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Warum so viele Funzeln an der Grenze D-AUT?

Startbeitrag von T-O am 07.01.2007 20:29

Man möge mich steinigen, aber als 'Fischkopf' aus dem platten Norden wundere ich mich über die ganzen Kleinsender an Grenze zu Österreich. Die BR Sender Untersberg und Inntal liegen ja sogar auf österreichischer Seite. Hat das mit den ungünstigen Empfangsverhältnissen in den Bergen zu tun? Wendelstein und Grünten haben ansich doch schon reichlich Leistung.

Antworten:

Zitat

Hat das mit den ungünstigen Empfangsverhältnissen in den Bergen zu tun?


Genau

und das eine Auslnadskoordinierung mit hoher Leistung nicht einfach ist.

von gesperrter User - am 07.01.2007 21:13
Hohe Leistung macht da auch keinen Sinn. Dort will man mithilfe der Funzeln ja abgeschattete Täler versorgen, oder Bereiche, an denen der eigentlich zuständige Großsender wegen Reflexionen an den Bergen nur gestört empfangen werden kann.

Wer mal in den Alpen unterwegs war, der weiß, wie sich das RDS-Autoardio abmüht, aber der Empfang dennoch größtenteils gestört ist -- obwohl inzwischen Hunderte von UKW-Sendern in Betrieb sind.

von Alqaszar - am 08.01.2007 02:30
Mach einfach mal Urlaub in den Alpen, dann wirst du schnell feststellen, dass die Zahl der Füllsender dort eher noch zu gering ist. So bräuchte im Prinzip fast jedes Bergtal einen eigenen Füllsender, weil der Empfang der Großsender nahezu überall verzerrt ist.

Die Verzerrungen treten einfach dadurch auf, dass der Empfang nur mehr über Reflexionen gelingt, da die Quasi-Sicht zum eigentlichen Sender durch andere Berge blockiert ist. Du hast zwar dann u.U. ein Mördersignal, aber klanglich ist das unter aller Sau... Das kannst du dir so vorstellen, wie wenn zwei unterschiedliche Standorte auf einer Frequenz gleichzeitig ankommen...

Oder das Tal liegt so abgeschattet, dass vom Signal tatsächlich schon nicht mehr viel ankommt. Wenn du mal eben paar 1800m hohe Betonklötze zwischen dir und dem Sender hast, ist halt mal Essig mit Empfang. Stell dir das wie eine Tiefgarage vor, in der du ja auch keinen vernünftigen Empfang mehr hast.

von Habakukk - am 08.01.2007 08:26
Oder man hört DAB. Da stören Reflexionen nicht, sondern addieren sich zu einem verwertbaren Signal.

von RudiP - am 08.01.2007 08:53
Zitat
RudiP
Oder man hört DAB. Da stören Reflexionen nicht, sondern addieren sich zu einem verwertbaren Signal.

Sicher, aber wielange noch ( siehe aktuell Frankfurt / M. ) ?

von KlausD - am 08.01.2007 09:16
Es gibt sogar Fälle, in denen Umsetzer trotz Sichtkontakts zum Grundnetzsender (bzw. Großsender) stehen, weil das Signal so stark von den Bergen reflektiert wird, dass es nicht erträglich ist.

Aber es gibt eben zuwenig Umsetzer (für euch "Funzeln"), die werden zwar immer weiter gebaut, aber das dauert halt. Die werden nur dann obsolet, falls mal irgendwann einmal DAB oder ein anderes digitales Medium kommen sollte.

von andimik - am 08.01.2007 14:59
----
Es gibt sogar Fälle, in denen Umsetzer trotz Sichtkontakts zum Grundnetzsender (bzw. Großsender) stehen, weil das Signal so stark von den Bergen reflektiert wird, dass es nicht erträglich ist.
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Auch interessant: Innsbruck. Dort wird ORF1 und 2 je 2x vom Patscherkofel abgestrahlt. Die 2. Abstrahlung mit geringer ERP wird damit begründet, daß durch Reflexionen das Hauptsignal teilweise unbrauchbar ankommt.

von Thomas (Metal) - am 08.01.2007 18:00
Zitat

Auch interessant: Innsbruck. Dort wird ORF1 und 2 je 2x vom Patscherkofel abgestrahlt. Die 2. Abstrahlung mit geringer ERP wird damit begründet, daß durch Reflexionen das Hauptsignal teilweise unbrauchbar ankommt.


Ja, kann ich bestätigen! :-) Hab ein halbes Jahr lang unterhalb von Igls/Vill gewohnt, "ein paar Meter über Innsbruck".
Dort gibts ein paar wenige Häuser, die eine derart schlechte Lage haben, dass das starke Signal vom Kofel extrem verzerrt ankommt. Undzwar sowohl Radio als auch Fernsehen.
Daher ist die Seegrube (IBK2) dringend notwendig!


von Radiopirat - am 08.01.2007 18:33
Ich habe mir einmal alle ORS-Sender in Österreich nach Leistungsklassen eingetragen und dann die Karte darunter entfernt. Dabei wird bewusst, wie "zugefunzelt" die Alpen eigentlich sind.



schwarz = Sendeleistung 10 kW und darüber
blau = 1 -

von Wasat - am 08.01.2007 22:43
Also ich sehe nicht das Problem, dass es zu viele Funzeln gibt.

Meiner Meinung nach werden viel zu viele Frequenzen verbraucht, es wird also nicht ökonomisch geplant. Daher ist die RDS-AF-Liste elends lang.

Ich zitiere mal mich selbst:

Zitat

Die häufigste aktiv in Kärnten verwendete Frequenz ist die 91,1 (4x), auf Platz zwei sind mit je 3x Vergabe ex-aequo 102,50; 87,70; 98,80; 98,60; 97,00; 96,50; 95,60; 95,20; 94,30 und 89,70. Insgesamt 61 verschiedene Frequenzen sind nur je einmal vergeben, darunter solche Funzeln wie 1W von Ö3 und Radio Kärnten in der Innerkrems (Bez. Spittal/Drau).


Wie man es macht, zeigt Slowenien, dort werden in Kranjska Gora fast die gleichen Frequenzen wie in Finkenstein (250 - 500 W) verwendet, obwohl die Sender nur ca. 15 km auseinanderliegen. Dank Alpen ist das aber möglich, weil beide wegen der Topografie und Antennenausrichtung sich überhaupt nicht stören.

Selbst wenn die Frequenz frei wäre, könnte ich bei mir daheim in 6 km Entfernung den Sender Kranjska Gora nicht empfangen.

von andimik - am 09.01.2007 08:37
Zitat
Wasat
Ich habe mir einmal alle ORS-Sender in Österreich nach Leistungsklassen eingetragen und dann die Karte darunter entfernt. Dabei wird bewusst, wie "zugefunzelt" die Alpen eigentlich sind.

Wow, dass ich so einen tiefen Einblick in die Materie bekomme, was die Alpen angeht, hätte ich nicht gedacht. Toll, danke!

von T-O - am 09.01.2007 12:53
Ich finde, daß es der ORF eigentlich ganz gut hinbringt:
Es gibt pro Bundesland je einen starken Grundnetzsender und darüber hinaus zahlreiche, wirklich notwendige Talfunzeln. Die meisten davon kommen wirklich nur innerhalb ihres Zielgebietes herein, nur wenige schiessen übers Ziel hinaus. Letzteres ist leider beim BR und auch beim DRS in der Schweiz recht häufig der Fall.
Ich war selbst überrascht, wie frei das Band in Niederösterreich war, so daß meist mehr tschechische und slowakische Stationen zu hören waren als einheimische.

In den Tälern der Kernalpen ist es tlw. so, daß man ausser dem zuständigen Füllsender gar nix reinkriegt, z.B. im Paznaun oder im oberen Inntal und dessen Seitentälern.



von PeterSchwarz - am 09.01.2007 13:16
Ja, das ist das eigentlich nervige an den Füllsendern, wenn sie dann weit über ihr Zielgebiet hinaus noch stören. Mein Lieblingsbeispiel (habe ich's eigentlich schon mal hier erwähnt???? :D :D) ist der "Füllsender" Tegernseer Tal des BR. Soll ja nun wirklich nur das Tegernseer Tal versorgen und vielleicht ein paar kleine Regionen im restlichen Oberland, aber das Ding geht halt vom Chiemsee bis München in RDS-Qualität. Das nervt dann schon... Ähnlich ist es beim Herzogstand, der ja auch auf 1600m steht und weit ins Alpenvorland rein kommt. Wobei hier der Standort wohl nötig ist, um in die diversen Seitentäler (z.B. Walchensee bis Lenggries) noch reinzukommen.

von Habakukk - am 09.01.2007 14:48
Es gibt eben 3 Sorten von Funzeln:

1. Technische Funzeln (Ziel: Bessere Versorgung).
2. Politische Funzeln (Ziel: Stören von "Feindsendern" oder künstliche Frequenzverknappung).
3. Mischformen von 1. und 2. damit die Absicht 2. nicht zu offensichtlich wird.

von audion - am 09.01.2007 14:57
Die Karte stellt aber nur die Radiosender der ORS dar und nicht alle ORS-Standorte!

Aber so eine Karte braucht man sich selber machen, das hat die ORS schon auf http://193.187.212.11/ORF , ist allerdings noch ohne DVB und ohne Privatsender.

T-O: Schau sie dir mal an ...

von andimik - am 09.01.2007 15:16
Sorte 4 gibt es auch noch:

Es gibt halt nur eine bestimmte Anzahl flächendeckender Ketten (je nach Region und Staat unterschiedlich, meist aber 4-8).

Beispiel Österreich: Kronehit kann leider oft nur Funzeln in Betrieb nehmen, weil die starken Sender schon den ORF oder das Regionalradio ausstrahlen.
Beispiel Deutschland: BR und Antenne nutzen 6 Ketten, DLR und DLF (oder wie sie nun heißen) müssen Funzeln nehmen.

von andimik - am 09.01.2007 16:26
Habakukk: Auch die Pfronten-Funzel ist so ein Fall. Nötig ist sie wohl, ich hatte mich in früheren Urlauben gewundert, daß die dort keine hatten, denn Grünten und auch Hohenpeissenberg gingen verbreitet nur sehr verzerrt rein und tlw. musste man den Hühnerberg bemühen, um BR reinzubekommen.
Allerdings steht sie jetzt wohl auf 1800 Meter Höhe und versorgt das ganze Alpenvorland und selbst Teile der schwäb. Alb noch mit, da macht sie mir z.B. auf 104.7 den Empfang von HR Rijeka kaputt!


von PeterSchwarz - am 09.01.2007 19:35
Problematisch - und zugleich funktechnisch schade - sehe ich nur, dass von oesterreichischer Seite gerne aus 100 KW Frequenzen Funzeln gemacht werden, aus Angst vor einem zu starken Privatrundfunk.

Treffendes Beispiel ist die 107,6 vom Gaisberg welche international fuer 100 KW koordiniert wurde, allerdings mit einigen Watt als Funzel auf 107,5 betrieben wird.



von 102.1 - am 09.01.2007 20:01
Pfonten ist selbst bei mir in 100km Entfernung noch zu empfangen...

von _Christoph - am 09.01.2007 20:02
Schwabe: Zuerst sollte uns D die 107,7 zurückgeben, dann reden wir weiter ....

von andimik - am 10.01.2007 08:33
Zitat

Zuerst sollte uns D die 107,7 zurückgeben


107,7 Hochries? Die 107,7 war seit je her für Deutschland koordiniert, nämlich ursprünglich sogar für den Wendelstein. Und immerhin hat Österreich von Deutschland zum Ausgleich, dass die 107,6 Salzburg nur als Funzel genutzt wird, die 94,0 bekommen, die war nämlich ursprünglich für den Högl koordiniert.

107,7 Wendelstein 100kW und 107,6 Gaisberg 100kW zusammen wäre jedenfalls ein Unding, das ergäbe ein einziges Chaos. Das Überschneidungsgebiet beider Standorte wäre einfach viel zu groß, das würde den jeweiligen Empfangsradius so stark einschränken, dass vermutlich jede "Funzel" noch weiter kommt.

Ich war erst kürzlich im Bereich nördlich Salzburgs unterwegs, bis rein nach Oberösterreich, dort ist der Wendelstein und auch Hochries absoluter Ortssender, v.a., je nördlicher man kommt. Eine 107,6 Gaisberg wäre dort mit Sicherheit immer leicht bis stark gestört, und vermutlich deshalb sogar schlechter empfangbar als die 94,0 oder andere "Funzeln".

Umgekehrt wäre die 107,7 Antenne Bayern wohl bereits ab dem westlichen Chiemgau nicht mehr vernünftig zu empfangen (könnte evtl. kompensiert werden durch 103,7 Traunstein), besonders betroffen wäre wohl die Region Mühldorf bis Burghausen, wo beide Standorte wohl etwa gleich stark ankommen würden und Antenne Bayern abgesehen von Brotjacklriegel 103,5 keine Alternativfrequenz besitzt.

Allenfalls könnte man die 107,5 am Gaisberg aufschalten und leisungsmäßig erhöhen (1-2kW), dann müsste aber auf deutscher Seite in Pfarrkirchen eine neue Lösung gefunden werden (Vielleicht auf 107,3 korrigieren?), sowie auf österreichischer Seite z.B. im Salzkammergut (dort wird die 107,5 bereits wieder genutzt).

von Habakukk - am 10.01.2007 08:48
107.7 Hochries und 107.6 Salzburg mit je 100kW - Wahnsinn! Wer koordiniert so was.
Obwohl, mit ganz extremen Richtdiagrammen könnte es evtl. funzen.
Also Hochries nur bis 10°, dann maximale Dämpfung, und Gaisberg erst ab 0° östlich und nach Deutschland rein nix. Dann gäb es allenfalls im bayr. Wald, also ausserhalb der Sendegebiete eine Verwirrungszone. Könnte man mal mit Radiomobile durchrechnen.


von PeterSchwarz - am 10.01.2007 09:37
@PeterSchwarz:
Ich glaub, selbst mit extremster Richtstrahlung kann man das vergessen. Im Bereich nördlich von Salzburg kommen ja tlw. sogar irgendwelche Kleinsender aus Tirol an (hatte dort auf einer kleinen Anhöhe u.a. RDS-Empfang von U1 Tirol 106,0 Hahnenkamm). Da knallt einfach alles brachial rein, was von Süden kommt.

Wendelstein oder Hochries können ja nicht viel tun als nach Norden zu senden, denn dort liegt ihr Hauptversorgungsgebiet. Gut, man könnte die Antenne auf der Hochries nochmal einen Tick nach Westen drehen, aber was machen dann die Leute, die so im Bereich Wasserburg/Mühldorf/Burghausen wohnen? Dort ist die Hochries oftmals bester Versorger und Alternativfrequenzen gibt es zwar (Traunstein, Brotjacklriegel, Zugspitze), sind aber oft bei weitem nicht so gut zu empfangen.

Umgekehrt soll ja der Gaisberg auch hauptsächlich die Gebiete nördlich versorgen, denn nach Osten ist relativ schnell Schluß (Salzkammergut mit eigenen Sendern), nach Süden ebenfalls (Hallein hat bereits eigenen Füllsender). Und selbst die 101,2, die mit "nur" 8kW nach Norden sendet und nach Osten eine deutliche Ausblendung hat (nur 100 Watt?), macht sich im Chiemgau mehr als deutlich bemerkbar.

Also ich halte das für nicht sinnvoll realisierbar.

von Habakukk - am 10.01.2007 09:48
Zitat
Habakukk
107,7 Wendelstein 100kW und 107,6 Gaisberg 100kW zusammen wäre jedenfalls ein Unding, das ergäbe ein einziges Chaos.
Die wurden ja auch nicht (zeitlich) zusammen koordiniert, wenn ich mich nicht irre.

Die eine war ein "Ersatz" für die andere. Stand aber hier schon mal, müsste auf http://forum.mysnip.de/read.php?15048,425784,437133 sein.

von andimik - am 10.01.2007 11:26
Nein, sind m.W. beides Koordinierungen aus dem alten ursprünglichen Genfer Wellenplan 1984...

Die 107,7 in Deutschland hat überlebt (leicht abgewandelt als Hochries 50kW), die 107,6 in Österreich wurde geschlachtet. Ob Österreich mit all den geschlossen Abkommen diesbezüglich da den kürzeren gezogen hat, kann man nicht so recht sagen. Immerhin haben sie zum Ausgleich die eigentlich deutsche 94,0 dazu bekommen und somit für Salzburg-Stadt sozusagen eine Frequenz mehr als ursrpünglich geplant. Statt einer starken also zwei schwache. Dafür haben die Österreicher umgekehrt den Deutschen die Umkoordinierung der 89,0 von Bad Reichenhall zum Högl gestattet, was die Verlagerung der 94,0 von D nach AUT ja erst ermöglicht hat. Das wäre sonst wohl auch nie durchgegangen. Ach ja, genauso wie die Verlagerung der 107,4 von Passau-Dommelstadl nach Pfarrkirchen. Die 107,4 würde sich von Dommelstadl aus sicherlich deutlich weniger bemerkbar machen im Raum Salzburg (wenn man mal mit der 102,1 vergleicht) als jetzt. Aber das war dann wohl auch eine Bedingung in dem Frequenzpoker.

von Habakukk - am 10.01.2007 11:51
Zitat

Nein, sind m.W. beides Koordinierungen aus dem alten ursprünglichen Genfer Wellenplan 1984...

@ Habakukk:
Die 107,7 war im Genfer Plan tatsächlich für Wendelstein mit 100 kW (mit Richtstrahlung) geplant. Das kann ich bestätigen. ;)

von Manager. - am 10.01.2007 18:54
Ok, ich kenn ja auch nur die Infos hier im Forum. Die Brific-CD muss ich mir mal genauer anschauen ...

von andimik - am 11.01.2007 08:20
Zitat
Andreas Mikula
Ok, ich kenn ja auch nur die Infos hier im Forum. Die Brific-CD muss ich mir mal genauer anschauen ...


Da muss man nicht lange suchen, denn den ITU-Datensatz vom 7.12.1984 für Wendelstein 107.70 MHz findet man auch in der aktuellen BNetzA-Datenbank: 100 kW ERP, Strahlungsrichtung 0°, HAAT 1293m. Der Eintrag wurde vermutlich nicht auf den tatsächlichen Standort Hochries abgeändert, weil man damit innerhalb des Versorgungsbereichs von Wendelstein bleibt und für diese relativ weit reichende Frequenz keine neuen Störer riskieren wollte.

73 de Uli



von ulionken - am 11.01.2007 19:27
Zitat

Der Eintrag wurde vermutlich nicht auf den tatsächlichen Standort Hochries abgeändert, weil man damit innerhalb des Versorgungsbereichs von Wendelstein bleibt und für diese relativ weit reichende Frequenz keine neuen Störer riskieren wollte.


Zudem geht die Hochries ja auch noch recht stark rein. Sowohl München, als auch Augsburg wird noch derart gut versorgt mit der 107,7, dass dadurch oft der Säntis 107,8 mit "schlechten Empfängern" erst ab 107,85 empfangbar ist.

Wobei das eigentliche Thema ja hier die Funzeln waren, und nicht die starken Sender. Daher fallen mir auch gleich zwei Funzeln ein:
Tirol-Reutte:
Hahnenkamm 89,9 Life Radio
Hahnenkamm 104,0 Außerferner Welle
Beide sind zwischen Garmisch und Klais zu empfangen.

Auch der Gundkopf aus Vorarlberg, den ja Bengelbenny hier aus dem Forum in Augsburg reinbekommt! (ORF1,2 und Radios)


von Radiopirat - am 12.01.2007 14:58
Man hat offenbar im Genfer Wellenplan nur die Frequenzen abgeändert, bei denen der tatsächliche Standort gegenüber dem ursprünglich geplanten quasi kaum Nachteile mit sich bringt. So hat man also 103,3 von Hühnerberg auf den tatsächlich Standort Unterringingen abgeändert, die beiden Standorte nehmen sich wohl gegenseitig nicht viel in Sachen Reichweite. Anders eben bei 107,7 Hochries, die schon mal gut 300m niedriger ist und zudem nur mit 50kW statt 100kW sendet. Man weiß ja nie was kommt....

von Habakukk - am 12.01.2007 16:23
Also nach Norden geht der Hühnerberg besser - zumindest sind die BR Frequenzen von dort hier mit Yagi in stereo aufnehmbar, während man von der 103,3 nicht sehr viel mitbekommt.

von Terranus - am 12.01.2007 16:28
Zitat
Radiopirat
Tirol-Reutte:
Hahnenkamm 89,9 Life Radio
Hahnenkamm 104,0 Außerferner Welle
Da ich die erste Zeile überlesen habe, hab ich mich geschreckt, denn den Sendestandort Hahnenkamm (eher bekannt durch's Schirennen) gibt es in Tirol 2x ...

;-)

von andimik - am 12.01.2007 16:50
@ Andreas Mikula:

so ist es :-)

Da ist halt doch ein Unterschied ;-)

von Radiopirat - am 12.01.2007 17:06
Zitat

Also nach Norden geht der Hühnerberg besser - zumindest sind die BR Frequenzen von dort hier mit Yagi in stereo aufnehmbar, während man von der 103,3 nicht sehr viel mitbekommt.

Klar. Die 103,3 wird ja auch etwas weiter nördlich in der Rhön (Heidelstein) mit 100 kW für den DLF genutzt.

Besser wäre es natürlich beim Sender Heidelstein die Frequenzen zu tauschen; also Heidelstein 103,3 und Unterringingen 103,3 beide für Antenne Bayern zu verwenden und Heidelstein 101,9 im Gegenzug an den DLF zu geben. Dann noch ein Frequenztausch beim Sender Brotjacklriegel: 100,1 an Antenne Bayern und dafür 103,5 an den DLF. Und wir hätten gleich zwei Problemkoordinationen aus Genf '84 (Rhön 103,3 Ochsenkopf 103,2 bzw. Gelbelsee 100,2 Brotjacklriegel 100,1) entschärft. Aber das wäre wohl zu einfach...

Und so wäre die neue Frequenzverteilung:

Antenne Bayern..............................DLF
Pfaffenberg 103,0
Würzburg 104,4....................................100,3
Rhön 103,3..........................................101,9
Coburg 103,8
Ochsenkopf 103,2.................................100,3
Bamberg 101,1
Nürnberg...............................................90,1
Dillberg 100,6
Ansbach................................................92,7
Burgbernheim 101,5..............................106,3
Unterringingen 103,3
Gelbelsee 100,2
Eichstätt 106,6
Ingolstadt.............................................107,0
Hoher Bogen 101,9
Regensburg 103,0.................................95,5
Brotjacklriegel 100,1............................103,5
Landshut 99,3......................................95,9
Passau 102,1
Ulm 104,8............................................103,5
Augsburg 104,2....................................101,5
Pfaffenhofen 92,6
Lindau 99,0
Weiler 106,0
Balderschwang 97,3
Kempten...............................................89,3
Sonthofen 93,6
Oberstdorf............................................92,0
Grünten 104,4
Hindelang 105,4
Pfronten 104,7.......................................96,5
Füssen.................................................87,6
Hohenpeißenberg 103,8.........................94,7
München 101,3...................................101,7
Starnberg.............................................87,9
Zugspitze 102,7
Mittenwald 103,0...................................91,9
Herzogstand 102,0
Tegernsee 101,1
Reit im Winkl 101,6
Bad Tölz 102,9
Bayrischzell 106,7
Rosenheim............................................97,2
Oberaudorf 94,6
Hochries 107,7
Traunstein 103,7
Högl 105,3..........................................100,3
Bad Reichenhall 103,7
Berchtesgaden 105,5.............................91,6


von Manager. - am 12.01.2007 18:55
Ich habe mal ein aktuelles Hörschnippsel hochgeladen, wie sich bei mir zuhause der Sender Ismaning anhört, obwohl meine Dachantenne quasi genau in diese Richtung zeigt:

http://www.sender-tabelle/ablage/ismaning.mp3 [1,2MB]

Ismaning brettert mit 25kW gegen die Alpen und so kommt bei mir zuhause da schon ein guter Teil wieder aus Süden retour, entsprechend verzerrt ist das Signal. Selbst bei einer auf den Sender ausgerichteten Yagi-Antenne wird der Empfang nie wirklich gut, bleibt immer verzerrt. Nur um es nochmal zu verdeutlichen: Ismaning wäre hier rein pegelmäßig knapp am Ortssender, in Sendepausen (z.B. bei Bayern 4 Klassik) habe ich rauschfreien Stereoempfang mit RDS, so gut kommt der hier vom Pegel her an, aber eben dank diverser Reflexionen an den Bergen klingt das eben so und damit ist das Signal eigentlich genauso unbrauchbar wie wenn der Sender nur schwach gehen würde.

So, und warum erzähle ich das ganze? Genau das ist eben der Grund, warum es im Alpengebiet so viele Füllsender gibt, weil eben ein Sender, selbst wenn er mit großer Sendeleistung senden würde, relativ schnell dank der vielen Reflexionen an den umliegenden Bergen unbrauchbar wird - nicht vom Pegel her, sondern vom Audiosignal her. Zumal sich ein Signal so oder so relativ schnell verliert, wenn ein Tal mal ein paar enge Windungen hat.

Also setzt man lieber auf mehrere, dafür leistungsschwächere Sender (denn was nutzt die ganze Sendeleistung, wenn das Signal entweder hinter dem Berg nicht mehr hörbar ist, oder verzerrt ist).

von Habakukk - am 13.01.2007 16:41
Hallo,

So änlich wie es bei "Habakukk" klingt ist es nicht nur bei den Alpen. Selbst ein Mittelgebierge wie die Schwäbische Alb schafft das genauso. Hier in Reutlingen - Betzingen habe ich freie Sicht auf die Schwäbische Alb, allerdings sind die 100KW Brummer aus Stuttgart / Degerloch total unbrauchbar. Durch die Reflektionen an der Alb ist das Signal total unbrauchbar. Hier ist dafür der Raichberg Ortssender.

Wenn man allerdings in Unterhausen ist, dann merkt man, dass es dort genau umgekehrt ist. Unterhausen ist von allen Seiten her von größer oder kleineren Bergketten der schwäbischen Alb umgeben, außer von Norden her. Der Raichberg ist total unbrauchbar, da er abgeschattet ist. Deshalb gibt es ja auch die berechtigte Funzel für SWR4 TU. Allerdings brettert dafür genau Stuttgart rein - Absuluter Ortssender. Aber auch Waldenburg oder Heidelberg ist sehr stark. Heidelberg 99,9 setzt sich mit RDS gegen den Säntis dort durch.

Nun, Zur Alpensituation habe ich nicht allzuviel beizutragen, bestätigen kann ich jedoch, dass der Sender in Pfronten absolut berechtigt ist, allerdings kann er nach Norden hin sehr weit gehört werden.

von Reutlinger - am 13.01.2007 17:27
Zitat
Habakukk
http://www/sender-tabelle/ablage/ismaning.mp3 [1,2MB]
Da ist ein kleiner Fehler in der URL. http://www.sender-tabelle/ablage/ismaning.mp3 sollte besser tun. ;)

von Brubacker - am 13.01.2007 18:54
Das Beispiel von Habakukk (richtige url: http://www.sender-tabelle.de/ablage/ismaning.mp3 ) zeigt schön, wie eine an sich sehr gute Versorgung durch (in diesem Beispiel starke) Verzerrungen gestört werden. Es stellt sich nun die Frage, ab welcher Intensität der Verzerrungen auch Füllsender gerechtfertigt sind; ich kenne durchaus Gebiete in der Schweiz, wo kein besserer Empfang von Ortsprogrammen möglich ist - selbst mit meinem Empfangsequipment und genauem Antennenausrichten - wie in diesem Hörbeispiel. Die Region, die ich meine, ist immer noch ein Diskussionsthema, das UKW-Band dort ist aber auch übervoll; dort kommt aber fast alles mittel bis stark verzerrt an.
Ich (und auch andere Foren-Aktivisten) sind froh, dass dort noch keine zusätzliche Funzel läuft.
Die Verzerrungen im Gleichwellen-Thread (Hörbeispiel von Felix Martin, France-Info 105,5) sind indes noch vielfach stärker als im Beispiel Ismaning; in dem Beispiel ist die Sprache nur noch etwa zur Hälfte zu verstehen, da ist ein Füllsender dann wirklich vonnöten.


von dxbruelhart - am 15.01.2007 13:34
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