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vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
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WiehengeBIERge, Terranus, PeterSchwarz, Markus Be, Kroes, Chris.BN, Birger*

Kann mir mal jemand die Logik erklrären, nach der TV-Füllsender gebaut wurden?

Startbeitrag von WiehengeBIERge am 16.03.2006 22:59

Antworten:

Keine Ahnung, ich vermute mal, daß die früher tatsächl. auf Beschwerden reagiert haben.
Der Füllsender meines Heimatortes frickenhausen-Tischardt wurde z.B. gestartet, als Neubaugebiete geplant wurden, die großteils im Schatten der empfangbaren Sender (Raichberg, Stuttgart, Heubach) lagen.
Ich kenne aber auch so ein paar Umsetzer, auf die kaum Antennen ausgerichtet sind. Neuffen ist so ein Beispiel. Da werden keine 50 Haushalte sein, die über diese Funzel ihr Fernsehen empfangen haben. heute vielleicht kein einziger mehr. Warum kann man sowas nicht endlich abschalten, reine Energieverschwendung.


von PeterSchwarz - am 16.03.2006 23:06
Bei uns hier liegt das teilweise noch unter 50 Haushalten. Gebaut wurden die meist auf Eingaben von Elektroinstallateuren hin, die einfach keinen sauberen Empfang bei ihren Kunden hinbekamen. Mein Großvater hat mir da so einige Geschichten erzählt - da wurden sauber Formulare bei der Bundespost eingereicht, und wenn das einige waren, kam irgendwann der Messwagen, und dann wurde eben ein Umsetzer errichtet. Der letzte hier in der Gegend wurde übrigens erst 1994 in Betrieb genommen. Und so wurden das mit der Zeit ganz schön viele... hier wurde nur ein einziger im Zuge von DVB-T abgeschaltet, alle anderen sind bis jetzt in Betrieb obwohl einige Orte mit DVB-T versorgt sind, zB Ebermannstadt. Hier hat der BR sogar nen Umwandler eingebaut.
Das mit den Neubausiedlungen stimmt übrigens: gibt es auch einen Fall hier (Unterleinleiter) ein Umsetzer der von einem Umsetzer gespeist wird, weil er so weit unten steht und wirklich nur die Siedlung an einem Berghang versorgt -dort sieht man aber auch eine Menge Antennen darauf ausgerichtet. Der Ort ist allerdings auch nicht verkabelt.

Die Telekom hat übrigens in letzter Zeit ne D1 Kamagne an diversen Umsetzerstandorten gestartet, in der Zeitung stehen immer öfters die Anträge die bei den div. Gemeinderäten eingereicht werden. Damit spart man sich die langwierige Genehmigung.

von Terranus - am 16.03.2006 23:28
Weiß nicht, ob dies weiterhilft: Es gab mal eine Schwelle, nach der ein Füllsender dann gebaut wurde, wenn dadurch mindestens 800 unversorgten/schlecht versorgten Haushalten zu einem störungsfreien Empfang verholfen werden konnte. Ende der 70er ist diese Grenze, zumindest beim WDR, auf 200 runtergeschraubt worden.

Ein Fernsehtechniker hat darauf in meinem Heimatort (östlich von Dortmund und schon halb ins Sauerland rein) eine Unterschriftenaktion gestartet und es ist tatsächlich ein Umsetzer für ZDF und WDR gebaut worden (für's Erste gab's schon lange einen).

Kann es sein, dass die verschiedenen Orte in deiner Gegend jeweils knapp über oder unter der Grenze lagen und/oder nicht so aktiv waren wie der Fernseh"fritze" bei uns?

von Chris.BN - am 16.03.2006 23:35
Mir ist noch ein weiterer möglicher Grund für die vielen Senderchen eingefallen: Den Privaten die Resourcen rauben. Früher hieß es ja immer, dass keine Frequenzen frei wären, um die Privaten auch noch weiter zu verbreiten, weshalb diese zumeist völlig schwachfugige Minisender bekamen. Dieses Spielchen hat man dann bis zum Abebben der Antenne weiterbetrieben. Ich erinnere mich wage an den Aufstand es WDR, als dieser an VOX(?) in Wesel(?) eine Frequenz abtreten mußte.

Hinzu kommt die typische Entwicklung, dass Funksysteme bitteschön ohne sichtbare Antenne funktionieren sollen. Wurde früher erheblicher Dach-Antennen-Aufwand allen Ortens getrieben, man schaue nur mal in den Ex-Osten, so setzte sich seit den 70ern der Trend zur kleinen beschaulichen Variante am besten unter Dach durch. Schön ist so ein Netz dann besonders bei ordentlicher Überreichweite, die kleinen Sender verlieren dann schnell gegen den auswartigen Störer und es ergibt sich allgemeiner Matsch.

von Birger* - am 17.03.2006 07:11


von WiehengeBIERge - am 17.03.2006 11:55
So wird es sein - denn theoretische Berechnungen wie jetzt sind ja erst durch leistungsstärkere Computer möglich geworden. Man musste also schon vor Ort messen und Störungen selbst feststellen. Und da kann man ja nicht auf Verdacht einfach jede Bauernsiedlung anfahren, sondern hat eben erst reagiert, wenn auch wirklich Beschwerden kamen.

@Birger: Das wird wohl weniger der Grund gewesen sein. Bei Wesel war es schließlich auch ein extrem leistungsstarker Sender, der zwar zum Zeitpunkt der Vergabe an VOX nicht unbedingt nötig war, später (Einführung WDR-Fensterprogramm für Essen) aber dann doch nötig wurde und somit wieder zurückgegeben werden musste.

von Kroes - am 17.03.2006 14:00


von WiehengeBIERge - am 17.03.2006 14:14
Natürlich kam das auf die Beschwerden an. So gibt es hier Orte mit 500 Einw. die keinen Umsetzer bekommen haben und welche die deutlich kleiner sind und einen gekriegt haben.
Viele dieser 500-1000 Einw. Orte haben Mitte der 70er anstatt Umsetzer dann eine Gemeinschaftsanlage bekommen. Beispiele hier: Muggendorf,Pottenstein,Waischenfeld. Auffällig ist in diesen Orten, dass man kaum terr. Antennen auf den Häusern sieht, weil die GGAs eben schon so lange bestehen. Dagegen sieht man dünne schwarze Kabel von Haus zu Haus hängen, weil man das teure Eingraben der Kabel nicht zahlen wollte. Man sieht höchstens ne vertikale K4 Antenne, weil das das einzigste in diesen Tälern ist, was brauchbar zu empfangen ist. Mitte der70er wollten dann aber viele wohl nicht mehr auf das ZDF verzichten (und bekamen mit den GGAs oft die Ostprogramme noch dazu)

von Terranus - am 17.03.2006 14:51
Gemeinschaftsantennenanlagen waren eine zeitlang grosse Mode bei Neubaugebieten Ende der 70er, Anfang der 80er-Jahre. Hier hat man dann meist gleich noch ein Antennenverbot verhängt, damit die Leute sich auch anschliessen.
An Mehrwert wurde damals eigentlich wenig geboten.
Gut, man hat sich angestrengt, Bayern, oder wo möglich noch Schweiz ordentlich reinzubekommen. Meist war auch einiges an Radioantennen dran in die verschiedensten Richtungen.
In Kohlberg gab es eine recht auwändige Anlage auf eigens erbautem Masten, in Frickenhausen dagegen hat man einfach die Antenne auf dem Jugendhaus/Kindergarten etwas erweitert und das Kabel dort angeschlossen.
Mitte der 80er wurden diese Anlagen dann ans Breitbandkabel angeschlossen. Das rentierte sich wenigstens für die Telekom, ein Kabel zur Kopfstation und fertig, alles andere war ja vorhanden.
Ich weiß nicht, ob die Verkabelung seither erneuert wurde, breitbandig scheint die ja damals sicher noch nicht gewesen zu sein.


von PeterSchwarz - am 17.03.2006 15:04


von WiehengeBIERge - am 17.03.2006 15:13
Die Orte die hier GGAs hatten, wurde von der Post bei der Verkabellung "links liegen" gelassen und mussten ihre Anlagen selbst aufrüsten mit Sataufbereitungsanlagen. Das hatte Vor und Nachteile: bei kleineren Anlagen wurden oft nur 5 oder 6 Satprogramme dazugespeist,weil mehr zu teuer geworden wäre. Der Standard war hier ein Mast auf einem nahgelegenen Felsen (typisch für die Landschaft hier) und ein Kabel hinunter abgespannt.
Bei einigen Netzen aber ist es für die Leute ein Vorteil gewesen, weil die Verteilung UHF tauglich gebaut worden ist: viele haben bis zu 40 analoge Programme verfügbar und das für weniger als 3 Euro im Monat.
An der Digitaleinspeisung hapert es aber noch...wenn es nicht genug Interessenten für Premiere gibt, wurde bisher kaum digital aufgerüstet.

von Terranus - am 17.03.2006 15:18
So weit ich weiß ist oder war in Duisburg hamborn bei der tyssen vewaltung ein umsetzer auf dem Dach also mitten auf dem Flachen Land.

von Markus Be - am 17.03.2006 19:41
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