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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Kay B, koslowski, Grenzwelle, Analog-Freak, Ingo-GL

Benutzen die Amerikaner noch 300 Ohm Flachbandkabel?

Startbeitrag von Kay B am 29.01.2006 12:44

Schon öfter ist mir aufgefallen, daß bei Geräten der Heimelektronik, die für den nordamerikanischen Markt bestimmt sind und einen Antennenanschluß benötigen, statt oder neben dem Koaxialanschluß zwei Schrauben für ein 300 Ohm Flachbandkabel vorhanden sind.

Manche ältere VHF-Modulatoren als Zubehör für Heimcomputer aus den 80ern besitzen sogar nur einen 300-Ohm-Anschluß.

Und wenn ein Koaxialanschluß vorhanden ist, dann ist dieser als F-Buchse vorhanden. Hat sich in den USA der IEC-Anschluß (also wie wir ihn als "Standard-Antennenanschluß" kennen) nicht durchgesetzt?

Werden da in den USA wirklich noch verstärkt Flachbandkabel als Antennenkabel eingesetzt?

Und warum hat man in den USA die Kanäle A03 und A04 als Ausgabekanäle für Heimelektronik gewählt, statt wie bei uns einen individuell einstellbaren Bereich im UHF-Band?

Antworten:

Zitat

Und wenn ein Koaxialanschluß vorhanden ist, dann ist dieser als F-Buchse vorhanden. Hat sich in den USA der IEC-Anschluß (also wie wir ihn als "Standard-Antennenanschluß" kennen) nicht durchgesetzt?
Nein Koax ist immer in F-Technik, IEC-Stecker sind unbekannt.

300 Ohm habe ich dort noch nie gesehen, das müssen wirklich recht alte Kisten sein. Mag aber sein, dass die 300 Ohm drüben etwas länger gelebt haben als bei uns (also bis in die 80er hinein).

von Grenzwelle - am 29.01.2006 14:19
Ich war irgendwie total auf Fernseher fixiert, dabei habe ich die von tomfritz erwähnten Kombi-Klemmanschlüsse 75/300Ohm bei UKW-Empfangsteilen ganz vergessen.

Ich hatte Anfang der 90er auch solch einen Tuner (von JVC) und habe die blöde Klemmerei gehasst, da man keine Antennen einfach umstecken konnte. Außerdem ist die Anschlusstelle auch bei Benutzung von Koaxialkabel nicht geschirmt. Wie ich finde, eine sehr schlechte Lösung.

Würde mich nicht wundern, wenn das bei Rundfunkempfängern für den US-Markt heute noch so gebaut würde.


von Grenzwelle - am 29.01.2006 20:08
1995 war ich in einem Baumarkt in Kalifornien, in dem die gesamte terrestrische Antennentechnik auch symmetrisch erhältlich war und zwar mit ähnlicher Auswahl wie die koaxiale Technik. Mittlerweile handelt sich dabei aber um Nischenprodukte, die man aber in vielen Baumärkten und den in allen größeren Orten anzutreffenden Radio Shacks durchaus noch anzutreffen sind.

von koslowski - am 29.01.2006 20:40
Nach der Einführung von UHF war schon in den 60ern bei Neuinstallationen wohl eher das Koaxial-Kabel der Standard. So war es jedenfalls im Haus meinen Eltern. Sonst hätten wir später nicht so einfach einen Antennenverstärker für die Mitversorgung des Zweitfernsehers installieren können. Spätestens mit dem Aufkommen von Antennenverstärkern war es aus mit den Paralleldrahtkabeln. An den Fernsehgeräten dieser Zeit war allerdings noch der Paralleldrahtanschluss Standard. Dafür brauchte man dann einen Adapter.

Ingo

von Ingo-GL - am 30.01.2006 09:56
In Deutschland war bis Ende der 1960er Jahre an den Geräten (Radio u. TV) der symmetrische Bananeneingang Standard. Anfang der 1970er Jahre gab es eine immer noch symmetrische Norm mit Steckern mit rechteckförmigem Querschnitt, die ein Verwechseln von UHF und VHF bzw. UKW und LMK verhindern sollten. Mitte der 1970er Jahre setzte sich der IEC-Anschluss durch und zwar auch bei Antennenwandsteckdosen. In letzterem Bereich hatte bis dahin jeder Hersteller einen anderen koaxialen Standard, so dass bei Umzügen die Kabel regelmäßig nicht passten. Ein Nachteil den der Bananenstandard nicht hatte. Bananenwanddosen waren aber trotzdem sehr ungebräuchlich.

Es wurden bis Anfang der siebziger Jahre durchaus in Deutschland noch Antenneninstallationen in symmetrischer Technik ausgeführt. Antennenverstärker, Weichen etc. gab es natürlich auch in symmetrischer Technik. Meist konnte man sogar beides anschließen.

Mit Einführung des IEC-Standards setzte sich auch der Wellenwiderstand 75 Ohm durch. In den sechziger Jahren gab es nur 60 Ohm koaxial bzw. 240 Ohm symmetrisch.

von koslowski - am 30.01.2006 11:11
@ koslowski

Zitat

Anfang der 1970er Jahre gab es eine immer noch symmetrische Norm mit Steckern mit rechteckförmigem Querschnitt, die ein Verwechseln von UHF und VHF bzw. UKW und LMK verhindern sollten.


Genau. Die kenne ich auch. Da hat man die Kontakte von VHF gegenüber UHF um 90° gedreht, sodaß man da nichts vertauschen konnte.

Zitat

Mit Einführung des IEC-Standards setzte sich auch der Wellenwiderstand 75 Ohm durch. In den sechziger Jahren gab es nur 60 Ohm koaxial bzw. 240 Ohm symmetrisch.


War also die Einführung von 75 Ohm Koaxialkabel zeitgleich mit der Einführung der IEC-Stecker?

Wer legte eigentlich den IEC-Anschluß fest?

Hat sich der IEC-Anschluß nur in den USA nicht durchgesetzt oder gibt's noch andere Länder, die diese Norm nicht nutzen?


von Kay B - am 30.01.2006 16:40
@ tomfritz

Da scheint's bei den Steckern für 300-Ohm-Kabel wohl mehrere Normen gegeben zu haben.


Hat irgend jemand 'ne Ahnung, warum die Amerikaner nun für ihre HF-Modulatoren das Band I gewählt haben? Die Kanäle A3 und A4 werden sicherlich in einigen Gegenden gleichzeitig belegt sein.


von Kay B - am 31.01.2006 16:50
In der DDR wurden noch bis in die 80er symmetrisches Flachkabel im Antennenbau verwendet, viele Verstärker hatten noch Schraubanschlüsse. Im Haus meiner Eltern wurde die Hochantenne 1979 errichtet (die steht und funktioniert noch heute, nur der Verstärker wurde inzwischen ausgetauscht). Die Antennen für UKW, BIII wurden per Flachkabel angeschlossen (Antenne -> Verstärker), lediglich für den UHF gab's damals Koaxialkabel. Vom Verstärkerausgang zu den TV's wurde aber Koaxkabel benutzt, da auch der alte "RFT Stassfurt Stella" 1970 schon Koaxanschlüsse hatte, allerdings noch getrennte für UHF und VHF.

von Analog-Freak - am 31.01.2006 18:07
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