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Radioforum
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Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 1 Monat
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FAZ: Digitalradio in Deutschland ohne Chance

Startbeitrag von transponder am 25.04.2008 15:08

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat sich zu den Perspektiven einer Digitalumstellung beim terrestrischen Radio in Deutschland sehr kritisch geäußert. In dem Artikel werden die verschiedenen Systeme kurz angerissen, die Erfolgsaussichten jedoch sehr vage beurteilt. Insbesondere die bisher investierten Gebührengelder werden thematisiert.
http://www.faz.net/s/Rub8F4CC12BA50B48E9A076651F417117FE/Doc~EC142B069F8A748ED903F2AE554FED1A7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Antworten:

Dann bleiben wir halt analog - und rückständig

von delfi - am 25.04.2008 15:19
Wollen wir Wetten das gewisse Leute jetzt hier wieder eine Pro&Contra DAB Diskussion anzetteln? :rolleyes:

von Spacelab - am 25.04.2008 15:25
*gäääähhhnn*

von oli84 - am 25.04.2008 15:29
Zitat

*gäääähhhnn*

Richtig, alles schon 100 Mal gelesen (und geschrieben). Aber immerhin in der neutralen FAZ und nicht in der "Reinhören" oder einem anderen Spartenblatt. Dies wird aber die Freunde des digitalen Tonrundfunkvergnügens hier im Forum nicht davon abhalten, weiter vom nächsten Weihnachtsgeschäft zu träumen. Die Einstellung von DMB Watcha kommt auch alles andere als überraschend. Ich hoffe, hier hat niemand sein Taschengeld für sowas rausgeworfen.

von Free Speech - am 25.04.2008 16:04
Zitat

Die Einstellung von DMB Watcha kommt auch alles andere als überraschend.

nicht wirklich


von mor_ - am 25.04.2008 17:36
FAZ:
Zitat

In diesen Tagen gibt es Testsendungen in DRM+ und dem amerikanischen IBOC-Verfahren, die in Hannover und Kaiserslautern nur einige wenige Entwicklungsingenieure empfangen können. Als weiterer Konkurrent tritt DAB+ hinzu. Nur die ersten beiden haben im traditionellen UKW-Rundfunkband Platz und versprechen dank Simulcast, dass die etwa 200 Millionen UKW-Radios in Deutschland nicht zu Elektronikschrott werden.


Seit wann gibt es bei DRM+ denn "Simulcast" ?:eek:

FAZ:
Zitat

Doch trotz Simulcast zeigen schon heute Empfangsversuche in DRM auf Mittelwelle, dass damit weder klassischer noch digitaler Empfang möglich ist.


Hm, das übersteigt mein technisches Verständnis. :rolleyes:

von audion - am 25.04.2008 18:25
Das DRM+ auf UKW Simulcast fähig ist, ist mir auch neu. Aber das letzte Zitat ist schon ganz richtig. Ich erinnere an das Desaster der VoR. Analog rauschte es ohne Ende und digital war nur was zu decodieren wenn man mit dem Radio vor dem Sendemast gesessen hat. :rolleyes:

von Spacelab - am 25.04.2008 19:17
Ah ja, der Groschen ist gefallen :wall:

Das bezieht sich bei MW natürlich auf dieselbe Frequenz. Ich meinte ein Programm, das irgendwo auf MW bereits existiert und auf einer andern MW-Frequenz zusätzlich in DRM gesendet wird. Klar! ;-)

Die haben logisch falsch geschrieben. Sie hätten schreiben sollen statt "Doch trotz Simulcast..." : "Aber bei Simulcast ..." Dann wäre es sprachlich korrekt.

von audion - am 25.04.2008 19:21
...leier...

...DAB ist nicht tot, sondern riecht nur komisch...

...leier...

...DAB kommt als "kostenlose Dreingabe" ins Handy, oder es kommt gar nicht...

...leier...

...DRM hat in Westeuropa kaum Vorteile, aber das System ist ja auch nicht in erster Linie für hier gedacht...

...leier...

Merke: Morgen wird es keine Radios mehr geben, aber es wird noch Radio geben.

von Alqaszar - am 25.04.2008 19:52
Ist ja schon irgendwie komisch das jede Dösbacke in allen möglichen Zeitungen einen Artikel über Digitalradio schreibt. Aber angeblich interessiert es ja keinen. Digitalradio... Bäh! *mit spitzen fingern anfass* :rolleyes:

von Spacelab - am 25.04.2008 20:48

-

-

von Seltener Besucher - am 26.04.2008 01:00
Nils Schiffauer ist keine Dösbacke. DAB ist tot. :-(

von Frequenzfieber - am 26.04.2008 06:35
Als wenn ichs nicht vorausgesagt hätte. Es sind doch immer die gleichen die versuchen mit aller Gewalt eine DAB Diskussion vom Zaum zu brechen. :rolleyes:

von Spacelab - am 26.04.2008 06:45
Zitat

Der Umstieg zu DVB-T klappte, weil es keine Alternative für den Zuschauer gab.


Nein, der Umstieg klappte, weil terrestrisches Fernsehen in Deutschland quasi bedeutungslos war. Zusätzlich kann man noch anführen, dass die empfangbare Programmzahl sich mit DVB-T vervielfacht hat.

Beim Hörfunk ist es genau umgekehrt.

von Grenzwelle - am 26.04.2008 08:22
Zitat

Vor der Einführung von DVB-T fehlte den Zuschauern des analogen Fernsehens auch nichts, sie würden weiter analog fernsehen.


Also auf mich trifft das definitiv nicht zu. Das analoge Signal hier war echt das letzte, nur Schattenbillder und verzerrtes Bild, trotz Umsetzer hier in Meißen. Nur 3 Programme. Jetzt 12 die 1A reinkommen und das aus Dresden.


Das ist auch der Grund warum Digitalradio hier einen Mehrwert geboten hat, es kamen 4 Programme die analog nicht zu empfangen waren (nun ist es nur noch eines, nämlich der MDR Klassiksender).

von Felix II - am 26.04.2008 08:45
Zitat
Spacelab
Als wenn ichs nicht vorausgesagt hätte. Es sind doch immer die gleichen die versuchen mit aller Gewalt eine DAB Diskussion vom Zaum zu brechen. :rolleyes:


Nur einer fehlt mir in der Diskussion... :cool: Oder hat er sich von dem Multinormradiogerät verabschiedet...

von oli84 - am 26.04.2008 11:31
Ich befürchte ja fast nicht. :D

von Spacelab - am 26.04.2008 12:07
Hier in Bayern gibt es ja Auswahl, in Nürnberg und München sogar wirklich ansehnlich. Radios gibt es auch mittlerweile. Was es nicht gibt ist .....WERBUNG !
Solange man dem Normalnutzer dieses Landes verheimlicht, dass es DAB gibt, wird es nicht klappen, da helfen auch 30 empfangbare Sender nichts. Das ist unser Manko in Deutschland. Wo sind die Werbeclips auf Bayern 3 , der Latrine usw. , alle 30 Minuten? "Jetzt gibt es digitales Radios in Bayern, bessere Qualität, neue Sender...".

In einem Markt muss man sein Produkt bewerben. Solange man das nicht tut, braucht man sich nicht wundern, dass es kaum jemand kennt.
Meines Erachtens scheitert daran gerade auch DMB Watcha. Das kennt einfach keiner, woher auch. Aber wie soll sich jemand für etwas interessieren, wenn man es ihm nicht nahe bringt?

von Terranus - am 26.04.2008 12:28
Ich habe auch einen DAB/DRM Empfänger von Morphy.

DRM bei mir nur wenige Stationen, wenn empfangbar, dann ständige aussetzer.
DAB auch nur wenige Stationen.

UKW hat das beste Angebot. Stets empfangbar, ohne Störungen, ausreichende Tonqualität
und rund um die Uhr.

LW, MW, KW zeitabhängiger Empfang, schlechte Tonqualität,aber ohne Aussetzer.

Bleiben wir doch bei der analogen Technik, da diese Empfänger auch nur ein paar Euro kosten,
gegenüber den Digital Empfängern, für die man z.Zeit eine 3 stellige Summe investieren muß

So kann sich jeder wie schon früher (z.B.Detektorempfänger)
an den vielen analogen Sendern berauschen lassen.

Die Digital Technik ist kompliziert und zu teuer. Analogtechnik ist einfach.

Nur mal ein Beispiel:
Die Schallplatte ist Rund. Wenn ein Affe sie in Drehung versetzt, und einen spitzen Gegenstand daruf
setzt, hört er die Daten dieser Scheibe.

Bei der CD ist dies nicht möglich.

Brauchen wir eigentlich soviel Digitaltechnik, oder wird damit nur wieder Geld gemacht ???






von Morphymen - am 26.04.2008 13:41
@ Morphymen

:spos::spos::spos:

Genau! Mit Detektorempfänger, Analog-Grammoplatten u.v.a. konnten wir als Schüler noch direkt experimentell umgehen und das motivierte. Alles weg und was hat's gebracht? Man ist heute nicht glücklicher.
Terrestrischer Rundfunk ist eine zu tiefst analoge Domäne. Beispiel: Aufwand für Demodulation:

AM: Eine Diode (passiv)
FM: Zwei Dioden (passiv)
Digital: Ein Mikroprozessor (aktiv im Stromkonsum [Batteriegeräte] ).

Das kann es einfach nicht sein.
Einzig SSB mit Hilfsträger (zur "Synchronisation") könnte auf AM noch einen gewissen Fortschritt bringen (Schmalere Kanäle und geringere Sendeleistung).

von audion - am 26.04.2008 14:13
Zitat

Nur die ersten beiden haben im traditionellen UKW-Rundfunkband Platz und versprechen dank Simulcast, dass die etwa 200 Millionen UKW-Radios in Deutschland nicht zu Elektronikschrott werden.


Digitale Technik (mit Simulcast) die mit analogen Empfängern hörbar ist? So könnte ich mir den Umstieg beim Radio vorstellen.

Was die DAB-Entwicklung in Deutschland betrifft bin ich sehr gespannt wie es weiter geht, auch wenn ich nicht wirklich an eine Trendwende glaube. Vom BR hatte ich zum Thema DAB folgende Info erhalten:

Zitat

In absehbarer zeit werden die angebotenen Hörfunkprogramme des bayerischen Rundfunks auch im DAB-Bereich aufgestockt.


von Zwölf - am 26.04.2008 14:26
Was bedeutet aufgestockt.

Höhere Sendeleistung ?

Der bayerische Rundfunk überträgt bereits alle seine Programme in DAB.

Hier im Taunus sind sie gerade noch nach ausrichten und kürzen der Antenne mit dem Morphy zu empfangen.!!!

Auf UKW habe ich volles Signal.

von Morphymen - am 26.04.2008 14:37
Zitat

Der bayerische Rundfunk überträgt bereits alle seine Programme in DAB.


Ich habe zwar kein DAB, aber laut Progammliste des BR werden die Programme Bayern 1, Bayern 3 sowie die "normalen" Bayern 2 und B5Akt nicht über DAB übertragen. Vielleicht ist das damit gemeint?

http://www.br-online.de/unternehmen/technik/rundfunktechnik-DID1200666073148/rundfunktechnik-radio-dab-ID671202493920152829.xml

von Zwölf - am 26.04.2008 14:48
Landesweit stimmt das so. Allerdings sind BR1 und BR3 lokal in und um München auf DAB zu hören.

von delfi - am 26.04.2008 15:10
Zitat

Digitale Technik (mit Simulcast) die mit analogen Empfängern hörbar ist? So könnte ich mir den Umstieg beim Radio vorstellen.


Dieses Argument verstehe ich nach wie vor nicht. Was macht es denn für einen Unterschied für den Hörer, ob ein irgendwie gearteter Digital-/Analog-Simulcast mit einer Norm wie HD-Radio o.ä. durchgeführt wird, oder ob parallel zu UKW digital in DAB gesendet wird? In beiden Fällen bleibt die bisherige UKW-Abstrahlung erhalten, in beiden Fällen ist für den Empfang des zusätzlichen Angebots ein neues Radio fällig. Ich sehe da relativ wenig Unterschied hörerseitig, vom geringeren Antennenaufwand (weil alles im gleichen Band ist) mal abgesehen...

von Habakukk - am 26.04.2008 16:40
Zitat
alqi
Merke: Morgen wird es keine Radios mehr geben, aber es wird noch Radio geben.


Dieser schlaue Satz bringt es auf den Punkt. Da, wo es keine Radios mehr braucht, braucht es auch kein proprietäres System, das nix groß weiter kann als Radio.

von Grenzwelle - am 26.04.2008 16:45
Zitat
Habakukk
Zitat

Digitale Technik (mit Simulcast) die mit analogen Empfängern hörbar ist? So könnte ich mir den Umstieg beim Radio vorstellen.


Dieses Argument verstehe ich nach wie vor nicht. Was macht es denn für einen Unterschied für den Hörer, ob ein irgendwie gearteter Digital-/Analog-Simulcast mit einer Norm wie HD-Radio o.ä. durchgeführt wird, oder ob parallel zu UKW digital in DAB gesendet wird? In beiden Fällen bleibt die bisherige UKW-Abstrahlung erhalten, in beiden Fällen ist für den Empfang des zusätzlichen Angebots ein neues Radio fällig. Ich sehe da relativ wenig Unterschied hörerseitig, vom geringeren Antennenaufwand (weil alles im gleichen Band ist) mal abgesehen...


Stimmt, wenn ich da das von mir vorhin geschriebene noch mal überdenke; das ganze ist doch recht seltsam; esseiden man möchte einen endloslangen Simulkast machen, was dann aber auch keinen Sinn ergäbe. Schade dass es nicht einfach eine Gleichwellennetztechnik gibt, die mit analogen UKW-Radios empfangbar ist. Wobei ich mich auch schon frage, ob nicht etwa DVB-T-Radio für den Zuhörer die günstigste umsteigemethode wäre, da viele DVB-T-Receiver/Sticks das schon empfangen könnten. (z. B. ein bayernweiter DVB-T-Radiokanal; der statt DAB von dessen Senderstandpunkten ausgestrahlt werden könnte + ein Kanal mit Lokalen Programmen)

von Zwölf - am 26.04.2008 17:16
UKW muss nicht überwunden werden.

MERKE: Morgen wird es keine Radios, wohl aber noch Radio geben.

Sprich: Ein technischer Übetragungsweg mus sich dann danach richten, was ein Empfänger dann leisten kann. UKW ist dann plötzlich nicht mehr optimal. Siehe Thread "Radioempfang mit Handy". Hier dient das Kopfhörerkabel als Antenne, was natürlich nur eine Notlösung sein kann.

Man braucht also hohe Signalstärken (bei meinem SonyEriccson Z710i vermutlich >60dB), damit ein UKW-Empfang bestehet. Und selbst dann gibt es noch Aufrauschen, Einbrüche etc. Im Grunde kann ich hier also nur die 7 starken Langenberg-Frequenzen (WDR 1 bis 5, Funkhaus Europa, BFBS 1) empfangen. DLF aus Wesel geht nicht immer, auch Welle Niederhein oder DKultur vom örtlichen UKW-Sender machen an vielen Stellen schlapp.

Bei DAB (vorausgesetzt, es würden ordentliche Sendeleistungen verwendet) wär dieser Effekt dramatisch geringer.

Im Grunde kann es auch ein Vorteil für DAB sein, dass diese Technik inzwischen so "alt" ist: Die entsprechende Empfangstechnik wartet ja buchstäblich auf die Verbilligung.

Leider bedeutet "digital" ja in der Tat höherer Stromverbrauch. Aber wie gesagt, das interessiert ja nicht, weil wir ja keine Radios mehr benutzen werden künftig, sondern andere mobile Kommunikationsgeräte, die sowieso regelmäßig aufgeladen werden müssen.

von Alqaszar - am 27.04.2008 11:31
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