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Terranus, Habakukk, Reutlinger, Robert S., Alqaszar, Thomas (Metal), PeterSchwarz, Jassy, dxbruelhart, Japhi

Die Gleichwellen des Bayrischen Rundfunk - wie laufen die in der Praxis?

Startbeitrag von dxbruelhart am 22.12.2006 13:19

Nicht nur in der Schweiz oder in Frankreich gibts auf UKW Gleichwellenbetrieb mit identischen Programen, auch der Bayrische Rundfunk betreibt ein paar Gleichwellen-Frequenzpaare. Ich möchte nun wissen, wie gut das in den Ueberschneidungsgebieten läuft, wie gut die Sender aufeinander synchronisiert sind.
Konkret geht es um:
90,7 BR 1 Grünten : 90,7 BR1 Ochsenkopf
Dies sind beides sehr weitreichende Standorte, somit dürfte ein grosser Teil von Bayern Ueberschneidungsgebiet dieser beiden Sender sein.
99,4 BR 3 Ochsenkopf : 99,4 BR 3 Weiler
David gegen Goliath, wie geht das in der Praxis, der Ochsenkopf erreicht ja Oberbayern noch ohne grosse Mühe
106,9 B5 Grünten : 106,9 B5 Brotjacklriegel
Hier ist das Ueberschneidungsgebiet auch sehr gross, (der Brotjacklriegel reicht ja bis in die Ostschweiz).
Vielleicht habe ich noch weitere Gleichfrequenzpaare vergessen. Die Frage ist, wie hört sich das ganze an in jenen Regionen, wo beide Standorte jeweils in etwa gleichstark kommen?

Antworten:

90,7: Also da, wo sich beide Sender überschneiden (ich tippe mal auf die Region Niederbayern/Oberpfalz bis rüber nach Nürnberg und runter nach München, versorgen schon längst andere Standorte wie Ismaning, Gelbelsee, Dillberg, Brotjacklriegel oder Hoher Bogen das Gebiet. Interessant ist bei uns bei Tropo, dass dann der Ochsenkopf manchmal den Grünten überlagert und man dann leicht verzerrte Signale empfängt (wenn beide gleichstark ankommen). Wird dann spannend, wenn die Regionalsendungen kommen, dann merkt man erst, welchen Standort man jeweils drin hat.

106,9: Hier bei uns sind beide Standorte ca. gleichstark (knapp auf RDS-Niveau). Das äußert sich in einem ziemlich verzerrten, RDS-losen Empfang, vergleichbar mit dem Empfang starker Sender in bergigen Regionen (mit vielen Reflexionen). Im Gegensatz zu anderen Frequenzen von Grünten oder Brotjacklriegel ist B5 auf 106,9 nie klar zu empfangen, eigentlich immer verzerrt. Macht aber nichts, bei uns hat ja der Wendelstein das Sagen.

Ich finde da beide Lösungen sehr gut. Synchronisiert sind die denke ich nicht, weil deren Überschneidungsgebiet ja immer im Sendegebiet anderer Standorte liegt.

Übrigens klingt die 106,9 nicht stärker verzerrt als die 90,0 Ismaning, da bei der ca. die Hälfte des Signals von den Alpen aus Süden reflektiert wird. Das ist dann wie wenn zwei Sender auf 90,0 senden würden.

von Habakukk - am 22.12.2006 13:37
Die 90,7 überlagert sich vorallem im Bereich um Eichstätt, die höher gelegenen Gebiete nördlich Ingolstadt.
Ist aber wie gesagt kein Problem, da beide Sender dort sowieso keine Bedeutung haben und daher man darauf keine Rücksicht nehmen muss. Von daher eine sinnvolle Belegung.

von Terranus - am 22.12.2006 13:46
Wie gut geht das denn mit Wendelstein gegen Ochsenkopf? (102.3 B4 Klassik)? Wo ist dort die überschneidungszone?

von Jassy - am 22.12.2006 14:05
Was ich deutlich problematischer finde ist die 99,3 Büttel gegen den 99,4 Ochsen. Da knirscht und pfeifft es hier in der Gegend teils ordentlich wenn man kein Sharx hat, so dass man meist gerne auf die 99,8 oder 97,9 ausweicht...


von Terranus - am 22.12.2006 14:44
Stimmt. Fast-Gleichwellen sind schlimmer als echte Gleichwellen.
Auch bei Grünten 98.7 merkt man das, wenn auf der Alb manchmal Waldenburg 98.8 mit demselben Programm (früher versch. Programme) reinstört.
Der Ochsenkopf macht mir bei Tropo auch regelmässig in Tischardt die 99.3 kaputt. Ab einem gewissen Punkt kommt der Ochsenkopf dann besser, aber wenn beide gleich stark sind, ist es schlimm. Da ich mich dort ausserhalb des Sendegebietes befinde, gibt es da auch keine ungestörte Frequenz, die übernehmen könnte.


von PeterSchwarz - am 22.12.2006 15:19
Bei uns hier ist das teils ein wirkliches Problem, denn die 99,8 geht in Teilen des Landkreises in Reflektionen unter (Geisberg ist ein wesentlich schlechterer Standort als Kälberberg) und die 97,9 ist oft schon für Stereo zu abgeschattet, so dass das RDS oft gerne auf die 99,3 wechselt (auch auf 104,0 /91,4 für die anderen Programme) weil der Büttel eben schön sauber in die Täler reinstrahlt die nach Westen hin offen sind.
Es gibt sogar ein paar Orte wo das RDS auf den Kreuzberg zurückgreift bei BR3, weil sich die 99,3,4 gegenseitig stören.

von Terranus - am 22.12.2006 15:27
Ebenfalls eine nette Gleichwelle ist 91,9 Hühnerberg und Untersberg, beide Bayern 1. Natürlich übernehmen auch hier im Überschneidungsgebiet längst andere Sender (Hochberg/Wendelstein/Ismaning/Hohenpeißenberg), aber in München dürften je nach Wetterlage beide relativ gut empfangbar sein.
Auch dies eine Gleichwelle, die ich absolut gelungen finde.

Den Sender Inntal lässt man ja auch tlw. auf Frequenzen laufen, die relativ nahe mit dem gleichen Programm verwendet werden. Von Gleichwellen kann man hier aber kaum sprechen. Die 92,9 Bayern 2 läuft parallel zum Sender Untersberg, Überschneidungsgebiet quasi kaum vorhanden, da der Untersberg kaum ins Inntal rein kommt. Die 95,9 Bayern 3 läuft parallel zum Sender Hochberg, Überschneidungsgebiet allenfalls südlich von Rosenheim, aber auch hier völlig außerhalb der Versorgungsgebiete beider Standorte.

von Habakukk - am 22.12.2006 15:30
Nochmal OT: In NRW ist sowas grundsätzlich schlecht gelöst:

Das Kult-Problem 102,7/102,8 DLF mit Störungen im Ruhrgebiet z.B.

Auch schlimm:
89,6 WDR 5 Bärbelkreuz 89,7 WDR 3 Münster
90,6 WDR 5 TeutoWald 90,7 WDR 4 Bonn
88,7 WDR 3 Sackpfeife 88,8 WDR 5 Langenberg
93,1 WDR 3 Bonn 93,2 WDR 2 TeutoWald
100,7 WDR 4 Ederkopf 100,8 WDR 2 Stolberg
101,8 WDR 2 Ederkopf 101,9 WDR 5 Stolberg

In Bayern gibt's da wenigstens die gleichen Programme, die WDR-Land-Zuständigen kriegen sowas aber nicht hin.

In Bayern ist diese Frequenznebeneinandersetzung, wo die Programme 0,1MHz auseinanderliegen, nicht nur störend ohne Sharx, sondern praktisch für die Analog-Autoradionutzer, "bisschen hoch, bisschen runter". Leider gibt's die ja jetzt nicht mehr wirklich.

von Japhi - am 22.12.2006 15:57
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Wie gut geht das denn mit Wendelstein gegen Ochsenkopf? (102.3 B4 Klassik)? Wo ist dort die überschneidungszone?
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Die 102,3 vom Wendelstein macht sich bereits ab Weiden bemerkbar. Damit ist diese die schlechteste der genannten aktiven Gleichfrequenzen. Südlich wären zwar Hohe Linie und Hoher Bogen, aber Bayern4 hat teilweise deutlich weniger ERP und kann anders als bei bei Bayern1 bis 3 von den Alternativsendern kaum profitieren. Vielleicht sollte man einfach Bayern1 oder Bayern2 an der Hohen Linie mit Bayern4 tauschen.

von Thomas (Metal) - am 22.12.2006 20:29
Man ist an einer Verbesserung von BR4 über UKW gar nicht interessiert. Ganz interessant war da die Bemerkung von Gruber bei einer BR unterwegs Sendung, sinngemäß "bald werden sie BR4 auf UKW gar nicht mehr hören wollen, denn digital ist die Qualität besser"...

von Terranus - am 22.12.2006 20:39
Wie läuft eigentlich Hochberg B5 Aktuell (107,1) < > Bad Reichenhall 107,1 B5 Aktuell?




von Reutlinger - am 23.12.2006 09:58
Auch Antenne Bayern betreibt ja einige Gleichwellen
101,9 Heidelstein gegen Hoher Bogen
104,4 Würzburg gegen Grünten

Schöner finde ich aber die 200 Khz Abstände,die sind eigentlich für jeden Empfänger gut zu trennen,und in Sachsen macht daher das RTL hören sogar Spaß.
also mit der 105,2 105,4 und 105,6,hätte man da noch ne 105,8 und 105,0 dann wär das eine ideale Senderkette.

von Robert S. - am 23.12.2006 16:54
Grundsätzlich sind Gleichkanalbelegung oder Belegungen in 100 kHz Abstand nicht problematisch, wenn es in der Überschneidungszone -- also dort, wo die beiden Standorte sich gegenseitig stören -- die betreffenden Programme auf einer anderen Frequenz gibt. Teilweise wurde ja so bei Zerobase in HOL verfahren.

An anderer Stelle wurde ja mal nach "Fehlkoordinierungen" aus Genf84 für den Bereich oberhalb von 100 MHz gesucht, und im Grunde hat man ja damals absichtlich so "eng" geplant, um mehr Kapazitäten zu schaffen.

Das Beispiel Torfhaus 102,4 vs. Steinkimmen 102,3 ist also ein positives Beispiel, weil in der gesamten Grenzzone Versorgung von Barsinghausen und Visselhövede gibt. In den jeweiligen Kernsendegebieten bleiben die Freuqenzen jeweils unangetastet.

Das andere oben genannte Beispiel ist Wesel 102,8 / 100 kW gegen Nordhelle 102,7 / 20 kW ist aber genau das Gegenteil: Dank des exponierten Standorts reicht die 102,7 sehr weit in Richtung rheinisches und westfälisches Flachland. Das führt dazu, dass ausgerechnet in einem der meistbesiedeelsten Räume der Republik, nämlich im Ruhrgebiet und entlang der Rheinschiene beide Sender sich massiv stören: Über 10 Millionen Menschen wohnen in diesem Gebiet.

Ursprünglich war die 102,7 dem WDR zugeweisen, so dass auch noch ein anderes Programm auf der Frequenz lief (Eins Live). Erst später kam dort der DLF drauf, der auch die 102,8 Wesel benutzt.

Sollte einer der beiden Sender abgeschaltet werden, würde der DLF in NRW erheblich mehr Menschen erreichen, als in der jetzigen Situation.

Daher ist das schon eine ganz andere Diskussion als die von dxbruelhart in diesem Thread angestoßene.

von Alqaszar - am 23.12.2006 17:08
@Frequenz in RT.
Ich würde sagen, das klappt sehr gut. Der Sender Kirchholz soll ja eigentlich nur bestimmte Stadtgebiete von Bad Reichenhall versorgen, die über Högl bzw. Untersberg nicht 100%ig erreicht werden können. Und dort spielt Hochberg (107,1) bzw. Traunstein-Einham (103,7) quasi kaum mehr eine Rolle, wenn man die vielleicht auch auf anderen Frequenzen noch schwach empfangen kann, störend wirken sie sich aber nicht aus. Im Überschneidungsgebiet (Piding, Autobahnausfahrt Bad Reichenhall) ist ohnehin der Untersberg (87,8) bzw. Högl (105,3) der bessere Versorger. Zudem hilft an vielen Stellen noch der Brotjacklriegel aus.

von Habakukk - am 24.12.2006 10:55
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