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RDS - Wie wichtig für's FM DXen ?

Startbeitrag von deepbluesky am 16.12.2006 08:00

Hallo zusammen :)

Mich würde mal interessieren welche Meinung ihr zu RDS habt. Betrachtet ihr es für's DXen als unbedingt notwendig oder nicht da es immer noch Sender gibt, welche davon keinen Gebrauch machen. Erschwert natürlich die Identifikation wenn man die Sprache nicht versteht.

Antworten:

Ich DXe immer mit RDS-losen Empfängern, auch wenn ich zuhause einen Grundig S 700 herumstehen habe. Bei Hardcore-DX sind die Signale ohnehin so schwach, daß eine RDS-Decodierung nicht möglich wäre, und die stark einfallenden Sender sind mir eh bekannt. Das ist zumindest die Situation bei Tropo-DX. Bei Sporadic-E kann RDS schon sehr nützlich sein, allerdings identifiziere ich die Sender mittels Parallelfrequenzen oder typischer Programminhalte. Ich versuche, beim DXen völlig unabhängig von RDS zu sein, was eigentlich ganz gut klappt. Aufgrund meiner besonderen Empfangslage in den Bergen ist RDS-Empfang bei DX sowieso nur selten möglich.

von MHM - am 16.12.2006 09:34
Bei Es ist RDS lebensnotwendig, sonst brauche ich den Empfänger auch nicht einschalten. Wenigstens die PI sollte man haben, um auch nur Chancen einer Senderidentifizierung zu haben. Für unterwegs tut's auch mein Etón E5, der ja kein RDS hat. Aber mit den schmalen Filtern wäre davon eh' nichts mehr übrig geblieben. Man muß dann natürlich die Geduld haben und Programm hören, um einen Sender zweifelsfrei identifizieren zu können. Wer nur seine Frequenzlisten zum Vergleich heranzieht und die wahrscheinlichste Station auswählt, der kann es auch gleich lassen...

von PowerAM - am 16.12.2006 11:16
Die Audio-Identifikation fällt mir öfters schwer, vor allem, wenn ich einem Sender in einer Sprache zuhöre, die ich nur wenig oder gar nicht verstehe, oder das Signal auch in Deutsch aufgrund der Signalschwäche oder der Nachbarkanalstörungen kaum zu verstehen ist. Ich höre einem Sender vielleicht 6 Stunden maximal zu, dann will ich den indentifitiert haben. Ich wäre sehr froh, wenn sich ein Programm regelmässig, mindenstens 4 x pro Stunde indentifitieren würde; so ist das in Frankreich Pflicht, das sollte in ganz Europa so sein. Bei Tropo-Empang verlasse ich mich auch soweit möglich auf meine Erfahrung und unsere Senderlisten, FMList & Co., eine Audio-Identifizierung ist mir aber immer noch am liebsten.
RDS ist da eine grosse Hilfe, RDS wird aber hierzulande fast immer mit einem sehr geringen Hub ausgestrahlt, sodass ich nur in den wenigisten Fällen RDS als Identifikation nutzen kann. Die RDS-Hub muss massiv angehoben werden, damit die Identifizierung mittles RDS wirklich möglich wird. Ich kann hier viele Programme in einwandfreiem Stereo empfangen, an eine RDS-Decodierung ist aber nicht zu denken. Beim Sporadic-E ist RDS aber schon eine grosse Hilfe, da die Signalpegel bei Sporadic-E sehr stark werden können, zudem ist der RDS-Hub in Südeuropäischen Ländern meist viel besser als bei uns.

von dxbruelhart - am 16.12.2006 11:40
Ja, Geduld sollte man schon aufbringen beim DXen, vor allem bei Es-Bandöffnungen ist diese vonnöten. Da ich bei Sporadic-E aber fast nie RDS kriege, muß ich mich eben mit anderen Methoden behelfen. Meine gängigste Methode ist der Vergleich mit Parallelfrequenzen. Außerdem ist Sporadic-E räumlich sehr selektiv, so daß man die Zahl der in Frage kommenden Kandidaten rasch eingrenzen kann. Berücksichtigt man zudem noch die Programminhalte, gelingt die Identifizierung in vielen Fällen rasch und eindeutig. Natürlich gibt es immer wieder Fälle, wo man unmöglich entscheiden kann, welches Programm man von welchem Senderstandort gehört hat. Dann ist es aber besser, ein "unid" in die Kladde zu schreiben als irgendetwas aus der Liste zu übernehmen.

von MHM - am 16.12.2006 11:41
Halte RDS für Tropo nicht unbedingt von nöten da man die Sender meistens kennt. Bei Sporadic E möchte ich aber
auf den PI code als Identifier nicht verzichten muessen, denn sonst hätte ich
glaube ich wenig Chancen die Programme und deren genau Herkunft zu bestimmen. Vor allem auch da man meist nciht die Zeit hat stundenlang zuzuhören bis ein markantes Merkmal ( Werbetrenner Jingle oder Claim) kommt.

von Felix 99 - am 16.12.2006 11:48
Ich würde auf das RDS nicht mehr verzichten wollen, egal ob bei Tropo noch bei Sporadic-E. Sicherlich kann man dem Sender zumindest bei Tropo länger zuhören um ihn zu identifizieren, aber RDS ist trotzdem eine große Hilfe. Bei schon bekannten Troposender ist das natürlich auch wieder nicht ganz sooo wichtig...

von Dr. Antenne - am 16.12.2006 12:24
Tja, stundenlang zuhören kann man bei Sporadic-E eh nicht, da die Bandöffnung meistens nicht so lange dauert ;-)

von MHM - am 16.12.2006 12:31
> Ich wäre sehr froh, wenn sich ein Programm regelmässig, mindenstens 4 x pro Stunde indentifitieren würde

Die Latrine identifiziert sich gefühlte 137 Mal pro Stunde... :D
Aber Spass beiseite: RDS ist beim DXen schon sehr nützlich. Darum habe ich meine RDS-tauglichen Empfänger auch nur mit Filtern ausgestattet, die noch halbwegs brauchbaren RDS-Empfang zulassen. Der DE1103 ist dagegen perfekt für sehr schmale Filter.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 16.12.2006 12:33
Beim Empfang deutschsprachiger Sender ist RDS eher die "Königsdisziplin", weil das RDS-Signal auf einen besonders guten/starken/sauberen Empfang hindeutet. Ansonsten ist es nicht unbedingt notwendig, kann aber unter Umständen (vor allem bei Klassik/Kultur/Wort-Programmen) recht viel Zeit sparen. Nur für die Grasnarben-Empfänge verzichte ich zugunsten schmaler Filter auf RDS. In diesen Fällen kann ich auch mal eine halbe Stunde auf die ID warten.

Wenn ich dagegen im Ausland scanne, und der Sprache nicht mächtig bin, ist RDS fast lebenswichtig. Ohne RDS würde es mir so wie beim KW-Empfang gehen, daß ich nur mir sehr viel Zeit und Glück überhaupt einen Sender eindeutig identifizieren kann. Bei KW ist das mit einer der Hauptgründe, wieso ich nur sehr selten auf KW-Senderjagd gehe.

Bei Es ist noch extremer, da kommt es mitunter auf Sekunden an, so daß hier vor allem eine schnelle Decodierung des PI-Codes notwendig ist.

Ciao
Christoph

von _Christoph - am 16.12.2006 12:52
Wenn bei einen schwachen Sender kein RDS möglich ist dann versuche ich den Sender kurz vor der nächsten vollen Stunde nochmal zu hören.
Denn bei den meisten Sendern gibt es häufig zur vollen Stunde Nachrichten und dabei wird auch oft der Stationsname genannt.

Aber leider habe ich da häufig das glück das in diesem Moment der Sender wegrauscht.


von _Yoshi_ - am 16.12.2006 15:10

Da mich eher Tropo-Empfänge interessieren als Sporadic-E, ist RDS für mich nicht so wichtig. Das Signal der Fernsender ist eh meistens nicht so stark, daß es für RDS reichen würde. Insoweit bin ich mit meinen beiden Empfängern ohne RDS zufrieden.

von Lorenz Palm - am 16.12.2006 21:47
RDS ist für mir, dank fehlende und gute RDS empfänger, total unwichtig. Ich finde es sehr toll wenn ich zB im Tauben gerät ein RDS empfang mache (zB 89.0 RTL, AFN The Eagle oder etwas anderes), aber damit ist es auch schluss.

Dabei hör ich fremde Sender (zB SWR oder MDR) sowieso etwas länger, so denn kann ich es auch einfacher idenfizieren. Beim idenfizieren mach nutz ich meist die FMScan, um zu gucken was das eventuell sein könnte, und mach dabei denn eine vergleich zwischen die ortsubliche frequenzen. Wenn das fehlt warte ich auf ein ID.



von Jassy - am 16.12.2006 22:01
Nicht nur meine persönliche Meinung, sondern so steht's auch im EFMH 2001: RDS hat den UKW-Rundfunk revolutioniert. :-)

RDS ist bei Tropo für mich nicht so wichtig, schöner ist es natürlich, wenn bei einer Entfernung zum Sender selbst oberhalb von 300 km bei mir RDS noch dekodiert wird oder dies gar bei einer Entfernung von 500 km gelingt, wie mir neulich passiert ist.

Gold wert ist aus meiner Sicht RDS bei sporadic-e !
Häufig hat man ja einen Sender via Es nur wenige Momente drin.
Ist der Sender stark genung und läuft hier ein Song, allerdings bricht der Sender dann weg bevor das Lied zu Ende ist und überhaupt eine Chance bestünde eine ID zu bekommen, ist es natürlich eine starke Sache, wenn man rasch den PS-Code [oder wenigstens PI-Code] auslesen kann und auf diese Weise den Sender dingfest macht.
[BTW: Werde zusehen, daß ich meinen Technisat mit PI-Code nachrüsten lasse.]

IDs mit RDS mit meinem portablen Gerät + Teleskopantenne bei mir:
- via Tropo ca. 30%
- via sporadic-e ca. 80%

Grüße,
Matze

von Mathias Volta - am 17.12.2006 04:11
Auch bei Tropo kann RDS (oder zumindest der PI-Code, der ja deutlich früher kommt, oft schon bei stark verrauschten Stereo-Signalen) helfen. Ein mal bei Tropo hätte ich beinahe die 101,8 Hit 1 aus Karlsruhe ignoriert (Erstempfang), in der Annahme, das wäre das übliche bei Tropo reinkommende Radio 7 (gleicher Dudelfunk). Erst duch den Empfang des NKLs aus Karlsruhe auf 104,8 bin ich auf den Trichter gekommen, dass das wohl nicht Radio 7 war auf 101,8. Mit einer PI-Code-Anzeige (zu RDS hat's nicht gereicht, aber für PI-Code war der Empfang sicher stark genug) hättte ich da vielleicht gleich länger halt gemacht.

von Habakukk - am 17.12.2006 10:16
Der Antwort von Mathias Volta ist kaum noch etwas hinzuzufügen......ich sehe das genau so.....
Bei Tropo wäre es zwar auch recht nett...aber das hält in der Regel länger an...da hat man reichlich Zeit.....
Bei Sporadic-E hat RDS gerade die Identifikation von öffentlich-rechtlichen Sendern revolutioniert. Schon Mitte der 80er Jahre konnte ich mit den "Analog-Anzeige"-Tunern aus DDR/RFT-Produktion ohne große Probleme Privatsender lokalisieren.....==> ständig Jingles der Senderkette, dann lokale Werbung mit Nennung der Städte oder zumindest Telefon-Vorwahl-Nummern.....und wenn man Glück hatte eine Ansage der Sendefrequenz(en)..... Bei "staatlichen Sendern" meist nur "stundenlanges BlaBlaBla".......einzige ID-Chance nur zur vollen Stunde.
Und gerade bei Es-Empfängen unterhalb 1000 km kommen die Sender meist nur sehr kurz, dann aber auch sehr stark, herein. Hier geht ohne RDS kaum etwas.......was eine zuverlässige (non-spekulative) Identifikation angeht. Und wenn man zusätzlich noch einen PC und ein entsprechendes Interface einsetzt kann man "RDS-Samples" aufnehmen und sich später noch AF-Frequenzen, Radiotext, durchlaufende PS-Anzeigen etc. noch einmal in aller Ruhe zu Gemüte führen......
Mittels RDS hatte ich auch "Abwesenheits-DX" gemacht... :eek: .....mit einem Conrad-Dynas-Autoradio und ständigem "Programm-Speicher-Scan"......... Die Verweildauer auf vorher eingespeicherten leeren und "Es-potenten" Frequenzen und der Einsatz eines RDS-Programms mit "Log-Funktion" als Empfangstabelle reichte aus, um bei Es dann hinterher gewisse "Aha-Effekte" zu erzeugen.....wenn man von der Arbeit zurück war.....

von UKW-Fan Sachsen-Anhalt - am 17.12.2006 11:45
Danke euch allen für das reichhaltige feedback. Bei der Nützlichkeit von RDS frage ich mich dann, warum es immer noch DX Boliden gibt die das nicht integriert haben. Mich reizt der Degen 1121 nämlich sehr vorausgesetzt er ist ebenso empfangsstark wie der 1103 aber daß ihm RDS fehlt, bremst mich ihn mir zu holen.

Frage: Kann man nicht das Signal über Line Out an ein Notebook schicken und dort per RDS software decoder verarbeiten ? Falls ja, ist das dann noch bei schwachen Signalen brauchbar oder nur eine Notlösung ?

von deepbluesky - am 18.12.2006 18:10
Zitat
deepbluesky
Danke euch allen für das reichhaltige feedback. Bei der Nützlichkeit von RDS frage ich mich dann, warum es immer noch DX Boliden gibt die das nicht integriert haben.


Das frage ich mich auch. RDS ist längst etabliert, und die zur Decodierung notwendigen Chips kosten nun wirklich nur ein paar Cent - selbst LIDL-Küchenradios für 16¤ können inzwischen schon RDS decodieren. Gerade bei tragbaren (Reise-)Empfängern macht RDS doch erst richtig Sinn - Stichwort AF und/oder TA.

von _Christoph - am 18.12.2006 19:43
Zitat

Kann man nicht das Signal über Line Out an ein Notebook schicken und dort per RDS software decoder verarbeiten

Das Line Out kann man an z.B.auf einen Conrad RDS Manager geben der daraus Clock und Data erzeugt. Das gibt man auf den Comport des Rechners. Besser wie Line Out ist aber das MPX Signal weil da die 57 KHz des RDS Signal noch sehr hoch ist.


von ACDC - am 18.12.2006 19:52
Und um an das MPX Signal heranzukommen, müßte in den Schaltkreis eingegriffen werden, also vor dem Line Out, richtig ?

Wäre ja zu schön gewesen ohne Modifikation des Receivers z.B. http://www.esslinger.de/rds/rdsdec.htm zu nutzen.

von deepbluesky - am 19.12.2006 16:28
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