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DAB Bayern kann auf 10 kW im K12 hochgefahren werden!!!

Startbeitrag von Wiesbadener am 23.11.2007 10:58

Die Bundesnetzagentur hat jetzt erreicht, dass die „Im-Haus-Versorgung“ für den terrestrischen digitalen Hörfunk (T-DAB) in Bayern verbessert wird. Der „portable indoor“-Empfang wurde erheblich optimiert, da für 19 T-DAB-Sender die Sendeleistung von derzeit 1 kW auf jeweils 10 kW und für weitere 23 T-DAB-Sender von derzeit 1 kW auf 4 kW erhöht werden konnte. „Mit dieser besseren Versorgung erwarten wir auch, dass T-DAB von den Zuhörerinnen und Zuhörern besser angenommen wird“, sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Verbesserungen sind das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die unter Leitung und fachlicher Steuerung der Bundesnetzagentur stand und in der unter anderem das Bundesministerium der Verteidigung, das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die Bayern Digitalradio GmbH und der Bayerische Rundfunk mitgewirkt haben.

In mehreren Bundesländern, so auch in Bayern, musste die Sendeleistung bislang auf 1 kW beschränkt bleiben, um den bevorrechtigten Schutzanforderungen der militärischen Seite zu genügen. „Ich gehe davon aus, dass dieses zunächst für Bayern erreichte Ergebnis eine Signalwirkung für ganz Deutschland hat und andere Bundesländer auf dieser komfortablen Lösung aufsetzen wollen. Außerdem gehen mit dieser Förderung des terrestrischen digitalen Hörfunks weitere positive Impulse für die Medien und die Geräteindustrie aus“, sagte Kurth abschließend. www.bundesnetzagentur.de

Quelle: satnews.de

Das heißt also: bald hier perfekter BOR-Empfang!!!

Die 50 interessantesten Antworten:

Hier mal ein kleiner Kommentar zu dem Thema:
Zitat

23.11.2007 • DAB: Dead And Buried mit 10 kW?

„Positive Impulse für die Medien und die Geräteindustrie“ sieht Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, durch eine Erhöhung der Sendeleistung für den DAB-Hörfunk in Bayern. Die BNetzA konnte erreichen, dass 19 DAB-Sender nunmehr mit 10 kW und weitere 23 Anlagen mit 4 kW abstrahlen. Bisher konnten sie, wie auch die Sender in anderen Bundesländern, aufgrund von Vorbehalten der Bundeswehr nur mit 1 kW Leistung betrieben werden. Durch die Massnahme wird der Empfang innerhalb von Gebäuden erheblich verbessert und damit ein Nachteil von DAB ausgeglichen. Kurth setzt auf eine Signalwirkung auch für andere Bundesländer.
Ob die „positiven Impulse“ eintreten und, wie Kurth hofft, zu einer besseren Akzeptanz von DAB führen, darf allerdings in Frage gestellt werden. Trotz der verbesserten Eigenschaften ist die zehn Jahre alte (und ironisch in „Dean And Buried“ umgetaufte) Technik längst überholt. Nach gegenwärtigem Diskussionsstand ist damit zu rechnen, dass sich ein Nebeneinander der Weiterentwicklung DABplus mit Standards für Digitalradio in anderen Frequenzbereichen durchsetzen wird. Das schon allein, weil DAB/DABplus das vorhandene UKW-Angebot nicht ins digitale Zeitalter überführen können. In der Diskussion sind daher Mehrnormenempfänger für DAB/DMB und DVB-H/DVB-T, möglicherweise auch für das noch in den Anfängen steckende DRM+ (im UKW-Band). So hatten die Landesmedienanstalten schon im November 2006 die Zukunftsfähigkeit von DAB in Zweifel gezogen. Deutschlandradio-Intendant Ernst Elitz sieht die von den öffentlich-rechtlichen Anstalten in DAB investierten 150 Millionen Gebühreneuro „in den Sand gesetzt“.

Quelle: www.dehnmedia.de

150 Millionen Euro hat man schon verbraten. Da kommt es in Zukunft auf eine Million mehr oder weniger auch nicht mehr an. Sind doch eh nur Gebührenmittel. Bekanntlich lässt sich das Geld anderer Leute besonders leicht ausgeben. Was hier in Deutschland abgeht, spottet jeder Beschreibung. Ich kenne genug Leute mit DAB-Empfängern, die Stein und Bein schwören NIE MEHR in diesem Lande ein Digitalradio zu erwerben, egal wie das zukünftige Kind genannt wird. Man kann schon zugespitzt formulieren, dass es die deutsche Medienpolitik schafft, dass sich gewisse Kreise sogar zu Boykottaufrufen genötigt fühlen. In diesem unserem Lande wird sich in den nächsten 10 Jahren beim terrestrischen Radioempfang überhaupt nichts ändern, egal welche Wunderdinge kommen werden. Wer einmal eine neue Technik in den Sand setzt, hat jede weitere Legitimation verloren.

von transponder - am 24.11.2007 12:16
Ich denke, dass alle Sender ihre Berechtigung haben. Nicht jedem gefällt alles. Ich nutze die meisten DAB-Kanäle eigentlich regelmäßig außer BOR und Bayern Mobil. Ich gebe aber zu, dass ich mich auch über das eine oder andere zusätzliche Programm freuen würde.
Ich hoffe nur, dass die Leistungserhöhung tatsächlich noch heuer kommt, so wie angekündigt.

von delfi - am 25.11.2007 09:25
Zitat
Torsten Schwarz
Welchen Grund hat es eigentlich, daß nur in Bayern die Leistungen hochgefahren werden können? Wie sieht's denn hier im Norden aus? Gibt es da auch solche Bestrebungen?

In Bayern ticken die Uhren ja bekanntlich etwas anders. Der BR ist halt etwas DAB-freundlicher als der NDR.
Ob es im Norden eine Leistungserhöhung geben wird, steht wohl in den Sternen. Man weiß ja, wie der NDR zu DAB steht. Wenn ich mich recht erinnere, wollte mal ein Intendant die Verbreitung via DAB ganz einstellen.
Mann, was bin ich froh, in einer Gegend zu wohnen, wo DAB sehr gut reinkommt. Kann mich noch gut erinnern, als ich mal im südlichen Niedersachsen war. Hab auf DAB Niedersachsen getunt und nach ein Paar Sekunden wieder weiter gescannt. Die Datenraten des NDR hätten bei längerem Hören wahrscheinlich Ohrenkrebs verursacht.
Schönen Sonntag, Reinhold

von Reinhold Heeg - am 25.11.2007 09:55
Zitat
Jack D.
Mehrwert

Mehrwert? Haben wir doch hier im Norden! Ich sage nur: NDR Traffic Channel!

Wenigstens könnte man den NDR Data-Channel und den NDR2 TMC-Kanal rausschmeißen und dafür weitere Programme senden bzw. die bisherigen "aufstocken".
Hatte meine Ideen mal zum NDR geschickt, da kam dann gleich eine "nette" Mail zurück.


von kielerförde - am 27.11.2007 13:54
Zitat
Jack D.
Zitat
dokä
Mehrwert? Haben wir doch hier im Norden! Ich sage nur: NDR Traffic Channel!
Sorry, aber damit kann ich so ganz und gar nichts mit anfangen. Hab' mich noch nicht einmal damit beschäftigt...;)


Na dann hast du aber einiges verpasst! Hier laufen tausende die Media Märkte ein, um sich einen DAB-Empfänger nur für NDR Traffic zu kaufen! ;)

von kielerförde - am 28.11.2007 13:52
Na da ist doch erst recht kein Mehrwert zu finden. Da weiß man ja schon vorher, was kommt (Blick auf die Funkuhr). Nee...
Der *NDR Traffic Channel* sorgt für Spiel, Spannung, Spaß und Freude. Entsprechende Bingo-Bögen, auf denen man dann die Staus ankreuzen kann, sind bereits in der Planung!

Außerdem ist der **NDR Traffic Channel** Vorbild für viele Privatsender! R.SH und Co. haben jetzt auch eine automatische Verkehrsansage. Leider nur nachts.

Ich hoffe es gibt bald eine CD "Best of Traffic Channel", auf der dann Programmhighlights präsentiert werden!

Guten Tag, hier ist der Norddeutsche Rundfunk mit der aktuellen Verkehrslage auf Autobahnen! Das ist doch besser als MegaMix, Nonstophits und Geldscheinsammlungen!

von kielerförde - am 28.11.2007 19:37
Ist schon klar, dass man nicht alle Sender auf einmal umbauen kann. Aber man hätte bei den Sendern die man DVB-T umgestellt hat (und eine neue Sendeanlage bekamen), gleich eine 10kw-taugliche Sendeanlage für DAB mit anbringen können.

Wenn die Grundnetzsender Ochsenkopf und Bamberg nächstes Jahr auf DVB-T umgestellt werden, sollten Sie dann halt gleich die alte Sendeanlage für DAB runtermachen und eine 10kw-taugliche anbringen.

von Ralfifranken - am 30.11.2007 12:15
Die höher gelegenen wie Ochsenkopf sollen vorerst gar nicht hochgefahren werden wegen des SFNs.
In Bamberg wird DAB vom Geisberg gesendet, der nicht umgebaut wird für DVB-T, dies wird vom Kälberberg kommen, wo derzeit kein DAB gesendet wird....
Das wird sich alles noch Jahre hinziehen. Könnte einem egal sein, wenn dafür nicht Abermillionen GEZ Gelder verbrannt würden.

von Terranus - am 30.11.2007 12:58
@transponder
Zitat

150 Millionen Euro hat man schon verbraten. Da kommt es in Zukunft auf eine Million mehr oder weniger auch nicht mehr an.

Manchmal scheint für einige ein Weitermachen an dem ohnehin schon vorhandenen Defizit irgendwie wirtschaftlicher zu sein, als die Notbremse zu ziehen. Man denke da nur an die Steinkohle :D. Billiger für alle Seiten wäre es da wohl, den Kumpels einige Jahre für null Arbeit ihren Lohn zu zahlen, als das Zeug noch von unter Tage zu fördern...

@Reinhold Heeg
Zitat

Wenn ich mich recht erinnere, wollte mal ein Intendant die Verbreitung via DAB ganz einstellen.

Hätte das der NDR-Indendant bloß gemacht. ;) Was ist den in den letzten Jahren (!), bzw. dem letzten Jahrzehnt (!) in Sachen DAB überhaupt deutschlandweit passiert? Gerade im Norden der Republik?

@Terranusl
Zitat

Das wird sich alles noch Jahre hinziehen. Könnte einem egal sein, wenn dafür nicht Abermillionen GEZ Gelder verbrannt würden.

Dem ist m. E. nichts hinzuzufügen.

@all
Ich darf mich wiederholen. Wir haben zumindest hier in Bayern seit Ewigkeiten den sogenannten vielbeschworenen Regelbetrieb von DAB, bzw. bis vor einiger Zeit auch noch "DigitalRadio" genannt (einen Begriff, mit dem der Nomalmensch nie etwas anfangen konnte und wollte, genauso wenig wie mit "Überallfernsehen" und deshalb heißt DVB-T bei den Normalmenschen auch schlichtweg nur "DVB-T" und das in München immer schon).
Jetzt haben wir Ende 2007 und der Regelbetrieb ist seit Ende des letzten Jahrtausends in Betrieb, bzw. genauer und ganz korrekt im Regelbetrieb. Auch wenn das kein Normalmensch auch nur am Rande irgendwie ganz entfernt auch mitgekriegt hat.




von Schwabinger - am 30.11.2007 17:01
Re jkr:
Ich stimme der zu aber: Die Ausgangslage bei Bayern3 war aber eine ganz andere. Diese Kette wurde erst in den 60ern für die Gastarbeiterprogramme, dann für eine Autofahrerwelle genutzt. Vermutlich blieb deshalb so einiges zunächst unversorgt weil nicht relevant. Allerdings wurde in Mitte der 70ern, nein, habe ich nicht wissentlich mitbekommen, aus der Autofahrerwelle eine Popwelle. Wenn man dann sieht, das 78 / 79 Standorte wie Büttelberg oder Hohenpeißenberg aufgeschaltet wurde und das gegen Privatketten wie FFH in Hessen (erst 1992 Gr. Feldberg / Hoher Meißner) reflektiert, lag man "normal" im Aufschaltzeitplan.

von Thomas (Metal) - am 17.12.2007 18:55
Im Pro-DAB Forum steht nun eine Aussage von Bayern Digitalradio zum Zeitplan der Leistungserhöhung:

http://pro-digitalradio.de/phpBB2/viewtopic.php?t=2170&postdays=0&postorder=asc&start=45

Zitat

Offiziell gibt es von der BDR folgendes Statement:
Geplant ist die stufenweise, mittel- bis längerfristige Umsetzung der Leistungserhöhung. Somit soll bis Anfang März 2008 mit dem ersten Sender-Paket die Empfangbarkeit des bayernweiten Ensembles (Kanal 12D) mit bis zu 10 kW in den Ballungsräumen: München, Nürnberg, Würzburg und Regensburg verbessert werden. Für die zweite Ausbaustufe bis Mitte 2008 sind die DAB-Sender: Wendelstein, Brotjacklriegel und Hoher Bogen mit bis zu 4 kW geplant. Das dritte Paket, welches bis Ende 2008 umgesetzt werden soll, befindet sich noch in der Entscheidungsphase.


von DTD - am 17.12.2007 21:27
Re Pfaffenberg:
Mir ist immernoch nich klar, warum es ein neuer Turm sein muß, insbesondere wenn dieser noch nichtmals so hoch wie der bestehende wird. Wenn der BR gerade auf dem Feld der Sendertechnik überzeugt (!!), habe ich genau das noch nicht verstanden! Wäre der neue Turm entscheidend, d. h. > 50m höher, könnte man das nachvollziehen, aber, als Gengenbeispiel, selbst am Dillberg wurde am alten Mast noch ein UHF-Zylinder für DVB-T aufgesetzt.

von Thomas (Metal) - am 17.12.2007 22:58
Diese Antwort hab ich von der BDR bekommen auf die Frage wann die Sendeleistung erhöht wird.


Sehr Geehrter Herr karl

Vielen Dank für Ihr Interesse an der Leistungserhöhung in Bayern.


Geplant ist die stufenweise, Kurz- bis mittelfristige Umsetzung der Leistungserhöhung. Somit wird bis ende März Anfang April 2008 mit dem ersten Sender-Paket die Empfangbarkeit des bayernweiten Ensembles (Kanal 12D) in den Ballungsräumen: München, Nürnberg, Würzburg und Regensburg verbessert werden. Für die zweite Ausbaustufe bis Mitte 2008 sind die DAB-Sender: Wendelstein, Brotjacklriegel und Hoher Bogen geplant. Das dritte Paket, welches bis Ende 2008 umzusetzen ist, befindet sich noch in der Entscheidungsphase.


Sobald DAB-Standorte in ihrer Leistung erhöht wurden, erhalten Sie hierzu natürlich entsprechende Informationen durch unseren Newsletter. (http://www.bayerndigitalradio.de/order_newsletter


von Bastian Karl - am 06.03.2008 15:16
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Der DAB-Sender muss ja erstmal die Leistung hergeben (es gibt ja schon ein paar Standorte wo dies der Fall ist), die Sendeantenne muss eine erhöhte Leistung auch zulassen. Es ist ja längst nicht gesagt, das DAB und DVB-t über die selbe VHF-Antenne abgestrahlt werden (ich denke eher das Gegenteil ist der Fall!) und auch längst nicht jeder DVB-t Standort nutzt auch VHF!

von Rosti 2.0 - am 06.03.2008 22:16
Zitat

Es ist ja längst nicht gesagt, das DAB und DVB-t über die selbe VHF-Antenne abgestrahlt werden (ich denke eher das Gegenteil ist der Fall!


Och, warum nicht? Der Antenne ist es doch egal, ob über sie Analog-TV, DVB-T oder DAB verbreitet wird, solange die Frequenz stimmt.
Ich denke, der Gedanke dahinter war wohl, das bei DVB-T für gewöhnlich eh schon höhere Leistungen eingesetzt werden. Höhere Leistungen werden oft über aufwendigere Antennenanlagen realisiert (Stocken von Antennen). Wenn also schon dank DVB-T eine Antennenanlage mit ordentlich Gewinn vorhanden ist, dann fällt die Leistungserhöhung (ERP) leichter, da man u.U. nicht an der Antennenanlage rumschnauben muss.

von Habakukk - am 07.03.2008 00:07
Hoffentlich bleibt mir die Erhöhung auf 10kW in NRW erspart. Habe schon genug mit Übersteuerungen zu kämpfen, 500m vom Sender entfernt. Meinetwegen schalten die auch ganz ab.

PS: Wieviel Bandbreite würde es benötigen, den kompletten Inhalt des ARD-Radiotransponders mit einem zeitgemäßen Codec zu produzieren? Das müsste doch eigentlich schon mit 5 bis 10 MBit/s machbar sein. Da noch die DLRs dazugemuxt und man könnte eine schöne bundesweite Gleichwelle aufbauen. Natürlich nicht mit DAB, das ist tot, da muss was neues her.

_Das_ wäre ein echter Mehrwert, das Autoradio dafür würde ich sofort kaufen, auch wenn es 600¤ kosten sollte.

von Channel Master - am 07.03.2008 11:50
Zitat
Marcus.
Gibt es bei DAB eigentlich auch ein Guardintervall bzw. Maximalabstand der Sender.

So weit mir bekannt ist das Guardintervall so groß wie bei DVB-T (VHF, 8k - Mode), also 256 µs entsprechend 76 km. Dank QPSK ist DAB unempfindlicher gegenüber Störungen als DVB-T (QAM16). Trotzdem ist ein landesweites Netz kritisch. Es dürfte nicht einfach sein, an weitreichenden Standorten wie Wendelstein die Leistung auf 10 kW zu erhöhen, ohne die Sender in seiner Reichweite ebenfalls aufzurüsten.
Ich glaube mal gelesen zu haben, dass am Wendelstein "Präzisionsoffsetantennen" installiert sind; ich würde darunter ein nach - unten - kippen der Strahlungskeule verstehen.


von marc1974 - am 07.03.2008 18:36
Zitat

Natürlich nicht mit DAB, das ist tot, da muss was neues her.


totgesagte leben bekanntlich länger *zwinker*

Ich wage mal zu behaupten, daß das komplette Abbilden der kompletten ÖR - Programme nicht notwendig ist, da sich da dann doch einiges doppelt und dreifach vorhanden wäre. Ein Klassikkanal reicht, ein Schlagerkanal reicht, ein ....reicht. Auch wäre ein Programm wie "Bayern Verkehr" in Norddeutschland etwas fehl am Platz ;-)

Damit würde die vorhandene Technologie DAB vollkommen ausreichen, wenn man sie denn nur mal endlich auch dementsprechend nutzen würde (Platz ist ja seit der Wellenkonferenz genügend vorhanden) und vorhandene Geräte würden weiterhin funktionieren.

von Felix II - am 08.03.2008 01:21
Zitat
marc1974
Ich glaube mal gelesen zu haben, dass am Wendelstein "Präzisionsoffsetantennen" installiert sind; ich würde darunter ein nach - unten - kippen der Strahlungskeule verstehen.


Könnte auch zusätzlich mit was anderem zusammenhängen... Soweit ich mich aus dem länger zurückliegenden Physikunterricht erinnere, erfolgt bei Höhenunterschied ggü.NN zwischen Sender und Empfänger eine Frequenzänderung. (Hat mit dem Einfluss des Doppler-Effekts auf die Gravitation zu tun...)

Dadurch wird dann wohl die auftretende Abweichung eines Senders von über 1800m auf die Höhe der anderen Sender die auf ca.500m liegen ausgeglichen.

von roberdy - am 08.03.2008 03:24
Ich hab von der Technischen Information des Bayerischen Rundfunks volgendes Statement:



Sehr geehrter Herr Karl,

vielen Dank für Ihre e-Mail und Ihr Interesse am Digital Radio.
Zum Frühjahr, voraussichtlich Ende April 2008 werden zunächst die Sender in den Ballungsgebieten München, Nürnberg und Regensburg verstärkt.

Das genaue Datum wird dann zu entsprechender Zeit über unsere Homepage zu lesen sein.


Mit freundlichen Grüßen!

Manuela Grimm
Technische Information
Abt. Neue Technologien
E-Mail: TechInfo@brnet.de
www.br-online.de/technik


Bayerischer Rundfunk
Rundfunkplatz 1
80335 München
www.br-online.de

von Bastian Karl - am 18.03.2008 14:43
Zitat

... erfolgt bei Höhenunterschied ggü.NN zwischen Sender und Empfänger eine Frequenzänderung

Dieser Effekt kann nur in einem absoluten Spitzen-Labor gemessen werden und hat auf die Radio/TV-Welt absolut keinen Einfluss.

"Offset" bedeutet "versetzt". Eine Offset-Antenne steht z. B. auf dem Groppera (Norditalien). Diese "Vorhangantenne" wurde in horizontaler Richtung um 4° falsch "einbetoniert". Um die Strahlungskeule in die andere Richtung um 4° zu korrigieren, wurde durch verschiedene Leitungslängen zu den Antennen ein "Phasen-Offset" erzeugt.
Entsprechendes dürfte in diesem aktuellen Fall hier vorliegen, aber in vertikaler Richtung, damit die Hauptkeule nicht über die Köpfe hinweg geht. Ich denke, marc1974 sieht es richtig.

von audion - am 18.03.2008 16:16
Ich vermute einfach, dass der DVB-T Ausbau derzeit zuviele Resourcen (finanziell wie humane) bindet und damit der DAB Ausbau in den Hintergrund rückt. Man will ja mehr als ein halb Dutzend DVB-T Sender alleine in Bayern heuer noch umrüsten, das macht sich ja auch nicht von alleine und ist kostenlos.
Daran hängt auch meine einzige Hoffnung, dass dann ab Ende diesen Jahres, wenn DVB-T stehen wird, sich wieder ernsthaft um DAB gekümmert wird und zwar nicht nur am Reißbrett.

PS: in Erlangen ist weiterhin nix zu sehen von einer BIII Antenne für DAB.

von Terranus - am 22.04.2008 10:19
Zitat
Rolf dF
> Was hat die Fußball-EM in Österreich/Schweiz mit DAB in Bayern zu tun?

Vor allem steht nirgends, dass die jetzt bevorstehende EM gemeint ist... in vier Jahren gibt's ja auch wieder eine... :D


Zitat
Habakukk
Sehr geehrter Herr Habakukk,

die Leistungserhöhung soll spätestens vor dem Weihnachtsfest an den von Ihnen genannten Standorten umgesetzt sein.


Weihnachtsfest...Weihnachtsgeschäft...Jahr? Ohne Kommentar :D

von Japhi - am 22.04.2008 10:43
was für mich absolut unverständlich ist: Man wusste doch von Anfang an, also Mitte der 90er, als die ersten DAB Sender in Betrieb gingen, dass es bei 1kW nicht bleiben wird ! Mit 1kW war nie und nimmer flächendeckender Indoorempfang machbar.
Dass man Standorte wie M-Oly oder N-FMT nicht von anfang an mit 5-10kW fähigen Anlagen ausgestattet hat, ist nur noch zu Kopfschütteln. Die Fehlplanung durchzieht hier alle Bereiche.

Mich erinnert das an die Marotte, Standstreifen für Millionen für Standstreifenfreigabe hochzupeppeln. Anstatt das ganze gleich richtig zu machen, baut man alles zigfach um was unterm Strich noch teurer kommt.

von Terranus - am 22.04.2008 15:43
Ich finde es halt als DAB-Nutzer insofern sehr ärgerlich, dass man halt ständig immer wieder vertröstet und hingehalten wird, egal worum es geht. Es heißt immer, momentan geht das noch nicht, aber wenn dann XYZ ist, dann geht es massiv bergauf... Und dann tut sich doch nie was...

Zunächst waren das die weiteren Lokalpakete (vorgesehen für 2004), die nicht kamen. Dann war das der Sendernetzausbau, der schon seit einiger Zeit auf Eis liegt (Untersberg 12D z.B. sollte auch schon 2004 auf Sendung gehen).

Was Leistungserhöhung und weitere Pakete im Band III anging, wurde man dann auf RRC04/06 vertröstet, danach sollte es dann steil bergauf gehen. Dann war die Genfer Wellenkonferenz vorbei, und wieder tat sich nix. Denn nun war es die Bundeswehr, die immer noch blockierte. Und neue Pakete weiter nicht in Sicht. Dann endlich was erfreuliches, das Lokalpaket in München wechselt vom L-Band ins Band III und kriegt später noch ordentlich Leistung. Das war nahezu das einzige erfreuliche in den letzten 5 Jahren DAB Bayern. Wenngleich es mir scheint, dass die Band III-Abstrahlung einen etwas provisorischen Charakter hat, immerhin wird bei Bayerndigitalradio nach wie vor noch das L-Band für München angegeben, und wenn mal der Blitz in die Antenne einschlägt, muss man das im Gegensatz zu UKW auch nicht in wenigen Tagen reparieren, sondern kann sich schon mal Wochen Zeit lassen...

Dann kam die Sache mit DAB+ und dem Big Bang. RRC06 ist nun doch schon eine Weile her, da braucht man also einen neuen Termin, den man anvisieren kann. Auch das hat sich immer wieder verschoben, nun spricht man also *optimistisch gesehen* von Ende 2009, ein Big Bang scheint nun auch nicht mehr zu kommen, sondern allenfalls ein lauer Pups, denn nun scheint man nur noch in einigen Startinseln einige wenige Pakete in Betrieb nehmen zu wollen, und selbst das ist noch nicht so wirklich sicher, scheint mir... Und an Ende 2009 glaube ich erst, wenn ich tatsächlich was empfange... Ach ja, dass sich dann noch angeblich DAB+ upgradebare Empfänger als nicht DAB+-tauglich entpuppen, dass die Autoindustrie es nicht hinkriegt, ab sofort DAB+fähige Radios in Neuwagen zu verbauen, spricht auch für sich... Mir scheint, es läuft darauf hinaus, dass man einfach in den vorhandenen Netzen ein paar DAB+-Programme aufschalten wird, an die Inbetriebnahme neuer Pakete und massiven Sendernetzausbau zu diesem "Big Bang" glaube ich schon fast nicht mehr.

Leistungserhöhung? Weiterhin Fehlanzeige, von dem einen löblichen Beispiel 11C München abgesehen... Noch vor der Fußball EM? Da bin ich ja mal gespannt...

Ist das schwierig zu verstehen, dass man als langjähriger DAB-Hörer mittlerweile etwas genervt auf sich ständig verschiebende Termine und Ankündigungen reagiert? Ich glaube nicht!

von Habakukk - am 22.04.2008 16:00
Ich glaube, das Strecken der Zeitpläne für den DAB-Ausbau hat auch mit dem teils vorhersehbaren teils willkürlich erzwungenen Stagnieren des Gebührenaufkommens zu tun. Das ist auch beim DVB-T-Ausbau im Bereich des WDR zu beobachten: Man lässt analoge Füllsender in Höxter weiterlaufen und startet einen Versuch mit einem DVB-T-Füllsender in Warburg. Das macht man nicht, wenn man nicht schon weiterführende Planungen hat. Ende 2007, als die Entscheidung der KEF vermutlich schon absehbar war, stellt man das alles dann doch noch ein. Im Unterschied zum BR / Bayern-Digital-Radio fährt der WDR eine zurückhaltende Informationspolitik. Darum musste er öffentlich auch nichts zurücknehmen.

von Ingo-GL - am 22.04.2008 17:39
Zitat

Man wusste doch von Anfang an, also Mitte der 90er, als die ersten DAB Sender in Betrieb gingen, dass es bei 1kW nicht bleiben wird ! Mit 1kW war nie und nimmer flächendeckender Indoorempfang machbar.


Wenn ich mich an die alten Diskussionsrunden, z.T. auf der DAB-Site und auch hier erinnere, wollte man das sehr lange nicht wahrhaben.

Zitat

Dann kam die Sache mit DAB+ und dem Big Bang. RRC06 ist nun doch schon eine Weile her, da braucht man also einen neuen Termin, den man anvisieren kann. Auch das hat sich immer wieder verschoben, nun spricht man also *optimistisch gesehen* von Ende 2009, ein Big Bang scheint nun auch nicht mehr zu kommen, sondern allenfalls ein lauer Pups, denn nun scheint man nur noch in einigen Startinseln einige wenige Pakete in Betrieb nehmen zu wollen, und selbst das ist noch nicht so wirklich sicher, scheint mir...


Ich habe schon lange den Verdacht, man hält DAB gerade soweit am Kochen, dass die Subventionsgelder an die Beteiligten fließen. Für DAB+ und die gemachten Ankündigungen wurde doch auch prompt ein neuer Topf aufgemacht. Wenn der in drei Jahren leer ist und man wieder nichts hat außer einem löchrigen Sendernetz und ein paar lieblosen Automatendudlern, die darin senden und die kein Mensch hören will, geht das Gejammer eben weiter, auf dass der nächste Topf aufgemacht wird.



von Grenzwelle - am 23.04.2008 11:32
Wetten, dass wir auch noch in zehn Jahren hier über Big Bangs, Marketingoffensiven und das Weihnachtsgeschäft beim digitalen Radio diskutieren? Ich habe vor Wut in den letzten Monaten alle meine DAB-Geräte verscherbelt und gebe mich mit Satellit, Internet und unterwegs halt weiter UKW zufrieden. Insgesamt 2000 Euro habe ich in den Sand gesetzt, daher bin ich von solchen Ankündigungen geheilt. Es wird m.E. NIE eine Akzeptanz von DAB in Deutschland geben. Nicht, so lange UKW nicht zwangsabgeschaltet wird. Aber genau das wird ebenfalls nie eintreten.

von Wiesbadener - am 23.04.2008 11:37
Vergleicht mal DVB-T mit DAB.

Nur mal am Beispiel Nürnberg:
DVB-T hätte nur noch die hälfte Reichweite.Indoor ginge so gut wie gar nichts mehr.
Viele Programme würden mit noch geringerer Datenrate senden als jetzt schon.
Und das ZDF sowie ein paar Dritte würden im Angebot fehlen.
Eine Box kostet 600-1000¤

Was das für ein _Erfolg_ wär,kann ich mir sogar als Hauptschüler ausrechnen.

von Scrat - am 24.04.2008 00:19

Leistungserhöhungen DAB Bayern am 26.05.2008

Quelle: Bayern Digital Radio

[München] Am 26. Mai 2008 sind Leistungsanpassungen an mehreren Sendern im landesweiten Netz 12D vorgesehen. In der Zeit von 08:00 - 14:00 Uhr kann es daher an diesem Tag aufgrund der erforderlichen Umstellungsarbeiten an allen 38 Sendestandorten in Bayern zu Versorgungsbeeinträchtigungen im gesamten Sendegebiet kommen.

von EmmWeh - am 23.05.2008 10:57
@UpperPalatinian: Nur mal so zur Information: Wenn an einem SFN (oder auf deutsch Gleichwellennetz) rumgeschraubt wird, kommt es immer zu Störungen. So ein SFN ist eine hakelige Angelegenheit. Dreht man an einem Sender die Leistung hoch, kann es passieren, dass ein anderer in die Knie geht. Da müssen die Parameter geändert werden, damit die Laufzeiten nicht aus den Fugen geraten.
Gruß
Reinhold

von Reinhold Heeg - am 23.05.2008 15:37
Zitat
Reinhold Heeg
@UpperPalatinian: Nur mal so zur Information: Wenn an einem SFN (oder auf deutsch Gleichwellennetz) rumgeschraubt wird, kommt es immer zu Störungen. So ein SFN ist eine hakelige Angelegenheit. Dreht man an einem Sender die Leistung hoch, kann es passieren, dass ein anderer in die Knie geht. Da müssen die Parameter geändert werden, damit die Laufzeiten nicht aus den Fugen geraten.

Richtig, darum wird am Montag an allen Sendestandorten um 10:10 Uhr das Delay entsprechend geändert. Dies betrifft auch Standorte bei denen es keine Leistungserhöhung gibt (SFN Abgleich). Bei Sendern ohne Vorstufenreserve kommt es deswegen zu einem kurzem Ausfall.

von Shoogar - am 23.05.2008 19:37
Zitat

... dann dürfte eigentlich im Pfaffensteiner Tunnel DAB Empfang sein.

Es kommt stark auf die Richtung des Tunnels im Vergleich zur Richtung auf den Sender an.
Wir haben hier einen Fall (Murg/Schweiz), da ist der Fernsehempfang exakt durch einen 100 Meter langen Eisenbahntunnel hindurch möglich, weil man so den ca 7 km entfernten Umsetzer fast sieht. Die VHF/UHFAntennen in einem Garten schauen genau durch den Tunnel.

von audion - am 25.05.2008 08:04
Zitat

Bayern macht's vor

26.05.08 Für die Ballungsräume München, Nürnberg, Regensburg und Würzburg besteht seit dem heutigen Tag eine deutliche Verbesserung des Empfangs von Digital Radio in Gebäuden. Die Steigerung der Standortsendeleistung von vormals 1 kW auf bis zu 10 kW im landesweiten Netz 12D hat Versuchscharakter und soll zunächst temporär bis Ende diesen Jahres beibehalten werden. Die Verbesserungen bei den bislang - aufgrund bevorrechtigter Schutzanforderungen der militärischen Seite - beschränkten Sendeleistungen sind das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, welche unter Leitung der Bundesnetzagentur stand. Neben den Bundesministerium für Verteidigung, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie haben der Bayerische Rundfunk, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien und die Bayern Digital Radio GmbH in dieser Arbeitsgruppe mitgewirkt.


Quelle: http://www.bayerndigitalradio.de/news-details/bayern-macht-s-vor/

Temporär also. Soll heißen, nächstes Jahr werden aus den 10 kW wieder 1 kW. Oder verstehe ich das falsch? Naja, mal sehen...



von Oberpfälzer_BUL - am 26.05.2008 14:38
Also ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man wieder zurück geht. Aber man kennt das doch schon... nur nicht zu schnell, lieber ewig lange was testen, statt gleich was gescheites machen. Wahrscheinlich will man jetzt erstmal "testen" ob die 10kW an den paar Standorten einwandfrei laufen und die Bundeswehr nicht wieder heult und fährt dann erst den Rest hoch. Warum kann man nicht gleich alles auf 10kW hochfahren??? Ich versteh's nicht, gerade in den ländlichen Gebieten bräuchte man mehr Sendeleistung...

Hier am nördlichen Ammersee-Westufer bilde ich mir ein, dass 12D minimal stärker geht. Der Olympiaturm spielt bei uns noch etwas mit, auch wenn unser "Hauptsender" der Hohenpeissenberg ist.

von DigiAndi - am 26.05.2008 15:24
Zitat
UpperPalatinian
Zitat
Bastian Karl
Wenn ich so überlege 10Kw von der Hohe Linie/Regensburg (Keilberg)dann dürfte eigentlich im Pfaffensteiner Tunnel DAB Empfang sein.


Naja, da bin ich etwas skeptischer. Vielleicht die ersten Meter im Tunnel, aber in der Mitte glaub ich kaum, dass da noch was geht.
UKW macht ja da auch schnell schlapp. :(


Genau so ist es. Bin gestern abend von Süd nach Nord durch den Tunnel gefahren. Der Empfang bricht beim Einfahren nach ca. 150m ab, bei der Ausfahrt kommt der Empfang ca. 50m vor dem Ende des Tunnels wieder. Da hat sich nichts wesentliches geändert.
Früher war es ja auch bei UKW so, das ist ja erst seit einigen Jahren so, dass die wichtigsten UKW-Sender in den Tunnel Pfaffenstein übertragen werden.
Im Stadtgebiet ist die Leistungserhöhung spürbar, bei meinem Woodstock habe ich fast immer Vollausschlag.

Mani2

von Mani2 - am 27.05.2008 07:21
Presseschau: das Thema war satnews sogar zwei Meldungen wert

Zitat
satnews
Bayern erhöht DAB-Sendeleistungen
Für die Ballungsräume München, Nürnberg, Regensburg und Würzburg besteht seit dem gesrigen Montag eine deutliche Verbesserung des Empfangs von Digital Radio in Gebäuden. Die Steigerung der Standortsendeleistung von vormals 1 kW auf bis zu 10 kW im landesweiten Netz 12D hat Versuchscharakter und soll zunächst temporär bis Ende diesen Jahres beibehalten werden. Die Verbesserungen bei den bislang - aufgrund bevorrechtigter Schutzanforderungen der militärischen Seite - beschränkten Sendeleistungen sind das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, welche unter Leitung der Bundesnetzagentur stand. Neben den Bundesministerium für Verteidigung, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie haben der Bayerische Rundfunk, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien und die Bayern Digital Radio GmbH in dieser Arbeitsgruppe mitgewirkt.


Di, 27. Mai 2008

http://www.satnews.de/mlesen.php?id=d5681582890d444bfcf645702139962c
Zitat
satnews
Sendeleistungserhöhungen im bayerischen DAB-Ensemble
Für die Ballungsräume München, Nürnberg, Regensburg und Würzburg besteht ab sofort eine deutliche Verbesserung des Empfangs von Digital Radio in Gebäuden. Die Steigerung der Sendeleistung von vormals 1 kW auf bis zu 10 kW im landesweiten Netz im Kanal 12D hat Versuchscharakter und soll nach einem Bericht von ukwtv.de zunächst bis Ende diesen Jahres beibehalten werden. Die Verbesserungen bei den bislang - aufgrund bevorrechtigter Schutzanforderungen der militärischen Seite - beschränkten Sendeleistungen sind das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, welche unter Leitung der Bundesnetzagentur stand. Neben den Bundesministerium für Verteidigung, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie haben der Bayerische Rundfunk, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien und die Bayern Digital Radio GmbH in dieser Arbeitsgruppe mitgewirkt. www.digitalradio.de


Di, 27. Mai 2008
http://www.satnews.de/mlesen.php?id=d5a7a240ff39da549310d84163473feb

von mor_ - am 27.05.2008 07:29
Ich habe heute im Bereich des Samerbergs (Anhöhe südlich von Rosenheim) Aussetzer beobachtet, die sonst nicht da waren. Dort fällt wegen der exponierten Lage alles aus Norden mit voller Feldstärke ein. Das bringt wohl das Gleichwellennetz ziemlich durcheinander. Die Pegelanzeige im Woodstock wechselte laufend zwischen auf 12D Vollausschlag und kein Signal. Allerdings ist momentan ziemliches Tropo, bei Bedingungen wie momentan habe ich auch früher schon an exponierten Standorten Aussetzer beobachtet. Das ist die Crux bei DAB: kaum gibt es troposphärische Überreichweiten, schon bricht das mühsam errechnete Gleichwellennetz zusammen... Deshalb möchte ich erst mal abwarten, bis wieder normaler Empfang herrscht, damit man sagen kann, ob sich dort durch die Leistungserhöhung tatsächlich der Empfang verschlechtert hat.

von Habakukk - am 28.05.2008 20:56
Das wird halt momentan wohl noch dadurch verschärft, dass einige Standorte nun mit dem 10fachen an Leistung senden als andere (weil ja nur ein Teil der Sender verstärkt wurde bisher). Bei Normalbedingungen wahrscheinlich kein Problem, aber wenn so wie dieser Tage der Dillberg auf UKW bis in die Niederungen mit RDS rein kommt und lokale Sender übertönt, dann wird sicherlich ein 10kW-Sender aus Nürnberg auch mit ordentlicher Feldstärke reinkommen und vielleicht auch stärker einfallen als die lokalen Sender. Bei den 0,5kW vorher war das wohl nicht so brisant.

von Habakukk - am 29.05.2008 07:47
Der richtige Weg wäre wohl, die Leistung ggfs. noch weiter zu erhöhen, speziell in dicht
bebauten Innenstadtgebieten und gleichzeitig die Antennen abzuändern, sodaß nicht mehr
horizontal abgestrahlt wird, sondern die Hauptkeule topographisch angepaßt mehr oder
weniger nach unten zeigt, um zum einen die Feldstärke in den unteren Etagen der Gebäude zu
erhöhen und zum anderen die nach oben gehende Energie zu reduzieren, was dann das
Tropo-Problem reduzieren würde. Das ist natürlich mehr Aufwand als nur die Leistung hochzudrehen,
aber wenn das Ganze eine Dauerlösung werden soll, dann sollte da auch mal
etwas Gehirnschmalz und Geld investiert werden.





von Nohab - am 29.05.2008 08:06
Zitat

Also bei Tropo funktioniert es also gar nicht.


Der Samerberg ist halt schon sehr exponiert nach Norden, aber auch an weniger exponierten Stellen (50-100m höher als normal) kommt es bei starkem Tropo gerne mal zu Blubbern oder Aussetzern. Besonders bei selektivem Tropo (wie momentan) macht auf UKW schon mal ein sehr weit entfernter Sender (Dillberg/Ochsenkopf) die lokalen Sender mühelos platt.

Ich glaube, man darf die Signalstärken bei Tropo nicht unterschätzen. Ich habe hier die Tage auf UKW in Sichtweite zum Wendelstein bei vielleicht 50km Entfernung auf 102,3 tlw. ein massives Brausen, erzeugt durch den brachial einfallenden Ochsenkopf.
Derzeit kommt z.B. auf 99,4 nicht Radio Chiemgau aus Traunstein, das sonst in RDS-Qualität reinkommt, sondern Bayern 3 vom Ochsenkopf, und das nahezu rauschfrei (also kaum beeinträchtigt durch Radio Chiemgau) mit RDS.
Der Dillberg beeinträchtigt mit seiner momentan hohen Feldstärke die Versorgung unseres Lokalsenders aus 92,3 (Rosenheim) und 100,6 (Wasserburg) momentan so sehr, dass einige Teile des Landkreises momentan quasi nicht mehr durch den hiesigen Lokalfunk versorgt sind.

Das ist bei DAB halt dann auch so und dort kommt es wegen des Gleichwellennetzes eben zu Aussetzern, während man bei UKW oft auf eine andere Frequenz ausweichen kann. Auf dem Samerberg nutzt das RDS auf UKW momentan halt statt Wendelstein eher mal den Dillberg oder Ochsenkopf. Naja, bei DAB kann man dann halt, während DAB Bayern blubbert, auf DAB München, Ingolstadt oder Hessen ausweichen. Sind halt dann andere Programme drin...



von Habakukk - am 29.05.2008 10:49
Da ist sicher noch was moeglich in Sachen Feinjustierung der Sendeparameter und Delayzeiten. Ist wie bei DVB-T, mal geben sie sich Muehe und messen / rechnen genau und mal nicht... wobei man das bei DVB-T sicherlich verzeihen muss, DAB ist aber nun wirklich fuer den mobilen Empfang gedacht.
Vielleicht meint man das aber auch mit temporaer auf 10kW und deshalb nur in Bayern, man muss erst Erfahrungswerte sammeln.

von Nordlicht2 - am 29.05.2008 11:44
@jkr: Ich rede nicht von Polarisation, ich rede von einer Änderung der Abstrahlcharakteristik
(Strahlungsdiagramm), damit a: weniger nach oben weggeht und damit an Troposchichten
reflektiert wird und b: innenliegende Gebäudeteile besser versorgt werden. Auf dem Land gibt
es generell wenig Probleme, im dicht zubetonierten Innenstadtbereich ist es etwas anderes.
Und da muß das Signal auch mal durch 5,6 und mehr Wände.
Und es geht dabei nicht um U-Bahntunnel oder Parkdecks, es geht um Wohn- und Bürobebauung.
Ob mehr Leistung als die 10kW notwendig sind oder nicht, muß meßtechnisch festgestellt
werden. Die Alternative ist eben Leistung klein lassen und mehr Sender installieren.
Dann bekommt eben jedes Nest seine eigene DAB-Funzel.
Oder jeder Stadtteil, da muß man halt sehen, was kostengünstiger ist.





von Nohab - am 29.05.2008 12:19
Zitat

Da ist sicher noch was moeglich in Sachen Feinjustierung der Sendeparameter und Delayzeiten. Ist wie bei DVB-T, mal geben sie sich Muehe und messen / rechnen genau und mal nicht...


Ich weiß nur nicht, ob sich Tropo-Überreichweiten so gut einberechnen lassen. In 98% der Zeit spielt ein Ochsenkopf oder Dillberg hier im Südosten Bayerns außerdem ja keinerlei Rolle. Und dann ist es so eine Sache: je mehr ich auf der einen Seite optimiere, umso mehr mache ich ja auf der anderen Seite kaputt.
Natürlich könnte ich solange an den Delays von Ochsenkopf und Dillberg schrauben, dass diese bei Tropo hier im Süden auch auf Anhöhen den Empfang nicht kaputt machen können. Aber es fällt umgekehrt ja auch der Wendelstein tlw. brachial in Nordbayern ein. Und dann habe ich mit der Optimierung für den Süden bei exponierten Lagen in Nordbayern genau das Gegenteil erreicht: der Wendelstein macht das Netz dann noch früher kaputt als normalerweise.



von Habakukk - am 29.05.2008 13:19
Naja von der mitte nach aussen hin optimieren unter der Beruecksichtigung der Sendeleistungen und Standortlage, mehr geht natuerlich auch nicht. Im Moment wenn sie gerade erst die Leistung erhoeht haben ist es garantiert noch nicht optimal eingestellt. Bei DVB-T stimmen sie halt noch nicht mal optimal ab wenn es sich nur um 2 Senderstandorte handelt bzw. die Toleranzen sind wohl sehr hoch. Bei DAB werden sie es aber optimieren muessen und notfalls eben wieder runter mit der Leistung. Fuer Hamburg mach mir da mal keine Sorge aber Bayern is schon was anderes bei der Flaeche ;)

von Nordlicht2 - am 29.05.2008 16:03
Richtig anspruchsvoll wird es wohl dann, wenn mal wirklich ein deutschlandweites Paket kommt. Man wird dann wohl zwar nicht in ganz Deutschland den gleichen Kanal nutzen, aber derzeitige Planungen weisen z.B. Kanal 5C von Bayern bis Schleswig-Holstein aus. Das stell ich mir nicht so einfach vor, wenn man dann Wendelstein über Brocken bis zum Bungsberg berücksichtigen muss.

von Habakukk - am 29.05.2008 16:13
Ich bin gestern von Frankfurt kommend durch Bayern gefahren (Kufstein). Die Signalpegel in den Großräumen der verstärkten Sender ist tatsächlich deutlich angestiegen. Allerdings meine ich beobachtet zu haben, dass der DAB_Empfang außerhalb Bayerns etwas schwieriger geworden ist. Ich bilde mir zumindest ein, dass etwa im Großraum Kitzbühel der Kanal 12D um einiges besser ging. Früher dürfte die Region nur vom Wendelstein versorgt worden sein. Kanal 11C zeigt aber, dass in die Region der nun verstärkte münchner Olympiaturm noch stark einstrahlt.

Welche aktuellen Erfahrungen habt Ihr andernorts mit der Emfangbarkeit des bayerischen Multiplexes außerhalb Bayerns gemacht?

von delfi - am 31.05.2008 09:30
Hallo, delfi
Hier am Mittelpunkt der EU, runde 25 km Luftlinie vom Pfaffenberg entfernt, ist immer noch bombiger Empfang. Die Fehlerrate bewegt sich wie gehabt bei maximal 0,03%. an der Holzkiste LaGIO, die an der alten TV-Antenne auf dem Dach hängt. Erstaunlicherweise gabs keine Aussetzer während der Sendeleistungshochdrehaktion.
Gruß
Reinhold

von Reinhold Heeg - am 31.05.2008 10:22
Ich bin seit der Sendeleistungserhöhung zwei Mal durch den Prüfeninger Tunnel (Einhausung A93) gefahren. Das erste Mal ist, wie zu erwarten, der Empfang etwa 100m nach Tunneleinfahrt abgebrochen und beim Ausfahren wieder da gewesen. Beim zweiten Mal hatte ich (bis auf etwa 30m in der Mitte des Tunnels) durchgehenden Empfang. Kann es sein, dass die Witterung eine so große Rolle spielt? Oder liegt es am Verkehr?

Manni

von Mani2 - am 10.06.2008 20:39
Imho beides.
Mein Empfang ist seit einiger Zeit durch ein (noch ungeortetes) Antennenkabelproblem sehr eingeschränkt.Deswegen merke ich es schnell wo weniger Signal ankommt.Gestern Mittag gings bei Wolkenwetter störungsfrei 20km zur Autobahn bei Velburg-A3.
Um 1 Uhr nachts/früh dann bei Sternenhimmel zurück.Das Signal brach ständig weg und war nur in NM (5-10km Luftl. zum Dillberg) wieder geniessbar....

von Scrat - am 10.06.2008 21:37
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