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Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 11 Monaten
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Funkschatten, Ingo-GL, Carsten Steinhöfel, Jens1978, Werner53, Harald Z, Radiation

Logarithmisch-Periodische Dipol- Antenne für UKW und UHF

Startbeitrag von Funkschatten am 26.10.2007 09:26

Hallo,
ich suche nach einer guten Logarithmisch-Periodische Dipol- Antenne (LPDA) für den UKW und UHF Bereich. Kann mir da jemand was gutes empfehlen?

Bei Tripol habe ich diese LPDA gefunden: http://shop.tripol.de/karte/a4015.php?sid=93d3824f09aa7ec&nettoprice=19.00&bruttoprice=22.61&vat=19

Leider ist dort der Gewinn im UKW Bereich nicht besonders groß und liegt unter 5dB, da ich die Antenne dazu wohl vertikal betreiben werde (wegen DVB-T) sinkt der Gewinn noch mal stark ab.

Eine andere alternative wären 2 LPDA, eine für den UKW Bereich und eine für den UHF Bereich. Kennt jemand eine gute LPDA für den UKW Bereich?

Über einen selbstbau einer LPDA habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Nur weis ich nicht was ich da für Material nehmen soll, im Baumarkt gibt es eine große Auswahl, ist Aluminium dafür geeignet?

Eine Einführung zum selbstbau (berechnung) von LPDA habe ich hier gefunden:
http://www.wolfgang-rolke.de/antennas/

Kennt jemand noch weitere Links zum Thema selbstbau von LPDA?

Danke schon mal im voraus.

Antworten:

Die Antenne von Tripol ist vom Preis her ohne Frage günstig. Aus dem Diagramm ist das Verhalten bei UKW nur schwer zu erahnen. Vielleicht mag das mit den 5 dB für diesen Bereich ja zutreffen. Ist die vom Konzept her auch für UKW (Band 2) vorgesehen, oder ist sie für Band1 (E2-E4), VHF und UHF dimensioniert?

Vielleicht trifft ja diese Antenne das Interesse:

http://www.thiecom.de/lp1300.html

Nur, die kostet auch das 9(!)-fache. Da dürfte das Interesse wohl schnell verloren gehen.






von Radiation - am 26.10.2007 10:29
Die Log-Per-Antenne von Wittenberg WB 345 für VHF Band 3 und UHF ist aus Aluminium. Wird bei der Antenne von Tripol wohl genau so sein. Wittenberg hat den Vorteil, dass Halterungen für horizontal und vertikal polarisierte Montage dabei sind. Tripol hat nur eine Halterung für die Horizontale.
Und bei BAZ-Spezialantennen gibt es LogPer-Antennen. Die fertigen auch kundenspezifisch.

von Ingo-GL - am 26.10.2007 10:46
http://www.rkb.it
(Seite leider z.Z."Under Construction", aber möglicherweise bald wieder erreichbar)
Für UKW z.B. F 53.085 LOG FM/CN: 5 Elemente, 917 mal 1705 mm, 5,5 dBd, für 43,10 Euro

von Harald Z - am 26.10.2007 11:44
Alu ist eigentlich das einzig vernünftige Material für Antennenbau.

Eine LPDA für UKW hatte ich hier schon einmal beschrieben:
http://forum.mysnip.de/read.php?8773,345855,348910#msg-348910

Ich würde für UKW und UHF auch zwei Antennen verwenden. Bei so grossem Bereich (88-860MHz, ca. 1:10) ist der Gewinn meist nicht mehr so hoch. Hätte natürlich den Vorteil, dass VHF auch dabei ist.

von Carsten Steinhöfel - am 26.10.2007 13:01
Danke für eure Antworten,
für UKW benutze ich aktuell eine 3-Elemente Yagi-Antenne. Die ist natürlich für die Mitte des UKW-Frequenzbandes abgestimmt und hat bei 87,5 und 108MHz nur c.a. 2dB Gewinn.

Für DVB-T sind meine jetzigen Antennen unbrauchbar, da es Yagi-Kanalantennen sind. Die stammen noch aus alten analogen Zeiten. Die Kanal 9 Antenne wird im November komplett unbrauchbar, da Langenberg dann komplett Digital sendet. Die Kanal 35 Antenne (ex ZDF Wesel) ist falsch polarisiert und hat zudem starke Probleme mit dem Empfang von Sendern mit hoher Frequenz (z.B. Pro7/Sat1 - Kanal 55). Hier muss also unbedingt was neues angebracht werden.

Für DVB-T eignet sich meiner Meinung nach am besten eine LPDA für UHF, da die hier im Ruhrgebiet von Kanal 25 - 55 senden. Ein Problem hätte ich, wenn plötzlich wieder was im VHF Bereich gesendet würde.

Aktuell denke ich über so eine Lösung nach:
LDPA für 87,5MHz - 150MHz (eventuell selbstbau)
LPDA von Tripol für UHF DVB-T

Bekommt man in der Region Ruhrgebiet/Niederrhein eventuell noch DVB-T Sender aus anderen Bundesländern oder Ländern rein? Dann müsste ich meine Planung noch mal überdenken. Richtung RLP und Belgien habe ich hier gute Bedingungen.

von Funkschatten - am 26.10.2007 13:06
LogPer-Antennen sind für die Messtechnik ganz schön, weil sie über einen weiten Frequenzbereich ein recht konstanten Gewinn haben. Für Rundfunkempfang sind sie nicht ideal. Das Problem ist halt, dass sie zu höheren Frequnzen hin weniger Empfangseistung abgeben, weil die Wirkfläche des Dipols zu höheren Frequenzen hin abnimmt. Rundfunkempfangsantennen hingegen sind ja meist so abgestimmt, dass der Gewinn zu höheren Frequenzen hin zunimmt. Dies kompensiert den Effekt der abnehmenden Wirkfläche wenigstens teilweise.

von Ingo-GL - am 26.10.2007 13:41
das sehe ich auch so. Eine 3 ele Yagi für UKW sollte besser sein als die meisten log. periodics

von Werner53 - am 26.10.2007 14:27
Dieses hier entspricht vom Aufbau dem was ich jetzt auf dem Dach habe:
http://shop.tripol.de/karte/a0312.php?sid=a04cfe43fb1d0da&nettoprice=14.00&bruttoprice=16.66&vat=19

Wenn man der Grafik glaubt sinkt der Gewinn im unteren und oberen Bereich stark ab. Wenn die Antenne der Beschreibung von Ingo-GL entsprechen sollte müßte das maximum doch bei 108MHz liegen, der höchsten Frequenz.

Leider habe ich keine Datenblätter zu der Antenne, aber ich meine damals gelesen zu haben dass die Antenne auf 97,7 MHz ausgelegt ist, weil das die Mitte des Frequenzbandes ist. Das dürfte dann der Grafik bei tripol entsprechen.

Was habt ihr denn so für Antennen auf dem Dach für den UKW Empfang?

von Funkschatten - am 26.10.2007 15:10
Ich hatte in erster Linie an UHF gedacht. Bei den UKW-Yagi-Antennen ist es wohl tatsächlich so, dass der Gewinn zu den Bandenden hin abfällt.

Bei LogPer-Antennen ist ein Gewinn von maximal 10 bis 12 dB zu erreichen. Mehr ist prinzipiell nicht möglich.

{Edit: Richtig ist: 6 bis 10,5 dBi je nach Auslegung der Antenne. Siehe unten}

von Ingo-GL - am 26.10.2007 16:11
Also für UKW finde ich persönlich eine LPDA nicht passend. Sie fertigt den erhöhten Materialaufwand und auch das resultierende Gewicht keinesfalls. Bei UHF sieht die Sache ganz anders aus. Da macht ein LPDA durchaus Sinn. Ich habe mir für beide Arten eine LPDA mal berechnet, simuliert und schließlich auch gebaut. Die UHF Antenne habe ich für eine f_max deutlich über K69 berechnet. Das Problem mit dem Gewinn ist ja bei allen LPDAs das jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Dipolen jeweils in Resonanz liegen. Die anderen wirken entweder kapazitiv (weil zu kurz) oder induktiv (weil zu lang). Von daher sind sehr einfach gesagt LPDAs mit einem kleineren Öffnungswinkel im Gewinn höher, allerdings auch schmalbandiger.
Mich würde an dieser Stelle einmal interessieren, wie man ein LPDA als Eregerzentrum mit einer Yagikonstrukion als Wellenleiter aufbaut? Ich habe sowas schonmal auf Häuserdächern gesehen. Allerdings ändert sich das Resonanzzentrum bei der LPDA mit der Frequenz dauernd, so dass die Dipole der Yagi doch fast nie in der richtigen Entfernung liegen, oder sehe ich da was falsch?

von Jens1978 - am 26.10.2007 16:32
Zitat
Jens1978
Also für UKW finde ich persönlich eine LPDA nicht passend. Sie fertigt den erhöhten Materialaufwand und auch das resultierende Gewicht keinesfalls. ...

Das kommt auf die Größe der Yagi an. Der Materialaufwand und die Boomlänge meiner 12el LPDA ist in etwa vergleichbar mit der Triax FM8. Vom Gewinn her hat diese im Maximum (102-104MHz) 1dB mehr, dafür am Bandanfang 1,5dB weniger. Dafür kann man das F/B bzw. F/S in einem grossen Teil des Bandes vergessen. (Daten aus meinem Posting oben und von http://ham-radio.com/k6sti/fm8s.htm. Ich würde aber gerne mal einen direkten Vergleich machen. Wenn jemand eine FM8 o.ä. hat und mal vorbeikommen möchte, können wir das mal testen.

Die Körner-Yagis sind was das F/B angeht allerdings eine Ausnahme und sehr gut optimiert. Den Spitzengewinn bekommt man mit einer LPDA auch nicht mehr hin. (So ca. konstant 12dBi bei 6m Boomlänge geht aber noch.)

So eine Yagi mit LPDA als Erreger (ähnlich APS-13) schwebt mir auch noch vor, allerdings habe ich nie was vernünftiges berechnet bekommen.

Das Argument mit der Wirkfläche sehe ich ein, allerdings habe ich praktisch von dem Effekt noch nichts bemerken können. Im oberen Bereich sind die Signale nicht merklich schwächer als im unteren Bereich. Überhaupt kommt es auf den absoluten Gewinn nicht so sehr an, sondern eher auf das Richtdiagramm, denn die Signale sind meist stark genug aber eben von Funzeln und anderen Sendern gestört.

von Carsten Steinhöfel - am 26.10.2007 20:40
Zitat
Carsten Steinhöfel
Überhaupt kommt es auf den absoluten Gewinn nicht so sehr an, sondern eher auf das Richtdiagramm, denn die Signale sind meist stark genug aber eben von Funzeln und anderen Sendern gestört.

Ich bin hier, schon fast NRW typisch, von "Funzeln" umgeben. :rolleyes: Da wären Bottrop, Essen, Duisburg, Moers, Wesel, Mülheim, Rheinberg, Oberhausen und Bocholt. Daher suche ich etwas mit einem geringen Öffnungswinkel.

Sehr viele Frequenzen sind durch die NRW Lokalradios und durch DKULTUR belegt, diese senden aber stark gerichtet. Dämnächst kommt wohl noch eine neue Funzel hinzu auf der 93,7 MHz (DKULTUR aus Mülheim).

Meine 3-Elemente-Yagi-Antenne schwächt zwar die 88,4MHz aus Bocholt (Radio WMW) stark ab, da die Antenne genau in die Gegenrichtung ausgerichtet ist, aber BRF1 was ich haben möchte empfange ich wegen WMW nicht. WMW drückt BRF1 auf 88,5MHz noch stark weg. BRF1 sendet mit 50kW, das sollte man eigentlich in 139km Entfernung noch sehr gut hören können, Radio Mobile bestätigt das.

Die Yagi-Antenne hat einen Öffnungswinkel von 65°. Bei der LPDA kann ich den Winkel doch in grenzen ändern. Ich benötige also etwas mit möglichst kleinen öffnungswinkel mit recht breitbandiger Verstärkung.

Anmerkung: "Funzeln" sind für mich Sender kleinerer Leistung (

von Funkschatten - am 26.10.2007 21:03
LPDAs haben im Richtdiagramm eher einen größeren Öffnungswinkel als vergleichbare Yagis. Die Vorteile der LPDAs liegen hauptsächlich in ihrer Bandbreite und ihren darin gleichbleibenden Eigenschaften wie Impedanz, Gewinn usw. sowie ihrer von Haus aus guten Rückdämpfung welche so bei ca. 20 dB liegt.

Zitat

So eine Yagi mit LPDA als Erreger (ähnlich APS-13) schwebt mir auch noch vor, allerdings habe ich nie was vernünftiges berechnet bekommen.

Was ist die APS-13 für eine Antenne? Eine LPDA die du dir als Erregerzentrum vorstellst oder ist das schon so eine Kombination aus Yagi und log.-per.?

von Jens1978 - am 27.10.2007 07:27
Laut Rothammel ist mit LPDA ein Gewinn von 6 bis 10,5 dBi zu erreichen, je nach Auslegung der Antenne. Ich hatte oben einen zu hohen Wert genannt, den man auch in der Literatur findet. Er beruht auf einem fehlerhaften Diagramm in einer der Veröffentlichungen, die das Prinzip der LPDA erstmals beschrieben haben. Im Rothammel ist die Geschichte ausführlich erklärt.

von Ingo-GL - am 27.10.2007 12:23
Zitat
Jens1978
LPDAs haben im Richtdiagramm eher einen größeren Öffnungswinkel als vergleichbare Yagis. Die Vorteile der LPDAs liegen hauptsächlich in ihrer Bandbreite und ihren darin gleichbleibenden Eigenschaften wie Impedanz, Gewinn usw. sowie ihrer von Haus aus guten Rückdämpfung welche so bei ca. 20 dB liegt.

Zitat

So eine Yagi mit LPDA als Erreger (ähnlich APS-13) schwebt mir auch noch vor, allerdings habe ich nie was vernünftiges berechnet bekommen.

Was ist die APS-13 für eine Antenne? Eine LPDA die du dir als Erregerzentrum vorstellst oder ist das schon so eine Kombination aus Yagi und log.-per.?

Die Website des Herstellers ist hier. Berechnete Performance-Daten sind auch auf K6STI's Seite (Link oben).


von Carsten Steinhöfel - am 28.10.2007 06:30
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