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Geographischer Gebietschutz (keine Gleichkanalsender) für Hauptsender an Grenzen in welchem Radius?

Startbeitrag von dxbruelhart am 16.03.2007 05:44

Hierzulande werden seit rund 10 Jahren konsequent neue Füllsender auf den Frequenzen vom Pfänder und vom Grünten, aber auch von Mulhouse und sogar Felberg und Waldburg aufgeschaltet, sodass diese nicht mehr oder nur noch unter grösserem Aufwand empfangbar sind - obwohl wir (Uster) nur 84 km vom Pfänder, und nur 124 km vom Grünten (Mulhouse 111 km, Felberg 79 km, Waldburg 91 km) entfernt sind. Das erzeugt Störungen und Frust über die Tatsache, das Nachbarprogramme nicht mehr ohne weiteres empfangbar sind.
Deshalb frage ich in die Runde: In welchem Umkreis sollten solche Grenz-Sender, die in die Nachbarregion (bzw. Bundesland) oder ins Nachbarland senden, geschützt werden? Tatsächlich gibts heute in der Schweiz praktisch keinen Schutz mehr für diese Nachbarsender, aber dies ist eine untolerierbare Praxis. Die begrenzten Frequenzressourcen ermöglichen aber auch nicht einen unbegrenzen Schutz dieser Sender. Ich denke, man sollte diese Grenzsender-Frequenzen doch recht weit schützen, ich schlage mal 500 km vor, d.h. es sollte erst im 500 km Distanz zu einem Grenzsender wieder ein anderer Sender auf der gleichen Frequenz arbeiten dürfen.

Antworten:

Das ist ein schöner Wunsch, aber leider unrealistisch. Auch zwei Kilometer hinter der Grenze hat ein schweizer Sender in Deutschland keinerlei Versorgungsauftrag und darf nunmal plattgemacht werden - solange dadurch in der Schweiz selbst nicht gestört wird. Wohin die Reise geht, kann man ja auch gut bei den DVB-T-Umstellungen (zumindest in NL und AT) sehen...Richtung Deutschland wird dort kaum noch was rausgepustet, so dass sich das Empfangsgebiet schon auf diesem Weg deutlich verkleinert. Bei DAB - oder was auch immer als digitales Radiosystem irgendwann mal genutzt werden wird - dürfte es später wohl ähnlich aussehen. Die Sendeanstalten haben von einer Verbreitung im Ausland nunmal nichts (außer vielleicht "Ansehen", aber sowas kann sich keiner mehr leisten) - und die Sendeanstalten im Inland wollen die Auslandssender als unliebsame Konkurrenz nicht.

von Kroes - am 16.03.2007 08:23
Ich finde, man muß betrachten, für was diese Sender dann "plattgemacht" werden.
Natürlich haben die deutschen Sender in der Schweiz keinen Versorgungsauftrag und somit ist es gewissermaßen Glück, wenn man sie hereinbekommt. Ich kann wenig Argumente dagegen finden, wenn eine Frequenz dann mit einem neues, attraktives Programm belegt wird, sich die Programmvielfalt also insg. nicht verringert. Diese Funzelei momentan in der Schweiz ist aber etwas anderes. Da verschwinden die deutschen Programme und stattdessen werden die DRS-Programme und die jeweiligen Lokalsender auf zig Frequenzen hörbar. Da verringert sich also effektiv die Programmvielfalt. So etwas dürfte nicht sein.
Der Schutz der Grundnetzsender sollte sich nicht an Entfernungen, sondern eher an dB-Werten orientieren. Es gibt ja schon einige Großsender, die gewagt nahe beieinander stehen. 92.4 Linz und 92.5 Hosingen ist da auch immer wieder nett.


von PeterSchwarz - am 16.03.2007 09:14
500 km sind sehr utopisch.
Dann dürfte es in Luxemburg eigentlich überhaupt kein Radioprogramm geben, da doch alles voll belegt wäre durch Grenzsender in D, NL,B, F, CH, A, I, GB und CS.

In der Schweiz wäre es dann ähnlich.
:-)


von DieterDN - am 16.03.2007 10:10
Zunächst gilt das, was auf den Wellenkonferenzen koordiniert worden ist. Und die früheren Planungen sahen schon recht große Mindestabstände zwischen den Sendern vor (430 km?). Jedoch können die Frequenzinhaber durch Einzelvereinbarungen davon abweichen (nach der Devise: Geben und Nehmen). Und hier gibt es den Trend: Auf grenzüberschreitende terrestrische Verbreitung wird meist kein Wert mehr gelegt. Geht ja auch schlecht, wenn man immer mehr Programme in demselben Frequenzspektrum unterbringen will.

von Ingo-GL - am 16.03.2007 10:34
Das ist dann so ziemlich die Entfernung Hamburg-> Biedenkopf bzw. Langenberg.

Zumindest bei mir hat der DLF nur einen Störbrei auf 102,7/ 102,8.
Da merk ich nix von Anpassung.
Wobei nach Westen die 102,8 auch nicht unbedingt viel weiter kommt, als die WDR-Funzel in Kleve.

von DieterDN - am 16.03.2007 12:49
Zitat

In welchem Umkreis sollten solche Grenz-Sender, die in die Nachbarregion (bzw. Bundesland) oder ins Nachbarland senden, geschützt werden?


Ist das hier jetzt ein Wunschkonzert? OK, dann wünschen wir mal mit: Deine 500km sind doch leicht unrealistisch, denn dann dürfte beispielsweise die 102,1 in D gar nicht belegt werden, da ich in Viersen ja Gebietsschutz auf FM 4 vom Pfänder (488km) und auf DR P2 aus Rangstrup (466km) erheben könnte - leicht unrealistisch, das Ganze. ;)

Fest steht, dass die Frequenzen ökonomischer genutzt werden könnten, und trotzdem bei ausgesuchten Sendern Overspill ermöglicht werden kann. In NL waren - bis vor kurzem jedenfalls - alle Tacolneston-Frequenzen ebenfalls irgendwie "untouchable".

Die 300 km-Abstände aus Genf '84 wären schonmal ein guter Ansatz für den jeweils grenznächsten "Feindsender". Dafür dürfte dann aber im Ruhrgebiet auf den Bärbelkreuz- und Bielstein-WDR-Frequenzen gefunzelt werden, da dort kein Versorgungsauftrag besteht und ohnehin Überversorgung besteht.

Nachteil in D: Wenn das für Auslandssender gilt, möchte ich das erst Recht für die anderen Bundesländer reklamieren - und dann wird es kompliziert. Ich schätze mal, selbst mit Zerobase wäre das unmöglich unter Beibehaltung der Vielfalt, man müsste es mal durchrechnen, wenn man gaaanz viel Zeit hat.



von Channel Master - am 16.03.2007 13:24
Ich wäre mit einem immer eingehaltenen Schutzabstand von 300 Kilomemetern eigentlich auch schon sehr zufrieden; hier in der Schweiz wird aber teilweise im 40 km-Abstand gefuzelt, was das Zeug hält. Ein Beispiel ist die 97,7, da senden in der Schweiz 10 Sender drauf; ein anderes unrühmliches Beispiel ist die 103,2 Bachter vs. Strichboden, 31 km Distanz (und unterschiedliche Programme, DRS stört sich da selbst DRS1 vs. DRS2).



von dxbruelhart - am 16.03.2007 15:53
Tja sowas ist wohl wirklich nur Wunschdenken,wenn man zB den Schutzabstand von 300 km einhalten wollte müßte man ja sämtliche Kleinstsender sofort verbieten,das ist ja auch total unrealistisch da dadurch viele Programme keinen Verbreitungsweg mehr hätten.
Ich halte auch 200 km schon für ausreichend, in dieser Entfernung kommt eigentlich kein Sender mehr richtig vernünftig sondern ist für den Normalhörer nur mit größerem Aufwand zu hören,was sich heut wohl kaum noch einer zumutet außer uns vielleicht :D
Ok man muß auch die Standorthöhe und die Leistung mit berücksichtigen also um die Schutzabstände richtig festlegn zu können.

von Robert S. - am 16.03.2007 19:03
500 km? Dann dürfte ja in der Schweiz kein einziger UKW-Sender betrieben werden!

Bei Genf 84 sind auch die Frequenzabstaände ein Problem: Vielfach wurden 100-kHz-Abstände zwischen Ortssendern koordiniert, sowohl national (Beispiel: Nordhelle 102,7 Wesel 102,8 oder International (Beispiel: Langenberg 101,3 Genk 101,4).

Dass der DLF auch das benachbarte Ausland vesorgen sollte, ist m. E. nur ein Vorwand, dem Programm in den 80ern einige starke UKW-Frequenzen zuweisen zu können. Eine Rolle gespielt haben dürfte der Gedanke allenfalls entlang der DDR-Grenze, also für Bungsberg, Höhbeck, Torfhaus, Rhön, Ochsenkopf.

von Alqaszar - am 16.03.2007 19:54

500 Kilometer wären zu schön, um wahr zu sein. Das läßt sich, wie schon mehrfach gesagt, leider nicht realisieren. Nun kann man einen solchen Abstand auch nicht allgemein festlegen, sondern muß auch die Topographie mitberücksichtigen. So kann in einem abgeschatteten Tal ein nur 100 Kilometer entfernter Großsender wegen der Abschattung nicht empfangbar sein, so daß eine Funzel in diesem Tal möglich wäre, ohne daß dadurch der Empfang des Großsenders, der sowieso nicht möglich ist beeinträchtigt wird. Im Tiefland, wo es derlei Abschattungen nicht so oft gibt, müßten die Abstände dagegen größer sein.

von Lorenz Palm - am 16.03.2007 20:12
Dann wird in der Schweiz der Drahtfunk wiederbelebt. :-)

von DieterDN - am 16.03.2007 20:25
Die 300km Abstand gelten dann aber auch nur für exakt dieselbe Frequenz. Die Nachbarfrequenzen fallen dann nicht drunter. Da kommts dann schon zu so Sachen wie Wesel/Nordhelle.
Und einen Störer im 100kHz-Abstand ist beim Hören genauso schlimm wie ein Gleichkanalsender. Okay, der Hardcore-DXer trennts mit 60kHz-Filtern und hat einen Log mehr ;-)


von PeterSchwarz - am 16.03.2007 22:24
Wesel/Nordhelle ist deshalb so schlimm, weil das zentrale Versorgungsgebiet gerade im Störbereich liegt. Ich persönlich finde Genk/Langenberg auch schade, aber in Limburg stört Langenberg nicht und im Ruhrgebiet stört Genk nicht, insofern wird nix verhindert, was eigentlich versorgt werden soll. Zwischen Essen und Köln ist der DLF nicht mobil auf UKW hörbar, weil sich Wesel und Nordhelle stören - für mich der offensichtlichste Koordinierungsskandal in Deutschland.

von Free Speech - am 17.03.2007 13:11
Bitte? Genk stört im südlichen Kreis Kleve den Empfang von WDR4 im Autoradio durchaus! Da der Sender Kleve selbst nicht stark genug ankommt ist schon bei leichtesten angehobenen Bedingungen (also quasi täglich) kein störungsfreier WDR4-Empfang im Autoradio möglich. Und umgekehrt stört auch Langenberg im Nordosten der Provinz Limburg schon noch ordentlich den Empfang - in Aachen z.B. (und damit nur wenige Meter von Belgien weg) gibt es einige Stellen, wo Langenberg Ortssender ist und Genk somit nur noch mit Störungen auf der 101,4 reinkommt.

von Kroes - am 17.03.2007 13:49
@Kroes: Gemeint ist natürlich die BELGISCHE Provinz Limburg, nicht etwa Venlo ;-) Und weder in Aachen noch in Kleve "soll" man Langenberg oder Genk hören...

von Free Speech - am 17.03.2007 16:35
Ich meinte auch die belgische Provinz Limburg - die liegt ja nunmal auch direkt in der Nähe von Aachen. Und _dort_ im Nordosten (die niederländische Provinz Limburg hat gar keinen Nordosten, so schmal wie die in Ost-West-Richtung ist ;) ) ist Genk auf 101,4 durchaus stellenweise gestört. Aachen habe ich nur erwähnt, um wirklich zu zeigen, dass Langenberg da in der Ecke schon noch Störungen verursachen kann. Für Aachen selbst ist das eigentlich egal - aber für Belgisch-Limburg nicht mehr. Und dann mal wieder zu meinem Lieblings-Mißverständnis: Von Kleve habe ich nun überhaupt nicht gesprochen, sondern vom Südkreis Kleve. Dort (also hier vor Ort) ist eindeutig Langenberg der Haussender und nicht etwa Kleve, obwohl es derselbe Landkreis ist. Der Sender Kleve geht mobil nur gestört! Ergebnis: WDR4 im Auto ist im Südkreis Kleve (bis hoch nach etwa Kevelaer) nicht ohne Störungen zu hören.

von Kroes - am 17.03.2007 16:43
O.K., aber wieviele Leute wohnen in der Interferenzzone Wesel/Nordhelle, wieviele im Südkreis Kleve? Vielleicht hilft ja auch Aachen im Südkreis Kleve? Ich kann mir in NRW eigentlich keinen Punkt vorstellen, wo die WDR Programme nicht x-fach zu empfangen sind. ;-)
Jede Neukoordinierung ist ein Kompromiss. Mal 2 Beispiele hier aus der Gegend:
Ich finde z.B. die Hohe Wurzel 107,9 Koordinierunge einen guten Kompromiss. Klar, Säntis 107,8 Fernempfänge oder BR4 aus der Rhön sind im Versorgungsgebiet (Rheinland-Pfalz, nicht Frankfurt, um Diskussionen vorzubeugen) "dank" der Hohen Wurzel nicht mehr möglich, aber die 107,9 von der Hohen Wurzel deckt schon ein ordentliches Stück ab. Und BR4 gibt´s ja auch noch vom Pfaffenberg, gerade auch in Frankfurt ;-)
Eine schlechte Koordinierung ist m.E. die 101,8 Bingen (Harmony). Der Sender ist praktisch nur in Sichtweite empfangbar und selbst da gibt´s manchmal Probleme. Grund: WDR2 101,8 und Welle Karlsruhe haben sich früher schön die Klinke in die Hand gegeben und rund um die Gerade Bad Kreuznach-Frankfurt war immer entweder "Die Welle" oder "Der Sender" (WDR2) auf der 101,8 zu hören. Nun funkt überall die Binger Funzel mit dazwischen. Sie versorgt eigentlich nur ein paar Ortschaften, stört aber ein ganzes Gebiet.

von Free Speech - am 17.03.2007 17:06
Glaub es mir: WDR4 ist hier in der Region mobil nicht ohne Störungen (rauschen, Überschläge der 101,4, usw) zu empfangen - nicht von Langenberg, nicht von Kleve und auch nicht von Aachen. Ich wohne hier und musste mir das oft genug im Auto antun...also weiß ich, wovon ich rede. ;) Keine Frage ist natürlich, dass 102,7 Nordhelle und Aachen (wird absolut unterschätzt!) gegen 102,8 Wesel ein viel größeres Problem ist - aber das ist eben hausgemacht, während Belgien gegen Deutschland auf 101,3 / 101,4 ein sehr fauler Kompromiss (mit Nachteilen für beide Seiten) war.

Und zum WDR allgemein, auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst: Natürlich geht der WDR (Regionalsendungen von WDR2 mal nicht beachtet) hier _stationär_ zweimal sehr gut (Langenberg, Kleve), dreimal ganz brauchbar (Aachen, Nordhelle, Münster) und noch zweimal ordentlich (Bonn, Bärbelkreuz) - aber mobil geht in dieser Region wirklich nur Langenberg störungsfrei. Wenn dann da aber ein "Störsender" (101,4) nebensitzt, dann eben nicht mehr. Die hier immer wieder diskutierte angebliche Überversorgung des WDR mag ja für den stationären Fall und insbesondere im Ruhrgebiet zutreffen - aber man muss auch beachten, dass Radio nunmal in der Mehrzahl der Fälle mobil gehört wird...und da kann ich in meiner Region keine Überversorgung erkennen. Ganz im Gegenteil: Der WDR plante sogar für den linken Niederrhein mal weitere Füllsender (wohl für EinsLive und WDR4), die aber mit den Niederländern nicht koordiniert werden konnten...zumindest für WDR4 wäre aber wirklich einer nötig gewesen.

Falls dir die CD mit dem NRW-Frequenzgutachten aus den 90er Jahren vorliegt, so solltest du da mal einen Blick reinwerfen: Der Südkreis Kleve ist dort großflächig beim WDR4-Mobilempfang als "bedingt versorgt" eingetragen. Die Feldstärke von Langenberg würde also normalerweise völlig ausreichen, durch Störsender gibt es aber keinen sauberen Empfang. Als bester Versorgungssender wird sogar tatsächlich Kleve angegeben, da der zumindest keine Nachbarkanalstörer hat (oder besser hatte...jetzt gibt es ja auch noch 101,6 Sky Radio). Allerdings reicht der mit seinen 2 kW nunmal nicht so weit nach Süden, um wirklich ordentlichen Mobilempfang zu ermöglichen. Es ist zwar schade für alle, die immer gerne über die angebliche Überversorgung des WDR schimpfen...aber so ist nunmal wirklich die Faktenlage hier im Westen.

von Kroes - am 17.03.2007 17:26
Zitat

Falls dir die CD mit dem NRW-Frequenzgutachten aus den 90er Jahren vorliegt, so solltest du da mal einen Blick reinwerfen:


Ist diese CD irgendwo zu Download angeboten, oder hat jemand lust um ein Image von diese CD an mir bereit zu stellen?? :)

Eventuelle kosten zahl ich natürlich :D

Zitat

Als bester Versorgungssender wird sogar tatsächlich Kleve angegeben, da der zumindest keine Nachbarkanalstörer hat (oder besser hatte...jetzt gibt es ja auch noch 101,6 Sky Radio). Allerdings reicht der mit seinen 2 kW nunmal nicht so weit nach Süden, um wirklich ordentlichen Mobilempfang zu ermöglichen.


Ich soll mal der Sendediagramm von Sky Radio 101.6 suchen, der dürfte eine dicke einzüg nach osten haben! Moment.

Nja, doch nicht:



Dort ist ein einzüg nach Kleve drin (20~50 grad). In wie weit stört diese Dudelfunzel in D die empfang von WDR 4?

von Jassy - am 17.03.2007 17:29
@Kroes Natürlich unterscheidet sich der Status der (Über-)Versorgung des WDR von Gebiet zu Gebiet. Und ich denke, dass ich hier schon von Überversorgung sprechen kann, wenn ich hier MOBIL WDR 1 - 5 jeweils 3, 4 x nahezu störungsfrei reinbekomme. WDR 2 noch öfter. Da kann mir keiner erzählen, der WDR wäre hier nicht überversorgt.

von Sebastian Dohrmann - am 17.03.2007 17:37
Wie sieht es eigentlich mit WDR5 aus? Da habe ich im nordwestl Kreis Heinsberg einige Lücken festgestellt. Die 101.9 Stolberg kann man da vergessen wegen 102.0 Genk, der dort mit fast vollem Signal ankommt. Die 88.8 wird auch durch belgische Sender angerauscht, zumindest bei Überreichweiten wirds problematisch.
In den Randgebieten tut sich der WDR tlw. schwer. So kann man auch im Rhein-Sieg-Kreis tlw. SWR besser und vor allem öfter hören als WDR, dasselbe gilt für manche Ecken der Eifel. Dafür bekommt man zwischen Köln, Düsseldorf und Dortmund die volle WDR-Dröhnung. Das schlimmste daran ist, daß man kaum Alternativen hat.


von PeterSchwarz - am 17.03.2007 17:43
Klar gibt es Regionen, die dann auch überversorgt sind...das lässt sich aber nunmal nicht vermeiden, wenn man eine vollständige Versorgung im gesamten Land erreichen will. So scharf gegeneinander abgrenzen lassen sich die Versorgungsgebiete nunmal nicht. Richtig ist auch, dass einige Sender des WDR durchaus Einzüge oder Leistungsreduzierungen vertragen könnten (insbesondere Nordhelle, aber auch Münster) - aber eine flächendeckende Überversorgung in NRW gibt es definitiv nicht. Wer im Überlappungsgebiet mehrerer Sender wohnt, der sieht das naturgemäß anders - aber bei solchen Aussagen sollte doch eher das Minimum betrachtet werden (also die Randgebiete) und nicht das Maximum.

@Jassy: Nach Osten hat Roermond gar keinen so gewaltigen Einzug mehr - nur nach Nordnordost, weil eben dort das tatsächliche Versorgungsgebiet des Senders Kleve liegt. Zu mir hin geht dann aber schon wieder was raus, noch weiter nach Süden (also weiter Richtung Nordost und Ost von Roermond aus gesehen) eben noch deutlich mehr - da kann Kleve dann auch nicht mehr gegenhalten bei doppelter Entfernung. Ergebnis: Die 101,7 ist mobil hier auch nicht brauchbar.

von Kroes - am 17.03.2007 17:46
@Kroes: Ich glaube dir! Aber z.B. die Sender Bonn und Aachen sind für das Gebiet, das sie versorgen völlig überdimensioniert. Die Frequenzen könnten an anderer Stelle viel eher wieder verwendet werden, aber dass Nordhelle, Eifel, Aachen und Bonn im Bergischen in Ortssenderstärke empfangen werden können, müsste echt nicht sein. Und das ist nur ein kleines Beispiel für die Überversorgung in NRW. Beim hr z.B. halte ich keinen Großsender für verzichtbar, nachdem der Rimberg umgewidmet worden ist. Auch in RLP hat jeder Großsender in der Stärke seine Berechtigung (z.B. ist Koblenz gen Norden wegen Linz und Bad Marienberg natürlich NICHT erforderlich), aber für die Mosel ist er unverzichtbar. In NRW könnten Aachen und Bonn m.E. sofort auf 5 kW gedrosselt werden und die Frequenzen wären woanders (z.B. Ruhrgebiet) z.T. wieder einsetzbar.

von Free Speech - am 17.03.2007 18:06
Zitat
Kroes
Klar gibt es Regionen, die dann auch überversorgt sind...das lässt sich aber nunmal nicht vermeiden, wenn man eine vollständige Versorgung im gesamten Land erreichen will. So scharf gegeneinander abgrenzen lassen sich die Versorgungsgebiete nunmal nicht. Richtig ist auch, dass einige Sender des WDR durchaus Einzüge oder Leistungsreduzierungen vertragen könnten (insbesondere Nordhelle, aber auch Münster) - aber eine flächendeckende Überversorgung in NRW gibt es definitiv nicht. Wer im Überlappungsgebiet mehrerer Sender wohnt, der sieht das naturgemäß anders - aber bei solchen Aussagen sollte doch eher das Minimum betrachtet werden (also die Randgebiete) und nicht das Maximum.


Auch wenn ich sonst wehement die Überversorgung des WDR wohlwollend an den Pranger gestellt habe, weil es mich stört, muss ich in diesem Falle Kroes doch Recht geben. Das Rhein-/Ruhrgebiet hat hier am meisten Pech, da sämtliche Großsender hier zusammentreffen, welche (fast) allesamt stationär in Ortssenderstärke ankommen (was sich durch die Versorgung der Gebiete drumherum nicht vermeiden lässt). Im Westen dieses Ballungsgebietes wären das Nordhelle, Langenberg sowieso, Aachen mit Abstrichen, Bonn-Venusberg und Münster; im Osten kann man Aachen durch den Bielstein ersetzen. Hier ist vor allem auch die Koordination der Sender zwischen NRW und Belgien zu betrachten (weiß jetzt nicht, welche Sender möglicherweise zeitlich "eher" da waren, die aus Genk oder aus Aachen bzw. Langenberg 101,3). Aber vielleicht sollte Belgien auch mal mit dem Gedanken spielen, etwas stärkere Einzüge Richtung Grenze zu machen. Die Niederlande haben es ja auch in der Zerobase 2003 gekonnt umgesetzt. Das würde zwar den Empfang der möglicherweise guten belgischen Sender erschweren, aber auch Funzeln für unsere Sender ersparen. Gut, aber das ist Frequenzpolitik zwischen Belgien und Deutschland, da wird sich in 10 Jahren nichts dran ändern.

von NurzumSpassda - am 18.03.2007 02:02
Langenberg könnte bis auf Tallagen durchaus 3/4 von NRW versorgen, Kleve und Aachen wäre damit überflüssig. Ich höre aus Genk regelmäßig Radio 2 und Q-Music, sogar im südlichen Kreis Kleve wird stellenweise Radio 2 auf der 97,9 von der Funzel Antenne Niederrhein auf der 98 in Kleve stark gestört.
Radio Donna auf der 102 ist reine Glücksache, wenn man eine Dachantenne drehen kann, ansonsten stört der Aachener WDR 5 auf der 101,90 so erheblich, dass man Donna nicht mehr hören kann. Im Autoradio schon gar nicht.

Was mich auch sehr wundert, ist "Antenne Niederrhein" auf der 105,7 aus Geldern. Obwohl nur eine Funzel, strahlt der sehr weit, im Autoradio habe ich noch in Moers guten Empfang, und auf der A 57 strahlt er runter bis Düsseldorf. Dabei ist ebenfalls auf der 105,7 auch "Omroep Leudal" aus Heythuysen zu finden, zwischen den Sendern liegen vielleicht 35 km! In NL gibt es zwar viele Kleinstsender, die kaum über die Dorfgrenze hinauskommen (selbst Sender aus dem 10 km entfernten Blerick sind hier teilweise nur schlecht empfangbar), aber umgekehrt wird da doch gewaltig gestört. Warum legt man keinen Frequenzbereich für Kleinstsender fest? Das würde doch die Koordination stark vereinfachen.

von Bolivar diGriz - am 18.03.2007 08:02
Zitat
jkr
In Genf 1984 galten folgende Planungsdaten: Abstände im Bereich von 87,6 bis 99,9 sind 300 km (unverändert von Stockholm 1961 übernommen), Abstände im Bereich über 100,0 MHz sind 240 km für die Bundesrepublik bzw. 300 km für die ehemalige DDR.

Absolut korrekt. Allerdings galten auch damals diese Daten schon als "Soll-Werte", von denen bei entsprechender Abstimmung mit den betroffenen Ländern / Sendern abgewichen werden konnte. Davon wurde damals notwendigerweise weniger Gebrauch gemacht, heute ist dies in fast jedem Fall notwendig.

Wenn also der "gestörte" Sender keine Einsprüche erhebt, kann die betroffene Frequenz ohne weiteres - so wie heute leider üblich - auch innerhalb des genannten Radius erneut genutzt werden. Da gilt eben dann meist auch das Prinzip: Gibst Du mir, geb ich Dir - :(

von KlausD - am 18.03.2007 09:15
@Erwin: Kleve ist schon nötig. Fahr mal bis Kalkar oder so hoch, da hat man mobil bei Langenberg stellenweise schon Störungen drin - und für die Gebiete hinter dem "Berg" oben bei Kleve (Kranenburg, Emmerich-Elten etc) ist der Sender Kleve absolut notwendig.
Zu 105,7 Geldern: Wieso Funzel? 500 Watt sind das ja immerhin und 90m Höhe ist ja auch einigermaßen OK. Bis Düsseldorf ist aber dann doch ganz erstaunlich - kann ich aber bestätigen. Am Montag hatte ich den im stehenden Auto im Düsseldorfer Süden(!) sogar im automatischen Suchlauf gefunden. Heythuysen kann da sicher nicht stören, die NL-Lokalradios senden aus einer Höhe von maximal 38m und dann auch noch mit maximal 100 Watt. Deswegen kommen die eben auch keine 10 Kilometer weit. Das ist aber auch Sinn der Sache, da die eben im Regelfall nur eine Gemeinde versorgen.
Zu deinem Vorschlag mit dem Sendebereich für Kleinstsender: In NL gibt es genau das. Ab 104,9 MHz kann von jedem Ort aus jede Frequenz mit 38m Höhe und 100 Watt in Betrieb genommen werden, ohne das international koordinieren zu müssen. Dabei kommen dann natürlich manchmal so Scherze wie 105,6 Wanssum (keine 20 Kilometer von Geldern entfernt) oder 107,9 Lochem (eigentlich direkt im Versorgungsgebiet des Senders Münster) raus...aber größtenteils geht es ja.

Und dann noch eine Bitte: Kannst du bei Gelegenheit mal über die Grenze zur A40/A67 schauen? Der Digitenne-Mast sollte ja jetzt wohl stehen (direkt an der früheren Zollstation am nördlichen Teil der Autobahn, ca. 200m auf NL-Gebiet). Da wäre jetzt interessant, ob die Antennenelemente an der Spitze in alle Richtungen angebracht sind oder in Richtung Osten - also ziemlich genau auf Herongen zu - nichts dran ist. Falls du direkt dran willst hier die Wegbeschreibung zu Fuss (letztes Stück ist sowieso abgesperrt): Niederdorfer Straße bis zur Grenze mit dem Auto, da am Supermarkt oder so irgendwo parken. Dann rechts Manegeweg, rechts Toeperweg, Arenborgdelweg über den "Berg" drüber. Am Ende rechts Arenborgweg unter der Autobahn durch und dahinter direkt wieder rechts (Weg hat keinen Namen), hoch bis zum Ende. Mit dem Fahrrad da nochmal hin zu fahren ist mir heute eigentlich ein wenig zu nass und windig. ;)

von Kroes - am 18.03.2007 09:43
Zitat
Kroes
Wohin die Reise geht, kann man ja auch gut bei den DVB-T-Umstellungen (zumindest in NL und AT) sehen...Richtung Deutschland wird dort kaum noch was rausgepustet, so dass sich das Empfangsgebiet schon auf diesem Weg deutlich verkleinert.


Die anzahl der " layers" fuer digitales rundfunk ist staerk abhaenig von diese einschraenkung der sender.

von inkjet - am 18.03.2007 09:58
Das mit der Antenne ist mir erst gestgern bewusst aufgefallen, weil ich ausnahmsweise mal bei Tage über die Grenze gefahren bin. Ich hatte meine Frau schon gefragt, ob die da immer stand, immerhin fährt sie jeden Tag mit dem Fahrrad über die Grenze zur Arbeit. Sie meinte nur "keine Ahnung, auf sowas achtet sie nicht". Jedenfalls: Die Antenne steht, und ist bestückt. Ich werde sie mir bei Gelegenheit mal aus der Nähe ansehen, heute war leider totales Sauwetter.

Jedenfalls wird ja langsam ein "Digitenne" DVB-T Receiver trotz Sat interessant, schon wegen der fläm. Belgier, die ja auch digital zu empfangen sind.

von Bolivar diGriz - am 18.03.2007 18:44
Zitat

Jedenfalls wird ja langsam ein "Digitenne" DVB-T Receiver trotz Sat interessant, schon wegen der fläm. Belgier, die ja auch digital zu empfangen sind.


Dafür benötigst Du aber nicht unbedingt einen Digitenne-Receiver, ein billiges FTA-Teil reicht. Die Flämischen Sender gibt es doch aus Genk unverschlüsselt, dieser Sender müsste bei Dir doch auch noch gut ankommen.

Hier habe ich zur Zeit 29 DVB-T-Programme (ohne WDR-Regionaldoubletten).

von Channel Master - am 18.03.2007 19:23
Wir wohnen hier leider etwas tiefer, und dummerweise sind hier die Belgier analog nur mit Schnee zu empfangen, ich habe alles probiert. 20 km weiter nördlich, im Hause meiner Eltern, ist störungsfreier Empfang möglich, das hatte ich damals, als ich noch dort wohnte, schon erledigt ;-) Da hatten wir in den späten 80ern analog schon 14 Programme ständig! Ob digital hier noch was zu reißen ist bei dem schlechten analog-Empfang, da habe ich so meine Zweifel. Vielleicht mit diesem Doppel-Tuner von Terratec, der soll ja wahre Wunder leisten. Wie sieht es eigentlich in Süchteln aus? Gibt es da Signale aus Ahrweiler und/oder aus Luxemburg? Wir hatten früher RTL Plus auf Kanal 7 "ständig fadend", wie man so schön sagt, und dass in Geldern-Walbeck im besagten Elternhaus.

von Bolivar diGriz - am 20.03.2007 17:00
Wow, 14 Programme sind schon gut, da hattest Du wohl beide RTBFs, ich hatte nur RTBF1, dafür aber BFBS. ;) Damals wohnte ich aber noch in Viersen-Süd. Ahrweiler ist hier wie dort nie ein Problem gewesen, mit Vorverstärker in VIE-Süd meist sogar rauschfrei, hier in Süchteln aufgrund der größeren Entfernung (107km) mit ganz leichtem Rauschen. RTL Plus habe ich nie empfangen können, da ich an jedem meiner alten QTHs nach Süden abgeschirmt war. Es gab aber Stellen im Kreis VIE, wo der ständig fadend ging.

Genk geht hier analog auch nur mit viel Schnee, da ich am "Nordosthang" wohne. Trotzdem geht der K41 digital ganz knapp mit Signalqualität 49, unter Signalqualität 45 reißt der Stream ab.

von Channel Master - am 20.03.2007 20:27
Meine dauerhafte Empfangsliste bis zu meinem Wegzug 1991 (ohne Mehrfachempfang) war:
Bei nicht-Ortssendern die Empfangsqualität vereinfacht von 1 (sehr schlecht) bis 5 (Ortssenderqualität)


ARD Langenberg
ZDF (Wesel)
WDR3 (Wesel)
SW3 (Ahrweiler)
RTL Plus (Wesel)
Vox (Wesel)
SAT.1 (Essen)
NL 1 (Roermond)
NL 2 (Roermond)
NL 3 (Roermond)

BRT 1 (Genk) S=4
BRT 2 (Genk) S=4
RTBF 1 (Lüttich) S=4
RTBF 2 (damals Tele 21) (Lüttich) S=3
SSVC (heute wieder BFBS) S=4

Tschuldigung, waren also 15 ;-D

Hinzu "ständig fadend" RTL aus Luxemburg, K7 und Hessen 3.

Ich hatte mein Zimmer unter dem Dach, eingesetzt eine hochwertige Zimmerantenne von Zehnder mit Parabolreflektor, außerdem eine Hornstrahlantenne auf dem Dachboden für RTBF 1 und TV DX im VHF I Band. Ich habe damals Fotos gemacht, und Testbilder auf Super 8 (!) gefilmt (mangels Video in den 80ern), leider schwer in ein digitales Format zu bekommen...




von Bolivar diGriz - am 21.03.2007 17:28
@Erwin Lindemann
Ist schon lustig, wie ähnlich es früher in Wuppertal war (1988 bekamen wir Kabel). Damals gingen terrestrisch:
ARD (Langenberg K9)
ZDF (Wuppertal K22)
WDR3 (Wuppertal K42)
SW3 (Ahrweiler K56)
RTL Plus (Wesel K 52 oder Witzhelden K36)
NL 1 (Roermond K5)
NL 2 (Roermond K31)
NL 3 (Roermond K34)
BRT 1 (Genk, schlecht wegen Bad Marienberg Gleichkanal K44)
BRT 2 (Genk K47)
RTBF 1 (Wavre, schlecht, K8)
Schade, dass du deine Aufnahmen nicht digitalisiert hast. Programmstarts oder Sendeschlüsse von Damals würde ich gerne nochmal sehen. Z.B. "Veronica op twee" :-)

von Free Speech - am 21.03.2007 18:58
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