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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
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Wiesbadener, Harald P., Georg Acher, Ingo-GL, KlausD, wavefinder, Birger*, Habakukk

Infos zu DMB Hessen

Startbeitrag von Wiesbadener am 02.03.2006 11:16

Ich habe mal ein interessantes Hintergrundgespräch zu DMB geführt. Demzufolge sind die Radioveranstalter ziemlich sauer, dass nicht die Medienanstalten, sondern der letztendlich lizenzierte Plattformbetreiber die Hörfunksender aussuchen. Daher haben sie sich quasi "illegal" als Programmanbieter auf die Ausschreibungen beworben.

Einen bundesweiten Start zur Fußball-WM wird es nicht geben. Ab Ende Mai soll etwa hier in Hessen lediglich ein einziger Sender (wohl Frankfurt-Euroturm) on Air gehen, bis Jahresende werden es wohl zwei weitere rund um Frankfurt sein. Erst 2007 soll sukzessive aufgerüstet werden. Bestätigt wurde mir, dass man die reinen Audioprogramme auch mit normalen DAB-Empfängern hören kann.

Interessant: um einen optimalen Inhouse-Empfang zu gewährleisten, wird mit der zehnfachen Sendeleistung bisheriger DAB-Übertragungen gesendet, also im Schnitt 10 kW pro Sender. Das heißt auch: eine höhere Reichweite mit DAB-Autoradios. Alle DMB-Endgeräte, also Handys, Handhelds usw. können auch die übrigen DAB-Radioprogramme empfangen. Man kann die Handys mit Audio-Ausgängen auch an heimische Stereo-Anlagen oder mit dem Video-Ausgang ans TV anschließen. Ist also schon ein Gewinn.

Antworten:

Zitat
Wiesbadener
Bestätigt wurde mir, dass man die reinen Audioprogramme auch mit normalen DAB-Empfängern hören kann.

Interessant: um einen optimalen Inhouse-Empfang zu gewährleisten, wird mit der zehnfachen Sendeleistung bisheriger DAB-Übertragungen gesendet, also im Schnitt 10 kW pro Sender. Das heißt auch: eine höhere Reichweite mit DAB-Autoradios.


Da stellt sich mir die Frage wozu man noch zusätzlich die Sender "normal" über DAB abstrahlen muß, zumindestens dann, wenn DMB flächendeckend zur Verfügung steht. Gibt es denn (zukünftig) reine DAB-Standorte, oder wird überall wo DAB gesendet wird auch DMB gesendet?

von Harald P. - am 02.03.2006 12:55
Zitat

Interessant: um einen optimalen Inhouse-Empfang zu gewährleisten, wird mit der zehnfachen Sendeleistung bisheriger DAB-Übertragungen gesendet, also im Schnitt 10 kW pro Sender.

siehe letzte update der BNetzA vom 28-Feb-2006. Dort neue DAB-Koordinierungen
Hessen:
Frankfurt/Main LC / LD 10kW
Hanau LC / LD 5kW
Heusenstamm LC / LD 10kW


von KlausD - am 02.03.2006 13:21
Zu Harald Ps Frage:

DMB setzt auf DAB auf. Man kann DAB-Programme neben DMB-Programmen in demselben Ensemble senden. Aber die herkömmlichen DAB-Empfänger können eben nur die DAB-Programme wiedergeben.

Ingo

von Ingo-GL - am 02.03.2006 13:32
@Ingo-GL:
Man sendet also DMB und DAB parallel? Habe ich das so richtig verstanden? Aber wozu muß dann ein reines Audiosignal noch zusätzlich zu dem DMB-Signal (welches ja auch Audio mitsendet) verbreitet werden? Oder bin ich gerade irgendwie auf dem ganz falschen Dampfer?

von Harald P. - am 02.03.2006 15:47
DMB ist eine ganz alte Kamelle. Schon 1996 gab es dazu einen Beitrag von DAB-Godfather Frank Müller-Römer in der Infosat. DMB ist schlichtweg Fernsehen im DMB-Modus. Der Begriff "Handy-TV" ist übrigens falsch, gebe es DMB-Set-Top-Boxen, könnte man die Sender auch am normalen TV-Bildschirm verfolgen. Einen DMB-Versúch gab es bereits Ende 1996/97 im Rhein-Main-Gebiet und Rheinland-Pfalz entlang der Bahnstrecke Frankfurt-Saarbrücken. Übertragen wurde das TV-Prorgamm n-tv.

von Wiesbadener - am 02.03.2006 15:58
@Harald P.
Ein DMB-Paket kann von DAB-Empfängern genauso empfangen werden. Die Pakete sind sozusagen halbwegs identisch, nur das, was drin ist, ist unterschiedlich.

Was DMB von DAB unterscheidet, ist letztendlich, dass DMB Audio+Video in MPEG4 und AAC überträgt, während DAB nur Audio in MP2 überträgt. Laut Vorgabe der Ausschreibung soll in diese DMB-Pakete neben einem DMB-TV-Programm auch ein DAB-Radio-Programm. Und dieses DAB-Radioprogramm empfängst du mit jedem herkömmlichen DAB-Gerät, nicht aber das TV-Programm.

In Australien gibt es anscheinend bereits eine zweite DAB-Version, wo auch schon die Hörfunkprogramme in AAC statt MP2 ausgestrahlt werden, da empfängst du mit herkömmlichen DAB-Geräten außer der Senderkennung nichts.

von Habakukk - am 02.03.2006 16:04
@Andalus: Am Anfang des ersten DMB-Testes (mit n-tv) wurde der TV-Ton noch in MP2 gesendet, das heißt, das DAB-Radio empfing in der Tat den TV-Ton. Später wurde auf AAC umgestellt, da las das DAB-Gwerät in der Tat nur noch die Kennung ein.

von Wiesbadener - am 02.03.2006 16:11
Es ist nicht vorgesehen, ein- und dasselbe Audioprogramm sowohl im DMB-Modus als auch im DAB-Modus parallel auszusenden, obwohl das sicherlich interessant wäre wegen AAC versus MP2. Ein DAB-Ensemble kann eben vielerlei transportieren; neben den genannten Sachen auch noch Datendienste und den elektronischen Programmführer EPG.

Ingo

von Ingo-GL - am 02.03.2006 16:56
Das alte DMB war eine Bosch-Spezialerfindung, AFAIR ohne jeden "greifbaren" Standard. Das jetzige DMB ist im Prinzip DVB over DAB.

"Toll" war es eigentlich aber schon damals nicht, DAB sind halt 170-200KByte/s Daten. Wie das interpretiert wird, ist ein Detail am Rande... Nur kann man jetzt halt so komprimiert übertragen, dass das Bild halbwegs tauglich aussieht.

Georg

von Georg Acher - am 02.03.2006 16:58
Jetzt frage ich mich aber, warum DVB-T mit TV & Radio in Deutschland ja anscheinend nix wird aber DAB & TV was werden soll. Letztlich sind beides digitale Transportsysteme, wobei DAB wohl eine etwas robustere Übertragung bietet. Aber letztlich gebe ich Handy-TV null Marktchance. Selbst als Free-TV bleibt das eine kaum genutzte Spielerei.

von Birger* - am 02.03.2006 17:30
Das mit der Marktchance hängt von der Vermarktung ab. Ich wüsste auch nicht, wofür ich mit einer fummeligen 12er-Tastatur Meldungen von max. 160Zeichen verschicken sollte. Viele brauchen es aber anscheinend so sehr, dass der anfangs kostenlose Dienst dann auf einmal Geld gekostet hat... ;-)

Georg

von Georg Acher - am 02.03.2006 17:40
Erstmal danke an alle für die Antworten, jetzt sehe ich klarer.

Ich denke schon, daß sich DMB durchsetzen könnte, schließlich hat das Fernsehen ja einen wesentlich höheren Stellenwert als Radio. So hat sich ja auch DVB-T schnell etabliert, über DAB dagegen brauchen wir wohl nicht zu reden....

von Harald P. - am 02.03.2006 20:45
DMB wird keine Chance haben. Die Handys werden in Deutschland fast ausschließlich von den GSM/UMTS Netzbetreibern verkauft. Durch massive Subventionen. Es zahlt heute kaum jemand mehr als 49 Euro für ein neues Handy. Auf dem Handymarkt führt kein Weg an Nokia vorbei und Nokia setzt auf DVB-H. Die Netzbetreiber haben überhaupt kein Interesse an kostenlosem Fernsehen auf dem Handy und werden deshalb diese Handymodell gar nicht erst verkaufen. Die haben doch gerade erst zaghaft TV on Demand per UMTS eingeführt. UNd bis die Kosten der UMTS Lizenz und des Netzaufbaus wieder eingespielt werden, werden noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vergehen. Da setzt man, wenn überhaupt auf DVB-H. Aber selbst das glaube ich kaum, denn auch dort wird man nicht alleine abkassieren können, da das Netz und die Inhalten von anderen gemacht werden. Klar man wird vielleicht testen, speziell zur WM. Mit Cellbroadcast hat man auch viel getestet. Da man den aber beim Kunden nicht auf die Rechnung schreiben kann, wurde er schnell wieder eingestampft.

von wavefinder - am 02.03.2006 21:01
Ohne jetzt wieder eine Diskussion zu diesem Thema loszutreten - PM der LPR-Hessen zum Handy-TV vom 03-Maerz-2006 zu dieser Thematik - hier -

von KlausD - am 07.03.2006 11:56
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