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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
FM100, HAL9000, ulionken, RadioNORD, Phil75, TheSpirit, Rolf, der Frequenzenfänger, EmmWeh, PowerAM

Beeinflusst die Kabelverbreitung den Klang?

Startbeitrag von FM100 am 05.02.2006 23:25

Anlässlich des Beitrags "Beeinflusst ein Ant.-Verstärker den Klang?" (Danke an "AlexDozer"!) die Frage, ob durch die Kabelverbreitung der Klang verändert wird?

Ich stelle erhebliche Klangveränderungen von terrest. Antennenempfang zu Kabelempfang fest!

Antworten:

Zitat
FM100
Ich stelle erhebliche Klangveränderungen von terrest. Antennenempfang zu Kabelempfang fest!


Vermutlich verteilt Dein Kabelbetreiber die Programme digital zu seinen jeweiligen "Kopfstationen". Hier bei KabelBW kommen die Radioprogramme mit leichter Zeitverzögerung gegenüber dem terrestrischen Empfang an und klingen so mies wie eine 128 kbit-MP3-Datei.

von EmmWeh - am 05.02.2006 23:30
Indirekt kann die Kabelverbreitung von UKW-Programmen den Klang beeinflussen.

Hier in Lörrach sind die terrestrisch empfangenen Programme SWR4 Hochrhein, Kanalratte, DRS1 Basel, DRS2, DRS3 und France Bleu Alsace über das Kabelnetz nur noch mit Störungen zu empfangen, seit vor knapp einem Jahr die Netze Lörrach und Bad Säckingen vereinigt wurden. Die Störungen bestehen aus Prasseln (Interferenzstörungen), Rauschen und/oder Verzerrungen (Mehrwegeempfang). Die technisch gut ausgerüsteten Empfangsstellen der Bundespost / Telekom wurden ja aus Kostengründen aufgegeben, und vermutlich hat man bei der neuen Empfangsstelle an der technischen Ausrüstung für den UKW-Empfang gespart.

Programme wie SWR1 BW, SWR2, SWR3 oder Deutschlandfunk werden ab Satellit bezogen. Der Klang ist zwar einwandfrei (gegenüber dem UKW-Signal zeitlich ganz leicht verzögert), aber die RDS-Informationen sind nicht mehr die gleichen wie auf UKW.

Ich verwende jetzt wieder meine eigene UKW-Antenne für den Empfang der erwähnten Programme. Die Klangqualität im Kabel ist mir einfach zu schlecht und entspricht sicher nicht der HiFi-Norm.

73 de Uli

von ulionken - am 05.02.2006 23:39
HiFi- Norm? *gääähn* Diese Norm ist ebenso alt wie angestaubt und verrät rein gar nichts über den Klang. HiFi erreichen heutzutage schon Küchenbrüllwürfel. Diese altdeutsche Norm ist stark reform- bedürftig...

von HAL9000 - am 06.02.2006 07:21
Kabel-UKW kann man inzwischen leider völlig vergessen! Das ist für die Netzbetreiber nur noch ein notwendiges Übel. Die Qualität ist schlecht und in vielen Regionen ist nur noch ein Teil der ortsüblichen Programme drin. Eine simple Teleskopantenne leistet oft schon die besseren Dienste...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 06.02.2006 08:49
Nach anfänglicher Skepsis staune ich doch schon über das UKW-Angebot, das unserer Vermieter (gleichzeitig Kabelnetz-Betreiber) hier heranführt und einspeist. Dazu kommt für viele Sender ein selbst generiertes RDS-PS, dessen Sinn ich aber noch nicht begriffen habe. Könnte man nicht die terrestrisch empfangenen Sender mit dem originalen PS weiterverarbeiten?

Programmliste: http://forum.mysnip.de/read.php?8773,375983,376944#msg-376944

Mit den derzeit geforderten Preisen werde ich aber bestimmt nicht Kunde!

von PowerAM - am 06.02.2006 10:41
Zitat
HAL9000
HiFi- Norm? *gääähn* Diese Norm ist ebenso alt wie angestaubt und verrät rein gar nichts über den Klang. HiFi erreichen heutzutage schon Küchenbrüllwürfel. Diese altdeutsche Norm ist stark reform- bedürftig...


Dann schlag doch eine bessere (= aussagekräftigere) Alternative als Messlatte vor. Bei allen Mängeln der HiFi-Norm (DIN 45500): Sie ist besser als gar nichts. Das Einhalten der HiFi-Norm allein garantiert natürlich nicht einen guten, unverfälschten Klang.

Nach meinem Eindruck verpassen einige der UKW-Signale im hiesigen Kabelnetz sogar diese relativ lockere Norm: nichtlineare Verzerrungen wegen Mehrwegeempfang, dadurch >1% Klirrfaktor (nach meinem subjektiven Höreindruck). Und das Verpassen dieser veralteten Norm sagt dann sehr wohl etwas über den (schlechten) Klang für den Kabel-Übertragungsweg aus!

73 de Uli


von ulionken - am 06.02.2006 21:51
Also: Ich gestehe! Ich hänge u.a. am Kabel! ;-)

Es gibt hier eingespeiste Sender, die kann man sich wegen der Lautheit (Verzerrtheit) fast nicht anhören, zB. Sputnik (wieso sind die eigtentlich im Westen überall drin?) oder DRadioKultur (!!) und andere Sender wegen dem Gegenteil, bei mir völliger Mist zB. hr3

Also ich denke, da gibt es den Einspeisepunkt (wie auch immer abgegriffen terrestrisch oder Satellite) und dann eine Vielzahl von Verstärkern zwischendurch, ich glaube da ist das Problem begraben, da kommt dann irgendein Komprimierungsmatsch heraus...

Der Klang dankt es nicht!

von FM100 - am 06.02.2006 23:48
ich kann das kabelsignal direkt mit dem signal vergleichen, was am postübergabepunkt rausgeht... was über kabel zurück kommt ist total mumpf in den höhen.... allgemein klingt das nicht sehr nett! außerdem scheint es mir als wenn es nicht mehr so "breit" klingt, ja fast wie mono...

da kabelkopf und ukw sender an einem ort sind, wird das signal wohl gleich irgendwo direkt abgegriffen und auf den kopf gegeben, also fallen irgendwelche empfangsvermutungen weg!

von TheSpirit - am 07.02.2006 07:33
Vielleicht mag das aber auch insgesamt an unseren verwöhnten Ohren liegen: Dank DVD, Surround- Anlagen, Dolby Digital usw. haben wir uns daran einfach gewöhnt, und gut klingende Musikanlagen bringen heute deutlich mehr an Klang hervor, als zum gleichen Preis noch vor 20 Jahren. Bis in die Anfänge der 80er Jahre war doch die Cassette und Schallplatte das Maß aller Dinge, die ersten CD- Player waren unbezahlbar. Auch im Radio mit Studio- Equipment kam es immer wieder mal vor, das eine Schallplatte am knistern war oder gar nen Sprung hatte, leiernde und muffig klingende, rauschende Tonbänder waren normal. Heutzutage erwarten wir halt mehr, kein Rauschen, keine Artefakte, klares, durchgezeichnetes und ausgewogenes Klangbild. Der Klang im Kabel wird sich nicht sonderlich verschlechtert haben, wir sind nur besseres gewohnt. Damals war Radio via Kabel ein Novum - wir kannten es halt nicht besser.

Darum denke ich das es an der Zeit ist, auch die ewig alte HiFi- Norm DIN 45500 an heutige Maßstäbe anzugleichen. Ähnlich wie bei Lucas´ THX. Dort gibt es ja nun auch schon zahlreiche Gruppierungen, THX select, THX ultra und weiß der Kukuk was noch.

von HAL9000 - am 07.02.2006 07:59
Theoretisch kann der Klang in so einer Kabelkopfstation schon beeinflusst werden. Nämlich dann, wenn man zum Beispiel ein Signal vom Satelliten erst zur NF umwandelt und dann neu auf einen HF-Träger legt. Hier ist der Klang sehr vom verwendeten Empfänger und der sonstigen Peripherie abhängig. Theoretisch kann das auch bei ehemals terrestrischen Sendern passieren. Kommt immer drauf an, in welcher Weise die Kopfstation das Signal auf die Kabelfrequenz umwandelt. Ob es halt komplett demoduliert wird oder eben nicht...

von RadioNORD - am 07.02.2006 08:25
Ich hatte vor kurzem auch das "Vergnügen" das UKW Angebot von Kabel-BW in Lörrach zu hören. Ich kann die Aussagen von Uli bestätigen. Da stimmt wohl schon beim Empfang an der Kopfstation was nicht (Antenne nicht sauber gerichtet usw.). Im Cablecom Netz in Basel und auf unserer GGA wo ich wohne sind eigentlich alle Sender sauber drin, auch die von UKW empfangenen. Die Cablecom speist sogar alle auf UKW empfangbaren Sender mit den vollen RDS Daten ein. Die GGA speist auch ortsübliche UKW-Programme (z.B. DRS 2) schon mal via SAT ein, da gibt es dann nur das Kabeleigene "PS", sonst nichts. Aber bei der Qualität kann ich nicht meckern, das bekomme ich an meiner schlechten Lage auch mit Aussenantenne schlecht hin.

von Phil75 - am 07.02.2006 09:09
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