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Radioforum
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vor 10 Jahren, 4 Monaten
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vor 10 Jahren, 4 Monaten
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DAC324, PowerAM, 88,7 MHz, DO4NC, Spacelab, Werner53, Saarländer (aus Elm), Marc_RE, Funkerberg, Robert S., ... und 4 weitere

Für alle "Antennengeschädigten": So wußte man sich früher zu helfen!

Startbeitrag von DAC324 am 04.01.2008 15:20

Hallo alle,

Aufstellen von Antennen - nicht erst heute ist das ein Problem. Hier mal ein Beispiel, wie man sich 1925 bei diesem Problem zu helfen wusste. Beim Nachbau unbedingt Warnhinweise auf der Seite beachten!

Antworten:

Interessant,ich hab mal vor ein paar Jahren im QVC oder HOT ein Gerät gesehn welches ähnlich funkitonierte.
Man steckt es in die Steckdose und schließt dann sein Radiodran an,das Gerät nutzt dann die Strohmleitung als Antenne.
Hab das Teil damals nur einmal im Fernsehn gesehn und dann nie wieder.

von Robert S. - am 04.01.2008 17:22
Heute hervorragend geeignet zum Empfang entfernter unbekannter Netzstörer und PowerLine-Sender. Also eine richtige "DX-Antenne".

Nicht nur deshalb rate ich von jeglichem Anwendungsversuch ab.

Bernhard





von Bernhard W - am 04.01.2008 17:29
Da ist eben im Inneren des Geräts ein Kondesator, der die HF vom Netzkabel trennt. Hat mein Radiowecker auch, ist gar nicht so schlecht, und zwar weder auf UKW noch MW.

von Alqaszar - am 04.01.2008 17:33
Zitat
alqaszar
Da ist eben im Inneren des Geräts ein Kondesator, der die HF vom Netzkabel trennt. Hat mein Radiowecker auch, ist gar nicht so schlecht, und zwar weder auf UKW noch MW.

Selbst den Kondensator kann man im Falle des Radioweckers noch einsparen. Ich hab mal aus Spaß an der Freude einen Radiowecker repariert, bei dem sowohl Wurfantenne als auch Netzkabel durch Kabelfetischisten entfernt worden waren.

Ich weiß, normalerweise macht man sowas nicht, denn Radiowecker sind momentan mehr als out, insbesondere die mit netzgeführter Uhr. Sie stehen als Neugeräte wie Blei in den Regalen, und gebraucht will sie schon gar keiner. Aber ich hatte wohl gerade nichts Besseres zu tun :D

Der übrig gebliebene Stummel der Wurfantenne wurde einfach an den Kern des Netztrafos geschraubt. Die Kapazität des Kerns zur Wicklung reicht zur Einkopplung eines ausreichenden Antennensignals aus der Netzzuleitung. Einige Geräte hatten das ab Werk so - hat nur den Nachteil, dass man diese "Netzantenne" nicht so frei ausrichten kann wie eine lose baumelnde Wurfantenne...

von DAC324 - am 04.01.2008 17:48
Interessant finde ich, dass bereits zwei Jahre nach Beginn der offiziellen Rundfunksendungen und vielleicht 5 Jahre nach den ersten Versuchssendungen solche Hobbytipps kursierten.
Radiobegeisterte gab es schon damals und haben viel für Weiterentwicklung des Mediums, für das technische Verständnis, für die theoretischen Grundlagen der Funkausbreitung usw. getan.
Sozusagen Urahnen des Radioforums!


von Christian_66 - am 04.01.2008 17:56
Ich hatte die Netzantenne mit abstimmbarem (!) Koppelkondensator vor Jahren nachgebaut. Wenn man beachtet, daß die ganze Schaltung noch unter Spannung steht, dann sollte man sie nur mit 'nem Handschuh anfassen und abstimmen. Fakt ist, daß die Abstimmung der Einkopplung einen hervorragenden Empfang auf Lang- und Mittelwelle sowie auch auf Kurzwelle ermöglicht. Man muß etwa alle 1 MHz nachstimmen.

von PowerAM - am 04.01.2008 19:12
Zitat
Christian_66
Interessant finde ich, dass bereits zwei Jahre nach Beginn der offiziellen Rundfunksendungen und vielleicht 5 Jahre nach den ersten Versuchssendungen solche Hobbytipps kursierten. Radiobegeisterte gab es schon damals und haben viel für Weiterentwicklung des Mediums, für das technische Verständnis, für die theoretischen Grundlagen der Funkausbreitung usw. getan.
Sozusagen Urahnen des Radioforums!



Es gab ab ca. 1923 in Deutschland Vereine des "Radiosports", die sich mit der Materie beschäftigten. Diese Vereine brachten auch Literatur heraus.

Sehr früh gab es auch in Deutschland umfangreiche Literatur zum Thema Radioempfang.
Erwähnt sei hier "Der praktische Radioamateur" erschienen pünktlich zum Beginn
des offiziellen Rundfunks 1923, 3 Jahre nach dem ersten Instrumentalkonzert aus Königs Wusterhausen,

Hier die Vorderseite:



In diesem Buch wird umfangreich auf alle Belange des Radioempfangs eingegangen.

Kleines Beispiel als Link:

Eine Auflistung von Bauteilen: Radioamateur 1923 Seite 73

Und eine Schaltung eines Detektorempfängers:Radioamateur 1923 Seite 110


Jaaaa, das waren noch Zeiten......

von Funkerberg - am 04.01.2008 22:16
Göttlich! ;)

von PowerAM - am 04.01.2008 22:25
ich habe noch einen Radio-Katalog von 1933 von einem Radiohändler aus Stettin, was da alles schon für Gerätschaften angeboten werden. Dagegen ist die heutige Gerätevielfalt richtig verarmt.

Gruß
Hans

von HansR - am 04.01.2008 22:33
Derartige Lichtantennen wurden teilweise sogar in die Geräte intergriert. Mit einem Schalter an der Rückseite konnte man dann zwischen Lichtantenne und Außenantenne wählen.
Mit entsprechen sicheren Kondensatoren (Y-Kondensator) ist das ganze dann auch relativ sicher, immerhin liegen die Gehäuse von viele Geräten mit Schaltnetzteil (z.B. DVD-Player) ebenfalls über Y-Kondensatoren am Netz.
Beim Radiowecker kann es auch helfen die Wurfantenne um das Netzkabel zu wickeln.

von Marc_RE - am 05.01.2008 00:45
Na, aber was hat denn da den Empfang verbessert? Waren die Überlandleitungen da von nutzen?
Ich mache mit den Netzkabel an Radios und Radiowecker eigentlich immer nur die Erfahrung das der Empfang dadurch geschwächt wird.


von 88,7 MHz - am 05.01.2008 06:48
Zitat

In diesem Buch wird umfangreich auf alle Belange des Radioempfangs eingegangen.


Dieses Buch gibt es als Reprint im Wilhelm Herbst Verlag. Ich habe es gerade mal wieder
als S-Bahn Lektüre gelesen...wunderbar.

Den darin beschriebenen Detektorempfänger habe ich vor Jahren mal nachgebaut. Es war
gar nicht so einfach, die Einzelteile zu beschaffen. Den Pyrit-Kristall habe ich
in einem Esoterik-Fachgeschäft gefunden, und gottseidank konnte man sich seinerzeit
noch im Bauhaus Glasplatten für den Kondensator zuschneiden lassen. Statt Stanniolpapier
ging auch Alufolie. Aber was solls: Das Ding hat funktioniert !


von DO4NC - am 05.01.2008 12:33
Mein Vater hat auch noch eine klassischen Radiowecker. Dieser benutzt ebenfalls das Stromkabel als Antenne. Der Empfang ist auf UKW und Mittelwelle eher durchwachsen. Ich hab die ganze Zeit immer so das Gefühl mit einer total falsch angepassten Antenne zu spielen. So als würde man einfach an die Antennenbuchse ein X beliebiges Stück draht anschließen das man gerade so gefunden hat. Der einzige Vorteil ist halt das man keine Antenne und damit kein zusätzliches Kabel auf dem Nachttisch rumfliegen hat.

von Spacelab - am 05.01.2008 12:37
Zitat
Spacelab
Mein Vater hat auch noch eine klassischen Radiowecker. Dieser benutzt ebenfalls das Stromkabel als Antenne. Der Empfang ist auf UKW und Mittelwelle eher durchwachsen. Ich hab die ganze Zeit immer so das Gefühl mit einer total falsch angepassten Antenne zu spielen. So als würde man einfach an die Antennenbuchse ein X beliebiges Stück draht anschließen das man gerade so gefunden hat. Der einzige Vorteil ist halt das man keine Antenne und damit kein zusätzliches Kabel auf dem Nachttisch rumfliegen hat.

Und für den Ortssender reichts im Allgemeinen. Außerdem ist es nicht unbedingt praktisch, im Schlafzimmer mit einer sperrigen Teleskopantenne zu hantieren. Zudem dürften nur die wenigsten Schlafzimmer über eine Antennendose in der Wand verfügen.

Zum Technischen: So eine Lichtantenne ist immer nur eine Behelfsantenne. Das sind die an den Radioweckern und manchen Kompaktanlagen zu findenden Wurfantennen aber auch. Wurfantennen haben aber den Vorteil, dass man sie längenmäßig wenigstens einigermaßen an den zu empfangenden Wellenbereich abstimmen kann (was aber in der Praxis meistens auch nicht gemacht wird) und dass sie sich freier ausrichten lassen als ein in der Steckdose steckendes Netzkabel.

Das Netzkabel ist verständlicherweise auf keinen der zu empfangenden Wellenbereiche optimal abgestimmt. Wie auch in dem ursprünglichen Artikel erwähnt, müßte man sie mittels veränderlichem Kondensator erst mal abstimmen. Leider muss man diese Prozedur jedes Mal wiederholen, wenn man das Gerät an eine andere Steckdose steckt.

Last but not least: Ich vermute mal, dass in dem Radiowecker die Netzkabel-Antenne nur für UKW angeschlossen ist, für Mittelwelle dürfte eine Ferritantenne verbaut sein.

von DAC324 - am 05.01.2008 19:04
Als mein Vater mir vor 20 Jahren einen Telefunken-Radiowecker geschenkt hat, war er auch ganz stolz darauf, mir erklären zu können, dass das Ding so toll ist, weil es 'keine Antenne hat'.

Nachdem ich das Gerät wenige Jahre später wegen eines losen Schalters mal geöffnet hatte, habe ich als erstes den Antennendraht vom Netzkabel abgewickelt, nach außen geführt und mit 2 Meter Draht verlängert. Damit gingen dann nicht nur die Ortssender, sondern z.B. auch SWF/SWR, RPR, DLF und sogar Z-FM waren empfangbar, und sind es natürlich immer noch, auch wenn das Gerät heute fast nur noch auf Mittelwelle eingestellt ist.

Zitat

Radiowecker sind momentan mehr als out, insbesondere die mit netzgeführter Uhr.


Bei dem Gerät sind die Gumminoppen der Tasten durch die Wärme des Trafos mittlerweile größtenteils spröde geworden und zerbröselt, weshalb ich mir schon eine Taste einfach durch zwei angelötetete Drähte ersetzt habe. Aber ein neues Gerät würde ich mir momentan auch nicht mehr kaufen, die Wahrscheinlichkeit schrottiger Empfangseigenschaften (auch ohne Netzkabelantenne) ist wohl ziemlich hoch, und wenn es bei den kaputten Noppen bleibt, hält der Telefunken wohl auch noch mal 20 Jahre. :-) .


von Saarländer (aus Elm) - am 07.01.2008 13:57
Zitat
Saarländer (aus Elm)
[Radiowecker]
Aber ein neues Gerät würde ich mir momentan auch nicht mehr kaufen, die Wahrscheinlichkeit schrottiger Empfangseigenschaften (auch ohne Netzkabelantenne) ist wohl ziemlich hoch


Ja, leider, weil diese Geräte ab Werk anscheinend nur sehr grob (wenn überhaupt) abgeglichen und oft auch saumäßig verarbeitet sind (schlechte Lötstellen, lieblos hineingeworfene Bauelemente). Aber was will man für < 10 EUR auch erwarten.

Den bereits erwähnten Radiowecker hatte ich mehr aus Neugier auseinander genommen und dann auch mal etwas besser abgeglichen. Sicher, eine DX-Maschine ist nicht daraus geworden, aber die Empfindlichkeit auf beiden Empfangsbereichen war durch den Abgleich deutlich zu steigern.

von DAC324 - am 07.01.2008 15:17
heute kann man auf Netzkabeln wohl eher den Internetverkehr der Nachbarn mithören...

von Werner53 - am 08.01.2008 16:47
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