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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Terranus, DX-Petra, koslowski, Kay B, Olli / Widen, Marcus., Markus Be

ehemalige Richtfunkstrecken zur Verbreitung von ARD und ZDF

Startbeitrag von Marcus. am 12.01.2006 20:29

Mich interessieren die Hauptrichtfunkstrecken der ARD und vom ZDF ? Man könnte dann mal eine Liste anlegen.

Antworten:

Für die interne Verbreitung zwischen den Sendestudios wird kein Richtfunk mehr verwendet,sondern nur noch Glasfaser/Satellit.
Die ARD Anstalten verwenden nur noch teilweise Richtfunk, immer mehr Ballempfang/DVB-T Empfang. DVB-T Sender werden fast nur mit Glasfaser versorgt.
Die analogen ZDF Grundnetzsender werden mit 4GHz Richtfunk versorgt.
In Bayern ist der Hauptverteilpunkt der Olympiaturm/München. Von dort gehen Strecken über Schnaitsee nach Högl, eine Strecke geht nach Pfaffenhofen, von dort eine nach Regensburg über Pfefferhausen. An Regensburg ist direkt Rotbühl/Amberg angekoppelt, sowie über ein Relais Deggendorf, weiter nach Hoher Bogen.
Von Pfaffenhofen geht eine weitere über Nennslingen(Relais) nach Nürnberg(Fernmeldeturm). Von da geht eine zum Hesselberg, eine nach Bamberg(Kälberberg) von wo aus wiederum eine nach Coburg(Meeder) und eine nach Alladorf geht. Dort hängen dann direkt Bayreuth und Waldstein dran.
Von Nürnberg aus geht dann noch eine über Mainbernheim zu einer Station zwischen Schweinfurt und Würzburg, da hängen direkt Frankenwarte,Spessart und Heidelstein dran.

Das wird mit DVB-T alles aussterben, Glasfaser ist viel billiger.

von Terranus - am 12.01.2006 21:01
4 Ghz analog wird ja spätestens mit den Letzte-Meile-Zugängen in diesem Frequenzbereich sterben. Seit wann wird Ghz RiFu vom ZDF eingesetzt ? Auch noch in den neuen BuLä?

von DX-Petra - am 13.01.2006 08:00
Der RiFu auf 4GHz ist nicht analog, sondern digital, Datenrate pro Strecke liegt zwischen 54 und 144 MBit/s. Die Umwandlung findet erst im Senderraum der Grundnetzsender statt (selbst in Aktion gesehen)
Dieser Richtfunk war früher natürlich analog und wird vom ZDF (wie auch den Dritten Prgr.) seit den 60ern benutzt, das heißt das stammt noch aus Bundespost Zeiten. Telefon wurde darüber auch übertragen.
Die Telekom baut seit etwa 5 Jahren diese Richtfunkstrecken ab, im letzten Jahr wurden hier in der Gegend fast alle Türme abgeräumt (der Nürnberger Turm ist mittlerweile nahzu leer, es bleibt eben nur noch der TV RiFU übrig)
RiFU ist für die Telekom zu teuer und wird nur von Mobilfunkkonkurenten noch eingesetzt (vorallem Vodafone und Eplus)

von Terranus - am 13.01.2006 14:53
also erfolgt jetzt schon die ZDF Grundnetzsenderzuspielung digital per RiFu ?

von DX-Petra - am 14.01.2006 02:12
Zitat
DX-Petra
Fragen über Fragen ...


Na Belg... ähhhh "Petra" - wie heisst Dein neues Buch ?

:kotz:


von Olli / Widen - am 14.01.2006 08:44
aktuell lese ich DIE SÄULEN DER ERDE von Ken Follet.. Da geht es sehr packend um das Mitelalter aus der Sicht des Adels, des Klers und des einfchen Mannes. Frage mich aber, was dieses private Thema hier im Forum soll. Außerdem bist Du mir sowieso viel zu alt :-}

von DX-Petra - am 14.01.2006 09:46
Siehst aber gut aus Petra :-) Habe ein Foto wie eine Richtfunk Antenne von innen aussieht.

von Markus Be - am 14.01.2006 11:45
@ TerranusI

Zitat

Der RiFu auf 4GHz ist nicht analog, sondern digital, Datenrate pro Strecke liegt zwischen 54 und 144 MBit/s.


Nimmt das das TV-Signal die ganze Bandbreite der Richtfunkstrecke ein oder wird das irgendwie komprimiert übertragen?


von Kay B - am 14.01.2006 11:55
Das ist wohl unterschiedlich, ich weiß nur dass alleine 2MBit/S für den TV Ton drauf gehen. In eine 144Mbit/s Strecke passen zwei TV Programme. Die Bitrate für das Bild beträgt zwischen 50 und 60MBit/s.

von Terranus - am 14.01.2006 11:59
Nach meinen infos ja, ob es Ausnahmen gibt kann ich nicht sicher sagen.

von Terranus - am 14.01.2006 17:36
Die TV-Grundnetzsender für ARD, ZDF und die dritten Programme wurden bis mindestens in die 1990er Jahre generell per Rifu oder Glasfaser versorgt. Es kann sein, dass es da ein oder zwei Ausnahmen gab, bei denen Ballempfang anzutreffen war, mehr aber auch nicht. Die entsprechenden Netze waren z. B. im regelmäßig aktualisierten ARD/ZDF-Handbuch für Fernsehbetriebstechnik ausführlich dargestellt.

Diese dauernden Spekulationen über Ballempfang sind m. E. völlig aus der Luft gegriffen. Da sieht irgendjemand eine Ballempfangsantenne am Masten und schon wird der Sender i. d. R. über Ballempfang versorgt. Das ist natürlich Quatsch! Die Antenne hängt dort für den Havariefall, d. h. wenn die Regelzuführung ausgefallen ist, wird automatisch oder per Fernwirken auf Ballempfang umgeschaltet. Auch die Tatsache, dass zwei Sender dieselbe Kennung im Testbild haben, kann nicht überzeugen. So ein FuBK-Testbildgenerator war eben so teuer, dass es selbst für öffentlich rechtliche Verhältnisse überzogen war, jedem Grundnetzsender einen zu spendieren. Das Testbild wurde also teilweise über Rifu oder Glasfaser auch anderen Sendern zugeführt. Bei unterschiedlichem visuellen Eindruck, würde ich mal einen Blick auf die Prüfzeilen (17, 18 etc.) werfen. Ggf. lassen sich dort Phänomene finden, die eher bei der terrestrischen Verbreitung ihre Ursache haben.

Seit der Abschaltzeitpunkt der analogen TV-Sender näher rückt, mögen die Verhältnisse etwas aufgeweicht sein, also ist vielleicht hier und da auch mal ein Ballempfänger in den Regelbetrieb gegangen. Schließlich sagte ja Prof. Reimers, es mache keinen Sinn den analogen Zuschauer bis zur letzten Sekunde vor dem Abschalten in der höchsten Qualität zu versorgen. Wie viel Wert noch auf die analoge terrestrische Verbreitung gelegt wird, sieht man z. B. beim WDR, wo die nicht gerade preiswerte Senderkennung in der Teletextseite 195 jetzt per Zufallsprinzip über das Land verteilt wird.

Bemerkenswert bei der Verbreitung des ZDF in Bayern war, wie bereits gepostet, dass das Signal zuerst von Mainz nach München geführt wurde und von dort alle Sender in Bayern versorgt wurden, also z. B. auch die in Unterfranken. Ich nehme an, damit konnten ggf. für den bayrischen Zuschauer ungeeignete Sendungen einfach unterbunden werden, genau wie dies bei der ARD möglich war und zumindest einmal auf Betreiben der CSU-Landesregierung beim ARD-Abendprogramm auch der Fall war.

von koslowski - am 14.01.2006 22:51
Also im Fall des Senders Büttelberg und Ochsenkopf sowie Bamberg-Geisberg weiß ich sicher dass da seit langem Ballempfang vom Dillberg im Spiel ist. Das hat mir ein BR Techniker im Jahre 2000 (also lange vor DVB-T, damals war noch null geplant) gesagt. Damals ging DAB am Ochsenkopf auf Sendung, es gab nen großen Tag der offenen Tür. Ich war selbst erstaunt als mir eben erklärt wurde, dass alles außer der DLF per Ballempfang vom Dillberg empfangen wird "mit sehr guten Empfängern".

von Terranus - am 14.01.2006 23:33
Das passt ins Bild. Schon im Jahr 2000 galt die terrestrische Verbreitung als Auslaufmodell. Gerade beim BR hat man Ende der 1990er Jahre auf einmal das Leitungsnetz für die Distribution als Kostenfaktor ausgemacht.

von koslowski - am 14.01.2006 23:43
Beim Dritten sparen sie aber nicht, das wird weiterhin überall per RiFu zugeführt, genau wie das ZDF. Sieht man auch am Bild, das ist knacksauber hier vom Kälberberg.

von Terranus - am 15.01.2006 00:02
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