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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 9 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 10 Monaten
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Spacelab, Alqaszar, Nohab, RainerZ, dxbruelhart, Frequenzfieber

DRC (Audiodynamikkompression) nach Wunsch auf DAB: Warum wird das nicht genutzt (Sender komprimieren stattdessen schon im Studio)

Startbeitrag von dxbruelhart am 13.02.2008 06:40

DAB bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Audiodynamik bzw. Dynamikkompression zu beeinflussen: DRC (Dynamic Range Control). Die allermeisten DAB-Radios bieten die Möglichkeit, DRC je nach Gusto einzustellen. Aber hierzulande, also zumindest im Deutschschweizer Ensemble und im Baden-Württemberger Ensemble wird DRC nicht genutzt. Die Geschmäcker sind nunmal halt verschieden, da könnte man mittels DRC wirklich seine eigene Präferenz einstellen, und ab Studio könnte immer mit voller Dynamik gesendet werden. Ich schätze eine volle Audiodynamik, wie es halt im Original tönt, sehr. Heute werden im Schweizer Ensemble auch Musikprogramme ab Studio (Swiss Pop, Musigwälle) dynamikkomprimiert :(
Wie sieht das woanders aus, wird da DRC irgendwo genutzt?

Antworten:

Auch ich wüsste nicht das diese Funktion irgendwo genutzt wird. Dabei könnte man damit genau das Problem beheben von dem Ernst Elitz (Intendant des D-Radio) schon mehrfach gesprochen hat. Der hat nämlich mal gesagt das beim Sender sehr viele Beschwerden eintreffen über die "Lautstärkeunterschiede". Der eine beschwert sich das sie zu hoch seien und dadurch die "Durchhörbarkeit" beeinträchtigt würde, der andere meckert weil dadurch vor allem die Musikprogramme und Hörspiele zu flach klingen würden und er eine schwächere Dydnamikkompression wünsche. Erst Elitz beschwert sich immer das man es gerade in diesem Punkt keinem recht machen könne. Allein schon weil es zu stark davon abhängt über welche Anlage (Köpfhörer, Billig-Plastik-Anlage, High-End System...) und in welcher Situation (ruhig Zuhause, auf der Autobahn...) man Radio höre. Würde man die DRC Funktion der DAB Radios nutzen könnte jeder die Dynamikkompression nach seinem Gusto einstellen und das Problem wäre vom Tisch.

von Spacelab - am 13.02.2008 08:54
Wow, das klingt ja gut.
Ich befürchte aber dass es doch viele DAB Radios nicht können, zumindest wüsste ich nicht wo man es bei den Blaupunkt Woodstocks einstellen kann oder auch bei meinem Heimempfänger. Habe im Menu nie eine DRC Option gesehen...

von RainerZ - am 13.02.2008 09:03
Die JVC Radios mit DAB Blackbox können es, die Alpine Radios mit DAB Blackbox können es und mein Trinloc Sinfonie W kann es auch. Ob mein Albrecht Taschenempfänger es kann weis ich jetzt so spontan nicht. Das Gerät hab ich meiner Freundin geliehen.

von Spacelab - am 13.02.2008 09:28
DAB ist tot.

von Frequenzfieber - am 13.02.2008 13:05
Selten so einen blöden kommentar gelesen. Ausserdem hat dieser garnichts mit dem thema zu tun.

von Spacelab - am 13.02.2008 13:42
Es gibt wohl mehrere Gründe, warum DRC nicht genutzt wird:
Sounddesign. Der typische, von hirnlosen BWLern empfohlene Matschsound ist mit diesem System nicht hinzubekommen. Und eine separate Zuführung für DAB möchten sich die Sender nicht leisten. Ein weiterer gewichtiger Grund:
Zitat
2Bdecided
Ah, but the DRC metadata allowed on DAB is single band only. So you can send the audio "as is" and send data to effectively "turn the volume up and down" as appropriate to reduce the dynamic range. Great for in-car listening. Tell the radio to ignore those instructions, and you get the audio without dynamic range compression. Great for high quality listening.

However, most radio stations use multi-band compression. This splits the sound into several frequency bands (two at least, five at most) and applies different gain changes dynamically to each one. That gives a much more "punchy" or "smooth" sound as desired. Try to get the same effect with single band compression, and you hear (objectionable) loudness "pumping".

DAB doesn't allow multi-band compression to be added within the receiver - it has to be broadcast that way - preventing anyone from switching the processing off.

That's why the DRC metadata isn't used much on DAB - it's not up to the job that broadcasters want to use it for.

Cheers,
David.

(Übersetzung: Die DRC-Metadaten betreffen nur ein Frequenzband, nämlich den ganzen Bereich. Man kann die Audiodaten unkomprimiert senden und dem Radio sagen, entsprechend die Lautstärke rauf und runter zu drehen. Großartig zum Hören im Auto. Schaltet man es ab, bekommt man den Ton ohne Kompression. Großartig für gute Qualität.
Jedoch verwenden die meisten Radiostationen eine Multiband-Kompression. Diese teilt den Bereich in mehrere Frequenzbänder auf (mindestens 2, meistens 5) und weist diesen unterschiedliche Dynamikkompressionen zu. Versucht man das Gleiche mit einer Einbandkompression, gibt es häßliche Pumpgeräusche.
DAB erlaubt es nicht, Multibandkompression im Empfänger hinzuzufügen, es muß so ausgestrahlt werden - das verhindert natürlich, daß der Hörer es abschalten kann.
Deshalb werden die DRC-Metadaten kaum auf DAB genutzt, es ist nicht für den Job geeignet, für das es die Sender nutzen wollen.
(Gefunden auf Digital Spy))




von Nohab - am 13.02.2008 23:10
DAB ist nicht tot.

Es wird allerdings kümftig kaum DAB-Radios geben, sondern Mobiltelefone, welche DAB, T-DMB, DVB-H etc. gleich an Bord haben. Diese kann man denn über USB an die Navi-Stereoanlage im Auto anschließen.

Solche Nischenapplikationen wie DRC werden es daher schwer haben, in Anwendung zu kommen.

Einerseits wäre es die Lösung vieler Probleme besonders bei anspruchsvollen Audio-Programmen, andererseits wird es Angesichts des Datenraten-Geizes, den wir schon aus dem Internet kennen, künftig wohl kaum noch Dynamikspielräume in der Übetragung geben. Statt ein Programm vernünftig mit 192 kbit/s zu übertragen, wird man aus Kostengründen lieber drei mit 64 kbit/s übetragen, natürlich mit den ganz tollen Supi-Dupi-Hastdunichtgehsehen-Codecs, wo der Matsch dann natürlich "wie CD" klingen soll.

Wobei das dann wieder stimmt, denn viele CDs werden heute schon soundkomprimiert produziert.

Das zeigt, wohin die Entwicklung geht: Hauptsache, es klingt "fett", alles andere ist egal. Da werden wir schon froh sein, wenn der Deutschlandfunk mit Bitraten oberhalb der 192 kbit/s sendet. Der breiten Masse mutet man da lieber nicht zu, erst lange in der Bedienungsanleitung nachzublättern, wie man den Sound dann seinem Geschmack anpasst. Das muss vom ersten Einschalten an fetzen.

von Alqaszar - am 15.02.2008 00:02
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