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Radioforum
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vor 10 Jahren, 10 Monaten
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Eine neue Bedeutung von DAB...

Startbeitrag von (gesperrt) am 28.01.2007 09:14

Antworten:

"Dead and buried" stammt nicht von Teltarif, sondern begegnete mir schon vor geschätzt 4 Jahren in anderen Kreisen. Ursprung: unbekannt.

von Chris_BLN - am 28.01.2007 10:11
Ja der Artikel fast halt nochmal alles schön zusammen, was in diesem Forum bereits darüber berichtet wurde ;)

von Rosti 2.0 - am 28.01.2007 10:45
Den Artikel hat ja auch einer von uns Forumianern geschrieben... ;)

von dxbruelhart - am 28.01.2007 11:04
weiß ich ;)

von Rosti 2.0 - am 28.01.2007 11:09
Zum Thema möchte ich eine Frage, eine Überlegung anstellen:

Was machen Leute, sagen wir in einigen Jahren, die alle Voraussetzungen erfüllen, um ein neues Radioprogramm zu starten. Sie wollen aber eine gute, flächendeckende Versorgung. Das kann in Deutschland sein, oder sonst wo. Das Signal soll stationär und mobil mit bester Audioqualität frei empfangbar sein. Wird er auf UKW eine Chance haben? Wenn nicht, über welche Plattform dann???

von delfi - am 28.01.2007 11:14
Ein neues Radioprogramm? Radio? Das lohnt sich nicht mehr.

von Rosti 2.0 - am 28.01.2007 11:18
@ delfi
Ich waage mal eine Prognose -
UKW wäre flächendeckent (selbst auf Bundeslandebene) nicht möglich - schon gar nicht für Neueinsteiger.
Sollte DAB nicht durch Radio in DMB also MPEG4 zu retten sein - und jetzt bitte bloss keine x-te Diskussion- dann werden sich bis dahin so "dämliche Standards" wie DVB-H für Radio - Durch Handyhersteller & Netzbetreiber forciert - durchgesetzt haben, da dann jeder in seinem Handy einen Empfänger hat.
Oder wir hören Radio nur noch gegen ¤'s was den privaten ja ganz Recht wäre, via UMTS / Wimax .
Ich denke mal wir werden in Zukunft Radio über mehr als nur einen Überstragungsweg und Ü-Standard beziehen.

Aber man weiss ja nie was kommt, von daher abwarten - so schwer es Jedem auch fallen möge-.

von Felix 99 - am 28.01.2007 11:26
Zitat

Was machen Leute, sagen wir in einigen Jahren, die alle Voraussetzungen erfüllen, um ein neues Radioprogramm zu starten. ... Wird er auf UKW eine Chance haben?

Kaum, es sei denn, man kauft sich eine bestehende Senderkette. So läuft das anderswo auch. So hat die BBC mehrere ihrer MW-Senderketten verkauft. Hierzulandes sitzen aber die ÖR auf ihren historischen Pfründen, die unter der Voraussetzung geschaffen wurden, dass es nie einen offenen Wettbewerb mit nicht vorgegebener Anzahl an Anbietern geben werde. Und die Restkapazität ist eben dürftig.

Es ist für mich unbestritten, dass es langfristig einen digitlalen Radiostandard mit mehr Kapaziät geben wird, denn jede Technik ist irgendwann einmal überholt und wird ersetzt. Das Grundproblem bei DAB ist eben nicht technischer, sondern philosphischer Natur.

Das DAB-Konzept wurde von Bürokraten erdacht, die von einer langfristig fixen Struktur ausgingen, so wie das eben beim ÖR üblich war und auch heute noch ist. Diese Bürokratie ist auch mit schuld, dass es bei uns so viel Einfalt im Radio gibt.

Es muss ein technisches System her, das bei genügend Kapazität größtmögliche Flexibilität und Dynamik erlaubt. Das Ergebnis wird nämlich Vielfalt sein. Es muss auch bei uns möglich sein, dass Radioanbieter kurzfristig ihr Verbreitungsgebiet und Format ändern. Es muss auch nicht immer als Tragödie aufgefasst werden, wenn Anbieter dazu kommen oder abtreten. Das ist nämlich ganz normal. So lange bei uns die Bürokratie der Hauptentscheidungsträger ist, wer was und wo senden darf, ist die Situation hoffnungslos.

von Wasat - am 28.01.2007 11:49
Internetradios mobil überall zu hören wäre ja nicht schlecht. Nur wird die Musikindustrie wahrscheinlich wieder Wege finden, dieses zu verhindern. Und die Politik hätte da auch keine Kontrolle mehr. Interessant ist diese Entwicklung allerdings schon. Man kann nicht nur Radio sondern auch TV so übertragen. Sinnvoll wäre so etwas sicherlich schon anstatt irgendwelche Sendetürme mit viel Power zu betreiben.

von pfennigfuchser - am 28.01.2007 11:54
Zitat
dxbruelhart
Den Artikel hat ja auch einer von uns Forumianern geschrieben... ;)

Oh... hatte ich gar nicht beachtet. Der Kollege hat ja überall seine Finger drin... :D

von Chris_BLN - am 28.01.2007 12:34
Ein neues Radiosystem, das sich trotz der kleinstaatlichen Länderbürokratien deutschland- oder sogar europaweit durchsetzen können will, kann das mit vertretbarem Finanzaufwand für Anbieter und Hörer nur über Satellit erreichen. Am besten im 1,5 GHz-Bereich, der schon von abertausenden von Navigationsantennen auf ebensovielen Autodächern empfangen werden kann, ohne neue Antennen kaufen oder einbauen lassen zu müssen. Das ist wichtig, denn der mobile Empfang ist unerläßlich für erfolgreiches Radio. Nur so kann eine hohe technische Reichweite in Verbindung mit ausreichend Kapazität realisiert werden. Ein entsprechender Anbieter müßte ein Frequenzband nahe dem GPS-Bereich bekommen (direkt darüber oder darunter). Dann müßte er europaweit auftreten und möglichst viele, am besten einige hundert Programme an Bord nehmen, dann kommt das Hörerinteresse ganz und von selbst und die Industrie wird auch schnell Geräte anbieten. Meinen Informationen nach funktioniert das amerikanische mobile Satellitenradio doch auch so.

Der Indoorempfang wäre dann auch kein großes Problem, einfach eine 4x4cm kleine Navi-Magnethaftantenne (die es schon für unter 20 Euro gibt) ans Radio gesteckt und aufs Fensterbrett gelegt, und schon funktioniert das neue Sat-Radio auch in der Küche.

Auf ähnliche Weise ist ja Anfang der 90er Jahre auch das Satellitenfernsehen in Europa zum Durchbruch gekommen. Erst einmal hat Astra damals ein interessantes Angebot geschaffen, obwohl noch kaum Direktempfangsequipment und Zuseher vorhanden waren. Die kamen dann von ganz alleine...

Zu diesem Thema kann auch gern ein neuer Thread aufgemacht werden.



von Optimierer - am 28.01.2007 12:42
Zitat
Chris_BLN
"Dead and buried" stammt nicht von Teltarif, sondern begegnete mir schon vor geschätzt 4 Jahren in anderen Kreisen. Ursprung: unbekannt.

Sogar schon länger. Dieser Begriff wurde schon im Februar 2001 bei einer DAB-Vorstellung / Forum / Podiumsdiskussion in Frankfurt / M. u.a. von HDH ( H.D. Hillmoth - FFH ) verwendet und dokumentiert. Damals lautete seine Aussage in etwa sinngemäss lt. eigenem Wortprotokoll : "Obwohl nach dem Rückzug des hr aus dem digitalen Rundfunkbereich viele die DAB Technik mit *death and buried* gleichsetzen, wird die FFH-Gruppe sich weiterhin auch bei dieser Technik engagieren ..." . Was von dieser Aussage langfristig bei Wegfall der öffentlichen Förderung zu halten ist, sieht man heute = 6 Jahre später.

von KlausD - am 28.01.2007 15:15
DAB war von Anfang an eine Totgeburt!


von PeterSchwarz - am 28.01.2007 17:17
Nein!
Nur zur Erinnerung, ohne jetzt DAB-Diskussion Nr.32769 anstossen zu wollen:
Das System ist gut, es waren Politiker und Medienbeamte,
die das Ganze vor die Wand gefahren haben.
Die Fehler:
1.: Zuwenig Frequenzen, als es darauf ankam.
2.: Zuwenig Leistung, als es darauf ankam.
3.: Keine Umstiegsperspektive, wie bei DVB-T.
4.: Eine verfehlte Subventionspolitik, es wurden keine Bedingungen an die
Fördergelder geknüpft.
5.: Keine Verbindung von UKW-Lizenz und DAB-Ausstrahlung.

Das nur dazu, falls es zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten ist.

Ich gehe allerdings auch davon aus, dass mobiles Internetradio
in naher Zukunft zu einer ernsthaften Konkurrenz zum normalen Rundfunk wird.
Bei mir läuft jetzt schon fast ausschließlich Internetradio.
Siehe Links im Sig.
Und dann ist da noch dies:
Internet-Fernsehen in fünf Jahren oder eher
Zitat:
Zitat

Populäre Video-Sites wie Youtube hätten bereits weltweit zu einem verminderten Konsum ausgestrahlter Fernsehprogramme durch Jugendliche geführt, erklärte der Microsoft-Stratege, in den kommenden Jahren würden sich mehr und mehr Zuschauer von den starren Programmschemata und Werbepausen der Fernsehsender ab- und den flexibleren Online-Videoangeboten zuwenden.

Und im Radio-Bereich wird es genau so kommen.
Welche Übertragungstechnik dabei zum Einsatz kommt,
ist dann eher zweitrangig.



von Nohab - am 28.01.2007 18:27
Der einzige systembedingte Nachteil von DAB gegenüber jedem anderen digitalen System ist der Ensemblezwang.

Ansonsten sind die jeweiligen Unterschiede zwischen den Systemen fast vernachlässigbar gegenüber dem Hauptproblem, welchem jede Digitalisierung des Rundfunks gegenübersteht: Nämlich dass die Hörer sich neue Geräte kaufen müssen, dieses aber eigentlich nict wollen, weil sie mit UKW zufrieden sind und überhaupt nicht einsehen, für ein Radio mehr als 20 ¤ auszugeben.

von Alqaszar - am 28.01.2007 18:36
Ich sehe den Ensemblezwang nicht unbedngt als Nachteil - Man muss nur davon Ausgehen, dass mehr als nur DAB als Überstragungsstandard Verwendung finden kann.
- Bundeslandweite Radios privat wie ÖR => DAB
- Landesweite => DAB
- Lokalradios oder Radiosender die nur eine bestimmte Zone eines Bundeslandes abdecken => Aufs ungeborene Kind DRM120 .


Man muss es sich nicht unnötig kompliziert machen ;)

von Felix 99 - am 28.01.2007 18:48
Zitat
Felix Martin
Ich sehe den Ensemblezwang nicht unbedngt als Nachteil - Man muss nur davon Ausgehen, dass mehr als nur DAB als Überstragungsstandard Verwendung finden kann.
- Bundeslandweite Radios privat wie ÖR => DAB
- Landesweite => DAB
- Lokalradios oder Radiosender die nur eine bestimmte Zone eines Bundeslandes abdecken => Aufs ungeborene Kind DRM120 .


Man muss es sich nicht unnötig kompliziert machen ;)

Hallo zusammen,
Oder noch was Anderes :
die Lokalradios oder Regionalradios verbleiben auf UKW B II und werden dort im
Gleichwellenbetrieb in MP3
abgestrahlt. MP3 kennt Jeder und hat ( fast ) Jeder. Das wäre noch einfacher. Wenn
die Überregionalen außerhalb vom Heutigen Band II senden ist dort auch genug Platz
und eine weitere Datenkomprimierung als MP3 nicht nötig.
MFG Detlef.


von RADIO354 - am 28.01.2007 19:07
Da die jungen Leute hier im Forum ständig das Ende des klassischen Radios herbeireden und Radio via Internet propagieren, mache ich hier jetzt einen radikalen Vorschlag:

Als konkretes Beispiel wähle ich das Land NRW. Start am 1. Dez. 2007 (unter der Voraussetzung, dass der DVB-T-Umstieg in ganz NRW wie geplant im November abgeschlossen wird).

1) Der WDR beendet die analoge Ausstrahlung von 1LIVE und strahlt dies Programm nur noch über DAB und Internet aus.
2) Das UKW-Sendernetz von 1LIVE geht an eine neu zu gründeten Antenne NRW als Landesdudler unter der Verpflichtung, dass das Programm gleichzeitig via DAB ausgestrahlt wird.
3) Im Kanal 9 werden 2 DAB-Frequenzblöcke mit genügend Sendeleistung für Indoor-Empfang eingerichtet, einer für den WDR und der andere für das DLR und die Privaten.
4) Eine Ausschreibung für die privaten Programmplätze wird am 1. April [sic!] veröffentlicht. Beteiligen könnten sich z.B. Antenne, TruckRadio, Radio NRW, RTL).
5) Damit die privaten Sender sich refinanzieren können, verzichtet der WDR auf jegliche Hörfunkwerbung (möglich durch Einsparungen und Vermietung einer UKW-Kette an Antenne).
6) Auf der Funkausstellung im Sept. 2007 beginnt eine breit angelegte Werbeaktion für DAB. Zu diesem Zeitpunkt sollten zukunftsfähige Geräte mit AAC+ in genügender Zahl verfügbar sein.
7) Am 16. Januar 2010 (nach dem Weihnachtsgeschäft) werden die privaten Sender - soweit sie das wollen - auf AAC+ umgestellt. Weitere Programmplätze mit AAC+ werden rechtzeitig ausgeschrieben.
8) Ebenfalls am 16. Januar wird die analoge Ausstrahlung von WDR 3 über UKW eingestellt.

von Manfred Z - am 28.01.2007 19:38
Deutschlandweite sehe ich für DAB so eine Perspektive:
- Kanäle 5 und 6: max. 10kW: Landesweite Ensembles Nr. 1
- Kanäle 7 und 8: max. 10kW: Landesweite Ensembles Nr. 2
- Kanäle 9 und 10: max 10kW: Dritte Bedeckung, regional
- Kanäle 11 und 12: max 10kW(E11), max 1kW(E12): Falls benötigt, 2. regionale/lokale Bedeckung

von Tornado Wayne - am 28.01.2007 19:48
@ManfredZ: Ist ja alles schön und gut, aber das will doch niemand der maßgeblichen Menschen in diesem Land (Abschaltung UKW und Vielfalt(!) via DMB). Also wird das auch niemals passieren. Mobiles Internet wird aber passieren, darum bin ich für die realistische Variante.

von Free Speech - am 28.01.2007 20:07
Lieber 50 Grad N, 8 Grad O,

hast wohl den Hinweis mit dem 1. April übersehen. :-)

von Manfred Z - am 28.01.2007 20:21
Oh, du bist ja doch Realist! :-)

von Free Speech - am 28.01.2007 20:27
Zitat

Zudem gibt es in Deutschland ein ungeschriebenes Gesetz: Sobald ein Sender wie im Falle Skyradio eine ausreichende UKW-Versorgung aufgebaut hat, wird die digitale DAB-Verbreitung obsolet.


das trifft für Sachsen aber nicht zu. Sowohl für ssl,Radijojo,RTL 89.0,D Plus und MDR Klassik gibt es hier keinerlei mobile UKW Versorgung.

Eventuell RTL aus Sa-A ist in einigen günstigen Ecken noch empfangbar aber der Rest wäre bei einer Abschaltung von DAB sozusagen ersatzlos gestrichen.

von Felix II - am 29.01.2007 14:08
Eine Suche bei Google Groups gibt als ersten Treffer für "Dead and buried" im DAB-Zusammenhang den 29. September 1999.

Was schließen wir daraus? Schon bevor in Deutschland in weiten Teilen überhaupt DAB im Regelbetrieb existierte, wurde sein Grab gebuddelt. Das ist jetzt seit über 5 Jahren jedem bekannt und seit Anbeginn dieses Forums tauscht man hier Pro-/Contra-DAB-Argumente aus. Letztlich hat sich nichts getan. Und da die Technik nicht stehenbleibt, wird DAB _nie_ in den breiten Einsatz kommen. Die vorhandenen Empfänger wird man allesamt wegwerfen können und in 3-4 Jahren gibt es vielleicht einen neuen Ansatz. Wetten?

von -Ole- - am 29.01.2007 16:32
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