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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 3 Monaten
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Erich Hoinicke, Terranus, PowerAM, györgy

Request @ Zehnder AA-200-Besitzer!

Startbeitrag von Erich Hoinicke am 18.11.2006 10:22

Bis zur Satellitenspiegelmontage muss ich noch ein paar Monate mit DVB-T leben müssen. Die vom Vermieter gestellte No name-Zimmerantenne sollte durch das hier oft gelobte 80er-Jahre Zehnder-Flaggschiff (mit Pseudo-Spiegel und 2 regelbaren Verstärkern) ersetzt werden. Nun ist sie da und das Bild bleibt schwarz, während die Vermieterantenne (Schleifendipol mit Gitterreflektor ohne Direktoren) noch knapp an der Pixelgrenze arbeitet. Liegt's an den angegebenen40dB Verstärkung gegenüber der 36db von Zehnder (was ich nicht glaube) oder an einem Defekt?

Es wäre toll, wenn ein AA-200-Besitzer seine Erfahrungen im Vergleich mit anderen ZA schildert oder mal einen Schnelltest macht, bevor ich vielleicht wegen zu hoher Erwartungen dem ebay-Partner zu Unrecht eine schlechte Bewertung reinwürge. Danke.

Ach ja, am UKW-Tuner angeschlossen, reagiert die dB-Anzeige auf das An- und Auschalten bzw. Regeln des Verstärkers anstandslos. :rolleyes:

Antworten:

Was willst Du empfangen? VHF, UHF, UKW? UKW-Empfang ist Abfallprodukt. Es das geht, ist aber nicht aufregend. Der dafür zuständige VHF-Verstärker reißt 'ne Menge Müll mit hoch. VHF-Empfang ist unterdurchschnittlich, da bringt fast jede Baumarktantenne mit Teleskopdipol mehr. Ist jedenfalls meine Meinung. Der UHF-Empfang dagegen ist besser, als ich das von irgendwelchen anderen Zimmernantennen sonst kenne.

Fangen wir mit möglichen Fehlerquellen an: Die Verstärker neigen zum Schwingen, wenn die angeschlossene Koaxleitung einen Bruch im Schirm hat. Im Gegensatz zum Analogempfang, wo Du vielleicht Störstreifen usw. siehst, bleibt dein DVB-T Empfang dann eben einfach aus. Der Dipol ist in den Spiegel gesteckt und kann mit gefühlvoller Gewalt nach vorn herausgezogen werden. Horizontal- oder Vertikalausrichtung sind damit wählbar. Der Anschluß des Dipols erfolgt an dieser Steckstelle über federnde Kontakte. Sie sollten straff gehen und sauber anliegen. Auch hier führen Kontaktprobleme zu schwingenden Verstärkern!

Zudem sollstest Du die Verstärker nur so weit aufdrehen, bis Du guten Empfang hast. Wenn Du es am DVB-T Empfänger über Balken darstellen läßt, dann siehst Du, daß Du beim weiteren Aufdrehen der Verstärker der Signalbalken wieder abnimmt. Ob der Empfänger übersteuert oder die Verstärker Grütze sind weiß ich nicht.

Bei häufiger Zerlegung der Antenne leiden die federnden Kontakte für den VHF-Dipol an Ermüdung. Die kann man nachbiegen.

Ansonsten fällt mir zu der Antenne noch ein, daß sie für Band I-DX absolut nicht taugt und wirklich nur auf UHF sehr gut ist. Deine Antenne sollte also irgendein Problem haben.

Mein Bruder hat noch eine dieser Antennen für DVB-T Empfang bei EBAY erworben. Bei seiner Antenne funktionierte auch der UHF-Empfang nur bei vertikal eingesteckter Yagi - Berlin sendet horizontal. Es waren vergammelte Kontakte, die Antenne muß jahrelang als Ersatz für eine Dachantenne unterm Dach gestanden haben. Jedenfalls war auch das Gehäuse halbvoll mit feinem Sand. Die Kontakte waren durch Aufbringen von Lötzinn zu retten. Solange man die Yagi nicht pausenlos montiert und demontiert dürfte es halten. Empfang einwandfrei, bei mir sogar mit direkter Sicht zum Fernsehturm. Mein Bruder wohnt im EG, die Sicht zum Fernsehturm ist durch ein Heizkraftwerk mit Blechverkleidung verbaut. Ihm reicht aber zum störungsfreien Empfang der UHF-Kanäle eine Reflexion an einem Nachbargebäude. Der Empfang der VHF-Kanäle ist dort mit dieser Antenne nicht möglich.

Im UHF-Empfang ist sie jedoch so gut, daß ich hier 15 km von der nördlichen Berliner Stadtgrenze entfernt noch die DVB-T Kanäle 22 und 23 vom Helpterberg ständig bekomme. Signalpegel zwar stark schwankend, aber guckbar! Die Antenne steht dafür auf dem Fensterbrett meines Schlafzimmerfensters mit freier Sicht nach Norden. Keine weiteren Gebäude ähnlicher Höhe in der Nähe - 2. OG rockt da schon!

von PowerAM - am 18.11.2006 12:07
Zitat

Was willst Du empfangen?

UHF! Die VHF-Dipole habe ich erst gar nicht montiert. Von den 20 Sendern in Rhein.Main gehen bei mir im Eppsteiner Talkessel (laut Empfangskarte schon Außen- tlw.sogar Dachantenne notwendig!) gerade 10 mit der No-name-Zimmerantenne. Das hätte ich in dem Zusammenhang noch verstanden. Aber dass mit der AA-200 gar nichts geht, das kann ja wohl nicht sein!?

Der mechanische Zustand ist erstklassig. Am O-Netzteil liegen 12V an. Beim Umstecken der Yagi von H auf V ist noch richtig Kraft nötig, bis der Fuß rastet. Da ist also noch nichts ausgeleiert. So wie es bis jetzt aussieht, kommt einfach zu wenig Signal raus. Ein tauber Kondensator vielleicht?


von Erich Hoinicke - am 18.11.2006 12:52
Kann das unterstreichen was PowerAM geschrieben hat: ich habe auch eine AA200.

Kurz gesagt: VHF kann man vergessen. Taugt gerade zum Empfang starker Ortssender. Lieber VHF Teile abziehen und VHF ganz runterdrehen.

Völlig anders UHF: hier bringt die Antenne hervorragende Werte. Der Verstärker ist sehr rauscharm, und auch für DVB-T gut geeignet. Die Antenne hat für eine Zimmerantenne eine recht hohe Richtwirkung, es lohnt daher zu drehen.
Wichtig: das Antennenelement muss ordentlich aufgesteckt sein, es passiert leicht, dass die Chinchverbindung nicht fest sitzt. Ich bekomme damit hier in über 100km Entfernung zB noch den K36/K46 vom Kreuzberg rein, bei genauer Ausrichtung.
Auch erwähnenswert: die Antenne geht nur bis 790MHz (K60). Eventuelle DVB-T Muxe auf K64/65/66 können nicht empfangen werden.

von Terranus - am 18.11.2006 12:56
Zitat

Hast du keinen analogen Sender mehr in Reichweite, Erich?

Unwahrscheinlich. Ich sag nur: Extreme Kellerloch-DXing - Maiental II lässt grüßen...;)

Ich habe das Ding gestern abend komplett zerlegt. Solide verarbeitet: HF-Verstärker (1 Transistor) in HF-dichtem Metallgehäuse mit Durchbruch für überdimensionierten Schieber zum Tastschalter, der in "off" die (externe) Antenneneingangsbuchse mit der -Ausgangsbuchse, also der Koaxleitung zum TV verbindet und in "on" die HF-Schaltung zur "Telleryagi" freischaltet.

Der Fehler war schnell entdeckt (wenn's wirklich nur der war). Die Koaxleitung von der Steckbuchse in Tellermitte zur Verstärkerplatine war mittig Null Ohm, aber die Masse unterbrochen. Nachdem ich die verschweißte Buchse nach außen geschoben und auf Zug und Druck belastete (so wie es beim Abziehen und Aufstecken der Yagi passiert, die Kraft aber von einem kleinen Ringflansch der Buchse aufgenommen werden sollte), war die Unterbrechung enttarnt. Wahrscheinlich war die Koaxleitung zu straff durch den engen Kanal am Spiegel gezogen worden, so dass unter der Vorspannung eine kleine Zugbewegung an der Buchse auf Dauer reicht, die Masseleitung von der Lötfahne zu reißen. Das kann übrigens jeder testen, indem er einfach den Außen- (Innen-)Kontakt der Aufsteckbuchse und den Außen- (Innen-)Kontakt der Ausgangsbuchse mit dem Ohmmeter durchmisst.

Zum Reparieren und Testen werde ich erst heute abend kommen. Ich fürchte, ich werde die ganze Buchse auf ewig mit Zweikomponenetenkleber in den kleinen Schacht einschweißen müssen, wenn ich mit häufigem Umstecken noch so einen Abriss vermeiden will. Andere Ideen?

von Erich Hoinicke - am 19.11.2006 07:45
Ah die Buchse, die hatte ich auch schon mal verlöten müssen. Ist ein Schwachpunkt in der Konstruktion. Kann man leider nicht viel ändern.
PS: ob die Leitung Verstärker-Buchse passt kannst du prüfen, denn es müssen dort >9V anliegen, in dem Yagi Teil ist nämlich ein aktiver Vorverstärker drin. Die Yagi besteht übrigens aus 3 Direktoren (einer in dem einzelnen Plastikteil, zwei in der "Pseudo-Dipol-Plastikschleife, in dem längeren Stab ist der Empfangsdipol, der Metallteller dient tatsächlich als Reflektor.

von Terranus - am 19.11.2006 14:25
Interessante Details, Terranus! Ich hörte schon von Freunden, das mit dem Spiegel sei nur ein Gimmick der 80er, um den Fahrtwind des aufkommendes Satellitantennenbooms mitzunehmen - schließlich sei ja ein Stabreflekor vorhanden... Gute Produkttarnung. Auf die Idee, dass ein (sehr wirkungsvoller) UHF-Verstärker im Plastikkleid versteckt ist, kommt doch niemand!

Genau die Tatsache machte mir beim Lesen sofort alles klarer. Ein "normaler" Faltdipol empfängt nämlich trotz Unterbrechung einer Zuleitung noch halbwegs vernünftig, da die Lücke mit einem Kondensator kleiner Kapazität vergleichbar ist und mit zunehmnder Frequenz für Wechselspannung "durchlässiger" wird. Eine Unterbrechung einer Stromzuleitung zu einem Vorverstärker ist dagegen eine hochfrequente Vollbremsung, weil das unverstärkte Signal der Dipols nicht daran vorbeigeführt wird.

Das Ding geht jetzt und zwar deutlich besser als das 20 Jahre neuere Konkurrenzmodell. :) Fünf zusätzliche Sender, die im Suchlauf vorher nicht entdeckt wurden.

von Erich Hoinicke - am 20.11.2006 07:55
Super, Erich! Jetzt kannst Du dir sicher vorstellen, wie ich mich damals erstmals über den Empfang der DVB-T Sender vom Helpterberg gefreut habe. Um so größer war die Begeisterung, daß er Empfang jederzeit reproduzierbar ist. Zwar mit stark schwankenden Pegeln - aber soweit ich beobachtet habe ohne Aussetzer.

Mit der Antenne hatte ich in Münster auch im 7. OG des Hochhauses vom Bundessprachenamts TV-DX machen können. Inselsberg, Brocken, Hoher Meißner, Kreuzberg, Ochsenkopf bzw. Bremen und DVB-T von Hamburg waren manche Nacht empfangbar...

Welchen DVB-T Standort empfängst Du und wie ist die Entfernung?

von PowerAM - am 20.11.2006 12:14
Zitat

[Welchen DVB-T Standort empfängst Du und wie ist die Entfernung?

Also DAS wenn ich wüsste... Eppstein liegt etwa in der Mitte der Senderstandorte Großer Feldberg/Taunus und Hohe Wurzel/Wiesbaden, also eigentich Nahbereich. Klingt gut, aber es gibt keine freie Sicht zu beiden, Feldberg ist sogar durch Bergrücken unmittelbar hinterm Haus definitiv abgeschirmt. Die Ausrichtung am EG-Fenster sagt mir, dass ich nur ein Reflexionssignal anpeile. Stell dir eine Schießscharte vor mit Sendern links und rechts davon und besten Empfang, wenn du die linke oder rechte Seitenmauer schräg anpeilst. Eigentlich "Mission impossible". ;) Reicht mir aber als Übergangslösung für Sat.

von Erich Hoinicke - am 20.11.2006 15:00
Ich bin seit heute auch Besitzer dieser "Wunderantenne". Allerdings bleibt sie von den Empfangseigenschaften her knapp hinter meiner aktiven Stabantenne!! - Halle und Gera gehen indoor, der Brocken meistens outdoor.

Das Problem ist, dass die Yagi sehr locker auf dem Teller aufsitzt und daher viel Spiel hat. Außerdem wackelt der weibliche Stecker auf dem Teller sehr stark.

Gibt es irgendeine Möglichkeit die Yagi und vor allem die Steckverbindung fester zu machen? Hauptproblem ist das kleine Plastikgehäuse in der Mitte des Reflektors, das scheinbar nicht abgebaut bzw. ausgetauscht werden kann.

Seltsam finde ich auch, dass bei voll aufgedrehter Verstärkung, die Anzeige der Signalstärke bei nicht belegten Kanälen auf 1 verharrt. Ist der Verstärker wirklich so rauscharm?

von györgy - am 01.08.2008 22:18
Ein Tipp für AA200 Besitzer: wenn man das UHF Teil abzieht, und direkt mit einem RCA auf IEC Adapter an eine DVB-T Box /Stick anschließt, kann man die Antenne als kleine mobile Antenne verwenden, wenn man die 5V Versorgungsspannung aktiviert. Denn das reicht dem Verstärker auch schon aus. Damit erreicht man zwar nicht die volle Empfangsleistung, aber für unterwegs wenn man nicht viel Platz hat ist es sehr praktisch.
Und besser als die Stummeln ist sie immer noch so...

von Terranus - am 27.06.2009 19:12
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