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Funkrufzeichen der Radio- und TV-Stationen in den USA

Startbeitrag von Kay Bartholomäus am 28.05.2003 18:34

In den USA haben alle Fernseh- und Radiosender ein Funkrufzeichen. Dieses beginnt entweder mit "W" oder mit "K".

Die Grenze zwischen "W" und "K" bildet der Missouri, sodaß es östlich des Missouri Sender wie z.B. WNBC und westlich des Missouri Sender wie z.B. KBBL gibt.

Meine Frage: Wer hat wann diese Grenze festgelegt und wie ist man auf die Buchstaben "K" und "W" gekommen bzw. für was stehen diese Buchstaben?

Antworten:

Mississippi ... muß es einerseits heißen.

Zwar in Englisch, hilft aber trotzdem bestimmt weiter, hier sind ein paar Links.

Und hier steht mehr:
http://www.straightdope.com/columns/010504.html

Ab 3. Absatz, linke Spalte:
http://www.museum.tv/archives/etv/C/htmlC/callsigns/callsigns.htm

...etwas kürzer:
http://www.digitalspy.co.uk/article/ds10575.html

Im 2. Absatz, Punkt d):
http://www.bostonradio.org/radio/legal-id.html

gb

von gb - am 28.05.2003 20:14
Entscheidend ist dieser Absatz aus ( http://www.museum.tv/archives/etv/C/htmlC/callsigns/callsigns.htm ):

The procedures for assigning call letters have their origin in the earliest days of radio. Blocks of initial letters were assigned to various countries following the London International Radiotelegraph Conference of 1912. The letters W, K, N, and A were assigned to the United States. W and K were used to designate commercial broadcasters, while N and A were allocated to military users of the radio spectrum. The initial letters C and X were assigned to Canada and Mexico, respectively, and are still used today to identify Canadian and Mexican television stations.

Die Prozeduren der Rufzeichenzuteilung haben ihren Ursprung in den frühen Tagen des Rundfunk. Gruppen von Initialen wurden verschiedenen Ländern nach der Londonder Internationalen Radiotelegraphie Konferenz von 1912 zugeteilt. [Anm.: Andere Quellen vermuten diese Konferenz in Berlin.] Die Buchstaben W, K, N und A wurden den USA zugeteilt. W und K wurden benutzt, um kommerzielle Sender zu identifizieren, während N und A militärischen Nutzern des Radiospektrums zugeteilt wurden. Die Buchstaben C und X gingen jeweils an Kanada und Mexiko und werden nach wie vor zur Identifikation von kanadischen und mexikanischen Fernsehstationen benutzt. [Anm.: Kanadische Radiosender nennen sich nach wie vor C...]

The first U.S. radio stations were allowed to select their own call letters beginning with either a W or a K. Also, early radio stations could select either a three-letter or a four-letter combination. Later, around 1928, the Federal Radio Commission formalized rules which required that all stations use four-letter combinations. Further, those stations east of the Mississippi were required to use an initial W while those stations west of the Mississippi were required to use an initial K.

Den ersten US Radiostationen wurde erlaubt, ihre Rufzeichen selbst auszusuchen, beginend mit W oder K. Zudem konnten die ersten Stationen eine 3- oder 4-Buchstaben-Kombination wählen. Später, etwas 1928, formalisierte die Federal Radio Commission die Regeln, nach denen alle Stationen 4-Buchstaben-Kombinationen benutzen. Zudem mußten alle Stationen östlich des Mississippi den Buchstaben K und jene westlich den Buchstaben W am Anfang führen.

gb

von gb - am 28.05.2003 20:28
@ gb

Danke für die Infos und die Links.

Was die K-W-Grenze angeht, steht in "Rundfunk auf Mittelwelle" von Gerd Klawitter, 2. Auflage 1998 vom Siebel Verlag:
"In den Anfangstagen des US-Rundfunks wurde an Stationen, die sich westlich des Missouri befinden, K-Rufzeichen vergeben. Rundfunksender östlich des Missouri - das ist die uns geografisch zugewandte Seite der USA - erhielten W-Rufzeichen.

Der Mississippi als Grenze wäre aber logischer, da der Fluß viel bekannter ist.


Zitat ( http://www.museum.tv/archives/etv/C/htmlC/callsigns/callsigns.htm ):
"(...) A were allocated to military users of the radio spectrum."

Jetzt wissen wir auch, warum es AFN und AFRTS heißt. :-)


Warum werden in Europa diese Funkrufkürzel eigentlich nicht mehr berücksichtigt / genannt? Oder wurde europäische Länder in dieser Londoner Konferenz nicht mit berücksichtigt?

von Kay Bartholomäus - am 29.05.2003 08:56
Die AFN-Frage kann uns bestimmt der AFN BE KENNER beantworten. Da es sich dabei ja hauptsächlich um Stationen in Übersee handelt, ist das A eher für ein patriotisches "American" zu vermuten. Aber darin kann man sich vielleicht auch täuschen.

Gab es für "normale" Rundfunksender in Europa jemals solche benutzten Kürzel? Die BBC hat seit jeher diese drei Buchstaben benutzt, der Reichsrundfunk, Radio Luxemburg und andere schillernde Namen sind mir ansich nur als solche bekannt.

gb

von gb - am 29.05.2003 10:07
AFN = "American Forces Network"
AFRTS = "Armed Forces Radio and Television Service"
BBC = "British Broadcasting Corporation"

...das sind doch nur Abkürzungen, die nichts mit Funkrufzeichen zu tun haben, oder?

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.05.2003 10:18
Eine Übersicht über die in London zugewiesenen "Radio Call Letters", darunter damals auch "KAA - KCZ" für Deutschland (inkl. Kolonien):

http://earlyradiohistory.us/1913call.htm

http://earlyradiohistory.us/recap.htm

http://earlyradiohistory.us/kwtrivia.htm


Allgemein zu den damaligen Konferenzen:

http://earlyradiohistory.us/sec023.htm

von fp - am 29.05.2003 11:06
Rolf, der Frequenzenfänger schrieb:

Zitat

AFRTS = "Armed Forces Radio and Television Service"

"American Forces Radio and Television Service"

Steht auf deren Internet-Seiten (http://www.afrts.osd.mil).



von Brubacker - am 29.05.2003 12:16
Das mit dem Funkrufzeichen "A" bei AFN und AFRTS war eigentlich mehr als Scherz gemeint. ;-)

von Kay Bartholomäus - am 29.05.2003 12:34
In einer streng wissenschaftlichen Diskussion scherzt man nicht.

Sonst füge ich hier noch eine mehrseitige Bibliographie zum Thema an. Und die wird dann gelesen und kommentiert!

;-) :p

von gb - am 29.05.2003 14:42
Rolf, der Frequenzenfänger schrieb:

Zitat

AFN = "American Forces Network"
AFRTS = "Armed Forces Radio and Television Service"
BBC = "British Broadcasting Corporation"

...das sind doch nur Abkürzungen, die nichts mit
Funkrufzeichen zu tun haben, oder?



Ja, rein gar nichts haben sie damit zu tun

von AFN BE KENNER - am 29.05.2003 15:55
@ gb und alle

Sorry, wegen dem Scherz. Aber deshalb habe ich ja auch den Smily dahinter gesetzt in der Hoffnung, daß man den Satz so versteht wie ich ihn meine. - Aber Ausdruck war halt noch nie meine Stärke.

von Kay Bartholomäus - am 29.05.2003 17:24
Bis Anfang 1923 war nicht der Mississippi die Grenze zwischen K- und W-Gebiet, sondern wurde von den Ostgrenzen der Bundesstaaten Montana, Wyoming, Colorado und New Mexico gebildet. Das heißt einige der Staaten, die heute das K haben, benutzten damals noch das W.

Da der Mississippe im nördlichen Minnessota entspringt, gibt es also nördlich des Oberlaufes dieses Flusses eine Lücke in der Grenze. Die FCC hat dies so geregelt, dass nun eine gedachte Linie vom Oberlauf bis zur kanadischen Grenze gezogen werden soll. Dies lässt jedoch immer noch Platz für Spielräume für Sender in diesem Gebiet.

Allerdings gibt es Abweichung: Einige Stationen westlich des Miss. benutzen W, einige auf der östlichen Seite K. Dafür gibt es mehrere Gründe:

1.) Stationen mit KD.... Dieser Rufzeichenblock war eigentlich Schiffen an der Ostküste zugeteilt, wurde aber in den Jahren 1920/21 auch an Radiostaionen östlich des Miss. ausgegeben. Berühmtested Beispiel ist KDKA in Pittsburgh, PA.

2.) Stationen, welche vor 1923 im W-Gebiet lagen, haben auch nach der Verlegung der Grenze ihre W-Rudzeichen behalten. (z. B. WOI in Texas)

3.) Es wurden sogenannte "portable licenses" vergeben. Wenn der Inhaber einer solchen Lizens ursprünglich im W-Gebiet wohnte, konnte er sein Rufzeichen mitnehmen, auch wenn er ins K-Gebiet zog udn sich dort permament niederließ.

4.) Andere Stationen sind ganz offiziell mitsamt ihren Rufzeichen umgezogen.

5.) Ausnahmen auf Nachfrage: z. B. die Station WACO in Waco, TX

6.) Fehler bei der FCC. So wurde einer Station in Michigan (also W) ein K-Rufzeichen zugewiesen, weil der betreffende Mitarbeiter dachte "MI" stehe für Missouri.

Ein weiteres Problem sind die Gebiete außerhalb der USA, die von den USA aber verwaltet werden, z. B. im Pazifik. Alaska und Hawaii haben K-Rufzeichen, auch American Samoa und die Midway-Inseln sowie Guam und die Nördlichen Marianen.

Im Atlantik haben Puerto Rico und die American Virgin Islands logischerweise W-Rufzeichen.

Die Philippinen waren bis 1946 unter amerikanischer Verwaltung, hier sind bis dahin Rufzeichen beginnend mit KZ... ausgegeben worden.

Da die Amerikaner ja einmal die ganze Welt beherrschen wollen, haben sie sich schon überlegt, wie sie diese mit K bzw. W-Rufzeichen austatten können. Dabei ergab sich das Problem, dass man, wenn man in eine Richtung vom Mississippi ausgehend, früher oder später schon wieder auf diesen stoßen würde, weil die Erde ja eine Kugel ist (was einige sehr bibelfeste Amerikaner ja immer noch abstreiten). Demnach muss man also eine Linie festlegen, welche auf der entgegengesetzten Seite der Welt verläuft, wo das Rufzeichen wieder wechselt.

Da der Mississippi auf ca. 90° westlicher Länge liegt, hat man logischerweise 90° Ost für den erneuten Übergang gewählt. Also haben alle Stationen östlich des Mississippi bis zu einer Länge von 90° Ost (da wo Indien ist) W-Rufzeichen, solche Stationen, die östlich des Mississippi bis zum selben Längengrad liegen, K-Rufzeichen. ;-)

von alqaszar - am 30.05.2003 15:24
alqaszar schrieb:

Da die Amerikaner ja einmal die ganze Welt beherrschen wollen, haben sie sich schon überlegt, wie sie diese mit K bzw. W-Rufzeichen austatten können. Dabei ergab sich das Problem, dass man, wenn man in eine Richtung vom Mississippi ausgehend, früher oder später schon wieder auf diesen stoßen würde, weil die Erde ja eine Kugel ist (was einige sehr bibelfeste Amerikaner ja immer noch abstreiten). Demnach muss man also eine Linie festlegen, welche auf der entgegengesetzten Seite der Welt verläuft, wo das Rufzeichen wieder wechselt.


Eine sehr interessante Phantasie.......Deiner Vision nach muesste dann Afrika noch mit Ws ausgestatett werden, waehrend Asien Ks bekommt.....grins:)

Ach ja, die Philipinen beginnen mit D, die Australier haben ein bischen ein anderes System, welches auch aus einer Kombination besteht, allerdings aus Buchstaben und Zahlen.

von 102.1 - am 27.11.2003 19:59
Inzwischen haben die Philippinen, nach der Unabhängigkeit, eigene Rufzwichen bekommen, aus der D-Serie, die bis 1945 ja komplett Deutschland zugeteilt war. Heute sieht das so aus:

DA bis DR - Deutschland
DS bis DT - Korea
DU bis DZ - Philippinen
D2 bis D3 - Angola
D4 - Kap Verde
D5 - Liberia
D6 - Komoren
D7 bis D9 - Korea

von Alqaszar - am 28.11.2003 16:39
@alqaszar

Deutschland hatte Funkrufzeichen? Jetzt bin ich aber ueberrascht.

Welche europ. Laender haben denn noch Funkrufzeichen. Ich habe mal so etwas in Oesterreich gehoert, konnte es aber kaum glauben...



von 102.1 - am 28.11.2003 18:07
Big Bear schrieb:

Zitat

Deutschland hatte Funkrufzeichen? Jetzt bin ich aber ueberrascht.

Deutschland hat einen Buchstabenbereich für Rufzeichen zugeteilt bekommen. Ob die denn wirklich genutzt wurden/werden ist ja eine ganz andere Sache. Aber nicht-Rundfunk-Sender scheinen ja doch welche zu haben, z.B. DCF 77 wo doch das DCF das Rufzeichen sein müsste.

von Brubacker - am 29.11.2003 13:43
Was ist (oder war) denn der Sinn dieser Funkrufzeichen?

von Christian K - am 29.11.2003 17:32
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