Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
16
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren
Beteiligte Autoren:
Radiowaves, Doctor Daemon, Grenzwelle, M. Schirmer, Rolf, der Frequenzenfänger, Kay Bartholomäus, B. Antworter, Kuwe, Steffen_K1, Informant, ... und 3 weitere

UKW Stereo - Wie groß darf die L-R - Differenz sein?

Startbeitrag von Kay B am 13.07.2003 14:32

Bei UKW wird der Stereoton bekanntlich mittels eines Differenzsignales auf 38 kHz übertragen.

Aber wie groß darf diese Differenz eigentlich sein? Bei AFN Frankfurt / AFN Hessen ist's auf 98.7 MHz schon manchmal passiert, daß man während einer Feedübernahme aus den USA zufällig das eine Programm auf den linken Kanal und das andere Programm auf den rechten Kanal gelegt hat.

Beim deaktivieren des linken bzw. rechten Kanals war immer ein relativ sauberes Signal auf dem jeweilig anderen Kanal. Man hat also für eine kurze Zeit zwei Programme gleichzeitig über die 98.7 laufen lassen.

Wäre sowas überhaupt erlaubt und könnte man es REIN THEORETISCH zur Kapazitätserweiterung auf UKW verwenden. Man könnte so z.B. auf dem Mono-Programm von B5-Aktuell auf den zweiten Stereokanal ein weiteres Monoprogramm packen.

Antworten:

Könnte man schon,aber viele einfache Radios haben kein Balanceregler mehr, um die beiden Sender trennen zu können.Es käme nur ein Mischmasch raus.Wie auf der Kirmes. :D Bei Monoempfang kann man dann nichts mehr trennen, weil beide Sender auf einmal empfangen werden.

von Steffen_K1 - am 13.07.2003 14:42
Auf Ö3 gab es mal eine Sendung, in der auf dem linken Kanal anderes Programm kam als auf dem rechten. Man musste also entsprechend den Balanceregler verwenden, um das eine oder andere Programm hören zu können.
Wäre heute undenkbar sowas.



von Andreas W - am 13.07.2003 14:54
Zweikanalton, also wie beim Stereofernsehen. Naja, nur dass halt nicht wie beim TV (wo bei nem MonoTV dann der Linke kanal läuft) geht.



von elchris - am 13.07.2003 15:06
Beim TV wird genau das selbe Verfahren verwendet

von Informant - am 13.07.2003 15:28
Wenn man schon Bandbreite sparen möchte, dann sollte man lieber zwei Monosender austrahlen, da das Stereodifferenzsignal ja AM moduliert an der doppelten Pilotfrequenz wird. Dadurch hat das Differenzsignal ein oberes und unteres Seitenband und der Sender belegt 55 kHz. Zwei Monosender würden zusammen nur 40 kHz belegen (Eigentlich 30 kHz, aber man muß ja Platz lassen für den nicht vorhandenen Pilotton). Theoretisch wäre es also machbar alle 50 kHz einen Monosender zu platzieren, bei der Zweikanalvariante muß aber der Abstand schon 100 kHz betragen. (Wenn wir alle trennscharfe Radios mit 5kHz Abstimmung hätten, dann könnte man die Sender natürlich viel dichter packen)



von Doctor Daemon - am 13.07.2003 16:04
''Beim TV wird genau das selbe Verfahren verwendet''

Das ist natürlich Unsinn.

Beim TV liegt L+R (also Mono) auf dem Haupttonträger und 2R auf dem Nebentonträger im Stereobetrieb

Kanal 1 auf Haupttonträger und Kanal 2 auf Nebentonträger bei Zweikanalton. In letztgenannter Betriebsart sind die beiden Audiosignale locker um 60dB im Empfänger zu trennen, das Übersprechen ist gering genug.

Bei FM Stereo liegt L+R als direkt modulierter Inhalt an, L-R auf dem Hilfsträger 38kHzm jedoch logischerweise auf demselben Hauptträger. Mit diesem Verfahren sind selbst mit hohem Aufwand empfängerseitig nur ca 40dB Übersprechdämpfung zu erzielen, in der Pionierzeit von UKW-Radio und in Billigempfängern sind es meist sogar nur 25 dB.

FM Stereo war nie für die Aussendung zweier unabhängiger Monoinhalte konzipiert und wird von seriösen Anbietern auch niemals so eingesetzt werden.

von Grenzwelle - am 13.07.2003 18:32
Kuttner hat das vor vielen Jahren mal auf Fritz im "Sprechfunk" gemacht: die ganze Sendung zum Thema "Zweikanal", auf der einen Seite Musik, auf der anderen Talk. Und die Hörer damit beinahe in den Wahnsinn getrieben ;)

von Radiowaves - am 13.07.2003 19:14
Günter Schneidewind hat bei DT 64 Ende der 80er in der Wunschsendung freitags abends (Mobil..irgendwas??) auch mal solche Spielereien gemacht. Ein Lied rechts Ein Lied links.

von Kuwe - am 13.07.2003 19:32
Über RDS DI müßten auch Zweikanalton-Sendungen möglich sein. Es stellt sich die Frage. ob es ein Gerät gibt, dass die Funktion korrekt unterstützt.

von M. Schirmer - am 13.07.2003 20:08
Mobil Popradio hieß die Sendung mit Günter Schneidewind, der später dann (nach der Top 2000D) zu SDR 3 gewechselt ist.

von Radiowaves - am 13.07.2003 21:20
Radiowaves schrieb:

Zitat

Mobil Popradio hieß die Sendung mit Günter Schneidewind, der später dann (nach der Top 2000D) zu SDR 3 gewechselt ist.

...und inzwischen ist er bei SWR1 gelandet!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 13.07.2003 21:29
@ Doctor Daemon

Zitat:
"Dadurch hat das Differenzsignal ein oberes und unteres Seitenband und der Sender belegt 55 kHz. Zwei Monosender würden zusammen nur 40 kHz belegen (...)"


Wär's dann nich auch sinnvoller, Stereosendungen mit Hilfe von 2 Monosendern zu übertragen?

von Kay Bartholomäus - am 14.07.2003 08:05
Wie meinen? Die von einem UKW-Rundfunksender belegte Bandbreite ergibt sich aus seinem Modulationshub, der bei Monobetrieb nicht geringer ist als bei Stereo. Prinzip des Pilottonverfahrens ist ja die Aufsetzung auf bestehende Monosender.

Und um die Ausgangsfrage zu beantworten: Es geht nicht ums "dürfen", sondern um das Übersprechen zwischen den Kanälen, und das begrenzt die Differenz so stark, daß die Übertragung von zwei unabhängigen Monoprogrammen ausgeschlossen ist (das ist sie aber ohnehin schon durch die Forderung nach Monokompatibilität, weshalb dies kein Mangel des Systems ist).

von B. Antworter - am 14.07.2003 20:15
''Die von einem UKW-Rundfunksender belegte Bandbreite ergibt sich aus seinem Modulationshub, der bei Monobetrieb nicht geringer ist als bei Stereo. Prinzip des Pilottonverfahrens ist ja die Aufsetzung auf bestehende Monosender.''

Das stimmt so nicht. Die benötigte Kanalbreite wird von Hub und oberer Grenzfrequenz des Modulationsinhalts bestimmt. Bei Mono ist fo = 15kHz, bei Stereo ist fo=57 kHz, damit ist der Stereokanal bei gleichem Hub wesentlich breiter. Irgendwo hatte ich auch mal die Formel, mit der man das genau ausrechnen kann hier im Forum gepostet.

von Grenzwelle - am 14.07.2003 21:03
@ Kay: Möglich wäre dies, würde einiges an Bandbreite sparen (50 kHz Raster bei Sendern mit RDS wäre dann machbar), aber der technische Aufwand in Sender und Empfänger wäre um einiges höher.



von Doctor Daemon - am 15.07.2003 17:43
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.