder von Nachbarsendern in 100 kHz Abstand bedrängt wird...

von RainerZ - am 11.11.2017 13:21
In Königstein und Bad Homburg konnten wir die Geburtsstunden in Baden Würtemberg sehr schön mitverfolgen. Teilweise sogar im Autoradio. Ich kann mich noch an folgende Frequenzen erinnern, welche später dann zugefunzelt wurden:

103,4 RT4
100,1 Radio Regional
102,8 Regentonne
107,7 Wachenburg
100,4 Ladies First
100,7 Merkur
102,1 Radio7 ?

Aufgrund der Geographie war das schon ein sehr üppiges Angebot aus Bawü :hot:
Eine echt spannende Zeit damals !

von Frankfurt - am 11.11.2017 13:45
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