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Zeitung: Codierung der Privatsender nicht aufzuhalten

Startbeitrag von transponder am 26.04.2008 07:11

In der Samstagsausgabe des "Mannheimer Morgen" wird die sogenannte "Grundverschlüsselung" der deutschen Privatsender als unvermeidlich vorausgesagt. Anlass ist der Gewinneinbruch bei Pro7Sat1.
http://www.morgenweb.de/meinung/kommentar/20080426_srv0000002502556.html?sid=cfd4ccb17d4c96c617fcd10534dc30c1

Antworten:

Zitat

für immer mehr attraktive TV-Inhalte

da ich kein Privat-TV sehe: kann diese Aussage ein Kenner der Szene bestätigen ? Bringen die Privaten tatsächlich immer mehr attraktive Inhalte ?

von Diehler - am 26.04.2008 07:49
Also ich würde die großen Privaten nicht vermissen. So wenig Fernsehen wie ich mittlerweile gucke... und wenn dann schau ich vorrangig was öffentlich-rechtliches oder was auf kleineren Privatsendern.

von htw89 - am 26.04.2008 07:51
Geht mir auch so: Ohne Sat 1 und RTL käme ich locker aus, bei Pro 7 gibt's außer vielleicht einem guten Film im Monat auch nicht so viel tolles... Wenn mit "immer mehr attraktiven Inhalten" sowas wie DSDS usw. gemeint ist, dann ist das vielleicht für Werbekunden attraktiv, aber nicht für mich.

Und wenn diese Programme verschlüsselt werden, dann sind sie halt weg. Belastet mich relativ wenig...



von Doityourselfer - am 26.04.2008 08:21
Auch mir würden die Sender nicht fehlen.
Was ich mich aber frage: Sind wir, die wir hier so im Forum unterwegs sind, so viel anders "gestrickt" als der Mann von der Straße? Würden alle so handeln, wie wir, hätten die Sender doch schon heute wesentlich weniger Zuschauer. Könnte das nicht auch heißen, dass die Sender für mehr Leute unverzichtbar sind, als wir meinen?

von delfi - am 26.04.2008 08:43
Ich glaube nicht, dass DIE Grundverschlüsselung in Deutschland noch kommt. Eher sehe ich die endlich fällige Marktbereinigung beim deutschen Free-TV. Wir haben ca. 20 öffentlich-rechtliche Angebote und nochmal mindestens 20 freie kommerzielle. Die alle geraten zusätzlich unter Druck durch die steigende Nutzung anderer hauptsächlich internetbasierter Medien.

Ich finde den Raab ganz unterhaltsam und auch mal das perfekte Dinner. Aber dafür extra bezahlen? Allenfalls für Leute, die schon Pay-TV abonnieren und die diese Sender als kostenlose oder billige Dreingabe bekämen, wäre das interessant.

Vermutlich wird sich Deutschlands TV-Markt Richtung Großbritannien entwickeln: Starker Pay-TV-Markt, aber gepaart mit einem überschaubaren vielfältigen Free-TV Angebot.

Anstelle über Bezahl-Plattformen nachzudenken, sollten die deutschen Anbieter sowas wie Freeview konzipieren. Gemeinsame Vermarktung, Receiver, einheitliche Programmplätze... Dann könnte man z.B. auch gegen offensichtliche Falschaussagen in der Werbung der Kabelanbieter vorgehen.

von Grenzwelle - am 26.04.2008 08:45
Die vielen ÖR sind bestimmt ein Grund für die Probleme bei den Privaten, wenn man auch vieles dort nicht zu sehen bekommen würde. Hat es vielleicht auch mit den Rechteeinkäufen zu tun, wenn F1&Co. europaweit frei empfangen werden können? Das könnte auch zum Verschlüsselungsdruck beitragen.
Ich könnte mir vorstellen, dass wenn anstatt frei über Sat eher auf Frei über DVB-T gesetzt wird, viele Leute zum normalen ausschließlich Antennenempfang übergehen (zurückkommen) würden, denn für den Durchschnittdeutschen würde dann diese Programmauswahl meist genügen.

von CBS - am 26.04.2008 09:22
Wenn's nur endlich schon so weit wäre!!!!

von Habakukk - am 26.04.2008 10:57
Zitat
Grenzwelle
Ich glaube nicht, dass DIE Grundverschlüsselung in Deutschland noch kommt. Eher sehe ich die endlich fällige Marktbereinigung beim deutschen Free-TV. Wir haben ca. 20 öffentlich-rechtliche Angebote und nochmal mindestens 20 freie kommerzielle. Die alle geraten zusätzlich unter Druck durch die steigende Nutzung anderer hauptsächlich internetbasierter Medien.

Ich finde den Raab ganz unterhaltsam und auch mal das perfekte Dinner. Aber dafür extra bezahlen? Allenfalls für Leute, die schon Pay-TV abonnieren und die diese Sender als kostenlose oder billige Dreingabe bekämen, wäre das interessant.


Als Zapper bin ich auch dafür das Privatfernsehen alleine aus dem Grund "offen" zu lassen, einfach mal durchzappen zu können.
Und: Die Inhalte der Privaten Sender interessieren mich z.T. sehr. Ob es LOST auf ProSieben ist und Monk auf RTL, oder King of Queens und Sponge Bob für zwischendurch.

Nur weil Sat.1 und andere Sender z.T. beträchtlichen Schrott ausstrahlen, bringt dies nicht die wertvolle Lizenzware und tlw. guten Eigenproduktionen (Pastewka, Stromberg, Game One) in Verruf.

Und bitte nicht auf das Internet und den Torrent verweisen: Ich schaue mir lieber die Sendungen im Fernsehen an.

Pay-TV sollte sowas wie Premiere (damals) sein. Fernsehen mit Premium-Charakter, das den letzten Kick bringt. Das Sahnehäubchen. Gerade auch bei Premiere (Star) sieht man, dass Pay-TV mit zig RTL-Kanälen nicht funktioniert. Und das wäre die Grundverschlüsselung: Der Werbe- und Inhaltkuchen würde nur wieder mehr verteilt und gestreckt.

Und das ist derzeit auch das Problem im Free-TV:
Der Inhaltskuchen wurde immer weiter gestreckt und erzeugte einen Sog zugunsten billiger und kostengünstiger Eigenproduktionen mit Quote.

Die Grundverschlüsselung würde das noch schlimmer machen (noch mehr Sparten und Folgegebühren).

Solange Serien wie LOST auf ARD nicht möglich sind, wird der private Rundfunk mit einer Verschlüsselung auf jeden Fall ein großes Loch im Inhalteangebot hinterlassen.

von seventeen - am 26.04.2008 11:37
Eine Grundverschluesselung auf Druck der Rechteinhaber hat im Kabel und auf DVB-T keinen Sinn. Die Kabelnetze sich nach aussen hin dicht und ausserhalb des bezahlten Verbreitungsraumes ueberhaupt nicht fuer auslaendische Fremdseher empfangbar. Abgesehen von der sehr begrenzten Einstrahlung von DVB-T ins angrenzende Ausland kann man das auch fuer DVB-T so sehen. Man muesste nur die Einspeisung dieser Signale in auslaendische Kabelnetze unterbinden.

Anders sieht es bei SAT analog und DVB-S aus, wo quasi ganz Europa zuschauen darf. Das ist bei Fussball- oder F1-Rechten schon wieder ein Problem. Der dann RTL schauende Spanier faellt als potenzieller PayTV-Kunde seines lokalen Anbieters weg.

Grundsaetzlich sehe ich die europaweit empfangbaren Programme unserer Nachbarlaender aber positiv und bin dagegen, dass jeder alles verschluesselt. Gerade die staatlichen Programme jedes Landes tragen zum Lebensgefuehl und zur Zusammengehoerigkeit innerhalb der EU bei. Gegen temporaere Verschluesselung einzelner Programmanteile ist aber nichts zu sagen. Trotzdem sehe ich den Auftrag der staatlichen (bzw. bei uns der oeff.-rechtlichen Anstalten) nicht in der Ausstrahlung jedes sportlichen Ereignisses oder ganz taufrischer Kinofilme.

Abgesehen von europaeischen Grossereignissen wie der Fussball-EM, der olympischen Spiele oder vergleichbarer Sachen sind Sportuebertragungen in unseren Nachbarlaendern traditionell das Gebiet des PayTV. Dass bei uns millionenschwere Fussballrechte (fuer europaweite Ausstrahlung!) von meinen Gebuehren gekauft werden sehen ich als Betrug am Gebuehrenzahler! Wer sich dafuer interessiert, der hat ohnehin meist bereits PayTV.

von PowerAM - am 26.04.2008 11:46
Also mit attraktiven Inhalten sind zweifelsohne die absoluten Quotenrenner gemeint. C.S.I., Dr. House, DSDS, Dschungelcamp, Alarm für Cobra 11, Lost, Bulle von Tölz, NCIS, Numbers und so weiter... Das sind alles Sachen die in anderen Ländern selbst nach etlichen Jahren noch nicht im FreeTV gezeigt werden. Klar, über die Qualität der einzelnen Sendungen kann man sich jetzt streiten, aber das sind alles Sendungen die richtig Quote und damit auch Werbeeinnahmen bringen. Wir sind durch unser FreeTV Angebot einfach zu verwöhnt. In manchen Ländern kommt man garnicht um PayTV drumm rumm wenn man nicht gerade pausenlos den ältesten Käse sehen will. Bei uns schlagen sich die Sender förmlich darum wer die neuesten Spielfilme und Serien zeigen darf. Bei uns ist die ganze Fernsehentalität anders. Der eben schon genannte Spanier würde sich die deutschsprachige Formel 1 Übertragung von RTL anschauen. Bei uns gibt es sogar jede menge Leute die sich ein Premiere Sport Abo holen nur um Formel 1 zu schauen das sie in ihrer Landessprache sogar gratis bekämen.

Im übrigen weis ich gar nicht warum sich manche Leute beschweren. Es läuft doch alles bestens. Die Zuschauer bekommen das was sie anscheinend wollen und für die Sender fällt ja auch noch mehr als genügend ab. Wenn den Sendeanstalten der Profit nicht ausreicht, dann sollten sie vielleicht mal kleinere Brötchen backen und nicht Unsummen in irgendwelche Filme, oder Serien stecken. Das neueste vom neuen zeigen kann dann immer noch das PayTV. Es ist zwar nicht so das jetzt bei mir eine Welt zusammenbrechen würde wenn alle Privaten jetzt Verschlüsseln würden (ich schau mir eh nur noch DVDs und Blu-Rays an, Flatrate bei einer Internetvideothek sei dank), aber ich glaube ja das das genauso nach hinten losgehen würde wie DMB. In Deutschland sind halt nun mal die wenigsten dazu bereit für Fernsehen monatlich Geld abzudrücken. Das hat die Vergangenheit ja schon deutlich gezeigt. Und wenn die Privaten jetzt Verschlüsseln wollen gibt das ja garantiert wieder eine Bauchlandung vom feinsten.

von Spacelab - am 26.04.2008 12:35
Zitat

Dass bei uns millionenschwere Fussballrechte (fuer europaweite Ausstrahlung!) von meinen Gebuehren gekauft werden sehen ich als Betrug am Gebuehrenzahler!
Sind denn die Rechte europaweit? Sie können zwar in ganz Europa empfangen werden, aber außerhalb Mitteleuropas spricht kaum jemand deutsch. Würdest du dir z. B. die Champiensleague mit spanischem Komentator anschauen; wenn ja gehörst du eindeutig zu einer Minderheit. Viele Sender strahlen ihre "großen Filme" etc. nicht in der Orginalversion aus, sondern nur in Deutsch. Dadurch werden sie für einen Großteil Europas uninteressant, obwohl sie empfangbar wären. Wer aber Urlaub irgendwo in Europa macht, kann die Deutschen Progamme so ohne weiteres empfangen.

Zitat

für immer mehr attraktive TV-Inhalte


Da sehe ich vor allem die "Blockbuster" die, obwohl sie die meisten Leute kennen dürften, relativ hohe Quoten bringen. Den Privaten dürfte es wohl nicht so sehr gefallen dass sich auch das ZDF immer mehr in diese Richtung orieniert.

Zitat

Trotzdem sehe ich den Auftrag der staatlichen (bzw. bei uns der oeff.-rechtlichen Anstalten) nicht in der Ausstrahlung jedes sportlichen Ereignisses oder ganz taufrischer Kinofilme.


Nicht alle Leute empfangen die Privaten; deswegen kann man den Privaten auch kein Priveleg auf Sport und Kinofilme geben. Wo schaust du denn das lieber an; im werbefreien öffentlich-rechtlichen, oder im privaten mit ständigen Werbeunterbrechungen? Soll denn auf allen 20 öffis immer nur das gleiche laufen?

Zitat

Die Grundverschlüsselung würde das noch schlimmer machen (noch mehr Sparten und Folgegebühren).

Solange Serien wie LOST auf ARD nicht möglich sind, wird der private Rundfunk mit einer Verschlüsselung auf jeden Fall ein großes Loch im Inhalteangebot hinterlassen.

sehe ich auch so (zumindest wo der ORF nicht hinreicht)



von Zwölf - am 26.04.2008 12:50
Wenn die Privaten ihre Programme verschlüsseln, werden sie früher oder später Insolvenz anmelden.

Dann wird auch kein Hersteller mehr für gezeigte Werbung sein Geld aus dem Fenster werfen.

Zurück zu den öffentlichen.

Mehr fernsehen braucht kein Mensch.

von Morphymen - am 26.04.2008 14:42
Zitat

Könnte das nicht auch heißen, dass die Sender für mehr Leute unverzichtbar sind, als wir meinen?


Ja, leider!

von audion - am 26.04.2008 15:18
Wird eh net passieren und wenn schon,wird eh geknackt und zur Not zieh ich nen Monsterantennenturm hoch und empfang dann Nürnberg oder Feldberg,solln die nur machen...

von Robert S. - am 26.04.2008 15:53
Ich würde einfach diese ganze Rechtsgeschichte abschaffen. Jeder kann überall alles frei sehen. So muß es sein, und aus und fertig.
Falls dieser Codierungswahn weiter um sich greift werde ich mit allen Mitteln die Entschlüsslungspiraterie unterstützen!


von Peter Schwarz - am 26.04.2008 16:07
Zitat
Peter Schwarz
Ich würde einfach diese ganze Rechtsgeschichte abschaffen. Jeder kann überall alles frei sehen. So muß es sein, und aus und fertig.


Ich weiß ja nicht, womit Du deine Brötchen verdienst. Aber vielleicht fändest du es nicht so toll, wenn die Forderung aufkäme, du hättest kein Recht mehr auf Bezahlung für deine Tätigkeit?

Zitat

Falls dieser Codierungswahn weiter um sich greift werde ich mit allen Mitteln die Entschlüsslungspiraterie unterstützen!
Das schrammt wohl knapp am Aufruf zur Straftat vorbei. Vorsicht, Vorsicht...

Edit: Entschärft...

von Grenzwelle - am 26.04.2008 16:33
Die sollen nicht reden, sondern haneln!

Dummheit muss endlich bestraft werden -- mit einer Abogebühr für Sat.1, RTL & ProSieben!

von Alqaszar - am 26.04.2008 20:02
Das schrammt wohl knapp am Aufruf zur Straftat vorbei. Vorsicht, Vorsicht...

Das ist mir so schnuppe...ich hab eh keinen Deut Vertrauen mehr in diese Rechtsbeugestaaten!
Ich denke mir lieber "Was ist legitim" und "Was ist nicht legitim".
Und diese ganze Geldmachmaschinerie kotzt mich sowieso an!! Wo leben wir denn mittlerweile? Im vollendeten Kapitalismus? Dann will ich nix mehr damit zu tun haben!

Schönes freies vereintes Europa...wo ich 100m hinter der Grenze keine Sender vom Nachbarn mehr empfangen können soll? Ohne mich!


von Peter Schwarz - am 26.04.2008 20:25
Naja manchmal kommen aber auch ordentliche Sachen auf den Privaten...Z.b. Wer wird Millionär? auf RTL...Solche Sendungen verdummen das Volk ja wohl nicht oder? Letztes Jahr z.b. habe ich mich auch gefreut dass ich nachts immer Viper und Miami Vice ohne Werbung auf Kabel 1 schauen konnte. Allerdings ist zu sagen dass der Anteil der Volksverdummungssendungen in den letzten Jahren besonders so ab 2000/01 sehr deutlich zugenommen hat. Auch seit 2001: Call-In Sendungen...Früher waren die Privaten noch deutlich besser. Als Kind habe ich z.b. auch oft auf Sat 1 das Glücksrad und Geh aufs Ganze geguckt. Oder DSF war 2000 auch noch gut...und heute? Den ganzen Nachmittag nur noch Call-In...Der Gesetzgeber sollte da mal endlich handeln und da strengere Rahmenbedingungen schaffen.

von BetacamSP - am 26.04.2008 22:36
Programme wie unsere Privaten, die sogar als "Dauerwerbesendung" gekennzeichnete Programmteile noch mit Werbespots unterbrechen, sind verzichtbar. Wer meint, nicht ohne sie auskommen zu können, darf sie gerne gegen Gebühr wieder schauen. :D

Zitat
SUNSolaris
Z.b. Wer wird Millionär? auf RTL...Solche Sendungen verdummen das Volk ja wohl nicht oder?

Wirklich schlauer macht mich die Sendung aber auch nicht. Entweder sind die Fragen derart einfach, dass sie ein Erstklässler beantworten kann, oder sie erscheinen mir unlösbar, weil sie aus Themengebieten stammen, die mich keinen Deut interessieren. Somit ist auch diese Sendung für mich verzichtbar. Aber, siehe oben: wer's trotzdem sehen will, soll blechen!

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 27.04.2008 04:54
Zitat

Z.b. Wer wird Millionär? auf RTL...Solche Sendungen verdummen das Volk ja wohl nicht oder?

Ja schon, aber sowas gibt's doch bei den Öffis auch; Stichwort "Das Quiz".
Persönlich gefällt mir ja am Besten, wie das Fernsehen in Österreich geregelt ist. Der ORF deckt mit seinen beiden Programmen mehr Interessensbereiche ab, als alle 20 deutschen Öffis zusammen. Ich she das öffentlich-rechtliche Fernsehen übrigens nicht als Free-TV sondern als Muss-Pay-TV. Und als solches darf man erwarten, dass auch für alle Interessensgruppen etwas angeboten wird (und zwar in absehbaren Zeitabständen). In Deutschland nimmt man einfach das große intrenationale Filmangebot, die größten Privaten picken sich die schmackhafsten Teile raus, und für die anderen bleibt der Rest. Der ORF bietet mit seinem Programm landesweit über alle drei Verbreitungswege Fernsehen für jeden. ORF1 für Kinder, Jugendliche, Sprot, Unterhaltung, große Spielfilme und ORF2 Regionales, Kultur. Und wenn einmal nichts kommen sollte, was einen interessiert, kann man ja auch mal abschalten. In Deutschland gibt es meiner Meinung nach viel zu viele Leute für die "gezieltes Fernsehen", "Programzeitschrift" oder "abschalten" Fremdwörter sind.
Ganz anders sieht es bei der Film/Fernsehfilmproduktion aus. Der ORF macht da allemals Co-Produktionen mit deutschen Sendern, aber selten etwas alleine. Die deutschen Privaten angagieren sich zu mindest in diese Richtung mehr.

von Zwölf - am 27.04.2008 05:49
Um das Unterschichtenfernsehen gehts mir ja auch gar nicht. Wenn die Zahl-TV machen wollen, sollen sie. Mir geht es um dieses blödsinnige "Wir verschlüsseln wegen irgendwelcher Urheberrechte". Mann, wenn die Uhren bei der Zeitumstellung fallen lassen und nicht das Recht haben, die wieder aufzuheben, ist mir das doch schnuppe!


von Peter Schwarz - am 27.04.2008 08:13
Wie hier bereits mehrfach erwähnt wurde, denke ich auch, dass sich die Privaten mit einer Grundverschlüsselung ins eigene Bein schießen würden. Das, was sie an Werbeinnahmen und die Kosten für die Verschlüsselung verlieren würden, könnten sie bestimmt nicht durch Abogebühren wieder reinholen.

Meinetwegen könnte die dt. TV-Landschaft so aussehen:

- 1 ÖR Sender mit einem Profil wie ORF 1 (wichtige Sportereignisse live, lizenzrechtlich relevantes Material), der nur über DVB-T mit 2k ausgestrahlt wird
- übrige ÖR wie gehabt
- kein privates Free-TV mehr
- 1 oder mehrere Pay-TV Anbieter



von györgy - am 27.04.2008 11:32
Wer europaweit unverschluesselt empfangbar ist, der muss entweder die Rechte dazu haben oder Eigenproduktionen ausstrahlen, deren Rechteinhaber er selbst ist. Der Einwand hinsichtlich der unterschiedlichen Sprachen ist unerheblich - es zaehlt die tatsaechliche Empfangbarkeit.

Der oeff.-rechtliche Versorgungsauftrag ist in meinen Augen mit regionaler und ueberregionaler Berichterstattung und den vielzitierten "Bildungsauftrag" erfuellt. Ich sehe keinerlei Notwendigkeit, auf Kosten des Gebuehrenzahlers Kinofilme einzukaufen, teure Sportuebertragungsrechte zu erwerben oder riesige Galaveranstaltungen auszurichten und zu uebertragen.

von PowerAM - am 27.04.2008 16:01
Zitat

Der oeff.-rechtliche Versorgungsauftrag ist in meinen Augen mit regionaler und ueberregionaler Berichterstattung und den vielzitierten "Bildungsauftrag" erfuellt. Ich sehe keinerlei Notwendigkeit, auf Kosten des Gebuehrenzahlers Kinofilme einzukaufen, teure Sportuebertragungsrechte zu erwerben oder riesige Galaveranstaltungen auszurichten und zu uebertragen.


Das sind halt alles unterschiedlichste Ansichtssachen. Du siehst das vielleicht so, weil du es nur so kennst, und es dir so gefällt. Aber was soll man denn mit 20 Bildungssendern? Alle paar Wochen mal ein großes Film-Highlight wär schon schön. Ich schaue mir Kinofilme im Fernsehen (auch wenn ich sie schon kenne) gerne an, weil es etwas ist, auf dass man sich schon Tage zuvor freuen kann, wo man sich einfach mal Zeit dafür nimmt. Und da möchte ich nicht nur im hellerleuchteten Wohnzimmer, abendessend ein paar Bilder an mir vorbeirauschen lassen, sondern da mag ich den Film leben. Bildqualität und der gleichen sind dabei gar nicht so wichtig. Es geht mir darum, sich integriert zu sehen, mit zu fühlen, die Abenteuer mit zu erleben, zu entspannen, tolle Musik und atemberaubende Aufnahmen zu genießen, und mich für eine bis drei Stunden in eine andere Welt mitreißen zu lassen. Diese Stimmung kann jedoch von schon einer einzigen Werbeunterbrechung verdoreben und zu Nichte gemacht werden. Und daher finde ich es sogar wichtig, dass die Öffis als Fernsehsender, auch ganz große Filmkunst mit ausstrahlen, und auch allen Zuschauerschichten zeigen, dass sie mit dazu gehören. Ich kann ja andere Jugendliche schon auch verstehen, dass sie, wenn sie nach 5 bis 8 Stunden Schule heimkommen, nicht gerade Bildungs- und Kulturfernsehen sehen wollen.

von Zwölf - am 27.04.2008 17:04
Ich glaube dass die Verschlüsselung höchstens dann kommt wenn die Umstellung analog->digital vollständig erfolgt ist. und bis dahin werden wohl noch mind. 5 jahre vergehen. vielleicht haben sie es sich bis dahin aber auch wieder anders überlegt.

von BetacamSP - am 27.04.2008 17:06
Zitat
Grenzwelle
Anstelle über Bezahl-Plattformen nachzudenken, sollten die deutschen Anbieter sowas wie Freeview konzipieren. Gemeinsame Vermarktung, Receiver, einheitliche Programmplätze...

Ich hab nochmal (mit Hilfe von Google) nachgeforscht und genau sowas war mit Entavio geplant. Aber das wollte ja offensichtlich keiner haben. Meiner Meinung haben die sich aber bei Entavio selbst ein Bein gestellt. Da wurde wegen sehr mangelhafter Informationspolitik sehr viel spekuliert und falsch vermutet das Entavio schon einen nahezu irreparablen Ruf hatte bevor es überhaupt auf Sendung war. :rolleyes:

von Spacelab - am 27.04.2008 18:14
Zitat

Abgesehen von der sehr begrenzten Einstrahlung von DVB-T ins angrenzende Ausland kann man das auch fuer DVB-T so sehen. Man muesste nur die Einspeisung dieser Signale in auslaendische Kabelnetze unterbinden.


Gedankenspiel: Was würde passieren wenn ein Land die Programme des Nachbarlandes (auf DVB-T) empfängt und ins eigene Land repeatet/umsetzt ?

Zum Beispiel man würde in Polens Westgrenze zu Deutschland alle Berliner Programme empfangen und dann auf freiem Kanal ins eigene Land ausstrahlen.
Dies ist ein Beispiel, ich weiß nicht ob Berlin wirklich so weit reicht, aber in meinem Gedankenspiel so es mal so sein.

von Felix II - am 27.04.2008 18:24
Das wäre ohne Zustimmung der Sender nicht erlaubt. Du darfst zwar - egal ob als normaler Zuschauer, als Sendernetzbetreiber oder als Kabelnetzbetreiber - alles empfangen, aber ohne Zustimmung nichts davon auf irgendeinem Wege wieder ausstrahlen. Genau aus diesem Grund müssen die Kabelnetzbetreiber ja auch mit _jedem_ TV-Sender einen Vertrag über die Weiterverbreitung schließen.

von Kroes - am 27.04.2008 18:30
auch im Ausland ?

von Felix II - am 27.04.2008 18:34
Natürlich auch im Ausland...die Rechte an den ausgestrahlten Bildern verlieren ja nicht hinter der Grenze ihre Gültigkeit. Genau aus diesem Grund darf man ja z.B. mit deutscher IP bei Zattoo keine Schweizer Sender ansehen oder musste das ZDF seine Ausstrahlung über Digitenne in den Niederlanden wieder einstellen.

von Kroes - am 27.04.2008 18:41
...wer Kinofilme ungeschnitten und in guter Qualitaet gucken will, der wird abseits vom PayTV auch bei Online-Videotheken oder sogar bei ganz banal beim Verleiher an der Ecke bestens bedient.

Fuer gerade 1 EUR kann ich hier am Wochenende (Fr - So, Feiertage) 1 Film nach Wahl mitnehmen und unter der Woche sogar 2 Filme. Bildqualitaet natuerlich einwandfrei, ungeschnittenes Originalmaterial, ggf. vorhandenes Bonusmaterial und echten Mehrkanalton, andere Sprachen und oft auch den Originalton inbegriffen.

Alles das koennen mir weder das gebuehrenfinanzierte staatliche Fernsehen noch werbefinanzierte Privatsender bieten.

Fuer mich ist Fernsehen seit langem einfach nur muessig. Filme, die mich interessierten, die kamen entweder nicht, zu unmoeglichen Zeiten oder massiv geschnitten mit wenigstens 4 Werbepausen. Und ehe ich mir das antue, da hole ich mir lieber die DVD vom Verleiher.

von PowerAM - am 27.04.2008 19:24
Es hat aber nicht jeder ne Videothek um die Ecke und auch der Preis von 1 Euro für das gesamte Wochenende ist vielleicht bei euch so üblich, aber sicher nicht bundesweit. Hier ist das schon deutlichst teurer, da sind teilweise sogar die PPV-Angebote von Premiere günstiger. Somit sprichst du also ganz offensichtlich nur für dich und rätst den Öffis zum Verzicht, weil es für dich persönlich gut auskommt. Ein solches "Gemeinschaftsprojekt" wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk lebt aber eben - wie z.B. auch der Straßenbau, die Kinderbetreuung und vieles weiteres - von der Solidarität. Jeder zahlt, aber nicht jeder nutzt gleich viel. Es gibt aber genügend Leute, die das derzeitige Angebot nutzen und nicht reduziert sehen wollen, also ist es richtig, _auch_ Sport und _auch_ aktuelle Filmhighlights zu zeigen und nicht nur Kultur und Nachrichten zu bringen. Wichtig ist aber eine Mischung zwischen kulturellen Höhepunkte, Information (und dazu gehört auch Sport), gehobener Unterhaltung und sogar relativ platter Unterhaltung wie Soaps u.ä. Es muss nur eben jeder bedient werden, _dann_ ist es eine Grundversorgung. Nur Kultur und Nachrichten wäre sicher keine Grundversorgung, sondern nur eine Versorgung einer kleinen Bevölkerungsschicht.

von Kroes - am 27.04.2008 19:43
Zitat

...wer Kinofilme ungeschnitten und in guter Qualitaet gucken will, der wird abseits vom PayTV auch bei Online-Videotheken oder sogar bei ganz banal beim Verleiher an der Ecke bestens bedient.

Fuer gerade 1 EUR kann ich hier am Wochenende (Fr - So, Feiertage) 1 Film nach Wahl mitnehmen und unter der Woche sogar 2 Filme. Bildqualitaet natuerlich einwandfrei, ungeschnittenes Originalmaterial, ggf. vorhandenes Bonusmaterial und echten Mehrkanalton, andere Sprachen und oft auch den Originalton inbegriffen.

Alles das koennen mir weder das gebuehrenfinanzierte staatliche Fernsehen noch werbefinanzierte Privatsender bieten.

Fuer mich ist Fernsehen seit langem einfach nur muessig. Filme, die mich interessierten, die kamen entweder nicht, zu unmoeglichen Zeiten oder massiv geschnitten mit wenigstens 4 Werbepausen. Und ehe ich mir das antue, da hole ich mir lieber die DVD vom Verleiher.


.. und das ganze funktioniert dank IP-TV und DSL inzwischen sogar ohne das Haus zu verlassen. Leider bieten die deutschen IPTV-Plattformen bisher hauptsächlich überteuerte B-Ware. Das wird sich aber ändern. Die Amis sind hier - als Trendsetter - schon deutlich weiter. Da bekommt man aktuelle Highlights sogar in HD-Qualität.

Was die Öffis angeht, kann man sicher den Solidaritätsgedanken beschwören. Das wird aber immer sinnloser, je mehr Leute diesem System nichts mehr abgewinnen können, weil es ihnen keinen Mehrwert bietet und sie sich darin nicht wiederfinden. Nach meiner Beobachtung ist dieser Prozess im vollen Gange.

von Grenzwelle - am 27.04.2008 20:59
Zitat

Nach meiner Beobachtung ist dieser Prozess im vollen Gange.

Im Zuge von HDTV bildet sich sowieso eine neue Struktur, in der die Regel ist, für die gebotene Leistung zu zahlen. Irgendwann - und zwar früher als man jetzt glauben mag - werden dann alle verbliebenen niedrig auflösenden Programme auf die Billigstschiene gehen und letztlich abgeschaltet, weil eh niemand mehr zusieht.

Für die Öffis wird die Lage tatsächlich problematisch, denn sie bieten einerseits auch immer mehr vom Gleichen, und andererseits Inhalte für Minderheiten, die aber von der Mehrheit mit immer mehr Widerwillen bezahlt werden.

Weil der ORF vorhin ein paar Mal gelobt wurde: Die finanzielle Situation des ORF ist katastrophal. Eigentlich kann man sich das jetzige Programmangebot gar nicht leisten. Dass man 2 "Vollprogramme" bietet, kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass man für die künftigen Ansprüche zu wenig strukturiert ist, aber sich eine bessere Differenzierung nicht leisten kann. Die Versuche mit Spartenprogrammen (TW1) sind ein ziemliches Debakel. So wird zwar im Zuge der Fußball-EM HDTV eingeführt, aber es scheint ziemlich unklar, wie es danach weiter gehen soll, vor allem in finanzieller Hinsicht. Bald kommt bestimmt wieder die Diskussion, eines der beiden TV-Programme zu privatisieren. Ähnliches ist in fast allen Ländern Europa schon passiert.

von Wasat - am 27.04.2008 22:21
"Das wäre ohne Zustimmung der Sender nicht erlaubt. Du darfst zwar - egal ob als normaler Zuschauer, als Sendernetzbetreiber oder als Kabelnetzbetreiber - alles empfangen, aber ohne Zustimmung nichts davon auf irgendeinem Wege wieder ausstrahlen. Genau aus diesem Grund müssen die Kabelnetzbetreiber ja auch mit _jedem_ TV-Sender einen Vertrag über die Weiterverbreitung schließen."

Eben dieser Quatsch muß aufhören! Ich würde alles einspeisen, was reinkommt. Basta! Und wenn die sich darüber aufregen, ist das deren Problem, nicht meins!


von Peter Schwarz - am 28.04.2008 06:12
Ich sags immer wieder.
Wenns dem Durchschnitts Deutschen Geld Kostet , dann war´s das.

Früher oder Später kehren wir dann zum Ursprungszustand Zurück
und haben halt ÖfR + 2-5 Private
Und wen Juckt´s ?

von PowerpIay - am 28.04.2008 06:17
Also ich bin ihnen nicht böse wenn ich Pro7 Sat 1 RTL Vox usw nicht mehr schauen kann schau mir auch nur die öffentlich rechtlichen an voralem Bayerisches Fernsehen ARD ZDF usw

von Bastian Karl - am 28.04.2008 13:47
Irgend einen "Drittanbieter" wird es immer geben, der Frei empfangbar bleibt. Auch wenn es mit (bereits ausgewertetem) Material der anderen Sender ist.
Dafür ist der deutschsprachige Markt einfach zu Groß und das Einkommen der Leute wird ja auch nicht merklich höher.

von Nordi - am 28.04.2008 16:16
Ihr (damit meine ich Autoren gwisser oben stehender Texte) tut so, als wäre es bereits soweit, dass niemand mehr im TV Kinofilme sehen will, dabei hatte Herr der Ringe (ZDF) immerhin mehr als 4 Mio Zuschauer. Ich möchte mich nicht allzusehr in Quoten versteifen, aber so schlecht ist das gar nicht. Würde ProSieben jährlich den Schuh des Manitu zeigen, wenn dieser grottenschlechte Quoten hätte? Des weiteren sehe ich auch Kinofilme als Kultur. Beschwert ihr euch auch, wenn z. B. ein alter Winnetou, das Boot etc. gezeigt wird? Öffentlich-rechtliches Fernsehen sollte das Volk repräsentieren; sicher auch Dinge ausstrahlen, die für andere Sender unrentabel wären, aber doch nicht nur diese Inhalte. Stellt euch mal vor, anstatt Bildung/Kultur würden die Öffis Sport ausstrahlen. Bildung und Kultur liefe nur noch auf irgendwelchen Privatsendern mit ständigen Werbeunterbrechungen. Und dann trefft ihr welche, die euch sagen; passt doch so, öffentlich-rechtlich bedeutet für uns einfach Sport und wenn ihr Bildung/Kultur in guter Qualität werbefrei sehen wollt, dann nutzt doch das riesige Internet-on-demand Angebot wo ihr die Sendung für ne'n Euro bekommt.
Auch Regionalteile sind kein Monopol mehr von öffentlich-rechtlichen Programmen; man sehe sich beispielsweise nur mal die Regionaleinteilung Bayern vom BR an, und vergleiche sie mit RTL.
Für mich besteht der Reiz am Fernsehen, eben nicht darin, ein scheinbar endlos großes Angebot zu haben, oder jeden Film wann immer ich will auf Abruf zu haben. Ich möchte einen solchen Film weiterhin als eine Art Geschenk des Senders sehen können, dass sich vom täglichen Standartprogramm abhebt.
Frage an der Stelle: Wird es in der Zukunft noch Programm-Fernsehen geben, oder wird sich alles auf den Webseiten der "Sender" als befristetes on-demand-Angebot abspielen?
Das ist jetzt zwar noch schwer vorstellbar, aber durch Leute, die jetzt schon mit online-Videotheken kommen, könnte es sich in diese Richtung weiter entwickeln, wenn genügend weitere mit machen.

von Zwölf - am 28.04.2008 16:32
Zitat
Kroes
Du darfst zwar - egal ob als normaler Zuschauer, als Sendernetzbetreiber oder als Kabelnetzbetreiber - alles empfangen, aber ohne Zustimmung nichts davon auf irgendeinem Wege wieder ausstrahlen.


Glaube ich nicht. Wenn im Ausland was empfangen wird und dann wie auch immer weiterverbreitet wird, ist das nicht Problem des Empfängers, sondern des Senders. In Polen kann deutsches Privat-TV wohl kaum gegen eine Kabelbetreiber vorgehen, der z. B. RTL (z. B. via DVB-T Berlin) empfängt und einfach in sein Kabelnetz einspeist.
RTL & Co. könnten auch in D und speziell in München nicht gegen einen Kabel- oder Hausanbieter vorgehen, der ORF 1 anbietet (via DVB-T Gaisberg). Nur mit Kabel D haben die (bzw. wohl genau der ORF) da ein peinliches offizielles nicht-empfangen-können-Abkommen :o abgeschlossen (ORF 2 wird emfangen, ORF 1 und ATV mit GLEICHEN Parametern zufälligerweise nicht).



von Schwabinger - am 28.04.2008 19:42
Mal eine ganz andere Frage,

Wenn der laden also verschlüsselt wird, und somit Pay-TV wird, wie sieht es dann zB hier mit die kabelausstrahlung aus?

Derzeit kann ich hier folgende deutsche privaten empfangen:

RTL (Analog, DVB-C)
Sat.1 (DVB-C)
Pro Sieben (DVB-C)
Kabel 1 (DVB-C)

Die werden dann sicherlich rausfliegen oder?

von Jassy - am 28.04.2008 19:47
Zitat
Schwabinger
Glaube ich nicht. Wenn im Ausland was empfangen wird und dann wie auch immer weiterverbreitet wird, ist das nicht Problem des Empfängers, sondern des Senders.

Sehe ich auch so. In der Schweiz z.B. darf auch alles ins Kabel, was unverschlüsselt zu sehen ist (auch z.B. die BBC via Astra 28,2°!). In Deutschland hat die Rechtemafia aber leider die Netzbetreiber und Politiker inzwischen so weichgekocht, dass 100m neben der österreichischen Grenze schon kein ATV mehr ausgekabelt werden darf, auch wenn es mit dem Finger in der Antennenbuchse des DVB-T-Receivers empfangbar ist. Hier am Bodensee sind fünf (!) Programme aus CH und AUT nicht im KabelBW-Netz, die über DVB-T nahezu überall in der Region empfangbar sind.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 28.04.2008 20:07
@Schwabinger: RTL kann in Deutschland _direkt_ nicht gegen eine ORF-Einspeisung ins Kabel vorgehen. Indirekt - durch Absprachen mit den Rechteinhabern z.B. - dagegen aber schon. So kann man eben dem ORF auf diesem Wege drohen, dass er keine Rechte mehr erhält, wenn er nicht wiederum selbst die Kabeleinspeisung untersagt. Ein deutscher Kabelanbieter darf eben wirklich nur ins Kabel einspeisen, wenn ein Vertrag mit der Sendeanstalt unterzeichnet wurde. Da es eben diesen nicht gibt, sind z.B. auch keine VRT- und RTBF-Radiosender im UnityMedia-Kabel...Platz wäre genügend vorhanden, aber es gibt keine Erlaubnis.
Ob das, was die Schweizer machen, urheberrechtlich OK ist, kann ich wiederum nicht beurteilen. Innerhalb der EU wird das aber mit den Einspeiserechten mit Sicherheit überall so sein. Ob das richtig ist, ist natürlich ne ganz andere Geschichte (eigentlich sollte jeder Europäer in jedem Land der EU alles sehen dürfen, was sein "Nachbar" auch darf)...aber es ist eben zur Zeit leider geltendes Recht. Und daran haben sich die Netzbetreiber ganz einfach zu halten. Du kannst auch nicht hingehen und einfach ein aus der Luft empfangenes Programm öffentlich vorführen! Wer zur EM z.B. PublicViewing veranstalten möchte, der darf das von der UEFA aus kostenlos, wenn er keinen Eintritt verlangt und keine Werbung macht...für die Übernahme des Programmsignals von ARD oder ZDF wiederum muss aber auch von dieser Seite eine Genehmigung vorliegen (die aber für nicht-kommerzielle Veranstaltung in der Regel vergeben wird). Und noch viel einfacher: Schon das öffentliche Abspielen von TV oder Radiogeräten ohne explizite Genehmigung ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

von Kroes - am 28.04.2008 21:35
Zitat
Kroes
Schon das öffentliche Abspielen von TV oder Radiogeräten ohne explizite Genehmigung ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Stimmt! Da gibt es einen ellenlangen Gesetzestext von der GEMA dazu. Musste mich mal damit eine Zeit lang beschäftigen. :rolleyes:

von Spacelab - am 29.04.2008 06:39
Zitat

... dass 100m neben der österreichischen Grenze schon kein ATV mehr ausgekabelt werden darf, auch wenn es mit dem Finger in der Antennenbuchse des DVB-T-Receivers empfangbar ist.


Aber wo Schatten, da auch Licht: Es bleiben uns so viele Dachantennen erhalten bzw. es kommen neue dazu. :cool:

von audion - am 29.04.2008 12:18
@Spacelab: Das ist wieder ne andere Geschichte. GEMA kommt noch als letzter Schritt dazu. Wenn du also z.B. vorhast, ein EM-Spiel öffentlich übertragen zu wollen, dann gibt es folgende Schritte:

1.Anfrage bei der UEFA: nicht nötig bei nicht-kommerziellen Veranstaltungen, da dann für alle durch entsprechende Aussage direkt genehmigt
2.Anfrage bei ARD oder ZDF: wird im Normalfall genehmigt
3.falls Spiel mit Ton übertragen wird - Anfrage (und Zahlung!) bei der GEMA: Während der Spiele werden auch urheberrechtlich geschützte Tonstücke wiedergegeben (teilweise Nationalhymnen, ganz sicher aber die Musikeinspielungen im Stadion vor Spielbeginn, in der Halbzeit, nach dem Spiel und beim Torjubel)...und da müssen bei einer öffentlichen Vorführung wiederum die entsprechenden Abgaben geleistet werden - die sind _nicht_ in der Genehmigung von ARD/ZDF und schon gar nicht in der von der UEFA enthalten

von Kroes - am 29.04.2008 15:43
Zitat
-faro-
Aber wo Schatten, da auch Licht: Es bleiben uns so viele Dachantennen erhalten bzw. es kommen neue dazu. :cool:

So ist es! Es lebe der "altmodische", unzensierte Empfang! :cheers:
Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens die Terrestrik FTA bleibt und die Rechtemafia da nicht auch noch auf dumme Ideen kommt... :rolleyes:

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 29.04.2008 18:15
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