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US-AM-Radio mit Hörbeispielen

Startbeitrag von Wasat am 22.01.2006 22:11

Ich bin öfters beruflich in den USA. Jetzt habe ich erstmals dran gedacht, einige Mitschnitte vom Radio in den USA anzufertigen. Empfangsort war ein Hotel - das einzige - in der Kleinstadt Madison nahe der Grenze von North Carolina zu Virigina.
Empfänger: Sony ICF-SW100

Von der Programmgestaltung drüben kann man sich ja mittlerweile via Internet ein gutes Bild machen, nicht so aber von den realen Empfangsbedingungen. Ich habe nachfolgend einige Beispiele von AM-Stationen angeführt, da sich die Situation in den USA diesbezüglich grundlegend von Europa unterscheidet.

Schon seit den 1930er-Jahren gibt es in den USA eine Leistungsbegrenzung auf MW von 50 kW. Überdies wacht die FCC (Fernmeldebhörde) streng darüber, dass sich die Stationen gegenseitig möglichst wenig stören. Auf MW ist das allerdings mit vielen Kompromissen verbunden und funktioniert auch nicht immer reibungslos.

Anfang 2005 gab es in den USA 6410 AM-Radiostationen, wovon 282 mit 50 kW sendeten. Etwa 2000 Stationen arbeiteten mit 1 kW. Die 5 kW-Stationen machten mit 1231 noch einen größeren Teil aus. Etwa 1350 Stationen haben Leistungen unter 250 Watt, wovon 1321 "Travellers Information Stations" mit in der Regel 10 Watt Leistung sind. Diese Stationen senden fast ausschließlich im Bereich 1610 bis 1700 kHz.

Wenn es keine Staus und Wetterkatastrophen gibt, läuft meist eine Schleife mit allgemeinen Hinweisen. Das hört sich dann so an (4 km Entfernung zum Sender):
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/1610NCTraffic.mp3

Man kann feststellen, dass fast alle traditionellen 50 kW-Stationen im News/Talk-Format senden. Die meisten haben bis heute "Clear Channels", damit sie zumindest in einem größeren Teil der USA nachts weitgehend störungsfrei empfangen werden können. Es dürfte aber kaum mehr als 100 Clear-Channel-Stationen geben. Die große Mehrzahl der AM-Stationen muss auf Kanälen senden, die nachts wegen Gleichkanalstörungen das Zielgebiet deutlich einschränken bzw. man muss nachts die Leistung deutlich reduzieren oder überhaupt abschalten (etwa 850 Stationen müssen abschalten).

Auf vielen stark besetzten Kanälen, vor allem im Bereich 1200 bis 1500 kHz, hört man nachts nur dies:
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/Mixed1.mp3

Und ein Lokalsender auf 1420 kHz, der nachts mit nur 70 Watt senden darf, hört sich in 7 km Entfernung so an:
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/Mixed2.mp3


Nun aber zur "Prominenz":

650 WSM Nashville, Tennessee
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/650WSM.mp3
Die "Mutterstation" der Country-Musik. Von dieser Station kommt seit dem 28. November 1925 die längst laufende Radiosendung der Welt, die "Grand Ole Opry". Das "Zischen" manchmal kommt von den Stationen auf den Nachbarkanälen, da man zur besseren Tonqualität mit bis zu 18 kHz Bandbreite sendet.

700 WLW Cincinnati, Ohio
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/700WLW.mp3
Im Tri-State Area (Cincinnati, Ohio liegt im Grenzgebiet zu Indiana und Kentucky) die weitaus meist gehörte Radiostation. Bis heute lautet der Stationsspruch "The Big One", was auch darauf hinweisen soll, dass WLW die einzige Station in den USA war, welche längere Zeit mit 500 kW senden durfte, und zwar von 1934 bis 1939. Die Station gehörte damals Powel Crosley, welcher 1942 auch die legendäre KW-Station in Bethany, Ohio (2 km westlich vom MW-Sender) für die US-Regierung baute und bis 1963 auch betrieb. Bethany wurde 1994 still gelegt.

750 WSB Atlanta, Georgia
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/750WSB.mp3
Die älteste Radiostation der Südstaaten (Sendebeginn 15. März 1922). WSB heißt "Welcome South, Brother".

770 WABC New York
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/770WABC.mp3
WABC war als "Musicradio 77" (Top-40 Format) von 1961 bis 1978 die meist gehörte Radiostation der USA. Durch geänderten Musikgeschmack wechselte man nach enigen Jahren des Suchens nach einem neuen Musikformat 1982 schließlich zum Talk-Format.
Mehr dazu: http://www.musicradio77.com/index.html

780 WBBM Chicago, Illinois
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/780WBBM.mp3
Die Nummer 2 der Radiostationen in Chicago.

810 WGY Schenectady, New York
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/810WGY.mp3
Die Station befindet sich am Hauptsitz der General Electric Company, welche die Station 1922 auch gründete. Von 1924 bis 1942 war WGY auch ständiger Gast in Europa, da das Programm von General Electric via Kurzwelle verbreitet wurde (W2XAD 25 kW, W2XAF 40 kW). 1942 mussten die KW-Sender für Programme der VOA zur Verfügung gestellt werden. Kommerzieller KW-Rundfunk ist seither in den USA mie wieder erfolgreich betrieben worden.
Man war bei WGY immer technischer Vorreiter. 1928 strahlte man erstmals TV-Sendungen aus (allerdings nach einem später verworfenen Standard). Und als erste AM-Station sendet man seit dem 16. September 2004 auch digital im IBOC-Standard (allerdings nur tagsüber).

870 WWL New Orleans, Louisiana
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/870WWL.mp3
Diese Station ist durch den Wirbelsturm zu größeren Ehren gekommen.

880 WCBS New York
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/880WCBS.mp3
Die Station brachte früher ein aufwändiges Programm aus Variety Shows, Konzerten, Soaps, Lokalnachrichten und Talk Shows, ehe man 1967 zum reinen News-Format wechselte.

1010 WINS New York
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/1010WINS.mp3
Der "Erfinder" des News-Formats - seit 19. April 1965 - und die meist gehörte AM-Radiostation der USA.

1020 KDKA Pittsburgh, Pennsylvania
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/1020KDKA.mp3
Die älteste Radiostation der Welt, ursprünglich - 1916 - von Technikern der Firma Westinghouse errichtet, um Sende- und Empfansgeräte zu testen. Im Oktober 1920 erhielt man das Rufzeichen KDKA, heute eines von wenigen mit "K" östlich des Mississippi. Der Grund lag darin, dass man damals ein für ein Schiff vorgesehenes Rufzeichen erhielt. Am 3. November 1920 konnte anlässlich der Präsidentenwahlen die Vorteile des neuen Mediums gezeigt werden, womit der Rundfunk als Medium etabliert war und einen steilen Aufstieg nahm.

1040 WHO Des Moines, Iowa
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/1040WHO.mp3
Die einzige Radiostation der USA, die heute noch einen landesweiten Clear Channel besitzt.

1110 WBT Charlotte, North Carolina
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/1110WBT.mp3
Etwa 150 km vom Empfangsort entfernt, ist die Station auch nachts ziemlich gut zu hören. Üblicherweise hat man in dieser Entfernung ärgere Probleme mit gegenseitigen Interferenzen von Boden- und Raumwelle.

1120 KMOX St. Louis, Missouri
http://www.wabweb.net/radio/ussounds/1120KMOX.mp3
Die am Empfangsort beste "echte" K-Station (westlich des Mississippi gelegen).

Antworten:

Super! Danke für die Mitschnitte, sehr interessant. Da kommt ja vieles in guter Qualität rein. Ich nehme an das hast du mit der eingebauten Ferritantenne des ICF-SW100 empfangen?

von Phil75 - am 22.01.2006 22:46
Danke für die Infos. Seeehr interessant. :spos:

von Nordi - am 23.01.2006 08:21
Mit bis zu 18 kHz Bandbreite und einem guten Soundprocessing klingt auch Mittelwelle echt geil. In Europa leider undenkbar.

von Alqaszar - am 23.01.2006 12:18
Total schöne Mitschnitte! :-)

Finde ich übrigens sehr cool, dass du so oft "drüben" bist.

Ich selbst hatte ja bei Washington DC kein Glück mit Mittelwelle, Grund war massig HF-Müll.

von DX-Project-Graz - am 23.01.2006 17:03
http://forum.mysnip.de/read.php?15048,359222

Hier diskutierten wir neulich auch über die Hörgewohnheiten in den USA, jedenfalls gab wasat sehr viele Auskünfte.




von Der Korken - am 23.01.2006 20:47
Hallo zusammen! Wer kann mich mal über Clear-Channels aufklären?

von Chad Kroski - am 23.01.2006 21:12
Noch ?ne Frage:
Was bedeuten die typisch amerikanischen Stationsnamen?
Warum nennen sie sich nicht einfach "Antenne New York" oder so ähnlich?
Haben diese Stationsnamen ein System?

von Chad Kroski - am 23.01.2006 21:15
Zitat

Ich nehme an das hast du mit der eingebauten Ferritantenne des ICF-SW100 empfangen?

In der Tat ist es für europäische Verhältnisse fast unglaublich, wie gut ein 50 kW-Sender selbst in 1000 km Entfernung noch klingen kann. Viele Stationen verwenden allerdings nachts eine andere Abstrahlcharakteristik als tagsüber. Die MW-Sender stehen zudem meist in Sumpfgebieten, um so mit der Bodenleitfähigkeit die Effizienz der Abstrahlung zu vergrößern.

Dazu dieser Link mit Bildern eines MW-Senders bei New York: http://www.mikabcorp.com/project-wwru.html Dieser steht wirklich im Morast.

Zitat

Finde ich übrigens sehr cool, dass du so oft "drüben" bist.

Ich find's weniger cool, weil ich immer in den gleichen Ort zum Arbeiten muss und die Gegend dort Ödnis pur ist - "the real America" eben ;-) So ziemlich der einzige Vorteil für Radio-freaks ist, dass der Störpegel gering ist. Es gibt in der Umgebung nur einen lokalen MW-Sender. Auf UKW sieht es aber schlecht aus, weil nur wenige km vom Hotel entfernt 2 UKW-Sender stehen und auf 4 Frequenzen mit je 100 kW jeden Empfänger übersteuern.

Zitat

Wer kann mich mal über Clear-Channels aufklären?

Clear Channel bedeutet, dass eine Station nachts in einem großen Teil der USA störungsfrei gehört werden kann. Dazu werden alle Stationen auf der gleichen Frequenz von der Bundesfernmeldebehörde FCC verdonnert, nachts abzuschalten oder die Leistung so weit zu reduzieren, dass die Störungsfreiheit gewährleistet ist. Heute besitzen nur mehr wenige alte und traditionsreiche Stationen einen Clear Channel.

Clear Channel ist übrigens auch der Name eines der größten Radiobetreibers der USA. Das sollte man nicht verwechseln, wenn man z.B. liest, dass eine Station zu "Clear Channel" gehört.

Zitat

Was bedeuten die typisch amerikanischen Stationsnamen? ... Haben diese Stationsnamen ein System?

Die Sache lief so:
In der Anfangszeit des Radios in den USA hatten die Stationen Versuchscharakter und erhielten wie alle anderen Funkstationen auch ein Lizenzkennzeichen. Den USA sind international die Buchstabenreihen A, K, N und W zugeteilt. N wird z.B. meist für Flugzeuge verwendet. K und W werden für Schiffe und feste Funkstationen an Land vergeben.

Da sich schon bald nach Einführung des Rundfunks ein Boom entwickelte, wurden die Radiostationen zur Erleichterung der Unterscheidung verpflichtet, im Programm regelmäßig ihr Lizenzkennzeichen zu nennen. Das hat nun dazu geführt, dass man auf Namen verzichtet hat und statt dessen bis heute die Lizenzkennzeichen verwendet. Allerdings verwenden vor allem die meisten FM-Stationen parallel auch andere Namen, wie z.B. "The Beat" für WGBT, "The Zone" für WOZN, "The Buzzard" für WVBZ oder "Kix 96" für WKXU. Und WSLC nennt sich ganz einfach "Star Country".

Das System bei der Registrierung lautet heute: Westlich der Linie Mississippi/Missouri alle mit K, östlich davon alles mit W. Dieses System wurde erst 1921 geschaffen, allerdings mit der K/W-Trennlinie weiter westlich. Jedenfalls haben 3 Stationen in Pennsylvania, die vor 1921 ihre Lizenz erhielten, bis heute ein K-Kennzeichen. 1923 wurde die Trennlinie K/W zur heutigen Linie verschoben, so dass etwa 20 Stationen westlich des Mississippi, welche vor 1923 begründet wurden, bis heute ein W-Kennzeichen haben. Bei einer Station hat sich die FCC auch geirrt, weil man Michigan mit Missouri verwechselte, sodass KTGG die einzige K-Station in Michigan ist.

von Wasat - am 23.01.2006 22:52
Ich find das super interessant danke für deine mühe!

von -Kevin- - am 24.01.2006 14:49
...Die MW-Sender stehen zudem meist in Sumpfgebieten, um so mit der Bodenleitfähigkeit die Effizienz der Abstrahlung zu vergrößern.

Warum hat man dann die MW-Stationen Hoher Meißner und Langenberg auf Basaltfelsen gestellt? Dillberg, Mühlacker und Heusweiler stehen auch nicht gerade in Feuchtgebieten.
Hervorragende Abstrahlung hat allerdings Hamburg-Moorfleet. Beim neuen Bremer Standort Oberneuland ist allerdings der Strahler viel zu kurz, sonst gingen die 50 kW auch wesentlich weiter - nun ist nämlich die Reichweite über UKW 93,8 erheblich größer als die MW.

von digifreak - am 24.01.2006 16:08
Sehr schöne Aufnahmen,sowas ist wie oben schon gesagt hier wol undenkbar,kein Wunder daß in den USA die Mittelwelle noch so beliebt ist.

von Robert S. - am 24.01.2006 19:43
Das nächste Mal kannst du ja Top-of-the-Hours von FM Locals mitschneiden, wenn du Lust und Zeit haben solltest. :-)

Hier mal ein paar Top Of The Hours aus Nord-Virginia / DC: (alle in schönen 192 kbps Stereo :-))
http://www.dxpg.at/mitschnitte/toth-dc101.mp3
WWDC - DC101, DC's Rock Station (101.10 MHz Washington, DC)

http://www.dxpg.at/mitschnitte/toth-hot995.mp3
WIHT - Hot 99.5, Washington's #1 Hit Music Station (99.50 MHz, Washington, DC)

http://www.dxpg.at/mitschnitte/toth-eagle.mp3
WWEG - The Eagle, Classic Rock (106.90 Hagerstown, MD)

http://www.dxpg.at/mitschnitte/toth-wincfm.mp3
WINC - WINC-FM, Hot AC würde ich sagen (92.50 Winchester, VA)

von DX-Project-Graz - am 24.01.2006 19:56
Hallo zusammen! Erstmal vielen Dank für die interessanten Antworten. Ich hab da aber noch Fragen:
ist es richtig, dass im US-Radio die Musikauswahl auf AM und FM unterschiedlich ist? Mir wurde mal berichtet (ist aber schon länger her), dass auf AM Charts laufen, auf FM eher albumorientierte, teilwiese auch Spartenmusik hörbar wäre. Wird auf AM auch Stereo gesendet? Ist AM in USA aufgrund der größeren Reichweite so beliebt und nimmt der Konsument deshalb die Klangeinbußen in Kauf, oder liegt es in erster Linie an der Programmauswahl der AM-Sender?
Gruß

von Chad Kroski - am 12.02.2006 10:14
Zitat
Chad Kroski
Mir wurde mal berichtet (ist aber schon länger her), dass auf AM Charts laufen, auf FM eher albumorientierte, teilwiese auch Spartenmusik hörbar wäre. Wird auf AM auch Stereo gesendet? Ist AM in USA aufgrund der größeren Reichweite so beliebt und nimmt der Konsument deshalb die Klangeinbußen in Kauf, oder liegt es in erster Linie an der Programmauswahl der AM-Sender?


Dass auf AM Charts laufen, ist Quatsch. Musik ist generell auf FM anzufinden. AM dient Talk und einigen Spartensendern. Auch auf FM findet man Spartenprogramme.

AM Stereo gibt es soweit ich weiß, oft wird auch mit mehr Bandbreite gesendet.

von DX-Project-Graz - am 12.02.2006 16:32
Also ganz stimmt es auch nicht, daß auf AM nur Wortprogramme in den USA senden.
es gibt auch einige sender der Formate "Standards", "Country Classics", "Gospel" und "Oldies" die auf AM beheimatet sind.
In ländlicheren Regionen senden auch einige AC-Stationen und andere Formate wie auch öffentliche Full-Service-Programme auf AM. Oft ist in diesen Gebieten (zB im Death Valley) überhaupt gar kein Sender mehr auf FM hörbar.

Die Annahme, Charts laufen auf AM stammt aber aus den 50er60ern. Damals liefen die publikumsstärksten Programme tatsächlich auf AM (war ja hier auch so, daß zuerst die Kulturprogramme auf FM sendeten). Via UKW gab es dann zuerst alternativere Formate wie z.B. AOR (Album Oriented Rock), die sich mehr auf die Musik ganzer Alben ausrichtetetn als Kontrast zu Stationen, die tatsächlich nur Top40 spielten.
Deren Entstehen wird übrigens auf eine Legende begründet, nach der ein Radiomanager beobachtete, wie in der Jukebox seines Lieblingslokals ständig dieselben Titel wie verrückt von den Leuten gedreht wurden. Selbst das personal wollte wohl nach Feierabend immer noch diese Hits hören.
So kam er zu der Idee, ein Radioprogramm zu veranstalten, daß ausschliesslich die 40 meistverkauften Hits rotieren lässt...und geboren war das Top40-Format, das heute als "CHR" immer noch sehr erfolgreich ist.



von PeterSchwarz - am 12.02.2006 22:22
Auch die meisten Latino-Stationen senden in AM. Und davon gibt es immer mehr, da praktisch das gesamte Bau- und Reinigungsgewerbe von Mexikanern besetzt wird. Diese Stationen senden kaum in einem bstimmten Format, sondern bringen Musik, Talk, Nachrichten bunt gemischt.

Dazu habe ich auch einen Mitschnitt, und zwar von WGSP in Charlotte, NC auf 1310 kHz. Diese Station ist die einzige im Raum Charlotte, die in AM-DAB-IBOC (Digital Audio Broadcasting In Band On Channel) sendet. Wegen der Störungen auf den Nachbarkanälen müssen die digitalen Seitenbänder nachts weg geschaltet werden. Ich habe kurz vor dem Abflug in Charlotte einen Mitschnitt angefertigt, und zwar hört man 2 Sekunden 1290 kHz, 3 Sekunden 1300 kHz (Rauschen durch Digitalsignal), 10 Sekunden 1310 kHz (AM-Signal), 3 Sekunden 1320 kHz (Rauschen durch Digitalsignal), 2 Sekunden 1330 kHz.Der Sender arbeitet mit 5 kW und war knapp 7 km entfernt, also Ortssenderqualität. Anzumerken wäre noch, dass bei wenig trennscharfen Radios auch die übernächsten Kanäle noch mittelstark zugerauscht werden.

WGSP 1290-1330 kHz: http://www.wabweb.net/radio/ussounds/IBOC.mp3

Und einen Nachtrag gibt es auch bezüglich Kuba. Man kann "Radio Rebelde" an der US-Ostküste nachts auf mehreren Kanälen empfangen, aber durch US-Stationen stark gestört. Die beste Frequenz ist noch 710 kHz. Hier streitet sich Kuba mit WOR aus New York: http://www.wabweb.net/radio/ussounds/Cuba1.mp3

von Wasat - am 12.02.2006 23:28
Super Arbeit! .D

Ich hab schonmal versucht, mit diversen Online-Tunern U.S.-AM-DX zu praktizieren... Leider hat damals immer jemand ne neue Frequenz eingestellt, wenn ich gerade Jingles, Lokalreklame oder IDs aufnehmen wollte...

Nimmt das Radiom in mp3 auf oder auf Tape? Und wie sah es mit kanadischen bzw. mexikanischen Sendern aus?

P.S.: Schade, dass WSM 650AM nicht mehr die qualitativ hochwertigere Variante des Online-Streams ausstrahlt...

@all:
ist der Degen für AM-DX immer noch das Maß der Dinge in Sachen Empfangsempfindlichkeit? Oder was würdet Ihr mir raten um U.S.-MW-Sender hier zu empfangen (Gerät sollte sehr trennscharf und empfangsstark sein).

von LeipzigNewsMan74 - am 14.02.2006 21:12
Gestern morgen, gegen 2 Uhr, auf 770 KHz : WABC recht gut zu hören.
Nur leider hatte mein alter Grunzmich keine Drahtantenne zur Nutzung, der Empfang gelang nur mittels eigebauter FerritAntenne.

Zu den 1610-Sendern habe ich eine Frage : Diese Sender haben doch mit 10 Watt nur eine geringe Reichweite. Gibt es irgendwelche Fotos von diesen Anlagen, und : Gibt es da nicht entlang der Autobahn heftige Interferenzen, wenn man sich zwischen 2 Sendern aufhält (oder wird da immer von 1610 auf 1620 gewechselt ?)


von Der Korken - am 14.02.2006 21:28
Zitat

Nimmt das Radio in mp3 auf oder auf Tape?

Ich benütze einen MD-Recorder - das kleinste Aufnahmegerät, das ich besitze. Zuhause mache ich dann aus den MD's mp3-Files und bearbeite sie mit "CoolEdit" weiter.

Zitat

Und wie sah es mit kanadischen bzw. mexikanischen Sendern aus?

Bis zur US-Ostküste kommen mexikanische Stationen kaum durch. Von den Kanadiern kommen nur eine Handvoll bis NC durch. Am leichtesten kann man die Französisch sprachigen Stationen finden. 2 kann man in NC zeitweise brauchbar hören:
CINF Montreal auf 690 kHz (stark gestört durch eine Station in Florida)
CJBC Toronto auf 860 kHz (geht manchmal ziemlich gut, oft aber beträchtlich gestört durch US-Lokalstationen)

Zitat

Oder was würdet Ihr mir raten um U.S.-MW-Sender hier zu empfangen...

Ich kann nur aus schon länger vergangenen Zeiten berichten. Ich benützte dafür sowohl einen Grundig Satellit 3400 als auch einen ICOM-R70 (Baujahr 1982). Obwohl der Grundig auf MW nicht besonders empfangsstark ist, fand ich eine Lösung, die eine phänomenale Verbesserung brachte. Diesen benütze für den MW-Fernempfang nämlich eine Blitzableitererdung. Ich besitze auch noch eine Rahmenantenne von Martens, die den Vorteil der Richtwirkung hat, aber dafür bei weitem nicht die Signalstärken der "Erdantenne" bringt. Mir gelangen in der ersten Hälfte der 1980er-Jahre damit einige für Mitteleuropa recht schöne Amerika-Empfänge. WQXR New York (gibt es nicht mehr, Station gehörte der New York Times, damals mit werbefreier klassicher Musik auf 1560 kHz) teilte mir mit, dass ich der erste Österreicher sei, der eine Empfangsbestätigung erhalte.

Ein paar Hörbeispiele von damals gibt es unter: http://members.aon.at/wabweb/frames/hoerf.htm

@Der Korken
Zitat

Zu den 1610-Sendern ... Gibt es irgendwelche Fotos von diesen Anlagen, und : Gibt es da nicht entlang der Autobahn heftige Interferenzen ...

Ich habe mich an jenem Sonntag-Vormittag, als ich die Aufnahme machte, auf die Suche nach dem Sender begeben. Ich war zwar nahe dran, aber doch erfolglos. Eine Recherche im Internet brachte die Ursache zu Tage, nämlich, dass diese Stationen nur mit Antennen mit max. 15 m Länge arbeiten dürfen. Diese Stationen dürften an den Stützpunkten des Straßendienstes untergebracht sein. Wahrscheinlich ist es nur ein Draht, der an einem vorhandenen Funkmast angebracht ist.

Interferenzen zwischen den Stationen gibt es kaum, weil oft zwischen Nachbarkanälen gewechselt wird und der Abstand zwischen den Stationen ziemlich groß ist. An den Freeways stehen ja Info-Schilder für diese Stationen:

Wenn man bei einem solchen Schild das Radio auf die angegebene Frequenz stellt, ist das Signal meist noch sehr schwach. Für die Übermittlung der Botschaften reicht es aber. Man deckt mit so einem 10 Watt-Sender etwa 20 km Autobahn ab.





von Wasat - am 14.02.2006 22:02
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