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Zukunft des mobilen Empfangs ?

Startbeitrag von Thomas Kircher am 16.01.2007 08:12

Ich frage mich, in welche Zukunft geht eigentlich der mobile Radio,- aber auch TV-Empfang ? Wenn man alte Fachblätter herauskramt, so wurde vor Jahren vorausgesagt, dass wir inzwischen mitten im digitalen Zeitalter leben. Und noch immer lebt UKW viel mehr als DAB, selbst die alte MW/KW wird heute mehr genutzt, als DRM. Aber auch das mit viel Vorschusslorbeeren gestartete DVB-T war nicht der große Durchbruch. Gibt es eigentlich neue Alternativen ? Was ist in Planung ? Werden wir auch noch in 15 Jahren UKW hören? Wenn ich am PC sitze und immer mal wieder einen Bruchteil der vielen Webradios durch"zappe", so würd ich mir wünschen, wenn etwas vergleichbares eines Tages auch mal im Stau auf der Autobahn im Autoradio (oder wie das Ding dann auch immer heißen mag) möglich wäre. Wie sieht Eure Zukunftsprognose aus ?

Antworten:

Ich denke auch, dass das mobile Internet in Zukunft ein grössere Rolle spielen könnte. Ob und wann und vor allem welchen Nachfolger es für UKW geben wird, steht in den Sternen. DAB und DVB-T scheinen ja mittlerweile aus dem Rennen.

von zerobase now - am 16.01.2007 08:25
Zerobase Now meint ja als Nachfolger von UKW - und das stimmt ja leider aufgrund politischer Verhinderungsstrategien. Für Fernsehen ist DVB-T aber keinesfalls aus dem Rennen und ganz sicher ein großer Durchbruch...aber eben auch nicht wirklich für die mobile (bewegte) Versorgung. Aber mal ganz ehrlich: Wem war es denn bisher - im Gegensatz zum Radio - überhaupt möglich, in der Bewegung fernzusehen? Das schaffen jetzt sicher mehr Leute. Aber wer will das überhaupt? Fernsehen ist für mich ein Heim-Medium und eventuell noch was für den Garten...aber bestimmt nicht eins für die Fußgängerzone oder das Auto...

von Kroes - am 16.01.2007 10:16
Na wenn ich so die Schlagzeilen über DVB-T verfolge: Es springen kaum Privatsender auf, sehr begrenzte Übertragungskapazität an Sendern, Verschlüsselung geplant.......

von Thomas Kircher - am 16.01.2007 10:18
Da muss man genauer hinschauen.
Privatsender bei DVB-T gibts sehr wohl, lediglich in bevölkerungsärmeren Gebieten im Vergleich zu größeren Städten, sind die Privaten der Überzeugung, dass es sich nicht lohnt.
Aber in den Ballungsgebieten (München, Oberbayern, Berlin, etc...) sind sie ja zahlreich vorhanden!
Und das mit der Verschlüsselung ist ja im Moment nur bei Satellit ziemlich stark angepeilt bei bestimmten Privaten.
Bei DVB-T ist sicher nicht das letzte Wort gesprochen. Außerdem können die Privaten dann gleich abschalten, denn kaum einer wird sicher jetzt erneut einen DVB-T Receiver mit Kartenleser kaufen.

von Radiopirat - am 16.01.2007 10:26
Klar, meinte ich jetzt in Bezug auf das Radio. Aber auch im Bezug auf TV ist das sicherlich nicht so der Bringer. Schlechte Bild- und Tonqualität, kein HD-TV eventl. Verschlüsselung. Wirklich dolle ist sowas ja nicht. Das der gross Run darauf eingesetzt hat, verwundert doch nicht. Was haben die Leute den für eine Alternative? Entweder Sat (kann nicht jeder) oder den teuren Kabelanschluss (will nicht jeder).

von zerobase now - am 16.01.2007 10:27
Zitat

Wie definierst du schlechte Bild- und Tonqualität?


Na ja, verglichen mit Astra Digital bleibt die Bildqualität bei DVB-T doch deutlich zurück. Auch Dolby-Digital wird meines Wissens nach nicht überall ausgestrahlt.

von zerobase now - am 16.01.2007 10:47
Aber das scheint -außer uns paar Freaks hier- niemanden zu interessieren! Wenn ich mir den Sound von einigen Sendern hierzulande anhöre wird mir speiübel.. trotzdem laufen diese Sender schon seit Jahren ohne größere Beanstandungen der Bevölkerung.

In erster Linie kommt es dem Gros auf die Quantität an und nicht auf die Qualität.

von Rosti 2.0 - am 16.01.2007 10:57
Ich sehe als primäre Quelle des mobilen Empfangs in 10-15 Jahren nach wie vor UKW, dann aber eben immer mehr Webradio-Empfang auch über Autoradios, die wohl in wenigen Jahren auch Wlan und Wimax empfangen können, der Empfang über Webstreams wird in 10 Jahren sowohl in Autoradios wie auch in portablen Geräten Standard sein. Dannzumals wird Wlan/Wimax zumindest in der Schweiz kostenlos oder zu wirklich günstigen Pauschalbeträgen zugänglich sein.
DAB, DVB-T, DRM und IBOC werden auch da sein, doch werden diese Normen in 10-15 Jahren keine grosse Rolle beim mobilen Radioempfang spielen.

von dxbruelhart - am 16.01.2007 11:16
Ich denke das mobile Internet wird in Zukunft stärker vertreten sein. Schon heute gibt es Car-PCs die in den DIN-Schacht des Autoradios passen! Eine externe Festplatte per USB anzubinden wird dadurch kein Problem mehr sein, 300GB-Platten kosten heute nicht mehr die Welt. Internet-Flatrates gibt es schon heute für ab die 10¤ im Monat (GPRS), für UMTS muss man schon 50¤ hinlegen, aber dieser Preis wird auch noch fallen denke ich.

von Rosti 2.0 - am 16.01.2007 11:33
Ich denke auch der mobile Empfang per Satellit wird kommen. Auch in Europa sind dafür Projekte angedacht und teilweise in Planung. So kann zumindest Mitteleuropa mit einer riesen Zahl Audiodiensten und auch Radioprogrammen versorgt werden.

von Handydoctor - am 16.01.2007 11:34
DVB-T läuft doch wunderbar in Deutschland und es ist ja schließlich nicht unbedingt für das Erstgerät in der heimischen Wohnstube sondern eher für das Kinderzimmer,Schlafzimmer,Gästezimmer oder das Häuschen im Grünen,wo man nicht unbedingt das komplette TV Angebot haben möchte und auch nicht unbedingt braucht.
Die Reichweite der Privaten ist doch um Einiges gewachsen,sieht man den Großraum München und Oberbayern,wer im Bereich des Wendelsteins konnte früher private Programme über Antenne schaun,bestimmt Keiner.
Auch mir bringt hier DVB-T derzeit 44 TV Programme rein,ok viele Doppelt aber trotzdem viele mehr als zu Analog Zeiten und natürlich auch in besserer Qualität.

Was die Zukunft angeht muß man auch sehn das nicht jeder Haushalt Internet bzw DSL hat,geschweigeden UMTS :rolleyes:
Daher seh ich das noch nicht so daß das Internet eine große Konkurenz für die herkömmlichen Medien darstellt.
Außerdem ist die Klangqualität vieler Radiosender via Netz noch immer sehr bescheiden und viele Normalbürger werden von Deren Existens auch noch nichts wissen.

Noch ein Punkt,die ,,Überalterung,, unseres Landes sollte auch nicht vergessen werden,ich denk nicht das sich die 70 jährige Oma von ihrem liebgewonnen Röhrenempfänger verabscheiden wird und sich vor einen Plastikkasten setzen wird der ihr aus der Telefonleitung die Musik bringt.
Bei uns ist das freilich was Anderes.

von Robert S. - am 16.01.2007 11:46
Robert ich glaube du hast da was falsch verstanden, es geht um die Zukunft, also das was sich in 10-30 Jahren abspielen wird, ein sehr langer Zeitraum...

Der Ausbau des UMTS-Netzes hat gerade erst begonnen und ich denke auch dies wird nicht der Weisheit letzter Zahn sein...

Einen mobilen Satelliten-Zugang kann ich mir auch sehr gut vorstellen, hierzulande dann halt mit terrestrischen Umsetzern.

von Rosti 2.0 - am 16.01.2007 12:05
Ich denke mir, dass es sehr bald überhaupt keine Rolle mehr spielen wird welche Technik und welcher "Standart" verwendet werden, sondern uns je nach Bezahllust an jedem beligem Ort eine bestimmte "Bandbreite" zur Verfügung stehen wird.

von Stiller Leser - am 16.01.2007 14:53
Zitat

Aber mehr als 20 TV-Programme mit einer lächerlichen Magnetfußantenne, ohne Schnee und Geisterbilder, das hat was.


Sicherlich ist das besser als die 4-6 Programme vorher, aber wer mal T'V und Radio über Astra empfangen hat, wird das wohl als Rückschritt betrachten. Ich denke auch bei DVB-T wäre in Sachen Bildqualität mehr drin, wenn man nur wollte. Aber wie hier ja schon desöfteren gesagt wurde, ist die Mehrheit ja damit zufrieden. Wir sind wohl wirklich eine Minderheit.

von zerobase now - am 16.01.2007 17:04
Es hängt alles von den Fragen ab:

1.) Wie groß muss ein Datenstrom sein, der beim Empfänger ankommen muss?

2.) Wie symmetrisch muss dieser Datenstrom sein?

3.) Wie bekomme ich diesen Datenstrom durch die Luft?

Im ortsfesten Bereich kennen wir das ja von ADSL: Download-Geschwindigkeit hoch, Uploadgeschwinidgkeit niedrig. Außer beim Filesharing bringt das keine Nachteile im Surf-Alltag mit sich. Die Download-Raten sind inzwischen hoch genug, um darüber TV auch in besserer Qualität übertragen zu können, und auch der Upload reicht aus, um bei Myspace oder Youtube ein Video hochzuladen.

Nun gibt es ja diverse Techniken, welche den mobilen Datenzugang ermöglichen sollen. Da wären die Mobilfunknetze mit den auf GSM aufsetzenden Standards EPRS oder EDGE, mit UMTS gibt es noch größere Raten. Insgesamt aber dürfte Fernsehen über UMTS eine eher enttäuschende Angelegenheit sein. Daher halte ich UMTS auch für keinen Durchbruch beim mobilen Internet.

Weitere Verfahren wie z. B. Wimax müssen erst noch für den mobilen Betrieb erweitert werden.

Es ist aber abzusehen, dass ein breitbandiger, mobiler Internetzugang eine hohe Bandbreite benötigt. Zwar gibt es alle möglichen Tricks, diese Bandbreite zu erhöhen, aber das Frequenzband ist von allen mäglichen Interessenten heiß begehrt. Zwar könnte man auf immer höhere Frequenzen ausweichen, allerdings wäre ein solches Netz immer noch realtiv teuer.

Daher prognostiziere ich mal, dass es neben den kommunikativen, also bidirektionalen Netzen (wie z. B. UMTS oder Nachfolger)* auch noch rein distributive, unidirektionale Netze geben wird (wie DVB-T oder DAB oder Nachfolger), wo quasi vorkonfektionierte Datenströme Radio und Fernsehen in der klassischen Form verbreiten.

Im Grunde wird es daher weiterhin "Rundfunk" im klassischen Sinne geben. Wer will schon unterwegs auf einem winzigen Display in 120 x 160 Pixeln einen Film sehen? Und genau um die Inhalte geht es, nicht um die Technik. Der Gründervater von RTL, Helmut Thoma, äußerte sich sinngemeäß einmal so: Es sei unerheblich, ob die Zuschauer das Programm über Antenne, Kabel oder Satellit sehen würden. Wenn es wirtschaftlich und praktikabel sei, würde er auch VHS-Kassetten der Sendungen per Post versenden.

Die Technik ist dabei nur der Sklave des Inhalts. Wenn für die Verbreitung von klassischen Rundfunkprogrammen UKW genügt, wird es auch in 15 Jahren nicht abgelöst sein. Wenn es aber inhaltliche Ideen gibt, können diese ein neues System tragen -- wenn dieses nicht zu teuer ist.

Damit wären wir auch schon bei der Gerätrefrage: Wenn wir davon ausgehen, dass auch in Zukunft noch Radio geben wird, dann wird es auch entsprechende Empfänger geben. Es ist aber abzusehen, dass die Geräte, der der Kommunikation, der Speicherung und dem bloßen Empfang von Daten dienen, zusammenwachsen und sich in ihrer Äußerlichkeit lediglich dadurch unterscheiden, für welchen Einsatzort sie gedacht sind.

Daher ist es auch keine Frage, auf irgendwelche Radios zu warten, die dann DAB, DRM oder sonstwas können. Ausgehend von Handy werden wir künftig eben Geräte haben, die eben auch Fernsehen (DVB-H, DAB-M oder Nachfolger) haben, gleichzeitig MP3-Stick sind und dann logischerweise auch Radio empfangen können.

Da aber Radio dabei nicht das Leitmedium ist, bleibt abzuwarten, wie das Fernsehen integriert wird. Radio kommt dann quasi automatisch mit. Bisher ist übriugens DAB am nächsten dran, weil das auch bei hohen Geschwindigkeiten funktioniert, gefolgt von DRM.
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* Man beachte, dass ich das Buzzword aus den 90ern, "interaktiv", hier absichtlich vermeide. "Interaktiv" war schon das Radio in den 30ern, als die Menschen per Postkarte Musikwünsche senden durften.





von Alqaszar - am 16.01.2007 20:04
alqaszar: Helmut Thoma hatte ich auch im Hinterkopf, als ich geschrieben habe, dass es der Masse auf die Quantität anstatt Qualität ankommt! Er hat mal sinngemäß gesagt, dass es dem Zuschauer egal sei über was er Sender X Y oder Z empfange, hauptsache es sei da!

von Rosti 2.0 - am 16.01.2007 20:12
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