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Welcher DFF1-Sender hatte die größte Reichweite ?

Startbeitrag von tomfritz am 02.05.2006 18:50

[Beitrag auf Wunsch des Users entfernt.]

Die 50 interessantesten Antworten:

Die Edit: Vor- ;-) letzten beiden Postings sind doch echt lächerlich - zumindest das vom Satffuzi.

Natürlich war der DFF auch im Westen Empfangbar, und keineswegs nur in Grenznähe (aber das wissen wir doch alle,dachte ich zumindest ;-)).
Gerade die "dicken" Sender wie Brocken und Inselsberg haben ordentlich den Westen mitversorgt (und zwar durchaus auch absichtlich).
hier, weit über 100 km von der ehemaligen Grenze entfernt und schon recht weit im Westen war ja z.B. auch der DFF-Empfang vom Brocken früher ganz normal üblich.

Sollte man aber eigentlich wissen, und wenn nicht, dann gibts auch noch eine Suchfunktion :rolleyes: ;-).

@ Robert
Zitat

Der DFF konnte wohl bis [...] und Hannover gesehn werden (behaupte ich mal)

Sogar noch ne ganze Ecke weiter, z.B. auch hier noch und auch in der Gegend um Bremen noch. Beides ist ganz eindeutig ziemlich weit im Westen :-).

von WiehengeBIERge - am 06.05.2006 12:58
Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit erinnern, als ich auf den Autobahnfahrten von Flensburg nach Passau immer DDR-Fernsehen geschaut habe. Der Empfang ging mit einem kleinen 10-cm-Porty und im Auto ausgezogener Stabantenne ab unmittelbar südlich Hamburgs bis fast nach Nürnberg. Da aber nur noch verrauscht.
Fastziniert am DDR-Fernsehen haben mich damals zwei Sachen: 1. der Blick in eine "andere Welt", 2. wie gut und zuverlässig die Programme im Auto zu bekommen waren. Das Bild war weitgehend einwandfrei! Trotzdem man ja mit dem Auto durch die Gegend fuhr. Mit Westsendern ging das nicht annähernd so gut.

von delfi - am 08.05.2006 05:54
Zitat

Einer von beiden, Inselsberg oder Sonneberg-Bleß kam bei Überreichweiten regelmässig bis nach Baden-Württemberg, an den Nordrand der Alb.
Irgendwo um Kanal 30 rum kam ein schönes s/w-Bild.

War wohl der Inselsberg: DDR 2 / DFF 2 auf K31, DDR 1 / DFF 1 auf E-05.

Sehr reichweitenstark war (und ist immer noch) jedenfalls der Brocken: Mit Hochantenne kamen ohne Tropo beide DDR-Px herein, wenn auch verrauscht. Gleiches galt für den Berliner Alex-Turm. Die Kanäle 5 und 27 kamen in Lübz etwas besser herein als die "West-Berliner".

Zitat

In HH wurde DFF1 vom Sender Schwerin (K11?) empfangen, man sieht heute noch viele VHF-Yagis auf Hamburger Dächern, die in diese Richtung zeigen.

Vermutlich haben sie bis 5.12.2005 noch für den Analog-Empfang des Ersten gedient ;-)

von Analog-Freak - am 11.05.2006 20:43
Ich hab mir das ganze so erklärt: Nachdem die DDR.-Sender etwas weiter weg waren, als die West-Sender, machten sich lokal bedingte Reflexionen nicht sonderlich bemerkbar. Wenn man einen schon etwas weiter entfernt liegenden Sender einstellte, der schon leicht zu grieseln begann, war das Bild meist sehr gut. Es gab kaum Reflexionen, Schatten usw.
Da die DDR-Zeit schon lange her ist und ich nur ein einfaches TV mit analogem, ungenauen Tuningregler (Keine Senderspeichertasten) nutzte, kann ich leider keine Angaben mehr zur Frequenz machen. Soweit ich allerdings weiß, kamen auf der Strecke Hamburg - Nürnberg etwa je 5 Frequenzen für DDR1 und DDR2 in Frage.

von delfi - am 11.05.2006 21:06
In Frankenberg in Nordhessen hat die DBP damals DDR 1 von Kanal 5 vom Inselberg in das Kabelnetz eingespeist. Ich kann mich nämlich noch an das schwarze Dia erinnern, auf dem in Computerschrift "INSELBERG Kanal 5" stand, was morgens manchmal anstelle des Testbildes ausgestrahlt wurde. Das Bild war ein bißchen vergrießt und hatte Geisterbilder, es wurde übrigens in Secam ausgestrahlt und nicht normgewandelt, wie das mancherorts wohl üblich war. Bevor wir Kabelanschluß hatten, konnten wir kein DDR 1 empfangen. Ich gehe aber davon aus, daß es gegangen wäre, wenn man über eine eigene Dachantenne verfügt hätte. Aber die VHF-Antennen hat man in der Gegend wohl eher auf Biedenkopf ausgerichtet. Ob man dort auch DDR 1 über den Brocken reinbekommen hätte, kann ich nicht sagen. Ich denke mir aber, daß es in günstigen Lagen durchaus gegangen wäre. Schließlich bekommt man dort in der Gegend ja heute auch die UKW-Sender vom Brocken, zumindest auf den Höhen.

von Lahnwelle - am 12.05.2006 16:30
Nicht zu unterschätzen war auch der K34 vom Brocken. Ging bei mir, als es Roermond K34 noch nicht gab, mit 2* 91 El. und Vorverstärker direkt an der Antenne "ständig" fadend leicht über dem Rauschen. K6 habe ich dagegen nie empfangen, da dort die (Füll-) Senderdichte wesentlich höher war. K34 war ein Kanal mit einer auffallend niedrigen Anzahl von Umsetzern in Deutschland. Durch Brocken und Feldberg war wohl Norddeutschland so gut versorgt, dass der Kanal dort für Umsetzer kaum zu gebrauchen war.

Der gute Empfang von Inselsberg K5 und Brocken K6 erklärt sich auch durch die niedrige Frequenz. K11 und 12 oder sogar UHF ist dagegen schon etwas ungünstiger. Ich habe kürzlich mal Lüttich K3 mit Fernseher auf dem Armaturenbrett und Teleskopantenne ausprobiert. Der taucht in den Ardennen aus dem Rauschen auf und verschwindet bei Namur wieder. Dazwischen ist der Empfang praktisch störungsfrei ohne nennenswerte Einbrüche.

von koslowski - am 12.05.2006 17:21
Ich weiß noch das zur Wendezeit probeweise das DDR Fernsehen bzw. DFF-Länderkette usw. auch in Iserlohn eingespeist worden sein soll, jedenfalls meinte das damals einer von der Post. Ansonsten haben sich doch die Verhältnise jetzt auch nicht zu damals geändert. Brocken, Inselsberg, Sonneberg, Dequede senden doch alle noch, womit die Reichweiten damals auch nicht viel anders gewesen sein dürften. Hier in unserer Gegend war/ist auf jeden Fall der Brocken stärker (als Inselsberg). Der K.34 kommt wirklich ständig(!) fadend aus dem Rauschen schnell hoch. Zum gucken reicht´s aber bei weitem nicht. Die DBP hätte da mit Sicherheit ein nur mittelmäßiges Bild mit enormer Störanfälligkeit gegen Überreichweiten rankriegen können, weshalb´s wahrscheinlich auch bei uns nicht rein kam, denn geplant war´s angeblich damals. Wo wurden denn in NRW überhaupt die Porgramme eingespeist?

von Jens1978 - am 12.05.2006 17:39
Als es vor ca. 4 Jahren auf dem FMT eine private Führung erleben konnte, hat mir der Techniker die alten Antennen für den ehmaligen DDR Empfang gezeigt. Zu Anfangszeigen ( in den 80ern) wurde das Signal direkt am Jakobsberg empfangen und dann per Richtfunk an die unteren Kopfstellen verteilt. Aufgrund der exponierten Lage gab es aber regelmäßig Störungen durch Überreichweiten anderer Sender. Aus diesem Grund hat man später ( 90er Jahren) die Empfangsantennen auf die untergeordneten Kopfstellen verteilt, also direkter Empfang in Bad Oeynhausen, Minden (Stadt) usw., als dann der inzwischen zum MDR umbenannte Sender auch über Sat zu empfangen war, hat man auf Satempfang umgestellt. Das wiederum hat einige Beschwerden gegeben, da über Sat nicht mehr die Sachsen-Anhalt Version zu sehen war.

Ich selber kenne nur die Zeit, wo die MDR-Programme direkt an den einzlenen untergeordneten Stellen empfangen wurden. Da gab es durchaus Tage, wo das Signal zeitweise fadete. War halt schon Extremempfang! Aber am interessantesten war der Empfang der DDR Programme am Fernmeldeturm in Osnabrück. Diese durfte ich mir auch mal vor Ort ansehen. Da wurden vier Antennen zusammengekoppelt, die ein Viereck gebildet haben. Vom Turm in Belm hat man im Prinzip zusätzlich mit dem Gleichkanal des Senders Smilde zu kämpfen gehabt, der ebenfalls zu empfangen war. Den Technikern ist es aber gelungen ein realtiv Störungsfreies Bild umzusetzen!

Das ist sicherlich eine Meisterleistung und war in OS ein echter Grund in den 80ern Kabel zu haben. Nicht vergessen, da gab es noch kein RTL und Co.

Die hatten sogar in OS den Hessischen Rundfunk umgesetzt, zumindestens in Bad Rothenfelde.

von OWL - am 12.05.2006 18:27
Zitat

Hm, Biedenkopf sendet aber im Band I, da braucht man schon eine andere Antenne als für Band III in dem Inselsberg und Brocken ausstrahlen. In Frankenberg dürfte es sicher nicht so einfach gewesen sein DDR1 zu empfangen


Und gerade deshalb werden die meisten Leute in Frankenberg wohl auch Band-I-Antennen benutzt haben, würde ich jetzt einfach mal vermuten. Ansonsten hätte man vielleicht die ARD vom Hohen Meißner über Kanal 7 mit einer Band-III-Antenne empfangen können und da wäre dann vielleicht DDR 1 mit durchgekommen. Ich denke doch, daß die Mehrheit sich wahrscheinlich überhaupt nicht bewußt war, daß man DDR 1 überhaupt hätte empfangen können oder man hatte kein Interesse daran. Die Masse dachte doch damals bestimmt, man empfängt sowieso nur 3 Programme. Wir hatten ja, bevor wir verkabelt wurden, immerhin 5 Programme, also Bayern 3 und Südwest 3 noch zusätzlich. Hingegen in der selben Straße ein paar Häuser weiter gab es nur 3 Programme. In beiden Fällen handelt es sich um Mietshäuser mit Gemeinschaftsantenne. Daher dürfte auch klar sein, daß vor allem die unverkabelten Mieter wahrscheinlich kein DDR 1 über die Gemeinschaftsantenne empfangen konnten. Es wäre bestimmt mit entsprechendem Aufwand gegangen, aber man hätte es 1. erstmal wissen müssen und 2. eine eigene Dachantenne besitzen müssen.

Es wäre daher mal interessant zu wissen, in welchen Regionen wirklich jeder wußte, daß man DDR 1 empfangen kann und es tatsächlich auch jeder empfangen hat. Frankenberg würde ich auf keinen Fall dazuzählen.

von Lahnwelle - am 12.05.2006 18:29
Zitat

Bist Du Dir wirklich sicher, daß DDR1 vom Brocken oder Inselsberg einigermaßen empfangbar war, oder vermutest Du nur ? Man könnte das ja heute leicht überprüfen, da beide Sender ja noch analog in der Luft sind. Ich glaube schon, daß größtenteils versucht wurde die Ostzone zu empfangen, da wo es ging.


Ich vermute das nur und habe leider auch nicht die Möglichkeit, das zu überprüfen.
Aber wie gesagt, an der Kabelkopfstation der DBP wurde es immerhin in einer Qualität empfangen, daß man es sich zumindest anschauen konnte. Darum vermute ich, daß man es auch als Privatmann mit hohem Antennenaufwand zumindest schwach hätte hereinbekommen können, bei der DBP wurde ja bestimmt ein enormer Aufwand betrieben.
Mir ist zumindest nicht bekannt, daß in Frankenberg vor der Kabeleinführung jemand DDR-Fernsehen hatte, aber ausschließen kann man es nicht. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, daß zumindest der Durchschnittszuschauer einen entsprechenden Aufwand betrieben hätte, um DDR-Fernsehen empfangen zu können. Das hing damals bestimmt auch davon ab, wie der Fernsehtechniker drauf war, der die Antennen installiert hat. Und wenn man schon mehr als die üblichen 3 Programme haben wollte, dann hat man wohl eher Bayern 3 und Südwest 3 anvisiert, die hatte man in guter Qualität, vielleicht auch West 3, das hätte man bestimmt auch gut hereinbekommen. Das hätten die meisten Zuschauer wohl lieber gehabt als das verrauschte DDR-Fernsehen, das die meisten mangels Multinorm-Fernseher sowieso nur in schwarz-weiß hätten empfangen können.

von Lahnwelle - am 12.05.2006 21:52
In Frankenberg müsste doch auch WDR und NDR gegangen sein oder?

Ich habe mich 1988 und 1989 wegen einer Wirbelsäulen OP in der Werner Wicker Klinik in Bad Wildungen Reinhardshausen aufhalten müssen und hatte da mit deren Dachantenne folgende Programme zur Auswahl:

ARD, ZDF, HESSEN, BAYERN, WEST, NORD 3 und DDR 1 + 2

Bei uns zuhause, ich wohne in Rossdorf Nähe von Darmstadt (Südhessen) haben wir seit Beginn der 80er Jahre ein gutes Angebot an TV gehabt. Als wir 1981 unsere neue Dachantenne bekommen haben, wurde alles aufgebaut was gut und teuer war. So bezahlten meine Eltern damals über 3000,00,- DM an unseren Antennebauer. Was dieser damals alles auf unseren Bildschirm zauberte war zu damaligen Verhältnissen sehr gut.

Wir hatten

ARD - Feldberg K 08
ZDF - Feldberg K 34
HESSEN 3 - Feldberg K 54

BAYERN 3 - RHÖN K 49
SÜDWEST 3 - EBERBACH K 58 (Donnersberg K60 ging nicht verzerrt, da wir am Fuße des Rehbergs in Rossdorf wohnen die andere Richtung abgeschirmt ist)

DDR 1 - Sonneberg K 12 (Brocken K6 war durch SWF1 Koblenz und Inselsberg K5 durch Hardberg gestört)
DDR 2 - Inselsberg K 31 (leider ab und durch Streifen eines ZDF Umsetzers gestört).

Interessant war noch dass nach Sendeschluss vom Krehberg K33 ZDF DDR 2 sauber hereinkam!

AFN Wiesbaden K 22

Später kamen dann aus Aschaffenburg noch SAT 1, RTL, Pro 7 und Tele 5 dazu die auch leider durch einige Umsetzer gestört wurden. Der 200Watt Sender auf dem Godelsberg bei Aschaffenburg hatte aber eine enorme Reichweite. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch noch einmal AFN TV aus Badenhausen gesehen, leider aber doppelt und dreifach durch das ZDF gestört.

Schönen Abend!



von whippet - am 12.05.2006 22:25
Zitat

In Frankenberg müsste doch auch WDR und NDR gegangen sein oder?


Ich denke, was den NDR betrifft, so muß ich meine Vermutung wohl doch zurücknehmen. Wenn N 3 terrestrisch empfangbar gewesen wäre, dann hätte es die DBP doch bestimmt ins Kabelnetz eingespeist, allerdings hat sie das nicht gemacht. N 3 wurde bei uns erst Anfang oder Mitte der 90er ins Kabel eingespeist. West 3 war hingegen von Anfang an dabei und es war immer das Regionalprogramm "Südwestfalen heute" zu sehen, daher wurde es wohl terrestrisch eingespeist. Auch die ARD vom Ederkopf wurde eingespeist in einwandfreier Qualität (Testbildkennung "WDR 1 ED 50"). Nach Norden hin waren wohl zu viele Hindernisse. Selbst heute ist zumindest in der Stadt der Empfang der UKW-Sender des NDR kaum möglich, auf den umliegenden Höhen geht es aber.

Ich weiß aber von Bekannten, die in der Nähe von Frankenberg in einem relativ hoch gelegenen Dorf wohnten, daß sie Anfang der 90er sowohl N 3 aus auch den MDR terrestrisch empfangen haben, wenn auch nicht unbedingt in bester Qualität..

Ich denke, Reinhardshausen bei Bad Wildungen liegt auch relativ hoch gelegen, darum der gute Empfang. Wurden die Sender denn in guter Qualität empfangen?

von Lahnwelle - am 13.05.2006 10:33
Zitat

Ich vermute du willst uns damit sagen, dass die evtl. das Signal dort wieder ausgestrahlt haben?
Bitte ankreuzen: Ja | | Nein | |

Ich hab das Thema hier schon mehrfach angestossen aber ich glaube dass es hier niemand weiss :( Es gab in Bramsche-Hesepe tatsächlich bis etwa 1987 einen rotweissen Gittermasten mit zwei "schwarzen Tellern" (ich hab keine Ahnung in welche Richtung die zeigten und was da noch so angebracht war, Fotos hab ich leider auch nicht. Es gibt allerdings das Gerücht dass die Siedlung in der der Turm stand ein eigenes Kabelnetz hat/hatte. Rein theoretisch könnte der Turm ein Umsetzer gewesen sein. Er hat dann aber auf den Smilde-Kanälen gearbeitet (mit Smilde-Testbildern usw). Finde ich aber unlogisch, der Sender müsste sich dann selbst gestört haben. Oder das Programm wurde per RiFu zugeführt und umgesetzt. Aber dieses Rätsel wird vmtl. nie gelöst...

von Staumelder - am 13.05.2006 17:01
@ tomfritz:
Zitat

Erstaunlich das der K41 besser als K55 kommt. An sich hat der Meißner die höhere Reichweite, da er wesentlich höher liegt und mehr KW rauspowert, allerdings ist auch die K55er-Frequenz um einiges höher, das könnte auch eine Rolle spielen.


Ja, die höhere Frequenz des K55 ist nicht zu unterschätzen. Hinzu kommt, dass der Hohe Meißner von Bad Rothenfelde aus gesehen doch ein ganzes Stück weiter entfernt ist als der Habichswald.

Mich würde übrigens mal interessieren, welchen Kanal man für die Umsetzung des hr-Fernsehens ins Kabelnetz Hannover benutzt hat. Normalerweise müsste der K55 erste Wahl gewesen sein. Andererseits macht sich der K55 aus Steinkimmen in Hannover schon bemerkbar. In Springe (einige km südwestlich von Hannover) hat man das hr-Fernsehen jedenfalls mit einer Zweier-Gruppe vom Hohen Meißner herangeholt...

von Hannoveraner - am 13.05.2006 17:50
Analog-Freak]@superhappy: Wurde in Leipzig das ZDF auf K33 nicht eher durch "CST 2" aus Usti nad Labem gestört? Wegen der D/K-Tonnorm in der damaligen CSSR dürfte nur die Jalousie dagewesen sein, der Ton müsste sauber geblieben sein.

Der Tscheche hatte weniger gestört. Sonneberg liegt genau auf einer Linie mit Leipzig - Berlin,
Daher kam er oft von "hinten" rein.

Zu DDR-Ur-Zeiten war DDR1 in Leipzig auf Kanal 3, später auf Kanal 9.
Ochsenkopf Kanal 4 war in Leipzig der erste "Westsender", erst später kam Harz (Torfhaus Kanal 10 NDR) dazu.

von schnappdidudeldey - am 14.05.2006 08:27
Zitat
tomfritz
Zitat

Zu DDR-Ur-Zeiten war DDR1 in Leipzig auf Kanal 3, später auf Kanal 9.
Ochsenkopf Kanal 4 war in Leipzig der erste "Westsender", erst später kam Harz (Torfhaus Kanal 10 NDR) dazu.

Hier zeigt sich mal wieder schön die Nachbarkanalpolitik:
E3 Leipzig vs. E4 Ochsenkopf
E9 Leipzig vs. E10 Torfhaus
folgende kann ich noch beisteuern:
E6 Brocken vs. E7 Meißner
E31 Inselsberg vs. E32 Meißner
E34 Brocken vs. E35 Söhrewald

Ich denke, es gibt noch mehr Beispiele. Wer kennt noch welche und wer war damals für diese Nachbarkanalpolitik verantwortlich, der Westen oder der Osten ?

______________________
Scanne die Möglichkeiten !


Ich geh sogar noch weiter: Wer war denn für die Gleichkanal-Koordinierungen F >> D verantwortlich, die ja -so wies aus sieht- auch noch im DVB-t-Zeitalter uns erhalten bleiben werden: K43 Krehberg vs. Nordheim, K54 Weißenburg vs. Feldberg

von Rosti 2.0 - am 14.05.2006 18:02
@blautechnik:
Zitat

Bevor der Sender Wiederau (1962 oder 1963) gebaut wurde, stand der Leipziger Fernsehsender auf dem Versicherungshochhaus am Augustusplatz (Zentrum), sendete im Kanal 3, aber meiner Meinung in OIRT-Norm.

Dann war das vermutlich Kanal R-02 (59.25/65.75 MHz) und störte sich mit E-04. War das ein Grund für die Umstellung?

@superhappy:
Zitat

Wenn wir gerade beim Band I sind:
in den 50ern wurde DDR1 (DFF) in Dresden auf Kanal 2 ausgestrahlt.

Fall damals noch die OIRT-Norm, heute "D/K" genutzt wurde, war es R-01 (49.75/56.25 MHz).

Wann wurde die Sendenorm in der DDR auf B/G umgestellt?

von Analog-Freak - am 14.05.2006 21:13
Nochmals zur Nachbarkanalbelegung: Viele Leipziger kennen noch den horizontalen SECAM-Störstreifen im Bild beim Empfang des ARD-Programms vom Torfhaus auf VHF-Kanal 10: Dieser Streifen war nur bei starken Überreichweiten vom Harz (fast) verschwunden ... und der kam durch Einstreuung vom Nachbarkanal 9 (Wiederau b.Leipzig) zustande (trotz der vertikalen Polarisation), die Feldstärkeunterschiede waren einfach zu groß.
Von der Minute an, als auf Kanal 9 aus Wiederau mit PAL gesendet wurde, war der Streifen weg, nur brauchte man dann auch den Empfang vom Torfhaus nicht mehr.

von Diehler - am 15.05.2006 10:18
Bitte beantwortet mir ein paar Fragen: War der Secam Störstreifen nur vorhanden, wenn man Tofhaus K10 und Leipzig K9 empfing, oder auch, wenn man statt Leipzig K9 den Chemnitzer Sender K8 einfing, wie es auch heute noch an vielen älteren Antennenanlagen zu sehen ist?

Auf vielen (unsanierten) Hausdächern hier in Leipzig stehen oft sehr einfache Anlagen für den "Westempfang", z.B. 12 Elemente für Torfhaus K10 und c.a. 30-40 Elemente für Hof K23. FunkTom schreibt, dass man den Hofer Sender eigentlich nur mit speziellem Vorverstärker und Gruppenantenne empfangen konnte. Wie war das ZDF-Bild hier in Leipzig in den vielen Haushalten, die nur eine einfache Yagi für Hof eingesetzt haben? 2er oder gar 4er Gruppen sehe ich hier meist nur an kleineren Gemeinschaftsantennen, am häufigsten dann aber Richtung Berlin. Wenn nur eine einzelne große UHF Yagi vorhanden ist, zeigt sie fast immer nach Hof.

Auf manchen Häusern sehe ich auch aufwendige UHF Gruppen sowohl nach Berlin als auch Hof. War der Empfang tatsächlich so schwankend, dass man dieses Mittel gewählt hat, um den Empfang an allen Tagen im Jahr zu gewährleisten? Oder war der Empfang innerhalb weniger Kilometer sehr stark unterschiedlich?



von Schlosser - am 15.05.2006 19:31
Nun, als Antennenbauer-Autodidakt ( und die gab es wie Sand am Meer dort) könnte ich ein Buch voll schreiben, was man alles getan hat, um in Leipzig neben dem vergleichsweise unproblematischen ARD-Empfang vom Torfhaus (der gute Standort und der hohe NDR-Mast machten es möglich) auch das ZDF und Dritte Programme "hereinzuquälen", der "Bedarf" dafür bestand jedenfalls.
Ich erinnere mich noch genau an den Herbst 1969, da hatte ich nämlich erstmals eine große UHF-Antennengruppe (in Zeilenform) auf dem Dach im Leipziger Westen installiert, um damit das ZDF auf UHF-Kanal 32 vom Hohen Meißner zu empfangen (Berlin und Hof waren an diesem Standort nur ganz schlecht zu empfangen, vom Torfhaus Kanal 23 kam überhaupt nichts an). Das ging leider nur ein paar Tage gut, denn ohne Wenn und Aber ging am 6.Oktober 1969 das Zweite Fernsehprogramm der DDR auf Sendung und auf Kanal 32 sendete von da ab der Quasi-Ortssender Geyerscher Wald ("Karl-Marx.-Stadt") mit mindestens 500 kW Strahlungsleistung. Das war natürlich das Aus für den ZDF-Empfang auf dem gleichen Kanal. Ich habe sogar noch Stationsdias vom Hoher Meißner aus dieser Zeit.

Ein paar Jahre später habe ich dann im Leipziger Süden eine neue und sehr aufwändige Antennenanlage aufgebaut. DDR-Fernsehen 1 vom Geyerschen Wald auf Kanal 8 (völlig einwandfrei, keinerlei Beeinträchtigung durch Kanal 9) und das 2.Programm auf besagtem Kanal 32 benötigten nur kleine Antennen. Zwar kam der Brocken auf Kanal 6 mit einer recht guten Feldstärke an, aber das Bild war durch schräge schwarze Streifen leicht gestört. Erst später habe ich erfahren, dass dies vom CS-Sender auf dem Klinovec/Keilberg (1244m) im Erzgebirge herrührte. Der Empfang vom Leipziger Ortssender Wiederau (Kanal 9, vertikal, 100 kW ERP) war je nach Standort mehr oder weniger von Geisterbildern begleitet.
Hauptproblem war aber die Nähe der vom Antennenstandort aus sichtbaren, über 200 m hohen Sendemasten in Wiederau (südlich von Leipzig bei Zwenkau). Mit einer 14 Element-Yagi für den Kanal 10 kam zwar das ARD-Programm recht gut an (natürlich mit extrem rauscharmen Vorverstärker für Kanal 10 und Sperrkreis für Kanal 9), aber der horizontale s/w-gemusterte Secamstörstreifen war fast immer zu sehen.

... ja und dann der ZDF-Empfang, dort gab es keine Alternative zum Großen Waldstein bei Hof (Kanal 23), also musste eine UHF-Hochleistungsgruppe in Zeilenform her (mit genau definierten Abstand, schließlich war ein Differenzwinkel von 12 Grad zwischen Wiederau und Waldstein vorhanden) und ein extrem steiler Sperrkreis für den das Zweite DDR-Fernsehen abstrahlenden Wiederauer Nachbarkanal 22 (ebenfalls mindestens 500 kW ERP). Ein Bruchteil von 1 Grad in der horizontalen Ausrichtung der Doppel-Yagi entschied dann über Empfang oder Nichtempfang des ZDF. Nach jedem größeren Sturm war natürlich das Neueindrehen der Gruppe angesagt, dabei war der Campingfernseher (von Robotron) unverzichtbar.
Zuletzt kam dann noch das Bayerische Fernsehen hinzu, ein völlig ungestörter UHF-Kanal 57 (Gr.Waldstein) erforderte wegen der Entfernung von 142 km allerdings ebenfalls einen sehr hohen Antennenaufwand und ebenfalls einen Ga-As-Kanalvorverstärker.
Mit dem ständig sinkenden Rauschmaß der Vorverstärker gelang es am Ende auch, das Bayer.Fernsehen zumeist in Farbe zu sehen, bei Tropo-Überreichweiten war das Bild ab und zu auch mal fast völlig rauschfrei.
Dass bei anderen Kanalbelegungen die Bildqualität besser gewesen wäre, ist zweifelsohne richtig. Aber für solche Entfernungen (137 bzw. 142 km) war die Empfangsqualität doch recht zufriedenstellend, wer hat heute noch über solche Entfernungen terrestrischen Fernsehempfang ?


von Diehler - am 15.05.2006 20:46
Hallo,
Ich habe zu DDR-Zeiten viele Anlagen in Leipzig und Umgebung gebaut und kann absolut ausführlich zu diesem Thema sämtliche Fragen beantworten.
Die Antennen , Verstärker und Sperrkreise , um Kanal 23 zu empfangen,usw. waren Eigenbau und waren die einzige Möglichkeit , Kanal 23 aus Bayern (großer Waldstein ) überhaupt zu sehen. Die Störungen des Kanal 10 vom Torfhaus kamen nur vom Kanal 9 aus Wiederau. Mann konnte mit selektiven Weichen oder Kanalverstärkern K10 und Kanal 8 aus Chemnitz ( DDR1 ) zusammenschalten und saubere Bilder erreichen.Man brauchte aber dazu noch selektive Sperrkreise ( 3teilige Topfkreise 3x -20dB ) ( im Handel damals für 100 Mark selten erhältlich )für Kanal 9 , um den Pegel des Kanal 9 abzusenken und die nachfolgenden Verstärker und Fernseher nicht zu übersteuern und die Trennschärfe in Richtung Kanal 9 für den Kanal 10 zu verbessern.Es war eigentlich überall in Leipzig und Umgebung ein gutes bis sehr gutes Bild des Kanal 10 hinzubekommen. Auf höheren Häusern war der Kanal 10 Emfpang 100 Prozent . Sonst leicht wetterabhängig . Früh und bei Tropo ca. 10dB mehr als sonst.Der Streifen, der Kanal 10 störte war in schlechten Gegenden der Stadt etwas stärker und war doch nervig. Es kamen auch Farbträgerreste des Kanal 9 hinter dem eigendlich rauschfreien Kanal 10 durch und trübten etwas die Freude am guten Westbild.Mit zwei 13 Elem. Antennen in Zeile war diesen Störungen besser Herr zu werden aber bei einem Abstand von ca. 2,5 meter und einem Spitzdach an einem abgespannten Mast , der nicht selten 5 bis 7 meter aus dem Dach schaute, an dessen Spitze ja eine Gruppe nach Berlin oder Hof trohnte war das eine mechanische Herausforderung die man sich meistens sparte und mit einer 13er auskommen mußte.
Viel schwieriger war die eigentlich ähnliche Situation mit Hof Kanal 23 ( ZDF ) gegen Kanal 22 aus Wiederau südlich von Leipzig ( ca 20km )und mit einem Pegelunterschied zur 23 , der extrem groß war.Es kam noch dazu , daß es einen Streifen durch Leipzig gab , auf dem des Sender Wiederau genau in einer Linie mit Hof stand und da die Möglichkeiten , noch etwas herauszuholen gleich Null waren.In diesen Bereich hatte man also nur noch Berlin K.33 ( ZDF ) und K39 (SFB3 )als Empfangsmöglichkeit.
Übrigens gab es weite Bereiche im Raum Leipzig , wo Berlin recht gut bis sehr gut gingen und man den Aufwand Hof Kanal 23 hinzubekommen sich sparen konnte und lieber 4er Gruppen nach Berlin baute.Die Einzelantennen nach Bayern waren da meistens für Kanal 57 BR3 vom großen Waldstein ( Hof ). Da brauchte man nur einen Kanalverstärker und einen Sperrkreis gegen Kanal22 aus Widerau ( DDR2 )und hatte ein wetterabhängiges , meist gutes bis sehr gutes Bild.
Wenn der Aufwand und das Geld keine Rolle spielten und man auf Flachdächern mehrere Masten zur Verfügung hatte baute man fürs ZDF HOF Kanal 23 , BERLIN Kanal 33 und für BR3 und SFB3 Kanal 57 bzw Kanal 39. Als I-Punkt eine 2er Gruppe für Torfhaus und eine Gruppe für hohen Meißner HR3 Knal 55. Der K55 ging in westlichen Stadtgebieten ganz brauchbar und Grünau ab 11 Geschosser wie auch alle anderen oben genannten Kanäle sehr gut .
Alle Zusammenschaltungen von Gruppenantennen erfolgten am Mast mit transformatorischen Verteilern in umgekehrter Richtung.
Man setzte die Kanäle teilweise und Band 1 und Band 3 um und ging mit Kanalverstärkern und Regelverstärkern dann auf die Nachverstärker ( teilweise wurden so 100 und mehr Wohnungen versorgt ) so sah das dann also in etwa aus: Band 1 Kanal 3 ZDF Kanal 23 umgesetzt ;
Band 3 Kanal 5 BR3 umgesetzt , Kanal 8 DDR1 aus Chemnitz , Kanal 10 ARD Torfhaus ,Kanal 12 HR3 hoher Meißner umgesetzt, UHF Kanal 22 DDR2 , Kanal 33 Berlin , Kanal 39 N3 Berlin
alle Sender außer die zwei DDR Sender waren mit Regelverstärkern als Nachverstärker ausgerüstet um bei Tropo die dann extrem stärkeren Signale abzuregeln und das Hausnetz nicht zu übersteuern. Bei extremen Tropo war das manchesmal mit der damaligen Technik nicht mehr zu beherrschen und die Kreuzmodulation aller Sender war nicht zu vermeiden ( etwa 10 mal im Jahr war , wir Antennenbauer sagten dann es ist leitende Luft , so eine Wetterlage )
Die extrem entpfindlichen aber großsignalfesten Vorverstärker für die 23 , 33, 39, 55 und 57 waren alle Eigenbau mit russischen KT Transistoren . Diese waren allen käuflichen Verstärkern , auch denen aus dem "Westen" überlegen und oft entschieden ein paar dB über ein noch brauchbares Bild oder einem nervigen Rauschbild . Alle 2 Bayernsender waren tagsüber und bei schlechten Empfang schwankend in der Feldstärke und liesen dann bei Kanal 23 den Kanal 22 mehr und wehniger mit dem oben genannten Streifen des SECAM-Bildes von DDR2 durchkommen. ( nervig aber man konnte das ZDF immer sehen und oft eben auch gut bis sehr gut.)
Die Sperrkreise gegen Kanal 22 DDR2 waren natürlich Eigenbau und aus versilberten Gehäuse mit Silberdraht in den Topfkreisen mit Keramikrohrtrimmer . Extrem selektiv und leider leicht temperaturabhängig. ( Im Sommer unterm Dach 45 Grad , im Winter bis minus 20 Grad.Man mußte immer mal eine Wartung ansetzen bzw. bei der eigenen Anlage im Haus war man sowiso mehr auf und unterm Dach als in seinem Wohnzimmer. Es gab immer was zu optimieren und zu bauen.Ich hatte mir z.B. einen Wobbelmeßplatz für Abgleicharbeiten an Kanalverstärkern im VHF und UHF Bereich selbst gebaut und nur einen Oszi als Nichteigenbaugerät verwendet.Es war Hobby und Herausforderung zugleich , z.b. in Gegenden , wo schon mehrere Antennenbaufirmen aufgegeben hatten noch etwas hinzubekommen, was man den Leuten anbieten konnte.

für Fragen zu diesem Thema bin ich jederzeit bereit zu antworten.

Gruß an alle DXer

PS. übrigens war UKW aus allen Richtungen auch nur mit Sperrfilter gegen Ortssender in Stereo möglich


von DX-klaus - am 15.05.2006 21:59
In der Gegend um Leipzig war ja, wie hier gelesen, mit etwas Aufwand ARD, ZDF und ein oder zwei Dritte zu empfangen.
Günstiger war die Situation nördl., von Leipzig. Hier zählte jeder Kilometer, den man näher an Berlin wohnte. (Delitzsch) Um so besser wurde der Empfang aus Berlin.
Ich habe neben dem ZDF und SFB3 auch SFB1 auf E07 brauchbar in Farbe empfangen. (Mit Eigenbauantenne speziell für Kanal 7).
Ende der 80er kam dann noch RIAS-TV/SAT1 auf Kanal 25 hinzu, der aber vom "Russen-TV" aus Leipzig gestört wurde.
DDR1 und ARD wurden vom Harz empfangen. Da gabs noch die sogenannten "Brockenantennen" aus 8 Dipolen in Etagenbauweise.

von schnappdidudeldey - am 16.05.2006 05:43
@Schlosser: Es gab an manchen Orten erhebliche Unterschiede in den Feldstärken der
einzelnen Sender. 12 km östlich von Leipzig ging der Kanal 10 kaum noch und fast immer
nur mit Störungen durch den Sender Dresden. Der Farbbalken von K9 war nicht so
dramatisch. Nur wenige Straßen von uns entfernt wurde auch K7 aus Berlin empfangen,
ging bei uns praktisch gar nicht, auch nicht die UHF-Sender aus Berlin.
Wenige km weiter westlich war K10 tatsächlich fast stabil in guter Qualität zu sehen.
Solch starke Unterschiede sind schon erstaunlich, da das Land topfeben ist.
Die Störungen durch den SECAM-Farbbalken waren nur im Kanal darüber zu sehen.

von FunkTom - am 16.05.2006 16:09
Meine aktive Antennenzeit habe ich als Jugendlicher in Thüringen erlebt. Da war es witzigerweise genau umgekehrt: Der Inselsberg auf K31 drückte den ansich gut einfallenden Meißner auf K32 durch Nachbarkanalstörungen weg.

Ein sehr gutes Mittel war die selektive Frequenzumsetzung solcher Problemsender in Band 1 oder 3. Umsetzer gab es - zuerst aus Blankenburg, später von Astro. Letztere waren quarzstabil und trotz Direktumsetzung sehr selektiv.

Die Ausblendung mit weiteren Antennen und phasengedrehtem Signal habe ich auch getestet. Das Ergebnis war aber - wie schon beschrieben - nicht langzeitstabil. Offenbar geht das nur mit völlig freistehenden mechanisch und elektrisch sehr stabilen Antennen, die keinerlei Umwelteinflüssen unterliegen. Die kommerzielle Technik mag das hergeben. Dass die Fachliteratur Amateuren solche Aufbauten vorbehaltlos ohne entsprechende Warnungen empfiehlt, wundert mich aus heutiger Sicht.


von Grenzwelle - am 16.05.2006 21:12
@jassy: Die Senderkarte hast du dir eindeutig von meiner Homepage geklaut!!! :mad: :mad: Oben rechts sieht man einen Knick am Papier, daher erkenne ich sie wieder. Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Veröffentlichung, aber bitte nächstes Mal die Quelle benennen!

@Schlosser: Der SECAM-Störstreifen ging auch über 2 Kanäle, jedenfalls auf dem VHF. Da Schwerin auf E-11 bei uns sehr stark hereinkam, gab es auf dem stark vergrießten ARD aus HH-Moorfleet (E-09) einen regenbogenschillernden horizontalen Störstreifen. Das war der grüne SECAM-Burst im V-Sync-Bar. Zudem war damals bei Schwerin E-11 das untere Seitenband des Bildträgers unzureichend ausgefiltert, der Empfang von E-10 war somit fast unmöglich. Ist heute noch so bei Höbeck K45 und bei den dänischen TV2-Sendern - jedenfalls fällt das dort auf.

von Analog-Freak - am 16.05.2006 22:57
@superhappy: Da hatte die DDR also ihren eigenen Kanal 2 - der galt aber nicht lange (und bestimmt wurde der nur in DD genutzt). Beim Uralt-TV meiner Großeltern (ein RFT "Stadion 8", alte Röhrenkiste aus den 60ern, hatte nur VHF) war der Kanal E-02 nicht empfangbar, es fehlte das Bauelement im Trommelkanalwähler. Stellte man den auf "Kanal 2", gab es nur einen weißen Bildschirm ohne Ton und ohne jegliches Rauschen. Die übrigen VHF-Kanäle gingen aber. Wegen des UHF-Konverters wurden aber irgendwann 2 der Schwingkreise (? Wie nennensich diese Dinger eigentlich - gibt's hier im Forum einen "Fernsehmechaniker" ?) absichtlich miteinander vertauscht - der K11 lag zwischen den Kanälen 3 und 4. Einfacher Grund: Man brauchte dann nur noch einen Kanal am Trommelkanalwähler zu verstellen, um von DDR1 (E-11) auf UHF (UHF-Konverter, Ausgangskanäle E-03 und E-04) umzustellen. Fehlte dieses Teil in der Kanalwählertrommel nur, weil der DDR-Kanal 2 in den 60ern nicht mehr genutzt werden durfte, oder war der E-02-Empfang verboten, da in der DDR nicht genutzt?

Edit (18. Mai 00:21): Der in Leipzig genutzte Kanal "4" entspricht R-02 (Bildträger 59,25 MHz, Audio wegen B/G 64,75 MHZ - also wurde in Leipzig schon in CCIR-Norm gesendet).

P.S. Die alte Senderkarte ist ziemlich ungenau, Jena ist vollkommen falsch eingezeichnet.

von Analog-Freak - am 17.05.2006 00:20
Zitat

Analog-Freak @jassy: Die Senderkarte hast du dir eindeutig von meiner Homepage geklaut!!! :mad: :mad: Oben rechts sieht man einen Knick am Papier, daher erkenne ich sie wieder. Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Veröffentlichung, aber bitte nächstes Mal die Quelle benennen!


Ahh scheiss, ich ware wirklich vergessen woher ich diese karte hin hat ;(. Es stand auf meine festplatte, ohne Quelle ;( Habe schon auf Seite 4 die Quelle (also dir) dabei gesetzt! :)

Es tut mir leid :(



von Jassy - am 17.05.2006 06:52
@jassy: ist schon OK :-) Nächstes mal daran denken!

Zur Kabeleinspeisung des DDR-TV: Wurden die Signale in SECAM übernommen oder auf PAL transcodiert?
In einem früheren Thread (den müsste ich erstmal wieder ausgraben) gab es mal die Diskussion daruber, dass man im Alt-Bundesgebiet glaubte, dass die DDR nur s/w-Fernsehen hätte. Der Eindruck konnte manchmal aus folgendem Grunde entstehen: Bei längeren s/w-Beiträgen (>15 min) und bei s/w-Testbildern (bis Ende der 70er) wurde tatsächlich der Farbträger für die Dauer der s/w-Sendung abgeschaltet, so dass ein reines s/w-Signal wie in den 50ern ausgestrahlt wurde. Welcher Grund dahinterstand war auch mir nicht ganz klar, vermutlich wurde es gemacht, um (besonders bei älteren s/w-TV's) die SECAM-bedingten Moiré-Muster zu verhindern. Der SECAM-Träger hat (im Gegensatz zu PAL) auch bei s/w-Bildern stets den vollen Signalpegel.

von Analog-Freak - am 17.05.2006 22:42
Zitat
Analog-Freak
In einem früheren Thread (den müsste ich erstmal wieder ausgraben) gab es mal die Diskussion daruber, dass man im Alt-Bundesgebiet glaubte, dass die DDR nur s/w-Fernsehen hätte.


In einer gaanz alten Fernsehzeitung habe ich mal die Bemerkung gesehen "Die Sendungen [des DDR-Fernsehens] können nur in schwarzweiß empfangen werden." Mitte der 70er Jahre(!) war sie dann verschwunden. Diese Formulierung drückt sich ganz einfach um die Frage, ob denn nun nur in schwarz-weiß gesendet wurde, oder ob es eine Frage des Empfangs war. Aber in Zeiten, in denen Farbgeräte noch selten, und Multinormgeräte quasi nicht existierten, gibt es keinen Unterschied für den Zuschauer. Und ich denke, daß ist der Grund für diesen Glauben. Erst viel später wurde der Zustand erreicht, daß ein SECAM-Dekoder in fast allen Farbgeräten eingebaut war und auf einmal auch die "Zone" bunt sendete.

Zitat

Der Eindruck konnte manchmal aus folgendem Grunde entstehen: Bei längeren s/w-Beiträgen (>15 min) und bei s/w-Testbildern (bis Ende der 70er) wurde tatsächlich der Farbträger für die Dauer der s/w-Sendung abgeschaltet, so dass ein reines s/w-Signal wie in den 50ern ausgestrahlt wurde. Welcher Grund dahinterstand war auch mir nicht ganz klar, vermutlich wurde es gemacht, um (besonders bei älteren s/w-TV's) die SECAM-bedingten Moiré-Muster zu verhindern. Der SECAM-Träger hat (im Gegensatz zu PAL) auch bei s/w-Bildern stets den vollen Signalpegel.


In einer normgerechten SECAM-Sendung wird die Stärke des Farbträgers doch moduliert, aber nur, um ihn an allen Stellen nur so stark zu senden wie absolut erforderlich.

Aber die Bemerkung mit dem störenden SECAM-Moiré ist schon richtig. Die Umschaltung auf echtes Schwarzweiß würde theoretisch bei Schwarzweiß-Sendungen ein schärferes Bild erlauben, weil bei SECAM-Farbsendungen Frequenzanteile in der Nähe des Trägers unterdrückt werden um Störungen zu vermeiden. Aber stattdessen hat das DDR-Fernsehen nur im Nachhinein den SECAM-Träger unterdrückt, was man bei Ortssenderempfang mit etwas Glück daran sehen konnte, daß sich der SECAM-Decoder trotzdem eingeschaltet hat, weil er die Trägerreste gefunden hat. Ich glaube nicht, daß dieses Detail, das man am normalen Fernseher sowieso kaum sieht, zur der Ansicht geführt haben soll, der Osten würde nur Schwarzweiß senden.

Catperson


von catperson - am 18.05.2006 08:12
@catperson: Meine Eltern kauften sich 1980 den ersten in der DDR erhältlichen TV, welcher made 9in Japan war - der hatte wenigstens vernünftige PAL-Farbe, natürlich auch SECAM. Beide Farbsysteme wurden automatisch erkannt. Bei SECAM konnte man, falls der Farbträger aktiv war, immer einen schwachen Farbschleier erkennen, wenn die Farbsättigung auf volle Stärke gestellt wurde oder die Feineinstellung verändert wurde ("SECAM-Feuer"). Bei s/w-Sendungen zeigte der Apparat in solchem Fall gar nichts farbiges, auch der grüne SECAM-Burst war verschwunden (der Apparat hatte noch einen klassischen Zeilentrafo mit V-Osc-Einsteller, da konnte man den sichtbar machen). Bei dem alten s/w-Apparat, den ich nutzen konnte, fehlte das typische SECAM-Interferenzmuster auf dem Tonträger. Beim TV-Apparat meiner Großmutter (Marke Blaupunkt, wurde ihr 1979 geschickt, ebenfalls PAL-SECAM-Automatik) konnte ich in solch einem Fall für ca 1s lang ein total rot und blau "verschmiertes" Bild sehen, bis der auf s/w schaltete.

von Analog-Freak - am 18.05.2006 18:08
Zitat
Analog-Freak
@catperson: ... Bei SECAM konnte man, falls der Farbträger aktiv war, immer einen schwachen Farbschleier erkennen, wenn die Farbsättigung auf volle Stärke gestellt wurde oder die Feineinstellung verändert wurde ("SECAM-Feuer"). Bei s/w-Sendungen zeigte der Apparat in solchem Fall gar nichts farbiges, auch der grüne SECAM-Burst war verschwunden (der Apparat hatte noch einen klassischen Zeilentrafo mit V-Osc-Einsteller, da konnte man den sichtbar machen)...


Alles richtig, was Du schreibst. Das hatte ich auch alles behauptet, bis eines schönen Tages bei einer Schwarzweiß-Sendung die SECAM-Lampe, die ich an meinen Videorekorder gebastelt hatte, noch an war. Aber die typischen Interferenzmuster waren weg. Aber wenn man denn ganz genau schaute - und das ging nur bei absolutem Ortsenderempfang, in meinem Fall wenige Kilometer vom Berliner Fernsehturm und bei meinem uralten Fernseher ohne SAW-ZF-Filter - waren da geringste Farbträgerreste. Würde ein "normaler" SECAM-Dekoder darauf ansprechen, hätte man sich den Aufwand sparen können. Es war auch kein Fehler des Rekorders, der auf höchste SECAM-Empfindlichkeit getrimmt war, denn eine Aufzeichnung dieses Signal ergab bei der Wiedergabe ein korrektes SECAM-Signal, weil die Verstärkungsregelung des Rekorders den SECAM-Pegel wieder hochzieht (aber nicht in der Lage ist, ein korrektes Signal selber zu erzeugen). Zwar in Schwarz-Weiß (Ach! War ja schließlich eine Schwarz-Weiß-Sendung!), aber mit korrektem Signal. Es war auch kein Einzelfall. Wenn man das erst wußte, fand man diesen Effekt jedes Mal. Meine Beobachtung bezieht sich auf den Zeitraum Ende der 80er Jahre. Es kann ein vorübergehender Fehler gewesen sein. Ich bin auch nicht sicher, ob beide Programme betroffen waren, denke aber schon. Die Schwarz-Weiß-Testbilder werden anders erzeugt und sind davon nicht betroffen.

Ich habe das eigentlich nur erwähnt, weil ich interessant fand, daß ein Vorteil einer echten Schwarz-Weiß-Wiedergabe, besonders gegenüber SECAM, nämlich die volle Bandbreite für das Helligkeitssignal nutzen zu können, durch diese Methode zunichte gemacht wird. Man hat dann zwar bei schwächlichem Empfang kein Farbrauschen, dadurch aber je nach Gerät ein farbiges Aufrauschen beim "Abschalten" des Farbsignals.

Catperson


von catperson - am 18.05.2006 18:50
Danke an alle, die meine Fragen (z.T. sehr ausführlich) beantwortet haben.

Für die, die gerne mal ein paar Bilder sehen wollen, wie so eine typische Empfangsanlage hier aussah, füge ich mal Links zu zwei Bildern an.

Bild1
(Die rechte Anlage ist gemeint. Die Antennen von oben nach unten: 2er Gruppe Hof K57, 4er Gruppe Hof K23, K10 Torfhaus, K8 Chemnitz, K22 Wiederau, UKW Torfhaus, UKW Hof)

Bild2
(von oben nach unten: 4er Gruppe K33 Berlin, K10 Torfhaus, 2er Gruppe Hof, vermutlich K57?, UKW Hof, Chemnitz K8, UKW Torfhaus, K22 Wiederau)

Von der aufwendigen Zusammenschaltung bzw. Filterung sieht man leider nichts. Dennoch illustrieren die Bilder, was hier früher für ein Aufwand betrieben wurde. Solche Anlagen sind durchaus nicht selten, vor allem wenn man bedenkt, was in den letzten Jahren im Zuge der Stadtsanierung von den Dächern geflogen ist. Natürlich nagt auch der Zahn der Zeit an den Anlagen.

Ein paar Fragen habe ich aber noch: Warum hat man nicht aus Berlin den K7 benutzt, statt Torfhaus K10 um der Störstreifen-Problematik aus dem Weg zu gehen, zumindest in den Stadtteilen, in denen man die UHF-Kanäle aus Berlin gut empfangen konnte, müsste doch auch VHF gegangen sein?

Nach welchen Anleitungen wurden die Antennen gebaut? Es gab in den frühen Ausgaben der einschlägigen Antennenbücher (60er Jahre) doch gar nicht so große UHF-Antennen beschrieben, und über die Zusammenschaltung zu Gruppen ist da auch nicht viel zu finden gewesen. Wie hat der Austausch zwischen Kollegen oder Gleichgesinnten stattgefunden? Es konnte doch nicht einfach jemand einen Artikel in der Fachzeitung abdrucken, mit dem Titel: "Mit dieser Antennen können sie Westfernsehen gucken"!?

@Diehler: Kannst Du Dein Stationsdia vom HR-ZDF posten? Hast Du noch Bilder Deiner Anlage von 1969?

@DX-Klaus: Was hat so eine von Dir erbaute Anlage damals gekostet? Wie ist die Planung vonstatten gegangen? Also, bist Du da einfach mit ein paar Testantennen auf die Dächer, oder wusstest Du schon anhand der Gegend, wie Du vorgehen würdest?

Vielen Dank für euere interessanten Antworten.

Jens

von Schlosser - am 18.05.2006 20:02
Diese Berichte ( und viele andere ) zum Thema : DDR-Fernsehen, West-Fernsehen , haben mich mal veranlasst, auf dem Dachboden meiner Eltern in alten Heften aus meiner Schulzeit (70er,80er) zu blättern.
In der Tat habe ich mich nicht geirrt. Wir (im Westen) bekamen im Schulunterricht einmal erklärt, dass die DDR-Bevölkerung nur (!) West-Fernsehen sieht. Denn überall in der DDR wäre der Empfang der ARD und ZDF-Sender einwandfrei, nur nicht in Dresden.
Das konnte man als Schüler nun hinnehmen, aber glauben wollte ich das schon damals nicht.
Und ich sollte wohl recht behalten, wenn ich diese Berichte hier lese.





von Der Korken - am 18.05.2006 20:28
Also VHF K7 aus Berlin ging immer deutlich schlechter als Torfhaus K10, man hätte kein grießfreies Bild aus Berlin unter Normalbedingungen hinbekommen, Torfhaus K10 war in Halle und Leipzig schon ein sehr klares Bild, in Halle gabs auch fast gar keine Störstreifen mehr.
Auch die 4er Gruppe zum Schäferberg hat in Leipzig noch ein vergrisseltes Bild gehabt, ZDF und Dritte waren hier Grasnarbenempfang, richtig sauberes Bild war nur bei Tropo. Der Empfang von Berlin fadete eigentlich immer. Der K7 von Berlin ist ja vom Scholzplatz gewesen und auch noch deutlich weiter entfernt als Schäferberg von Leipzig. Dann hätte K7 sich ungünstig auf Kanalgruppenzusammschaltung ausgewirkt wegen z.B. K6 Brocken und K8 Chemnitz auch noch eingeengt von 2 Seiten war Berlin da auch noch zusätzlich, das war noch viel problematischer als K9 vertikal gegen K10 horizontal. K10 Harz-West konnte man hier völlig normal als ortsüblich bezeichnen neben dem DDR-TV alles andere eigentlich nicht. 3 Programme hatte hier damals wirklich jeder, ARD und 2 DDR. ZDF und Dritte waren früher hier was besonderes und nicht jeder konnte große Gruppenantennen setzen, bei einigen war auch die Empfangslage dafür noch zu schlecht oder sie haben sich das finanziell nicht geleistet bzw. das Material nicht beschafft.
Wer ganz bescheidene Empfangslage hatte konnte auch kein K10 empfangen, das war aber die absolute Minderheit hier.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 18.05.2006 20:36
@catperson:
Zitat

Man hat dann zwar bei schwächlichem Empfang kein Farbrauschen, dadurch aber je nach Gerät ein farbiges Aufrauschen beim "Abschalten" des Farbsignals.

Daher auch der beschriebene Effekt beim Blaupunkt-Apparat meiner Großeltern. Der "Sanyo" meiner Eltern schaltete dagegen sofort auf s/w. Zu beobachten war, dass die Absenkung des SECAM-Trägers einige Sekunden nach Beginn der s/w-Sendung erfolgte und beim Abspann des Filmes wieder auf volle Stärke hochgefahren wurde. Wenn das SECAM-Singal nicht ganz abgestellt war, wozu der Aufwand mit dem Herunterziehen?
Bei den s/w-Testbildern ist mir das natürlich klar, dass dort elektronische TB-Generatoren im Einsatz waren, die ein reines s/w-Videosignal lieferten.

von Analog-Freak - am 18.05.2006 22:56
Zitat
Schlosser
..... man die UHF-Kanäle aus Berlin gut empfangen konnte, müsste doch auch VHF gegangen sein?

Nach welchen Anleitungen wurden die Antennen gebaut? Es gab in den frühen Ausgaben der einschlägigen Antennenbücher (60er Jahre) doch gar nicht so große UHF-Antennen beschrieben,...

Vielen Dank für euere interessanten Antworten.

Jens


Ich hatte Beziehungen zu einem Aluminium-Betrieb (Leichtmetallwerk Rackwitz).
Man konnte 4-Kant Profile (Antennenträger) und Rundprofile (für Elemente) preiswert kaufen.
Aus diesem Material habe ich mir mehrere Antennen gebaut (zB. 3.El. Band-I Antenne, 13-El. Kanal 7-Antenne für SFB1, 8 El-UKW Antenne, usw.)

Habe mit meiner UKW-Antenne RIAS2 sauber sowohl aus Hof und Berlin empfangen, je nach Drehrichtung. BR3 und HR3 vom Ochsenkopf und Kreuzberg gingen, sogar WDR von Teutoburger Wald. Jetzt sind ja alle Frequenzen zugefunzelt.
Dank DVB-C sind wieder alle Sender digital zu empfangen.

Als Anleitung gabs den Rothhammel und Spindler.

von schnappdidudeldey - am 19.05.2006 05:47
Zitat

Von woher hattest Du den HR empfangen, vom Heidelstein in der Rhön ?

Die hr-Sender in der Rhön wurden aber erst Anfang der 90er Jahre in Betrieb genommen, denke so um 1992 rum. Also zu DDR Zeiten nicht empfangbar.

Mich würde in dem Zusammenhang auch mal interessieren, wie der Norden der DDR mit Westfernsehen versogrt wurde. Wurden da überall die Antennen nach Berlin, Hamburg, Bungsberg gedreht und wenn ja, wo wurde welcher Sender genommen? Welche Rolle spielte Dannenberg? War er vielleicht sogar der "Hauptversorger" für ZDF und Drittes im Norden?

von Jens1978 - am 19.05.2006 12:17
Bevor wir verkabelt wurden hatten wir hier in Tallagen des südwestl. Harzvorlandes nur DDR-TV1 und 2 in gestochen scharfer Qualität vom Brocken. ARD 1.Prgr. vom Torfhaus hatte starke Geisterbildschatten und das ZDF bzw. 3.Prgr. aus Göttingen war durch Reflexionen nur als mehrfaches Geisterbild zu sehen, vom Torfhaus und auch Hoher Meißner war das Bild durch zu geringen Pegel stark verschneit. Erst die Inbetriebnahme des Senders Habichtswald bescherte uns einigermaßen erträglichen terrestrischen Empfang des ZDF und des regional falschen weil hessischen 3.Programms. Ein örtlicher Füllsender wurde abgelehnt da nur 800 Einwohner des Ortes betroffen waren - 1000 wären nötig gewesen.

von digifreak - am 19.05.2006 14:20
Zitat
Jens1978
Zitat

Von woher hattest Du den HR empfangen, vom Heidelstein in der Rhön ?

Die hr-Sender in der Rhön wurden aber erst Anfang der 90er Jahre in Betrieb genommen, denke so um 1992 rum. Also zu DDR Zeiten nicht empfangbar.


Da irrst du dich, hr3 auf 89.5 MHz gab es sehrwohl schon am Anfang der 80er und zwar vom H.Meißner.

Empfangen habe ich nach meinen alten Aufzeichnungen in Stereo:
89.5 hr3
95,5 hr2
99.0 hr1 jeweils vom H.Meißner

Der BR ging je nach Antennenausrichtung vom Ochsenkopf und Kreuzberg
96.0 br2
90.7 br1
99.4 br3 - alle vom Ochsenkopf
93.1 br2
98.3 br1
96.3 br3 (gestört von der Stimme) - alle vom Kreuzberg
Ochsenkopf war aber beständiger als Kreuzberg.

WDR Kam auch:
90.6 wdr1
93.2 wdr2 - beide vom TW
Vom WDR kann ich mich an die BL-Berichterstattung erinnern.

Außerdem als "Westsender" RIAS1+2, SFB1-3, NDR 1-3, BBC aus Berlin, AFN (Frankfurt?), BFBS (Braunschweig?), FFB (Berlin)

von schnappdidudeldey - am 19.05.2006 14:53
Zitat

Brocken NO

Demzufolge kann die Richtung nicht(!) die selbe sein, denn sonst wäre er genau im Osten. Torfhaus und Brocken stehen sich praktisch gegenüber -> Etwas weiter nach Norden kann schon irgendein Bergrücken wieder stören, der beim Brocken nicht stört. Anhand von Satelliten lässt sich das verdeutlichen was ich meine. Wenn ich bei mir z.B Astra auf 19°Ost empfangen kann bedeutet das aber nicht, dass ich auch Eutelsat auf 13°Ost empfangen kann, obwohl sie fast die gleiche Elevation besitzen und auch im Azimut nicht weit auseinander liegen.

von Jens1978 - am 19.05.2006 16:38
@Jens1978: Im Südwesten von M-V, ehemaliger Südteil des Bezirkes Schwerin einschl. des Westzipfels von Brandenburg und des nördlichen Sachsen-Anhalts kamen (und kommen immer noch) Höbeck und Zernien bei Dannenberg herein. Höbeck reicht immer noch bis nach Lübz und Parchim. Von Berkenthin kam hier kaum was mit einer Hochantenne herein. In den Ruhner Bergen kam der analog mit leichtem Rauschen an. Von Eutin war selbst dort ohne Tropo kaum was zu sehen, in Lübz kam nichts davon an. Dafür versorgte Eutin damals die Ostseeküste bis hin nach Rostock mit ARD, ZDF und N3. Im Raum Schwerin war dagegen Lübeck-Berkenthin zu empfangen. Von 1993-1994 lebte ich dort, ine einem Altbau, DX-technisch aber günstig gelegen. Es kamen dort per Zimmerantenne herein: Berkenthin (ZDF, N3) mit leichtem Rauschen, ebenfalls Mölln-Talkau (N3 K53). Sat.1 und RTL waren stärker verrauscht, aber noch in Farbe zu empfangen. Das ARD kam (neben Schwerin K11) entweder über Moorfleet (e-09) oder Bungsberg (K50) herein, natürlich stärker verrauscht. Auf K21 gab es einen "Wellensalat" zwischen Höbeck und Eutin.

von Analog-Freak - am 19.05.2006 16:55
Hier mal zwei Karten aus der einzigen DDR-TV-Zeitschrift "FF Dabei" vom Februar(?) 1990, leider etwas lädiert. In dem zugehörigen Beitrag ging es darum, ARD ZDF und eines der Dritten endlich DDR-weit zu verbreiten.:



Auf Karte 2 wurden leider Lübeck-Berkenthin un der Hohe Meißner vergessen. Höbeck stand stellvertretend für Zernien und Ochsenkopf stellvertretend für Hof.

@jassy: Bitte nicht wieder ohne Quellenangabe posten. Danke ;-)

von Analog-Freak - am 19.05.2006 17:35
In der DDR wurde ja auch ein Aufwand getrieben, um Westfernsehen zu sehen, womit allenfalls noch der Aufwand zum Empfang des ORF zu vergleichen ist. Mit ähnlichem Aufwand könnte man auch WDR in ganz Hessen oder Holland in (fast) ganz NRW empfangen. Aber so einen Aufwand treibt natürlich niemand. Daher sind die Vergleiche ("was kann man empfangen") immer etwas hinkend, weil eben der Aufwand zu berücksichtigen ist. Wenn ich überlege, mit welcher Qualität ich in Leipzig früher BR3 auf 99,6 oder RIAS2 auf 94,3 gehört habe. Heuer würde sich das niemand mehr antun...und es wäre ja auch überflüssig, da sowieso überall das Gleiche läuft...

von Free Speech - am 20.05.2006 08:03
@50 Grand N, 8 Grad O: Zu DDR-Zeiten hat man sich auch mit bescheidener Empfangsqualität begnügt, bei uns in Lübz (Nähe PCH) kommt Radio Hamburg einigermaßen herein, in Stereo geht der nur mit Rauschen und fadet ziemlich stark. Damals war man damit zufrieden, zumal man meist nur einen Mono-Radiorecorder hatte. Als mein Bruder 1987 einen Stereo-Radiorecorder hatte, musste er sich schon einen günstigen Standort für das Gerät suchen, um NDR 2 (Zernien 96,4 MHz, unser NDR-"Ortssender") rauschfrei in Stereo hereinzubekommen.
Zu allerdem war bei uns das ARD (QTH: Zernien) in Farbe, aber deutlich verrauscht, ZDF und N3 kamen klar vom Höhbeck herein. Und das trotz aufwändiger Hochantenne auf dem Dach!

von Analog-Freak - am 20.05.2006 17:01
Zitat
Lahnwelle
WDR und NDR wären mit Sicherheit gegangen, WDR bestimmt, NRW war ja um die Ecke. Aber wir hatten zu Hause nur ARD, ZDF, Hessen 3, Bayern 3 und Südwest 3. Wir haben allerdings zur Miete gewohnt und hingen dann wohl an einer Gemeinschaftsantenne.

Auch wenn der Thread schon seit 11 Jahren eingeschlafen ist, an die Analog-Zeiten erinnert man sich doch auch heute noch gerne. In der Olper Innenstadt hatten wir tatsächlich nur 3 Programme, mit "Schnee" ließ sich Südwest 3 noch empfangen, aber nur wenn ich meine Zimmerantenne nach Bad Marienberg ausrichtete, die Dachantenne fing den Sender nur schwach ein. Noch schlechter stand es um Hessen 3 von Angelburg, der ließ sich so gerade mal "erahnen". Die Topographie im südlichen Sauerland war denkbar schlecht, wenn man höher wohnte konnte man Südwest 3 problemlos empfangen, aber viel mehr ging da auch nicht.

Östlich vom Rothaargebirge am Nordrand des Sauerlandes sah die Welt ganz anders aus, dort gingen neben dem WDR noch HR, NDR und DDR Fernsehen. Hier war man in der glücklichen Lage wie die Nordhessen Programme aus allen Richtungen zu empfangen, es gab generell in Hessen auch weniger Umsetzer als in NRW oder Rheinland-Pfalz.

Aber mich würde trotzdem mal interessieren, ob es auch in Nordhessen Ecken gab, wo man nur ARD, ZDF und Hessen 3 empfangen konnte (wenn man nicht gerade einen größeren Aufwand betrieb um andere Sender rein zu bekommen).

Im Edertal in der Nähe der Sperrmauer ist doch auch so eine Tallage, wie sah es z. B. in Hemfurth am Edersee oder Waldeck aus? Gibt es da einige "Zeitzeugen", wie das zu Analog-Zeiten dort aussah? Also generell, nicht nur auf diese beiden Orte bezogen.

von Rosenelf - am 26.03.2017 05:16
Zitat
RheinMain701
Zitat
Rosenelf
Im Edertal in der Nähe der Sperrmauer ist doch auch so eine Tallage, wie sah es z. B. in Hemfurth am Edersee oder Waldeck aus?

Im Ort Kleinern bei Bad Wildungen soll wohl der TV-Empfang sehr miserabel gewesen sein. ARD ging noch irgendwie über K2 Biedenkopf, aber ZDF und Hessen 3 waren nahezu unmöglich, da der Ort in einem West-Ost-Tal lag, somit Hohes Lohr und Habichtswald beide abgeschattet waren. Einen eigenen Füllsender hätte der Ort wohl benötigt, hat ihn aber nie bekommen.

Sicher? Die Talausrichtung geht doch recht genau auf den Meißner zu. Ein "nahezu unmöglich" würde ich eher ausschließen.

von Thomas (Metal) - am 26.03.2017 19:31
War schon öfter in Kleinern und kann dazu etwas sagen.
Zumindest in einem Seitental war/ist der terr.TV-Empfang schwierig.Mit normalem Aufwand (Dachantenne) war dort die ARD nur mässig,ZDF und Hessen 3 schlecht zu empfangen.Bei den beiden letztgenannten machte so fernsehen eigentlich keinen Spass mehr,zumindest mir,da ich von zuhause ein einwandfreies Bild (da Umsetzer) gewohnt war.Natürlich spielte dann auch noch das Wetter eine Rolle beim Empfang.
Als dann Mitte der 80er dort eine Antennenbaufirma mit der Lösung des Problems beauftragt wurde,wurde der Empfang doch besser.Anstatt aufs Dach kam die Antenne auf einen Masten in den Garten,wo der Empfangspegel besser war.Das Ergebniss:Ein besseres,fast rauschfreies ARD-Bild (wenn auch nicht ganz perfekt wg. leichten Reflektionen) und ein ebenfalls besseres ZDF und Hessen 3.
Noch immer erreichten die beiden letztgenannten nicht die Bildqualität des ARD-Programms,man konnte sie aber doch gut schauen.
Als Beifang gab es dann noch ein DDR-TV-Programm,allerdings stark wetterabhängig.Allerdings wurde darauf auch keinen Wert gelegt.

Als ich dort mal in den 90ern mit meinem kleinen Casio-Watchman einen Sendersuchlauf mit der eingebauten Teleskopantenne machte,lief der durch ohne etwas zu finden.
Auf den Anhöhen ringsum natürlich schon.

von UM74 - am 26.03.2017 23:47
Danke für Eure Erläuterungen. Aber grundsätzlich kann man doch sagen, dass in Gegenden in denen ein Umsetzer vorhanden war der Empfang mit "normalem" Aufwand eben nicht ideal war, auch in topographisch günstigen Lagen wie Nordhessen. Es sei denn man wohnte an der Grenze zu einem anderen Bundesland, wo man z. B. aus dem Nachbarland das Erste und das ZDF empfangen konnte, aber nicht das richtige Dritte.

Eben ist mir auf der Karte von Sascha Teichmann das Dörfchen Armsfeld bei Bad Wildungen aufgefallen, dort stand ein Umsetzer mit nur 0,7 W Leistung. Überraschend nah am Grundnetzsender Hohes Lohr bei Battenhausen, der aber dort scheinbar in einigen Strassenzügen nicht ausreichend ankam. Weiß einer etwas über die damalige Empfangssituation in Armsfeld?

von Rosenelf - am 31.03.2017 05:31
Zitat
RheinMain701
Der Edersee liegt halt ziemlich tief im Tal und ist ringsum von Bergen umgeben. Er soll wohl auch DVB-T-freie Zone sein, sehr zum Leidwesen der Touristen und FeWo-Besitzer, und auch Sat ist wegen den Bergen schwierig (also quasi hessisches Bad Urach, wenn man so will).

Märchen zum 2. April? Welche Steilwände müssen denn in Richtung Süd stehen um SAT zu verhindern? In Mittelgebirgslandschaften nicht häufig, und vor allem nicht für ein ganzes Gebiet zutrefend.
Öfter gegeben und hier vielleicht auch die Ursache: Zu nah an der Vegitation (Bäume). Da ist dann keine Erhebung notwendig um SAT effektiv abzuschirmen :-( . Da sieht man hohe, nicht selten abgespannte, Aufbauten die tatsächlich den Charme der DFF-Zeit haben. Allerdings ohne eine Yagi an der Spitze, häufig insgesamt auch ohne terrestrische Antennen, sondern mit einem SAT-Spiegel.

von Thomas (Metal) - am 02.04.2017 08:09
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Und was ist mit Inselsberg und Bleßberg? Brocken die Nr. 1, das glaube ich, aber Berlin die Nr.2 glaube ich nicht.


Inselsberg konnte ich letztens auf einer Fahrt vom Rhein Main Gebiet in Richtung Sauerland entlang der A45 testen. Ich hörte DKultur, der zwei große Funklöcher entlang der Strecke hat: zwischen Verlassen der Versorgung Sender Hanau und Erreichen des Versorgungsgebiets des Senders Gießen, und anschließend zwischen Verlassen des Senders Wetzlar und Erreichen des Senders Siegen. In diesen zwei Versorgungslücken übernimmt problemlos der Inselsberg, der bis kurz vor Siegen beifahrertauglichen Empfang gewährleistete.

Von daher müsste DFF1 vom Inselsberg damals bis ins Siegerland gekommen sein.

von Klaus Wegener - am 05.04.2017 13:11
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