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UKW-Radio in der Krise ...

Startbeitrag von FM-FREAK HESSEN am 29.11.2006 20:02

... das Henne/Ei-Problem hat es jetzt auch mal ins Nachrichtenportal Spiegel Online geschafft ...

http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,451362,00.html

Antworten:

Es arbeiten ja offensichtlich von Tag zu Tag mehr Experten am Untergang von UKW, trotzdem wage ich aus heutiger Sicht mal die Prognose, dass da nichts besseres nachkommen wird, eher was schlechteres .....

von Mainspitzdreieck - am 29.11.2006 20:07
Die Katastrophe kommt doch erst.
Nur bei einer Zwangsabschaltung von UKW hin zu einem neuen System wird zeigen, wie es mit der Aktzeptanz des Hörfunks allgemein aussieht.
Vielleicht bleiben für ein FFH nur noch 150 000 Hörer übrig ?

Und WDR2 hat nur 20000 Menschen, die sich wirklich eigens ein neues Radio besorgen.
Die Werbewirtschaft wird sich genau ansehen, was passiert.
Es kann nämlich durchaus passieren, dass der Hörfunk sich damit selbst abschiesst. Beliebt sind so manche Sender heute doch nur, weil sie eben einfachst empfangen werden können. Ohne Abo abschliessen und anderen Zusatzkosten.
Natürlich wird der eine oder andere sich ein Digiradio kaufen, das steht ausser Frage. Aber werden wirklich so viele Nutzer übrig bleiben, wie heute vorhanden ? Ich wäre da sehr vorsichtig.
Und Abos für die Sender : heikel. Nicht ist schneller storniert. Sendet der Lokalsender aus meiner Region zu wenig über meine Ortschaft: Abo stornieren. Nur die gleichen 100 Songs wie eh und je ? Abo storniert. Dumme Sprüche schon morgens : Abo storniert.

Hui, und schon wird klar: dass, was heute mit Müh und Not abgeschafft wurde (zusammen mit den Hörern), ist möglichweise in Zukunft genau das, was dringend benötigt wird um einen Anreiz für neue Technik zu bieten.



von Der Korken - am 29.11.2006 20:14
Zitat

UKW-Radio in der Krise ...
geschrieben von: reg. User FM-FREAK HESSEN (IP gespeichert)
Datum: 29. November 2006 21:02

... das Henne/Ei-Problem hat es jetzt auch mal ins Nachrichtenportal Spiegel Online geschafft ...

http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,451362,00.html



wie unterschiedlich die Sichtweisen sind ;)
Meine Reaktion auf den Artikel war:
Zitat

Re: AAC plus jetzt für DAB standardisiert
geschrieben von: reg. User mor_ (IP gespeichert)
Datum: 29. November 2006 17:21

Das Thema ist jetzt im Spiegel angekommen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,451362,00.html

:)

von mor_ - am 29.11.2006 20:23
Schöner Artikel.
Zitat

Technologie-Flopp DAB (Digital Audio Broadcast), dem Transrapid des deutschen Äthers.

:spos: :spos: :spos:

Zitat

Die Digitalisierung des Hörfunks ist politisch gewollt, und wenn sie in weniger als zehn Jahren erfolgt, sitzen die heute Verantwortlichen wohl nicht mehr auf ihren Posten. Medienpolitik ist eben selten Verbraucherpolitik. An eine notwendige Entscheidung über eine künftige kardinale Übertragungstechnologie beim Hörfunk traut sich wohl niemand heran.


So ist es (leider).
Wobei die seit 10 Jahren auf dem Posten sitzenden Regelbetrieb-Prediger wohl zumindest derzeit noch auf ihrem Posten sitzen. Und das seit 10 Jahren quasi völlig sinnlos und obendrein erfolglos.

von Schwabinger - am 29.11.2006 20:39
In 10 Jahren kosten einfache Digitalradios weniger als Personalausweis, Führerschein oder Reisepass, und die müssen zudem auch alle 10 Jahre erneuert werden.

von Ingo-GL - am 29.11.2006 20:47
Das UKW Radio ist nicht in der Krise. Und das ist das Problem. Es soll in der Krise sein, damit es ersetzt werden kann. Ist es aber nicht. Also will man zwangsabschalten. Das wird nicht laufen, da gehe ich jede Wette ein. Da werden die Sender Sturm dagegen laufen. Ohne Ersatzsystem (welches auch immer),das von der breiten Bevölkerung angenommen wird, wird UKW nicht abgeschaltet.

Und wie schon so oft gesagt: Radio wird in Deutschland mit KBWs gehört. Sieht man doch jeden Tag. Ob die Kiste beim Busfahrer zwischen dem Lenkrad die Latrine dudelt oder im Cafe der Würfel neben dem Kühlschrank.
Wer auf Radio in höherer Qualität Wert legt, der hört es längst per Satellit. Aber das sind nicht viele. Radio ist das Medium, welches seinen Erfolg auf einfachste Empfangbarkeit gründet. Fällt diese Einfachheit weg durch teurere, kompliziertere Geräte, dann steigt die Masse auf den MP3 Stick um, bzw. verabschiedet sich vollkommen von dem Medium.

Ich nehme Wetten an: Wir hören 2020 noch UKW, oder 2025 ? :D

von Terranus - am 29.11.2006 20:48
Meinen Senf dazu: Mit UKW ist es überall in Deutschland möglich ca. 10 Sender zu empfangen, im Ruhrgebiet weniger, in Berlin mehr... Damit sollte der Massengeschmack im Wesentlichen abzudecken sein. Insofern spricht aus meiner Sicht nichts dagegen und ich glaube sogar fest daran, dass UKW uns alle überleben wird. Auf der anderen Seite schießen die mobilen Breitbandangebote wie Pilze aus dem Boden. Wer hätte vor 15 Jahren mit einem solchen Internetboom gerechnet? In 10 Jahren wird überall genug mobile Bandbreite zur Verfügung stehen, um IP basierte Hörfunkangebote an den Mann zu bringen, meinetwegen gegen einen kleinen Preis, aber die Flatrates bei UMTS gibt es doch schon heute. Dann kommt die große Stunde der Internetradios und dann kann ich überall mein Eurodance Programm hören und jemand anderes seinen Jazz... Vielleicht kriegt es die ARD sogar zwischenzeitlich noch hin, überall den Radiotransponder verfügbar zu machen mit DMB, DVB oder DRM (die Technik interessiert doch überhaupt nicht), aber ich glaube nicht daran, dass die ARD hierzu genug Mut hat (Konkurrenz für den WDR in NRW...). Zusammenfassend sehe ich in 10 Jahren: UKW für den Massengeschmack, IP Radio für Spezialgenres.

von Free Speech - am 29.11.2006 21:04
Blöder Unsinniger Schmarn

von Robert S. - am 29.11.2006 21:05
Zitat
Robert S.
Blöder Unsinniger Schmarn

Schön, dass Du Dir so viel Zeit für eine detaillierte, nachvollziehbare Argumentation genommen hast.

von EmmWeh - am 29.11.2006 21:24
Zitat

Blöder Unsinniger Schmarn

Na ja Recht hat er. Für den Normalhörer ist nicht UKW in der Krise sondern der digitale Nachfolger - und darum ging es m.E: im Spiegelartikel ( deswegen fand ich ihn bei der DAB/AAC Diskussion gut aufgehoben).
Ich bin mir sicher 2020 höre ich immer noch UKW Radio ;)


von mor_ - am 29.11.2006 21:57
Schön fand ich das kürzlich zu lesende Pamphlet des VPRT: UKW soll demzufolge auf lange Sicht erhalten bleiben, sozusagen als "Grundversorgung". Fände ich toll. Man könnte dann irgendwann mal auch gehörig ausmisten auf UKW, dann wäre auch mal wieder vernünftiger Fernempfang möglich, wenn all die Galaxy, Dradio, Kronehit und MDR Info Funzeln weg sind.

von Habakukk - am 29.11.2006 22:16
Muss sowohl TerranusI als auch 50 Grad N, 8 Grad O zustimmen.

Der Spiegel-Artikel weist mehrere logiasche Brüche auf. Einerseits wird die Digitalisierung als Ablösung der Linearität gefeiert, andererseits lineare System als Zukunft gefeiert. Ja, was denn jetzt? Natürlich wird es auch 01379-Radio geben, so wie es das auch massenhaft im Fernsehen gibt, aber das kann doch nur eine Nutzungsform sein.

Nein, es geht vielmehr um die Integration von Medienkosnum und Kommunikation. Der Anteil von Information und Unterhaltung, den wir über bidirektionale Netze konsumieren, nimmt ständig zu. Dort müssen wir uns aber die Inhalte selbst mühsam zusammensuchen. Daher wird es auch die klassischen, linearen Medien geben, die eine einfache "Berieselung", möglichst angepasst an die persönlichen Bedürfnisse.

In technischer Hinsicht stellt sich dabei die Frage, ob die lineare Komponente als Einbahnstraßenanwendung einen eigenen Übetragungsweg braucht, oder über die kommunikativen, zwei-Wege-Netze nebenher mitlaufen kann.

Was den Hörfunk als eigene Medienform angeht, so besticht dieser durch folgende Punkte:

-- Hörfunk spricht nur den auditive Kanal an, was begleitende Unterhaltung und Information ermöglicht.
-- Hörfunk ist eine kostenlose Ubiquität

Um diese Vorteile Nutzen zu können, benötigt man als einzige Voraussetzung:

-- einfache und kostengünstige (maximal 20 ¤ teure) Empfangsgeräte bzw. die selbstverständliche Integration des Radioempfangs -- in welcher technischen Form auch immer -- in andere Geräte (Handies, MP3-Player etc.)

Zusammenfassend kann man sagen: Das Intenet hat keine vorhergehende Medienform (Schauspiel, Buchdruck, Tonaufzeichnung., Film, Rundfunk, Fernsehen) überflüssig gemacht, höchtens verändert. Nur die Technologien lösen sich ab: Aus VHS mit PAL wurde S-VHS mit PALplus, daraus wurde DVD, und nun kommen MPEG4 Videoformate...

von Alqaszar - am 29.11.2006 22:48
@ DerKorken:

:spos:

Du sagst es, wie es ist. Viele Sender werden gehört, weil man sie so gut empfangen kann, oder eben nichts anderes gut rein kommt.
So ist das leider oft der Fall im meist einheitlichen Radioland. Und das betrifft hauptsächlich die deutschsprachigen Länder. Aber sicher auch andere. Besonders krass ist es eben bei uns in Deutschland. Kein Wunder, klingt ja auch fast jeder Sender sehr ähnlich bis gleich.
Schließlich haben viele die selben Berater.

Einige Ausnahmen gibt es ja. Aber die kannst Du auf einer Hand zählen pro Region. In Bayern finden sich Ausnahmen. In Österreich, in der Schweiz. eigentlich überall, aber die guten Sender sind eben die Ausnahme. Und das ist das schlimme.

Wesentlich mehr gute Auswahl findet man in Italien und auch etwa Frankreich.
Und das hat einen bestimmten Grund:
Dort sind die Sender verpflichtet, abgesehen von der einheitlichen internationalen Hitparade auch heimische Musik zu spielen.
Und das klingt halt bei Sender in Italien und Frankreich gleich doppelt gut, weil wir Deutschen die Sprache oft auch als sehr angenehm empfinden.
Und das ist sie auch. Zumindest Italienisch. Französisch ist ja nicht so mein Ding.
Aber Italienisch klingt einfach geil! Klingt eben wie Musik.
Die Austro-Pop Titel sind ja auch teilweise ganz gut. Da spielt zum Glück die Antenne einige österreichische Titel von Ambros und Co.
Was ich sch*** finde, dass die österreichischen Sender wie Antenne immer die gleichen Lieder von Ambros und Co spielen.
Ich besitze mind. 5 CDs daheim in Augsburg von Wolfgang Ambros. Da sind so gute Titel mit echt tiefsinnigen Texten drauf, die gehören eigentlich viel öfter im Radio gespielt!
Aber nein, wenn dann hört von Ambros immer nur die gleichen Lieder.
Schade! :-(

Also alles in allem:

Die Radiosender müssen mehr Lieder von den Künstlern spielen und nicht immer die selben!
Vielen Dank für die Aufmerksamtkeit und damit wieder zurück in die Funkhäuser!

von Radiopirat - am 29.11.2006 23:15
Es geht noch weiter :
"Radio in der Krise",.

Die Radiosender selbst haben vor wenigen Woche erst festgestellt, dass die Webekrise überwunden ist. Nach eigenen Aussagen geht es aufwärts.
Zudem wurden die Sender von gescheiterten Moderat..... Sorry: ausgezeichneten Beratern auf Vordermann gebracht. Musik wurde zusammengestrichen, Inhalte entfernt. So, wie es die Hörer lieben.
Und genau diese beliebten Sender befinden sich gemäß o.e. Bericht in der Krise ?

So wie es oben angedeutet wurde: Ein funktionierendes System soll kaputt geredet werden, damit ein paar Lobbyfirmen ihren neuesten Müll dem Endkunden präsentieren kann. Mit Dingen, die es auf normalem Wege niemals schaffen würden.


von Der Korken - am 30.11.2006 04:29
Zitat

Re: UKW-Radio in der Krise ...
geschrieben von: reg. User Mathias Weber (IP gespeichert)
Datum: 29. November 2006 22:24

Zitat:
Robert S.
Blöder Unsinniger Schmarn


Schön, dass Du Dir so viel Zeit für eine detaillierte, nachvollziehbare Argumentation genommen hast.



Schön das du dir extra die Mühe gemacht hast meinen Eintrag zu komentieren :rolleyes:
Es ist doch schon alles gesagt,oder,ich halt es für Blödsinn was die schreiben,da es eh nicht zu verwirklichen ist was da geplant oder gefordert wird.
Oder soll ich jetzt da drüber nen Referat schreiben ?

von Robert S. - am 30.11.2006 19:22
Zitat

Oder soll ich jetzt da drüber nen Referat schreiben ?


Nein,aber eine Predigt hättest Du schon halten können....;)

Zum Thema: UKW wird so schnell durch nichts richtig ersetzt werden können! Das gib es auch noch in 20.Jahren , und? warum auch nicht?

von 88,7 MHz - am 30.11.2006 19:30
Zitat
Robert S.
Oder soll ich jetzt da drüber nen Referat schreiben ?

Nein, aber der Spiegel-Artikel hat ja schon deutlich mehr als drei Zeilen. Und da ein Forum ja wohl hauptsächlich der Diskussion dient, finde ich es schon etwas merkwürdig, nein, armselig, wenn's nicht mal dazu reicht, Bezug auf irgendeinen Punkt im Artikel zu nehmen. War das beschriebene Szenario unsinnig, waren technische Details "Schmarrn", kannst Du den Autor nicht leiden?

Normalerweise hätte ich mir meinen ebensowenig diskussionsfördernden Kommentar gespart, wenn nicht so viele Deiner Beiträge ähnlich wären: Eine Zeile Beitrag, acht Zeilen Signatur. Komplett-Quotes ganzer Beiträge und eine Rechtschreibung, bei der man jeden Satz zweimal lesen muss. Es hat einfach etwas mit Respekt gegenüber anderen Forumsteilnehmer zu tun. Kurz: Netiquette. Danke!

von EmmWeh - am 30.11.2006 21:25
Von der Abschaltung von UKW halte ich überhaupt nichts und ich glaube auch nicht dass die Bürger das so mitmachen würden. Millionen UKW Empfänger sind von heute auf morgen schrott, noch schlimmer wäre es bei Autos mit festeingebauten Werksradios, die kein DAB usw. haben und die man auch nicht tauschen kann. Das wäre ein riesiger Schaden... Zudem sehen sie Menschen es bestimmt nicht ein, dass ihr gutes altes Radio auf einmal nutzlos ist und sie sich für viel Geld einen neuen Tuner kaufen müssen.
Diese ganzen Pläne für eine UKW-Abschaltung kapiere ich sowieso nicht. Was hat man davon wenn alle auf DAB sind, und das UKW Band wäre dann leer? Von 87,5 bis 108 MHz muss nur mal kräftig aufgeräumt werden!

Ich bleibe dabei, dass UKW noch viele Jahre bestehen bleibt...

von Dr. Antenne - am 01.12.2006 12:08
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