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Ballempfang extrem - was ist möglich ?

Startbeitrag von Der Korken am 30.06.2007 07:56

Technisch, meine ich. Ich staune immer noch darüber, dass es offenbar möglich ist, auf dem Ochsenkopf den Wendelstein "ballempfangstauglich" zu empfangen.
Dass der Langenberg die 103,0 als Zuführung für BFBS nutzt, war schon länger bekannt - obschon in Langenberg die 103,3 direkt daneben mit 100 KW rausgeht. Das setzt natürlich ordentliche Filter voraus, von denen ich vor langer Zeit einmal einige bestaunen durfte.
Und nun frage ich : was ist im Extremfall an Ballempfang möglich ? Wenn vor Ort 100 KW auf 102,4 rausgehen, kann man dann einen Ballempfang von 102,3 oder 102,2 sauber ermöglichen ? Und wäre es denkbar, wenn die Abschirmplattformen gut gebaut sind, dass man z.B. auf 102,3 den Ballempfang machen kann und dann auf 102,3 wieder auszusenden, ohne dass es Beinträchtigungen gibt ?
(Vielleicht ist das wirklich eine Frage an die Techniker hier im Forum)

Antworten:

Zitat

Abschirmplattformen gut gebaut sind, dass man z.B. auf 102,3 den Ballempfang machen kann und dann auf 102,3 wieder auszusenden, ohne dass es Beinträchtigungen gibt ?


Nö :-) Denn wenn dies hinhauen würd, wrdest du nix mehr empfangen. Schöner ist die Zulieferung über Sat :-) Abgesehen, dass ein und das selbe Prog auf der selben QRG keinen Sinn macht da sich die Programme dann eh gegenseitig stören (bzw auslöschen)

von Frannek1 - am 30.06.2007 07:59
Zitat

Dass der Langenberg die 103,0 als Zuführung für BFBS nutzt, war schon länger bekannt - obschon in Langenberg die 103,3 direkt daneben mit 100 KW rausgeht. Das setzt natürlich ordentliche Filter voraus, von denen ich vor langer Zeit einmal einige bestaunen durfte.

Sicher, dass da mit "ordentlichen Filtern" gearbeitet wird (meinst du damit ZF-Filter oder etwas anderes)?
Beim Ballempfang (und auch bei Kabeleinspeisung) sind die ZF-Filter normalerweise sehr breit, da ja das qualitativ bestmögliche Signal weiterverbreiten will (darum wird ja meist auch direkt umgesetzt und nicht erst in NF gewandelt und neu moduliert).

Zu dem Beispiel: So schwierug ist das nicht, die beiden zu tennen.
Die Sendeantennen hängen oben, weit weg von den viel tiefer angebrachten Ballempfangs-Antennen.
Die sind ja dann auch noch meist gestockte Log-Per's mit einer sehr starken Richtwirkung, und der Störer ist ja ersterns viel weiter oben und noch dazu in der entgegengesetzten Richtung.

von WiehengeBIERge - am 30.06.2007 08:07
Das das keine ZF-Filter sind, ist mir klar. Es sind wohl eher "richtige" Filter, die in die Antennenleitung geschleift sind. Langenberg macht eben 300 KHz problemlos. Was wäre im Extremfall drin ? Würde das noch klappen, wenn angenommen Langenberg auf 103,1 senden würde - wäre die BFBS-Zuführung noch möglich via Ballempfang ?

von Der Korken - am 30.06.2007 08:22
Zitat

...dass ein und das selbe Programm auf der selben QRG keinen Sinn macht da sich die Programme dann eh gegenseitig stören (bzw auslöschen)


Nicht unbedingt!
Beispiel: Radio 24, das in den 70er-Jahren vom italienischen Pizzo Groppera aus für Zürich [ über die Alpen ! ] auf UKW mit 7000 kW ERP ( ! siebentausend) sendete, konnte zeitweise in Zürich nicht gut empfangen werden. Abhilfe schaffte ein "Relaissender" auf der Hohen Rhone in der Nähe von Zürich, der auf einer Tanne versteckt war und natürlich das Signal auf der selben Frequenz weiterreichen musste, sonst wäre der Trick aufgeflogen.
Dieser "Schwarzsender" wurde übrigens nur durch Zufall entdeckt, weil mit einem Helikopter der Berggipfel überflogen wurde, auf der Suche nach einem Standort für einen geplanten Richtfunkturm.

Die Sache galt als technische Spitzenleistung.

von audion - am 30.06.2007 08:35
Das kann aber nur gelingen, wenn das Empfangssignal am Umsetzerstandort mit kräftigen Signalen einfällt, oder ?


von Der Korken - am 30.06.2007 08:42
Zitat

Das kann aber nur gelingen, wenn das Empfangssignal am Umsetzerstandort mit kräftigen Signalen einfällt, oder ?

Das würde ich auch meinen. Aber es ist lange her ;) und ich kenne die technischen Parameter nicht mehr.

Eine andere Erinnerung an die technisch viel interessantere Radiozeit:

Im Tessin (südlich der Alpen) wurde damals auch der Südwestfunk (heute SWR) eine Zeit lang empfangen, dank einer "privaten Relaisstation" auf einem Berggipfel. Oben kam der SWF rauschfrei, im Tal zunächst überhaupt nicht. Plötzlich ging es auch unten ;) . Ich kann mich aber leider nicht mehr erinnern, ob auf der Originalfrequenz. Allerdings ist eine Gleichwellenumsetzung auf einem Berggipfel relativ leicht, wenn man Empfangs und Sendeantenne je etwa 50 Meter auf den entgegengesetzten Seiten vom Grat herunternimmt und die Antennen stockt und auf hohes VRV trimmt (gegen 30 dB) und nicht in erster Linie auf hohen Gewinn.
Auf Tannen im Wald ist das wohl etwas schwieriger ;)

Was in Spezialfällen auch geht, ist die in Rothammels Antennenbuch erwähnte, auf einem Berg-Grat aufgehängte Dipolzeile. Sie reicht die Welle (passiv) natürlich auch auf der Originalfrequenz weiter. (Man vergleiche die Düppel-Staniol-Streifen beim Stören von Radar im 2. WK)

von audion - am 30.06.2007 08:57
Das Umsetzen von Sendern via Ballempfang und Ausstrahlung auf der Empfangsfrequenz habe ich auch schon in diversen älteren Büchern beschrieben gesehen. Die Vorraussetzung ist halt nach wie vor, daß - wie schon mehrfach hier gesagt - der Abstand zwischen Empfangs- und Sendeantenne ausreichend bemessen sein muß, weil's sonst schlicht und einfach eine Rückkopplung gibt.

Einen Sender auf 102.3 zu empfangen und mit 100 KW auf der selben Frequenz vom Empfangsstandort wieder auszustrahlen halte ich für absolut unmöglich. Selbst wenn man die Empfangsantenne in einem unterirdischen Bunker unterhalb des Sendemastes installieren würde, käme noch genug Signal vom eigenen Sender an. Bei 100 KW sind alleine die Reflektionen aus der Umgebung schon viel zu hoch.


von Kay B - am 30.06.2007 14:31
Zitat

...dass es offenbar möglich ist, auf dem Ochsenkopf den Wendelstein "ballempfangstauglich" zu empfangen. ... Wenn vor Ort 100 KW auf 102,4 rausgehen, kann man dann einen Ballempfang von 102,3 oder 102,2 sauber ermöglichen ?

Grundsätzlich dürfte heute bei Großsendeanlagen der Ballempfang nur mehr zur Notversorgung bei Ausfall der anderen Zuführungen (Satellit fällt z.B. bei feuchtem Schnee, hohen Gewitterwolken und Starkregen aus) verwendet werden. In diesen Fällen könnte man zwar am Ochsenkopf die Programme grundsätzlich vom Wendelstein beziehen, BR4 aber von einem anderen Standort. Bei fast allen mit bekannten BR-Sendestandorten gibt es für UKW Ballempfangsantennen für zumindest 2 Hauptsender. In Berchtesgaden gibt es z.B. - topographisch bedingt - nur eine Ballempfangsmöglichkeit (Bad Reichenhall).

Hier z.B. am Hochberg/Traunstein sind es 3 Hauptsender (Wendelstein, Ismaning, Brotjacklriegel):





von Wasat - am 01.07.2007 09:25
Zitat
-faro-
Was in Spezialfällen auch geht, ist die in Rothammels Antennenbuch erwähnte, auf einem Berg-Grat aufgehängte Dipolzeile. Sie reicht die Welle (passiv) natürlich auch auf der Originalfrequenz weiter. (Man vergleiche die Düppel-Staniol-Streifen beim Stören von Radar im 2. WK)


Oh, ja. Zu diesem Thema fallen mir in gebirgiren Regionen Spaniens diese "Spiegel" ein, die so platziert werden, daß sie einen Sender, der das Tal nicht erreichen würde, genau darin hineinreflektieren.

Die Spiegel stehen also auf der dem Sender gegenübergewandten Seite. Sieht ganz lustig aus, ist so eine Ansammlung von 5 großen Metallplatten, die jeweils so ausgerichtet sind, daß sie zusammen das ganze Tal ausleuchten.

Auch eine völlig passive Lösung.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 01.07.2007 10:12
Solche TV-Füllsender mit Umlenkantenne hat es auch in DL gegeben.

Langenholzhausen K6 07E53 51N19; Elverlingsen K9 07E42 51N16; Reifferscheid K9 06E29 50N29; Velbert K9 07E59 50N53; Fulda-Stadt K11 09E44 50N32; Volkringhausen K11 07E53 51N22; Irrhausen K25 06E13 50N05; Fulda-Stadt K26 09E44 50N32.

von digifreak - am 01.07.2007 11:13
Zitat

Bei fast allen mit bekannten BR-Sendestandorten gibt es für UKW Ballempfangsantennen für zumindest 2 Hauptsender. In Berchtesgaden gibt es z.B. - topographisch bedingt - nur eine Ballempfangsmöglichkeit (Bad Reichenhall).

So ist es wohl bei allen öffentlich-rechtlichen Sendeanlagen in Deutschland. Ich kenne zwar nur wenige "von innen" (eigentlich nur 3), aber überall dort wurden alle Großsender aus einem Umkreis von ca. 200 km für Ballempfang / Kontrolle rangeholt, aber nur für den Notfall als Zuführung genutzt.
Von vielen anderen Großsendern wurde hier im Forum schon das gleiche berichtet.
Kleinsender dagegen, wie z.B. die WDR- "Funzeln" hier in der Gegend werden dagegen dauerhaft per Ballempfang gespeist.

In Steinkimmen werden z.B. folgende Sender empfangen:
- Hamburg
- Harz (Torfhaus)
- Stadthagen
- Aurich
- Osnabrück
- Lingen
und vielleicht noch mehr oder doch ein paar weniger, so genau habe ich es leider nicht mehr im Kopf, auf jeden Fall ist es fast der gesamte Nordwesten.

Beim sender Teutoburger Wald sind es:
- Münster
- Langeberg
- Nordhelle
- Torfhaus

Und so ähnlich wird es bei jedem Großsender der Ö-Rs sein.


von WiehengeBIERge - am 01.07.2007 14:23
Zitat

Im Tessin (südlich der Alpen) wurde damals auch der Südwestfunk (heute SWR) eine Zeit lang empfangen, dank einer "privaten Relaisstation" auf einem Berggipfel. Oben kam der SWF rauschfrei, im Tal zunächst überhaupt nicht. Plötzlich ging es auch unten ;)


@ -faro-
Kannst du dich noch erinnern, in welchem Tal das war? Und welche Programme? SWF3? SWF1?

von Fred54 - am 01.07.2007 15:32
Daß Grundnetzsender nur als Backup per Ballempfang gespeist werden, würde ich nicht sagen.

Soweit ich weiß, wurde z.B. der SWR-Sender auf dem Heidelberger Königstuhl per Ballempfang vom Stuttgarter Fernsehturm gespeist.


von Kay B - am 02.07.2007 12:42
Es scheint dann 2 Arten von Ballempfang hinsichtlich der technischen Umsetzung zu geben. Ich kenne nur die ueber Demodulation und neuer Modulation der NF. Eine reine Frequenzumsetzung hab ich noch nicht festellen koennen. Die Funzeln die ich kenne sind meisst etwas lauter und schalten die NF ab wenn der speisende Sender fehlt. Man hat dann nen Leertraeger mit RDS und Stereo. Mit nem recht starken Stoersender koennt man ja nachweisen ob Ballempfang verwendet wird oder nicht. 1 Watt sollte da locker reichen um mal zumindest ein zischeln zu erzeugen, natuerlich illegal.
In der Regel wird Ballempfang auch bei Grundnetzsendern als Backup verwendet.

von Nordlicht2 - am 02.07.2007 12:55
Was Anderes: Im Analogbereich gibt es bekanntlich manche Fernsehfüllsender, die per Ballempfang von einem anderen Fernsehfüllsender versorgt werden, der wiederum einen Grundnetzsender empfängt. Dies ist dann quasi eine 3-stufige Zuführungskette.

Gibt es so etwas auch 4-stufig irgendwo? Also: Grundnetzsender -> Umsetzer 1 -> Umsetzer 2 -> Umsetzer 3

von Natrium - am 02.07.2007 13:27
@Fred54
Zitat

@ -faro-
Kannst du dich noch erinnern, in welchem Tal das war? Und welche Programme? SWF3? SWF1?

Hmm, das war in den 70-ern oder gar 60ern, aber wo kommt mir nicht mehr in den Sinn. Es war jedenfalls nur SWF 1 (SWF 3 gab es noch lange nicht). SWF 1 war damals (wie heute SWR 4) ein sehr häufig gehörtes Programm in der Schweiz, da auf UKW vom Schweizer Staatsrundfunk nie ein melodiöses Programm verbreitet wurde. Es waren jedenfalls Ostschweizer, die auch im Wochenend- und Ferienhaus ein "anständiges" Radioprogramm hören wollten.

Ich selber wollte 1972 im Gotthardgebiet die ARD in ein Bergtal (Urserental) hinunterbringen. Raichberg E 04 kam oben bei der Station perfekt rein, unten war nichts zu empfangen. Eine "stillschweigende" ;) Bewilligung des zuständigen Bergbahn-Verantwortlichen hatte ich bereits (Antennenbefestigung und Stromversorgung). Aber da musste ich leider beruflich wegziehen.

Die Technik war folgende (alles damals handelsübliche Ware):
6-Elemente-Antenne für K 4 mit Einbauverstärker (JAEGER), GA-Umsetzer Band I nach Band III (K 4 nach K 5), Pegelsteller, GA-Verstärker 50 dB (SIEMENS), K 5 11-Elemente-Antenne (JAEGER).

von audion - am 02.07.2007 14:25
Ballempfänger sind ja gezwungenermaßen recht breit. Da ist einfach die Frage, wie stark die Entkopplung bei 100kHz oder 300kHz Abstand schon sein kann. Das Nutzsignal selbst hat ja eine gewisse Bandbreite und rechteckige Filter gibt es bei diesen Frequenzen ( noch ) nicht. Erinnert euch als die Münchner Antenne Bayern 101,3 Ballempfang von der 107,7 Hochries machte und den Säntis von der 107,8 gleich mitübertrug ( auf der 101,2 ).

von Werner53 - am 02.07.2007 15:28
@ Kay B
Zitat

Daß Grundnetzsender nur als Backup per Ballempfang gespeist werden, würde ich nicht sagen.

Das habe ich auch nicht grundsätzlich behauptet, trotzdem gehe ich mehr als stark davon aus, da es bei den meisten Großendern so ist, bei allen die ich beuscht habe (sind zwar nur 3 ;-)) und bei allen anderen Berichten von Besichtigungen von Großsendern hier im Forum wurde es so erklärt / gezeigt.

von WiehengeBIERge - am 02.07.2007 18:05
Welche Entfernungen können so maximal überbrückt werden ?
z.B.: Über ein Meer oder extrem flachem Terrain?
Wendelstein - Ochsenkopf funktioniert ja anscheinend.



von March - am 02.07.2007 20:43
Zitat

Gibt es so etwas auch 4-stufig irgendwo? Also: Grundnetzsender -> Umsetzer 1 -> Umsetzer 2 -> Umsetzer 3

In Österreich schon. Im mittleren Ennstal in der Steiermark gibt es so etwas für TV sogar 7-stufig:
Grundnetzsender (Graz/Schöckl) > Umsetzer 1 (Eisenerz/Polster) > Umsetzer 2 (Eisenerz/Vogelbühel) > Umsetzer 3 (Hieflau/Buchegg) > Umsetzer 4 (Landl/Salza) > Umsetzer 5 (Großreifling) > Umsetzer 6 (Altenmakrt/Eßling).
Für UKW geht es hier 4-stufig:
Grundnetzsender (Graz/Schöckl) > Umsetzer 1 (Eisenerz/Polster) > Umsetzer 2 (Hieflau/Buchegg) > Umsetzer 3 (Landl/Salza)

Hier Bilder: http://www.wabweb.net/radio/sender/ennstal_stmk.htm

von Wasat - am 02.07.2007 21:33
Wie sieht es denn im Saarland und Bremen aus? Da hat man ja eigentlich nur einen Grundnetzsender. Da kann Backup ja eigentlich nur der Satellit sein.

von Marcus. - am 02.07.2007 22:04
Die Füllsender im Saarland hängen wohl alle direkt an den Grundnetzsendern, wobei ich mir speziell beim Sender Moseltal immer die Frage gestellt habe, wie das damals mit SR4 bzw. Unser Ding auf der 106,2 funktioniert hat. Die 103,7 wird aus Luxemburg durch Sender auf 103,6 und 103,9 in die Zange genommen, die 105,1 aus Merzig durch Sender auf 105,0 und 105,2. Da müssten Richtwirkung und Polarisationsentkopplung der Ballempfangsantenne schon extrem gut gewesen sein.

Sat-Backup dürfte es eigentlich heute nur für SR1, SR2 und SR3 geben. Als Anfang der Neunziger das Baggersyndrom zuschlug, hat man sich an der Göttelborner Höhe mit Ballempfang von der 94,2 vom Halberg beholfen und SR1 auf allen 3 Frequenzen gesendet. Ich bezweifele, dass das heute noch möglich wäre. Die 98,2 ist viel zu schwach und hängt per Ball selbst an der Göttelborner Höhe, wie ich mit der jüngst diskutierten Pilotton-Offset-Methode festgestellt habe.

von Saarländer (aus Elm) - am 03.07.2007 14:26
@ 3 Südwest

Zitat

Gibt es so etwas auch 4-stufig irgendwo? Also: Grundnetzsender -> Umsetzer 1 -> Umsetzer 2 -> Umsetzer 3


Irgendwo hab' ich mal gelesen, daß man in Ländern wie Griechenland dazu neigt, eine komplette Senderkette via Ballempfang zu speisen. Also quasie eine Reihenschaltung. So spart man sich halt den Richtfunk. :D


von Kay B - am 04.07.2007 08:47
Mich würden in solchen Fällen mal die Spektren der Sender am Anfang und am Schluss der Kette interessieren. Vielleicht schlägt da ja der "Stille Post"-Effekt zu...

von Natrium - am 04.07.2007 09:14
Zitat
Kay B
Irgendwo hab' ich mal gelesen, daß man in Ländern wie Griechenland dazu neigt, eine komplette Senderkette via Ballempfang zu speisen. Also quasie eine Reihenschaltung. So spart man sich halt den Richtfunk. :D


Rein auf TV bezogen:

In Griechenland ist mittlerweile die primäre Quelle für die Speisung von kleineren Sendern das NOVA-Paket auf Hotbird - Ballempfand wird immer schwieriger, da selbst in Großstädten wie Athen kaum ein störungsfreier Empfang möglich ist.

Da in Griechenland der Privatrundfunk nie wirklich legalisiert wurde, sondern mehr oder weniger geduldet ist, gibt es auch viele kleine Piratenstationen, die teilweise wohl wirklich mit einem Videorecorder und dessen HF-Modulator betrieben werden und so gewaltige Störungen verursachen. Teilweise wird sogar auf Sonderkanälen gezündet, die ja eigentlich terrestrisch gar nicht genutzt werden dürften.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 04.07.2007 09:20
Zitat
Marcus.
Wie sieht es denn im Saarland und Bremen aus? Da hat man ja eigentlich nur einen Grundnetzsender. Da kann Backup ja eigentlich nur der Satellit sein.


Mal ganz davon abgesehen, daß handelsübliche Feld-, Wald- und Wiesenumsetzer normalerweise keine Reservezuführung haben, ist man in Deutschland mit der Wahl alternativer Quellen im Havariefall nicht gerade zimperlich, zumal ja auch das ARD-interne Austauschnetz eine Störung haben kann. An den ständig bemannten Hauptsendern kann man deshalb auch immer auf benachbarte ARD-Sender umschalten.

Die tollste Story dieser Art wurde uns von den Technikern am Wendelstein erzählt: Es lief in der ARD eine Wintersportübertragung aus Österreich und auf einmal war das Signal weg. Da hat der diensthabende Techniker beherzt auf den ORF umgeschaltet. In Stuttgart hat man dann gesehen, daß der Bayrische Rundfunk ein Signal hatte und hat das dann übernommen. Irgendwann hatte sich das alles bis zum ARD-Stern in Frankfurt vorgearbeitet. Da sagte sich der Techniker am Wendelstein: Jetzt kann ich ja wieder darauf umschalten. Mit dem Erfolg, das mit seinem Tastendruck wieder alles weg war.

Ähnlich, aber weniger spektakulär war der Fall als vor vielen Jahren der Sendmast am Teutoburger Wald zusammengebrochen war. Zumindest der Umsetzer Porta Westfalica (K5) war ziemlich schnell auf die NDR-Version der ARD umgestellt, weil man vor der Inbetriebnahme des Ersatzsenders in Bielefeld, was einige Zeit gedauert hat, an der Stelle kein vernüftiges Signal vom WDR bekam.

Catperson


von catperson - am 05.07.2007 00:02
So weit ich mich erinnere, gehört zum Ball am Steinkimmen auch noch Cuxhaven. Ich muss mir nochmal die Bilder vom Tag der offenen Tür ansehen, da hatte ich die ganzen Gerätschaften dazu fotografiert.

von HAL9000 - am 05.07.2007 08:07
Anhand der Fotos wollte ich mir das auch rekonstruieren :D, allerdings habe ich nur diese:
http://www.senderfotos-owl.de/niedersachsen/steink-tdot14.jpg
http://www.senderfotos-owl.de/niedersachsen/steink-tdot15.jpg
http://www.senderfotos-owl.de/niedersachsen/steink-tdot16.jpg
http://www.senderfotos-owl.de/niedersachsen/steink-tdot25.jpg

Ich bin mir aber sehr sicher, dass da noch mehr Empfänger standen als auf diesen Fotos zu sehen sind.

von WiehengeBIERge - am 06.07.2007 18:34
T-O hat im TdoT-Steinkimmen-Thread 2006 dieses Foto onlinegestellt. Das beantwortet vielleicht die Ballempfangsfragen ;-)

von Staumelder - am 06.07.2007 20:55
So ganz exakt auf die Sollfrequenzen sind die Ballempfänger aber nicht abgestimmt.

von digifreak - am 06.07.2007 22:43
Zitat

So ganz exakt auf die Sollfrequenzen sind die Ballempfänger aber nicht abgestimmt.

Darüber hatten wir ja schon im anderen Thread (Tag der öffenen Tür) diskutiert, allerdings ohne eindeutiges Ergebnis.
Bei der Verwendeten ZF-Bandbreite in diesen Empfängern sind die geringen Fehleinstellungen aber völig unbedeutend.

von WiehengeBIERge - am 07.07.2007 10:39
Ausserdem stammen die Fotos aus dem Kontrollraum (also zum Abhören). Die richtigen Empfänger sind ja exakt auf die "Abgreiffrequenz" eingestellt.

von Staumelder - am 07.07.2007 11:19
Zitat

Die richtigen Empfänger sind ja exakt auf die "Abgreiffrequenz" eingestellt.


Sind sie nicht (man beachte Stadthagen) ;-):

@ alle, die letztes Jahr auch in Steinkimmen waren:
Zitat

Ausserdem stammen die Fotos aus dem Kontrollraum (also zum Abhören).

Jetzt noch einmal eine Verständnisfrage, ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das damals richtig vertsanden habe, darum schreibe ich es malso,wie ich es verstanden habe:
Die Empfänger dienen sowohl zum Abhören (Senderkontrolle) als auch zum Ballempfang bei Leitungsstörungen, so dass man immer mehrere Ersatzwege hat.
Ist das so richtig?

von WiehengeBIERge - am 29.07.2007 09:54
Torfhaus steht aber auch neben der Sollfrequenz. Vielleicht hat jemand diesen Hinweis nicht beachtet :D

von Staumelder - am 29.07.2007 11:13
Der NDR nutzt am Standort Helgoland für Ballempfang neben den Westküstensendern auch den GS Aurich.

von Auricher - am 29.07.2007 12:13
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