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Etón E5 Testbericht, Filtermodifikation und Bilder

Startbeitrag von DX-Timo am 23.04.2006 12:46

Hallo zusammen !

Andalus hatte zwar schon einen E5-Thread eröffnet (http://forum.mysnip.de/read.php?8773,348647), möchte an dieser Stelle aber einen kompletten, ausführlichen Testbericht mit Modifikationen und Bildern verfassen, in welchem insbesondere der E5 mit dem ATS-909 verglichen werden soll.

Der gesamte "Test-Artikel" wird nach und nach an dieser Stelle erweitert (wie es meine Zeit und Lust erlaubt :-)), deshalb hier ersteinmal nur die ersten persönlichen Eindrücke und Bilder:




1) Die OVP (wem´s interessiert ;-))




2) Das mitgeliferte Zubehör, bestehend aus:

- gepolsterte Schutztasche, Netzteil (auch zum aufladen der Ni-Mh Akkus anwendbar), Wurfantenne für KW, Ohrhörer, 4xNi-Mh-Akkus (1100 mAh), Handbuch (auch in deutsch), Mini-Prospekt




3) Größenvergleich ATS-909 und E5




4) die erste Schwachstelle: die Beleuchtung. Das Display ist klar und gut beleuchtet, jedoch zeigt die Ziffern-Tastaturausleuchtung eine Schwäche: sie wird nicht gleichmäßig ausgeleuchtet.
Soweit ich es gesehen habe, dient nur eine einzige LED zur Ausleuchtung, die am Display sitzt, hier könnte also mit zusätzlichen LED´s Abhilfe geschaffen werden.
Dazu muss man sagen, das es so schlimm, wie auf dem Foto aussieht, nicht ist, man kann die Zahlen, die auf dem Foto nicht mehr oder nur noch schwach zu erkennen sind, lesen, allerdings schwächer !






5) erster, kurzer Empfangstest mit originalen und austauschbaren Filtern auf UKW:

im "unverbastelten" Zustand befinden sich im E5 2 Keramik-Filter der Firma "Toko" mit der Beschriftung "L10.7S", leider kann auch das Datenblatt auf http://www.toko.co.jp/products/pdf/filters_ceramic/cfsl.pdf nichts über die Kodierung sagen (wie z.B bei muRata). Murata-Filter mit der Beschriftung "E10.7S" mit roten Punkt oben rechts hätten eine Durchlassbandbreite von 180 kHz. Dieser Eindruck könnte sich nicht nur durch die muRata ähnliche Beschriftung bestätigen, sondern auch durch Überprüfung der Durchlassbandbreite anhand der Frequenz im Display. So war beispielweise der DLF auf 103,5 vom Torfhaus auf 103,7 nur noch in den stärksten Modulationsspitzen wahrzunehmen.

Aber auch die 2x180 kHz machten einen ersten positiven Eindruck. Es ließen sich zahlreiche Stationen auf 200 kHz-Stellen gut und scharf trennen.
Der Klangwiedergabe des eingebauten Lautsprechers (25 Ohm Impedanz, 1W) macht einen guten Eindruck. Der Klang ist nicht blechernd oder von Höhen übezogen, wie es bei manchen "Billig-Weltemfpängern" der fall ist. Der Umschalter "Music / News" hat nur eine schwache Funktion. In Stellung "News" werden die höhen etwas abgeschnitten. Klingt für mich etwas zu dumpf, sicherlich geschmackssache.

Kommen wir nun zu der eigentlichen Filtermodifikation mit Filtersockeln:

Um eines vorwegzunehmen: Wer keine Löterfahrungen hat, keine dünne Lötspitze, keine Geduld und Feingefühl, sollte die Finger von der nachfolgenden Modifikation lassen, denn selbst mich als "Berufs-Löter" hat diese Modifikation ein paar tropfen Schweiß gekostet.

Zunächst die Schrauben, die nötig sind, um das Gehäuse zu öffnen (mit roten punkt markiert):



nachdem ich verzweifelt versucht habe das Gehäuse mit Fingernägel zu öffnen, ist mir noch eine versteckte Schraube aufgefallen, die sich unter der Batteriefachabdeckung versteckt:



wie gesagt, mit Fingernägel und einem leichten Druck nach Aussen, geht das gehäuse ohne Probleme auf, viel leichter als beim ATS-909 !
Die Kabel zum Lautsprecher und dem Frequenzrad sind gelötet, nicht gesteckt wie beim ATS-909. Kann aber während der gesamten Modifikation angelötet bleiben.

Ein Blick in das geöffnete Gehäuse:



Die Positionen der orig. Filter:



und jetzt VORSICHT:

Die Hauptplatine ist an den äußeren Seiten mit sehr kleinen, kurzen Schrauben befestigt, die zunächst gelöst werden müssen. Dies ist an sich noch nicht schwierig, auch nicht, die Schraube und das Klebeband zu entfernen, welche die Ferritantenne festhalten.
Die Schwierigkeit ist, die hauchdünnen Kabel der Ferritantenne nicht zu beschädigen (Isolierung könnte aufreißen) oder sogar ganz abzureißen und gleichzeitig immer die Antenne mit umzudrehen wenn es ums aus- und einlöten geht.
Hat man die Hauptplatine erfolgreich gelöst, sieht die Rückseite wie folgt aus:



Die nächsten zwei Bilder zeigen die Stelle, an der die Filter eingelötet sind:







und auch hier: VORSICHT

lässt sich das erste Filter mit dem Platinenlayeraufdruck "FM IF" noch problemlos entfernen, wird es beim zweiten schon schiweriger, da hier noch direkt ein Miniatur-SMD Widerstand an den Einganspin vom Filter gelötet ist. Also vorsichtig das Lötzinn entfernen (am besten mit Abisolierlitze aus Kupferdraht) um den Widerstand nicht zu beschädigen !

Sind die Fiter nun ausgelötet, kann man die Sockel einbauen und festlöten (der Platz ist begrenzt, Sockel passen gerade noch so zwischen Kleber und anderen Bauteilen)



gewünschte Filter einstecken und den Umbau in umgekehrter Reinfolge durchführen (und schön auf die Ferritantenne und Kabel aufpassen :-))




Ich hatte zunächst 2x 110 kHz Filter ausprobiert, mit denen sich die Trennschärfe deutlich steigern ließ. Die Modulationsspitzen vom DLF auf 103,5 beschränkten sich nun auf max 103,625 bzw 103,375 MHz. Da der E5 aber (leider) keine RDS-Funktionen bietet, kann man (wenn vorhanden) problemlos auch 2x 82 kHz einbauen (meine derzeitige Verwendung). Mit diesen Filtern ist eine Trennung auf 0,1 MHz Schritten kein unlösbares Problem für den Etón.

Zum Thema Empfindlichkeit und Grosssignalfestigkeit:

Ganz deutlich heißt hier der Sieger: Etón E5 (wen wundert´s ;-))

Im direkten Frequenz-Empfangsvergleich, zeigte sich immer wieder, das der Etón schwächere Sender "rauschfreier" empfängt als der ATS-909.
Und zum Thema Grosssignalfestigkeit brauche ich sicherlich nicht viel zu schreiben:
Wer den ATS-909 kennt, kann sich vorstellen, das nicht viel dazugehört, diesen Empfänger in diesem Punkt zu schlagen. Der E5 ist zwar nicht 100% frei von Mischprodukten (bezogen auf starke Sender in der Nähe und Kabellecks), jedoch um WELTEN besser als der Sangean !

Und wenn man ein 25-kHz-Raster für das Tunen zur Verfügung stellen kann, dann gibt es dafür sicherlich schon gleich den nächsten Pluspunkt für den E5 !





So, für heute reicht es erstmal !

Werde, wie gesagt, den Test weiter fortsetzen und auch den AM und SSB-Teil bewerten.
Rechtschreib- und Grammatikfehler könnt ihr behalten :p


An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Thomas Baier, der mir seinen E5 vermacht und schnell zugesandt hat :cheers:

Antworten:

Wo kann man denn bestellen? Scheint ja ein TOP Empfänger zu sein!

von brockenfan - am 23.04.2006 13:22
@satfuzi:

guckst du hier: http://www.spidola.de/00.html



von DX-Timo - am 23.04.2006 14:11
Die Platine des E5 entspricht 100% der des De1103.

Auch wenn beide sich äußerlich sehr unterscheiden, die Technik darin ist gleich.

Viele Grüße Rainer


von Funkerberg - am 23.04.2006 14:19
Interessant wäre mal, inwiefern sich der Eton E5 durch das Bedienteil des Degen 1103 steuern lässt und umgekehrt.

von Habakukk - am 23.04.2006 15:24
Vom inneren der Weltemfänger fehlt mir leider das nötige Fachwissen.
Jedenfalls gefällt mir die Grösse und das übersichtliche Display. Der erste Eindruck macht auch den Anschein das es sehr einfach und schnell zu händeln ist.

Schönes Gerät und schöne Bilder!
Gruss: Matze

von ukw_buxer - am 23.04.2006 15:44
Ich hab dann doch noch eine kurze Frage.
Bei meinem Weltempfäner (der übrigens gegen eure Geräte sehr einfach ausgestattet ist, aber gute Emfangsqualitäten aufweißt) verschiebt sich die Frequenz (z.B. 101.40 SAW Brocken) wenn man immer weiter weg vom Sendeturm um 0,5 bis 1 MHz. Dies passiert auch wenn die jeweilige Frequenz nicht blockiert ist bzw. gestört wird. Der Empfang von SAW ist somit auf der 101,45 oder 101.50 besser als auf der 101.40. :eek:

von ukw_buxer - am 23.04.2006 15:53
Welchen sinn hat denn der Jumper neben dem Gelben 455KHz Spulenfilter ?

von _Yoshi_ - am 23.04.2006 21:00
Zitat
Yoshi2001
Welchen sinn hat denn der Jumper neben dem Gelben 455KHz Spulenfilter ?


Wozu der Jumper dient entzieht sich meiner Kenntnis, auf alle Fälle konnte man dort die
ZF 455 kHz abgreifen.

Wenn ich mich richtig erinnere hatte er keinen Einfluß auf Empfang oder ähnliches.

von Funkerberg - am 23.04.2006 21:02
..möglicherweise eine Umstellung des Rasters von 9 auf 10 kHz?

von PowerAM - am 24.04.2006 08:31
@PowerAM:
Das kann man per Tastenkombination umstellen... Dürfte es dann wohl nicht sein...

von Habakukk - am 24.04.2006 08:42
Nachdem ich mir das Bild nochmal genau angesehen habe könnte der für die Ferrit Antenne zuständig sein.
Weil direkt neben dem Jumper ein Draht zur Spule der Antenne geht.



von _Yoshi_ - am 24.04.2006 12:54
@ DX-Timo

Wie klingen diese 80'er in deiner Eton? Klingen die Sender denn verzerrt oder glasklar? Können sie mir etwas erzählen darüber, und was die unterschied ist zwischen die 110'er und 80'er sind in dein gerät? :)

von Jassy - am 24.04.2006 17:03
@jassy:

die 82er klingen im Etón sehr gut ! Bis jetzt alle Sender kratz- und ruaschfrei. Im ATS-909 war das nicht immer der Fall.

Ich muss nochmal horchen, wenn die Tschechen und Polen mit ihrem fetten Hub wieder hier ankommen, wie es dann aussieht, dann wird sicherlich auch der Etón mit den 82er Filter schlapp machen.

Gruß Timo

von DX-Timo - am 24.04.2006 18:33
Also ich habe auch den Eindruck, dass der Eton bei meiner 80+63kHz-Kombi alle Sender deutlich klarer wiedergibt als Degen 1103 und Sangean ATS 909. Waurm auch immer...

von Habakukk - am 25.04.2006 07:42
@Andalus,

Wie klingen denn diese 2x 83'er in dein Degen? Oder hast du nur ein 83'er drin?

Ich gehe nämlich mein gerät modifizieren nach 110'er oder sogar 83'er und wollte gerne wissen wie die Sender klingen! :)

von Jassy - am 25.04.2006 11:08
Ich habe einen 80kHz und einen 63kHz (manche bezeichnen den auch als 56kHz)-Filter drin. Klanglich ist das an der Grenze. Deutsche Popmusikprogramme sind über den normalen Lautsprecher gut anhörbar, es kratzt kaum. Wortprogramme wie B5aktuell haben ein etwas stärker hörbares Kratzen drin. Über Kopfhörer hört man es natürlich schon deutlich stärker raus, dass die Signale verzerrt sind. Aber über den normalen eingebauten Lautsprecher finde ich es klanglich absolut akzeptabel.

Problematischer wird es mit Stationen aus dem Ausland, die einen höheren Hub fahren. Bei mir sind das z.B. Stationen aus Tschechien, die halt einfach stärker verzerrt sind. Das wird dich dann wohl auch betreffen, da ja niederländische und belgische Stationen auch einen höheren Hub fahren als deutsche.

Zum DXen und zum gelegentlichen Programmhören auf deutschen Sendern ist die Kombinaton für mich jedenfalls optimal. Man empfängt so auch schwache Signale 100kHz neben Ortssendern. RDS ginge damit nicht mehr, aber das hat ja weder Eton E5 noch Degen 1103.

von Habakukk - am 25.04.2006 11:42
Bei meinem stecken zwei "56"er drin, zum DXen sind diese optimal, zum Zuhören allerdings wegen der doch recht deutlichen Verzerrungen weniger geeignet, aber dafür gibt's ja bessere Geräte :)



von _Christoph - am 25.04.2006 13:59
Naja, wir sollen es mal angucken wenn ich meiner modifiziert habe. :)

Danke schön für deine Information _Christoph, DX-Timo und Andalus

von Jassy - am 25.04.2006 14:27
Ein weiterer Testbericht des Eton E5:
http://www.radiointel.com/review-etone5.htm

Der Bericht enthält auch gute Bilder, wo man sieht, wie ähnlich der E5 zum Degen 1103 ist.

von Habakukk - am 28.04.2006 10:52
@satfuzi:

Bogerfunk bietet für 130¤ den E5 an:

http://www.boger.de/mIuT2yMtcHyIeX68M46FjfbH4l8i58/shop/group/19/1/

von ThirdPoliceman - am 28.04.2006 21:39
Eine kleine Frage mal kurz (nicht zum Eton, aber zum DE1103):

1. Ein Hinweis, das Filter auf http://web303.server-drome.net/Eton_E5/E5_011.jpg ist beim DE 1103 noch ne Nummer schwerer zu tauschen, da hier nicht nur oben ein SMD-R in direkter Nachbarschaft ist, sondern am unteren Pin auch noch ein SMD-R und ein SMD-C bestückt sind.
Also auch wenn die Grundplatine die Gleiche ist, das Schaltungskonzept ist beim egen leicht anders.

2. Jetzt meine eigentliche Frage:
Ich hab gerade bei einem 1103 beide Filter getauscht, aber immer wenn ich schmale Filter einstecke (z.B. 110 kHz) wird zwar die Trennschärfe besser, aber die Empfindlichkeit geht deutlich zurück, fast schon ähnlich wie beim Sangy!

Habt ihr ähnliche Beobachtungen machen können, bzw. weiß jemand, was man dagegen tun kann ?

von WiehengeBIERge - am 29.04.2006 10:41
Dank der hervorragenden Beschreibung und den Bildern von DX-Timo habe ich heute die beinahe abgerissene Verbindung zwischen Platine und Telekopantenne neu gelötet.
Die Hauptplatine brauchte ich dazu nicht ausbauen, das Problem lag an der Lötfahne bei der Antenne.

Ich hätte wohl mal öfter die Befestigung der Teleskopantenne nachziehen sollen.

Mangels Filten konnte ich allerdings die Filtermodifikation nicht vornehmen.

Außerdem brauche ich langsam eine Lesebrille, das Löten ging früher irgendwie leichter:rolleyes:.


von Christian_66 - am 24.08.2009 16:53
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