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DRM zünden?

Startbeitrag von Der Veradiote am 21.07.2003 17:33

Hallo,

ich will deutschlandweit ein Radioprogramm auf DRM zünden.
An wen muss ich wenden?
Wessen Lizenz brauch ich?

Gibt's Förderungen?
Wer gibt mir sein Geld?

Wer hört zu?

Der Veradiote.

Antworten:

Warum muß ich beim "zünden" immer an Raketen denken, die die Autoren solcher Beiträge in den 7ten Himmel befördern...

von TiAmo74 - am 21.07.2003 18:00
Das kommt auf den Standort Deines Senders an. Es gelten die Gesetze des Landes, von dem aus Du senden willst.

Wenn Du auf Kurzwelle in DRM Senden willst, kannst Du einen KW-Sender außerhalbs Deutschlnds anmieten oder aufstellen. In manchen Ländern dürfte das einfacher und kostengünstiger sein als in Deutschland. Für konkrete Infos solltest Du die zuständigen Ministerien des jeweiligen Landes kontaktieren.

In Deutschland sind die einzelnen Bundesländer für die Ordnung des privaten Rundfunks zuständig. Du musst Dich also mit der zuständigen Landesmedienanstalt in Verbindung setzen.

Wie gesagt, dürfte die Situation in D erheblich bürokratischer sein als im Ausland.

Außerdem brauchst Du eine geeignete Kurzwellen-Frequenz, die ja international Koordiniert werden müsste (was wieder mit Kosten zu tun hätte).

Als es den Sender RADIOROPA Info noch gab, war dieser für einige Zeit auch über einen analogen Kurzwellensender in Tschechien zu empfangen (damals 5975 / 5980 kHz), den dieser Sender dort angemietet hatte. Die Studios dieses Senders befand sich in Daun in der Eifel, der Sender wurde sowieso schon via Satellit verbreitet.

Ein nicht unerhebliches Problem bei der Errichtung des Senders, alle gesetzlichen Auflagen und Genehmigungen voraussgesetzt, ist die EMV-Problematik. Das heißt, die Leute, die in der Nähe Deines Senders wohnen, glauben sie würden davon verstrahlt werden. Damit musst Du Dich dann auch noch auseinandersetzen...

von alqaszar - am 21.07.2003 18:48
Was wäre denn am besten geeignet, um ganz Deutschland relativ gut zu versorgen?
Welcher Standort und welcher Wellenbereich? Kurzwelle oder Mittelwelle?
Was ist eigentlich mit der Langwelle? Wieso wird die nie im Zusammenhang mit DRM erwähnt, ist da sowas nicht geplant oder möglich?

Und wieso kann ich eigene Sender aufstellen. Ist es bei der Kurzwelle nicht so, wie bei der besonders kurzen Welle, dass eigentlich für jede mögliche Frequenz in einem Gebiet schon ein Sender existiert?
Die sind doch, wie erwähnt, international koordiniert (ist das nicht der Genfer Wellenplan?). Da hat man doch keine Freiheiten mehr?
Wer ist da also für die Vergabe zuständig? Brüssel?

von Der Veradiote - am 21.07.2003 21:18
@der Veradiote: geh zu deiner Landesmedienanstalt, die können dich aufklären. Die wissen auch, welche Frequenzen noch frei sind.
Nee, NIX Brüssel! Soweit käm's noch, daß die EUrokraten sich da reinhängen. Du wirfst da zuviel durcheinander.
Doch, DRM wird sich auch auf die LW ausdehnen, digital macht auch da keinen Halt. Wenn, dann richtig, halbe Sachen gibt's nicht.
Gruß, Reinhold



von Reinhold Heeg - am 22.07.2003 07:24
DRM europaweit zünden?
Kein Problem, einfach in Moskau bei Andrew Shaidurov anrufen:
007-095-9939560
Da werden Sie geholfen !



von KlausKB - am 22.07.2003 07:36
"Einen Sender zünden" könnte das "Unwort des Jahres 2003" werden!
Aber so lange es noch kaum DRM-Empfänger gibt, würde ich, sofern nicht analog das gleiche Programm im kompatiblen ESB-Modus im gleichen Kanal gesendet wird, nur eine relativ kostengünstige Low-Power-Lösung im KW-Bereich mit einer Sendeleistung von unter 10kW anwenden!

von Obelixx - am 22.07.2003 10:56

"Einen Sender zünden" könnte das "Unwort des Jahres 2003" werden!

===> ...oder zur Aufnahme in den Duden vorgeschlagen werden ! :D:D:D

M.



von Mathias Volta - am 22.07.2003 11:07
Mal im ernst! In welchen europäischen Nachbarland gibt es einfach L,M oder KW Kapazitäten anzumieten ohne größere Probleme?

von Tim - am 22.07.2003 11:10
@Obelixx:

Wie weit käme ich denn auf KW mit unter 10kW? Kommt doch auf den Standort drauf an?

Dazu habt ihr Euch noch überhaupt nicht geäußert. Von wo man am besten vor allem ganz Deutschland versorgt (Europa ist nett, aber nicht im Vordergrund).

Ich fand Megaradio ein gutes Beispiel, dass man trotz vieler lokaler und den überregionalen Nachtwellen, nicht wirklich Deutschland flächendeckend versorgt. Der Empfang ausserhalb von München war teilweise eine Katastrophe.
Obwohl: Einmal hatte ich sehr gute Bedingungen auf dem Weg nach Österreich, so dass ich es schaffte, mit ein paar Senderwechsel eigentlich durchgängig einen hörbaren Empfang zu haben.
Damals dachte ich mir: Wenn das jetzt digital wäre und mein Empfänger schaltet selbständig durch, dann wäre das sicherlich eine gute Zukunft für den mobilen Radioempfang...

Ist bei KW eigentlich auch das Raum-/Bodenwellen-Phänomen gegeben?
Arbeitet DRM mit Gleichwellennetzen?

Ihr meint also, auch in diesem überregionalen Fall und beim Thema DRM wäre meine Landesmedienanstalt zuständig?

Ich fand die Idee mit dem Ausland viel besser. Endlich mal wieder gezielt vom Ausland nach Deutschland einstrahlen. Gebt mal Tipps von wo und wie?

@KlausKB: War das mit Moskau ernst gemeint?
Welcher Sender wäre das? Wo ist der überall zu empfangen?

Ist den anderen Ländern dann eigentlich egal, was über den Sender läuft, oder gibts da auch Bestimmungen? Wie kann ich ein deutsches Programm von einem nicht deutschsprachigen Land aus senden?

Kennt sich da jemand aus?

Ich bin vielleicht veradiot, aber nicht blöd! ;)

PS: Und ich glaube, ich meine es ernst!

von Der Veradiote - am 22.07.2003 12:03
Also in Österreich sind sowohl die 1026 als auch die 585 frei. Unter anderem deshalb weil sie bis jetzt niemand wirklich wollte!!!

von Erich B - am 22.07.2003 12:08
Natürlich war das ernst gemeint !
Die Sendeanlagen befinden sich in Taldom, 100 km nördlich von Moskau.
Die Tests sind täglich von 13.00-18.00 UTC auf 15780 kHz zu hören.
Empfangsgebiet: Mittel- und Südeuropa.

Sendezeit kann man überall auf der Welt mieten, da braucht man keine Landesmedienanstalt. T-Systems machen in Jülich auch nix anderes, die senden für jeden, der Kohle abdrückt.



von KlausKB - am 22.07.2003 12:16
Der Haken ist wohl weniger der Sender, als die Zuführung.
Die erfolgt doch am besten über Satellit und dafür braucht man dann eine Genehmigung und den Uplink (und die Leitung zum Uplink).

Und da wirds dann kompliziert und vor allem auch teuer.

von Der Veradiote - am 22.07.2003 14:00
Hier eine Aufstellung wie die Signalzuführung erfolgen kann, gilt für die Telekom in Jülich. Das ist aber überall ähnlich.

Signalführung

Das Modulationssignal kann über folgende Medien an die KW-Sendestelle Jülich herangeführt werden:

Satellitenübertragung
Erfahrene Spezialisten erarbeiten eine zuverlässige und kostengünstige Lösung


ISDN-Telefonanbindung
Digitale Programmzuführung in technisch einwandfreier Qualität


Analoge Telefonanbindung
Zuführung der Programminhalte über herkömmliche analoge Telefonleitungen. Das Audiosignal wird vor der Ausstrahlung in unserem Sender optimiert.


Zusendung von Tonträgern
Sofern keine zeitkritischen Sendungen ausgestrahlt werden sollen, nehmen wir die Programminhalte auch in Form von Compact-Cassetten, Mini-Disc´s, CD´s oder DAT-Bändern entgegen


Elektronischer Versand von Sound-Dateien
Auch das Internet kann als Übertragungsmedium zur Zuspielung von Programmbeiträgen in Dateiform verschiedener Formate genutzt werden.



von KlausKB - am 22.07.2003 14:42
Für eine DRM Abstrahlung reicht sogar ein einziger ISDN B-Kanal als Zuführung zum Sender, wenn der Encoder bei dir im Studio steht.64 kbps Da kannste dann auch gleich noch Radiotext und bunte Bilder mit reinpacken. Die BBC macht das so. Da wird dann direkt in mp4 aus dem Studio gegangen und man spart sich zusätzlich mpeg2 Umwandlung. den Encoder gibts beim Fraunhofer Institut und wohl auch beim SAT Schneider, bei letzterem kannst Du Dir auch einen DRM Sender mieten.

Zur Deutschlandversorgung würde ich einen leistungsstarken LW Sender in der Mitte Deutschlands nehmen. Bin mal gespannt, wie weit die 261 aus Burg reichen wird. Auf Mittelwelle wird tagsüber ein Sender nicht ausreichen. Bei Kurzwelle mußt Du ins Ausland gehen. Je weiter nach Osten, desto besser und billiger ;-)

von Carsten Knütter - am 22.07.2003 17:19
Sag ich doch, Andrew in Moskau anrufen !
Ist eigentlich schon was bekannt, ob man die 261 vielleicht anlässlich der IFA "zündet"?



von KlausKB - am 22.07.2003 17:33
Was wohl solch ein Sender an Miete kostet?

von Tim - am 22.07.2003 17:40
Wie tot ist eigentlich die 261kHz in Taldom? Ich glaube auf dieser Frequenz mal vor einiger Zeit (könnte aber auch schon paar Jahre her sein) ein russischsprachiges Programm gehört zu haben!

von Obelixx - am 22.07.2003 19:19
Die Frage ist allerdings auch:
Wird es, trotz DRM, nicht so bleiben, dass die Kurzwelle eher nur für Weltempfänger hörbar bleibt und somit z.B. im Auto ausgeschlossen ist.

Daher müsste es dann wohl doch eher die Mittelwelle sein und damit doch wieder die deutschen Behördengänge....

Ich fand nur Megaradio ein eher schlechtes Beispiel (rein technisch gesehen) für einen deutschlandweiten Empfang, der ja so wirklich auf der Mittelwelle nicht gegeben ist. Ok, die Funzeln waren auch nicht so leistungsstark.
Stellt sich die Frage, würde man genauso wie Megaradio analog nun in DRM senden, ob der Empfang dann wesentlich besser wäre?

Und ich denke mal, die Kosten für die zig MW-Funzeln übersteigen die Kosten einer KW-Sendermiete um einiges. Dumme Sache.

von Der Veradiote - am 25.07.2003 09:48
Die Mittelwelle wurde bisher überhaupt noch nicht mit größeren Leistungen getestet. Kein Mensch weiß, wie weit z.B. ein 200 kW-DRM Sender zu empfangen ist. Und ob man mit einem einzigen Langwellensender ganz Deutschland versorgen kann, muss auch erst noch bewiesen werden.
Da sind wir noch ganz am Anfang der Entwicklung.
Über die Kurzwelle weiß man wesentlich besser Bescheid. Die wird mit Sicherheit ihre Verbreitung deutlich erhöhen und auch in Autoradios zum Standard werden, aber nicht heute und morgen. In 5 Jahren sind wir schlauer.
Eine Europaversorgung mit einem Mix aus KW/LW/MW ist problemlos möglich. Da es auch eine Art RDS gibt, merkt der Hörer gar nicht, welcher Sender gerade im Einsatz ist.



von KlausKB - am 25.07.2003 10:04
In dem Zusammenhang sollte man vielleicht noch auf eine andere interessante Entwicklung hinweisen.
Das 11-m-Band (26 MHz) ist für Lokalfunk vorgesehen. Der Bereich wird vom internationalen Auslandsrundfunk so gut wie nicht genutzt, da stark abhänging vom Sonnenfleckenzyklus.
Es liegt also nahe, die Bodenwelle für lokalen Rundfunk zu nutzen. Eine 1 kW Funzel würde einen Radius von ca. 30 km versorgen. Die Frequenz könnte etwa nach 100 km wieder neu vergeben werden. Bei einem 10 kHz Abstand lassen sich eine Menge Sender unterbringen.
Getestet wird das Ganze auch, und zwar in Nürnberg auf der Frequenz 26000 kHz. Und in Erlangen sendet ein Campus-Radio auf 15822,5 kHz.
Ich denke, dass es die klassische Trennung in LW/MW/KW in Zukunft gar nicht mehr geben wird.
Wenn DRM ein Erfolg wird, dann steht einer Ausbreitung über 30 MHz auch nichts mehr im Wege.



von KlausKB - am 25.07.2003 10:31
@Obelixx

gerade gestern Nacht konnte ich etwas Kyrillischsprachiges auf der 261 ausmachen. das wird wohl Taldom gewesen sein.

von _Nordostler_ - am 25.07.2003 12:04
@KlausKB

Wer ist denn für das 11-m-Band zuständig? (die jeweilige Landesmedienbehörde?) Ist das 11-m-Band denn für Rundfunk koordineirt oder eher für reine Kommunikation (Sprache) ?

von Kai - am 25.07.2003 13:19
Wie sieht es denn eigentlich mit der Möglichkeit aus, im gleichen Kanal das Programm sowohl analog (nach dem Verfahren der AM-kompatiblen Einseitenbandmodulation) und digital (im DRM-Modus) zu übertragen?
Das soll doch auch möglich sein!
Wurde dieses Verfahren, welches, da noch kaum DRM-Empfangsgeräte vorhanden sind, schon erprobt?

von X-Man - am 25.07.2003 13:39
@X-Man: Ja, es gibt tatsächlich einen "Simulcast Mode", der wurde gerade in dieser Woche von Bonaire aus getestet. Da wird in einem 10 kHz breiten Spektrum ein 5 kHz AM-Signal und ein 5 kHz DRM-Signal gesendet. Beide sollen dann unabhängig voneinder empfangbar sein.
Das ist aber noch nicht so ausgereift, dass man es als serienreif bezeichnen könnte. Ich sehe auch keinen großen Sinn darin, denn bei nur 5 kHz für DRM sinkt natürlich die Bitrate, was die Qualität deutlich mindert.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Zukunft ist. Viel wichtiger wäre es, AM und DRM Stationen eigene Frequenzbereiche zuzuweisen, um gegenseitige Störungen zu unterbinden.

Das 11-m-Band ist ein Rundfunkband. Bislang haben die Landesmedienanstalten damit nix am Hut, wenn die Lokalfunkgeschichte aber kommt, dann wären sie zuständig.
So ist es auch in den USA, wo es bereits heute einige Kleinsender gibt, die senden aber in FM. Bei entsprechenden Bedingungen kommen die auch hier an.
Jedenfalls würde sich da ein ganz neues DX-Feld auftun.



von KlausKB - am 25.07.2003 13:58
Der Hohe Meißner ist der Senderstandort, der neben Wachenbrunn der Mitte Deutschlands am nächsten liegt.

An einem dieser beiden Standorte einen 200 kW LW-Sender installiert, dürfte eine deutschlandweite Versorgung ergeben, und zwar auf einem 4,5 kHz breitem Kanal, der eine größere Datenrate zuließe.

von alqaszar - am 25.07.2003 14:00
Bei Mittel- und Langwelle haben wir es mit ganz anderen Problemen zu tun.
Auf der Kurzwelle suchen sich die Auslandsdienste einfach eine neue Frequenz, wenn die alte gestört ist.
Auf LW/MW sind die Frequenzen fest vergeben, und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Es ist also nicht möglich, aus diesem starren Schema auszubrechen.
Wenn man sich mal auf DRM als alleinigen Standard einigen sollte, dann müsste es auch möglich sein, den alten Genfer Wellenplan über Bord zu werfen.
Aber bis dahin werden wir wohl einen Mischmasch aus AM und DRM erleben.



von KlausKB - am 25.07.2003 14:17
Den Mischmasch aus AM und DRM werden wir meiner Meinung nach auf MW und LW nicht sehr lange hören. Sobald es genügend DRM Empfänger gibt wird sich in Mitteleuropa kaum noch eine Station die Kosten für den Betrieb eines AM Senders leisten wollen.

Sender wie DLF und DLR versuchen sicher auch deshalb jetzt über UKW Funzeln eine hohe Flächenabdeckung zu erreichen um in nächster Zeit den größten Teil ihrer AM Sender auf DRM umschalten zu können.

von chris2612 - am 25.07.2003 17:48
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