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Ingo-GL, Günter Lorenz, Erich Hoinicke, PowerAM, Jens1978, Terranus, Japhi, Felix 99, Robert S.

Blaupunkt Digiceiver / Sharx Entwicklungsgeschichte

Startbeitrag von Ingo-GL am 14.03.2006 18:34

In der technischen Entwicklung der Sharx-Tuner (Tuner mit Bandbreitenumschaltung) gab es mindestens eine grundlegende Änderung, nämlich den Wechsel von einem ZF-Verstärker mit schaltbaren Keramikfiltern zu einem Verstärker mit digitalem Filter.

Frage: In welchem Jahr hat Blaupunkt den Wechsel durchgeführt?

PowerAMs Palm Beach 50 (Jahr 2000) hat schaltbare keramische Filter.
Siehe http://forum.mysnip.de/read.php?8773,369875,369875#msg-369875

Der Woodstock 53 (2003) hat ein schaltbares digitales Filter

Welchen Filtertyp hat zum Beispiel der Woodstock 52?

Man erkennt es an der Hauptplatine: In den neueren Digiceivern mit digitalem Filter (wie Woodstock 53 und 54) sind alle Bauteile des UKW-Tuners auf der Hauptplatine verteilt. Es gibt keinen UKW-Tuner im Blechkästchen (jedenfalls in den Einfach-Tuner-Geräten; in Doppeltunergeräten wie Bremen MP 74 mag es anders aussehen). Und es gibt nur ein keramisches Filter.

Ingo

Antworten:

Re: Blaupunkt Sharx Entwicklungsgeschichte

Ich hatte schon immer den leisen Verdacht, dass der DigiCeiver meines Blaupunkt Dallas MD70 Vorreiter der neuen Sharx-Entwicklungsstufe für die nachfolgenden Woodstocks 53 und 54 war. Die ältesten privaten Testberichte im web stammen von Mai 2000! Wie von Ingo beschrieben, findet sich kein geschlossenes Tunerteil auf der Hauptplatine, auch ist nur ein ZF-Filter verbaut.

Ergänzen möchte ich, dass ich das oft beschriebene, 2...3 Sekunden dauernde Sharx-Einregelverhalten nicht wahrnehmen kann - es erfolgt weder stufig, noch gleitend: Der Sender "steht" beim Zappen einfach da, so wie bei einer Festbandbreite. Mit einem so kurz gewählten Regelparameter erübrigt sich für mich, Sharx nur bei Bedarf einzuschalten. Ich hab's ständig aktiviert, subjektiv ohne große Klangeinbußen, aber objektiv ohne messbare Einbußen in der RDS-Anzeige! Mai 2000 - wer bietet weniger?

von Erich Hoinicke - am 15.03.2006 08:41

Re: Blaupunkt Sharx Entwicklungsgeschichte

Die letzte Ziffer der Typnummer sagt aus, in welchem Jahr das Gerät herausgekommen ist:
42 = Jahr 1992
69 = Jahr 1999
50 = Jahr 2000
70 = Jahr 2000
53 = Jahr 2003
74 = Jahr 2004
35 = Jahr 2005 oder 1985

6x/7x hat eine hochwertige Ausstattung, 2x/3x hat die geringste; 4x/5x ist Mittelklasse.
Geräte mit 40er- und 60er-Nummer gibt es bei Blaupunkt zur Zeit nicht.

Der Dallas MD70 hat laut Erich Hoinicke also Sharx mit schaltbarem Digitalfilter. Damit hat Blaupunkt dann doch die beiden Techniken parallel in unterschiedlichen Gerätetypen desselben Jahres verwendet (denn Palm Beach C50 hat umschaltbare Keramikfilter)

Aus eigener Anschauung kenne ich nur das Sharx aus den Geräten mit DAB-Tuner (Woodstock 5x). Jedoch wird Blaupunkt in den Sharx-Geräten ohne DAB-Tuner dieselbe Technik verwendet haben, denn DAB und UKW-FM sind bei Blaupunkt ohnehin völlig getrennt.

Eine neue Beobachtung für mich ist, dass Blaupunkt unterschiedliche Leistungsstufen der _digitalen_ Filterung parallel in verschiedenen Gerätetypen verwendet hat. Erich Hoinickes Beobachtung des verzögerungslosen Ansprechens des Sharx-Filters am vergleichweise alten Dallas MD70 spricht jedoch für diese These. Und Tomfritz war ja schon immer dieser Ansicht.

Der Woodstock 53 hat im Vergleich zum Woodstock 54 in der Tat einen kleineren und vermutlich leistungsschwächeren Mikrocomputer auf der Platine (ich muss die Typnummern der von NEC hergestellten Mikrocomputer demnächst nochmal ablesen; sie unterscheiden sich an einer Stelle). Damit ist das unterschiedliche Ansprechverhalten der Digitalfilter der beiden Geräten dann wohl nicht bloß eine Folge unterschiedlich weit fortgeschrittener Software.

Nachtrag:
Ein Torx-Schraubendreher der Größe T9 wird benötigt für das Demontieren von Laufwerken und anderen innen liegenden Teilen. Neuerdings sind auch die Gehäusedeckel mit ebensolchen Schrauben befestigt.
Torx T20 braucht man zum Lösen der Frontplatte oder des Frontplattenrahmens.

Ingo

von Ingo-GL - am 15.03.2006 11:08

Re: Blaupunkt Sharx Entwicklungsgeschichte

Der 32bit-Microcontroller NEC Typ µPD 70..., den ich in einem vorhergehenden Beitrag erwähnt habe, hat mit der digitalen Filterung nicht viel zu tun. Die Digiceiver-Elektronik steckt vielmehr in dem mit "Blaupunkt" beschrifteten Bauteil (quadratische Fläche, 4 x 16 Anschlusspins). Es beherbergt einen Analog-Digital-Umsetzer und einen speziellen Microcontroller (Signalprozessor).

Das im Woodstock 54 DAB und Casablanca MP54 verwendete Bauteil trägt unter anderem die Bezeichnung "SC 540 206 FU" (zweite oder dritte Zeile auf dem Baustein).

Der Woodstock 53 hat den Typ "SC 390 737 FU".

Die frühen Digiceiver-Bausteine beschränkten sich auf Demodulation und RDS-Decodierung. Das für die Trennschärfe entscheidende Zwischenfrequenzfilter war in konventioneller Technik ausgeführt (Keramikfilter und im Falle von Sharx: umschaltbare Keramikfilter).

Neuerdings erledigt der Digiceiver auch einen Teil der Filterung. Sharx wurde damit in den Digiceiver integriert, und Keramikfilter werden seither nur noch für die grobe Vorfilterung gebraucht.

Ingo


von Ingo-GL - am 17.03.2006 11:06
Vergleich des UKW-Filters der Geräte Woodstock 53 und 54
(Beide haben ein durch Software definiertes Filter):

Situation:
Empfangsfrequenz 88,70 MHz,
also 100 kHz neben einem mittelstarken Sender (88,80 WDR 5, Langenberg, 45 km entfernt, 75 dBµV an der Dipolantenne laut FMScan).
Die andere Nachbarfrequenz (88,60) ist weitgehend leer (zeitweise Business Nieuws Radio hörbar)

Woodstock 53:
Permanentes, aber geringes Kratzen von der 88,80
Von Zeit zu Zeit sind schwache Signale anderer Sender auf der 88,70 hörbar (France Musique, WDR 3 Biedenkopf/Sackpfeife)

Woodstock 54:
Sehr unruhiges Kratzen, häufig gerät das digitale Filter vorübergehend aus dem Takt, laute bis zu 1 Sekunde lange Kracher sind dann zu hören. Sporadisch klingt es sogar so, als stünde da ein sekundenlanger Leerträger. Sehr merkwürdig. Im Hintergrund sind dieselben Sender wie am Woodstock 53 zu hören.

Fazit:
Die gegenüber dem Jahrgang 2003 geänderte Filtersoftware des Woodstock 54 passt sich zwar schneller an die neue Situation nach einem Frequenzwechsel an, aber sie macht auch schneller mal einen Fehler.

Eine Frage an die Besitzer eines Woodstock 52: Welche Art von Filterung ist dort verbaut. Das digitale? Oder die umschaltbare Filterbank des Palm Beach C 50?

Ingo


von Ingo-GL - am 27.03.2006 13:18
Im 52 sollten digitale Filter drin sein,also manuell kann man da nix umschalten,nur halt SHARX aktivieren oder deaktivieren.

von Robert S. - am 27.03.2006 18:08
Der Vorteil der digitalen Filterung ist ja aber, dass man unendlich viele Filter in allen Variationen entwickeln kann. Aus dem Grund verstehe ich nicht ganz, warum man nicht ein Menu macht, wo man verschiedene Filtervarianten auswählen kann. Die Software scheint ja da zu sein (WD53 WD54). So wie jetzt schon bei Geräten verschiedene Klangvarianten auswählt werden können, wählt man dann halt verschiedene Empfindlichkeits-bzw. Einschwingstufen. So eine Abfrageroutine ist nicht viel, bringt aber viel. Als default-Fall gibt man halt irgendeine Standardfunktion ein. Allgemein ist aber der eigentliche UKW-Empfänger fast schon identisch mit dem für digitale Signale: Vorfilter(analog) -> A/D-Wandler -> Synchr. -> Abtastratenumsetzung ....

von Jens1978 - am 27.03.2006 18:43
@ Jens
Da die Geräte für den Massenmarkt und nicht für uns "Freaks" gebaut werden wird es sicherlich nie solch ein Menü zur Filtereinstellung geben.
Normaluser koennten dadurch eine unvorteilhafte Einstellung fabrizieren die den Kunden unzufrieden macht und somit das Markenimage schädigt.
Ich selbst würde soetwas natürlich vollends begrüssen aber komerziell ist sowas bei Massenmarkt Produkten unklug
- Und extra ein Servicemenue für 100 Leute zu implementieren wäre zu teuer.
Sprich sofern keine Techniker Eigeninitiative zeigen und soetwas versteckt irgendwo implementieren wirds sowas nicht geben.

Hat niemand hier conenctions zur Blaupunkt Entwicklungsabteilung?

@ Ingo
bevor ich mein Frankfurt zerlege - Wo finde ich das Blaupunkt teil? Unterseite oder Innenseite?
Hast mich jetzt neugierig gemacht was genau in meinem Radio verbaut ist.

von Felix 99 - am 27.03.2006 19:36
Sharx kann auf zwei Arten realisiert worden sein:

Durch Umschalten zwischen mehreren keramischen Filtern.
Ein Beispiel dafür ist PowerAMs Palm Beach 50 (eingeführt im Jahr 2000). PowerAM hat an seinem Gerät die Filterbestückung geändert. Siehe http://forum.mysnip.de/read.php?8773,369875,369875#msg-369875

Oder eben durch digitale Filterung. Solche Geräte haben nur ein einzelnes keramisches Filter.

Das Vorhandensein eines mit 'Blaupunkt' beschrifteten Bausteins ist noch kein hinreichender Nachweis für das Vorhandensein einer digitalen Filterung. Entscheidend ist vielmehr die Anzahl der keramischen Filter. Es handelt sich um die bekannten senkrecht stehenden orangefarbenen Bauteile mit drei Anschlussbeinen. Bei den beiden Geräten Woodstock 53 und 54 ist das leicht zu erkennen. Dort sind nämlich alle Bauteile des UKW/LM-Tuners auf der Oberseite der Hauptplatine untergebracht. Bei anderen Geräten sieht man innen an der Rückwand ein Blechkästchen, das den UKW-Tuner und mindestens zwei keramische Filter enthält. Wenn es sich um ein Sharx-Gerät ohne digitale Filterung handelt, müssten jedoch noch mehr Filterbausteine vorhanden sein, im Blechkästchen oder auf der Hauptplatine.

Um vollständigen Einblick auf die Hauptplatine bekommen zu können, muss man das Laufwerk lösen. Bei den Geräten mit CD-Laufwerk geht das recht einfach. Bei einem Gerät des Jahrgangs 1992 mit Cassettenrecorder ging es eher schwer. Bei den mir bekannten Geräten von Blaupunkt wird zum Lösen des Laufwerks ein Torx-Schraubendreher der Größe T9 benötigt.

Ingo

von Ingo-GL - am 27.03.2006 20:49
Schön, daß so viele Forums-Kollegen Interesse an meinem umgebauten Palm Beach
C50 finden! Jedenfalls hat das die beschriebene kaskadierte Filterbank. Was mich
jetzt mal interessiert ist mein Beetle-Alpha! Augenscheinlich hat es dann nach eurer
Beschreibung die erste Generation des "digitalen" SHARX, oder irre ich mich da?
Ich habe keine Filter gefunden - außer einem AM-Filter. Der Rest scheint gekapselt.

Auch wenn das Palm Beach C50 schon recht gut ist - ich habe den Eindruck, als wäre
das Beetle-Alpha noch einen Tick besser. Beide trennen gut, nur das Beetle-Alpha
schafft manchmal doch einen beim Palm Beach noch leicht angekratzten Sender ganz
sauber darzustellen. Beide Tuner sind aber beim SHARX-Regelverhalten sehr langsam,
sie brauchen also sehr viel Zeit, den Empfang im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu op-
timieren. Da ist das Palm Beach auch noch langsamer - vermutlich weil die Steuerung
andere Empfangsergebnisse erwartet als tatsächlich durch die veränderten Filter er-
reicht werden.

von PowerAM - am 27.03.2006 23:47
@Felix
Klar, das sehe ich genauso, ein Menu mit 15 verschiedenen Filtern macht auch wenig Sinn. Allerdings gibt es bei jedem Radio mittlerweile einen Umschalter für lokaldx und da kann man auch noch was anderes in dieses Funktion reinpacken als bloß die Empfindlichkeit. Machbar und wirtschaftlich günstig und leicht realisierbar ist da schon was....

@PowerAM
Welche Filterbandbreiten hast du eigentlich bei dir gegen welche ausgetauscht?

Welche Bandbreite hat eigentlich das Vorfilter bei den digitalen Sharx-Empfängern? Lohnt sich da ein Austausch?


von Jens1978 - am 28.03.2006 12:57
@Jens1978:

Ich hatte mal vor zwei Jahren mit meinem o.g. Dallas einen Parallelscan gegen meinen Heimtuner gemacht und dabei die gesockelten Filter des Onkyo so lange durcheinander getauscht, bis ich die Filterkombination in "supernarrow" gefunden hatte, bei der beide Geräte ein identisches Empfangsverhalten an den Tag legten:

110 - 110 - 110 - 110 - 80 - 80 [kHz]

Das fand ich schon sensationell, denn damit trennst du schon recht gut im 0,1 MHz-Abstand. Zum Vergleich meine bevorzugte Bestückung, bei der es gerade noch nicht zu hörbaren Verzerrungen kommt:

110 - 110 - 80 - 80 - 80 - 80 [kHz]

Hardcore-DXer nehmen Kratzen in Kauf und würden sicher noch schmalere Filter einsetzen. Nur müsstest du, wenn du mit einem zu schmalen Vorfilter beim Blaupunkt hörtest, ständig zwischen Sharx und No Sharx wechseln, je nach dem, ob du DXen oder Musik hören willst. Mit dem Gedanken im Kopf, dass die geringe Bandbreitenreserve wahrscheinlich für übermodulierende Sender aus HOL ganz sinnvoll ist, bin ich dem Vorfilter im Dallas damals nicht mehr nachgegangen.

von Erich Hoinicke - am 28.03.2006 13:55
Auch beim digitalen Filter könnte das Auswechseln des keramischen Vorfilters einen Vorteil bringen. 100 kHz neben dem Ortssender würde die Regelung die Zwischenfrequenzverstärkung weniger stark herunterfahren, der Empfänger würde weniger stark desensibilisiert. Wieviel das bringt ist schwer vorauszusagen. Die Trennschärfe eines Empfängers hängt nicht nur vom Zwischenfrequenzfilter ab, sondern auch vom Rauschen des Oszillators der Frequenzumsetzung und generell von der Übersteuerungsfestigkeit der Eingangsstufen.

Ingo

von Ingo-GL - am 28.03.2006 19:10
Was original drin war weiß ich nicht mehr, ich glaube aber es irgendwo hier ge-
postet zu haben. Jetzt sind diese Filter drin: 150 - 110 -110 - 110 - 110. Schmalere
habe ich nicht. Wie die Automatik damit nun arbeitet weiß ich nicht und auch
nicht, wieviele Kombinationen sie zum Durchspielen hat.

von PowerAM - am 28.03.2006 19:41
Welche Technik im Beetle-Alpha verbaut ist, interessiert mich auch noch. Ich meine, man kann die digitalen Filter grundsätzlich daran erkennen, dass 100 kHz neben einem Ortssender bei eingeschaltetem Sharx permanent ein leichtes Pfeifen zu hören ist. Ich selbst habe ja keine Möglichkeit zum Vergleich mit einem Empfänger mit sehr schmalen Keramikfiltern. Doch wenn der Beetle-Alpha dieses Pfeifen zeigt, der modifizierte Palm Beach jedoch nicht, dann sehe ich das als Hinweis auf digitale Filterung.

Ingo

von Ingo-GL - am 29.03.2006 21:14
Beim modifizierten Palm Beach hast Du 100 kHz neben einem nicht allzu starken Ortssender (z. B. mit 1 kW) leichte Überschläge des Senders sowie eventuell einen weiter entfernten Sender auf der eingestellten Frequenz.

Das Beetle-Alpha macht mit dem selben Versuch eine bessere Figur und versucht, irgendwas hörbar zu machen. Es schaltet wahrscheinlich die Filtervariationen durch, was man ein einem leichten "Ploppen" heraushört. Das Geräusch komt definitiv nicht von der AF-Funktion, die habe ich abgeschaltet.

Wenn es auf der Frequenz neben einem nicht allzu starken Ortssender wirklich nichts zu empfangen gibt, so hört man ein hohes Rauschen und ab und an auch Überschläge des Nachbarsenders - aber nicht ganz so stark wie beim Palm Beach. Es ist scheinbar doch einen Tick trennschärfer.

von PowerAM - am 29.03.2006 21:28

Re: Blaupunkt Sharx Entwicklungsgeschichte

Heute habe ich mich getraut, das Blaupunkt Woodstock 52 zu öffnen. CD-Laufwerk ausgebaut, so hat man einen schönen Blick auf's Innenleben. Ich habe nur ein einziges Filter gefunden, beschriftet mit E10.7S, mit dem roten Punkt rechts oben - nach Recherche wären das wohl 180 kHz.
Es scheint, daß dies einigermassen unkompliziert gegen ein anderes auszutauschen wäre.

Die Hoffnung, da drin einen Punkt zum Anschluß eines externen RDS-Decoders zu finden, hatte ich schon vorher aufgegeben - oder gibt es da einen Plan B?

Wenn Euch ein Foto interessiert, bitte melden, die Kiste ist noch auf!

73,
Günter

von Günter Lorenz - am 02.12.2006 15:27
So, das alte Filter ist ausgebaut, Sockel eingelötet, und er spielt mit einem 10.7T (82 kHz) - deutlich trennschärfer als zuvor. Im Vergleich zum SA3ES mit 3x110+1x82 war er mit dem 180er etwa gleich, mit dem schmäleren Filter ist er jetzt noch mal eine Nummer besser.

73,
Günter

von Günter Lorenz - am 02.12.2006 17:16
@ Günter Lorenz: Hat sich dadurch die RDS-Empfindlichkeit geändert?

EDIT: Buchstabe zuviel

von Japhi - am 02.12.2006 17:28
@Japhy: Gute Frage! Kann ich noch nicht sagen, da muß ich länger vergleichen. Ich habe den Eindruck, daß der sich intern PI+PS merkt, und wenn auf der gleichen Frequenz der gleiche PI wieder auftaucht, wird gleich der PS angezeigt. Kann man das Gerät in dieser Hinsicht "auf Werkseinstellungen zurücksetzen"?

73,
Günter

von Günter Lorenz - am 02.12.2006 18:15
Das schmale Filter hat auf die RDS-Empfindlichkeit nach meinem Beobachtungen keinen nennenswerten Einfluß. Im Vergleich mit dem SONY SA3ES (eingebauter Decoder) und einem am Sony angeschlossenen externen RDS-Decoder ist der PS in etwa immer zeitgleich da.

Der Filterwechsel lohnt sich aber, denn ich konnte einige Sender deutlich besser hören als mit dem Sony.

73,
Günter

von Günter Lorenz - am 02.12.2006 23:33

Re: Blaupunkt Sharx Entwicklungsgeschichte

Günter, wie ist der Klang? Zwischen 180 kHz- und 82 kHz- Basisbreite liegt doch schon eine Menge Holz. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wird die Bandbreite immer, je noch Nachbarkanalstörungen, zwichen 180 khHz und der werksseitig festgelegten schmalstmöglichen Bandbreite digital nachgerergelt. Wäre die um die 90...100 kHz, wären Deine Ergebnisse nur deshalb besser, weil Du einen Tick schmaleren Filter eingesetzt hast. Aber der Regelbereich wäre dann gleich Null - auf Kosten des Klangs. Wenn dem aber so ist, wäre es dann nicht besser (leicht gesagt, ich weiß), die Parameter der Regelung zu verändern? :confused:

von Erich Hoinicke - am 03.12.2006 18:42

Re: Blaupunkt Sharx Entwicklungsgeschichte

Hallo Erich,

Der Klang ist gut - ich merke da keine Nachteile.
Wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe, dann kommt ja zuerst das Keramikfilter, und dann die digitale Verarbeitung. Durch das schmälere Keramikfilter wird die Bandbreite ohne Sharx beeinflußt bzw. das Signal, aus dem das Sharx dann was basteln kann. Was mir auffällt, ist, daß der hörbare Sharx-Effekt, dieses 2-stufige Wegdrücken des Nachbarkanals und Herausholen des Nutzsignals, nicht mehr so drastisch klingt. Erkläre ich mir so, daß ja die Bandbreite ohne Sharx jetzt schon reduziert ist und der Unterschied nicht mehr so groß ist.
Den größten Unterschied merke ich im Übrigen im 100 kHz-Abstand zu starken Sendern, da ist das Signal jetzt sauberer als zuvor.

Die Parameter der Regelung verändern - das wär freilich was: Wo ist der Blaupunkt-Softi mit dem Diagnoseadapter und dem Firmware-Quellcode? ;-)

Leider hab ich beim Ausbau das 180 kHz-Filter zerstört (zu fest mit der Zange dran gezogen), und ich habe kein anderes 180er hier. Ebenso würde mich das ganze mit einem 56er interessieren. Liest jemand mit, der mir kurzfristig solche Filter verkaufen kann?

73,
Günter


von Günter Lorenz - am 03.12.2006 20:37

Re: Blaupunkt Sharx Entwicklungsgeschichte

Ja, ich. ;) Mit 180ern kann ich Dich totschmeißen. Ob ich meine zwei 56er noch habe, müsste ich erst in den Umzugskartons kurz nachsehen. Morgen ab 22:00 kann ich Dir bescheid geben. [now celebration evening! :)]

von Erich Hoinicke - am 03.12.2006 20:50
Ich habe ein DAB52 und kann mich da über die Trennschärfe nicht beklagen. Das trennt mir hier die 94,7 vom Hohen Bogen immer noch vom 12km entfernten 25kW Sender auf 94,8...

von Terranus - am 03.12.2006 20:56
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