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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
March, koslowski, audion, Kranitz, MHM, ACDC

UHF Yagis stocken

Startbeitrag von March am 18.12.2006 17:53

Hi!
Ich hab schon öfters mit dem gedanken gespielt mir 2x 91-Ele. UHF Yagis zu kaufen und diese dann horizontal (oder ist vertikal besser?) zu stocken. Die beiden Yagis sollen vertikal polarisiert montiert werden.

Was muss man beim stocken beachten?
Wie muss man die beiden Yagis miteinander verbinden?
Welcher Abstand soll zwichen den Yagis sein?
etc. ???????????????????????????????????

Fragen über Fragen! Hab noch nie Antennen gestockt, deshalb bin ich für jede Antwort dankbar!

Antworten:

Ich denke, eine ausführliche Abhandlung darüber wäre vielleicht etwas lang an dieser Stelle, aber ich empfehle Dir das Antennenbuch von einem gewissen Herrn Rothammel. Dort ist im hinteren Teil alles bis ins Detail beschrieben (Abstand, Zusammenschaltung, Montage, wo und wann macht es Sinn usw.) Kann ich Dir auch gern mal leihen. Ansonsten gibts das auch in jeder besseren Bibliothek.

von Kranitz - am 18.12.2006 18:25
@Guido Helbig: OK! Danke! Dieses Buch hört sich nicht schlecht an. Das werde ich mir besorgen!

Trotzdem, es gibt doch bestimmt einige User die mir ein bisschen "Background knowledge" über das Stocken vermitteln können ?!?

von March - am 18.12.2006 18:38
Vertikal stocken (übereinander): Vertikaler Oeffnungswinkel wird verkleinert.
Horizontal "stocken" (nebeneinander): Horizontaler Oeffnungswinkel wird verkleinert.

Gewinnzunahme in beiden Fällen ca. 2.8 dB. Das ist wenig. Wenn es also um höheren Gewinn geht, würde ich gleich mal 4 Antennen zusammenschalten, das ergibt ca 5.6 dB Mehrgewinn und dies merkt man dann erst deutlich.

Achtung: Die Kabelanschlusskasten müssen immer in die gleiche Richtung schauen!!! also beide nach unten oder beide von hinten gesehen nach rechts oder beide nach links. Sonst gibt es wegen gegenphasigem Zusammenschalten (theoretisch) eine Auslöschung des Signals.

Alles weitere - wie Andere schon sagten - in Rothammels Antennenbuch. Der Aufbau muss geometrisch und elektrisch sehr exakt vorgenommen werde, sonst bringt es nichts.

von audion - am 18.12.2006 19:07
OK, d.h. dass ich die Antennen horizontal stocken muss, wegen des geringeren horizontalen Öffnungswinkels. Hab ich das richtig verstanden? (momentan ist meine Antenne nach Westen ausgerichtet und ich will einen stark einfallenden Sender aus Nord-West ausbleden)

von March - am 18.12.2006 19:20
Zitat

Gewinnzunahme in beiden Fällen ca. 2.8 dB. Das ist wenig.


Eine Leistungserhöhung bei einem 1000 Watt Sender auf 1910 Watt ist auch 2,8 dB.
Oder 3 dB doppelte Leistung, und 10 dB gleich 10 fache Leistung.

von ACDC - am 18.12.2006 20:15
Zum Thema Stocken von Antennen gäbe es noch weitaus mehr zu sagen als im Rothammel-Buch steht. Ich meld mich dazu nachher nochmal ausführlicher, bin nämlich grad mit chatten beschäftigt :-)

von MHM - am 19.12.2006 08:14
@March

Zitat

Hab ich das richtig verstanden?


Ja, genau! (Wenn Du unter horizontal "stocken" eine Montage nebeneinander verstehst [nicht übereinander]).

von audion - am 19.12.2006 09:53
Ja, genauso habe ich das gemeint! horizontal=nebeneinander

von March - am 19.12.2006 12:25
Da Du einen störenden Sender ausblenden möchtest, kommt nur eine horizontale Gruppe in Frage. Über den Abstand der Antenne kannst Du die Nullstelle im Richtdiagramm für eine (!) Frequenz bestimmen. Berechnungsbeispiele stehen, glaube ich, im Spindler. Als Ausleger kommt natürlich bevorzugt ein Modell / eine Konstruktion in Frage, bei dem die kurzen vertikalen Rohre mit dem horizontalen Rohr verschraubt und somit verschiebbar sind.

Ich hab' das schon erfolgreich probiert mit 2* 91 El. und auf K44 Marienberg gegen Genk ausgeblendet und umgekehrt. Außerdem Ortssender Witzhelden K55 ausgeblendet um Feldberg K54 zu empfangen. Bei dem ersten Beispiel ist sowohl die Gewinnzunahme deutlich spürbar als auch die deutliche Nullstelle an der gewünschten Stelle. Bei dem zweiten Beispiel war das Feld des Ortssenders zu inhomogen, was man auch daran merkt, dass eine 91 El. (bei dem Ortssender) nicht den erwarteten Gewinn gegenüber einer wesentlich kleineren Antenne liefert. Die Nullstelle war in diesem Falle also nicht so deutlich ausgeprägt.

Das ganze muss natürlich sehr sorgfältig aufgebaut werden. Die Windlastberechnung sollte nicht vergessen werden. Da das Ganze nur mit einem gewissen Abstand zum Dach Sinn macht, kommt als Standrohr meist nur mit min. 60 mm oder ein Schiebemast 60 / 48 mm in Betracht. Zur Zusammenschaltung habe ich ein Modell von Polytron gewählt, dass für den oberen UHF Bereich spezifiziert war, aber im ganzen Bereich für meine Begriffe ohne Einschränkung funktionierte.

von koslowski - am 19.12.2006 18:16
Welches "Modell" von Polytron hast du verwendet? Eine Weiche, einen Verstärker, oder was???


von March - am 19.12.2006 19:41
Es handelt sich um eine Weiche zum Zusammenschalten einer Antennengruppe von zwei Antennen, wie sie früher fast jeder Antennenzubehörhersteller im Programm hatte. Das Ding befindet sich noch in luftiger Höhe. Im Polytron-Katalog von 1995 ist es schon nicht mehr enthalten. Werde mal schauen, vielleicht habe ich die Daten irgendwo notiert.

von koslowski - am 19.12.2006 23:27
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