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Leicht OT: Sonne legt Navis lahm

Startbeitrag von electroSMOG am 27.01.2008 23:32

Hab ich grad in der Autobild gelesen:

Schwere Zeiten für Navigationsgeräte: Sonnenstürme können die Helferlein im Auto verwirren – Positionsfehler sind die Folge. Experten sagen solche Stürme für Anfang März voraus.
Ab Anfang März 2008 stehen die Zeichen auf Sturm – genauer gesagt auf Sonnensturm. Diese kosmischen Turbulenzen können Navigationsgeräte ordentlich durcheinander wirbeln. Grund: Die GPS-Signale werden durch die Sonnenwinde gestört. "Positionsfehler können bis zu 100 Meter betragen", sagt Dr. Norbert Jakowski vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum. Besonders betroffen sind mobile Geräte. Sie müssen ohne unterstützende Daten des Autos auskommen. Festeinbauten sind hier klar im Vorteil, da sie auf Informationen wie Geschwindigkeit und Lenkradwinkel zugreifen können.
Heftigste Störungen von 2011 bis 2013
Viele mobile Navis beherrschen jedoch das so genannte "Map Matching" und bleiben bei kleinen Störungen auf der Straße. Doch nicht nur die Genauigkeit der Navis leidet unter den Sonnenstürmen. Das Signal wird insgesamt schwächer, und die Satelliten sind schwerer zu orten. Im schlimmsten Fall findet das Gerät kein Signal. Den Höhepunkt der Sonnenaktivität erwarten die Forscher von 2011 bis 2013. Wann und wie stark die Winde auftreten, lässt sich nicht voraussagen.

Quelle: www.autobild.de


In wiefern wird sich das auf den Radioempfang auswirken?

Die 50 interessantesten Antworten:

Ich glaube kaum, dass die Navis wirklich Probleme bekommen mit den Sonnenflecken bzw. den Stürmen. Denn im letzten Sonnenflecken-Höhepunkt 2000 liefen die GPS-Geräte doch eigentlich auch ganz normal, deshalb sollten die auf dem genau gleichen System (GPS) aufbauenden Navigeräte doch auch nicht wirklich beeinträchtigt werden.

von dxbruelhart - am 28.01.2008 07:20
Zitat

Positionsfehler können bis zu 100 Meter betragen

Wenn die Amerikaner gerade irgendein Land überfallen, können die Fehler auch 100m betragen (ist ja ein militärisches System). Die Genauigkeit des Systems kann heruntergesetzt werden. (Deshalb wollen die Europäer ja auch "Galileo" haben).
Zitat
zerobase now
Kann man da gar nichts machen?

Landkarten lesen lernen, Leserbrief an B..D schreiben, sich in sein Schicksal fügen ;)
Oder: Parkplatz suchen und sich an sporadic E-Empfängen erfreuen, mal wieder Kurzwelle hören...


von iro - am 28.01.2008 09:39
Transportable Geräte auf dem Armaturenbrett, bei denen die Antenne im Gehäuse eingebaut ist, sind sicherlich am stärksten betroffen. Denn die sehen ohnehin nur eine kleinere Anzahl an Satelliten, deren Signal dann eventuell auch noch gestört ist. Abhilfe in dem Fall bietet das Nachrüsten einer Dachantenne, sofern ein Anschluss für eine externe Antenne vorhanden ist.

von Ingo-GL - am 28.01.2008 10:11
Also der Sonnenfleckenzyklus ist ja ein uralter Hut. Das mit solchen Sonnenstürmen gerechnet werden muß, weiß man schon ewig, daß sie nicht kalukulierbar sind, auch. Wenn das System dann versagt, kann man es getrost in die Tonne hauen!
Ansonsten würde ich mal sagen: Solche Presse, vor allem die Zeitschriften, die das Suffix "bild" enthalten, kritisch lesen. Die schnappen oft irgendwas auf und machen aus Halbwahrheitenmücken einen großen Sensationselefanten!


von Peter Schwarz - am 28.01.2008 13:03
Zitat
zerobase now
Hört sich nicht gut an. Kann man da gar nichts machen? Immerhin sind es ja noch drei Jahre.

Am besten weniger Springer-Blättchen lesen bzw. über die Halbwahrheiten, die dort in der Regel drin stehen, mal kräftig lachen!

Während des letzten Sonnenfleckenmaximums in 2001 habe ich mein GPS-Gerät an einem hohen Berg in China intensiv benutzt, als kleine Lebensversicherung, um bei Schlechtwetter notfalls alleine ins Basislager runter zu kommen. Das GPS hat immer einwandfrei funktioniert, das Kurzwellenradio im Zelt war dagegen schon mal ziemlich "taub", wenn die Ionosphäre nach Eruptionen auf der Sonnenoberfläche besonders unruhig war.

Es ist wohl ganz schlau, sich auf eine Technik wie GPS nie alleine zuverlassen, sondern eine Karte, einen Ortskundigen oder sonstige Hilfsmittel für den Fall bereit zu haben, dass die Technik mal versagt.

73 de Uli


von ulionken - am 28.01.2008 19:52
Es ist eine Seuche mit dem Navi-Virus, der um sich greift. Wie hat man denn in all den Jahren, als es diese Erfindung noch nicht gab, den Weg in eine fremde Region gefunden? Richtig: per Karte. Und das funktioniert auch bei heftigsten Sonnenstürmen :joke:

von Harald P. - am 30.01.2008 09:23
Zitat
Wie hat man denn in all den Jahren, als es diese Erfindung noch nicht gab, den Weg in eine fremde Region gefunden? Richtig: per Karte. Und das funktioniert auch bei heftigsten Sonnenstürmen


Ja da ist was dran. :spos:

Trotzdem würde ich das Navi einer Karte vorziehen.

von zerobase now - am 30.01.2008 09:25
Für mich ist ein Navi vor allem im innerörtlichen Bereich - in Orten ich mich nicht oder kaum auskenne - ganz nützlich. Die Ueberlandstrecken kann ich mir gut von Karten herauslesen und merken oder die kenne ich eh schon, Stadtpläne und Ortskarten habe ich nur beschränkt zur Vergügung, die Karten von maps.google.com o.ä. kann ich mir bei grösseren Orten nicht so gut merken.

von dxbruelhart - am 30.01.2008 09:31
Seit tragbare Navigationsgeräte bezahlbar geworden sind hat sie wirklich inzwischen fast jeder. Unpraktisch finde ich sie nicht. Allerdings brauchte ich keins kaufen, denn meine Freundin gewann exakt bei der o. g. Zeitschrift das Gerät, das wir heute gemeinsam nutzen. Im Urlaub hätten wir viele etwas versteckte Sehenswürdigkeiten nicht gefunden. Vieles ist nämlich bescheiden ausgeschildert.

GPS wäre übrigens genauer, wenn der (militärische) Nutzer es wollte. Wenn die US-Amerikaner mal wieder Krieg spielen, dann gibt es künstliche Ungenauigkeiten und in den Anfangszeiten von GPS wurde das System auch durchaus für fremde Nutzung mal für einige Tage abgeschaltet.

Das europäische Gallileio-System ist übrigens in meinen Augen bereits eine Totgeburt. Jetzt, wo die stark gesunkenen Lizenzgebühren für GPS tragbare Navigationsgeräte für eben dieses GPS-System preiswert machen, da versucht man natürlich eine möglichst hohe Sättigung des Endanwendermarktes mit GPS-basierter Technik aufzubauen. Wer ein funktionierendes 150 EUR-Navi im GPS-System hat, der wird es wohl kaum durch ein brandneues und wenigstens doppelt so teures Gallileio-Gerät ersetzen...

von PowerAM - am 30.01.2008 10:28
Zitat

Es ist eine Seuche mit dem Navi-Virus


wieso Seuche ?

Ich habe auch eins und möchte es nicht mehr missen. Davon abhängig bin ich allerdings nicht. Aber es macht das Auffinden einer bis dahin unbekannten Adresse doch schon um einiges einfacher.

von Felix II - am 31.01.2008 07:57
Das soll sich ja hier nicht zu einem Thread des für und wider von Navis ausweiten, aber das Navigationsgeräte ganz erheblich der Verkehrssicherheit dienen und nebenbei auch eine ganze Menge Zeiersparnis für den Nutzer bringen dürft wohl ausser Zweifel stehen.

von zerobase now - am 31.01.2008 08:06
Hallo,

um wieder mehr zum Thema des Forums zurückzukommen: Wie wird sich diese Sonnenaktivität auf den Radioempfang auswirken? Dass KW offenbar dann nicht mehr geht, haben wir ja schon gelesen (danke ulionken). Was ist mit den anderen Wellenbereichen?

Gern wird ja auch Panik in der Form verbreitet, dass es sich bei dem Sonnenwind ja um eine Teilchenstrahlung handelt, die elektronische Systeme, wie Computer, in ihrer Funktionsweise beeinträchtigen oder sogar zerstören könne.

Vielleicht passiert uns das dann auch mit halbleiterbestückten Radios...also noch schnell Röhrenradios besorgen, so lange es noch irgendwo welche gibt?

von DAC324 - am 31.01.2008 09:15
Zitat
iro
Macht denn der Sonnenwind um Röhrenradios einen Bogen? ;-)

Röhren sollen aber gegen Partikelstrahlung unempfindlicher sein (meine ich mal gehört zu haben - wenn's nicht stimmt, bitte berichtigen).

Außerdem steht hier:
Zitat

Auf der Erde verursacht die Sonnenaktivität einen magnetischen Sturm. Dieser kann dazu führen, dass die Funkkommunikation mit Satelliten und im Flugverkehr kurzfristig gestört werden. [...]
Auch elektrische Geräte können von dem Atmosphärenphänomen gestört werden.

Gut, ein magnetischer Sturm ist nicht gleich dasselbe wie ein elektromagnetischer Puls, aber zumindest gibt es starke örtliche Schwankungen im Erdmagnetfeld - und die könnten empfindliche Halbleiter zerstören, während Röhren gegen solche Einflüsse unempfindlich sind.

von DAC324 - am 31.01.2008 10:37
Hallo PowerAM,

halte Deinen Stradivari 2 weiter in allen Ehren - denn wenn die halbleiterbestückten Geräte im Magnetsturm ihren Geist aufgeben, bist Du dann einer der wenigen mit einem guten Radio :)

von DAC324 - am 31.01.2008 11:06

"Am besten weniger Springer-Blättchen lesen bzw. über die Halbwahrheiten, die dort in der Regel drin stehen, mal kräftig lachen!"

Ganz genau! Der Wahrheitsgehalt ist ungefähr so groß wie bei shortnews.de

Ich hab bis jetzt noch nie ein Navi gebraucht und habe mit Karten und Atlanten ALLES zuverlässig gefunden. Witzig fände ich es, so ein Ding mal zur Navigation im freien Gelände, also z.b. bei Wanderungen in entlegenen Teilen Norwegens oder gar Sibiriens, wo es kaum markierte Wege oder Kartenmaterial gibt. Da mag ein Navi sinnvoll sein, auch im Dschungel, der Wüste etc...innert Mitteleuropa brauch ich so ein Ding nicht, solang ich nicht Geocaching oder so was spielen will.


von Peter Schwarz - am 31.01.2008 11:50
@ DAC324: Das Ding geht hier nicht mehr weg! Ich habe jetzt übrigens noch einen Röhrensatz (neu!) zusammengekauft. Zwar fast alles russische Fabrikate, aber das macht nichts - solange sie funktionieren! Ein befreundeter Funkamateuer will mir das Ding nochmal abgleichen, denn die UKW-Empfindlichkeit hatte massiv abgebaut. Ich kann mich erinnern, mit dem Ding noch NDR 1 MV von Röbel gehört zu haben. Jetzt gehen gerade mal die Berliner 100 kW-Sender rauschfrei sowie mein Haussender Zehlendorf. Die neue Röhrenbestückung änderte daran nichts, weshalb erstmal der alte Satz wieder reinkam. Einzig einiges im NF-Bereich mußte neu. Jetzt klingt das Ding leise auch wieder besser und verschluckt sich nicht ständig, wenn man mal mehr als Zimmerlautstärke haben will.


Zurück nochmal zu meiner Frage nach Magnetstürmen und Sporadic-E! Ist zwar auch OT hinsichtlich der ursprünglichen Frage auf den Einfluß auf Navigationsgeräte, hat aber mit dem Phänomen als solches zu tun. Bringen diese Magnetstürme für uns Nutzen, beispielsweise im VHF-Band I oder auf UKW? Falls ja, dann steht uns eine wunderbare Saison bevor!!

von PowerAM - am 31.01.2008 12:39
Zitat
Power AM
Bringen diese Magnetstürme für uns Nutzen, beispielsweise im VHF-Band I oder auf UKW? Falls ja, dann steht uns eine wunderbare Saison bevor!!
Erhöhte Sonnenaktivität bringt uns Nutzen!
Auf der Newcomerseite von ukwtv findest Du dazu auch diesen Satz: "Sehr hohe Sonnenaktivität zur Zeit des Sonnenfleckenmaximums bringt TV-Empfang aus praktisch allen Kontinenten."
Bis zum nächsten Maximum sind es allerdings noch ein paar Jährchen... (2010 und 2011)

Interessante Seite von DM2HB

von iro - am 31.01.2008 14:05
Die Spanier werden wohl so schnell noch nicht den Saft im Band I abdrehen. Außerdem sorgt das freie Band in Mitteleuropa für freie Bahn, also den Empfang aus Osteuropa oder Afrika. So schade ich einerseits die Abschaltungen des letzten Jahres fand, so sehr haben sich in vielen Regionen unserer Republik die Bedingungen für DX verbessert.

von PowerAM - am 31.01.2008 17:27
die Empfangsgeräte auf der Erde sind nicht stark betroffen ( hier schützt die Atmosphäre ) , wohl aber siliziumbasierte Elektronik in den Satelliten selber. Es werden deshalb oft radiation hardened Bauteile verwendet und möglichst grosse Strukturen auf den Halbleiterchips selbst. Bei starken " Sonnenstürmen " werden schon mal Satelliten gedreht und/oder teilabgeschaltet. In der ISS gibt es einen eigenen strahlengeschützteren Raum, in den die Forscher bei solchen Ereignissen für ein paar Stunden Schutz suchen. Ausserdem kann durch den " Sonnenwind " die Position der Satelliten verschoben werden. Das ist bei GPS natürlich nicht so schön, wird aber von den Bodenstationen als Korrekturfaktur bei der jeweiligen Zeitabstrahlung berücksichtigt. Ich freue mich schon auf das nächste Sonnenfleckenmaximum; dauert aber noch 4 bis 5 Jahre, da wir gerade erst das Minimum durchschritten haben. Dann ist auf der Kurzwelle wieder richtig was los.

von Werner53 - am 01.02.2008 10:19
Zitat
Werner53
Die Empfangsgeräte auf der Erde sind nicht stark betroffen (hier schützt die Atmosphäre) , wohl aber siliziumbasierte Elektronik in den Satelliten selber. Es werden deshalb oft radiation hardened Bauteile verwendet und möglichst große Strukturen auf den Halbleiterchips selbst. Bei starken " Sonnenstürmen " werden schon mal Satelliten gedreht und/oder teilabgeschaltet.


Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass auf der Erde der Direktempfang bei Sat TV (analog/ DVB-S) gestört wird? Gibt es dann (nur) bei analog Sat starke Störmuster im Bild? Oder "hängt" sich der Reciever bei DVB-S "auf" (Bild friert ein)?

von Daniel Heyer - am 01.02.2008 17:33
Zitat

Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass auf der Erde der Direktempfang bei Sat TV (analog/ DVB-S) gestört wird?
Ich würde mal sagen: Null! Es handelt sich ja um Direktempfang, nirgends muss erst irgendetwas an der Ionosphäre reflektiert werden (wie z.B. bei der Kurzwelle und dem berüchtigten Mögel-Dellinger-Effekt) und die MUF wird wohl auch nicht in den Gigahertz-Bereich ansteigen.

von iro - am 01.02.2008 18:11
Zitat
DAC324
Wie wird sich diese Sonnenaktivität auf den Radioempfang auswirken?


Unterschiedlich. Zunächst einmal bewirkt die erhöhte Sonnenaktivität während des Sonnenfleckenmaximums stark verbesserte Ausbreitungsbedingungen im oberen Kurzwellenbereich. Die MUF (maximum usable frequency) steigt stark an, sodass regelmäßig tagsüber (und z.T. auch abends/nachts) weltweite Verbindungen im 11-m-Rundfunkband bei 26 MHz (sofern es von den Sendern genutzt wird) und im 10-m-Amateurfunkband (28 MHz) sowie im CB-Bereich möglich werden. Zudem verringert sich in den mittleren Bändern (25 m, 19 m) die Ausdehnung der Toten Zone, sodass diese Bänder vom frühen Vormittag bis zum frühen Abend auch für eine relative Nahversorgung, z.B. innerhalb Europas, eingesetzt werden können. In den Abendstunden wird auch eine zuverlässige Nahversorgung auf 31 m möglich, sodass sich die Senderdichte und damit die Störungen in den "Europabändern" 49 m und 41 m verringern. Vermutlich werden auch die DRM-Sender davon profitieren.

Kehrseite der Medaille ist die verstärkte Dämpfung der größeren Wellenlängen bzw. tieferen Frequenzen. Dadurch wird der DX-Empfang auf den Tropenbändern und der Mittelwelle während des Sonnenfleckenmaximums erschwert.

Infolge von Sonnenstürmen kann es durch die verstärkte Ionisierung der D-Schicht zu zeitweisen Totalausfällen der Kurzwelle kommen, dem sog. Mögel-Dellinger-Effekt. Dieser kann von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden dauern.
Zitat
PowerAM
Bringen diese Magnetstürme für uns Nutzen, beispielsweise im VHF-Band I oder auf UKW?


Während der Magnetstürme könnte auch in diesen Bereichen die Raumwellenausbreitung zum Erliegen kommen. Bei Normalbedingungen dürfte aber zumindest im VHF-Bereich I die MUF ebenfalls ansteigen, sodass häufiger DX-Empänge durch Rflexion an der F-Schicht möglich werden. Ionosphärische UKW-DX-Empfänge beschränken sich auf Sporadic-E, dass ja auch in Zeiten des Sonnenfleckenminimums auftritt.

Zitat
DAC324
Vielleicht passiert uns das dann auch mit halbleiterbestückten Radios...also noch schnell Röhrenradios besorgen, so lange es noch irgendwo welche gibt?


Ich beschäftige mich seit 1984 intensiv mit dem Kurzwellenempfang, habe also die Sonnenfleckenmaxima von 1989/90 und 2000/2001 aktiv miterlebt und mich an einer Vielzahl interessanter Fernempfänge erfreut. Keines meiner zeitweise ca. 20 KW-Radios hat dabei irgendwelche Schäden durch Sonnenstürme davongetragen. ;)

von Weltempfängermatze - am 01.02.2008 19:51
Zitat
iro
Zitat

Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass auf der Erde der Direktempfang bei Sat TV (analog/ DVB-S) gestört wird?

Ich würde mal sagen: Null! Es handelt sich ja um Direktempfang, nirgends muss erst irgendetwas an der Ionosphäre reflektiert werden (wie z.B. bei der Kurzwelle und dem berüchtigten Mögel-Dellinger-Effekt) und die MUF wird wohl auch nicht in den Gigahertz-Bereich ansteigen.


Nein! Es muß zwar nichts an der Ionosphäre reflektiert werden, aber das Signal muß da weiterhin durch.

Was es wohl gibt, ist daß die Polarisation verdreht wird. Deshalb benutzt man im Satellitenbereich so gerne zirkulare Polarisation. Dann können Phasenverschiebungen und schnelle Amplitudenänderungen auftreten. Über 10 GHz gibt es das alles aber kaum noch. Beobachtet habe ich so etwas wissentlich noch nicht und Wetterphänomene, beziehungsweise die direkt hinter dem Satellite stehende Sonne sind viel häufigere Probleme. Durch die Ionosphäre am stärksten betroffen sind etwa 1 bis 3 GHz und rein zufällig arbeitet GPS (und Worldspace) da. Und selbst kleine Laufzeitverschiebungen sind ein Problem bei der Positionsbestimmung.

Hier: radarcafe.com/documents/Satellite_Comms_Radio_Wave_Prop.pdf gibt es eine Übersicht, was einem Satellitensignal so alles widerfahren kann.

Catperson


von catperson - am 01.02.2008 20:00
Wenn ich die vorletzte Grafik aus Satellite_Comms_Radio_Wave_Prop.pdf richtig interpretiere ist also in unseren mittleren Breiten bei ca. 1,5 GHz Schluss mit dem Ionospheric Delay, am Äquator aber erst bei >10 GHz (allerdings handelt es sich bei GPS um umlaufende und keine geostationären Satelliten, weshalb die Grafik da nicht so ganz passt).
Regen und hohe Luftfeuchtigkeit wird dagegen erst bei ca. 10 GHz zum größeren Problem und dämpft stark das Signal (was wir ja auch kennen). Dort, wo es viel regnet, wird daher wohl auch das C-Band und zirkulare Polarisation bevorzugt. Unser "bischen" Regen macht normalerweise bei gut ausgerichteter Schüssel kaum etwas aus. Das schafft erst eine richtig dicke fette schwarze Gewitterwolke.

Meine ältesten Radios haben 2 bis 3 Sonnenfleckenmaxima erlebt und spielen alle noch..., von meinen Satellitenreceivern hat allerdings noch keiner einen kompletten Sonnenfleckenzyklus überlebt, nicht wegen irgendwelcher Sonnenaktivität - meistens waren defekte Netzteile der Grund ihres Ablebens.

Die direkt hinter dem Satelliten stehende Sonne (Astra: 2 x jährlich in März und Oktober) kann mittags kurzzeitig zu Problemen führen, manchmal auch zum Tod vor allem schwarzer LNBs (kaputtgekocht).

Zitat
catperson
Durch die Ionosphäre am stärksten betroffen sind etwa 1 bis 3 GHz und rein zufällig arbeitet GPS (und Worldspace) da. Und selbst kleine Laufzeitverschiebungen sind ein Problem bei der Positionsbestimmung.
Das heißt also, die Aussage "Sonne legt Navis lahm" kann man so stehen lassen ;)

von iro - am 01.02.2008 21:26
Hallo alle,

Zitat
Weltempfängermatze
Keines meiner zeitweise ca. 20 KW-Radios hat dabei irgendwelche Schäden durch Sonnenstürme davongetragen. ;)


Zitat
Werner53
die Empfangsgeräte auf der Erde sind nicht stark betroffen ( hier schützt die Atmosphäre )


Zitat
iro
Meine ältesten Radios haben 2 bis 3 Sonnenfleckenmaxima erlebt und spielen alle noch...


Das bestätigt dann auch die Grundaussage in der Diskussion der RFT-Fans - das ist dann doch einigermaßen beruhigend :)

von DAC324 - am 06.02.2008 16:22
Es geht wieder los! Die NASA warnt in den kommenden Tagen vor der Moeglichkeit des Ausfalls verschiedener satellitenbasierter Kommunikationsverbindungen und ausdruecklich vor der Moeglichkeit, dass GPS-basierte Navigationssysteme ueber laengere Zeit nicht verfuegbar sind bzw. nur sehr ungenau arbeiten.

Mal sehen, ob uns das eventuell eindrucksvolle Reaktionen der durch Ionisierung reflexionsfaehigen Atmosphaerenschichten beschert. Fuer die Entstehung leuchtender Ionisierungserscheinungen in diesen Schichten bestehen durch die angekuendigte besonders hohe Intensitaet der Magnetstuerme ebenfalls gute Chancen.

von PowerAM - am 08.06.2011 09:16
Mir fällt auf das es schon in den Letzten Tagen oft zu Sonnenstürmen gekommen ist.
Auch ist im DX Forum die Anzeige bei Mag-Field oft auf "Storm"

Dieser Sturm muss wohl auch Auswirkungen auf die ES Schicht haben.
Denn seit dem das auf Sturm steht ist ES mäßig so gut wie nichts los.


von _Yoshi_ - am 08.06.2011 09:39
Eine unruhige Erdmagnetik hat negative Auswirkungen auf die Bildung von Sporadic-E, das habe ich bereits von mehreren Band-I und befreundeten 6m AFU erfahren.

Bei koronalen Massenauswürfen (CME) die die Erde treffen, wird die Bildung von Sporadic-E gehemmt. Gut beobachten kann man das am K-Index, der grob gesagt die Aktivität des Erdmagnetfelds anzeigt.

Als die letzten Wochen die Werte höher wie 3 waren (ab 4 ist Magnetsturm-Level) fiel Sporadic-E aus. Kaum waren sie drunter, konnte ich wieder Aktivität feststellen. Wie heute zum Beispiel.

Ein gute Quelle rund um die jüngste Sonnenaktivität ist: http://www.solarham.com/

von DX-Matze - am 08.06.2011 12:46
Vielleicht war deswegen heute morgen das Fahrgastinformationssystem im Stadtbus um fast eine ganze Haltestelle "verspätet". Kurz bevor ich ausstieg, hatte es dann seine Orientierung wiedergefunden. Könnte also durchaus eine GPS-Störung gewesen sein, denn die Information, wo sich das Fahrzeug gerade befindet, holt sich das System vermutlich per GPS.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 08.06.2011 15:59
Mein Becker Navi brauchte nachmittags auch ewig, um sich zu synchronisieren. Zwischendurch waren auch die Signalstaerken aller empfangenen Satelliten schwaecher als sonst und ich meine auch, es wurden weniger empfangen.

Die GPS-Antenne habe ich ausserhalb der Karosserie unter der Plastikabdeckung zwischen Scheibe und Motorhaube angebracht. Dort bot das Ding den bestmoeglichen (verdeckten) Empfang. Hinter der Frontscheibe hatte es deutlich schlechteren Empfang.

von PowerAM - am 08.06.2011 16:26
Der betreffende Bus (VBSH Linie 6, wer's genau wissen will :)) fährt vor "meiner" Haltestelle durch ein Waldstück. Normalerweise ist das kein Problem für das Fahrgastinformationssystem, aber vielleicht waren heute morgen die GPS-Signale ja wirklich schwächer als sonst. Als die Sicht nach oben wieder frei war, pendelte sich das System langsam wieder ein. Könnte also schon einen Zusammenhang haben.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 08.06.2011 18:03
Zitat
Thomas (Metal)
Was passierte den im Falle X mit den DVB-T MUXen? Die brauchen ja GPS zum Triggern der Netzsynchronität.

Bei GPS-Ausfall laufen die Steuerungen "quarzgenau" weiter. Das GPS müsste vermutlich mehrere Tage komplett ausfallen, bis die SFN's nicht mehr synchron laufen würden.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 08.06.2011 18:58
Vielleicht ist das die Erklärung, wieso mein GoPAL (insofern man dieses Tinnef-Teil überhaupt als Navi bezeichnen kann...) mir immer die Auslese der schlechtesten Routen präsentiert? :rolleyes:

Hoffentlich funktioniert das FIS (Fahrgastinformationssystem) der (S-)Bahnen hier noch zuverlässig ... bei den zahlreichen Touristen könnte das sonst ein leichtes Chaos auslösen. Gut, dass die Ansagen auch händisch aufgerufen werden können.

von TirolianDX - am 08.06.2011 19:40
Was DVB-T angeht, hat es teucom vor einiger Zeit in diesem Thread ähnlich wie Rolf geschildert. Demzufolge können die SFN-Inseln sogar monatelang autark laufen, ohne die Synchronisation zu verlieren.

Das FIS im Bus, in dem ich heute Nachmittag unterwegs war, hatte jedenfalls noch keine Probleme mit der Ortung. Mal sehen was da noch kommt...

von Thomas R. - am 08.06.2011 20:35
Heute frueh brauchte mein olles Becker-Navi mehrere Minuten zum Synchronisieren. Das schafft es gewoehnlich binnen Sekunden. Ich habe mal die externe Antenne abgezogen und mit der geraeteeigenen Antenne hinter der Frontscheibe statt 9 empfangenen Satelliten (davon 7 schwach und nur zwei stark) nur noch die zwei staerksten bekommen. Lustig ist, dass die Software mit Teleatlas-Material vor einem "eingeschraenkten GPS-Empfang" warnte und die Routenfuehrung arg holprig verlief.

von PowerAM - am 09.06.2011 04:54
Wie ich gerade auf der Heimfahrt im DLF gehört habe soll der ganze Spuk schon wieder vorbei sein. Die Astronomen meinten der Sturm wäre bereits an der Erde vorbei gezogen. Die befürchteten Auswirkungen seien zum größten Teil ausgeblieben.

von Spacelab - am 09.06.2011 17:15
Bei dem Sturm vor paar Jahren konnte man sogar hier in Südbayern Polarlichter sehen. Auch für die kommenden Nächte gibt es wohl wieder eine gewisse Wahrscheinlichkeit, aber hoch ist die nicht. V.a. bei dem Sauwetter gerade...

von Habakukk - am 08.03.2012 15:22
Am 21. Dezember kommt dann noch der ultimative Sonnensturm der Stärke 8 auf der 5-stufigen Skala, alle Satelliten fallen vom Himmel und die Erde bricht in 23 Teil auseinander. Wir werden alle sterben :heul:

Da schöne an der ewigen Panikmache: man bekommt schon im Vorfeld mit, wann es sich lohnen könnte, nach Polarlichtern Ausschau zu halten. Ohne täglich die Sonnenwerte beobachten zu müssen.

von iro - am 08.03.2012 15:50
Also wir bekamen heute mittag schon firmenintern eine ausführliche E-mail zum Thema "URGENT - network commuincation problems to be experienced throughout Europe".

Im DX-Forum stehen die Zeichen auf >STORMhier

von Erich Hoinicke - am 08.03.2012 16:11
Interessant, aber irgendwie waren wir wohl hier etwa 12h zu früh dran: Sieht man sich Nordamerika an, so stellt man fest, daß jetzt selbst im Norden der USA Polarlichter gut sichtbar sein müßten. Es bleibt also die Hoffnung auf die nächste Nacht und Wolkenfreiheit...

von Thomas (Metal) - am 09.03.2012 05:52
Nachtrag: So kann man sich auch täuschen lassen :-( . Die Ursache wird wohl mehr die Lage des magnetischen Nordpols sein, welcher sich im äußersten Nordwesten von Grönland befindet http://de.wikipedia.org/wiki/Nordpol . Damit bleibt die Sichtbarkeit um diesen "kreisrund" und sackt nicht tangential nach Süden durch.

von Thomas (Metal) - am 09.03.2012 06:39
Zitat
DX-Matze
Auf 2 Meter gibt es nun die ersten Aurora QSOs aus Schweden, Norwegen und Estland nach Mecklenburg-Vorpommern.


Erstaunlich, weil in der aktuellen >Aurora-Prognose

von Erich Hoinicke - am 09.03.2012 15:36
Zitat
Erich Hoinicke
Zitat
DX-Matze
Auf 2 Meter gibt es nun die ersten Aurora QSOs aus Schweden, Norwegen und Estland nach Mecklenburg-Vorpommern.


Erstaunlich, weil in der aktuellen >Aurora-Prognose


von DH0GHU - am 09.03.2012 15:57
Gestern Nachmittag war auf 6m einiges an Aktivität.
Das Fernsehbild auf E2 war mächtig am Flackern und Soundmäßig war es fürchterlich am Kratzen.
TV Sender mäßig war da nichts zu holen.
Mal sehen wie es heute Abend auf E2 aussieht.

von _Yoshi_ - am 09.03.2012 17:20
Zitat
iro
Gab es denn schon erfolgreiches Rundfunk-DX via Aurora in unseren Breiten(graden)?


Aktuelles Video:

http://www.youtube.com/watch?v=p7zbOmtHsnc&feature=g-all-u&context=G2049658FAAAAAAAAJAA

von Mathias Volta - am 10.03.2012 00:04
In der letzten Nacht ist auf BBC HD eine Wiederholung der Sendung Horizon mit dem Beitrag "Solar Storms - The Threat to Planet Earth" gelaufen. Der Titel und der Anfang der Sendung sind ziemlich reisserisch, aber dann wird es doch ganz interessant: Die Phänomene auf der Sonne (Sonnenflecken, solar flares, coronal mass ejections) werden anschaulich beschrieben, ebenso die Auswirkungen auf das Erdmagnetfeld und auf die Stromnetze. Forschungsstationen in Arizona und Nord-Norwegen werden ebenso besucht wie das Space Weather Prediction Center in Boulder/Colorado.

Diese Episode von Horizon wird wohl erstmal nicht wiederholt, aber sie ist über den BBC iPlayer abrufbar (IP-Adresse aus UK notwendig).

73 de Uli

von ulionken - am 10.03.2012 08:18
Der Sonnensturm sollte lt. Medienberichten gestern Nachmittag die Erde erreichen. Vorausgesagt waren Einschränkungen im Bereich Funk- und Satellitenübertragung, allerdings nur für Canada und Nordeuropa.

von Radiopirat - am 15.07.2012 09:07
Hallo,

im Mai wird wiederum mit einem Maximum an Sonnenaktivität gerechnet; momentan rast wieder ein großer Sonnensturm auf uns zu: http://wissen.de.msn.com/weltraum/gr%C3%B6%C3%9Fte-eruption-des-jahres-sonnensturm-rast-auf-die-erde-zu

Beste Grüße

DAC324

von DAC324 - am 15.04.2013 13:58
Panikmache. Ein sehr populistisch geschriebener Artikel.

M6.5 ist kein starkes Flare. Von stark reden wir ab X aufwärts. Solche gabs in den letzten 2 Jahren schon ein paar.

Es rast auch nix auf uns zu, die Partikel der CME hatten uns am Samstag erreicht. Das ist schon 2 Tage her.
Handynetze werden davon auch nicht gestört, sondern im Wesentlichen die Kurzwellenausbreitung (teils auch hoch bis VHF). Otto Normaljournalist denkt halt wohl bei Funkausbreitung mangels besseren Wissens heutzutage gleich an Handy, wenn er von Funkstörungen hört. Unsere Handynetze werden auch nicht über sat vernetzt. Allenfalls die heute verbreitete GPS-Synchronisation (auch von DAB- und DVB-T-Netzen) könnte beeinträchtigt werden, bei extremen Ereignissen ggf. auch die Sat-zuführung, wenn nicht terrestrisch (Rifu, Glasfaser, etc) zugeführt wird.
Um 2002 gab es jedenfalls keine Störungen.

Am Samstag gabs allenfalls im hohen Norden Aurora, wie üblich waren die transpolaren Ausbreitungswege auf Kurzwelle gestört, was sich aber am Sonntag schon wieder komplett gelegt hatte. Da waren die über den Pol kommenden Funksignale z.B. aus dem Zentralpazifik wieder annehmbar laut.

Wer sich aktuell über den Zustand unseres "Zentralgestirns" und seine Auswirkungen auf das Funkwetter informieren möchte, kann das prima unter http://www.solarham.net/ tun.

Vorhersagen wie "das Maximum ist im Mai" wird man dort nicht finden, denn sowas ist unseriös. Jedes bisherige Maximum wurde immer erst im Nachhinein berechnet. Vorhersagen läßt sich das nur bedingt.

von DH0GHU - am 15.04.2013 17:47
Zitat

Am Samstag gabs allenfalls im hohen Norden Aurora


Ja leider! Seit ich sogar hier in Südbayern mal Polarlicht sehen konnte, hoffe ich immer wieder, dass sich dieses Schauspiel mal wiederholt.

von Habakukk - am 15.04.2013 18:19
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