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UKW und MW-Frequenzen der DDR-Radiosender

Startbeitrag von Scanner100 am 23.04.2007 07:54

Hallo an alle

Weiß noch jemand wie die DDR-Radiosender von 1949 bis 1988 über UKW oder MW gesendet haben?

Ich habe da zwar eine Liste von 1989. Aber mich würden auch mal die Frequenzen früherer Jahre interesieren.

Wer weiß da noch etwas?

Andy

Antworten:

Auf meiner Homepage dürftest Du fündig werden: www.dxradio-ffm.de.
Viel Spaß beim Stöbern!


von Heinz Schulz - am 23.04.2007 08:03
Das sind wirklich super Listen auf dieser Seite.

Gibt es solche Listen auch für die TV-Sender der DDR?

Kann mir da jemand helfen?

Andy

von Scanner100 - am 27.04.2007 06:51
Ich habe hier mal eine Liste von der Programmumstellung ab 9.6.1954.
Die Programme hießen jetzt "Deutschlandsender", "Berlin 1. Programm" und "Berlin 2. Programm".
Die Bezirksstudios strahlten kurze Regionalsprogramme aus, z.B. Leipzig (962 kHz) von 18:00 bis 18:45 Uhr und Dresden (1043 kHz) von 18:30 bis 19:00 Uhr.


DS B1 B2
Berlin 611 kHz
98,2 Mhz 92,5 Mhz
Königswusterhausen 185 kHz 881 kHz
6115 kHz 7150 kHz
Potsdam 557 kHz
Rheinsberg 95,2 Mhz

Reichenbach 912 kHz
Dresden 89,8 Mhz 1043 kHz

Plauen 1079 kHz
Leipzig 962 kHz 9730 kHz
88,0 Mhz

Erfurt 858 kHz
Inselsberg 94,0 Mhz
Hildburghausen 688 kHz

Brocken 94,6 Mhz
Bernburg 1196 kHz
Burg 782 kHz 575 kHz

Schwerin 89,2 Mhz 728 kHz



von StGr - am 12.02.2009 20:44
Zitat
Gibt es solche Listen auch für die TV-Sender der DDR?


Hier noch ein paar Angaben zur Kanalverteilung in den frühen Jahren des DDR-Fernsehens.
1956 waren folgende Sender in Betrieb:

Berlin-Grünau BT: 41.75 MHz TT: 47.25 MHz.
Berlin City I BT: 59.25 MHz TT: 65.75 MHz
Leipzig BT: 59.25 MHz TT: 65.75 MHz
Dresden BT: 145.25 MHz TT: 151.75 MHz
Brocken BT: 169.25 MHz TT: 175.75 MHz
Inselsberg BT: 185.25 MHz TT: 191.75 MHz
Marlow BT: 193.25 MHz TT: 199.75 MHz
Karl-Marx-Stadt BT: 201.25 MHz TT: 207.75 MHz
Berlin City II BT: 209.25 MHz TT: 215.75 MHz

Ab 1959 wurde stufenweise auf den in Mitteleuropa allgemein gebräuchlichen Bild-/Tonabstand von 5.5 MHz übergegangen. Daneben wurden die Frequenzen der meisten Sender auf CCIR-Kanäle umgestellt. Auch nach eigenen Beobachtungen war der Bildträger des Fernsehsenders Dresden noch bis zu Beginn der 60er-Jahre auf seiner sich mit dem 2m-Amateurband der Funkamateure deckenden "alten" Frequenz zu hören. In meinem damaligen Wohnort ( Braunschweig ) konnte er zwar als willkommener Ausbreitungsindikator verwendet werden, hatte aber zur Folge, daß im Bereich von 100Km um Dresden jeglicher 2m-Amateurfunkbetrieb gesperrt war.

Hier eine DDR-TV-Senderliste aus dem Herbst 1959. Dabei wird allerdings ein zu diesem Zeitpunkt noch nicht überall vollzogener Zustand beschrieben. So arbeiteten die Sender Leipzig und Dresden in der Übergangsphase noch auf ihren "alten" Bildträgerfrequenzen, aber bereits mit 5.5 MHz B/T-Abstand )

Helpterberg BT: 55.25 MHz TT: 60.75 MHz CCIR Ch.3
Cottbus ( gepl. ) BT: 62.75 MHz TT: 67.75 MHz CCIR Ch.4
Berlin BT: 175.25 MHz TT: 180.75 MHz CCIR Ch.5
Inselsberg BT: 175.25 MHz TT: 180.75 MHz CCIR Ch.5
Brocken BT: 182.25 MHz TT: 187.75 MHz CCIR Ch.6
Marlow BT: 189.25 MHz TT: 194.75 MHz CCIR Ch.8
Karl-Marx-Stadt BT: 189.25 MHz TT: 194.75 MHz CCIR Ch.8
Leipzig BT: 196.25 MHz TT: 201.75 MHz CCIR Ch.9
Dresden BT: 203.25 MHz TT: 208.75 MHz CCIR Ch.10
Schwerin BT: 210.25 MHz 215.75 MHz CCIR Ch.11

Klaus





von klausklaus - am 13.02.2009 10:29
Fernsehsender in der DDR ( Stand: IV/1964 )

Grundsender:
Helpterberg CCIR-Ch.3
Calau ( Cottbus ) CCIR-Ch.4
Berlin CCIR-Ch.5
Inselsberg CCIR-Ch.5
Brocken CCIR-Ch.6
Katzenstein ( K.-M.-Stadt ) CCIR-Ch.8
Marlow CCIR-Ch.8
Leipzig CCIR-Ch.9V
Dresden CCIR-Ch.10V
Schwerin CCIR-Ch.11

Kleinsender:
Schöneck ( Vogtl. ) CCIR-Ch.6V
Görlitz CCIR-Ch.6
Eisenhüttenstadt CCIR-Ch.7
Lobenstein CCIR-Ch.7V
Rhinow CCIR-Ch.9
Frankfurt/Oder CCIR-Ch.11
Bleßberg/Thür. CCIR-Ch.12

V = vertikale Antennenpolarisation

Eine informative Karte aus den 80er-Jahren findet man hier:
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,449269

Klaus


von klausklaus - am 13.02.2009 11:14
Und wie war dann die Belegung in den Endachtzigern? Denke das es da schon mehr FM Sender gab.

von Martyn136 - am 15.02.2009 21:44
Klar waren es mehr. Ab ca. 1986/1987 kamen dann immer mehr neue Sender oberhalb 100MHz dazu.

siehe
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,449269,page=1

von carkiller08 - am 15.02.2009 21:57
Schon 1960 gab es ziemlich viele UKW-Sender:


DS RDDR1 RDDR2 BR BW

Zehlendorf 185 kHz
Berlin 611 kHz 1358 kHz
97,65 MHz 98,6 MHz (BR+BW)
Königswusterhausen 6115 kHz 881 kHz
7300 kHz

Potsdam 656 kHz
Stülpe 91,25 MHz
Rheinsberg 95,25 MHz

Seelow 1546 kHz
Cottbus 520 kHz

Reichenbach 912 kHz
Görlitz 95,4 MHz
Dresden 1043 kHz 89,8 MHz

Chemnitz 92,9 MHz 602 kHz
Plauen 1079 kHz

Leipzig 575 kHz
9730 kHz
96,65 MHz 89,45 MHz 93,9 MHz 90,4 MHz

Erfurt 629 kHz
Inselsberg 97,15 MHz
Sonneberg 98,3 MHz 99,5 MHz
Suhl 692 kHz 1052 kHz

Brocken 97,4 MHz
Bernburg 1570 kHz
Burg 782 kHz 98,15 MHz
Dequede 96,95 MHz

Schwerin 728 kHz 529 kHz
97,3 MHz 92,75 MHz 94,6 MHz
Marlow 91,05 MHz 99,85 MHz
Greifswald 557 kHz
Helpterberg 99,1 MHz



Interessant ist, dass es Radio DDR 2 in Berlin gar nicht gab, stattdessen hatte man die Berliner Welle.
Und statt erst einmal Versorgungslücken zu schließen strahlten die im Westen empfangbaren MW- und UKW-Sender bevorzugt den Deutschlandsender aus, obwohl der damals schon mit 500 kW auf Langwelle kam.

von StGr - am 16.02.2009 10:03
Warum sendete man eigentlich auch auf KW?

von andimik - am 16.02.2009 12:53
Aus demselben Grund, mit dem auch Österreich auf der KW sendete?! :confused:

von Mc Jack - am 16.02.2009 13:39
Zitat
andimik
Warum sendete man eigentlich auch auf KW?


Erstens waren die Sender nun eimal vorhanden und RBI brauchte sie damals nur stundenweise.
Und zweitens wollte man natürlich Westdeutschland erreichen.
(Damals wollten Rundfunksender ja ein möglichst großes Gebiet versorgen, nicht ein "Sendegebiet", das an der Landesgrenze aufhört.)

Zitat
Mc Jack
Aus demselben Grund, mit dem auch Österreich auf der KW sendete?! :confused:


Hier ging es hauptsächlich um Südtirol.

von StGr - am 16.02.2009 14:07
Das waren noch Zeiten als SWF, SDR, BR und Radio Bremen/ SFB auf der Kurzwelle sendeten. Ich frage mich warum NDR, WDR und HR keine KW-Sender hatten.

von digifreak - am 16.02.2009 16:15
NDR und WDR sendeten als NWDR auf Kurzwelle. http://www1.ndr.de/unternehmen/technik/rundfunktechnik/jahreradio6.html
Zu späteren Zeiten sah man durch die starken Mittelwellensender evtl. keinen Sinn mehr im KW-Rundfunk. Von der BR-Kurzwelle gibt es ja das Gerücht, dass Strauß auch im Ausland seinen BR hören wollte und deshalb beim BR eine recht gute KW-Technik vorhanden war und ist. Der HR hat meines Wissens nie auf KW gesendet, man hatte ja auch die beiden starken MW-Sender. Generell hat es mich gewundert, dass der SWR 2 KW-Sender bis 2004 betrieben hat. SWR3 und SWR Cont.Ra waren so europaweit zu hören. Schade, dass man sich anders entschieden hat!

von oli84 - am 16.02.2009 17:06
Der NWDR hatte einen Kurzwellensender in Osterloog, der unter anderem auf 6075 kHz sendete.
Dieser wurde 1953 an die Deutsche Welle abgegeben, es gab aber wohl auch noch einige Sendungen des NDR bis Anfang der 60er Jahre.

Der Hessische Rundfunk sendete etwa von 1948 bis 1953 auf 6190 kHz, was wohl auch daran lag, dass man von 1949 bis 1951 keine vernünftige Mittelwellenfrequenz hatte.

von StGr - am 16.02.2009 17:56
Was mir bei der alten UKW-Sender-Uebersicht der DDR aufgefallen ist: Die 98,3 war früher also auf dem Blessberg und wanderte dann nach (Süd)Westen auf den Kreuzberg - interessant... Man sprach also doch miteinander, die Frequenzkoordinatoren der beiden Länder scheinen also miteinander in Kontakt gestanden zu haben.

von dxbruelhart - am 17.02.2009 07:26
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