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VPRT: 50 UKW-Frequenzen können nicht genutzt werden, und die BNetzA tut nix

Startbeitrag von Wiesbadener am 10.04.2007 10:31

Endlich thematisiert das mal jemand!

Der Fachbereichsvorstand Radio und Audiodienste im Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) hat die Bundesnetzagentur angemahnt, die unklare Vergabesituation für UKW-Frequenzen zu beenden. Zur Zeit liegen nach Informationen des VPRT mehr als 50 UKW-Frequenzen brach und können nicht genutzt werden, weil die Bundesnetzagentur noch kein entsprechendes telekommunikationsrechtliches Vergabeverfahren entwickelt hat. Das Problem stellt sich in den Fällen, in denen mehrere Antragsteller für den Sendernetzbetrieb in Frage kommen.

In einem Schreiben an die Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur appelliert der VPRT, schnellstmöglich ein entsprechendes Vergabeverfahren zu entwickeln und mit einer Übergangslösung die bereits brachliegenden Frequenzen einer Radionutzung zuzuführen. VPRT Vizepräsident und Radiovorsitzender Hans-Dieter Hillmoth, Geschäftsführer von Radio/Tele FFH: „Für die privaten Radioveranstalter, die auf die Verbesserung ihrer UKW-Übertragung angewiesen sind, bedeutet das Nichttätigwerden der Bundesnetzagentur und die dadurch entstehende Blockade bei der Versorgung mit weiteren Frequenzen einen unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden. Eine Steigerung unserer Reichweite durch zusätzliche Frequenzen würde sich unmittelbar in zusätzlichen Werbeeinahmen niederschlagen, mit denen wir in unsere Programme investieren könnten. Zudem zementiert die aktuelle Situation die bestehende Schieflage in der Frequenzversorgung zu Lasten des privaten Hörfunks.“
Der VPRT weist zur Erläuterung darauf hin, dass sich in Deutschland 243 private Radios mit 538 Frequenzen begnügen müssen, während 64 öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme über 1.368 Frequenzen verfügen.

Der VPRT fordert die Bundesnetzagentur darüber hinaus dazu auf, Klarheit über das zukünftige Verfahren des Sendernetzbetriebs für private Hörfunkveranstalter zu schaffen. Der Wettbewerb im Sendernetzbetrieb werde von den privaten Radioveranstaltern begrüßt. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass die Bundesnetzagentur den Radioveranstaltern einen Sendernetzbetreiber zuweist. „Es sollte in einem Wettbewerbsmarkt eine Selbstverständlichkeit sein, dass Veranstalter sich ihre Netzbetreiber selbst aussuchen können“, so Hillmoth.

Antworten:

In der Sache richtig.

von -Ole- - am 10.04.2007 11:21
Noch mehr Verfunzelung ? Kann man eher froh sein, dass die BNetzA nix tut. Würden sowieso nur die Bestandsdudler mehr Funzeln kriegen.

von Terranus - am 10.04.2007 11:37
Würden scih die Parteien Öffis,Landesmedienanstalten und die BNetzA mal ernsthaft zusammensetzen & Gedanken machen, könnten einige Regionen etwas entfunzelt werden, ohne gleich eine große Zerobase zu veranstalten.
Das man in Hessen alle 5-10 Km einen komplett neuen Bandscan erstellen kann, kann ja nicht im Sinne dieser Parteien bzw. dessen Hörer und Kunden sein.

von Nordi - am 10.04.2007 11:46
Fordert der VPRT ja auch. Allerdings, und da bin ich mir sicher, enden die Forderungen sofort, wenn plötzlich doch mehr Kapazität da ist als die bestehenden Anbieter für Vollversorgung und/oder günstigere Verbreitung brauchen. Siehe:

"mit denen wir in unsere Programme investieren könnten."

Höhö. Man merkt den Programmen jetzt schon förmlich an, wieviel in sie investiert wird. Gerade bei Goldgruben mit angeschlossener Antenne wie den großen landesweiten Ketten.

"Der VPRT weist zur Erläuterung darauf hin, dass sich in Deutschland 243 private Radios mit 538 Frequenzen begnügen müssen, während 64 öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme über 1.368 Frequenzen verfügen."

Und ich weise zur Erläuterung darauf hin, dass manche dieser "privaten Radios" nicht mehr als drei Stunden selbst produzieren...

von -Ole- - am 10.04.2007 12:08
Vielen Privatradios geht es so schlecht, sie müssen trotz Millionengewinnen ab 18 Uhr schon das Studio zwangsweise räumen und den Computer anwerfen :)

von -Ole- - am 10.04.2007 12:51
Man stelle sich vor genausoschnell wie der Privatrundfunk gesetzlich erlaubt wurde, wird er auch wieder abgeschafft.
Ich glaube nicht, dass man damals gewollt hat die Bevölkerung mit Dumm- und Dudelfunk sowie Schund- und Schrottfernsehen auf unterstem Niveau rund um die Uhr zu "versorgen".
Liebe Abgeordnete, erinnert euch daran zum Wohle des deutschen Volkes zu regieren und Schaden von ihm abzuwenden eure ureigendste Aufgabe ist.
Man kann auch ohne Privatfunk überleben - bis 1984 ging es schließlich auch.

von digifreak - am 10.04.2007 13:06
Zitat

Liebe Abgeordnete, erinnert euch daran zum Wohle des deutschen Volkes zu regieren und Schaden von ihm abzuwenden eure ureigendste Aufgabe ist.
Man kann auch ohne Privatfunk überleben - bis 1984 ging es schließlich auch.


Dann sag den Abgeordneten, sie sollen mit exakt derselben Begründung auch das Internet in Deutschland verbieten, dann muss man nicht mehr so dumme und niveaulose Beiträge lesen.

von Grenzwelle - am 10.04.2007 13:42
Es wird allerhöchste Eisenbahn, dass UKW langsam aber sicher der Hahn abgedreht wird. Wer so heuchlerisch wie der VPRT herumjammert, hat es nicht besser verdient. Als Bundesnetzagentur würde ich weitere UKW-Frequenzen dem Dudelfunk entziehen. Wer sein Engagement bei DAB so zurückfährt wie die deutschen Privatsender hat es nun wirklich nicht verdient, im Gegenzug mit weiteren UKW-Funzeln versorgt zu werden. Es wird Zeit, dass hier politisch ein Machtwort gesprochen wird. Da die deutsche Bundesregierung hierzu offenbar nicht in der Lage ist, muss halt die EU die Sache in die Hand nehmen.
Eines steht fest: In einer digitalen Welt wird ein analoges Rundfunksystem wie UKW keinen Bestand haben. Es geht nur noch um den Abschaltzeitpunkt.

von transponder - am 10.04.2007 14:00
Zitat
Grenzwelle
Zitat

Liebe Abgeordnete, erinnert euch daran zum Wohle des deutschen Volkes zu regieren und Schaden von ihm abzuwenden eure ureigendste Aufgabe ist.
Man kann auch ohne Privatfunk überleben - bis 1984 ging es schließlich auch.


Dann sag den Abgeordneten, sie sollen mit exakt derselben Begründung auch das Internet in Deutschland verbieten, dann muss man nicht mehr so dumme und niveaulose Beiträge lesen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.04.07 15:43 durch Grenzwelle.


Wer braucht ernsthaft den Dudelfunk mit Abzockgewinnspielchen ohne jeglichen Sinn und Verstand? Da höre ich lieber übers Internet Radio Maldives
http://www.vom.gov.mv/dralive/index.php#
oder Radio Rebelde aus Kuba.
http://www.radiorebelde.com.cu/audiobajo.htm

Das ist Abwechslung vom deutschen Privatfunkeinheitsbrei.

von digifreak - am 10.04.2007 15:06
Die bundeslandweiten Privatsender sind wirklich schlimm. Da kann ich digifreak wirklich nur zustimmen. Einzige Lichtblicke sind manche Lokalsender, die sich eine eigene Farbe geschaffen haben und noch nicht ganz so "durchgestylt" sind.
Ich war vor kurzem in Sachsen und was dort so über UKW geschickt wird ist wirklich kaum noch erträglich. Künstliche Moderatoren, engst Rotation usw. ein Gewinnspiel nach dem anderen.

Man lästert ja gerne über NRW wegen dem dortigen WDR Staatsfunk, aber die Alternative (vorallem in den neuen BL) ist mittlerweile schlimmer.

Deswegen: die BNetzA soll doch bitte weiter hin "nichts tun" und die Verfunzelung mit diesem Klangbrei verhindern.

von Terranus - am 10.04.2007 15:19
Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, dass es Leute gibt (möglicherweise gar nicht so wenige), die sich den Dudelfunk-Müll permanent reinziehen. Meine Frau gehört dazu. Sie schleppt morgens immer ein kleines Taschenradio mit sich rum, um ja das Horoskop und die 10.000 Euro-Frage nicht zu verpassen. Und nach Rosenstolz, Silbermond und Xavier N. kann ich mittlerweile schon die Uhr stellen. :kotz:
Da bin ich jedesmal froh, wenn sie aus dem Haus geht. :)

von drm-dxer - am 10.04.2007 15:35
Zitat
transponder
Es wird allerhöchste Eisenbahn, dass UKW langsam aber sicher der Hahn abgedreht wird.

Herzliche Dank an Dich werden die NKLs / Freie Radios sagen, denen die LMAs auch zukünftig keine digitale Ausstrahlung finanzieren werden, die aber schon heute sehr gerne digitale "Versuchssendungen" vornehmen würden, aber nicht bewilligt bekommen !!

von KlausD - am 10.04.2007 15:41
Wem nützen die digitalen Versuchssendungen der NKLs und des werbefreien Bürgerfunks?


von digifreak - am 10.04.2007 16:55
@digifreak

Ich ergänze mal ungefragt Grenzwelles Posting: ;)

Dann sag den Abgeordneten, sie sollen mit exakt derselben Begründung auch das private Fernsehen in Deutschland und alle Zeitungen in Deutschland egal welcher Couleur verbieten, dann muss man auch nicht mehr so dumme und niveaulose Beiträge lesen.

Zitat

Wer braucht ernsthaft den Dudelfunk mit Abzockgewinnspielchen ohne jeglichen Sinn und Verstand?

Der oder die, der oder die es hören will. Zwingt dich keiner dazu. Genauso wenig willst du wohl alle Deutschen zwingen, einen Stream-Sender aus Kuba zu hören.

@transponder
Zitat

Wer sein Engagement bei DAB so zurückfährt wie die deutschen Privatsender hat es nun wirklich nicht verdient, im Gegenzug mit weiteren UKW-Funzeln versorgt zu werden.

Dann kannst du auch gleich einigen Öffis wie dem hr und dem NDR die Frequenzen entziehen.

Zitat

Es wird Zeit, dass hier politisch ein Machtwort gesprochen wird. Da die deutsche Bundesregierung hierzu offenbar nicht in der Lage ist, muss halt die EU die Sache in die Hand nehmen.

Sorry, die Bundesrgierung ist dafür gar nicht zuständig. Schon mal was von Rundfunkhoheit der Länder gehört ;)






von Schwabinger - am 10.04.2007 17:25
Entschuldigung. Dann bin ich wohl mit meiner Meinung in der Minderheit. Zu Zeiten als es in Deutschland nur öffentlich-rechtlichen Rundfunk/ Fernsehen gab, wurden wir von der ganzen Welt bezgl. der Qualität und Ausgewogenheit beneidet.
Heutzutage wären wir froh hier wenigstens die Vielfalt der Programme wie in den USA zu haben.

von digifreak - am 10.04.2007 17:41
Ich teile deine Meinung auch, digifreak. Ist zwar drastisch formuliert, aber im Kern richtig. Die ersten paar Jahre waren privates TV und Radio wirklich eine Alternative, aber was inzwischen daraus wurde, kann man getrost in der Pfeife rauchen. Das private Fernsehen ist werbeverseucht und grenzt an Volksverblödung und das private Radio wurde zum langweiligen, eintönigen Gedudel mit viel dümmlichem Geplapper, aber ohne nennenswerten Regionalbezug. Radio7 hatte z.B. bis in die 90er-Jahre hinein mehrere Stunden täglich echtes Regionalprogramm gesendet. Inzwischen ist davon so gut wie gar nichts mehr übrig geblieben. Für solchen Schmarrn noch weitere DX-Frequenzen zuzukleistern, wäre Ressourcenverschwendung. Lieber sollte man mal für DLF und D-Kultur ein anständiges, flächendeckendes Netz aufbauen. Im Kreis Konstanz ist nach wie vor kein D-Kultur auf UKW empfangbar, obwohl die 94,5 in Konstanz schon ewig koordiniert und sogar schon getestet wurde. Noch besser wäre es, Radio7 die geniale 102,5 auf dem Witthoh zu entziehen, weil sowieso kein erwähnenswertes Regionalprogramm mehr produziert wird und die Gegend schon gut genug durch die Iberger Kugel versorgt wäre!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 10.04.2007 17:54
Zitat
digifreak
Wem nützen die digitalen Versuchssendungen der NKLs und des werbefreien Bürgerfunks?

Darüber kann man zweifelsfrei gut streiten, aber es wäre schon heute wenigstens eine Möglichkeit Digitalradio ein wenig bekannter zu machen, wenn sich die ohnehin von den LMAs "DAB-gesponserten" Sender schon keine Mühe geben. Mal davon abgesehen, dass es unklar ist, ob überhaupt jemals ein NKL / OK-Radio in der Zukunft dann noch digital senden darf. Ich habe da so meine Zweifel.

von KlausD - am 10.04.2007 17:59
Wird alles ein bisschen offtopic hier.

Es geht darum, dass die BNetzA ein Verfahren entwickeln soll, nachdem ein Dienstleister für den Senderbetrieb ausgewählt werden soll. Das Problem, so lese ich, stellt sich dann, wenn mehrere Anbieter in Frage kommen.

An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass ein Koordinierung innerhalb eines Radius von 15 km verschoben werden kann, also zu einem anderen Standort verlegt werden kann (unter Berücksichtigung der Antennehöhe selbstverständlich).

Daher können die LMAs problemlos eine Frequenz ausschreiben, und anschließend sucht sich der Gewinner der Ausschreibung einen geeigneten Partner für den Sendernetzbetrieb, der sich innerhalb des koordinierten Gebiets einen geeigneten Senderstandort sucht.

von Alqaszar - am 10.04.2007 18:12
Weiter mal OT:

Privatrundfunk, gerne. Aber (ich wiederhole mich da :) ) dann sollten die Frequenzen versteigert werden und Privatradio vom heuchlerischen Mantel des Kulturguts getrennt werden. Man kann zwar Kultur sicherlich nicht mit Niveaubegriffen definieren, aber wenn schon das Selbstverständnis der Verantwortlichen mittlerweile ausschließlich in Richtung Geldmaschine tendiert, ist IMO der Grenzstrich längst überschritten. In dem Zug dann bitte gleich weg mit sowieso fast ausnahmslos nicht beachteten und kontrollierten Programmauflagen und den zahnlosen Bürokratietigern in den LMAs. Insgesamt würde das pro Jahr einen zweistelligen Mio.-Betrag sparen bzw. neu einbringen.

von -Ole- - am 10.04.2007 19:50
Zitat

Dann kannst du auch gleich einigen Öffis wie dem hr und dem NDR die Frequenzen entziehen.

Das würde ich unterschreiben - wegen Verweigerung von DAB - und nicht wegen dem Programminhalt.
Bis zu 7 Programmketten auf UKW nur um den anderen keine Chance zu geben. Da macht es die BBC um einiges besser.
Die Programminhalte der meisten VPRT-Mitglieder sind ein anderes Thema - man müsste wieder mal den VPRT darauf aufmerksam machen.

von drahtlos - am 10.04.2007 19:53
Zitat

Bis zu 7 Programmketten auf UKW nur um den anderen keine Chance zu geben. Da macht es die BBC um einiges besser.


Die BBC hat vier landesweite UKW-Ketten und eine Lokalkette, dazu eine MW-Kette. Daneben gibts in GB nur eine einzige landesweite FM-Kette und die wird mit einem Programm bespielt, das man hierzulande in die Kategorie "Nischenfunk" einsortieren würde. Der Rest ist Lokalradio.

von -Ole- - am 10.04.2007 19:55
Auch die Derutec hat sich diese Woche dazu geäußert:
http://www.radiowoche.de/index.php?area=1&p=news&newsid=3632


von ts01 - am 31.05.2007 14:12
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