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Sender setzen auf neuen Digitalradio-Standard DMB

Startbeitrag von Chris4981 am 29.11.2006 08:03

Ich habe gestern Kontakt mit dem obersten Boss (Hr. Hürter) von sunshine live aufgenommen. Er sieht klar eine Chance darin das ein neuer Digitalradio Standart kommen wird und will bundesweit auf Sendung damit gehen, sofern alles so klappt wie sich die Medien das wünschen.

Eine Bewerbung für den bigFM Platz in BW ist daher uninteressant. So viel ging aus dem Mail an mich hervor.

Nun darf diskutiert werden :)

EDIT by Rolf: im Titel "Standart" in "Standard" korrigiert... und später noch die Leerzeichen entfernt... Danke, Brubacker, für den Hinweis...

Antworten:

Re: Sender setzen auf neuen Digital Radio Standart DMB

Mein Vorschlag: sofort alle MPEG 1-Layer 2-Ausstrahlungen einstellen. Für Leute, die in den vergangenen zwei Jahren Empfänger gekauft haben, eine Subvention anbieten. Das bisherige DAB ist gescheitert, da sollte gar nicht mehr lange diskutiert werden. Mein Woody 52 hat eh schon Macken und es ist Zeit für einen Austausch. Also mir tut ein solcher Umstieg nicht weh.

von Wiesbadener - am 29.11.2006 08:08

Re: Sender setzen auf neuen Digital Radio Standart DMB

gleichfalls ;)

hab auch das 52er Woody

von Chris4981 - am 29.11.2006 08:11

Re: Sender setzen auf neuen Digital Radio Standart DMB

Bitte!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Es heißt: "Standard"

von OWL - am 29.11.2006 08:17

Re: Sender setzen auf neuen Digital Radio Standart DMB

Was will Sunshine Live denn als programmbegleitendes Material via DMB senden, etwa den Kopf einer Wasserleiche mit Nasenring, den sie als Logo ihres Programms auserkoren haben (seit 100 Jahren unverändert).

von Ingo-GL - am 29.11.2006 08:22

Re: Sender setzen auf neuen Digital Radio Standard DMB

Zitat
OWL
Bitte!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Es heißt: "Standard"
Und es heißt auch nicht »Digital Radio Standard«, sondern bitte »Digitalradio-Standard«, wenn hier schon Betreffs auf Rechtschreibung hin korrigiert werden!

Zitat
Ingo-GL
[...] den Kopf einer Wasserleiche mit Nasenring [...]
FREUND!™ :D

von Brubacker - am 29.11.2006 10:13

Re: Sender setzen auf neuen Digital Radio Standard DMB

man will einfach auf den neuen AAC Codec MP4 Standard setzen.

von Chris4981 - am 29.11.2006 10:15
> Und es heißt auch nicht »Digital Radio Standard«, sondern bitte »Digitalradio-Standard«, wenn hier schon Betreffs auf Rechtschreibung hin korrigiert werden!

Hast natürlich recht. Den "Deppen-Abstand" hatte ich übersehen, weil mich das "Standart" so gestört hatte... ;)

Zum Thema: das Nasenring-Programm hatte bisher nur Interesse an digital-terrestrischen Verbreitungswegen, wenn diese dank einer dicken Förderung nahezu kostenlos genutzt werden konnten. Gab es da einen grundsätzlichen Sinneswandel?
Und überhaupt: warum soll DMB erfolgreicher als DAB sein? Die Grundvoraussetzungen sind so ziemlich dieselben und wenn sich daran nichts ändert, wird DMB genauso erfolglos bleiben.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.11.2006 11:15
Wobei sich die Auseinander Schreibung ohne Binde Strich in der Mitte ja inzwischen schon genau so eingebürgert hat wie die Ablizismen in der deutschen Sprache. Ich bekomme auch immer die Grätze, wenn ich vom Betriebs Direktor, dem Digital Receiver oder der Volks Zählung lese.

Wie singen doch die Wise Guys in ihrem neuen Hit "Denglisch": "...und ich möchte, dass Microsoft wieder Kleinweich heißt".

Und damit zurück zur eigentlichen Diskussion um MPEG-4:

Bedenkt bitte, dass mit de4n bisherigen DMB-Empfängern KEIN Empfang von AAC+-Sendern möglich ist.

von Wiesbadener - am 29.11.2006 11:19
OK, also hier auch nochmal:

Ich glaub, bei der ganzen Sache muss man einfach bisschen langfristiger denken.

DAB lohnt sich für Private so oder so momentan nicht. Egal, ob man in MP2 sendet und da 10000, 100000 oder 200000 Empfänger in der Schweiz jetzt schon vorhanden sind, oder ob man in AAC+ sendet und quasi gar keiner zuhört.

DAB kann sich erst dann lohnen, wenn die breite Masse sich Geräte gekauft hat. Wann tut die das? Wenn sie sich einen Mehrwert von DAB verspricht. Der Mehrwert von DAB ist schwer zu vermitteln, aber immerhin könnte der Mehrwehrt sein: du kriegst alle Programme von UKW, aber zusätzlich noch weitere interessante Programme, zusätzlich in besserer Qualität und zusätzlich mit Multimediakram dazu. Und das dürfte bei den begrenzten Kapazitäten, die DAB auf lange Sicht haben wird (weitere Abdeckungen werden erst in einigen Jahren verfügbar sein, selbst die erste Bedeckung wird noch Jahre nicht flächendeckend ausgebaut sein), mit MP2 nicht zu bewerkstelligen sein, sodass man auch die nächsten 5 Jahre mit einer Empfängerverbreitung von wenigen 10 000 bis 100 000 rechnen muss.

Setzt man aber jetzt auf AAC und kann so spürbar mehr Programme unterbringen, steigert das die Attraktivität und es werden vielleicht in ein paar Jahren mehr Empfänger verkauft, als es mit MP2 der Fall gewesen wäre. Natürlich startet man wieder bei 0 und die Empfängerindustrie wird wohl wieder einige Zeit brauchen, bis sie AAC-fähige DAB-Geräte günstig anbieten kann...

Mal wild drauf losspekuliert die Prognose möglicher Empfängerzahlen:
MP2: 30 000 (2006), 50 000 (2007), 70 000 (2008), 90 000 (2009), 110 000 (2010), 130 000 (2011), 180 000 (2012), 200 000 (2013)....

AAC+: 0 (2006), 12 (2007), 2300 (2008), 24 000 (2009), 90 000 (2010), 270 000 (2011), 520 000 (2012), 1 240 000 (2013)

Das ist denke ich das, was die Verantwortlichen hoffen.... Und selbst wenn alle 30 000, die jetzt schon DAB haben, vor lauter Frust kein neues AAC+ Gerät kaufen, wäre das angesichts über 200000 verkaufter Geräte schon 2011 kein schlimmes Risiko mehr, das man nicht eingehen könnte.

von Habakukk - am 29.11.2006 13:25
Zitat
Habakukk
Ich glaub, bei der ganzen Sache muss man einfach bisschen langfristiger denken.

Sehe ich auch so, also tun wir das mal: Lt. SatelliFax-Newsletter von gestern hat Debitel grosse Probleme bei der Watcha-Vermarktung. Nur ein paar tausend Kunden interessieren sich für das Briefmarken-Fernsehen.

In absehbarer Zeit wird es keine nennenswert grösseren Übertragungskapazitäten geben. Man kann also nur wenige Fernsehprogramme anbieten, für die es kaum eine Nachfrage gibt. Die restliche Bandbreite wird für Radioprogramme in AAC+ genutzt, mit sehr geringen Bitraten um mehr Programme in mieser Qualität unterzubringen. Inhaltlich sind das dann mit grosser Sicherheit die bekannten Programme und ein paar zusätzliche PC-Abspielstationen, die die zusätzlichen Gebühren rechtfertigen sollen. Eine Umstellung der DAB-Frequenzen wird an den Bundesländern und am Geldmangel scheitern, ganz zu Schweigen vom Mut, sich das Scheitern von DAB einzugestehen.

Der Kunde wird sich sagen: Viele Standards, kein Mehrwert - brauch' ich nicht!

Mein Vorschlag: Nutzung/Weiterentwicklung eines einheitlichen Digitalstandards (DRMplus?) ohne Bouqet-Zwang für mobilen und stationären Radio- und TV-Empfang. Schnelles Ende von DAB, bisherige Nutzer evtl. subventionieren. Neue Frequenzen und Programme nur noch im neuen Digital-Standard, fester Umstellungsplan für den UKW/DAB-Bereich mit maximal fünf Jahren Übergangsfrist.
Empfänger sollten für künftige Codec-Updates vorbereitet sein.

Unter diesen Voraussetzungen sollten sich auch international neue Perspektiven ergeben.

von EmmWeh - am 29.11.2006 20:30
Wieso wird eigentlich jetzt hier das DMB Fass aufgemacht? Ist denn die Nummer mit DRM schon wieder gestorben?

von Birger* - am 29.11.2006 21:35
Zitat
Habakukk
Ich glaub, bei der ganzen Sache muss man einfach bisschen langfristiger denken.

Wenn man daran denkt, 300 Millionen Radios irgendwann unbrauchbar zu machen, muß man eben den Besitzern dieser Geräte eine verläßliche Zukunftsperspektive bieten können, die dann auch für die nächsten 20-30 Jahre hält. Ich denke, bei den Audiocodecs ist mittlerweile der Punkt erreicht, wo sich nicht mehr allzuviel tut, mehr als 10-15% Effektivitätssteigerung ist in Zukunft nicht drin. Dann kann man AAC+ auch für 30 Jahre festschreiben.

Zitat
Habakukk
DAB lohnt sich für Private so oder so momentan nicht.

Noch nicht, aber eine Lösung habe ich unten mal angegeben.

Zitat
Habakukk
Mal wild drauf losspekuliert die Prognose möglicher Empfängerzahlen:
MP2: 30 000 (2006), 50 000 (2007), 70 000 (2008), 90 000 (2009), 110 000 (2010), 130 000 (2011), 180 000 (2012), 200 000 (2013)....

Oder mehr, wenn man einen Werbewahnsinn wie in UK macht.

Zitat
Habakukk
AAC+: 0 (2006), 12 (2007), 2300 (2008), 24 000 (2009), 90 000 (2010),

Das Problem ist, diese Durststrecke muß von den Programmanbietern durchfinanziert werden. Bei den ÖRs ist das noch eher möglich, weil der Geldfluss relativ sicher ist, bei den Privaten zählen nur die Hörerzahlen, weil die Einnahmen direkt davon abhängen. Was hier helfen würde, wäre tatsächlich eine Subventionierung des Sendebetriebs - Aber mit Bedingungen, z.B. ein Weitersenden über DAB+ für mindestens weitere 5 Jahre oder der Lizenzverlust, wenn nur die Subvention abgegriffen wird.
Damit werden die Sender gezwungen, den Sendeweg DAB auch aktiv zu vermarkten.
Dann sind diese Zahlen:
Zitat
Habakukk
270 000 (2011), 520 000 (2012), 1 240 000 (2013)

ohne weiteres denkbar. Daß die Subventionen nicht endlos laufen können, ist mir aber auch klar, sprich, ist die Million Hörer erreicht, ist Schluss. Dann muß das allein laufen. Und spätestens in dem Moment sollte man auch beginnen, den UKW-Bereich zu entfunzeln, so daß nur noch die Grundnetzsender übrigbleiben. Wer dann nicht digital sendet, wird dann in der Fläche Hörer verlieren, ab diesem Punkt wird es dann zum Selbstläufer. Daß Privatsender DAB in dem Moment verlassen haben, als die Subventionen ausgelaufen sind, lag schlicht daran, daß eben keine Bedingungen an die Subventionen geknüpft waren.


von Nohab - am 29.11.2006 21:38
@Mathias:
Ich gebe dir soweit schon recht, aber: auch DRM+ wird nichts an den von dir geschilderten Problemen ändern (Programm-/Klangqualität, nötiger Tausch von Millionen von Empfängern...) und mit den von dir genannten Lösungsansätzen kriegt man wohl auch DABv2 durch (Bindung neuer Lizenzen an Digitalabstrahlung, fester verbindlicher Umstiegsplan,...). Den Verbrauchern ist es doch egal, ob das Radio jetzt in schmalen oder breiten Paketen daher kommt und auch, ob nun auf 100 oder 200 MHz. Und auf Sender-/Programmanbieterseite wird es bei DRM+ Überregulierung, Minimalismus (möglichst wenig Kosten, minimaler Anspruch an Klang,...) und andere Probleme wohl ebenso geben.

Wenn man DAB nicht vollständig kippen will (was europaweit auch wieder ein ziemlicher Act wäre), dann sollte man sich da jetzt durch kämpfen und AAC+ als Audiostandard mit aufnehmen, denn das wird früher oder später sowieso mal anstehen. Besser jetzt, als irgendwann dann, wenn Millionen von Leuten wie in Großbritannien in neue Geräte investiert haben. Und wenn man's für den Verbraucher mal zur Abwechslung etwas angenehmer gestalten will, sollte man mit der Einführung von AAC+ bei DAB gleich noch DRM+ möglichst zeitnah als Standard festzimmern, sodass jedes künftige DABv2/DRM/UKW-Kombimodul (und damit die zu erwartenden neuen Radios) gleich auch schon mal DRM+ empfangen kann.
Mit den dann zur Verfügung stehenden Kapazitäten in DRM, DRM+ und DAB sollte nun wirklich genug Platz sein für jede Form von Radio.

Und selbst wenn sich wirklich DRM+ hauptsächlich durchsetzt als neuer Standard: vielleicht kann man die breiten DAB-Pakete trotzdem noch für diverse Anwendungen brauchen. Es muss ja nicht Mäusekino sein...

von Habakukk - am 29.11.2006 22:11
@Habakukk:
Auf DRM+ habe ich mich absichtlich nicht festgelegt und gehe auch nicht davon aus, dass es diesen universellen Digitalstandard heute schon gibt. Alle heutigen Standards haben aber ähnliche Modulations-, Fehlerkorrektur- und Kompressionsverfahren. Und alle transportieren Datenströme in unterschiedlicher Bandbreite. Und nur von der Bandbreite hängt es ab, ob man mehrere TV-Kanäle mit Videotext, Stereoton (DVB-T) oder eben "nur" einen Audiokanal für ein Wortprogramm (DRM) übertragen kann.

Vorteil für Gerätehersteller: Coder/Decoder könnten universell einsetzbar in großen Stückzahlen produziert werden. Die Endgeräte könnten wiederum nebenbei unterschiedliche Dienste gleichzeitig darstellen.

Vorteil für den Kunde: z.B. der Radiowecker kann mit einem einzigen Empfangsmodul genauso den BBC World Service wie den heimischen Lokalsender wiedergeben. Und wenn's beliebt, haben künftige Geräte ein kleines Display, mit dem man morgens gleich Kurznachrichten durchblättern kann. Der Anwender merkt und interessiert sich auch nicht dafür, dass die BBC über einen 200 kW-Kurzwellensender im 75m-Band aus Rampisham kam, während der Lokalsender 500m entfernt eine Miniantenne auf dem Studiodach hat und mit 20W die ganze Kleinstadt auf 27 MHz versorgt. Er hat einfach nur 150 Medienangebote zur Auswahl.

Vorteil für den Anbieter: Das Lokalradio kann sich sich seinen Low-Power-Sender selbst kaufen. Müsste er sich Bandbreite in einem teuren Bouqet kaufen, würde sein Geschäftsmodell schlicht nicht funktionieren.
Der SWR stellt sich dagegen einen einzigen 100kW-Sender auf den Fernsehturm und strahlt im Bouqet damit seine zwei TV- und fünf Radioprogramme aus. Flächendeckend, landesweit auf dem gleichen Kanal. Der Kunde braucht wiederum nur ein Gerät und merkt den Unterschied nicht.

Und der private Klassiksender kann über zwei Sender sofort ganz Mitteleuropa versorgen, statt über viele Jahre hinweg mühsam eine Funzel nach der anderen zu installieren und dann aber doch nirgends durchgängig empfangbar zu sein.

Heisst also: Es gibt nur noch Frequenzbereiche für unterschiedliche Versorgungsaufgaben und Ausbreitungsbedingungen. Was auf diesen Frequenzen verbreitet wird, ist letztendlich egal. Im Ergebnis haben wir ein größeres Programmangebot, optimale Bedingungen für Anbieter jeden Typs.

Diese Aussichten sollten genug Umstiegsmotivation auf allen Seiten sein, auch wenn's zwangsläufig erstmal Geld kostet.

von EmmWeh - am 29.11.2006 23:43
Zitat
Mathias Weber
Mein Vorschlag: Nutzung/Weiterentwicklung eines einheitlichen Digitalstandards (DRMplus?) ohne Bouqet-Zwang für mobilen und stationären Radio- und TV-Empfang. Schnelles Ende von DAB, bisherige Nutzer evtl. subventionieren. Neue Frequenzen und Programme nur noch im neuen Digital-Standard, fester Umstellungsplan für den UKW/DAB-Bereich mit maximal fünf Jahren Übergangsfrist.
Empfänger sollten für künftige Codec-Updates vorbereitet sein.

Unter diesen Voraussetzungen sollten sich auch international neue Perspektiven ergeben.

Ich kann dem absolut zustimmen, auch deinem letzten Beitrag. Nur der Name ist etwas unglücklich, verwechseln doch viele Leute DRM noch mit Digital Rights Management. Hätte man DRM aus dem Englishen abgekürzt, käme es aber mit dem WDR in die Quere, oder dem DW-Radio.

DRM+ wäre wohl auch für den DXer am interessantesten, bildet es doch die UKW Verbeitungstechnik einigermaßen gleich ab, also kein Bouqetzwang und keine flächendeckende sich in kurzen Abständen wiederholende Einheitsverbreitung...

von CBS - am 30.11.2006 13:25
Aus dem satnews.de-Newsletter:

Zitat

Politik einigt sich auf DVB-H als Handy-TV-Standard - bundeseinheitliches Programm

Länder, Rundfunkanstalten, Aufsichtsbehörden und Mobilfunkbetreiber haben sich auf die Vergabe von Frequenzen für das Handy-TV in Deutschland geeinigt. Das bestätigte die Hamburger Wirtschaftsbehörde der Financial Times Deutschland (FTD). Politik und Wirtschaft einigten sich dabei auf ein bundesweit einheitliches Programmangebot auf Basis des Übertragungsstandards DVB-H, hieß es. Damit rücke der Start des Handyfernsehens Ende 2007 in greifbare Nähe. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft soll es losgehen.

Technischer Standard soll laut des FTD-Berichts DVB-H werden, eine mobile Variante des terrestrischen Digitalfunks DVB-T. Dieser arbeite besonders frequenzsparend, erklärten die Beteiligten. Dem Konkurrenzstandard DMB, über den der Kölner Anbieter MFD heute bereits vier Programme ausstrahlt, erteilten sie eine Absage. Unklar ist hingegen noch, welche TV-Programme ausgestrahlt werden. Dieses können die Landesmedienanstalten vorgeben: Die Länder besitzen die Rundfunkhoheit. Sie prüfen derzeit, eine zentrale Stelle für die Auswahl einzurichten. Diskutiert wird, den Mobilfunkern einige Programme einheitlich vorzuschreiben, ihnen aber ausreichend Raum für Wettbewerb zu lassen. Eine Entscheidung soll bis Ende März fallen.

Verhindern könne den raschen Start des Handy-TV noch das Kartellamt. Die Behörde prüfe derzeit, ob die Mobilfunkanbieter die Sendetechnik gemeinsam betreiben dürfen. Die Gefahr fehlenden Wettbewerbs spräche dagegen. Die Wirtschaftsministerien verwiesen hingegen auf den Frequenzmangel, der einen gemeinsamen Betrieb notwendig mache.


Nun frage ich mich gerade, was das bedeuten mag für die Zukunft von DAB, aber auch für die MFD-Abstrahlungen....

von Habakukk - am 08.12.2006 18:40
Daumenkino (als Pay-TV) wird in Deutschland keinen Erfolg haben. Wann begreifen die das endlich? Egal ob DMB, DVB-H oder 08/15. HOFFENTLICH gehen da keine Steuergelder drauf. Solange es die Gelder von Privatunternehmen sind, die auf irgendwelche Marketingstrategen hören, soll´s mir ja egal sein.

von Free Speech - am 08.12.2006 18:45
Nicht nur in DL.
Telefonicas Lateinamerika-Abteilung scheint es auch zu begreifen:
Telefonica admits customers don't understand mobile TV
Executive Summary:
""Telefonica wird den weltweiten Start seines Mobil-TV-Dienstes vorerst zurückstellen. Gründe sind Probleme mit dem Format und der Tatsache, das die Kunden den Wert nicht erkennen - einfach keinen Sinn darin sehen."



von Nohab - am 09.12.2006 04:07
Zitat

der Tatsache, das die Kunden den Wert nicht erkennen

sind auch verstockte Typen diese Telefonica Kunden ;)

von mor_ - am 09.12.2006 05:46
dann sollen sie die DMB Frequenzen für das nutzen wofür sie da sind - Radio. Und das möglichst bald und umfassend ...

von Terranus - am 09.12.2006 10:02
Zitat
Habakukk
Und selbst wenn alle 30 000, die jetzt schon DAB haben, vor lauter Frust kein neues AAC+ Gerät kaufen, ...
Waaaas, nur 30 000 DAB-Empfänger in D???? Das wär noch viel weniger, als ich vermutet habe. Ist die Zahl belegt? Da hatte ja DSR zu seiner Abschaltung mehr! Und erst Recht ADR. Dann wär die Arroganz, von DAB als DEM Digitalen Radio zu sprechen nicht zu überbieten. Naja, DSR bot auch mehr Programme...
Dann von mir aus doch AAC+ o.ä., auch wenn ich dann meinen Lagio wegsachmeißen kann, falls dann tatsächlich ein vielfaches der Programmauswahl (auch in programmlich-qualitativer Hinsicht) geboten werden täte.

Was die Subventionen betrifft, ist das so eine Sache: DAB wurde ja jahrelang die Förderkohle hinterhergeworfen, aber nur mit Blickwinkel auf die Autoindustrie. Aber ohne Erfolg, weil das Design des Systems mit den wenigen Angeboten einfach nicht tragfähig und überzeugend ist. Wenn man da jetzt von Null auf anfänge, müßte man da schon etwas länger subventionieren, ohne die Anbiter zu erpressen: "wenn Ihr später nicht doch zahlt, dann... ". Wenn das Angebot attraktiv genug ist und sich in der Subventionsphase tatsächlich etabliert, dann funktioniert das auch danach weiter.
Und wenn man von Null anfängt, kann man gleich auf DVB-* aufsetzen und aufbohren und hat dann beim Rebroadcasting von einem Verbreitungsweg zum anderen (also z.B. Speisung Terrestrik via Sat, am besten die gleichen Packete) weniger Kosten und Multinorm-Receiver könnten rentabler werden....

von Hagen - am 09.12.2006 23:35
Warum denn nicht? Stichprobe im Bekanntenkreis: Von ca. 25 Leuten kennt einer (nämlich ich ;) ) DAB. Also könnte das hochgerechnet durchaus hinkommen - man muss ja schließlich auch bedenken, dass sich nicht jeder, der das Übertragungsmedium selbst kennt auch einen entsprechenden Empfänger kauft. Persönlich kenne ich jedenfalls niemanden, der einen DAB-Empfänger hat. Wofür auch hier in NRW? EinsLive und WDR2 kommen überall störungsfrei rein, VeRa hört man maximal kurz vor der Abfahrt zur Autobahn, Funkhaus Europa, EinsLive Diggi und WDR2 Klassik braucht kein Mensch und Deutschlandfunk sowie DKultur hört sowieso (leider) niemand. Wo sollen die Hörer da bitte herkommen? Um es noch mal klarzustellen - egal ob für DAB-"Jünger" oder die Politik: In Deutschland will niemand eine Ablösung des UKW-Hörfunks. Man ist absolut zufrieden mit dem, was man im Autoradio hören kann und will gar nichts dafür austauschen. Das ist komplett anders zur Situation beim Fernsehen. Dort war man froh eine Alternative zum Sat-Empfang bzw eine Ersparnis gegenüber dem Kabel zu haben. Aber wo sind die Vorteile bei DAB? Für die selben Sender eine neue Anlage anschaffen? Das macht kein normal denkender Mensch!

von Kroes - am 10.12.2006 01:04
@Hagen:
Je nachdem, welcher Quelle man halt trauen darf. Lass es 80000 Geräte sein, recht viel mehr aber wohl sicher nicht.

von Habakukk - am 10.12.2006 11:37
Und dann ist nicht mal gesagt, dass auch alle DAB Radios für DAB genutzt werden, oftmals hängt da nur ne UKW Antenne dran.

DAB haben derzeit nur dezidiert technisch Interessierte. Der Anteil der wirklich Ottonormalnutzer von DAB dürfte nicht mal messbar sein...

@Kroes: ich kenne weit mehr als 25 Leute, nicht ein einziger hat DAB, ja kennt das nicht mal. Das ist ja das "Besondere" an DAB, dass sich viele Leute gar nicht dagegen entscheiden, sondern dass es schlichtweg keiner kennt.

DAB ist glaub ich das unbekannteste Massenverbreitungsmedium dass es je gegeben hat...

von Terranus - am 10.12.2006 13:11
Das Mäusekino mausert sich: Jetzt kommt das Hasenkino - mit 10-Zoll-Bildschirm! Von Samsung.

http://www.futurebytes.ch/index.php?option=com_content&task=view&id=1443&Itemid=38&mosmsg=Danke+f%FCr+die+Teilnahme.

Ein weiteres Ziel von MFD ist die Verbindung mit Navigationssystemen:

http://www.ftd.de/technik/it_telekommunikation/135111.html

Hier der Link zum Originalartikel der FTD zu DVB-H, der von Satnews (siehe oben) zitiert worden ist:

http://www.ftd.de/technik/it_telekommunikation/139621.html


Wie geht der Wettkampf zwischen DMB und DVB-H aus? Man muss nur die Liste der Spieler vergleichen, um die Antwort zu erraten.
- DMB: Debitel, Mobilcom - haben zeitlichen Vorsprung, aber bisher kaum genutzt
- DVB-H: T-Mobile, Vodafone, O2 - kommen später, aber dann mit neuerer Technik

von Manfred Z - am 10.12.2006 14:21
Und debitel hat sich bisher wenig begeistert gezeigt von der Resonanz...

von Terranus - am 10.12.2006 14:34
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