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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Robert S., Kay B, DLR-Fan Sachsen-Anhalt, RadioNORD, Nohab, RN, drm-dxer

Umbau am Sender Wachenbrunn

Startbeitrag von Robert S. am 27.03.2007 21:28

Am Sonnabend besuchten Ingo (Tornadowayne) und ich den Sender Wachenbrunn.
Die beiden Sendeanlagen für die 882 und die 1323 stehn ja etwa 500 m auseinander,dazwischen befinden sich Felder und Wiesen und eine Art Schneise,die machte uns stuzig.
Ein Blick auf GOOGLE EARTH und die Senderfotos hier und wir wurden fündig.
Es gab mal eine Verbindung zwischen beiden Standorten,hier mal ein Foto davon.


(ausgeliehn von Senderfotos.de)

Diese Leitung oder was immer das ist wurde wohl demontiert und Keiner hatts gemerkt :D.

Für was waren diese Leitungen denn da,auf dem Gelände der 1323 führen auch noch einige dieser Leitungen zu den Sendemasten,ok die dienen da der Zuführung aber was hatten die abgebauten Leitungen für eine Funktion ?
War es eine Verbindung fals mal einer der Sender ausfällt um mal schnell auf den anderen umschalten zu können ?
Warum hat man die nun demonitert ?

Antworten:

Die Leitung war die alte Zuführung vom Senderhauptgebäude zu der im Bild erkennbaren Quadratantenne für 1323 Khz der Stimme Russlands.
Die Anlage wurde Mitte der Achziger Jahre installiert. Der Sender bestand aus jeweils zwei Blöcken von 500KW und 75KW aus sowjetischer Produktion. Tagsüber wurde mit 1000KW, nachts mit 150 KW gesendet.
2002/2003 wurde in dem auf dem Bild sichtbaren Lagergebäude ein neuer 1000KW Sender von Telefunken ( heute Transradio ) installiert. Damit wurden die alten Sender und die HF Leitung überflüssig und sind wohl inzwischen abgebaut.
Die Angaben stammen aus dem Buch G.Klawitter-100 Jahre Funktechnik in Deutschland.

von RN - am 27.03.2007 22:04
Ja, das ist eine 1 km lange Reusenleitung. Der Sender besteht heute aus vielen einzelnen Modulen von Transradio, die leisten zusammen 1 MW. Die Anlage wird ferngesteuert.
Besuchsbericht (pdf)

von drm-dxer - am 27.03.2007 22:14
Vielen Dank für die Infos :-)
@ DRM-dxer: ein interessanter Bericht :spos:

von Robert S. - am 29.03.2007 11:15
@ Robert S.

Ist eigentlich nichts anderes als ein Koaxialkabel. Das innere Geflecht ist die HF-Leitung und das äußere Geflecht ist die Abschirmung.


@ all

Wird eigentlich immer noch mit 1000 KW gesendet?

Was ist die Hauptstrahlrichtung?


von Kay B - am 30.03.2007 12:49
@ Kay: danke,das wußt ich auch noch nicht,aber mal noch ne blöde Frage,kann man da einen Schlag bekommen wenn man diese Leitung da anfaßt ?
Also irgendwie gefährlich schaut sie schon aus,das muß ich ja zugeben,warum kann man das nicht irgendwie sicherer und abgeschirmter verlegen ?
Hätte das negative Auswirkungen auf die Verbreitung des Programmes ?
Sorry,ich hab halt net viel Ahnung von der AM Technik...

von Robert S. - am 31.03.2007 01:40
Anfassen des Aussenleiters macht nichts, das ist die Abschirmung, anfassen des Innenleiters dürfte, speziell bei bei den von RN angegebenen Leistungen massive Verbrennungen verursachen.
Der Gesundheit förderlich ist es gewiß nicht.



von Nohab - am 31.03.2007 14:05
Mich würde mal interessieren, in welcher Höhe über dem Boden sich diese Leitung befand und ob tatsächlich jeder "Hans und Franz" dort hätte anfassen können, wenn er denn wollte... Sprich: War das Gelände in irgendeiner Form für den normalen Besucherverkehr gesperrt oder konnte dort jeder seinen Sonntagsspaziergang erledigen?

von RadioNORD - am 31.03.2007 14:39
Zu DDR-Zeiten wäre kein Normalbürger in die unmittelbare Nähe solcher Sendeanlagen gekommen, das waren Hochsicherheitsgebiete mit starker Bewachung.

Kann man das Sendegelände in Wachenbrunn jetzt einfach so betreten?

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 31.03.2007 17:25
@ Robert S.

Zitat

(...) kann man da einen Schlag bekommen wenn man diese Leitung da anfaßt ?


Auf jeden Fall liegt da eine Hochspannung an. Wie hoch die genau ist, hab' ich mich hier http://forum.mysnip.de/read.php?8773,480637,page=1 schon gefragt.

Bei einer Senderausgangsleistung von 1 MW und einer Impedanz von 50 Ohm müßten da also rund 7071,07 Volt anliegen.


Zitat

Also irgendwie gefährlich schaut sie schon aus,das muß ich ja zugeben,warum kann man das nicht irgendwie sicherer und abgeschirmter verlegen ?


Da könntest du dir auch die Frage stellen, warum Überlandleitungen nicht isoliert sind. Und da können schonmal 220 KV anliegen. Nur liegen diese zugegebenermaßen höher.

Zudem dürfte HF-Kabel in dem Leistungsbereich sauteuer sein, was man wohl gerade in der Stromkabel aus Alu verlegenden DDR vermeiden wollte.


Zitat

Hätte das negative Auswirkungen auf die Verbreitung des Programmes ?


Stellt sich die Frage, ob der Sender automatisch abschaltet, wenn es Veränderungen an der Zuleitung gibt. Aber ich glaube eher nicht.


Zitat

Sorry,ich hab halt net viel Ahnung von der AM Technik...


Das geht wohl schon fast eher in den Bereich Hochspannungstechnik, wovon ich nun auch nicht wirklich Ahnung habe. Die Spannungsbereichnung kann ich auch nur dank allband_dxer aus dem verlinkten Beitrag.


von Kay B - am 01.04.2007 16:12
@ DLR Fan: also das richtige Gelände kannst du nach wie vor nicht betreten,da es sich beim Sender Wachenbrunn aber um 2 Standorte handelt die sich ein paar Hundert Meter auseiander befinden sind diese beiden Geländer voneinander getrennt,halt nur diese Leitung führte da lang,auf dem Foto ist auch kein Zaun zu erkennen,was mich doch wundert.
Jetzt sieht man da nur noch eine Schneise,also wild wucherndes Gras usw.

von Robert S. - am 02.04.2007 19:16
Am Mittelwellensender Freiburg-Lehen sieht man auch noch die Halterung der alten HF-Zuführung:



Quelle: http://www.dxradio-ffm.de/Dsc000055_X.jpeg (Bild von mir.)


von Kay B - am 03.04.2007 20:45
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