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vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
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Terranus, Handydoctor, Habakukk, Nordlicht2, Georg Acher, HAL9000, drahtlos, TiAmo74, Ingo-GL, KlausD

DVB-H gegen DMB - Vorteil DVB-H ??

Startbeitrag von Terranus am 07.02.2006 15:32

Diese Meldungen

http://www.digitalfernsehen.de/news/news_57038.html

Zitat

...gingen über 40 Anträge und Interessenbekundungen ein, u.a. auch von den Großen der TV-Branche wie Premiere, RTL und ProSiebenSat.1.Die meisten betreffen den Standard DVB-H.


und

http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,399510,00.html

Zitat

Das Format DVB-H konkurriert mit dem sogenannten DMB-Standard. Große Hersteller wie Nokia und Motorola haben sich aber auf DVB-H festgelegt, und außerdem kann dieser Standard 20 Kanäle übertragen, verglichen mit nur drei bei DMB. Die südlichen Bundesländer sperren sich noch gegen den DVB-H-Standard, aber dies wird wohl nicht mehr lange zu halten sein.


sehen nicht gut für DMB aus. Vorallem das Interesse auch der Privaten an DVB-H überrascht ...

Antworten:

Der letzte Abschnitt ist aber nicht ganz korrekt, denn DMB belegt auch nur 1/4 der Kapazität. Da stehen also eher 12 Programme bei DMB den 20-30 Programmen bei DVB-H gegenüber. Dann sieht die Sache schon anders aus. (1 DMB-Kanal liefert ungefähr 1-1,5MBps, 1 DVB-H-Kanal liefert ca. 9-12 MBps, 1 DMB-Kanal entspricht 1/4 eines DVB-H-Kanals). Man kann von gut doppelt so vielen Programmen bei gleicher Qualität aus gehen, das trifft es dann schon eher und ist ja immer noch genug Vorteil von DVB-H.

Letztendlich hat der Artikel im Grundtenor recht: DVB-H scheint mittlerweile kaum/keine Nachteile mehr gegenüber DMB zu haben (ist anscheinend ebenso mobiltauglich, die Dekodierung braucht nicht mehr Leistung), aber mehrere gravierende Vorteile, von denen der massivste die verfügbare Kapazität ist und die damit kostengünstigere Abdeckung. DMB kann mittelfristig wohl nur das L-Band nutzen, da Band III ja schon durch DAB belegt ist und wohl auch bleibt. Das L-Band ist allerdings für Rundfunkversorgung viel zu teuer und aufwändig (die DAB-Abstrahlungen beweisen das ja eindeutig). DVB-H dagegen hat im UHF-Bereich massiv Kapazität, u.a. auch Kanäle, die durch DVB-T nicht genutzt werden.
Und zu guter Letzt scheinen bei DVB-H einfach die "wichtigeren" Mobilfunkfirmen mitzumischen.

Auch wenn mir dieses Mäusekino eher am Arsch vorbei geht: es wäre wohl gut, wenn sich diese Konkurrenzsituation dieser beiden Systeme bald mal bereinigt. Dass konkurrierende Systeme nicht immer gut sind, sieht man ja an der DVB-T/DAB-Situation.

von Habakukk - am 07.02.2006 15:57
Der Vergleich mit der Anzahl der übertragenden Kanäle ist doch irgendwie lächerlich. Zum einen wurde bei DAB argumentiert, daß die Pakete schlecht sind, aber jetzt bei DVB-H sind sie wieder gut?
Ich würde ja vorschlagen, ein neues Verfahren DKB einzuführen, daß dann 200 Kanäle "schafft". Natürlich schafft man das dadurch, daß man damit den kompletten VHF-Bereich auf einen Schlag belegt... :rolleyes:
Das ganze ist doch ziemlich lächerlich, denn immerhin sollte sich im Sinne des Verbrauchers der Standard durchsetzen, der für mobile Dienste der fehlerunanfälligste ist... und das ist, soweit ich informiert bin, von beiden DMB, da dort der Fehlerschutz einen höheren Stellenwert besitzt. Der Rest wie Kodierung ist ja sowieso identisch bzw. kann ausgewechselt werden.
Naja, wenn ich an VHS, Video2000, etc. denke: Möge das Schlechtere gewinnen...

von TiAmo74 - am 07.02.2006 16:01
Dann bekommen wohl die Flachlandregionen DVB-H und die hügeligen Landschaften DMB. Dass ausgerechnet in den wirtschaftsschwachen Regionen Deutschlands 20 DVB-H-Kanäle aufgebaut werden sollen, will mir nicht in den Kopf.

Ingo

von Ingo-GL - am 07.02.2006 16:08
Nokia und Motorola benötigen dringend wieder bessere Verkaufszahlen. Daher lassen die keine Gelegenheit aus, auf DVB-H hinzuweisen.

Die Konkurrenz bestand bisher aus den öffentl. Rundfunkveranstaltern welche ein Free-DMB realisieren wollten und den Mobilfunk-Betreibern, welche ein Gebührenplichtiges DVB-H einführen wollten. Zumindestens war das mal vor gut 1 Jahr der Gedanke von Vodaphone (Medientage München). Ich glaube bis zur WM gibt es ein UMTS Flat-TV, somit haben die im eigenen Haus bereits Konkurrenz. Ein kostenpflichtiges DVB-H können sie sich auch bereits wieder abschminken.

Gerne würde ich auch mal ein DVB-H Handy sehen, welche länger als eine Stunde Betriebszeit erlaubt. Ich meine nicht die speziellen DVB-H Empfänger, welche nur DVB-H Empfang erlauben, sondern die echten Handys mit DVB-H Empfang.

von drahtlos - am 07.02.2006 16:24
Zitat

drahtlos : Nokia und Motorola benötigen dringend wieder bessere Verkaufszahlen. Daher lassen die keine Gelegenheit aus, auf DVB-H hinzuweisen.
Nokia bestimmt = ja , aber Motorola bestimmt NICHT = nein, denn deren Marktanteil hat sich 2005 auf inzwischen 19 - 20% weltweit erhöht. Trotzallem ist dies auch für mich "Mäusekino" , .... aber auch bei der möglichen Beliebtheit von SMS habe ich ursprünglich mal falsch gelegen - :( . Sowas passiert halt.

von KlausD - am 07.02.2006 17:27
Nokia verkauft ja als Weltmarktführer, die Geräte ohnehin wie "warme Semmeln". Motorola hat gerade wieder den Anschluss an den Weltmarkt geschafft und ist sehr interessiert den Abstand zum Marktführer nicht noch einmal zu vergrössern oder wieder zu verlieren.
Nokia und BenQ/Siemens haben schon auf der letzten IFA funktionstüchtige Geräte für DVB-H vorgestellt. Das waren aber die "Stromfresser".
International hat sich DMB schon etabliert . In Südkorea ist es auch schon einige Zeit im Regelbetrieb.
Da hat Samsung einen erheblichen Technologievorsprung.Das SGH-P900 werden ja schon einige gesehen haben(ansonsten hier:www.teltarif.de/arch/2006/kw06/s20400.html).
Die kommende Woche wird uns einige neue Handys mit unterschiedlichster Ausstattung bringen, denn da findet der 3GSM World Congress in Barcelona statt.
Anfassen kann man dann die Geräte auch auf der kommenden CEBIT.


von Handydoctor - am 07.02.2006 18:33
Die WM hat da keine Auswirkungen, das wird eher als Pilottest gesehen. Einfacher Grund: noch keine massentaugliche Modelle auf dem Markt.

von Terranus - am 07.02.2006 20:23
TV ueber UMTS hab ich schon gesehen, funktioniert recht brauchbar mit so 40s Verzoegerung im Vergleich zum SAT. Ist nur halt relativ teuer und man kann nur Programme sehen die der jewailige Anbieter im Angebot hat. Der Stromverbrauch bei DVB-H duerfte dann eher geringer sein da ja nicht vom Handy 'gesendet' werden muss. Wenn DVB-H nicht gebuehrenpflichtig wird dann setzt sich das auch durch, mal z.B. kurz Nachrichten sehen ist schon nett. Frage mich nur wie hoch die Empfangssicherheit in Door letztlich sein wird, so viel bessser als DVB-T ja wohl auch nicht oder man nimmt dann notfalls ne externe Antenne am Handy.

von Nordlicht2 - am 08.02.2006 09:33
Vielleicht gibt's dann das neueste "C0nrad Produkt" aus Fernost: ihr ganz privater kleiner Repeater, damit das HandyTV auch im Keller läuft ;)

von Terranus - am 08.02.2006 11:26
Hier http://www.digitalfernsehen.de/news/news_74209.html gibt es auch noch mal was zum Thema.Das Nokia N92 wird nächste Woche offiziell vorgestellt, dann kann ich eventuell auch was dazu hier schreiben.

von Handydoctor - am 09.02.2006 06:56
Mh, ich fürchte das wird dann wieder ein Ballungsgebiet- TV.
Sieht man ja an DVB-T: Neue Digital-TV Inseln gibts nur noch mit den Öffis.
Abgesehen davon: Ich kann auf das Mäusekino auf gut verzichten... aber das hab ich bei Handys mit eingebauter Digicam auch mal gesagt... heutzutage muss das mindestens ne 2MBit Cam sein... :D

von HAL9000 - am 09.02.2006 07:32
Was ich so gehört habe, haben einige Landesmedienanstalten Angst (bzw. anscheinend den begründeten Eindruck), dass DVB-H von den Mobilfunk- bzw. Geräteprovidern in einer etwas zu "proprietären" Art genutzt werden soll. D.h. die Geräte sind auf den Service einer Firma festgelegt, andere DVB-H-Services (FTA oder sonstige) können nicht bzw. nur unzureichend genutzt werden.

Sowas stösst den LMAs natürlich etwas auf. Bei den bundesweiten DMB-Ausschreibungen gab es dagegen ganz deutliche Regeln, dass die Geräte, die von den Anbietern subventioniert zur Verfügung gestellt werden sollen (eiei, man hat das Henne-Ei-Problem erkannt...) auch FTA-DMB, normales DAB und sowohl Band 3 als auch L-Band können müssen. Was die Anbieter selber machen (Pay-Dienst, etc.) ist dabei nicht definiert. Nur soll der Empfänger eben auch "normal" gehen. Wenn auch die Anbieter damit sicher nicht besonders glücklich sind (mehr Konkurrenz), ist das IMO doch recht sinnvoll...

DVB-H wird sicher an der rigiden Frequenzzuteilung zu knabbern haben (zweite D-weite Bedeckung erst >2010 oder so), während für DMB/DAB schon dieses Jahr wohl min. 5 Bedeckungen (3*Band3, 2*L-Band) drin sind.

Interessant ist da der DMB-Run in Asien. AFAIK hat China sich für DMB entschieden und für den Anfang schon mal ne halbe Mio Geräte aus Korea bestellt. Die Welt ist irgendwie krank ;-)


von Georg Acher - am 09.02.2006 17:21
http://www.digitalfernsehen.de/news/news_77551.html

Die DMB Leute müssen sich mehr sputen scheint mir, denen scheint DVB-H just dieser Tage davon zu laufen.

von Terranus - am 28.02.2006 15:29
Naja, DMB im L-Band ist genauso wie DAB im L-Band haarsträubender Stuß!

von Habakukk - am 28.02.2006 15:39
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