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88,7 MHz, Spacelab, Saarländer (aus Elm), Channel Master, _Christoph, tomfritz, H.-E. Tietz, faro, PeterSchwarz

Oldtimer-Kofferradio meets modernen Portable

Startbeitrag von tomfritz am 22.01.2006 13:41

[Beitrag auf Wunsch des Users entfernt.]

Antworten:

Ich höre noch über einen NordMende Globetrotter. Hätte dieser auf AM und FM noch schaltbare ZF-Filter, könnten heutige Geräte total einpacken. In Sachen Tonqualität und Empfindlichkeit und ausserdem im Freisein von den lästigen digitalen Störgeräuschen auf AM sind diese Geräte einsame Spitze.

Man muss aber auch zugeben: Der Globetrotter habe neu seinerzeit ca DM 550.- gekostet. Das wären real umgerechnet etwa Euro 225 damals(!) bzw. nach heutigem Geldwert/Kaufkraft etwa 700 bis 1000 Euros :rolleyes:

Radios waren damals offenbar noch keine Wegwerfartikel um nur den nächsten Lokaldudler zu empfangen. :cool:

von faro - am 22.01.2006 16:35
Ich hatte bis vor einem halben Jahr noch einen "Löwe" Empfänger. Das war ein Kofferradio, etwas größer, und vor allem schwerer als ein 909er Sangi. Mein Opa hatte damals in einem seiner ersten Autos einen Einschubrahmen. Hatte man das Radio da reingesteckt, nahm es über eine Steckerleiste Kontakt zu der externen Antenne, einem externen Lautsprecher und der Autobatterie auf. Strom bekam das Teil über ein Steckernetzteil, die Autobatterie, oder 6 Babybatterien. Das original Steckernetzteil, das übrigens mitgeliefert wurde, war ein riesen Klotz der gerade mal 12 Volt 800mAh leistete. Und das bei Ausmaßen die kaum kleiner als ein Labornetzteil waren. :rolleyes: :D Das Gerät selbst hatte eine Klangwaage, UKW - MW - KW, eine kleine analoge Anzeige für die Feldstärke des eingestellten Senders bzw. der Batterien, eine AFC Taste, einen Ohrhörerausgang und einen DIN Anschluß für Verstärker oder Tonband. Bei Batteriebetrieb musste man den Lautstärkeknopf reindrücken damit die komplette obere Seite inkl. aller Tasten beleuchtet war. Bei angeschlossenem Netzteil bzw. im Auto war das Teil immer schwach beleuchtet. Für die volle helligkeit musste man wieder den Lautstärkeknopf reindrücken. Was mir sehr gut gefiel war, das das ganze Radio so eine Art Lederüberzug hatte. Wenn man also mal irgendwo mit dem Radio aneckte hinterließ das keinerlei Spuren. Sehr gut mitgedacht! Die Teleskopantenne war übrigens komplett im Gerät versenkbar.

Klanglich war das Teil mit keinem anderen Radio dieser Größe zu vergleichen. Über den eingebauten Lautsprecher war der Klang richtig schön kräftig und sogar noch erstaunlich laut. Damals haben sich die Firmen anscheinend noch richtig um den Klang eines Kofferradios gekümmert. Mein Opa erzählte mir das die Situation damals auch noch eine ganz andere war. Da hatte man nicht an jeder Ecke ein Radio stehen. Wenn mein Opa damals von der Arbeit nach hause kam, hat er das Radio aus dem Auto mitgebracht und zur Unterhaltung für die Familie auf den Küchentisch und später auf den Wohnzimmertisch gestellt. Da saß dann abends die ganze Familie, spielte, laß Zeitung, strickte und hörte Radio. Der Fernseher wurde eher selten bemüht. Also genau anders rumm wie es heute ist.

Wie der Empfang des Radios war kann ich euch garnicht mehr so genau sagen. Der UKW Empfang, vor allem von schwachen sendern, war aber richtig gut. Ich weiß nämlich noch das ich als kleiner Junge mit dem Radio immer SWF3 gehört habe. Und das störungsfrei mitten im Haus. Meine alte Stereoanlage (von Telefunken) brachte immer nur kratzen oder starkes Rauschen. Je nach dem wie man die Antenne hielt. Und selbst als wir später eine Antenne aufs Hausdach bekamen rauschte SWR3 auf der Telefunkenanlage noch deutlich stärker als auf dem Löwe Empfänger mit seiner einfachen Teleskopantenne. Mein Opa bestätigte mir mal ganz unfreiwillig den guten UKW Empfang des alten Löwe radios. Vor längerem fuhr ich meinen Opa immer regelmäßig zum Arzt. Zufällig war das auch die gleiche Strecke die er damals immer zur Arbeit gefahren war. Bei mir im Autoradio lief SR1 auf der 88,0Mhz. In Höhe der Ensdorfer Grube gibt es dort immer recht heftige Störungen weil man sehr abgeschirmt zum Sender ist. Da schaute mich mein Opa an und meinte ganz verwundert das er damals auf dieser Strecke noch nie solche Empfangsprobleme hatte. "Umd mein Radio hatte nicht so viel Firlefanz drann!" :D

Leider wurde das Radio letzten Winter durch ein Hochwasser das in den Keller lief total zerstört. :-(

von Spacelab - am 22.01.2006 18:09
Ich nutze, besonders auf MW, einen alten Kofferempfänger: Sonneberg 6000. Ich weiß gar nicht, ob man ihn von den Filtern her noch modifizieren könnte, aber die Empfangsleistung ist beeindruckend, ebenso der Klang. Auch auf FM macht er eine ausgesprochen gute Figur.

von H.-E. Tietz - am 22.01.2006 19:09
Zwar kein Kofferradio,aber dieses Gerät liefert sehr guten Empfang in allen Wellenbereichen.
Nur mit der Innenantenne kommt Biedenkopf-Feldberg, Rimberg,Bad Marienberg,Linz,Koblenz,Haardkopf und je nach Zimmerecke auch Hosingen.
Das "Kofferradio" von Schaub-Lorenz ITT von ca 1971- ist auch sehr empfindlich.

von 88,7 MHz - am 22.01.2006 19:15
Bei meiner Mutter steht auch noch ein alter Bajazzo TS.
In Betrieb war er schon Jahre nicht mehr, nachdem das externe Netzteil irgendwann den Geist aufgegeben hatte.
Neulich hatte ich bemerkt, daß schon eine Batterie auslief. Diese hab ich natürlich sofort entfernt und mit meiner Mutter geschimpft, daß sie das gute alte Stück so verrotten lässt.
Das Lautstärkepoti scheint total verstaubt zu sein (kracht ohne Ende beim Hochdrehen).

Dabei war es immer ein sehr schönes Gerät. zwar keine DX-Maschine, aber gute alltagstaugliche Empfangseigenschaften bei einer ebenfalls sehr guten Grossignalfestigkeit (das scheinen die ganzen alten Geräte (Doppelsuper?) gemein zu haben) und ein angenehmer Klang.
Auf MW verfügt das Gerät zudem über ein gesondertes "Europa-Band", was einfach eine Spreizung des MW-Bereichs von 1400 bis 1620 Mhz darstellt, natürlich insbesondere zum Empfang von Europawelle Saar und Radio Luxemburg.
Eine Taste für letzteren hatte diese Ausgabe des Bajazzo zwar nicht, aber dafür eine KW-Lupe.
Die Einstellung von 6090kHz wurde auch hier besonders erleichtert:
MW-Zeiger ganz nach rechts, UKW-Zeiger auf die Mitte (Markierung Radio Luxemburg) und schon waren die fröhlichen Wellen (oder der BR...) zu hören.
Ein Cassettengerät kann man mittels DIN-5-Pol-Anschluss auch dranhängen, was meine Eltern damals rege praktizierten. Aufnahmen gibt es davon noch massig auf alten morschen Bändern im Schrank.
Wenn ich irgendwann mal ein halbes Jahr nix zu tun habe, forste ich die durch. Hab ich mir schon vor Jahren vorgenommen.

Auch der Autoeinbau in der Mittelkonsole ist bzw. war mit diesem Gerät möglich, dafür gibt es eigens einen Anschluss für Autoantenne, 12V und externen Lautsprecher.
Die Bedienungselemente sind alle oben angebracht.

Witzig am Rande: Der Bajazzo spielt auch im Film "Good Morning Vietnam" mit. Dort ist er in zwei Szenen kurz zu sehen, in der zweiten fliegt er leider mit in die Luft...


von PeterSchwarz - am 22.01.2006 19:27
@Toucher
Zitat

So zwei alte Röhrenschätze habe ich noch auf dem Dachboden in einer Kammer, damit sie nicht so den Gezeiten ausgesetzt sind, einmal von Graetz (UML) und einmal von Neckermann (UKML). Die Empfangsleistungen des Neckermann sind nicht schlecht, die des Greatz eher unterdurchschnittlich.
P.S.: Was soll eigentlich die Schleichwerbung für Hessische Braunkohle auf dem Foto ? :cool:


Ist ein Foto über Google,-bei mir würde eine andere Schleichwerbung laufen :cool:

von 88,7 MHz - am 22.01.2006 20:27
Mein Telefunken Bajazzo Sport steht auch noch bei mir im Keller. Vielleicht lasse ich ihn mal irgendwann gegen den Satellit 700 antreten :)

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mit ihm seinerzeit auf KW Radio Luxemburg empfangen hatte (und, um dem Netzgerät, das ich hatte, das Brummen auszutreiben, einen fetten 4700µF/100V-Elko parallelgeschaltet hatte - leider verkehrtrum, so daß er eines Abends, ich stand zum Glück nicht daneben, mit einem lauten Knall und blubberndem Elektrolyt seinen Dienst quittierte ;)), bis ich Radio Tirol aus Südtirol entdeckte und den Bajazzo nie wieder auf eine andere Frequenz (damals war es noch die 105.3) stellte. Seine Trennschärfe, Empfindlichkeit und auch die AFC-Schaltung waren genial, selbst meine damals (1986) brandneue Schneider-Anlage mit Digitaltuner (150kHz-Filter serienmäßig!!!) konnte ihm nicht das Wasser reichen.

Ich glaube, ich sollte ihn wirklich mal wieder ausgraben ;-)

von _Christoph - am 22.01.2006 22:48
Zitat

...leider verkehrtrum, so daß er eines Abends, ich stand zum Glück nicht daneben, mit einem lauten Knall und blubberndem Elektrolyt seinen Dienst quittierte...

Da hattest aber wirklich Glück! So ein Teil kann dir problemlos nen sauberen Scheitel ziehen. Ich war einmal dabei als so ein Typ vom Parkplatz fuhr und die Heckklappe seines Opels regelrecht explodierte. Der Held hat gemeint er könne nen alten ELKO aus einer Waschmaschiene an seine Autoendstufe anschließen um die Stromversorgung stabil zu halten. So weit, so gut, aber natürlich hatte er keine Ahnung wie man so ein Teil anschließt und da hat es "Boooom" gemacht. Auf dem ganzen Parkplatz hat es übrigens gestunken als wäre ne Popcornmaschiene abgebrannt. :D

Das mit den brummenden netzteilen kenn ich. Bei UKW ist alles in Ordnung, aber auf AM, wenn man so schön einem leisen Sender lauschen möchte, brummt es doch schon deutlich wahrnehmbar. Und dieses stoische Brummen nervt auf dauer wie Sau! :angry: Deshalb hab ich mir bei Conrad einen Satz sehr guter Akkus gekauft und seitdem ist wunderbare Ruhe...

von Spacelab - am 22.01.2006 23:07
Hach, der gute alte bajazzo sport.
Den hat mein Vater in den 70ern und 80ern viele Jahre lang im Gartenhäuschen an einer Autobatterie betrieben, bis er die 12 Volt wohl doch nicht mehr vertragen hat. Leider war ich zum damaligen Zeitpunkt noch kein Radiofreak und hab ihn nur zum Ortssenderempfang genutzt.
Kann mich daher leider nicht an die Empfangseigenschaften erinnern, wenn ich mal über's Band gekurbelt habe, aber ich glaube, 1988/89 habe ich damit noch versucht, herauszufinden, wie gut die damaligen deutsch-französischen Piratenradios Radio Forum, RVN, Radio Melodie und Radio Studio 1 zu empfangen waren. Als ich ab Ende 1989 ernsthaft angefangen, mich mit Radioempfang zu beschäftigen (eben weil ich die 1968er Wittsmoorliste in der Tüte mit dem Service-Manual des bajazzo sport gefunden hatte --> http://www.dxradio-ffm.de/histo1968FM.htm ), war das Gerät gerade kaputtgegangen.
Anfang 85 hatte ich damit angefangen, ihn für Musikmitschnitte zu verwenden, zusammen mit einem Grundig Kassettenrekorder über den genannten DIN-Überspielanschluss. Das ging natürlich nur in Mono, war aber der Anfang einer Gewohnheit (oder Sucht ?!), die ich heute noch im Sat-Radio/MP3-Zeitalter fortsetze.

von Saarländer (aus Elm) - am 23.01.2006 10:19
>>als BFBS noch von der Nordhelle kam

Wann war DAS denn?

von Channel Master - am 23.01.2006 21:46

@ Channel Master
Steht tatsächlich in dem eingestellten Link so,wahrscheinlich war da aber die Nordhelle nur noch als Ersatz für Langenberg,das konnte ich an anderer Stelle mal so nachlesen...

Aber,1956-muß es so gewesen sein

Aus, nach 25.Jahren WDR
In diesem Buch steht-das 1956 der BFN,später BFBS ein Sender auf der Nordhelle und in Bonn hatte.





von 88,7 MHz - am 23.01.2006 22:45
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