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Brocken zu Ostzeiten

Startbeitrag von tomfritz am 26.12.2005 10:50

[Beitrag auf Wunsch des Users entfernt.]

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
tomfritz
Naja Wikipedia :confused: Wenn alles schon damals über eine Antenne gekommen ist, hätte man ja wohl sicher keine zweite benötigt, oder?

____________________________________________________________________
Die technischen Aspekte am Radio sind wesentlich spannender als deren Inhalte !



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.12.05 12:10 durch tomfritz.


Zitat Wikipedia:

Zitat

Auch zu DDR-Zeiten war der Brocken - trotz seiner Lage im Grenzsperrgebiet - Standort von Fernseh- und Rundfunksendern. Da der alte Fernsehturm den wachsenden funktechnischen Anforderungen nicht mehr genügte, wurde 1973 ein neuer 123 Meter hoher Sendeturm errichtet. Dieser Turm ist ein auf drei Beinen, in denen sich auch Kabelschächte und Zugangsmöglichkeiten befinden, stehender Stahlrohrturm, der knapp oberhalb seiner Dreifußkonstruktion drei Richtfunkplattformen trägt.

Neuer Sendemast

Er ist im Unterschied zum alten Fernsehturm für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre wurde die Sendeantenne auf dem alten Fernsehturm auf dem Brocken abgebaut und der gesamte Sendebetrieb dem neuen Turm übertragen. Stattdessen wurde auf dem alten Fernsehturm ein Radom aufgesetzt, in dem sich eine Radaranlage der Deutschen Flugsicherung befinden soll. Eigentümer der Sendeanlagen auf den Brocken ist die Deutsche Telekom.


von essemm - am 26.12.2005 11:13
Hier ein längerer Beitrag dazu ( Quelle: http://www.db0hex.de )

Die Entwicklung zur Funkstelle der Telekom

Mit dem Beginn des Fernsehzeitalters in Deutschland (im Sommer 1934 ging der Fernsehsender in Berlin-Witzleben in Betrieb) besann sich das Reichspostministerium auf die günstigen Ausbreitungsbedingungen, die sich vom Brocken ergaben. Im September 1934 wurden vom Reichspostzentralamt Versuche angestellt, die Fernsehsendungen von Berlin-Witzleben auf dem Brocken zu empfangen. Die Empfangsversuche über die 200km Luftlinie verliefen erfolgreich, mit dem Ergebnis, daß bei weiteren Verbesserung der Technik die Ballempfangsversorgung eines Fernsehsenders auf dem Brocken vom Sender in Berlin möglich wäre. Im Herbst 1935 rollten Lastzüge zum Brocken mit einem transportablen Fernsehsender, der von hier einen Versuchsbetrieb aufnahm. In ausgewählten umliegenden Ortschaften waren in Rathäusern Fernsehempfänger aufgestellt, wo man die abgestrahlte Sendung verfolgen konnte. Hier ein Zitat aus der Zeitschrift "Rundfunk Grosshändler" Nr. 10 von 1936:

"Die von der Deutschen Reichspost seit dem Jahre 1935 auf dem Brocken durchgeführten Versuche haben seine Eignung als Standort eines Ultra-Kurzwellensenders für Fernsehzwecke erwiesen und dazu geführt, daß jetzt auf seinem Gipfel ein Fernsehsender für Bild und Ton errichtet wird. Bekanntlich müssen Fernsehsender zur Erzielung günstiger Reichweiten auf möglichst "hoher Warte" stehen, da die zur Übertragung der Bilder benutzten ultrakurzen Wellen im allgemeinen nur bis zur optischen Sichtgrenze reichen."

Mit dem Bau eines Fernsehturmes, dem späteren Wahrzeichen des Brockens, und eines Maschinenhauses 1936/37 begann die kommerzielle Nutzung des Standortes für den Senderbetrieb. Im Jahre 1938 wurde durch die Firma Telefunken für 500.000 RM in der jetzigen 7. Turmetage ein Fernseh-UKW-Sender aufgebaut, der über eine Reusenantenne Betrieb machte. Diese Antenne befand sich in einem Holzaufbau, der die oberen 5 Etagen des Turmes bildete.

Ab 1939 mußten alle zivilen Maßnahmen eingestellt werden; es begann die militärische Nutzung bis zum Ende des Krieges. Während des 2. Weltkrieges nutzte das Reichsluftfahrtministerium den Fernsehturm ausschließlich militärisch. Hier waren bis zu 40 Sender in Betrieb, wie Hyperbelstörsender, Jägersprechsender, Relaisstationen für Funknetze usw. Am 15. April 1945 mußte jeglicher Funkverkehr auf dem Brocken eingestellt werden. Das Brockenhotel war zum Kriegsende durch Bombardierung und Artilleriebeschuß völlig zerstört.

Am 27. April 1947 zogen die amerikanischen Besatzungstruppen ab, die Aufräumungsarbeiten und die zivile Nutzung konnte wieder beginnen. Da die Bauhüllen des Dieselhauses und des Turmes noch gut waren, begann hierin der Aufbau einer neuen gastronomischen Einrichtung. Im Turm entstand ein Touristenhotel mit Aussichtskaffee und Aussichtsplattform, aus dem Dieselhaus entstand der bekannte Touristensaal. 1950 konnte alles wieder zur touristischen Nutzung übergeben werden.

Im Mai 1951 nahm die Deutsche Post auf dem Brocken den ersten UKW-Sender in Betrieb, der mit einer Leistung von 250 Watt auf der Frequenz 94,5 MHz über eine Kreuzdipolantenne sein Programm abstrahlte. Das reguläre Fernsehen der DDR in Berlin begann am 22. Dezember 1952 zu senden, der erste Fernsehsender der Nachkriegszeit auf dem Brocken konnte jedoch erst am 1. Juli 1955 seinen Betrieb aufnehmen. Dieser arbeitete nach der OIRT-Norm auf Kanal 4 (169,25 und 175,75 MHz) über eine Schmetterlingsantenne.

Am 6. Oktober 1959 wurde eine neue Fernsehsendeanlage der Firma Siemens in Betrieb genommen. Auf dem 40 mtr. hohen Turm war ein 50 mtr. Stahlrohrmast mit neuen Antennen aufgebaut worden. Dieses Bauwerk hat über viele Jahrzehnte die Brockenansicht geprägt.

Am 1. November 1967 ging der erste Fernsehsender im Band IV, ein Sender der Firma Thomson, auf Kanal 34 in Betrieb. Wegen der Embargofestlegungen erfolgte der Import über die Sowjetunion auf dem Seewege. Ergebnis: wir hatten einen französischen Sender mit vorwiegend englischen Bauelementen, russischer Beschriftung und französischer Beschreibung. In den nachfolgenden Jahren baute die Deutsche Post den Fernsehturm zu einer der bedeutendsten Funkstellen auf dem Gebiet der DDR aus. Mit zwei TV-Programmen und fünf UKW-Programmen erfolgte rundum die Versorgung. Im Jahre 1976 ging der neue Antennenträger mit vorerst nur der Band-IV-Antenne in Betrieb. Dieses inzwischen einzige Sendeantennentragwerk hat eine Höhe von 123mtr.

Im Dezember 1995 konnte ein Neubau unmittelbar am Antennenträger übergeben werden. In diesem Neubau nahmen sowohl alte "umgezogene" als auch neue Sender 1996 ihren Betrieb auf. Zum Jahresende 1996 waren alle Anlagen der Deutschen Telekom AG im Neubau, eine Sanierung des Altbaues für touristische Nutzung kann nun erfolgen. Derzeit werden von der Telekom auf dem Brocken drei TV-Programme mit volltransistorisierten Sendern der Fa. Rhode&Schwarz und sechs Rundfunkprogramme mit transistorisierten Sendern + Röhrenendstufe der gleichen Firma betrieben. Ein weiterer Ausbau ist mit der Inbetriebnahme des Neubaues nun möglich. Im Jahr 1999 kam ein erster digitaler Sender der Fa. Plisch dazu, der seit dem auf dem Kanal 12 im VHF-Band das DAB-Ensemble (DigitalAudioBroadcasting/digitaler Rundfunk) für Sachsen-Anhalt überträgt.

Seit dem Jahr 2000 ist der Umbau des alten Sendeturmes zur touristischen Bewirtschaftung abgeschlossen und von der DT Immobilien an die Brockenwirt & Sohn GmbH verpachtet. Somit hat seit der Grenzschließung wieder ein Brockenwirt mit einem Hotel auf dem Brocken die Möglichkeit, Übernachtungen und ansprechende Gastronomie anzubieten. Die 8. Turmetage ist als Aussichtsplattform umgebaut worden. In der 7. Etage, wo früher die UKW-Sender standen, ist ein Turmcafé entstanden, welches an vielen Tagen des Jahres eine gute Aussicht gewährt. In der 5. Etage befindet sich die Technik für die auf dem Turmdach unter einer Kuppel befindlichen Radaranlage des Bundesamtes für Flugsicherung. Von der 4. bis zur 1. Etage erstrecken sich die Hotelzimmer und die Rezeption des Hotels. Im Erdgeschoss ist der Andenkenladen "Urian" und der Zugang zum Turm und zum Touristensaal, in dem heute mehrere hundert Besucher in einer Selbstbedienungsgaststätte bewirtet werden können.

Der besondere Vorteil der geographischen Lage des Brockens liegt in dem großen Versorgungsradius mit Rundfunkprogrammen im UKW-Bereich. Mit unseren 10-kW-Sendern versorgen wir die Mobilisten (Autofahrer) in Stereoqualität in den Regionen Schwerin, Berlin-Brandenburg, Dresden, Erzgebirge, Thüringer Wald, Rhön, Ruhrgebiet und Bremen. Dieses ist ungefähr der Versorgungskreis für eine ausreichende Feldstärke beim Empfang im Auto. Mit größerem Antennenaufwand und stationären Empfangsanlagen ist der Empfang der Brockensender im UKW-Bereich über die deutschen Grenzen hinaus möglich.

von RN - am 26.12.2005 13:16
Ich wusste gar nicht, dass die DDR eine OIRT-Phase hatte.

Was ist das für ein ominöser OIRT-Kanal 4? Wie sah denn das Kanalraster damals aus? Heute liegt R4 ja auf 85,25/91,75.

Und wann wechselte man in der DDR von OIRT auf CCIR? Gab es auch Radiosender im 66-74-MHz-Bereich?

von peeraxel - am 27.12.2005 11:55
@tomfritz
Kurz gesagt, die UKW Programme und das 1. DDR Fernsehprogramm K6 kamen vom "alten Sendeturm". Nach Fertigstellung des neuen Sendeturms 1976 kam von dort ausschließlich das 2. DDR Fernsehprogramm K34. Nach der Wende wurde der neue Sendeturm mit neuen Antennen versehen und heute kommen alle UKW/FS Programme von dort.

@peeraxel
Das mit den Frequenzangaben zu K4 OIRT Norm kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht ist auch ein Fehler im Text. Ob der Frequenzbereich 66-74 MHz in der DDR für
Radio genutzt wurde, weiss ich nicht. Ich vermute aber nicht.

Passend dazu habe ich noch eine gespeicherte Internetseite auf meinem Rechner gefunden.
Die URL kann ich nicht mehr herausfinden, offensichtlich wurde die Seite vom Netz genommen. Es scheint aber sich um denselben Autor wie in meinem vorherigen Beitrag zu handeln.


Chronologische Entwicklung der Sendestelle Brocken


20.12.1951
Nach Versuchen, die im Oktober 1950 begannen, strahlte der erste Fernsehsender der DDR mit 250 W vom Stadthaus in Berlin- Alexanderplatz ( 99,9 und 106,4 MHz in OIRT Norm )
01.05.1951
Inbetriebnahme des ersten UKW - Senders der Nachkriegszeit auf dem Brocken. Mit einer Leistung von 250 Watt und der Frequenz 94,5 MHz auf eine Kreuzdipolantenne.
08.12.1953
Leistungerhöhung auf 1 kW und den Betrieb auf eine Schlitzrohrantenne auf dem Turm. Der Kreuzdipol kam vom Turm auf das Plateau und diente als Reserveantenne.
01.07.1955
Inbetriebnahme des ersten Fernsehsenders im Regelbetrieb in der 7. Turmetage. Bildsenderleistung 3 kW nach OIRT - Norm auf Kanal 4 ( 169,25 und 175,75 MHz ) auf eine Schmetterlingsantenne auf dem Plateau. Reichweite ca. 100 km.
14.02.1956
Leistungserhöhung auf 10 kW Bildleistung.
06.07.1957
Umstellung der Fernsehnorm von OIRT auf CCIR.
06.10.1959
Inbetriebnahme einer 10/2 kW Fernsehsenderanlage ( 6. Etage ) der Firma Siemens. Neuer Antennenträger - 50 Meter Rohrmast mit Band II und Band III Antenne auf dem Turm. Das neue Wahrzeichen, mit einigen Jahrzehnten Bestand, ist fertig.
1960
Im Frühjahr, anläßlich eines Besuches Chrustschows in Paris wurde eine mobile Richtfunkstrecke Typ TM 110 ( Thomson-CSF ) zwischen Torfhaus und Brocken in Betrieb genommen. Dieses sollte über viele Jahre die einzige Verbindung zwischen Eurovision und Intervision bleiben.
06.07.1961
Inbetriebnahme zwei neuer 10 kW - UKW Sender vom Funkwerk Köpenick in der 7. Turmetage mit Deutschlandsender 97,4 MHz und DDRI 88,95 MHz (später 89,0 MHz).
28.03.1963
Inbetriebnahme zwei weiterer 10 kW - UKW Sender mit Berliner Rundfunk 91,55 MHz (später 91,5MHz) und DDRII 94,6 MHz.
10.02.1966
Inbetriebnahme eines neuen Fernsehsenders 10/2 kW vom Funkwerk Köpenick in der 5. Turmetage. Siemenssender wurde Reservesender ( Valutaeinsparung ).
01.11.1967
Inbetriebnahme eines Fernsehsenders Band IV 10/2 kW der Firma Thomson CSF in der 5. Turmetage. Wegen Embargofestlegungen erfolgte der Import über die Sowjetunion auf dem Seewege. Ergebnis : wir hatten einen französischen Sender mit vorwiegend englischen Bauelementen, russischer Beschriftung und französischer Beschreibung.
07.10.1969
Beginn des Farbfernsehens auf dem Gebiet der DDR mit dem Übertragungssytem SECAM III opt. Die Standorte Berlin und Dresden begannen.
1972-1973
Nachrüstung und Umbau der UKW - Sender auf Stereobetrieb.
07.10.1973
Inbetriebnahme eines neuen Band IV Senders 20/2 kW vom Funkwerk Köpenick in der 4. Turmetage auf eine abgesetzte Antenne zu ebener Erde. Hiermit begann das Zeitalter des Farbfernsehens auf dem Brocken.
19.04.1974
Die TV Band III Anlage ist farbtüchtig umgerüstet, Farbfernsehen auf K 6.
1976
Stahlbaumäßige Fertigstellung des neuen Antennenträgers mit Band IV Antenne mit einer Höhe von 123,5 Meter. Ein weiteres Symbol in der Brockensilhouette.
01.04.1985
Inbetriebnahme eines vollautomatischen UKW Reservesenders in der 6. Etage Marke Eigenbau.
30.11.1987
Inbetriebnahme eines 1 kW UKW Senders Marke Eigenbau auf eine Selbstbauantenne mit dem Programm Jugendradio DT 64 auf 101,4 MHz.
01.12.1990
Umstellung aller TV - Sender von SECAM auf PAL.
30.10.1991
Inbetriebnahme eines Sendercontainers auf dem Innenhof für das Programm ZDF im Kanal 49 mit 10/1 kW.
April 1992
In der 6. Etage gehen zwei neue 1 kW UKW Sender ( VT ) von R&S in Betrieb auf eine Antenne, die an der Süd - Ost - Ecke in Höhe 4. Etage angebracht ist. Programme MDR-Kultur 107,8 MHZ und SAW 101,4 MHz.
13.01.1993
Eine 20/2 kW Doppelanlage R&S im Container übernimmt den Betrieb K 49.
28.01.1993
Eine neue UKW Antenne ( Kathrein) am Antennenträger geht in Betrieb.
11.02.1993
Der FWK Band IV Sender in der 4. Etage wird abgeschaltet, die umgestimmte Containeranlage vorm. K49 übernimmt den Betrieb im K 34 MDR.
20.05.1993
Eine neue Band II Antenne (Kathrein) am Antennenträger geht in Betrieb.Der Mast auf dem Turm wird im Oberteil abgebaut, im unteren Bereich wird mit einer Band IV Antenne der Betrieb vorübergehend durchgeführt.
24.09.1993 
Eine neue UHF Antenne (Kathrein) geht an der Spitze des Antennenträgers in Betrieb, der alte Turm ist frei von Antennen.
Okt. 1993
Der Rohrmast auf dem Turm, langjähriges Wahrzeichen, wird abgebaut.
01.11.1993
Eine 20/2 kW Doppelanlage im Container übernimmt den Betrieb MDR K 34.
01.12.1993
Eine neus 10/1 kW Doppelanlage R&S geht im alten Touristensaal in Betrieb. Sie übernimmt im K 6 das ARD Programm, der Turmauszug hat begonnen.
22.12.1993
Die ersten neuen 10 kW - UKW Sender nehmen im neuen Sendersaal (Touristensaal) den Betrieb auf. Radio Brocken 89,0 MHz und SAW 101,4 MHz.
08.09.1994
Die letzten Sender im Turm sind abgelöst.
26.06.1996
Der erste Sender (UKW-91,5) geht im neuen Betriebsgebäude in Betrieb. Die Freiräumung des alten Touristensaales hat begonnen.
14.11.1996
Ein neuer volltransistorisierter Bd.III TV - Sender geht in Betrieb 10/1 kW.
06.12.1996
Zwei neue volltransitorisierte Bd.IV TV - Sender gehen in Betrieb 20/2 kW.
31.12.1996
Der Touristensaal und der Turm sind von der Telekom beräumt.
01.04.1999
Die Telekom nimmt den ersten digitalen Rundfunksender in Betrieb auf Kanal 12 C, f = 227,36 MHz, P = 500 W





von RN - am 27.12.2005 23:59
01.11.1967
Inbetriebnahme eines Fernsehsenders Band IV 10/2 kW der Firma Thomson CSF in der 5. Turmetage. Wegen Embargofestlegungen erfolgte der Import über die Sowjetunion auf dem Seewege. Ergebnis : wir hatten einen französischen Sender mit vorwiegend englischen Bauelementen, russischer Beschriftung und französischer Beschreibung.

Was wurde denn da gesendet, da DDR 2 doch erst 1969 auf Sendung ging.
Und was wurde auf den UHF Sender Berlin DDR Anfang der 1960'er Jahre gesendet?

von Gümpel - am 22.07.2012 13:56
Zitat
Gümpel

Was wurde denn da gesendet, da DDR 2 doch erst 1969 auf Sendung ging.
Und was wurde auf den UHF Sender Berlin DDR Anfang der 1960'er Jahre gesendet?


Bis zur offiziellen Inbetriebnahme 1973 wurde ein Testbild (Schachbrettmuster) mit Meßton gesendet.
Ich kann mich noch gut daran erinnern das niemand von uns wußte was das für ein Sender war und wo er herkam.

von orionk53 - am 22.07.2012 14:32
In einem Zeitungsartikel über den Sender Bleßberg hieß es, daß der E33 dort bereits 1963 auf Sendung ging. Die zugewiesenen Kanäle im UHF-Bereich mußten angeblich trotz eines fehlenden zweiten Programmes in Betrieb genommen werden, da sie sonst entzogen worden wären.

Weiterhin hieß es in dem Zeitungsartikel, daß auf E33 bis zum Sendestart von DDR 2 das Programm von DDR 1 parallel übertragen wurde.

von Kay B - am 22.07.2012 16:08
Soweit ich mich aus Erzaehlungen erinnern kann musste man sich auch mit dem 2. Programm beeilen, da sonst die dafuer koordinierten Kanaele entzogen worden waeren. Die Ausstrahlung des 1. Programms auf den fuer das 2. Programm koordinierten Kanaele wurde naemlich geruegt, sie verstiess gegen die Koordinierungsauflagen.

von PowerAM - am 23.07.2012 04:53
Komischerweise hatte man das dann aber bei der Koordinierung der dritten Frequenzkette nicht so eng gesehen. Die lag nämlich bis zum Ende der DDR brach.

Erst mit der Wende wurde die dritte Frequenzkette teilweise für das ZDF genutzt.

Der E44 vom Bleßberg wurde als Ausweichkanal für den E12, den man für DAB freimachen mußte, hergenommen.

In Berlin ging der Kanal der ehemaligen dritten DDR-Frequenzkette, der E44 erst an VOX und kurz darauf an Pro Sieben.

Hingegen wurde der E48 vom Inselsberg nie genutzt. Es gab Anfang der 90er Jahre mal einen Zeitungsartikel (müßte im Freien Wort gewesen sein), in dem erwähnt wurde, Privatfernsehen in weiten Teilen Thüringens ausstrahlen zu wollen. Da hätte man dann wahrscheinlich den E48 vom Inselsberg dafür hergenommen.

von Kay B - am 23.07.2012 05:11
@ Robert S.

Zitat

Es war geplant TM3 auf dem E 48 auszustrahlen,an den Zeitungsartikel erinner ich mich noch sehr gut.
Man behauptete damals ganz Thüringen so versorgen zu können.
Das war aber auch nicht Anfang der 90'er sondern erst so nach 1995


Ah, danke für die Info, daß man da tm3 ausstrahlen wollte.

von Kay B - am 24.07.2012 15:36
geschrieben von: RN - 28. Dezember 2005 00:59:

"Der besondere Vorteil der geographischen Lage des Brockens liegt in dem großen Versorgungsradius mit Rundfunkprogrammen im UKW-Bereich. Mit unseren 10-kW-Sendern versorgen wir die Mobilisten (Autofahrer) in Stereoqualität in den Regionen Schwerin, Berlin-Brandenburg, Dresden, Erzgebirge, Thüringer Wald, Rhön, Ruhrgebiet und Bremen. Dieses ist ungefähr der Versorgungskreis für eine ausreichende Feldstärke beim Empfang im Auto. Mit größerem Antennenaufwand und stationären Empfangsanlagen ist der Empfang der Brockensender im UKW-Bereich über die deutschen Grenzen hinaus möglich."

Wir = Telecom alias M&B? Da wird aber ziemlich dick aufgetragen! Selbst wenn es keine Gleich- und Nachbarkanalstörer gäbe, kann von Mobilempfang in Stereoqualität im Ruhrgebiet und in Bremen wohl keine Rede sein. Dabei verstehe ich unter Mobilempfang nicht Empfang in einem stehenden Fahrzeug an einem exponierten Standort.

von hegi_ms - am 20.04.2013 10:28
Ohne Gleichkanalstörer (=89.0 RTL) und mobil mit gutem Equipment (Bremen MP74 mit Diversity an zwei Antennen und Sharx) kommt der Brocken bis ins östliche Sauerland, da aber schon größtenteils nicht mehr ungestört. Ab Hamm bis ins Ruhrgebiet ist zumindest mobil kein Empfang mehr gegeben. Stationär mit Yagi und/oder DX-Equipment versorgt der Brocken allerdings die größten Teile von NRW, gerade in der Eifel gibts dann doch den ein- oder anderen RDS-Empfang aus dem Harz (94,6 MDR S-AN zB).
Ortssender ist der Brocken bis zum Teutoburger Wald, danach ist für Normalhörer meist Schluß.

von Japhi - am 20.04.2013 10:37
Danke für das schöne Foto! Das ist ja echt eine sehr gute Qualität. Und auch ohne den bei DDR-Farbaufnahmen oft vorhandenen Gelbstich.

Ich rätsel immer noch über die beiden Antennenanlagen auf dem Mast.

Ist die TV-Sendeantenne oben oder unten?

Die Dipole der oberen Antenne und der unteren Antenne sind ja ungefähr gleich lang.

Oder sind das an der oberen Antennenanlage abgewinkelte Dipole? Dann wären diese Dipole doppelt so lang wie die Dipole der unteren Antennenanlage und damit wäre die obere Antennenanlage dann die UKW-Antennenanlage.

Das wäre dann aber etwas ungewöhnlich, weil man an solchen Grundnetzsendern meist die Antennen mit der höheren Wellenlänge unten angebracht hat.

von Kay B - am 01.05.2013 14:43
Zitat
hegi_ms
geschrieben von: RN - 28. Dezember 2005 00:59:

"Der besondere Vorteil der geographischen Lage des Brockens liegt in dem großen Versorgungsradius mit Rundfunkprogrammen im UKW-Bereich. Mit unseren 10-kW-Sendern versorgen wir die Mobilisten (Autofahrer) in Stereoqualität in den Regionen Schwerin, Berlin-Brandenburg, Dresden, Erzgebirge, Thüringer Wald, Rhön, Ruhrgebiet und Bremen. Dieses ist ungefähr der Versorgungskreis für eine ausreichende Feldstärke beim Empfang im Auto. Mit größerem Antennenaufwand und stationären Empfangsanlagen ist der Empfang der Brockensender im UKW-Bereich über die deutschen Grenzen hinaus möglich."

Wir = Telecom alias M&B? Da wird aber ziemlich dick aufgetragen! Selbst wenn es keine Gleich- und Nachbarkanalstörer gäbe, kann von Mobilempfang in Stereoqualität im Ruhrgebiet und in Bremen wohl keine Rede sein. Dabei verstehe ich unter Mobilempfang nicht Empfang in einem stehenden Fahrzeug an einem exponierten Standort.

Kann man wohl sagen, also mobiler und genießbarer Empfang ist da bei weitem nicht mehr möglich. Würde eher den Kreis um ca. 50-80km im Radius verkleinern, dann könnte es passen. Wie schonmal gesagt geht zwar auf der A1 von Osnabrück bis hinter Bremen in Richtung Hamburg der Brocken einigermaßen, aber nicht mehr beifahrertauglich und RDS kommt ja auch nicht immer.

Zitat

Ich weiß, ist OT, aber bis 1964 stand auf in Wolfen produzierten Filmen noch Agfa drauf. Habe von meiner Mutter selber noch Dias aus der Zeit.

Wirklich interessant. Hätten die nochmal 25 Jahre gewartet, hätte sich die Umwidmung ja fast schon wieder erledigt ;-)

von Jens1978 - am 03.05.2013 20:11
Zitat
RN
der erste Fernsehsender der Nachkriegszeit auf dem Brocken konnte jedoch erst am 1. Juli 1955 seinen Betrieb aufnehmen. Dieser arbeitete nach der OIRT-Norm auf Kanal 4 (169,25 und 175,75 MHz) über eine Schmetterlingsantenne.


Wow, Kanal 4 vom Brocken. Der hatte bestimmt eine tolle Reichweite!

Zitat
RN
Am 6. Oktober 1959 wurde eine neue Fernsehsendeanlage der Firma Siemens in Betrieb genommen. Auf dem 40 mtr. hohen Turm war ein 50 mtr. Stahlrohrmast mit neuen Antennen aufgebaut worden. Dieses Bauwerk hat über viele Jahrzehnte die Brockenansicht geprägt.


Dann zeigt das Dia wohl schon die neue Siemens-Anlage?

von B.Zwo - am 12.05.2013 08:30
Zitat
B.Zwo
Zitat
RN
der erste Fernsehsender der Nachkriegszeit auf dem Brocken konnte jedoch erst am 1. Juli 1955 seinen Betrieb aufnehmen. Dieser arbeitete nach der OIRT-Norm auf Kanal 4 (169,25 und 175,75 MHz) über eine Schmetterlingsantenne.


Wow, Kanal 4 vom Brocken. Der hatte bestimmt eine tolle Reichweite!


Man hatte es damals mit einer einheitlichen Kanalbezeichnung nicht so genau genommen.

Der Unterschied zum späteren Regelbetrieb auf E6 betrug doch nur ca. 10MHz und dürfte damit keinen nennenswerten Einfluß auf die Reichweite gehabt haben.

von Sascha_Berlin - am 12.05.2013 09:14
Zitat
Sascha_Berlin
[Man hatte es damals mit einer einheitlichen Kanalbezeichnung nicht so genau genommen.


So, würde ich dass nicht ausdrücken. In Abweichung von den CCIR-Regelungen entsprachen die in der DDR seinerzeit verwendeten Kanalbezeichnungen durchaus einer damals im Ostblock ( OIRT ) bestehenden Festlegung.
... und etwas OT:
In diesem Zusammenhang ist auch noch ganz interessant, dass z.B. der Fernsehsender Dresden noch bis zu Beginn der 60er-Jahre auf Frequenzen arbeitete, die in unserer Region ansich dem Betriebs- oder Amateurfunk zugewiesen waren. Die Benutzung einer Bildträgerfrequenz von 145.25Mhz ( Tonträgerfrequenz war 150.75MHz ) führte in der DDR zu einem Verbot des 2m-Amateurfunkbetriebs in einem Radius von 100Km ( oder waren es 150Km? ) rund um den Senderstandort. Von den weiter entfernt empfangenden Amateuren wurde diese Ausstrahlung auch gern zur Erkennung möglicher Überreichweiten benutzt.

Klaus

von klausklaus - am 12.05.2013 11:13
Hier noch 2 Fotos von mir nach der Inbetriebnahme des Siemens-Senders Brocken 1959 mit einer deutlicheren Ansicht der Antenne.
Weiteres in http://funkhiller.npage.de/einfuehrung-des-fernsehens.html
[attachment 1492 1959-BrockennachUmbau.jpg]
[attachment 1493 1959-BrockenneueFS-+UKW-Antenne.jpg]

von MaHi - am 12.05.2013 12:26
Zitat
klausklaus
Zitat
Sascha_Berlin
[Man hatte es damals mit einer einheitlichen Kanalbezeichnung nicht so genau genommen.


So, würde ich dass nicht ausdrücken. In Abweichung von den CCIR-Regelungen entsprachen die in der DDR seinerzeit verwendeten Kanalbezeichnungen durchaus einer damals im Ostblock ( OIRT ) bestehenden Festlegung.


Aha. Dachte, das wäre nur eine innerhalb der DDR verwendete Numerierung gewesen.

Ab wann wurde dann Band I mit R1+2, Band II mit R3-R5 und Band III mit R6-R12 ostblockeinheitlich (ohne DDR) durchnumeriert?

von Sascha_Berlin - am 12.05.2013 12:31
@ B.Zwo

Das sind ja echte Funstücke, die du da rausgesucht hast. :spos:


Schon krass, wie stark Erich Mielke und seine Helfer die Richtfunkplattformen des neuen Funkturmes zugemüllt haben:
http://tinypic.com/view.php?pic=rh65xi&s=4

:mad:

von Kay B - am 12.05.2013 12:33
So, dann sollten wir mal probieren, die Chroniken aus
http://www.gwitte.homepage.t-online.de/bro-chro.htm
mit den bisher gesammelten Bildern zusammenzufügen:


Zitat

1736 Graf Ernst zu Stolberg – Wernigerode lässt das Wolkenhäuschen auf dem Brocken als
Schutzhütte errichten. Erst durch Schröder, ein eifriger Brockenbesteiger, erhielt es in
einer Reisebeschreibung den Namen „Wolkenhäuschen“ im Jahre 1785.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/1%20Wolkenhaus.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/2%20Hotels.html (rechts oben)


Zitat

1800 10.09. Auf Veranlassung des Grafen Christian Friedrich ( 1746 – 1824) wurde das erste
Wirtshaus auf dem Brocken fertiggestellt und vom ersten Brockenwirt Gerlach bezogen,
es war ganzjährig geöffnet.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/2%20Hotels.html (links oben)
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/4%20Hotel.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/6%20Hotel.html


Zitat

1854/55 Der Aussichtsturm wurde wegen Baufälligkeit abgerissen und durch einen Neubau mit
viereckigem Grundriss und 54 Fuß Höhe ersetzt.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/2%20Hotels.html (links unten)
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/5%20Hotel.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/6%20Hotel.html


Zitat

1860 22.10. Ein neues Brockenhaus wird eröffnet. Nach einigen Erweiterungsbauten
trug das Brockenhaus ab 1873 die Bezeichnung „Hotel“.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/5%20Hotel.html


Zitat

1882 Auf das Hotel wird noch eine Etage aufgesetzt, der Aussichtsturm wurde wegen Baufälligkeit
abgerissen, der Aufbau des runden steinernen Turmes wurde begonnen.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/7%20Hotel.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/3%20Aussichtsturm.html


Zitat

1895 Die erste Wetterwarte, das Observatorium wird eröffnet.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/7%20Hotel.html (rechts)


Zitat

1899 15.05. Eröffnung des Regelbetriebes der Brockenbahn. Zu Weihnachten 1898 wurden schon
Versuchsfahrten unternommen.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/8%20Bahnhof.html


Zitat

1935 August Beginn der Fernsehversuchssendungen vom Brocken mit einer fahrbaren Anlage.


--> http://www.feldbergrennen.de/grafiken/1935%20Telefunken%20_Fahrbarer%20Fernsehsender.jpg ( http://www.feldbergrennen.de/grosser%20feldberg%20im%20taunus.htm )


Zitat

1936 August Baubeginn des Fernsehturmes und Maschinenhauses auf dem Brocken.
1937 Bauliche Fertigstellung beider Gebäude. Juni Richtfest des Turmes.
1938 Diverse Folgeinvestitionen, wie Telefonkabel, 15 kV Energiekabel ( 113000 RM) usw.
Innenausbau der Gebäude. Die Belegschaft der Reichspost auf dem Brockensender bestand zu der
Zeit aus 17 Angestellten und Arbeitern.
Aufbau eines Fernseh - UKW Senders der Fa. Telefunken für 500000.- RM in der jetzigen
7. Turmetage. Die ersten Versuche wurden mit einem Tonsender gemacht, ( mit 800 Hz moduliert),
der auf eine Reusenantenne betrieben wurde. Diese Antenne befand sich in einem Holzaufbau, der
die oberen 5 Etagen des Turmes bildete.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/91%20Turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/9%20Turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/92%20Plateau.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/1%20brocken.html
--> http://files.homepagemodules.de/b115518/f31t1420p9507n1.jpg ( http://115518.homepagemodules.de/t1420f31-Das-erste-Fernsehkabel-zu-Brocken.html )
--> http://fernsehen.bplaced.net/sender_main.html

Der Fernsehturm hatte demnach erst 14 Etagen und bekam dann noch ein Dach, unter dem vermutlich die Antenne war, womit er auf 15 Etagen kam. Wie man auf die genannten Holzaufbau in den "oberen 5 Etagen" kommt, ist irgendwie rätselhaft. Das Gebäude scheint bis einschließlich zur 14 Etage massiv zu sein. Oder war überhalb der dritten Etage alles aus Holz?


Zitat

1948 Umbau der Gebäude zu einer Gaststätte mit Hotelbetrieb mit Fertigstellung 1950


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/2%20brocken.html


Obwohl der alte Fernsehturm aus dem Dritten Reich 1945 nicht zerstört war
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/1%20brocken.html
hatte man ihn bis 1950 von einst 15 auf 9 Etagen gekürzt, sodaß er dann so
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/3%20brocken.html
aussah.

Was waren die Gründe für diese Kürzung? Die obere Etage bildete offenbar eine Aussichtsplattform. War diese Aussichtsplattform damals öffentlich zugänglich?


Zitat

1951 01.05. Inbetriebnahme des ersten UKW - Senders der Nachkriegszeit. Mit einer Leistung von
250 Watt und der Frequenz 94,5 MHz auf eine Kreuzdipolantenne auf dem Turmdach.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/4%20brocken.html


Zitat

1953 08.12. Leistungserhöhung auf 1 kW und Betrieb auf eine Schlitzrohrantenne auf dem Turm Die
Kreuzdipolantenne wurde vom Turm auf das Plateau umgesetzt und als Reserveantenne betrieben.
(...)
1954 Für die Bildzuleitung wird eine Richtfunkstrecke vom Petersberg bei Halle aufgebaut.
Damit verbunden war ein 4 m und 2,5 m Spiegel an der Ostseite Richtung Osten.
Sowie ein 4 m und ein 2,5 m Spiegel an der Südseite Richtung Inselsberg.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/5%20brocken.html
--> http://file1.npage.de/009856/21/bilder/2.png ( http://funkhiller.npage.de/einfuehrung-des-fernsehens.html )
--> http://file1.npage.de/009856/21/bilder/sender_brocken_1956.jpg ( http://funkhiller.npage.de/einfuehrung-des-fernsehens.html )
--> http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/39/Bundesarchiv_Bild_183-42998-0011,_Grenzpolizei_der_DDR,_Streife_auf_dem_Brocken.jpg
--> http://radioforum.foren.mysnip.de/file.php?8773,file=1492 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1136135#msg-1136135 )



Zitat

1955 01.07. Inbetriebnahme des ersten Fernsehsenders im Turm. Bildsenderleistung 3 kW nach OIRT – Norm
Kanal 4 (169,25 und 175,75 mhz) auf Schmetterlingsantenne auf dem Plateau.
Reichweite ca. 100 km


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/7%20brocken.html
--> http://radioforum.foren.mysnip.de/file.php?8773,file=1492 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1136135#msg-1136135 )
--> http://file1.npage.de/009856/21/bilder/sender_brocken_1956.jpg ( http://funkhiller.npage.de/einfuehrung-des-fernsehens.html )

Demnach war die erste Band-III-Fernsehantenne in diesem "Silo", also diesem Zylinder. Es sieht auf den Fotos so aus, als ob dieses "Silo" südwestlich des alten Fernsehturmes stand. Damit dürfte der alte Fernsehturm für das offizielle Zielgebiet selbst im Weg gestanden haben. Man könnte deshalb annehmen, daß man die Band-III-Antenne so positioniert hat, um möglichst problemlos in westliche Richtung, also die alte BRD zu senden.


Zitat

1959 06.10. Inbetriebnahme einer 10/2 kW Fernsehsendeanlage(6.Etage) der Firma Siemens. Neuer
Antennenträger - 50 Meter Rohrmast mit Band II und III Antenne auf dem Turm. Das neue
Wahrzeichen mit einigen Jahrzehnten Bestand ist fertig.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/6%20brocken.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/7%20brocken.html
--> http://tinypic.com/view.php?pic=2dceb9i&s=3 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1136071#msg-1136071 )
--> http://tinypic.com/view.php?pic=24277ew&s=4 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1136071#msg-1136071 )
--> http://radioforum.foren.mysnip.de/file.php?8773,file=1454 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1132548#msg-1132548 )
--> http://radioforum.foren.mysnip.de/file.php?8773,file=1493 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1136135#msg-1136135 )


Zitat

1960 02.08. Ab 1960 wurde der Richtfunkturm Kulpenberg (Kyffhäuser) in Betrieb genommen. Damit
verbunden war der Anbau von 2,5 und 4m Spiegeln an der Ostseite Richtung Süd- Ost.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/8%20brocken.html

Interessant ist dieser Zylinder am unteren Teil des Mastes.


Zitat

1971 Das neues Richtfunksystem RVG 960 für Bild und RVG 935 für Ton geht in Betrieb. Das äußere
Zeichen ist eine Hornparabolantenne an der Süd- Ostecke des Turmes.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/3%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/4%20turm.html (links oben)


Zitat

1976 Stahlbaumäßige Fertigstellung des neuen Antennenträgers mit Band IV Antenne und
einer Höhe von 123,5 Meter.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/1%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/2%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/3%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/4%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/5%20mast.html
--> http://www.dl1mhq.de/pics/brocken.jpg ( http://www.dl1mhq.de/picture_galleryII.htm )
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/9%20brocken.html
--> http://tinypic.com/view.php?pic=izn49f&s=4 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1136071#msg-1136071 )
--> http://tinypic.com/view.php?pic=rh65xi&s=4 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1136071#msg-1136071 )


Zitat

1978 Der Eisschutzzylinder im unterem Bereich der Bd. III Antenne, der für Versuchszwecke angebracht
war, wird abgebrochen.


Ob das wohl dieser Zylinder
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/8%20brocken.html
war?


Zitat

1978 Die Ringpodeste am Antennenträger zum Aufbau kleinerer Antennen werden fertig.


Die Erich Mielke dann mit Antennen hat bestücken lassen:
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/6%20mast.html
--> http://tinypic.com/view.php?pic=rh65xi&s=4 ( http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,370195,1136071#msg-1136071 )


Zitat

1978-1987 Aufbau der Brockenmauer 1700 m + 900 m; 5500 Tonnen; 2274 Einzelelemente.


--> http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php/photo/11774/size/big ( http://www.sagen.at/fotos/showgallery.php/cat/724/page/2 )


Zitat

1983 Der Richtfunkturm des ZK der SED (Pfeffiturm) wird von der Deutschen Post übernommen.


Das müßte dann der rechte Turm auf diesem Bild
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/imgblick/8brplat.html
sein.


Zitat

1985 Vollständige Einrüstung des Brockenturmes mit Erneuerung der Turmverkleidung.
Damit waren die Balkone verschwunden.


Die Balkone waren in Richtung Osten:
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/6%20brocken.html

Demnach ist dieses Bild
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/9%20brocken.html
nach der Erneuerung der Turmverkleidung aufgenommen worden.


Zitat

1991 2.05. – 15.10. Die Brockenmauer wird abgebaut.


--> http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php/photo/11775/size/big/cat/ ( http://www.sagen.at/fotos/showgallery.php/cat/724 )


Zitat

1993 28.01. Betrieb auf neue UKW - Antenne.


Demnach hatte man die GFK-Verkleidung auf dem neuen Fernmeldeturm 1992 angebracht:
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/1%20turm.html

Oder war die neue UKW-Antenne erst ohne GFK-Hülle in Betrieb?


Zitat

1993 Okt. Der Rohrmast auf dem Turm, langjähriges Wahrzeichen, wird abgebaut.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/1%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/2%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/3%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/4%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/5%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/6%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/7%20mast.html


Zitat

1998 Der Turm wird entkernt, alle Zwischendecken werden bis zum Keller ausgebaut.
1. Halbjahr Die Turmaußenverkleidung mit Granitvormauer wird abgerissen, die Etagen 7 – 9 abgetrennt.
2. Halbjahr alle ausgebauten Zwischendecken werden neu gegossen, der Turm wird für die Winterarbeiten
eingehaust.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/7%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/8%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/9%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/91%20turm.html

Demnach steckte da sehr viel Beton drin, sodaß der Turm offenbar doch bis zur oberen Etage massiv gebaut war.


Zitat

1999 Juli Die fußballähnliche Antennenanlage wird auf den Turm gesetzt.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/92%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/93%20turm.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-aturm/94%20turm.html


Zitat

2000 10.06. Die ehemalige „Moschee“ geht als Brockenhaus in Betrieb. Betreiber ist eine G.m.b.H.


Damit dürfte das Stasi-Gebäude gemeint sein.
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/9%20brocken.html (rechts)
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-turm/91%20brocken.html (rechts)


Zitat

2007 15.09. Der obere Teil des Antennenträgers (UHF Antenne) wird mit Hubschraubereinsatz ausgewechselt,
der Mast hat nur noch eine Höhe von 115 Meter. Die Antenne hat eine vertikale Polarisation, als
Voraussetzung für den DVB – T Betrieb.


--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/8%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/9%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/91%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/92%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/93%20mast.html
--> http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-nturm/94%20mast.html

von Kay B - am 12.05.2013 16:20
Zitat
Sascha_Berlin
[Aha. Dachte, das wäre nur eine innerhalb der DDR verwendete Numerierung gewesen.

Ab wann wurde dann Band I mit R1+2, Band II mit R3-R5 und Band III mit R6-R12 ostblockeinheitlich (ohne DDR) durchnumeriert?


Ausführliche Informationen zum DDR-Sendernetz findet man hier ( in Abschnitt 5 ):
http://www.scheida.at/scheida/Televisionen_DDR.htm#Das DDR Fernsehsendernetz

Klaus

von klausklaus - am 12.05.2013 18:17
Was die Kürzung des Fernsehturmes von 15 auf 9 Etagen angeht, ist das hier interessant:

"Die Höhe betrug imposante 52 m, die unteren neun Stockwerke bestanden aus Stahlbeton, die oberen sieben nur aus Holzfachwerk, was eine störungsfreie Abstrahlung der Signale ermöglichte."

Quelle: http://115518.homepagemodules.de/t1420f31-Das-erste-Fernsehkabel-zu-Brocken.html


Demnach hatte man irgendwann zwischen 1945 und 1950 den Holzfachwerkteil abgebaut und den Turm auf die unteren 9 Etagen aus Stahlbeton gekürzt.

Interessant aber, daß die Nazis den Turm damals so gestaltet haben, daß die oberen Etagen aus dem Holzfachwerk nach außen genau so wie die unteren Etagen aussahen, also mit Fenstern und Balkonen, obwohl sich dahinter ja eigentlich die Antennenanlage befunden haben soll:
http://www.gwitte.homepage.t-online.de/img-hist-1/9%20Turm.html


Offen bleibt die Frage, wieso der eigentlich unbeschädigte Turm nun gekürzt wurde. In den oberen Etagen aus Holzfachwerk hätte man gut die UKW- und Band-III-Antennen unterbringen und sich diese provisorischen Antennen zu ebener Erde sparen können.

von Kay B - am 15.05.2013 00:54
Hier noch ein Foto wie es zu Ostzeiten auf dem Plateau ausgesehen hat...

http://www.manfred-bischoff.de/images/Brocken_1986b.jpg

...und hier, wie es aktuell ausschaut...

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Brockenkuppe2012.JPG&filetimestamp=20120408102827&;

Viele Gebäude sind verschwunden, u.a. auch der Pfeffi-Turm. Der alte Fersehturm trägt heute ein Radom.

von B.Zwo - am 20.10.2013 20:00
Zitat
B.Zwo
Schaut euch mal die Reichweitenkarte an: http://www.eberhard-koeppe.de/ddr/tv.shtml


Da ist aber ein Fehler auf der Seite! K39 (SFB) in Berlin wurde auch vom Schäferberg aus gesendet... nur Kanal 7 (ARD) kam vom Scholzplatz wie auch die UKW-Programme des SFB.

von Funker1 - am 24.10.2013 14:32
Scholzplatz ist ehemals SFB eigener Standort, da war wirklich nur ARD K7, während Schäferberg ja Bundespoststandort war mit Sendeanlage für ZDF und 3. Programm.
Diese Konstellation fand man in der alten Bundesrepublik ja oft auch so vor, ARD-Grundnetzsender war oft von der ARD-Landessendeanstalt selbst betrieben, ZDF und 3. Programm oft in der Nähe aber von einem anderen Sendestandort der ehemaligen Bundespost.
Warum das oft so war ist mir nicht immer klar. Vom Harz hätten wir in Halle vom NDR-Mast das ZDF bestimmt gut brauchbar empfangen können, wenn es auch von dort gekommen wäre.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 24.10.2013 15:30
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Diese Konstellation fand man in der alten Bundesrepublik ja oft auch so vor, ARD-Grundnetzsender war oft von der ARD-Landessendeanstalt selbst betrieben, ZDF und 3. Programm oft in der Nähe aber von einem anderen Sendestandort der ehemaligen Bundespost.
Warum das oft so war ist mir nicht immer klar.

siehe ---> http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,35157,961150#msg-961150

von Manager. - am 24.10.2013 16:33
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Vom Harz hätten wir in Halle vom NDR-Mast das ZDF bestimmt gut brauchbar empfangen können, wenn es auch von dort gekommen wäre.

Natürlich ist der NDR-Standort etwas höher gelegen als der Post-Standort auf den Lerchenköpfen, dennoch wird es aber auch damit zu tun gehabt haben, dass ZDF und das Dritte gerichtet und nicht rund wie die ARD vom NDR-Standort kamen. An anderer Stelle hier im Forum wurde berichtet, dass man in der DDR daher sogar den Umsetzer auf dem höher gelegenen Wurmberg angepeilt hatte.

Ich habe aber noch ein paar andere Fragen zum Brocken....
Zu DDR-Zeiten kam vom alten Mast das 1. Fernsehprogramm und UKW, vom neuen Mast nur das 2. Fernsehprogramm. Als dann nach der Wende nur noch der neue Mast Verwendung fand, wurden auch alle Antennen zum neuen Mast verlagert und sind dort nunmehr wettergeschützt. Klar ist die Wetterlage auf dem Brocken schon extrem, aber vorher ist es ja auch gegangen und die Antennen am alten Mast waren der Witterung ausgesetzt. Warum also diese Maßnahme? Wo befinden sich im neuen Mast eigentlich derzeit die Antennen, nur im oberen Bereich? Im unteren Bereich hat es mir den Anschein, dass dort Metallplatten die Konstruktion tragen und nur der obere Teil HF-durchlässig scheint, ist das wie so oft Glasfiber oder gar ein anderes Material?

von B.Zwo - am 25.10.2013 22:28
Tja, ich wäre an so einem Nebeligem Tag garnicht erst geflogen. Selbst wenn es erst noch keinen Nebel gab, hätte man wenigstems zwischenlanden können, denn bei 20m Sicht hätte ich sicher nicht die Reise einfach so Fortgesetzt. Aber Landen bei 20m Sicht ist denke ich mal zu Gefährlich bzw unmöglich gewesen.

Aber im nachhinein kann mann ja vieles besser machen...

von UKW vs. DAB+ - am 12.04.2014 05:44
Zitat
digifreak
mit einer 34 Jahre alten Cessna


Dem dürfte angesichts den sonstigen Umständen keine besondere Bedeutung zukommen.

Aber warum wird das im Thema "Brocken zu Ostzeiten" behandelt und nicht in dem Thread, den jemand anderes extra dafür eröffnet hat?

von Natrium - am 12.04.2014 11:13
Fachgerechte Wartung vorausgesetzt, gehoert die Cessna 182 'Skylane' zu den zuverlaessigsten Kleinflugzeugen. Das Alter ist dabei praktisch egal. Zudem ist die 182 bei den vielen Flugschulen und -vereinen Standardprogramm. Ich bin selbst schon einmal mit einem aelteren Exemplar dieser Baureihe mitgeflogen und liess mir berichten, dass sie ein fliegerisch nicht unbedingt anspruchsvolles Geraet ist, wenn man das geringe Gewicht und die daraus resultierende Empfindlichkeit auf Wind und Thermik insbesondere bei Start und Landung beachtet. Bereits nach wenigen Flugstunden sollen Flugschueler ein Gefuehl fuer dieses Flugzeug entwickeln und erfahren ein Gefuehl der Sicherheit und Beherrschbarkeit.

Vielleicht ist eine gewisse Arglosigkeit bzw. sogar Selbstueberschaetzung auch der Grund fuer die offensichtlich unterlassene Vorabinformation ueber die Wetterverhaeltnisse auf der geplanten Route und moeglichen Ausweichstrecke in Verbindung mit der daher auch versaeumten Korrektur des Hoehenmessers? Sich nicht vorab darueber zu informieren, das ist eigentlich Wahnsinn. Bei Sichtweiten wie an diesem Tag haette dort nichts und niemand fliegen duerfen. Es trotzdem zu tun, das ist schlicht grobe Fahrlaessigkeit.

Je nach Lizenz des Piloten haette er auch deutlich hoeher und nach Instrumenten fliegen koennen. Die 182er ist dafuer grundsaetzlich tauglich, bei dem konkreten Exemplar wissen wir es aber nicht. Nach Sicht zu fliegen ist zwar bequemer und die IFR-Lizenz hat laengst nicht jeder, haette aber mit Verschlechterung der Sichtweite zum Umkehren oder zum Umschwenken auf eine sichere Ersatzroute fruehren muessen. Im Harz ist es eigentlich ausgeschlossen, davon ueberrascht zu werden.

von PowerAM - am 12.04.2014 11:55
Zitat
Natrium

Aber warum wird das im Thema "Brocken zu Ostzeiten" behandelt und nicht in dem Thread, den jemand anderes extra dafür eröffnet hat?


Ganz einfach ;)

Weil in dem dafür extra Eröffneten Thread die User auf diesen Thread durch einen Link drauf Hingewiesen wurden, das das Thema hier bereits angeschnitten wurde.

Somit geht die Thematik hier weiter warum auch immer.


Aber wie in dem dafür eigentlich vorgesehenem Thread bereits erwähnt wurde, dieses Thema hat eigentlich nix in einem Radioforum zu suchen, ausser natürlich der etwas entfernte andere Mast wäre betroffen gewesen.

Dieses Thema gehört eigentlich ins OT-Forum...

von UKW vs. DAB+ - am 13.04.2014 11:00
Ein tragisches Unglück, Ich war letzen Montag auf dem Brocken und habe auch im Brockenhotel übernachtet.Ein kurzer DAB und UKW Scan war leider recht entäuschend.
Kein DAB aus Hessen,Bayern oder Berlin.
Auf UKW immerhin Fritz ,aber kein Bayern 3.
Evtl.hätte ein Scan draussen ja ein besseres Ergebnis erzielt,das Brockenhotel hat Doppelfenster von denen sich nur das innere öffnen lässt.
Würde bei dem Wetter dort oben auch keinen Sinn machen mal kurz durchzulüften.
Denke mal das die Zimmer auch HF mässig nicht alles nach drinnen lassen.
Habe sehr gut geschlafen neben den 100 KW Brummern.
Aber ein Scan draussen war Wetterbedingt leider nicht machbar.

von Tobias Urbach - am 14.04.2014 22:51
Ich denke eher dein Empfänger war mit den "100kW-Brummern" nebenan etwas überfordert ;) außerdem lohnt es sich generell auf Bergen mehr in den Hängen oder zumindest mit Richtantenne zu scannen, da viele Kanäle/Frequenzen in geringem Abstand wiederbelegt sind und sich ganz oben einfach alles gegenseitig stört.

von Rosti 2.0 - am 15.04.2014 04:54
Mal zur Frage von B.Zwo nach dem warum des Umzugs der VHF- und UHF-Antennen vom alten zum neuen Mast:
1. Der alte und schon Jahrzehnte in Betrieb befindliche Mast war nicht mehr in bestem Zustand. Das galt insbesondere auch für die installierten Antennen. Ein Austausch war also nötig.
2. Der neue Mast war bereit, die Antennen für VHF und UKW aufzunehmen. Also wurden sie planmäßig verlagert. Ein Wetterschutz durch GfK-Zylinder macht gerade bei dem extremen Brockenklima absolut Sinn. Er verbessert auch die Abstrahleigenschaften der Antennen bei Schnee und Eis. Der komplette Rückbau des alten Antennenträgers auf dem heutigen Brockenhotel hat nicht zuletzt die Gefahren durch Eisabfall (oder sagt man Eisschlag?) stark verringert. Schließlich gehen dort heute täglich Menschen ein und aus.
3. Heutzutage haben unsere Autos Airbags, ABS und Sicherheitsgurte. Vor 50 Jahren gab es nichts von alledem und trotzdem fuhr man Auto. Und es ging. Aber wie? Die Anzahl der Unfalltoten von damals war gegenüber heute um ein vielfaches höher.
4. Was lehrt das den Fragesteller? Einfach mal selbst nachdenken. Macht Spaß, ist nicht verboten und tut auch gar nicht weh. Nix für ungut.

von dlf-fan - am 19.04.2014 23:12
Durch Zufall ist mir eine Publikation von dem Fotoreporter Hörseljau in die Hände gefallen. In seinem Bildband über den Brocken beschreibt er auch den neuen Mast. Der Grund war ein anderer: Unterhalb der TV-Antenne waren sämtliche Plattformen durch den MfS belegt!

von B.Zwo - am 20.04.2014 22:00
Dieses interessante Forum zeigt sehr alte Aufnahmen:

http://115518.homepagemodules.de/t2200f31-Ak-Brocken.html

Schaut euch mal bitte Post #27 auf der zweiten Seite an, besonders die Links zu "Sehr scharfe Aufnahmen vom Fernsehturm 1936/37"

:spos:

von B.Zwo - am 23.04.2014 21:30
Zitat

Selbst wenn es erst noch keinen Nebel gab, hätte man wenigstems zwischenlanden können, denn bei 20m Sicht hätte ich sicher nicht die Reise einfach so Fortgesetzt. Aber Landen bei 20m Sicht ist denke ich mal zu Gefährlich bzw unmöglich gewesen.

Vielleicht haben sie ja eine (Not)Landung auf dem Brocken versucht.

von Zwölf - am 24.04.2014 12:52
Eine Postkarte vom Torfhaus. Damit kein Stress mit dem Urheberrecht aufkommt, habe ich sie hier auf 18% des Originalscans verkleinert. Den "Brockenblick" habe ich in Originalgröße dazugetan.

[attachment 3064 Postkarte-Torfhaus.jpg]
[attachment 3065 Postkarte-Torfhaus-Brocken.jpg]

von Natrium - am 25.04.2014 17:49
Diese Postkarte war bei meinem Besuch 1988 wohl gerade ausverkauft. :D

---> http://www.directupload.net/file/d/3604/d8bbv9cr_jpg.htm

von Manager. - am 26.04.2014 08:05
Ich frage mich welche Technik man zu Ostzeiten im Einsatz hatte, wenn in unmittelbarer Nähe mit mehreren hundert Kilowatt Rundfunk ausgestrahlt wurde. Im Westen hatte man bewusst die Abhörtürme Stöberhai, Wurmberg usw... extra in einiger Entfernung vom Torfhaus aufgebaut.

von B.Zwo - am 11.05.2014 20:26
Heute Abend lief auf dem MDR-Fernsehen ein Bericht über das Nobelhotel Heinrich Heine in Schierke
klick Darin kamen auch kurze Sequenzen des Brocken zu Ostzeiten aus dem Jahr 1990 vor noch mit beiden Sendeantennen. Im Interview mit dem ehemaligen Direktor des Hotels erwähnte er das es Gäste gab die wegen der grenznahen Lage zwei Wochen nicht vom Zimmer runter gekommen seien weil sie die Fernsehprogramme schauen wollten. Seine Aussage in diesem Zusammenhang war das man alle damals möglichen Programme empfing. Dabei stellt sich für mich die Frage ob neben ARD, ZDF, NDR, DFF1 und DFF2 eventuell sogar das 3. Programm des HR oder des BR aus der Rhön empfangen wurden?

von B.Zwo - am 05.04.2016 20:03
HR und auch BR waren da mit Sicherheit topographisch keine Kunst, da Sichtverbindung gegeben war. Das sollte auch für das 3. des WDR gegolten haben. Interessanter wäre eher ob es nicht Übersteuerungseffekte gab und ob man störende Füllsender ausblenden konnte.
Interessanter z. B.: War Südwest3 via Bad Marienberg (E44) empfangbar.

von Thomas (Metal) - am 05.04.2016 20:32
Zitat
B.Zwo
...das es Gäste gab die wegen der grenznahen Lage zwei Wochen nicht vom Zimmer runter gekommen seien weil sie die Fernsehprogramme schauen wollten.

Sicher nur die, die mit dem nassen Schnürsenkel gingen. Schon die waren für Leute aus dem berühmten Tal das Paradies (wie auch für Besucher in und um Berlin, oder wie meine Schwiegereltern als FDGB-Urlauber in den 80ern in Lenzen/Elbe mit Blick auf die Masten von Höhbeck und Gartow).
Technisch wäre es sicherlich kein Problem gewesen, Rhön K49 oder Meißner K55, vielleicht auch Rimberg K39 ins Visier zu nehmen, aber wozu?. Es ging nicht um DX-Erfolge, sondern um WEST-Fernsehen !

von mittendrin - am 05.04.2016 20:45
@Optimierer
Der komplette Film ist in der MDR-Mediathek eingestellt. Aktuell auf der dritten Seite in der Mitte.

@Thomas (Metal)
Schierke liegt auf 650m. Bei Bad Marienberg wäre ich eher skeptisch. Der WDR könnte aber möglich gewesen sein. Aber von woher, Eggegebirge oder Hochsauerland?

@mittendrin
So einfach ist das mit dem nassen Schnürsenkel in Schierke trotz Brockennähe wohl nicht. Gerade was das DDR-Fernsehen anbetraf. Deshalb gab es für Schierke extra einen Umsetzer an der Wurmbergschanze. Einfacher war wahrscheinlich das Westfernsehen. Wenn die Rhön dort oben gut gegangen sein sollte, hätte man mit einer UHF-Antenne gleich drei Programme empfangen können (ZDF, BR, HR). Im Film sind auch Aufnahmen aus der Luft enthalten gewesen. Einmal war kurz ein Antennenmast zu sehen. Dort waren lange Antennen angebracht. Ich habe das mal ausgepeilt. Inselsberg und Rhön liegen in ähnlicher Richtung.

@Kay B
Vielleicht aus Braunschweig? Auch wenn der Sender nicht so leistungsstark war.

von B.Zwo - am 06.04.2016 08:30
Im Netz habe ich zwei Fotos entdeckt die den Mast zeigen. Hier und hier
So wie ich das sehe ist oben am Mast eine große UHF-Antenne darunter eine große VHF-Antenne und darunter noch eine kleine UHF-Antenne. Ganz unten eine dreielementige UKW-Antenne. Alle zeigen in unterschiedliche Richtungen.

von B.Zwo - am 06.04.2016 10:01
Zitat
B.Zwo

So einfach ist das mit dem nassen Schnürsenkel in Schierke trotz Brockennähe wohl nicht. Gerade was das DDR-Fernsehen anbetraf. Deshalb gab es für Schierke extra einen Umsetzer an der Wurmbergschanze. Einfacher war wahrscheinlich das Westfernsehen.


Sorry, aber wieso sollte das DDR-Fernsehen einen Umsetzer im nichtsozialsistischen Ausland betreiben? Der Wurmberg gehörte schon immer zu Niedersachsen. Dort befand sich ein TV-Füllsender für das "Westfernsehen" - sein Zielgebiet war Braunlage, das von Torfhaus aus nicht abgedeckt wurde.

von DH0GHU - am 06.04.2016 10:54
Interessante Diskussion, wie ich finde.
Im Zusammenhang dazu gabs schon mal:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,698770,698770#msg-698770
Meine Einschätzung der Fotos unter Zuhilfenahme des marktführenden Kartendienstes:
UKW- und VHF-Antenne Richtung NW für Brocken und Harz-West/Torfhaus,
die kleine UHF für Brocken, die obere große UHF für den Füllsender Wurmberg(ZDF/N3). Insgesamt dürfte es schwierig gewesen sein, Reflexionen zu vermeiden und die Pegel anzupassen.
Ich habe mir das auch mal in FMScan im HAAT-Kreisdiagrammm für den Hotelstandort angesehen, der Brocken blockiert (Blocksberg;-)) Richtung Nordwesten und Norden, so dass Sender aus Braunschweig (RTL und andere) von dort wohl nicht zu haben waren.
In Richtung W und SW ist viel Mittelgebirge zu überwinden (auch der 971m ? - Hallo Niedersachsen - hohe Wurmberg).
Den Umsetzer für Schierke am Wurmberg gabs erst nach 1990.
@ B.Zwo: Der nasse Schnürsenkel bezog sich auf die Feldstärke, ein klares Bild nach heutigen Maßstäben war damit wohl sehr selten zu erzielen.
Freundliche Grüße

von mittendrin - am 06.04.2016 11:53
Zitat
DH0GHU
Sorry, aber wieso sollte das DDR-Fernsehen einen Umsetzer im nichtsozialsistischen Ausland betreiben? Der Wurmberg gehörte schon immer zu Niedersachsen. Dort befand sich ein TV-Füllsender für das "Westfernsehen" - sein Zielgebiet war Braunlage, das von Torfhaus aus nicht abgedeckt wurde.


Der MDR kam erst nach der Wende dazu. Ebenso wie die ARD mit dem MDR-Regionalprogramm. Folgende Kanäle wurden meines Wissens genutzt:
K26 ARD 10W
K43 ZDF 250W
K58 MDR 32W
K60 NDR 250W


Zitat
mittendrin
Meine Einschätzung der Fotos unter Zuhilfenahme des marktführenden Kartendienstes:
UKW- und VHF-Antenne Richtung NW für Brocken und Harz-West/Torfhaus, die kleine UHF für Brocken, die obere große UHF für den Füllsender Wurmberg(ZDF/N3). Insgesamt dürfte es schwierig gewesen sein, Reflexionen zu vermeiden und die Pegel anzupassen.
Ich habe mir das auch mal in FMScan im HAAT-Kreisdiagrammm für den Hotelstandort angesehen, der Brocken blockiert (Blocksberg;-)) Richtung Nordwesten und Norden, so dass Sender aus Braunschweig (RTL und andere) von dort wohl nicht zu haben waren.
Freundliche Grüße


Danke für die Einschätzung. Hier habe ich noch einen UKW-Scan aus Schierke gefunden der recht aufschlußreich ist wie ich finde.

von B.Zwo - am 06.04.2016 19:55
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