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vor 2 Jahren, 3 Monaten
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Real_Rock, H.-E. Tietz, Wiesbadener, Hempe, Spacelab, Nohab, AFNBEKENNER, Cha, iro, Kroes, ... und 6 weitere

Geschichtsträchtiger Sendeturm in Burg wird demontiert

Startbeitrag von H.-E. Tietz am 22.06.2006 11:29

So lautet - laut VT-Programmvorschau - ein Beitrag im heutigen TV-MDR-Regionalprogramm S-Anhalt
(zwischen 19 Uhr und 19.30 Uhr).
Mal sehen, ob er auch ausgestrahlt wird, da es oft kurzfristige Änderungen gibt.

Antworten:

Vielleicht der des "Deutschen Freiheitssenders 904" ?

von Real_Rock - am 22.06.2006 14:00
Es war der Deutsche Soldatensender. Dem Bericht zufolge strahlte er hauptsächlich in Richtung Südwest ab.
Ich kann mich erinnern, dass wir ihn über 100 km nordöstlich von Berlin auch empfingen. Es gab jedoch von den Sendern her Alternativen, bei denen wir sogar von FM aufnehmen konnten (Rias 2 z. B.). Oft war die Frequenz des Soldatensenders noch überlagert von AFN(?). Ich müsste da allerdings alte Frequenzlisten absuchen, um Gewissheit zu haben.

von H.-E. Tietz - am 22.06.2006 17:19
Bei MDR Regional-SA kam es im ersten Viertel und bei der Länderzeit kam die Sprengung ca. in der Mitte der Sendung. Der Beistrag bei SA war etwas ausführlicher. Bei dem Mast der stehen geblieben ist wird laut MDR-Beitrag das deutsche Programm der Stimme Russlands aufgeschaltet. Man wieviel Frequenzen brauchen die noch... .

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 22.06.2006 17:24
Zitat

Man wieviel Frequenzen brauchen die noch.

Bis es republikweit garantiert in jedem Keller noch mit 'nem nassen Finger im Ohr geht.
Die Taktik der VoR kann man eigentlich nur noch als 'Carpet Bombing' bezeichnen.



von Nohab - am 22.06.2006 17:32
Bin mal gespannt wie lange es noch dauert bis die hier im Saarland die 1422khz kapern. Oder eine neue Frequenz zugewiesen bekommen. Angeblich ist zwar hier frequenzmäßig alles voll, aber wirklich wundern tut mich bei der VoR garnichts mehr... :rolleyes:

Wieviel Sendeleistung hatte denn dieser Soldatensender?

von Spacelab - am 22.06.2006 17:39
Zitat
Spacelab
Bin mal gespannt wie lange es noch dauert bis die hier im Saarland die 1422khz kapern. Oder eine neue Frequenz zugewiesen bekommen. Angeblich ist zwar hier frequenzmäßig alles voll, aber wirklich wundern tut mich bei der VoR garnichts mehr... :rolleyes:

Wieviel Sendeleistung hatte denn dieser Soldatensender?


der sender von DSS hatte eine leistung von 250 kw.
über den selben sender wurde auch der deutsche freiheitssender 904 ausgestrahlt.
habe beide sender in meiner jugendzeit täglich gehört
weil da immer sehr gute musik zu hören war.
UKW war zu der zeit "out"

gruß deneb7

von deneb7 - am 22.06.2006 18:06
Sind die Russen nicht knapp bei Kasse. Mir fällt der "Mamut"Sender 1386 KHz und die 1215KHz aus Bolshakovo bei Kaliningrad ein,die mal mit 1000 KW (oder waren das auch mal 2000 KW?) gefahren wurde. Dann wurde die Sendeleistung aus Kostengründen reduziert. Wer steckt den eigentlich hinter der Voice of Russia auf Deutschen Gebiet.


von DJ Taifun - am 22.06.2006 21:35
Zitat

Bei dem Mast der stehen geblieben ist wird laut MDR-Beitrag das deutsche Programm der Stimme Russlands aufgeschaltet.


Hmmmm welche Frequenz soll denn dafür genommen werden ? etwa die legendäre 657 ? Das währe ja krass, dann sind alle Burger Frequenzen wieder on air wenn die 261 und 1575 auch noch dazu kommen :-)


von Olli / Widen - am 22.06.2006 22:41
Vielleicht wollen die Russen schlichtweg die 261 wieder haben, die war ja schon mal in deren Besitz ("Radio Wolga") und soll noch dieses Jahr neu vergeben werden, wenn Europe 1 nicht doch noch auf Sendung geht, was aber keiner mehr so recht glaubt...

Sinn macht das natürlich nicht, denn die Reichweite aus Burg würde sich weitgehend mit der 603, 630, 693, 1323 und 1431 decken.

von Wiesbadener - am 23.06.2006 09:37
@ H.-E. Tietz: In den 60ern und frühen 70ern sendete auf der 935 kHz auch AFN Berlin vom Standort Dahlem mit 10 kW, bevor dann noch vor Inkrafttreten des Genfer Wellenplans auf 1106, später 1107 kHz umgeschaltet wurde.
Der Einsatz des Deutschen Soldatensenders (DSS) auf gleicher Frequenz sollte neben der "Information" der Bundeswehr-Soldaten wohl auch den Zweck haben, den Emfang von AFN in der DDR zu verhindern.
Freiheitssender 904 und DSS sendeten AFAIK von der gleichen Sendeantenne; die Frequenz wurde jeweils gewechselt. Deshalb gab es auch nie zeitliche Überschneidungen bei beiden Programmen.
Hier in Frankfurt waren beide Sender noch gut zu empfangen.

von Heinz Schulz - am 23.06.2006 09:50
Europe 1? Wollen die da ihr französisches Programm drüber senden das auch über die 183khz vom Felsberg kommt?

von Spacelab - am 23.06.2006 10:49
@Spacelab: Nein, die wollten einen Fernfahrersender namens "Route 66" starten. Mitbewerber war damals Truckradio, doch traute die MSA dem namhaften Europe 1 /Legardere wohl mehr zu als Radio Starlet. Ein Irrtum, wie sich herausstellte. Truckradio bekam als Entschädigung ja dann die 531 kHz. Ich weiß nicht, mit welchen Summen die Russen hantieren, aber ich kann mir vorstellen, dass diesmal wieder eine Vergabe an ein "vorrangig mehrsprachiges Programm" geplant ist.

von Wiesbadener - am 23.06.2006 10:55

Sendersprennung in Burg


Spezialisten sprengten gestern über 200 Meter hohen Funkturm im Brehm (b.Burg)

Orginal aus "burger Volksstimme"

"Jetzt ist er für immer weg, unser schöner Funkturm"
Karl-Heinz und Maik Bühring bereiten die Schneidladung vor.Der " Deutsche Freiheitssender 904 " und der " Deutsche Soldatensender " senden schon lange nicht mehr. Da ungenutzt, wurde gestern kurz vor 14 Uhr einer der beiden rot-weiß gestreiften riesigen Funktürme gesprengt, und Burg ist nun um ein Wahrzeichen ärmer.

Burg / Brehm. Der 54-jährige Sprengmeister Karl-Heinz Bühring aus Magdeburg tutete dreimal kräftig ins Horn. Wenige Sekunden später schoss ein greller Blitz in einer Detonationsgeschwindigkeit von 8500 Metern pro Sekunde die etwa 300 Meter lange und mit Hexogen gefüllte Sprengschnur hinauf. Insgesamt traf sie auf drei Schneidladungen, die in drei Pardunen ( Verankerungen, damit der Mast gerade steht ) tags zuvor von Sohn Maik befestigt worden waren. Eins, zwei, drei und der rotweiße Riesenspargel senkte sich zur Seite, knickte unten ein und fiel schnurgerade in die vorbereitete Waldschneise. Klatschen und Beifallrufe von allen Seiten. Was so rasch und einwandfrei über die Bühne ging, erforderte jede Menge Vorarbeit. Ehe der Sprengmeister und sein Sohn für den Auftrag von der T-Systems international GmbH ihr grünes Licht gaben, wurde die Lage vor Ort geprüft. " Ja, wir können das ", lautete die Anwort, die der auftraggebenden Firma viel Geld ersparte. Denn es gab nur zwei Möglichkeiten : " Entweder Sprengung oder ein stückchenweises Abtragen per Fahrkorb für etwa 200 000 Euro ", bestätigte Erhard Heinecke, Leiter Operation Service Team 6.

Warum musste der Funkturm gesprengt werden ? " Die statische Sicherheit war nicht mehr gegeben, das Fundament rostete und der Beton bröselte ", erklärte der Telekom-Mann. Etwa 800.000 Euro würde eine Rundumsanierung kosten, allein das Konservieren der Seile 80 000 Euro. Die Entscheidung sei im Jahr 2005 getroffen worden, als alle Möglichkeiten ausgereizt worden waren, ob man den Funkturm noch nutzen könne. Aber es habe sich kein Bedarf ergeben. Da war klar, der Funkturm kommt weg.

Für die Bührings bedeutete die Sprengung auch eine deutschlandweite Premiere. Eine besondere Schwierigkeit ergab sich nämlich aus den sich querenden Verankerungen des benachbarten Funkturms. Ganz oben bei 180 Metern und in 60 Metern Höhe mussten darum die Schneidladungen angebracht werden. Keine einfache Angelegenheit. " Die Angst um den Sohn spielt immer mit ", gab Karl-Heinz Bühring zu und klopfte Maik beruhigend auf den Rücken. " Du schaffst das schon. "


Zahlreiche Schaulustige
" Jetzt ist er weg, unser schöner Turm. Wir haben viele Jahre im Brehm gewohnt, die beste Zeit unseres Lebens hier verbracht. Die Funktürme haben unser Leben mit bestimmt ", meinte Erika Feuerherd bewegt. Ihrem Mann Horst ging es nicht anders. Gänsehaut war auf seinen Armen zu sehen. " 30 Jahre habe ich hier gearbeitet, war Gruppenleiter Instandsetzung Sender ", sagt er nicht ohne Stolz in der Stimme.

Irgendwie hatte es sich in der alten Belegschaft herumgesprochen, dass der 230 Meter hohe Funkturm gesprengt wird. Von Busfahrer Hans Zeh, seiner Frau Christa, seinen beiden Söhnen bis hin zu zahlreichen weiteren Mitarbeitern und ehemaligen Bewohnern der Siedlung waren etliche Schaulustige schon lange vor der Sprengung gekommen, um beim Umfallen des Riesen dabei zu sein. Fast jeder war mit Fotoapparat oder Fernglas ausgerüstet. Eilig wurde noch in letzter Minute nach einem guten Platz gesucht, damit alles für die Ewigkeit im Bild festgehalten werden konnte. Das Polizeirevier hatte das Terrain weiträumig abgesperrt, aber Journalisten war es gelungen, hier und da auf ein Dach zu krabbeln, um den etwas besseren Ausblick zu haben als die Hobbyfotografen.

Ein Trost für alle, die in dem Funkturm irgendwie ein Burger Symbol sahen : " Der zweite lange Spargel bleibt stehen ", versicherte Erhard Heinecke. Wer will, kann auf Mittelwelle 531 Kiloherz Trak-Radio hören.

Zur Erinnerung : Für die Propaganda in Richtung Westen waren die Musiksendungen in den 60 er Jahren gedacht, die per Mittelwelle von Burg gen Westen ausgestrahlt wurden. Der Soldatensender wurde zum Kultsender der ostdeutschen Jugend.

In dem letztem Abschnitt wird von nur noch ein Sender gesprochen es sind doch 2 "kleine " oder?
Ps: konnte die dazu gehörenden Bilder leider nicht mit Rüberziehen!





von nitze - am 23.06.2006 15:20
@nitze: Ich hab deinen Beitrag an die restlichen zu diesem Thema angehängt. Ist es denn wirklich so schwierig, mal eben ein paar Beiträge weiter unten (der stand noch auf derselben Seite!) zu schauen, ob schon was zu dem Thema hier drin steht? Ist mir bei dir leider nicht zum ersten Mal aufgefallen, dass da Meldungen kommen, die schon längst hier im Forum stehen! Daher nochmal zur Deutlichkeit: Es geht nicht darum hier Neuigkeiten so schnell und so toll wie möglich anzubieten. Wer sich so Wertschätzung anderer erarbeiten möchte, der ist hier falsch.

von Kroes - am 23.06.2006 15:59
Zitat

In den 60ern und frühen 70ern sendete auf der 935 kHz auch AFN Berlin vom Standort Dahlem mit 10 kW,


Ich wundere mich, dass die Amis sich das damals einfach so gefallen ließen, dass der DSS mit 250 kW den AFN- Berlin plattmachte. Warum ergriffen die da keine Gegenmaßnahmen, z.B. Leistungserhöhung auf 500 kW ? :D



von Real_Rock - am 23.06.2006 20:34
Zitat
Real_Rock
...mich, dass die Amis sich das damals einfach so gefallen ließen, dass der DSS mit 250 kW den AFN- Berlin plattmachte. Warum ergriffen die da keine Gegenmaßnahmen, z.B. Leistungserhöhung auf 500 kW ? :D


http://forum.mysnip.de/read.php?8773,50598

von AFNBEKENNER - am 23.06.2006 21:17
@ AFNBEKENNER

Das:
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,50598
war eine ganz andere Geschichte, "OPF Berlin"" hatte mit dem "Deutschen Soldatensender" nichts zu tun.

"OPF Berlin" war eine Art Anti-AFN in englischer Sprache direkt an die GI's in Berlin gerichtet, der DSS aber an die Bundeswehr- Soldaten im Westen.

Bei 250 kW aus Burg kann doch die Reichweite des 10 kW AFN Berlin nur noch minimal gewesen sein ?




von Real_Rock - am 24.06.2006 06:54
Ist aus dem TV-Bericht ersichtlich ,um welchen Mast es sich handelt?Den mehr west-oder den östlichen Mast?
Bei der Freq.für die VoR dürfte es sich um die 657 khz handeln,denn ich glaube nicht,das die Franzosen die 261 freiwillig für die Russen rausrücken.
Gruss - Hempe



von Hempe - am 27.06.2006 12:27
Nachtrag zu Burg: Auf www.stadtplandienst.de ist jetzt die Auflösung 1.3000(ex 1.7500).Man kann sich u.a. die Sendeanlage Burg sehr genau aus der Luft betrachten.Die Bilder sind,wie schon mehrfach berichtet,uralt!
Gruss - Hempe

von Hempe - am 27.06.2006 13:28
Zitat

Auf www.stadtplandienst.de ist jetzt die Auflösung 1.3000(ex 1.7500).

Achtung, eine Warnung: Keine Bilder/Grafiken von dieser Seite hier oder auf einer eigenen Website einstellen.
Selbst Verlinken ist problematisch.
Grund: Stadtplandienst.de gehört der Eurocities AG. Diese Firma ist in den letzten Jahren durch eine ziemlich üble Abmahnpraxis aufgefallen. Da wurden für ein briefmarkengrosses Kartenschnipsel schonmal 700 Euronen fällig.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/16/16851/1.html
http://www.rettet-das-internet.de/stadtplan.htm

Mein Rat: maps.google.com Die Bilder sind auch recht gut und man darf problemlos verlinken.


von Nohab - am 27.06.2006 13:43
Welt der Wunder TV hat eine Sendung im Programm namens "Reportage: Sprengstoff - Teil 1-3".
In der wird auch der 210m Mast in "Magdeburg" gesprengt. Schöne Aufnahmen!
Lief gerade eben im linearen Stream von WdW TV. Ob es Wdh. davon gibt oder man das auch abrufen kann, weiß ich leider nicht.

von iro - am 25.03.2016 13:19
Zitat
iro
Lief gerade eben im linearen Stream von WdW TV. Ob es Wdh. davon gibt oder man das auch abrufen kann, weiß ich leider nicht.


WdW TV ist ein Wiederholungskanal in Endlosscheife. Das kommt spätestens nächste Woche noch mal. ;)

von Cha - am 25.03.2016 13:54
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