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Heusweiler 1422 kHz neuer Sound - neuer Sender ?

Startbeitrag von RealRock am 09.03.2008 16:31

Der DLF klingt über den Heusweiler Sender so gut wie noch nie, ein echt satter Sound, kein Gemuffel und kein Geplärre mehr ! Ist schon fast so gut wie früher Arrow 675 oder Radio 10 auf 1008 ! Fehlt nur die entsprechende Musik !

Da ich mir kaum vorstellen kann, dass man man die alte(n) Kiste(n) nochmals aufgepeppt hat, vermute ich, dass hier ganz heimlich ein neuer TX in Betrieb ging.
Dass hier mal neue Sender hinkommen sollen, wurde zwar schon vor Jahren angedeutet, aber wann hier was gebaut wurde, geschah und geschieht praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Eine Änderung der Leistung kann ich nicht bemerken, da an den normalen Anzeigen von Radios selbst Leistungsunterschiede im Bereich 1 : 4 kaum erkennbar sind.

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Da die 1422khz hier die einzige Möglichkeit ist den DLF mobil brauchbar zu empfangen ist mir diese Veränderung auch gleich aufgefallen. In den letzten tagen war die Sendeleistung zeitweise wirklich sehr mager. Es gab auch am Donnerstag Morgen einen Modulationsausfall von über einer Stunde. Zeitgleich war auch die Sendeleistung sehr gering. Seit dem Tag klingt der Sender endlich mal richtig gut. Halleluja! Ich hätte nicht geglaubt das ich nochmal gut klingende Töne auf dieser Frequenz erleben darf.

von Spacelab - am 09.03.2008 18:58
Boah, mein Roehrenkasten macht damit ja richtig Musik!! Allerdings ist das bei mir hier schon Fernempfang, also mit Fading und leider auch mit einem sehr laut modulierten Sender auf gleicher Frequenz dahinter. Aergerlicherweise offenbar fast gleiche Richtung, denn versuche ich ihn durch Drehen der Ferritantenne auszublenden oder wenigstens abzuschwaechen, dann sackt der DLF auch gleich mit weg. Am Langdraht ist der Stoerer sogar noch lauter als auf der Ferritantenne. Aber ansonsten: Respekt! Die Mittelwelle klingt hier recht luftig, laut und trotzdem klar. Kein Mumpfsound wie beim Sender Zehlendorf - egal auf welcher AM-Frequenz.

Klanglich kommt Heusweiler aber trotzdem noch nicht an 10 Gold (schade drum!) oder Big L (ebenfalls bald weg) heran. Wenn Big L abschaltet, dann habe ich wirklich keinen einzigen AM-Sender mehr, mit dem mein grosser Roehrenkasten zeigen kann, wie fett AM-Sender trotz der geringen Bandbreite klingen koennen.

von PowerAM - am 09.03.2008 19:59
Hmmm... Algerien wuerde erklaeren, dass der Sender nicht ausblendbar ist. Nun ist Heusweiler bei mir eben schon Fernempfang.

Allerdings ist die Mittelwelle scheinbar noch so winterlich, dass Heusweiler auch jetzt noch hoerbar ist - und das eben mittags! Im E5 stark rauschend und gerade noch verstaendlich. Das starke Rauschen ist im Roehrengeraet nicht zu hoeren, der Sender klingt einfach nur leise. Unter dem Strich ist die Verstaendlichkeit in diesem Geraet deutlich besser.

Big L gibts jetzt nur im Roehrenkasten zu hoeren - wenn auch sehr leise. Der E5 oder 909 empfangen da ueberhaupt nichts.

von PowerAM - am 10.03.2008 11:23
Für Algerien spricht, dass der Sender in der selben Richtung steht und sich am Meer befindet. Kürzlich hatten wir wieder einen Thread dazu, dass sich die MW über Salzwasser besser ausbreitet. Ansonsten kämen nur ein rumänischer Kleinsender mit 7 kW und zwei Sender aus dem Iran (100 bzw. 750 kW) in Frage. Ich persönlich tippe allerdings auch auf Algerien, da die Sender aus dem Iran nicht genug Sendeleistung haben um aus dieser Entfernung noch gegen den DLF anzustinken. Wenn selbst 1600 kW auf 1440 kHz aus Saudi-Arabien den 120/240 kW (digital) bzw. 300 - 1200 kW von RTL Radio aus Marnach nix anhaben können, dann ist der algerische Sender in der Tat schon verdammt gut.


von oli84 - am 10.03.2008 11:39
Jetzt ist wenigstens klar, warum die Abschaltungen nach Mitternacht in letzter Zeit so gehäuft vorkamen. Nachdem ich es schon vor 3 Wochen im DRM-Thread angemerkt hatte, wurde der Sender in den letzten 2 Wochen weiterhin unregelmäßig um 00.05, zweimal auch erst um 00.25 abgeschaltet.
Nachdem ich übers Wochenende im Radiowecker nur Big L laufen hatte, ist mir der neue Sound beim DLF heute morgen noch gar nicht aufgefallen.
Muss mal heute Abend Rocketcetera mit'm Technics hören ...

Aber es ist schon interessant, dass der DLF im laufenden Programm niemals auf die Senderabschaltungen hingewiesen hat (zumindest habe ich keinen Hinweis gehört).
Bei der 153, 177, 207 oder anderen Mittelwellen kommt dies dagegen häufiger vor.

von Saarländer (aus Elm) - am 10.03.2008 11:50
Mag ein! Schoen, dass ihr ungefaehr die gleiche Meinung habt wie ich. Man staunt teilweise wirklich, mit wie wenig Leistung teilweise sehr weit entfernte MW-Sender hier derart reinbrettern.

Ich hab' uebrigens mal die DLF-Langwellen verglichen. Tags geht hier die 207 kHz am staerksten, klingt auch einigermassen. Allerdings bei weitem nicht so luftig wie Heusweiler gestern abend. Der voellig dumpfe und leise Klang der 153 kHz ist dagegen absolut ungeniessbar - wenngleich die Frequenz ungestoert und nur maessig rauschend empfangbar ist.

von PowerAM - am 10.03.2008 11:53
@RealRock: so gut wie noch nie, echt satter Sound

Hoffentlich bleibt das noch möglichst lange so.

Laut DLR ist bei Umstellung auf DRM auf 1422 kHz ein Gleichwellenbetrieb geplant:
Saarbrücken 100 kW, Nordkirchen 10 kW, Jülich 5 kW

Ich finde den Link jetzt nicht, aber durch googeln von "Haunreiter drm" kommt man auf diese
Seite.

Wellensalat im dichtbesiedelten Ruhrgebiet - jetzt auch digital, aber den ist man ja schon lange
auf 102,7/102,8 gewohnt!

von hegi_ms - am 10.03.2008 12:17
Da gab es mal eine Planung für den DLF, die ist aber noch aus dem Jahr 2005:

207 kHz Aholming 100 kW
756 kHz Ravensburg 20 kW
756 kHz Mainflingen 50 kW
756 kHz Dresden 10 kW
756 kHz Königslutter 200 kW
756 kHz Helpterberg 20 kW
1269 kHz Neumünster 200 kW
1422 kHz Heusweiler 100 kW
1422 kHz Nordkirchen 10 kW
1422 kHz Jülich 5 kW

Ob das jemals Wirklichkeit wird?

Und DLR Kultur:

153 kHz Donebach 100 kW
177 kHz Oranienburg 150 kW
549 KHz Thurnau 40 kW
549 kHz Nordkirchen 20 kW

Ziel war damals der Regelbetrieb ab 2006, jetzt haben wir 2008 ...

von drm-dxer - am 10.03.2008 14:48
Macht es für das Deutschlandradio eigentlich noch Sinn, DRM-Netze zu planen? Gesetzt dem Fall, DRM wird doch noch ein Erfolg, dann glaube ich nicht, dass dann gleichzeitig DAB+ gescheitert sein wird.
Letztendlich wird man dann also DLF/DKultur ohnehin über DAB+ bundesweit gut empfangen können. Wozu dann noch eine redundante DRM-Versorgung aufbauen? Um eventuelle Lücken der DAB+-Sendernetze zu schließen?

Sinn sehe ich in Sachen DRM eigentlich nur noch in der Auslandsversorgung, oder eben bei Programmen, die über DAB+ nicht verfügbar sind...

von Habakukk - am 10.03.2008 17:00
DRM und DAB+ sollten ja eigentlich auch ganz andere Zielgruppen bedienen. DAB+ hat eine viel bessere Klangqualität als DRM. Deshalb wird von den D-Radios wohl auch DRM nur für die Auslandsversorgung genutzt. Dann müsste man aber wieder einen Kurzwellensender in Betrieb nehmen. Denn die Mittelwellenfrequenzen werden wohl nur das an Deutschland direkt angrenzende Ausland brauchbar versorgen. Jetzt stellen sich mir aber wieder zwei Fragen. Erstens: Werden die D-Radios überhaupt irgendwann mal ernsthaft in DRM senden, und damit meine ich nicht nur die wenigen Stunden mitten in der Nacht? Und zweitens: Haben die D-Radios überhaupt ein Interesse an einer Auslandsversorgung? Oder etwas anders gefragt; haben die D-Radios überhaupt ein so großes Interesse an einer Auslandsversorgung das die dafür wieder zwei Kurzwellensender in Betrieb nehmen würden? In Zeiten von knappen Kassen ist das doch eine berechtigte Frage.

von Spacelab - am 10.03.2008 18:24
Die Beobachtungen zur 1422 kHz kann ich auch aus BaWü bestätigen.
400 kW könnten hinkommen. Das Fading ist hier (etwa 170 km östlich) in der Dämmerung jetzt noch etwas stärker ausgeprägt als zu 600 kW-Zeiten, aber noch akzeptabel. Von dem störungsfreien Empfang früherer 1200 kW-Zeiten kann man eben nur noch träumen.

Zitat
dxbruelhart
Das könnte wohl am ehesten Algerien sein mit Radio Coran/Radio Mitadja/Radio Culture aus Algier; obwohl dieser Sender nur 40 kW (offiziell) hat, so ist dessen Reichweite doch phänomenal.

Der Algerier ist ein alter Bekannter. Der stört schon seit Genf '75, als dessen Folge Heusweiler abends/nachts nur noch 600 kW senden durfte, den Empfang im südl. BaWü und anderswo in D, wo Boden- und Raumwelle bei Dunkelheit zusammentreffen, ziemlich heftig.

von Manager. - am 10.03.2008 19:43
Heute wurde auf 1422 erstmals mit modulationsgesteuertem Träger gearbeitet, das war jedenfalls bis ca. 18 Uhr so, zuvor war der Träger völlig konstant. Das schien man also heute erstmals erprobt zu haben. Man hat sich aber wohl nicht getraut, dies über Nacht so zu belassen, da nach 18 Uhr wieder mit Konstantträger gesendet wurde.

Gerade beim Thema DLF und DLR ist auch mal eine Betrachtung der Situation auf Langwelle angebracht.

Von den 3 Sendern arbeiten 2 mit nur sehr eingeschränkt brauchbaren Frequenzen.
Bei DLR 177 kHz wird die Reichweite in Richtung SW wegen Europe 1 auf 183 stark verringert und der DLF- Sender 153 kHz kann wegen seinem Utility- Frequenznachbarn unterhalb von 153 kHz nur mit einer praktisch unbrauchbaren Modulation betrieben werden, dazu stört auch noch der Gleichkanalsender Brasov. Lediglich die Frequenz 207 kHz ist relativ uneingeschränkt.

Dem stehen 2 sehr gute, aber ungenutzte Frequenzen gegenüber, einmal die seit vielen Jahren von Schweden nicht mehr genutzte 189 kHz, dann die erst seit jüngerer Zeit die von Dänemark aufgegebene Frequenz 243 kHz.

Müsste es denn nicht so sein, dass bei Nichtnutzung einer Frequenz derer Nutzungsrecht verloren geht und an andere vergeben wird, die Bedarf haben ?
Damit ließe sich endlich ganz leicht Ordnung in das seit ewig bestehende LW- Chaos bringen.

Zunächst könnte Europe 1 auf seine Norm- Frequenz 180 kHz verschoben werden, dafür erhält DLR Zehlendorf die 189 kHz.
Weil die 243 kHz wegen RTL auf 234 kHz im Westen Deutschlands ungünstig wäre, sollte diese Aholming zugewiesen werden, Donebach / Mudau erhält dann die 207 kHz. Ggf. könnte man auch die Zuordnung von 189 und 243 kHz tauschen, falls besser zu koordinieren.


von RealRock - am 11.03.2008 19:17
> 1179 KHz ... besser als die 1422 KHz...
> Sendet eine der beiden irgendwie gerichtet?

Genau.

1422 kHz wird normalerweise über die Zweimast-Antenne abgestrahlt.
Nur der östliche Mast wird gespeist, der westliche ist im Abstimmhaus elektrisch verlängert und wirkt als Reflektor (mechanisch sind beide Masten mit 120 m gleich hoch). Die Richtung der max. Ausblendung beträgt 240°.
Über die Abstimmelemente im Anpasshaus des Reflektors kann die Stärke der Ausblendung, aber auch etwas die Form der Keule (breites Maximum bei Richtung 60°) eingestellt werden.

1179 kHz wird stets über die kleinere Rundstrahlantenne nördlich der Autobahn abgestrahlt.

Bernhard


von Bernhard W - am 11.03.2008 19:20
Oh ja, das ist wirklich seeehr schwach ! Jetzt wird auch wieder mit modulationsgesteuertem Träger gearbeitet und in Modulationspausen geht die Signalanzeige erschreckend zurück. Auch hört man sehr deutlich gleich mehrere Gleickanalsender im Hintergrund - und das in 16 km Entfernung von Heusweiler !

Ich habe den Verdacht, dass jetzt hier der 10 kW- Sender läuft, der tagsüber auf 1179 kHz eingesetzt wird. (Allerdings mit der gleichen Modulation wie jetzt sonst beim DLF- Programm auch, also nicht so extrem dröhnend schrill komprimiert wie die sog. "Antenne Saar" auf 1179.)

von RealRock - am 13.03.2008 21:11
Diese modulationsabhaengige Traegersteuerung soll hauptsaechlich eines: Strom sparen! Tags und ueber die Bodenwelle geht das auf und der Hoerer hat ausser einer "Modulationsanzeige" auf seinem Weltempfaenger keine Nachteile. Nachts bzw. ueber Raumwellenempfang reisst man mit der in leisen Passagen reduzierten Traegerleistung beim Empfaenger Gleichkanalsender akustisch deutlich hoch. Zudem kann es bei nicht ganz auf der Frequenz liegenden Gleichkanalsendern zu einem jaulenden Pfeifton kommen, der sonst statisch war und sich ggf. beim Empfaenger filtern liess. Die modulationsabhaengige Traegersteuerung erfordert ein darauf abgestimmtes Soundprocessing und eine recht harsche Komprimierung. Zudem muessen Attack- und Release-Zeiten der Komprimierung mit der Raegersteuerung synchronisiert laufen, wenn man nicht voellig schraege Klangeffekte erzielen will.

Im Augenblick kann ich nur leises Gebrabbel hinter einem vermutlichen Koranversvorleser hoeren. Heusweiler ist sehr leise, der andere sehr laut.

von PowerAM - am 13.03.2008 21:29
Hatte man dieses Modulationsgesteuerte Dingsbums nicht auch schon mit dem alten Sender verwendet? An meinem großen Sangi verwandelte sich bei der 1422khz der S-Meter nämlich immer in einen VU-Meter. Mir hatte mal vor Jahren einer hier im Forum erzählt das man deswegen wohl auch diese extrem harte Kompression fährt. Also so wie PowerAM auch hier geschrieben hat. Ich hoffe das man das nicht wieder macht. Denn gerade diese Kompression raubte einem bei längerem zuhören den letzten Nerv. Jedes Luftholen des Sprechers war so laut wie das gesprochene Wort. Und das konnte einen manchmal richtig nervös machen.

von Spacelab - am 14.03.2008 08:24
@ Spacelab: Daher mein Nick... AM-Empfang war frueher mal eines meiner Hobbys. Inzwischen beschraenkt es sich auf die Sender, die z. B. im 48 m-Band senden. Oder man horcht bei Es ins 10- und 11 m-Band.

Die modulationsgesteuerte Traegerregelung wurde meines Wissens auch bei anderen Sendern in Europa und Nordafrika ausprobiert. Recht verbreitet ist sie in Nordamerika. Allerdings hauptsaechlich deshalb, weil damit jede Menge Strom einzusparen ist. Bei Talkradios oder den Sportsendern funktioniert das sehr gut, bringt aber die von dir als nervig empfundene Komprimierung mit sich. Bei Musikprogrammen laesst sich wenig einsparen, denn dann laeuft die Traegerleistung ohnehin nahe der 100 %-Grenze. Wer also ein wortbasiertes Programm ausstrahlt, der spart am meisten mit der Modulationsregelung.

von PowerAM - am 14.03.2008 09:33
Ich will nochmal die dynamische Traegersteuerung aufgreifen! Die Senderauszaehlung auf der Seite zuvor duerfte korrekt sein, wenngleich es auch noch zahlreiche weitere Sender gab, die sie einsetzten.

Die Beobachtung bei der norwegischen 1,314 MHz ist korrekt geschildert worden und deckte sich mit meinen Erinnerungen. Das Hochreissen des Rauschens in leise modulierten Passagen war der recht freien Frequenz geschuldet - und einem gut verstaerkenden Empfaenger. ;) Bei gleichkanalbelegten Frequenzen wuerde es hier in hoher Lautstaerke den "Hintergrundsender" hochreissen.

Von den niederlaendischen Frequenze 0,747 und 1,008 MHz wusste ich es auch - wobei diese Sender eine in meinen Ohren subjektiv besser abgestimmte Komprimierung und damit einen angenehmeren Hoereindruck hatten. Die 1,008 MHz von 10 Gold war ohnehin goettlich gefahren worden. Sehr fettes Signal, souveraene Modulation und wirksame Abstimmung von Kompression und Soundprocessing. Die 1,395 MHz von Big L kommt beinahe da ran und hoert sich nach wie vor sehr kraeftig an. Das taeuscht sogar ziemlich gut ueber die gar nicht so ueppige Sendeleistung hinweg. Wie ich aber bereits schrieb ist das Einsparpotenzial der dynamischen Traegersteuerung bei Programmen mit hohem Musikanteil eher gering.

von PowerAM - am 14.03.2008 21:53
In der letzten Nacht gab es auch mal wieder öfters einen Modulationsausfall. Da ich fast täglich mit Kopfhörer über das Kurzwelle- und Mittelwellenband kurble ist mir auch aufgefallen das die 1422khz wieder etwas an Klangqualität eingebüßt hat. Ich weis nicht ob es an dieser dynamischen Amplitudenmodulation liegt, aber ich höre immer wieder ein rauschpumpen obwohl ich nur geschätzte 30km vom Sender entfernt wohne. Außerdem habe ich auch den Eindruck das der Klang wieder etwas flacher geworden ist. So als habe man an der Komprimierung rumgedreht.

von Spacelab - am 18.03.2008 09:49
...die dynamische Traegersteuerung geht auf Kosten der Klangqualitaet, da sie eine "effiziente Komprimierung" des Audiosignals voraussetzt. Audio-Bandbreite kostet ebenfalls Energie, da die Modulationsaufbereitung ebenfalls gut Strom braucht.

Analoge AM-Ausstrahlung ist eben energieintensiv, daran laesst sich wenig aendern. Wenn man aber an einen potenziellen Hoererstamm glaubt, dann sollte man auch eine anhoerbare Audioqualitaet abliefern.

von PowerAM - am 18.03.2008 10:28
Als Mitarbeiter von TRANSRADIO kann ich bestätigen, dass seit einigen Tagen der neue TRANSRADIO Sender mit 400 kW in Betrieb ist.
Die Abstimmmittel werden derzeit Drm tauglich gemacht. Dazu wird ein Ergänzungsnetzwerk (ENW) hinzugefügt, denn die Bandbreite des Antennensystems muss deutlich vergrößert werden, um die vorgegebene Maske für Randaussendungen nicht zu verletzen.
TRANSRADIO hat solche ENWs schon in Putbus, Nordkirchen, Langenberg, Donebach (LW), Summerhill (LW) und Zehlendorf (LW) eingebaut.
Ein Foto des ENWs in Langenberg gibt es hier: www.waniewski.de/id26.htm.

Bernd Waniewski

von Wani - am 18.03.2008 10:35
Hi Spacelab,

Zitat
Spacelab
Jetzt mal ganz ketzerisch gefragt: lohnt sich denn der ganze Aufwand überhaupt? Ich meine, ich stecke doch nicht viel Geld und die ganze Arbeit in ein System das schon wieder auf dem absteigenden Ast ist und in dem ich wohl eh nie senden werde.


wie soll man Deine Frage verstehen? Es ist eine Investition in die Zukunft, und sowas lohnt immer. Es wird der Zeitpunkt kommen, da wird es nur noch digitale Ausstrahlung geben, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Ich würde mich freuen wenn Heusweiler DRM senden würde, Hauptsache mit Schmackes und nicht so funzelig wie im Augenblick. Denn die Tage, wo die 1422 KHz hier im Norden mit Power kam, war die Modulation besser als zb. von dem nur 48 Km entfernten DLF Sender Ehndorf (1269 KHz), welcher angeblich mit 300 Kw sendet.

Gruß
Hans


von HansR - am 18.03.2008 11:32
@HansR:
Ich habe nur mittlerweile den Eindruck, dass DRM auf Mittelwelle zumindest nachts nicht so richtig gut funktioniert.
1440kHz oder 1575kHz sind/waren abends/nachts analog nie ein großes Problem, der Empfang fast immer gut, tlw. halt bisschen Fading drauf. In DRM gelingt mir ein durchgehender Empfang auf beiden Frequenzen relativ selten, meistens habe ich viele Aussetzer. Vielleicht ist auch der Morphy Richards als Empfänger nicht ganz ideal, aber ich habe langsam den Eindruck, dass die Aussetzer eher systembedingt sind und DRM ganz einfach doch das Fading nicht ganz so gut ausbügeln kann.

von Habakukk - am 18.03.2008 11:46
Zitat
Werner53
DRM ist doch klanglich Welten besser als AM und an die gelegentlichen Aussetzer muss man sich eben gewöhnen. Meine Erfahrung auf MW bezüglich der Aussetzer ist, dass Sie oft dann auftreten, wenn zu disem Zeitpunkt ein Gleichwellen-AM-Sender gerade einen Fading-Peak hat.

Dieser Aussage kann ich mich nicht anschliessen. Den Klang empfinde ich bei DRM als blechern und "komprimiert". Die fehlenden Höhen bei AM empfinde ich als angenehmer.
Ebenso bei den Aussetzern: selbst bei stärkerem Fading bleibt bei AM fast immer noch die Sendung verständlich, während bei DRM die Aussetzer immer gleich mehrere Sekunden lang sind, weil sich der Empfänger erst wieder neu synchronisieren muss. Bei AM geht es dagegen sofort weiter, sobald das Signal wieder da. Wenn ein DRM-Signal nicht stabil ist, kann man das Zuhören vergessen. Sekundenlange Aussetzer nerven mich viel mehr als ein kurzes Wegfaden. Warum soll ich mich bei einem neuen System an etwas gewöhnen müssen, was das alte System besser konnte?

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 19.03.2008 10:04
Das ist halt wieder bisschen Ansichtssache und hängt auch von der eingesetzten Bitrate ab. Ich persönlich finde, dass alles unter 20kbps furchtbar klingt (blechern, scheppernd, kratzig), oberhalb 20kbps kann ich mich halbwegs mit dem Klang anfreunden. Ein bisschen Stereoeffekt und das Übertragen von künstlich errechneten Höhen oberhalb 10kHz langt halt nicht für die oft erwähnte "UKW-Qualität". Und entsprechend ist mir dann auch ein sauberes AM-Signal mit fehlenden Höhen lieber als der blecherne Klang eines DRM-Senders mit niedriger Audiodatenrate.
Denn gerade das mit der Audiodatenrate ist bei DRM so eine Sache. Der Spielraum zwischen guter Empfangsqualität und guter Klangqualität ist hier oft viel zu klein, oder gar nicht vorhanden. Ein DRM-Sender mit 27kbps Audiodatenrate klingt natürlich relativ ordentlich, aber dann darf wirklich keinerlei Störung auftreten, sonst ist das Signal schnell futsch. Eine solche Audiodatenrate wird man nur bei Lang-/Mittelwellenortssender tagsüber einsetzen können, ansonsten sind lange Aussetzer vorprogrammiert.
In der Praxis gibt es wenig DRM-Stationen mit mehr als 21kbps Audio. Und selbst mit 21kbps ist man immer noch oftmals sehr an der Grenze, was konstanten Empfang angeht. Relativ haufig geht man also nochmal weiter runter mit der Audiobitrate (17 oder gar 14kbps), um stabilen Empfang zu ermöglichen, und spätestens dann beginnt der Bereich, wo DRM in meinen Ohren nicht mehr besser klingt als ein ordentliches AM-Signal, sondern relativ gruslig.

von Habakukk - am 19.03.2008 11:35
Hallo an alle,

ich den vergangenen Tagen habe ich ein paar Mal 1422 kHz eingestellt.

Mir fehlt zwar der genaue Vergleich (in und um Mannheim höre ich DLF zwar oft, doch stets via DAB), aber ich meine, die Feldstärke war hier (in 100 km Entfernung) früher wesentlich höher.

Weiß jemand, mit welcher Leistung zurzeit gesendet wird?
Wurde eventuell das Strahlungsdiagramm verändert?

(Da in Heusweiler nur der Strahler gespeist wird, werden Signallaufzeiten durch das ein Ergänzungsnetzwerk (ENW) vermutlich nichts ändern. Der Reflektormast wird strahlungsgekoppelt gespeist.)

Gruß Bernhard



von Bernhard W - am 19.03.2008 16:12
Jetzt habe ich's nochmal probiert:

Gestern Abend mit Sat 3400: Stark gestört durch andere Gleichkanal-Sender

Heute Nachmittag im Autoradio: schwach zu hören

Eben (19.03.2008 21:03) mit Sat 3400 und ICF-7600DS: Leichte Störungen durch andere Sender, im Wesentlichen aber viel besser als die vergangenen Tage. Der Klang ist (bei Sprache) ziemlich sauber und die dynamische AM deutlich wahrnehmbar. Gerade an leisen Stellen werden die Hintergrundstörungen etwas lauter. Sat 3400 mit breiter ZF bringt erstaunlich guten Klang.
(1440 kHz aus LUX ist ähnlich stark, aber ohne dyn. AM)

Im Vergleich ist 153 kHz aus dem Odenwald wie erwartet viel dumpfer, dafür früher ;-)

Bernhard


von Bernhard W - am 19.03.2008 20:22
Zitat
Wani
Als Mitarbeiter von TRANSRADIO kann ich bestätigen, dass seit einigen Tagen der neue TRANSRADIO Sender mit 400 kW in Betrieb ist.
Die Abstimmmittel werden derzeit Drm tauglich gemacht. Dazu wird ein Ergänzungsnetzwerk (ENW) hinzugefügt, denn die Bandbreite des Antennensystems muss deutlich vergrößert werden, um die vorgegebene Maske für Randaussendungen nicht zu verletzen.
TRANSRADIO hat solche ENWs schon in Putbus, Nordkirchen, Langenberg, Donebach (LW), Summerhill (LW) und Zehlendorf (LW) eingebaut.
Ein Foto des ENWs in Langenberg gibt es hier: www.waniewski.de/id26.htm.

Bernd Waniewski


Erfreulich, nun auch von einem Insider zu lesen, was derzeit in Heusweiler läuft.
Etwas verwundert bin ich darüber, dass hier (nur) ein Sender mit 400 kW in Betrieb ging. Ist das wirklich nur eine Einheit ? Was macht man dann bei Wartung / Störung ? Oder sind es doch 2 Stück 200 kW- Einheiten, wo bei Wartung oder Störung mit nur 1 * 200 kW weiter gesendet werden kann ?

Nachdem bisher mit der neuen Anlage tagsüber bei hoher Leistung mit konstantem Träger gearbeitet wurde und nur nachts bei schwachem Signal dynamische Trägersteuerung im Einsatz war, ist es jetzt umgekehrt. Gibt es diese dynamische Trägersteuerung nur als eine einzelne technische Einheit, die man nun dem Nacht- Kleinsender weggenommen hat und nun beim starken Tages- Sender verwendet ?

Jedenfalls bin ich mit der jetzigen Tonqualität sehr zufrieden. Nachdem über Jahrzehnte mit so ziemlich der übelsten Qualität weit und breit gesendet wurde, gibt es nun praktisch das Beste, was derzeit über AM möglich ist. Krasser konnte der Unterschied kaum ausfallen !

Ist zwar theoretisch gut und schön, dass die Anlage sogleich DRM- tauglich gemacht wird. Nur, solange sich auf der Empfänger- Seite nichts tut und sowohl preiswerte wie auch stromsparende (wichtig für portable) DRM- Bauteile und Geräte angeboten werden, entwickelt sich DRM genau so zu einer Totgeburt wie jetzt schon DAB. Dass sich RTL vom DRM- Testbetrieb zurückzieht, ist schon ein Alarmzeichen !


von RealRock - am 20.03.2008 17:51
Der Mittelwellensender Heusweiler wurde von einer 600 kW-Anlage mit 2 identischen 600 kW-Sender in passiver Reserve (früher im gekoppelten Betrieb auch in aktiver Reserve) auf eine 400 kW-Anlage in diesem Winter von TransRadio umgebaut. Die beiden 200 kW-Sender laufen mittlerweile in aktiver Reserve im gekoppelten Betrieb im DAM-Modus. Bei Wartungsarbeiten oder Störungen kann auf einen Einzelsender auf 200 kW-Leistung abgelöst werden. Zur Fertigstellung der Anlage sind zeitweilige Abschaltungen (in der Nacht) oder Leistungsreduzierungen notwendig. Bis zur Inbetriebnahme der Parallelschaltung lief der Sender bisher auf 200 kW mit AM bzw. der Reservesender mit 100 kW DAM. Zur Aufbereitung des NF-Signals sind mittlerweile, wie bereits wohlwollend in diese Forum bemerkt, Optimod AM der Fa. Orban im Einsatz.

Viele Grüße aus Heusweiler

von 1422Member - am 21.03.2008 12:21
> Unterschied des ...Reservesenders ... zu den neuen ... Sender bei gleichem NF-Signal.

Wird also für beide Sender der selbe Optimod verwendet?
Hatten die alten 600-kW-Sender keine NF-Aufbereitung?

Ich meine, mich an einen Optimod 9200 zu erinnern, als ich die Anlage am 06.05.2006 besucht habe. Arbeitet der für 1179 kHz oder 1422 kHz?

Wird bei den neuen Sendern keine DAM verwendet?
(zurzeit jedenfalls ist die Trägeramplitude konstant)

Gruß aus Mannheim

Bernhard



Edit: DAM-Frage ergänzt


von Bernhard W - am 21.03.2008 15:10
Der Sound kann wirklich gelobt werden!

Ich hoffe, dass die anderen dumpfen Sender ebenso damit ausgerüstet werden. 549, 756 und vor allem die dünne 153. Ich denke, dass man dann auch diese Sender gut für den DLF bewerben kann, in dem man "von naher UKW-Qualität" redet.

Oder gibt es beim Orban einen Preset "like german telekom transmitter" ? :-) Falls ja, so sollte er nicht gefunden werden.



von Der Korken - am 21.03.2008 17:05
Der Korken:> ...die dünne 153...

Soweit ich weiß, liegt die Ursache der dumpfen Modulation an der Bandbreite von Strahler und Abstimm-Mittel (ca. 7 kHz?).
--> 7 kHz / 153 kHz = 4,6 %
--> 9 kHz / 153 kHz = 5,9 %

Wani:> ...die Bandbreite des Antennensystems muss deutlich vergrößert werden...
--> 9 kHz / 1422 kHz = 0,6 %
Wenn 0,6 % relative Bandbreite bereits kritisch sind, kann man sich leicht ausmalen, wie schwierig es ist, LW-Sendeanlagen DRM-tauglich zu machen.

TRANSRADIO hat das auf 177 kHz offensichtlich geschafft, siehe http://www.transradio.de/html/drm-langwelle.html.
Die blaue Kurve ist im Maximum zwar von der roten Grenzkurve ziemlich verdeckt, dennoch kann man eine deutliche Amplitudenabnahme an den Kanalgrenzen von ca. 2 dB erkennen.

Bei der ersten DRM-Abstimmung in Putbus (07.08.2003) war ich zeitweise dabei. Das ist ganz schön zeitaufwändig.

Gruß Bernhard


von Bernhard W - am 21.03.2008 17:56
> Unterschied des ...Reservesenders ... zu den neuen ... Sender bei gleichem NF-Signal.

Richtig, der 9200 ist für die 1179 kHz, der 9400 für die 1422 kHz. Es wird der selbe Optimod auch für den 100 kW-Sender (1422) genutzt, denn für jeden Sender einen eigenen Optimod macht wirtschaftlich nicht viel Sinn, v.a. wenn der 100 kW-Sender nur sehr selten läuft. Die alten Limiter hatten ihre Altersgrenze erreicht.

Der neue Sender sollte DAM senden.

Die Sender laufen in der Regel Tag und Nacht gleich, außer es gäbe eine Störung oder Wartungsarbeiten. Wartungsarbeiten nach Möglichkeit innerhalb gewisser (Tages-, Nacht-) Zeitvorgaben.

Es gibt "leider" keinen German Preset von Orban, allerdings schon die Unterscheidung nationaler (USA) und internationaler Presets (v.a. Europa), dem Programmtyp, dem Sendertyp. Allerdings ist die Einstellung natürlich abhängig gewisser Vorgaben (Bandbreite, Aussteuerung, Sendertyp) und natürlich auch gerade bei Equalizerfunktionen dem allgemeinen Höreindruck.

von 1422Member - am 21.03.2008 18:13
> > Wird bei den neuen Sendern keine DAM verwendet?
> Der neue Sender sollte DAM senden.

Eben habe ich am Sat 3400 nochmal die AVR ausgeschaltet: Die Trägeramplitude bleibt konstant, unabhängig von der Modulation, als keine Spur von Dynamik, nur langsame Schwankungen durch Ausbreitungsänderungen. (Zum Vergleich: auf 1017 kHz aus Wolfsheim springt der Zeiger über die halbe Skala.)

Bernhard aus Mannheim (ca. 100 km entfernt)


von Bernhard W - am 22.03.2008 13:30
Im Moment kommt die 1422 hier sehr stark an, der Klang ist wirklich sehr gut, der DLF kann sich da nachts schon mit international sehen lassen.
Im Vergleich zur hiesigen 549 Thurnau sind insbesondere die Bässe ausgeprägter, ansonsten ist Thurnau aber auch recht gut.
Richtig muffelig klingen dagegen 576 und 594. Gut dagegen 531 (Schweiz).

Besonders gut ist der Genuss auf meinem Saba Meersburg (Bj. 1960). So eignet sich die MW wirklich für Wortprogramme.

von Terranus - am 22.03.2008 19:00
...bleibt zu hoffen, daß die verbleibenden LW- und MW-Sender nicht weiter ein Mauerblümchendasein führen müssen. Außer bei der 0,153 kHz ginge ja klanglich bei allen anderen Sender einiges zu verbessern. Bei der 0,153 kHz liegt es an fehlender Bandbreite der Technik und den zu erwartenden Störungen auf Nachbarfrequenzen, weshalb sie ja "schaumgebremst" läuft. Aber es muß nicht sein, daß man deutsche LW- und MW-Sender an ihrem dumpfen Klang erkennen kann.

Radio 10 Gold und Big L bewiesen, daß man auch amplitudenmoduliert eindrucksvoll und satt klingen kann. Und für ein fast reines Wortprogramm gefielen mir die analogen Sendungen der Deutschen Welle auf den Kurzwellen auch recht gut. Zwar sehr stark processt, aber für den Einsatzzweck durchaus wirksam.

von PowerAM - am 22.03.2008 20:27
Hallo zusammen,

jetzt wackelt das S-Meter kräftig mit.

In Modulationspausen werden die Gleichkanalstörungen etwas lauter. Bei Raumwellenausbreitungen, wenn Gleichkanalstörer stärker werden, ist die DAM nicht so optimal. Die Zunahme der Störungen ist aber nicht so stark, dass ich eine geringere Dynamik empfehlen würde. Die jetzige Einstellung empfinde ich als guten Kompromiss.

Dann machte ich den (üblichen) Vergleich zu 1440 kHz aus Luxemburg, wo gerade das Programm von CRI läuft:
1422 und 1440 sind hier ähnlich stark, 1440 ist etwas weiter entfernt und etwas mehr mit Fading behaftet und auf beiden laufen Sprachprogramme.
1422 enthält mehr Höhen (insgesamt helleres Klangbild) und mehr Dynamik. 1440 klingt so komprimiert, dass der Sprachrhythmus verloren geht, das stört die Verständlichkeit bei mir ziemlich stark. Der Unterschied der Sprach-Verständlichkeit fällt sehr deutlich zu Gunsten der 1422 aus.

Ich finde es interessant und spannend, nicht immer alles als perfekt vorgesetzt zu erhalten, sonden die Entwicklung mit zu erleben.

Bernhard aus Mannheim


von Bernhard W - am 22.03.2008 21:10
Das Problem dabei: Geht man von der Resonanzfrequenz herunter, steigt die Fehlanpassung.
Mit anderen Worten, je weiter man sich von der Resonanzfrequenz wegbewegt,
umso mehr Leistung wird reflektiert und im Sender in Wärme umgesetzt.
Man würde also, speziell im DRM-Betrieb nur unnötig Leistung verbraten.
Die Antenne mittels eines reaktiven Netzwerks anpassungsmäßig geradezubiegen,
ist da mit Sicherheit der bessere Weg. Nur das sauber abzugleichen, ist halt ein gutes Stück Arbeit,
zumal mit sinkender Frequenz das Ganze auch immer schwieriger wird.
Die 153kHz dürfte den Verantwortlichen in dieser Beziehung noch einige Kopfschmerzen bereiten.


von Nohab - am 24.03.2008 10:56
> ... statt die Antenne anzupassen auf die grössere Bandbreite, die Trägeramplituden
> an die Antenne anpassen ( eine Art Hf Equalizer ) ?

Prinzipiell ein gute Idee.

Ich nehme an, das tut man auch. In Putbus, bei dessen DRM-Abstimmung ich vor Ort war, wurde zunächst alles auf die künstliche Last eingestellt (über Laptop-PC), bis das live beobachtete Spektrum die Grenzen eingehalten hat. Dann wurde auf die Antenne umgeschaltet und das ganze nochmal damit abgestimmt.
(Kurzdaten zu Putbus http://www.biener-media.de/0729-MV.html
- Antenne: Einzelner rundstrahlender Gittermast mit Erdnetz und Dachkapazität.
Drei Seile dienen zur trapezförmigen "Verdickung" --> breitbandiger
Ein weiteres Seil parallel zum Mast von der Spitze zur Erde macht aus dem Monopol die Hälte eines unsymmetrischen Faltdipols ("Falt-Monopol"). --> etwas hochohmiger und breitbandiger
- Speisung: Mast am isolierten Fußpunkt
- Sender: TRAM 10)

Bei Antennenabstimmung auf Kanalmitte lässt die Amplitude an den Grenzen nach, dort müsste die Senderleistung demnach steigen. Das hat auch nachteilige Auswirkungen auf die Nachbarkanal-Ausstrahlungen.

Ein weiterer Effekt ist die frequenzabhängige Strahlungscharateristik. Das merkt man z. B. ziemlich stark bei Europe 1 aus dem südlichen Saarland. Während die Trägerfrequenz gerichtet nach Frankreich abgestrahlt wird, werden die Seitenbänder z. T. in ganz andere Richtungen verteilt.

Z. B. in Mannheim klingt Europe 1 mit einem normalen AM-Demodulator total schrill und verzerrt. Der Träger ist rel. schwach, aber besonders die hohen Frequenzen sind hier stärker als der Träger. Und dieser Teil des Spektrums fehlt wiederum im Hauptzielgebiet.

Die Breitbandigkeit von Richtantennen ist eine besondere Herausforderung. Das trifft bedingt auch auf Heusweiler zu.

Bernhard


Edit: Link zu Putbus ergänzt u. kleinere Korrekturen

von Bernhard W - am 24.03.2008 13:34
Beim Sangean 909 schwankt die Feldstaerkeanzeige kaum. Scheint also mit dauerhaftem Traeger zu arbeiten. Die Gleichkanalsender sind (diesmal in 14547 Beelitz) sehr deutlich, jedoch kommt Heusweiler kraeftig. Signal akustisch sehr schoen moduliert, der 909 spielt sehr warm und lebendig damit.

Fading nimmt leider immer mehr zu. Ich benutzte nur die Ferritantenne. Signalanzeige auf dem Balkon "Vollgas", im Stahlbetonbau noch gute 8 Balken. Radiowert knapp 5 im Feldstaerkemaximum und leider 0 bei Fadeout. Signalstaerke 4 im Maximum.

von PowerAM - am 30.03.2008 20:21
@Werner53:
Da ich annehmen kann, daß dein PC mit Sicherheit diese Genauigkeit nicht hat, ist ja schließlich nur ein stinknormaler Quarz drin, was nimmst du als Vergleichsstandard? Droitwich 198kHz?
Der Grund für die Frage ist dies:
Frequency standard locked at Droitwich on 198kHz
Aufgrund des Funktionsprinzips sind auch andere Sender als Referenzquelle hierfür verwendbar, solange geradzahlige Teilerverhältnisse zwischen Referenzoszillator, Vergleichsfrequenz und Senderfrequenz darstellbar sind. Und da Droitwich im Süden der Republik nicht mehr sonderlich gut geht, wäre es sinnvoll zu wissen, wer noch genau draufliegt. Rubidiumgenau wenn möglich.


von Nohab - am 30.03.2008 21:55
Hallo,

weiß jemand, ob der DLF über DRM ein anderes Programm übertragen wird als auf UKW?
Wenn nicht, wäre es nicht sonderlich reizvoll, deswegen extra den Rechner (oder den Morphy) hochzufahren.
Zumindest in Darmstadt ist der DLF auf UKW 102,0 MHz selbst mit einfachem Equipment (z.B. mein Büroradio ohne zusätzlich angeschlossenen Computer) zu empfangen, und das soweit ich bis jetzt einschätzen kann, ohne Aussetzer :)

Grüße
DAC324

von DAC324 - am 01.04.2008 09:00
Zitat
DAC324
Zitat:
Spacelab
Über UKW gehts gerade so mit meiner 5 Ele. Yagi. :rolleyes:



FMScan sagt

Zitat:

MHz Cty program transmitter Pdir Pmax Dist azi dBµV
104.60h D Deutschlandfunk (DLF) Saarburg (rlp) 5 20 36km 344° 55



Geht der so schlecht?


Kommt drauf an, was die Franzosen dagegensetzen, könnte ich mir vorstellen.

von Japhi - am 02.04.2008 09:31
Hallo Funkerberg,

vielen Dank für das Angebot.

Momentan laufen die letzten "Feinschliffarbeiten" an der DRM-Abstimmung. Nächste Woche wird es wohl noch weiter gehen, näheres erfahre ich morgen. Allerdings läuft nächste Woche teilweise nachts eine Senderabnahme, weshalb nicht ständig DRM-Tests laufen werden.

Aber richtig, wenn DRM-Tests durchgeführt werden, dann zwischen 0:00 hh und 05:00 h, allerdings nicht ständig, sondern in Intervallen.

Viele Grüße

von 1422Member - am 06.04.2008 18:50
Zitat
HansR
Zitat
Funkerberg
Dann würde ich mal versuchen diese Woche hier oben im Norden zu testen...

Naja, Norden ist wohl etwas geflunkert, Königs Wusterhausen liegt doch eher südlich von Berlin, oder?
Das wäre für mich dann die Mitte.


Nunja, alles ist relativ....
Im Deutschlandweiten Maßstab ist Königs Wusterhausen | Wiege des Rundfunks | schon ziemlich im Norden.Und von Heusweiler so grob gesehen :-) auch.

Für Oranienburg jedoch sind wir dann doch schwer Süden.....

von Funkerberg - am 06.04.2008 20:22
Für einen Schippentest wohne ich zwar schon ein paar Kilometer zu weit weg, aber in der Nacht auf Samstag hab ich nun doch mal den 'ALDI-Weltempfänger-Test' gemacht. Indem ich den AM-Empfänger auf 1440 kHz (um 0 Uhr 40 noch mit CRI aktiv) abgestimmt hatte, konnte ich mit Dream zumindest mal die Kennung SR Heusweiler einlesen und einen Screenshot davon machen. Höher als 10 dB ist das SNR jedoch leider nicht gegangen, und damit ist wohl kein Audio zu erwarten. Da ist der Unterschied in der Signalstärke zwischen der 1422 und 1440 wohl zu groß.
Immerhin reiht sich jetzt mein Heimat-Mittelwellensender in die Liste internationaler Stationen ein, die ich mit Dream schon geloggt habe. :-)

von Saarländer (aus Elm) - am 07.04.2008 16:56
Zitat
HansR
Hi Funkerberg, schönes Signal dort im Norden. :spos:
Darf ich fragen was Du für eine Antenne benutzt?


Für diesen Test habe ich indoor eine Eigenbau magnetic Loop benutzt, meine kleine 45 cm...

Mit dem Himalaya 2009 habe ich mit der eingebauten Ferritantenne ebenfalls Empfang gehabt.

Einen Log habe ich dann doch nicht gemacht, der Rechner war durch eine Videoberechnung blockiert...

Vile Grüße Rainer


von Funkerberg - am 09.04.2008 16:20
@ Nohab
ja, so ähnlich. Ich benutze eine 10 MHz GPS gesteuerte Referenz. Die kann ich entweder direkt als Takt für ein Elektor SDR Radio verwenden. Oder ich speise damit einen PLL Vervielfacher auf 50 MHz und verwende dieses Signal als Takt für einen DDS ( ELV 10Hz bis 20 MHz ), der mir erlaubt, einstellbare Referenzsignale im 0,1Hz Raster zu erzeugen ( max. Abweichung 50MHz/2 hoch 32). Bei einer Überlagerungsfrequenz von z.B. 1kHz ist die Soundkartenabweichung ( nach Kalibrierung ) bei ca. 1ppm, also 1mHz. Audio Messung mit Spectrum Lab Software.

von Werner53 - am 06.01.2009 22:27
hab ich im Autoradio Abends auch mal fast ne Stunde lang in München sauber reinbekommen 1422 DLF... Es gibt Tage da kommt der echt sehr sauber und fast Störungsfrei rein. Aber oft es auch totaler Essig. Zumindest im Auto.


Aktuell hab ich ihn in Landshut mit dem Redsun 2100 gerade auch wieder drin - das signal wird zwischen drin stärker und schwächer in lautstärke - aber gerade geht er wieder ganz hervorragend und erheblich besser als 549 Thurnau und 756 Ravensburg (als nahster Sender) welche bei mir mit "Fremdfunk" überlagert werden und auch leiser senden.

1422 ist auf jedenfall stärkstes Signal das ich vom DLF auf der mittelwelle reinbekomme.

von Detektordeibel - am 06.01.2009 23:51
Zitat
Spacelab
Hätte eh nicht so viel gebracht mit den 10kW. Außerdem glaube ich nicht das man jetzt so übermäßig traurig ist das die 1422khz vorübergehend außer Betrieb ist. So viele Hörer dürfte die Frequenz eh nicht mehr haben und wenn hier die UKW Abdeckung des DLF besser wäre hätte die 1422khz noch weniger Hörer.

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Sie sind nicht sicher woran man Formatradio erkennt? Sobald Ihre Ohren anfangen zu kotzen, hören Sie Formatradio.
(Götz Alsmann)

Ich vermute sowieso, dass die meisten LW/MW und KW-Hörer des Deutschlandradios (und speziell des DLF) eher im Ausland sind. Österreicher, Schweizer, die das Programm nicht via UKW empfangen können und Deutsche im Ausland, z.B. im Urlaub. Im Inland dürfte die Zahl der ständigen Hörer sehr überschaubar sein.

von Sebastian Dohrmann - am 12.10.2010 10:14
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