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Leipzig Wiederau - Reichweite und Sprenung Mast J1

Startbeitrag von Robert S. am 08.08.2003 18:07

Ich hab da mal ein paar Fragen zum Standort WIEDERAU.
1,Wo genau befindet sich die Sendeanlange(ich kann im Atlas keinen Stadtteil von Leipzig finden der Wiederau heist)
2,Warum hat der Standort eine so große Reichweite,ich hab mir mal die Senderfotos angeschaut und so groß sind die Masten ja nicht ,und der Standort liegt doch auch nicht auf einem Berg,oder täusche ich mich da. (Ich weiß auch das von dort mit 100 kw gesendet wird)
Wiederau ist teilweise in der Sächsischen Schweiz noch zu empfangen,selbst in Berlin hat ich schon PSR auf der 102,9 drin,und hier bei Neuhaus gehn stellenweise alle Sender noch in Ortssenderqualität.
Das ist für mich schon sehr überraschend,wie ein Sender der im Flachland steht so eine große Reichweite haben kann,beim Brocken oder Inselsberg versteh ich das ja aber da nicht.

[Titel von Sebastian geändert]

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Re: leipzig wiederau,wie weit?

Hmm, Wiederau. Schönes Thema. Der Standort mag ja ab und an noch ein paar Extremempfänge hergeben, aber als Großsenderstandort ist der ungeeignet. Die 100kW MDR Frequenzen gehen auf der A9 zwischen Kreuz Schkeuditz und Abfahrt Merseburg ganz lausig. Auf der A14 ist Wiederau erst ab Höhe Naunhof der Sender, der vom RDS als beste Frq. genommen wird. Da sind ja die Wittenberger oder Ronneburger Frqs besser aufnehmbar. Trotz des flachen Landes um Wiederau drumherum ist die versorgte Fläche sogar 1/3 kleiner als die von Dresden. Auch für Dresden gäbs auf dem Keulenberg zumindest für FM, Band I und III einen besseren Standort.

von rick71 - am 09.08.2003 03:37

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Ich hab da mal ein paar fragen zum standort WIEDERAU.
1,wo genau befindet sich die sendeanlange(ich kann im atlas
keinen stadtteil von leipzig finden der wiederau heist)


-> Ist auch keiner, sondern ein kleines Dorf etwa 12 km südwestlich von Markleeberg und etwa 3 km nordöstlich von Pegau (das wäre der nächste größere Ort). Die Anlagen stehen in der Aue der Weißen Elster, was ein gut geeigneter Standort für einen Mittelwellensender ist, um den es sich bei Wiederau primär handelt; UKW/Fernsehen kam erst später dazu.


2 warum hat der standort eine so große reichweite,ich hab mir
mal die senderfotos angeschaut und so groß sind die masten ja
nicht ,und der standort liegt doch auch nicht auf einem
berg,oder täusche ich mich da.


-> Das täuscht schon, die Masthöhe beträgt nicht weniger als 236 Meter.

Zu sagen ist dabei auch, daß die hier genannten UKW-Sender Wittenberg und Ronneburg früher nicht existierten und die Versorgung der von ihnen "bestrahlten" Gebiete zu DDR-Zeiten zu größeren Teilen eben dem Sender Wiederau oblag. Insofern sagen RDS-Umschaltungen zu diesen Sendern allein noch nichts über die Eignung des Standorts Wiederau für UKW-Zwecke aus.


Mehr zum Sender Wiederau siehe hier:

http://home.t-online.de/home/JanBalzer/wiederau/wiederau.html

von B. Antworter - am 09.08.2003 08:18

Re: leipzig wiederau,wie weit?

aha,na das hab ich nicht gewußt das wiederau früher ein größeres gebiet mitversorgen mußte,daher ist es ja kein wunder daß das empfangsgebiet so groß ist.

@ rick:ich kann mir aber nicht vorstellen das dresden eine größere reichweite als leipzig hat,bei den ukw programmen ist doch schon kurz hinter dresden richtung chemnitz schluß,zumindest mit dem störungsfreien empfang und das rds schaltet auch schon auf chemnitz oder oschatz um,leipzig geht vom nossener dreieck bis erfurt auf der a 4 noch sehr gut,um aber nicht zu sagen störungsfrei,aber ein empfang ist möglich.



von Robert S. - am 09.08.2003 08:28

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Dresden geht gut in Richtung Riesa und Elsterwerda und das Elbtal lang. Stimmt, kurz hinter DD schaltet es zwar um aber bei jedem Hang Richtung DD ist DD wieder drin bzw. andersrum ists Chemnitz. Das Nossener Dreieck ist ohnehin relativ schlecht versorgt von DD, C, OZ und L. Da müßte jeder von den 4 halbwegs gehen. Der Dresdener Band III Sender ist geplant worden, um etwa bis Torgau/Herzberg/Spremberg zu versorgen. Wahlweise war aber dort auch Calau empfangbar. Man sieht teilweise heute noch parallel zu den Berlin-Antennen auch noch ne vert. Yagi nach DD. Wittenberg konnte es sich zu DDR Zeiten aussuchen, ob UKW von L, Brocken, Calau oder B kommt. In Gera/Ronneburg mußte mal auf die Dachantennen gucken :-). Entweder DDR1 aus Chemnitz oder zusammen mit ARD vom Harz. Leipzig K9 hab ich dort ganz selten gesehen :-)

von rick71 - am 09.08.2003 10:53

Re: leipzig wiederau,wie weit?

@rick71
Stimmt.Meistens aber aus Berlin.Die Antennen waren ja sowieso nach (West-)Berlin ausgerichtet.Manche hatten aber noch eine zusätzliche UHF-Antenne (DDR 2 )nach Leipzig.Und eine kleine vertikale VHF-Antenne (DDR 1) zum Ortssender auf dem Gallunberg.In den westlichen Stadtteilen waren manche VHF-Antennen aber auch auf den Brocken gerrichtet, um auch die ARD auf Kanal 10 vom Torfhaus zu sehen.


Steffen
QTH:Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt)

von Steffen_K1 - am 09.08.2003 11:39

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Dresden geht gut in Richtung Riesa und Elsterwerda und das Elbtal lang.

Und auch weit nach Brandenburg hinein. Es darf geraten werden, welche Frequenz in Anzeigen zum Empfang des DLF in Finsterwalde empfohlen wird...


Der Dresdener Band III Sender ist geplant worden, um etwa bis Torgau/Herzberg/Spremberg zu versorgen. Wahlweise war aber dort auch Calau empfangbar.

Zum vollwertigen Standort wurde Calau dabei überhaupt erst mit dem kompletten Neubau in den 80er Jahren. Viele Jahre gab es dort nur den Kanal 4 und auf UKW nur 98,6 MHz, jedenfalls nach meiner Aktenlage.


Man sieht teilweise heute noch parallel zu den Berlin-Antennen auch noch ne vert. Yagi nach DD.

Und dazu dann noch eine UHF-Yagi ähnlichen Kalibers, d.h. wesentlich kleiner als die nach Berlin gerichteten Riesenrechen, die fröhliches PAL-Rauschen über die Schirme der Staßfurt-Fernseher flimmern ließen.


hier in FFB bekomme ich Wiederau über MW 783 schwach rein.
Wachenbrunn auf 882khz geht da komischerweise besser.


Weil die Antenne in Wachenbrunn -- und das gilt im übrigen auch für Wilsdruff -- ganz einfach effektiver ist als die billige Dreieckflächenantenne, an die der Thomcast-Sender in Wiederau geklemmt wurde. War halt kein Geld da für was richtiges...

von B. Antworter - am 09.08.2003 14:18

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Wiederau geht so im Auto auf einigen UKW-Frequenzen bis Magdeburg. Die 106,9 geht nahtlos in Antenne-Niedersachsen über, hihi, den Unterschied mekt man sowieso nicht ;-).
Strategisch günstig wenn auch nicht besonders hoch ist der Strandort aber. Immerhin versorgt(e) er den Ballungsraum Leipzig/Halle/Dessau/Wittenberg und Ost-Thüringen. Man bedenke wie wenig UKW und TV--Sender Nord-Ost-Thüringen und der Süden und Osten von Sachsen-Anhalt zu DDR-Zeiten hatte, (eigentlich bei UKW keine) die wurden überwiegend von Wiederau u. Thüringen auch z.T. von Chemnitz mit versorgt und TV-mässig oft nur mit Kleinsendern. z.B. Gera, Wittenberg u.a..

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 09.08.2003 14:40

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Ich hole diesen alten Thread mal wieder vor.

Hier in unserer Gegend gibt es einige Stellen, wo man auf der 106,9 MHz Hitradio RTL aus Leipzig hören kann. Als ich letztens während der Autofahrt auf der 106,9 hängenblieb, dachte ich erst es sei Gong aus Würzburg. Dann kam aber die ID. Auf der A45 bei Langenselbold gibt es ein paar Stellen, wo Leipzig kurz durchkommt. Kurz danach ist dann Gong stärker, vorher ist FFH aus Bingen zu stark.
Ebenso gibt es bei Büdingen eine Stelle wo Leipzig auf der 106,9 mit O=3 geht. Wenn man hochfährt Richtung Gründau. Außerdem konnte ich RTL im Jossgrund an einigen Stellen loggen, wo Gong ausgeblendet war. In meiner Wohnung kommt auf der 106,9 normalerweise nur FFH aus Bingen rein. Habe letzte Woche in meinem Schlafzimmer eine Stelle gefunden, wo Hitradio RTL immer wieder reinscattert :)

Letzte Woche wollte ich bei der Fahrt zur Arbeit (über die A45) den Empfang von Ahrweiler-Schöneberg auf der 104,9 MHz testen. Ich war erstaunt, als immer wieder ein anderer Pop-Sender durchkam. Ich habe die ganze Woche über immer wieder die 104,9 gehört und auf eine ID gehofft. Am Freitag Morgen war ich erstaunt als ich einen Jingle von Radio SAW hörte.

Leipzig-Wiederau ist bisher der einzige Standort, den ich aus Sachsen reinbekommen habe. Nun fehlt mir nur noch ein Empfang aus Brandenburg :)

von DX OberTShausen - am 23.08.2009 15:36

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Nach Süd-SüdOst bis Nord etwa, vom Sender aus gesehen, ist die Reichweite von Wiederau recht gut, Richtung Osten, ist die Reichweite deutlich geringer, das muss mit der Topografie zusammen hängen.
Man kann aber nicht sagen, dass Wiederau grundsätzlich eine geringe Reichweite hat.
In Halle, Leipzig und Orte südlich von Leipzig, teilweise auch einige Orte im südlichen Harz herrscht direkte optische Sicht nach Wiederau und es sind die Türme oft mit einem Fernglas sichtbar.
In Halle sollte von jedem Hochhaus aus das bei gutem Wetter auf jeden Fall mit einem Fernglas möglich sein.
Ohne Wiederau wären auch heute noch einige Ecken hier in der Gegend mit UKW unterversorgt.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 23.08.2009 16:18

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Im Raum Marburg gibt es auch einige Stellen, wo die Sender aus Leipzig-Wiederau auch unter Normalbedingungen durchkommen, vor allem am Elisabtethbrunnen nahe dem Stadtteil Schröck am Ostrand der Lahnberge. Aber auch hier in Wehrda kommt an manchen Stellen vor allem Hitradio RTL Sachsen im Autoradio durch. Ansonsten geht auch MDR Jump auf der 90,4 und DLF auf 96,6. Nur MDR Figaro auf der 88,4 ist schwierig und Radio PSR hatte ich bisher auch nur am Elisabethbrunnen. Die 104,9 ist hier normalerweise ganz dick mit Klassik Radio als Ortssender belegt. Doch am Elisabethbrunnen hatte ich dort auch schon Radio SAW als Sekundenscatter.



von Lahnwelle - am 23.08.2009 16:36

Re: leipzig wiederau,wie weit?


Im Südosten von Hamburg am Elbdeich in Altengamme gehen mit dem E5 die starken Frequenzen aus Leipzig. Die 88,4 geht fast ständig. Auch die anderen 100 kw Sender kann man dort häufig empfangen. Selbst die 90,4/102,9/106,9, die neben oder auf Ortssenderfrequenzen liegen, sind möglich. 90,4 und 106,9 gehen sogar häufig störungsfrei. 102,9 ist wegen RSH seltener, aber auch schon von mir empfangen worden. Insgesamt ist Leipzig/Wiedrau an ost- und südostexponierten Standorten in und um Hamburg ein häufiger Gast, vor allem 88,4 und 104,9.

von Lorenz Palm - am 23.08.2009 18:09

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Bei der Gelegenheit mal zwei recht aktuelle Bilder aus Wiederau. Sind nicht die besten, da durchs geschlossene Fenster aus dem fahrenden Zug (Zeitz-Leipzig) gemacht, aber man erkennt auf dem ersten Foto auch rechts hinter den Bäumen die Dreiecks-Flächenantenne von MDR Info.



Und hier nochmal die Masten in Nahaufnahme:



Als Kind habe ich beim Bahnfahren immer auf die Stelle gewartet, als beide Masten hintereinander standen und somit nur noch einer zu sehen war. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, muß man bald nicht mehr darauf warten. Einer der Masten wird nicht mehr benötigt, er trug zuletzt noch Antennen für analog-TV Richtung Sachsen-Anhalt und diente AFAIK auch mal als DVB-T-Versuchsmast. Er soll fallen, wann, weiß ich nicht.

von Chris_BLN - am 23.08.2009 21:16

Re: leipzig wiederau,wie weit?

@ Chris: Schöne Fotos. Ich kenne die Gegend, die Sicht von der Bahnstrecke aus ist nicht optimal. Wiederau ging als Mittelwellengroßsender 1932 in Betrieb, man wählte die feuchte Elsterwiesenlandschaft der guten Bodenleitfähigkeit wegen. Man sendete damals mit 120 kW und war somit kurzzeitig der stärkste MW-Sender Europas. Zahlreiche Zuschriften aus dem Reichsgebiet, aber auch z.B. aus Prag belegten die gute technische Reichweite.
In den 50er und 60er Jahren erfolgte sukzessive der Ausbau zum UKW- und TV-Standort. Wiederau war lange sozusagen mein Haussender, von meinem Zimmer in der elterlichen Wohnung im Grünauer WK7 hatte ich bei gutem Wetter die Mastspitzen jederzeit im Blick, es waren genau 15 km Entfernung. So manche Radtour führte mich als Halbwüchsigen dahin. Jetzt in Halle muss ich bei klarer Sicht auf den Aussichtsturm in der Dölauer Heide kraxeln und das Fernglas mitnehmen, um die zwei dünnen Rohrmasten in etwa 44 km Entfernung zu sehen.
In meiner Lehrzeit in Stahnsdorf südlich von Berlin war Wiederau auf UKW Grasnarbenempfang aber bei jedem Tropo war er gleich da. Die MW geht seit dem Frequenzwechsel tagsüber viel schlechter als früher, die 531 ging tagsüber brauchbar fast bis an die Ostsee (auf Usedom z.B. recht gut). Jetzt wo Beromünster Geschichte ist und Truckradio auch nicht mehr sendet, könnte man doch die 531 wieder nutzen. Das habe ich auch dem MDR mal geschrieben, aber (natürlich) keine Antwort erhalten. Man funzelt lieber auf UKW die Landschaft zu.
1992 war ich anlässlich des 60jährigen Jubiläums während eines TdoT mal in der Anlage drin, man könnte sich alles anschauen, z.B. den alten Lorenz-MW-Sender von 1939, welcher damals als Reserve für MDR Info diente, oder die imposante Netzersatzanlage aus den 50er mit zwei 1000PS-Schiffsdieseln, von denen zur Demonstration einer auch mal angelassen wurde.

Wiki weiß über Wiederau:




von dlf-fan - am 23.08.2009 22:35

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Seit die 104.9 aus Würzburg abgeschaltet wurde, geht SAW auf dieser Frequenz hier in Südwestthüringen auch fadend - einen Empfänger, der die 104.9 von der 104.8 vom Heidelstein trennen kann, vorausgesetzt.



@ Chris_BLN

Zitat

Einer der Masten wird nicht mehr benötigt, er trug zuletzt noch Antennen für analog-TV Richtung Sachsen-Anhalt und diente AFAIK auch mal als DVB-T-Versuchsmast. Er soll fallen, wann, weiß ich nicht.


Welcher Mast trägt jetzt eigentlich welche Antennen?

Rechter Mast:
Das dürfte der ältere Mast aus den 1950er Jahren sein. Was sind das für Antennen über den oberen Abspannseilen? Sind das noch die alten Band-III-Antennen oder UKW-Antennen? Die weißen Kästen darunter dürften UHF-Antennen sein. Sind das die alten Antennen, die nach Sachsen-Anhalt gestrahlt haben?

Linker Mast:
Wenn ich mich nicht täusche, habe ich hier mal irgendwo gelesen, daß dieser Mast Ende der 1960er Jahre für die UHF-Ausstrahlung von DDR 2 gebaut wurde und die UKW-Antennen erst nach der Renovierung nach der Wende darauf montiert wurden. DVB-T wird wohl jetzt aus dem UHF-Zylinder kommen.

Demnach dürfte wohl der ältere Mast abgerissen werden.



@ dlf-fan

Zitat

1992 war ich anlässlich des 60jährigen Jubiläums während eines TdoT mal in der Anlage drin...


Hast du damals auch Photos gemacht? Die meisten Sendeanlagen aus der ehemaligen DDR wurden ja erst ca. 1993 bis Mitte der 1990er Jahre erneuert. Mich würde es mal interessieren, was da zu DDR-Zeiten für Sendetechnik im Einsatz war.


von Kay B - am 24.08.2009 13:09

Re: leipzig wiederau,wie weit?

@Kai B

Am Mast 1 ist noch die VHF Antenne montiert und die UHF Ant. Richtung Sachsen Anhalt+ Lpz:

VHF Kanal 9 - 100kw ARD - Rundstrahlung - 216 m Ant.-höhe
UHF K 26 - 100kw SAT.1 - -180 m Ant.-höhe - 50° Richt. Leipzig
UHF K 52 -100kw MDR Sachs.-Anh. - 180m '' -270° Richt.Zeitz
UHF K 35 - 85kw ARD Sachs.-Anh. -180m '' 270° ''

Mast 2: UHF K 22 - 460 kw +
UHF K 42 - 500 kw - beide Rundstrahlung + 200m Ant.-höhe
UKW 6x 100kw Rundstr. - 163 m
UKW R.SAW - 89 kw - 200°
UKW MDR 1 R.Sachsen-Anhalt 30 (oder 60 kw) - 260° und etwa 150m(?) Ant.-höhe

Der Mast 1 steht westlich vom Mast 2 ist dunkler und hat kürzere Abstände bei der rot/weiss -Bemalung.

Es senden nur noch die 8 UKW -Sender,der linke(Mast1)ist "leer".
Südwestlich von diesen Rohrmasten steht die vor etwa 10 Jahren ,zusammen mit dem neuen 100 kw - Sender,gebaute Dreieckflächenantenne(3x50 m).Auch der kleine (51m?,max 20 kw) hohe Gittermast(ex Messewelle/Berl.-RF) in der oberen Ecke,dürfte noch stehen.

Der neue MW -Sender steht bei den UKW -Sendern und somit dürften die alten Gebäude(Senderhauptgebäude,Schalt-undUmspannhaus,Dieselhaus,altes und neues Kurzwellenhaus usw)alle leer stehen?
P.S. Alle Angaben ohne Gewähr( und Pistole) :hot:

War in letzter Zeit mal jemand in Wiederau und hat neuere Infos?


Gruss --- Hempe :cheers:

von Hempe - am 24.08.2009 14:17

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Tja Leipzig ist nun wirklich nicht zu unterschätzen!

Im Thüringer Wald geht der noch richtig gut, in Dresden geht er meistens an den Elbhängen, sowie auch in Coswig (Dresden), dann noch gerade so in der Sächsischen Schweiz und sogar noch auf den Osterzgebirgskamm!

Zitat

Dresden geht gut in Richtung Riesa und Elsterwerda und das Elbtal lang.

Und auch weit nach Brandenburg hinein. Es darf geraten werden, welche Frequenz in Anzeigen zum Empfang des DLF in Finsterwalde empfohlen wird..


Dresden konnte ich auch noch mit RDS auf der A10 südlicher Berliner Ring empfangen, also toi toi...

von UKW-Fanatiker - am 24.08.2009 16:34

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Wenn man die B2 von Gera/Zeitz Richtung Leipzig fährt, kommt man quasi direkt dran vorbei.

Ich hab die Wiederau Frequenzen schon in Hof/Saale(104,9 SAW) dort geht er etwa bis ans Fichtelgbirge ran und oben im Frankenwald auch (Döbraberg) und in der Vorderhön(Gebaberg) die 93,9, auf den Heilinger Höhen(Ebeleben/Bad Tennstedt) sowie im Fläming .
Allgemein gut(im Auto Beifahrertauglich) geht er in Osthüringen(östlich A9 und nördlich A4) bis ins tiefste Vogtland .Früher hab ich den(Saw 104,9) immer auch in Hof/Saale gehört auf Fahrten nach Schleiz.

von Starsailor001 - am 24.08.2009 16:48

Re: leipzig wiederau,wie weit?

In Steinheid gehn aus Wiederau ständig
90,4 JUMP
93,9 MDR 1
96,6 DLF
104,9 SAW
106,5 MDR 1

Die anderen Frequenzen gehn auch,aber mit größerem Aufwand bzw stark gestört durch andere Stationen,alle drei habe ich aber auch schon bei mir im DEGEN empfangen können ;)

88,4 MDR FIGARO --->>> Bayern 2
102,9 PSR --->>> Bayern 4
106,9 Hitradio RTL ---->>> Radio Gong

In Neuhaus sieht die Situation schon wieder anders aus,da fallen alle Sender stark ein,das RDS wechselt gelegentlich auf Wiederau ,wenn Chemnitz oder Brocken zu schwach sind.

von Robert S. - am 24.08.2009 19:58

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Hier in 148 Kilometer Entfernung gehen:

88,4 MDR FIGARO mit RDS
90,4 JUMP mit RDS
93,9 MDR 1 Sachsen mit RDS
96,6 DLF mit RDS
102,9 PSR mit RDS
104,9 SAW mit RDS*
106,5 MDR 1S-Anhalt nicht ---> LeineHertz 106einhalb aus Hannover
106,9 Hitradio RTL nicht ----> Hit Radio Antenne Niedersachsen aus Braunschweig.

* Reicht da eigentlich nicht die 93,5 aus Halle? Oder umgekehrt Halle wech?

OTH: EulenspiegelTown (23 Km südöstlich von Braunschweig) 52° 08' 00'' Nord und 10° 47' 00'' Ost

von bikerbs - am 24.08.2009 20:12

Re: leipzig wiederau,wie weit?

@ Kay B:
Fotos hab ich damals gemacht, klaro. Ihre Qualität ist nicht besonders, leider genau wie meine Aufzeichnungen. Ich schau sie grad durch: TV: Telefunken-Sender für kanäle 22 und 42; Rohde & Schwarz für Kanal 52 (war ganz neu); Radio: Mehrere Sender aus den 60ern (RFT?), mind. einer aus den 80ern (RFT), wahrscheinlich für die 102,9. Als Hauptsender für MDR Info auf der MW stand ein Sender vom Funkwerk Köpenick, Bj. 1963. Ausserdem stand für die DW noch ein alter KW-Sender rum, den Hersteller weiß ich leider nicht. Eine kleine Broschüre anlässlich dieses Tages habe ich noch im Keller liegen, muss ich wohl mal wieder ausgraben.
Übrigens wird aus Wiederau heute überhaupt kein TV mehr abgestrahlt, DVB-T war nur temporär für LF-digital während der Fussball-WM 2006 auf Kanal 26 gesendet worden und (so glaube ich) während der Testphase 2005 auf Kanal 35. Die Antennen für die Kanäle 22 und 42 sind auf Mast 2 unter dem GfK-Zylinder untergebracht. Das mit den 1 MW ERP auf Kanal 22 für DDR2 hörte ich auch schon oft gerüchteweise, kann es mir vorstellen, weiß es aber nicht. Andererseits sind es auch nur 3dB Unterschied zu 500 kW.
@ Hempe:
Die Kanäle 26, 35 und 52 gingen trotz (oder wegen?) der Richtstrahlung auch in Halle noch brauchbar.

Den Kanal 9 nutzte übrigens zu DDR-Zeiten in Leipzig so gut wie niemand, Kanal 8 (Geyer) und 6 (Brocken) gingen je nach Wohnlage beide sehr gut und "vertrugen" sich besser mit der ARD (Torfhaus-NDR, Kanal 10). Die UKW-Reichweite finde ich für einen Flachlandsender ganz ordentlich. Aber man musste zu DDR-Zeiten eben z.B. bis WB reichen, denn die Berliner Sender gehen dort in der Lutherstadt noch ziemlich schlecht, Calau und Brocken sind doch schon zu weit und die Sender Gallunberg, Petersberg und Collmberg kamen erst viel später.


von dlf-fan - am 24.08.2009 21:31

Re: leipzig wiederau,wie weit?

@ Robert
... Ich bin hier auch mit SAW überversorgt: 92,6 95,1 98,4 100.1 103,3 104,9. Auch Radio Brocken ist echt nervig: 88,6 (Kabelleck) 90.6 93,5 93,7 99,1 101 102,3. Dessau, Wiitenberg, Naumburg und Eisleben machen den Leipziger DXsern das Leben schwer. Am schlimmsten ist aber die Befunzelung mit MDR Info. 87,6 88,8 89,5 (Jena) 90.0 90,9 91,1 94,7 95,3 95,6 100,6 101,5 101,7 105,9 106,4 (Köthen)

Wie weit kommt denn MDR Info mit seinem 0,5kw auf 95,6?

von LeipzigNewsMan74 - am 25.08.2009 08:57

Re: leipzig wiederau,wie weit?

@ Kay B
der alte Mast wurde 1953 gebaut(156 m)und trug anfangs nur die MW Antenne.
1958 wurde er auf 216 m erhöht und bekam die VHF- und die UKW Antennen.Ab Sommer 1959 strahlte er K 9 und 4 UKW -Programme ab.Die MW 575 kHz kam ab Oktober 1960 wieder dazu.
Er war somit voll ausgelastet und kurz nach der Erhöhung hat sich das Fundament infolge der Mehrbelastung "gesetzt" (Risse) somit wurde 1969 der neue 216 m -Mast und auch neue Sendergebäude usw gebaut.
Nach der Wende wurde anscheint nur der neue Mast saniert und an den alten nur die UHF Antennen für Sachsen Anhalt und SAT.1 Lpz montiert.Die UKW - Antennen wurden am neuer Mast montiert.

Bei www.senderfotos-bb.de kann man alle Antennen sehen und den desolaten Zustand des Mast 1 bewundern.Der Abstand der beiden Rohrmaste ist 102m,eine schöne Arbeit für den Sprengmeister.

Gruss -- Hempe:spos:


von Hempe - am 25.08.2009 12:37

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Zitat
Robert S.
Die 105,9 versorgt sehr große Teile Sachsens,da könnte die ein oder andere MDR INFO Funzel ruhig abgedreht werden....


Na wenn du meinst, hier ein paar Vorschläge:

Grimma, Meißen, Kamenz, Bischofswerda, im Grenzfall auch Dresden-Wachwitz, weil auch im Elbtal die 105,9 noch erstaunlich gut kommt, mit RDS, meistens aber in mono und wenns im Keller nich geht, dann einfach auf MW umschalten, dass müsste noch jedes Radio haben. :D

von UKW-Fanatiker - am 25.08.2009 16:43

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Bei einer Besichtigung gestern in Wiederau erfuhr ich:
1. dass der Kanal 22 auch zu DDR-Zeiten nie mit 1000, sondern immer "nur" mit 500 kW betrieben wurde;
2. dass Radio SAW (104,9 MHz, 100kW ERP) nach wie vor genau wie MDR S-AN (106,5MHz, 30 kW ERP) über die (niedrigere) Richtantenne abgestrahlt wird und nicht rund, die entsprechenden Angaben in fmscan also unrichtig sind und
3. dass der Rohrmast 1 (236m hoch), an dem noch die Kanal 9-Antenne und die Sat1-Kästen zu sehen sind, nunmehr überflüssig geworden ist und möglicherweise noch in diesem Jahr gesprengt wird. Hoffentlich fällt er nicht auf die MW- Antenne!:eek:

Zitat
Hempe: War in letzter Zeit mal jemand in Wiederau und hat neuere Infos?



Die alten Gebäude stehen noch, es sind darin nach wie vor vorhanden: Der Lorenz-MW-Sender, Bj. 1939; der MW-Sender vom Funkwerk Köpenick, Bj. 1963 und die 2mal 1.000 PS-Netzersatzanlage. Jedoch ist scheinbar nichts davon mehr betriebsbereit. Die beiden alten MW-Sender sind durch kleine Aufkleber als "historisch erhaltenswert" gekennzeichnet. Auch das MW-Abstimmhaus konnte besichtigt werden, die HF-Leitungen sind aber alle gekappt, hierüber kann nicht mehr gesendet werden. Auch der alte Messewellenmast steht noch, gleich rechts am Eingang. Natürlich hab ich auch Fotos gemacht, habe nur leider keinen Webspace, wer kann mir einen guten, einfach zu handhabenden (und kostenlosen) Bilder-Hoster empfehlen?


von dlf-fan - am 19.03.2010 00:37

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Zitat
Chris_BLN
Zitat
dlf-fan
Natürlich hab ich auch Fotos gemacht, habe nur leider keinen Webspace, wer kann mir einen guten, einfach zu handhabenden (und kostenlosen) Bilder-Hoster empfehlen?

So bitter das auch ist: war nicht gestern in Wiederau ausgemacht worden, daß keine Fotos ins Netz kommen? Ganz einfach deswegen, daß das nicht die letzte Führung dieser Art für Interessierte gewesen ist.

Also...

Warst du wohl auch dabei ???
Na ok,wenn die net für die Öffentlichkeit bestimmt sind ist das wohl oder übel zu akzeptieren.
Wie und wann ist die nächste Führung und kann man sich dafür auch irgendwo anmelden ???
Ich hätte auch Interesse mir den Sender mal anzusehn,soweit das irgendwie möglich ist.

Das SAW nur mit 30 kw kommt kann ich mir net vorstellen,die 104,9 geht überall stärker wie die 106,5,sei es in Neuhaus oder kurz vor Chemnitz oder in Leipzig selbst...

von Robert S. - am 19.03.2010 11:38

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Zitat
Chief Wiggum
Wie bist du denn zu dieser Besichtigung gekommen ?

http://www.gfgf.org/
Ein guter Bekannter, der hier auch gelegentlich verkehrt, hatte mir ne Mail geschickt. Und ich hätte beinahe zu spät in mein Postfach geschaut. Am Ende waren statt der etwa zehn Leute, mit denen gerechnet wurde, knappe dreissig da.:D

Zitat
Chris_BLN
Also...

Warst Du auch dabei? Ich habe sicher akkustisch nicht immer alles mitbekommen. Wenn das mit den Fotos so ausgemacht war, werde ich mich natürlich daran halten. Auch wenn es schade ist.

Zitat
Robert S.
Das SAW nur mit 30 kw kommt kann ich mir net vorstellen,die 104,9 geht überall stärker wie die 106,5,sei es in Neuhaus oder kurz vor Chemnitz oder in Leipzig selbst...

Da hast Du Dich wohl verlesen, es ging mir darum zu sagen, dass die 104,9 nicht rund ausgestrahlt wird, sondern gerichtet wie die 106,5. Aber natürlich Richtung Zielgebiet volle Kracht.:D

von dlf-fan - am 19.03.2010 20:45

Re: leipzig wiederau,wie weit?


? es sollen keine Fotos veröffentlicht werden ,damit Interessenten NICHT von einem Besuch abgehalten werden?
Ich habe sämtliche Bilder von Wiederau /Burg/Zehlendorf usw und trotzdem würde ich gern mir die Anlagen im Original anschauen! Oder schaut sich jemand nur Bilder vom Spaßbad/Freizeitpark an und ist damit zufrieden? Gerade von Bildern bekommt man Lust das Objekt zu sehen.Ich war extra auf dem Brocken ,um mir die Anlagen anzusehen,obwohl massenhaft Fotos im Netz sind!

Ich schaue mir auch Frauen auf Bildern an - aber die Originale sind schöner!:hot:

Gruss - Hempe:cheers:

von Hempe - am 20.03.2010 14:10

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Zitat
Hempe
? es sollen keine Fotos veröffentlicht werden ,damit Interessenten NICHT von einem Besuch abgehalten werden?
Ich habe sämtliche Bilder von Wiederau /Burg/Zehlendorf usw und trotzdem würde ich gern mir die Anlagen im Original anschauen! Oder schaut sich jemand nur Bilder vom Spaßbad/Freizeitpark an und ist damit zufrieden? Gerade von Bildern bekommt man Lust das Objekt zu sehen.Ich war extra auf dem Brocken ,um mir die Anlagen anzusehen,obwohl massenhaft Fotos im Netz sind!

Ich schaue mir auch Frauen auf Bildern an - aber die Originale sind schöner!:hot:

Gruss - Hempe:cheers:


generell: bilder von sendeanlagen (eine einrichtung zur erzeugung und abstrahlung von elektromagnetischen wellen) die das innere, große nahaufnahmen bzw. detailaufnahmen zeigen, sind "leider" nicht erwünscht. u.a. kann dies auch schlimme konsequenzen haben!

:cool:

von Tesco.live - am 21.03.2010 21:33

Re: leipzig wiederau,wie weit?

Ich blicke immer noch nicht so ganz durch, welche der Mittelwellenantennen in Leipzig-Wiederau nun für was zuständig sind bzw. waren.

Die beiden Rohrmaste sind an dieser Stelle zu finden. Der linke Mast war ursprünglich ein Mittelwellenmast. Was wurde darüber auf Mittelwelle ausgestrahlt? Hatte dieser Mast auch mal UKW-Antennen getragen oder waren die UKW-Antennen schon immer an dem 1969 erbauten, rechten Mast?

Dann gibt bzw. gab es noch zwei Dreiecksflächenantennen, und zwar diese hier am nordwestlichen Rand des Sendergeländes und dann noch diese hier am Südrand des Sendergeländes.

Die Dreiecksflächenantenne am nordwestlichen Rand des Sendergeländes wurde offensichtlich schon demonitiert. Wurde diese Dreiecksflächenantenne durch die Dreiecksflächenantenne am Südrand des Sendergeländes abgelöst oder waren diese beiden Dreiecksflächenantennen für unterschiedliche Frequenzen in Betrieb?

Dann gibt es noch einen selbststrahlenden Mittelwellenmast. Das könnte der Mast an dieser Stelle, also unmittelbar südöstlich der alten Dreiecksflächenantenne sein. Welche Funktion hat dieser Mast?


von Kay B - am 23.02.2011 18:33

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Alle Achtung, Jassy! Dass der Brocken bei Dir mehr oder weniger dauerhaft geht, wundert mich ja nicht sonderlich. Aber Wiederau, ein Flachlandsender, den man mit einem Deich vor dem Hochwasser der Weißen Elster schützen musste, faszinierend. Und wie, in Overijssel gibt es Berge?:joke:
Von Besichtigungsterminen in diesem Jahr weiß ich nichts. Dafür bin ich neugierig, ob und wann der nicht mehr benötigte Mast J1 zurückgebaut bzw. gesprengt wird.
http://de.structurae.de/structures/data/index.cfm?ID=s0011545

von dlf-fan - am 22.01.2012 17:34

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Zitat
Chris_BLN
Einer der Masten wird nicht mehr benötigt, er trug zuletzt noch Antennen für analog-TV Richtung Sachsen-Anhalt und diente AFAIK auch mal als DVB-T-Versuchsmast. Er soll fallen, wann, weiß ich nicht.


Am Freitag, den 28.9.2012 soll der Abriss des ungenutzten Mastes erfolgen.

siehe
http://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/radionews_20120922.html
(erste Meldung)

https://maps.google.de/maps?hl=de&ll=51.184693,12.284732&spn=0.001913,0.003562&t=h&z=18
(müßte der westliche Mast sein)

von carkiller08 - am 23.09.2012 08:47

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Zitat
carkiller08
Zitat
Chris_BLN
Einer der Masten wird nicht mehr benötigt, er trug zuletzt noch Antennen für analog-TV Richtung Sachsen-Anhalt und diente AFAIK auch mal als DVB-T-Versuchsmast. Er soll fallen, wann, weiß ich nicht.


Am Freitag, den 28.9.2012 soll der Abriss des ungenutzten Mastes erfolgen.

siehe
http://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/radionews_20120922.html
(erste Meldung)

https://maps.google.de/maps?hl=de&ll=51.184693,12.284732&spn=0.001913,0.003562&t=h&z=18
(müßte der westliche Mast sein)


Hallo,

gibt es schon eine Uhrzeit, wann der Mast fallen soll?

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 24.09.2012 21:05

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Zitat
Radio_DDR
Heute schrieb die LVZ, dass die Sprengung vorraussichtlich in der übernächsten Woche (44. KW) stattfinden soll. Der genaue Tag wird noch bekanntgegeben. Man wolle zwei der drei Abspannungen kappen, so dass der Mast dann durch die verbliebene Abspannung seine Fallrichtung eingeprägt bekäme.


Hallo,

aber leider nur in der Regionalausgabe "Borna-Geithain"... Hab mich in der Ausgabe "Stadt Leipzig" fast totgesucht. Für E-Paper Kunden ist dieser ausführliche Beitrag aber auch online abrufbar.

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 22.10.2012 20:41

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Es gibt Überkreuzungen der Pardunen des alten 236 Meter hohen, zu sprengenden Mastes mit denen des verbleibenden 212 Meter hohen UKW-Mastes. Und zwar nordöstlich und südlich des zu sprengenden Mastes. Somit kann wohl nicht völlig ausgeschlossen werden, dass Pardunen des UKW-Mastes Schaden nehmen könnten. Die Fallrichtung Norden kann durch die im LVZ-Artikel beschriebene Vorgehensweise auch nicht erreicht werden, da keine Abspannung in diese Richtung weist. Man könnte den alten Mast im Ganzen also nur nach WNW (290°) fallen lassen, knapp neben die Zufahrtsstraße. Und da gibt es drei Risiken: Die zwei mit den überkreuzten Pardunen und eine eventuelle Gefährdung der Mittelwellenantenne. Aufwendiger, sicherer (aber auch teurer) und dennoch nicht ganz ohne Risiko wäre es, wie damals in Berlin-Frohnau den Mast in mehreren Abschnitten zu sprengen um ihn zusammenklappen zu lassen.
Es ist nur gut, die geplante Vorgehensweise nochmal genau zu prüfen. Auf den Supergau, den eine Beschädigung des in der Region sehr wichtigen UKW-Mastes bedeuten würde (acht UKW-Programme, davon sechs mit 100 kW Rundstrahlung), kann man sicher verzichten.
Übrigens scheinen die FMSCAN-Angaben für die Wiederauer SAW-Frequenz 104,9 falsch zu sein: Mit der Richtantenne in 146 Meter Höhe läßt sich keine Rundstrahlung realisieren. Diese Antenne strahlt mit zwei Spalten nur in Richtung Sachsen-Anhalt. Im Gegensatz zur 181 Meter hohen Rundstrahlantenne mit vier Spalten.

Und, liebe LVZ: diese Information gehört in die Gesamtausgabe!;)

von dlf-fan - am 31.10.2012 21:05

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Die MW-Dreieckflächenantenne war ja , wie mir schien, eines der Hindernisse für eine Sprengung des J1-Mastes. Nun, da sie weg ist, darf man gespannt sein, ob und wenn ja wie, es bezüglich des J1-Mastes weitergeht. Rein optisch sieht er ziemlich erbärmlich aus. Übrigens, wenn ich mich nicht täusche, fällt die letzte umfassende Sanierung der Masten in das Jahr 1993. Ich habe noch ein Foto gefunden. Es ist nur 9x13 cm groß, daher ist die Qualität nicht die allerbeste, und stammt laut meiner Notiz von Mitte 1993. Gerade habe ich es eingescannt. Hier ist es, man sieht die Sanierung des J2-Mastes:

Wenn ich so überlege, weiß ich gar nicht, ob der J1-Mast damals mit "verschönert" worden ist. Es könnte also sein, dass sowohl sein Anstrich (mit dem dunkleren Rot) als auch die Kanal-9-Rundstrahlantenne noch "Made in GDR" sind. Aber auch die UKW-Sendeantennen am J2-Mast wären dann mittlerweile schon wieder 20 Jahre alt.

von dlf-fan - am 22.09.2013 20:55

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

@ dlf-fan

Zitat

(...) ebenso der etwa 50 Meter hohe MW- Ersatzmast.


Hieß es nicht mal, daß dieser Mast unter Denkmalschutz stünde?


Zitat

Es könnte also sein, dass sowohl sein Anstrich (mit dem dunkleren Rot) als auch die Kanal-9-Rundstrahlantenne noch "Made in GDR" sind.


Die Antennenanlage für den E09 sieht sehr nach Kathrein aus:
http://www.senderfotos-bb.de/bilder/wiederau24.jpg
( http://www.senderfotos-bb.de/leipzig.htm )

Die DDR-Antennenanlagen wurden in der Regel alle bis Mitte der 90er Jahre ausgetauscht, sodaß z.B. auch der Inselsberg eine neue Antennenanlage bekam. Unter den Band-III-Sendern ist mir nur der Bleßberg bekannt, bei dem die Sendeanlage im DDR-Zustand bis zur Abschaltung weiter lief. Man hatte auf eine Erneuerung verzichtet, da wegen DAB die Abschaltung des E12 absehbar war. Beim Tag der offenen Tür im Frühjahr 1997 tat auf dem Bleßberg noch ein ZARAT-Sender für den E12 seinen Dienst und er war wohl auch bis zur Abschaltung im Januar 2000 noch in Betrieb. Das dürfte der letzte Fernsehsender aus DDR-Zeiten gewesen sein. Die Antennenanlage war auch noch aus DDR-Zeiten.

Im UKW-Bereich trug der Helpterberg noch bis circa 2005 DDR-Antennen und in Calau wurde die letzte DDR-UKW-Antennenanlage 2010 ersetzt. Diese Antennenanlagen waren wohl schon für 108 MHz ausgelegt und deshalb noch so lange in Betrieb.

von Kay B - am 23.09.2013 13:16

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Zitat
Kay B
Hieß es nicht mal, daß dieser Mast unter Denkmalschutz stünde?

Das habe ich auch mal so gehört. Scheint aber niemand gehindert zu haben, ihn abzubauen.

Die Sache ist jetzt aber die, dass ich mich nicht erinnern kann (und wohl auch keine Fotos davon existieren), dass am J1- Mast nach der Wende mal irgendwas gemacht wurde (mit Ausnahme der Montage der Kästen für SAT1, Kanal 26). Meine ältesten Wiederau- Fotos sind vom Oktober 1992. Sie sind nicht von bester Qualität, man sieht lediglich, dass die Kanal 9- Rundstrahlantenne an der gleichen Stelle sitzt (wenn ich mich an der rot- weißen Bemalung orientiere), wie jetzt. Aber vielleicht war die da schon neu...
Aber letztlich ist es auch egal, so oder so sind die Tage des J1- Mastes gezählt, wenn man ihn nicht bald abbaut, werden das bei ausbleibender Wartung irgendwann einmal ein Orkan und/ oder Schnee- oder Eislasten erledigen.

von dlf-fan - am 24.09.2013 20:14

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?




Sprengtermin für Mast J1 in Wiederau

Zitat: Dreizehn Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin steht die Sprengung des Rohrmastes J1 der Sendestation Wiederau bei Pegau nun tatsächlich kurz bevor. Angekündigter Zeitpunkt ist Freitag, der 25. Oktober, um 14.00 Uhr.

Am Tag davor wird sich zur Vorbereitung der Sprengung bei den UKW-Frequenzen 104,9 und 106,5 MHz, die über eine spezielle, nur die angrenzenden Bereiche von Sachsen-Anhalt versorgende Richtantenne laufen, zeitweise eine Reduzierung der Sendeleistung erforderlich machen.

Der Mast J1 entstand 1953 als Mittelwellenstrahler mit zunächst 156 Meter Höhe, um einen Holzturm aus dem Jahre 1935 abzulösen. 1958/59 wurde er zusätzlich als Antennenträger für die in Wiederau neu in Betrieb zu nehmenden Fernseh- und UKW-Hörfunksender eingerichtet, was mit einer Aufstockung auf die heutige Höhe von 236 Meter verbunden war.

Nachdem sich der Zustand des Fußpunktisolators dieses Mastes (siehe für ein Foto eines solchen Isolators den intern verlinkten Artikel zum Thema Wachenbrunn) immer weiter verschlechtert hatte, wurde Mitte der 80er Jahre auf dessen fällige Erneuerung verzichtet und stattdessen der Mast geerdet, was ihn als Mittelwellenantenne dauerhaft unbrauchbar machte. Der seinerzeit von Radio DDR 1 genutzten Frequenz 531 kHz stand fortan nur noch eine Dreieckflächenantenne zur Verfügung.

Völlig ohne Funktion ist der Mast J1, seit der UKW-Hörfunk, der nach der Einstellung des Fernseh- und Mittelwellenbetriebs noch in Wiederau verblieben ist, auf neue Antennen am zweiten Rohrmast umzog. Dieser 212 Meter hohe Mast entstand 1970 ursprünglich als Antennenträger für das zweite Programm des Deutschen Fernsehfunks auf dem UHF-Kanal 22.

(Stand vom 22.10.2013)

Quelle: Dieter Leupold, Kai Ludwig

von ElDee - am 23.10.2013 07:31

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Ja, das stimmt. Wiederau ist nun nur noch ein ganz gewöhnlicher UKW- Standort. Unter gewissen Umständen (mir fällt gerade der Name dieser Dortmunder Biermarke mit den drei großen Buchstaben nicht ein) wird in vielleicht 12 Jahren der ganze Standort obsolet. Naja, noch ist es nicht so weit. Erst gestern habe ich beide Masten noch vom Kulkwitzer See aus gesehen. Leider ist es mir am Freitag nicht möglich, das Spektakel anzuschauen.

Zitat: Völlig ohne Funktion ist der Mast J1, seit der UKW-Hörfunk, der nach der Einstellung des Fernseh- und Mittelwellenbetriebs noch in Wiederau verblieben ist, auf neue Antennen am zweiten Rohrmast umzog.

Das ist nicht ganz richtig. Völlig ohne Funktion ist der Mast J1 erst seit der Abschaltung des analogen Fernsehsenders auf Kanal 9. Dessen vertikal polarisierte Rundstrahlantenne ist noch immer auf dem Mast drauf.

von dlf-fan - am 23.10.2013 21:11

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Hallo,
ein Mitarbeiter sagte mir, dass die Pardunen, welche den Mast in der Senkrechten halten, bei der Sprengung im unteren Bereich pulverisiert werden sollen. Damit soll vermieden werden, dass der Nachbarmast oder deren Pardunen von herumschleudernden Seilen getroffen wird.
Wie Hempe schon schrieb, kann der Mast nun in Richtung der ehemaligen Mittelwellenantenne umgelegt werden. Es besteht kein so enger Korridor mehr, in welchen der Mast fallen muss.

Die alten Gebäude, mit dem Mittelwellensender von 1936, wurde vor ca. 5 Wochen an einen Investor verkauft. Ziel soll es angeblich sein, diesen Teil vom voranschreitenden Verfall zu bewahren. Mal sehen was daraus wird. Eigentlich hätte man den kleinen 50 m Mast auch stehen lassen können. Er wäre ein schöner Teil des zukünftigen Museums geworden. Nun ist er jedoch weg. Er stand nicht, wie zunächst auch von mir angenommen, unter Denkmalschutz.
Bald beginnt die letzte Nacht des J1 Mast und die Flugwarnbeleuchtung wird noch einmal gezündet. Lebe wohl!

Viele Grüße Karl3

von Karl 3 - am 24.10.2013 14:53

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Da ich mir das Spektakel morgen leider nicht anschauen kann, war ich heute kurzentschlossen noch einmal da und habe meine letzten Fotos von beiden Masten gemacht. Hier eine kleine Auswahl:


Am Fußpunkt des J1 wird gearbeitet

Man hat offenbar vor, die Pardunen mittels Sprengung (Schneidladungen) zu kappen und den Mast im Ganzen etwa in Richtung der Zuwegung (300°) fallen zu lassen.


Sprengladung an der Südpardune der dritten (und höchsten)Ebene (etwa im Bereich der rechten unteren LPA)


Sprengladung an der Nordostpardune der dritten Ebene (das jeweils unterhalb der Sprengladung angebrachte Stahlseil soll wahrscheinlich nach erfolgter Sprengung ein unkontrolliertes Wegschleudern des unteren abgetrennten Pardunenrestes verhindern


Fundamente der drei Nordostpardunen


Wiederau hat mehr zu bieten- hier das Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert, welches derzeit saniert wird, rechts am Bildrand sieht man...


...den Arbeitskran, welcher wohl bei der Anbringung der Sprengladungen in ca. 70 m Höhe Dienst tat

von dlf-fan - am 24.10.2013 19:56

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Hallo,

hier die Meldung der Leipziger Volkszeitung (Ausgabe Borna-Geithain) vom 24.10.2013 zum Thema:


Wiederau
Sendemast wird morgen gesprengt

Wiederau (nn). Morgen wird 14 Uhr, in Wiederau ein stillgelegter Sendemast gesprengt. Das teilte das Unternehmen Deutscher Funkturm mit, bei dem es sich um eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG handelt. Der 236 Meter hohe Mast wurde von 1953 bis 2007 insbesondere für die Verbreitung von Radio- und Fernsehprogrammen genutzt. Ältere Fernsehzuschauer erinnern sich, das von dort aus auf dem Kanal neu das erste Programm des DDR-Fernsehens abgestrahlt wurde. Bei dem Mast handelt es sich um eine Stahlkonstruktion, die durch Seilabspannungen nach drei Seiten gehalten wird.
Wiederau verbindet eine lange Geschichte mit der Verbreitung von Radio- und Fernsehprogrammen. Bereits 1932 nahm dort der Großsender Leipzig mit 120 Kilowatt Leistung seinen Sendebetrieb auf. Im Laufe der Zeit wurden die Sendeanlagen immer wieder umgebaut und erneuert. Im Jahr 1953 wurde dort für die Verbreitung von Mittel- und Kurzwelle ein Mast mit einer Höhe von 156 Metern errichtet, der im Jahr 1959 mit Antennen für UKW und Fernsehen erweitert und auf seine heutige Höhe von 236 Metern aufgestockt wurde.
Zur Verbreitung von Fernsehen wurde ab Ende 1969 ein zweiter Stahlmast mit einer Höhe von 214 Metern neben dem 236 Meter hohen Mast errichtet. Während der zweite Mast heute insbesondere zur Verbreitung von UKW-Radio genutzt wird, ist der erste Mast nach der Abschaltung der analogen Sender ohne Nutzungen und wird deshalb zurückgebaut. Das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T wird heute in Mitteldeutschland von den Funkstandorten vom Brocken, in Osterburg, Halle, Magdeburg, Wittenberg, Chemnitz, Geyer, Dresden, Leipzig, Löbau, Schöneck, Erfurt, Gera, vom Inselsberg, in Jena, Saalburg, Sonneberg und Weimar gesendet.
Für den Rückbau werden an zwei von drei Seiten des Mastes die Seilabspannungen (sogenannte Pardunen) an bestimmten Stellen gesprengt. Der Zug der dritten verbleibenden Abspannung bewirkt, dass der Mast in diese Richtung gezogen wird. In Fallrichtung mindert ein vorbereitetes Fallbett den Aufprall.
"Die Lage der beiden Masten zueinander, mit sich kreuzenden Pardunen, erfordert eine sehr sorgfältige Planung, Vorbereitung und Durchführung der Sprengung", erläutert Steffen Zahn, Leiter Akquisition und Technik der Regionalvertretung Leipzig der Deutschen Funkturm GmbH. Die Sprengung führt eine Spezialfirma aus Thüringen durch. Unter bestimmten Wetterbedingungen, insbesondere bei starkem Wind, wird die Sprengung nicht durchgeführt.



MfG

Studio Leipzig

PS: Es ist vollbracht. Meldung des MDR:
http://dlvr.mdr.de/sachsen/sprengung-sendemast-wiederau100.html

von Studio Leipzig - am 25.10.2013 12:01

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Hallo,
ich war zur Sprengung des J1 Mast in Wiederau vor Ort. Leider wurde der Mast nicht, wie angekündigt, um 14 Uhr gesprengt, sondern schon 13:30. Keiner der anwesenden hatte zu dieser Zeit seine Kamera laufen. So eine Schei.....! Das MDR Fernsehen war auch vor Ort, hoffentlich kommt heute Abend beim Sachsenspiegel ein ordentliches Video. Soetwas kotzt mich voll an! Warum macht man sowas?

VG Karl3
[attachment 2296 DSCN2063Large.JPG]
[attachment 2297 DSCN2065Large.JPG]

von Karl 3 - am 25.10.2013 14:24

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

So, ist es nun also wirklich passiert. Ich habe heute nachmittag sogar auf MDR Info einen Beitrag über die erfolgte Sprengung gehört.
Danke auch an die LVZ: Bin ich also jetzt auch schon ein "älterer Fernsehzuschauer". Ansonsten ein guter Artikel. Gab es schon schlimmere. :D
An den neuen Anblick werde ich mich auch erst gewöhnen müssen.

@ EIDee: Wiederau ist von der ursprünglichen Planung her ein MW-Standort und als solcher auch bestens geeignet. Neue Standortplanungen für UKW wird es nicht geben. Außerdem versorgt Wiederau den Leipziger Raum ausgezeichnet mit UKW-Programmen. Eventuelle Versorgungslücken in einigen Randgebieten wurden nach der Wende längst durch Inbetriebnahme neuer Sender (Wittenberg, Collmberg, Ronneburg, evt. auch noch Remda, Jena, Halle-Stadt) mehr als gefüllt. Was das Hochwasser betrifft, so haben am Deich Ausbauarbeiten begonnen.

Dieter, ich hoffe es hat trotz der Vorverlegung des Sprengtermins mit der Aufnahme geklappt.

von dlf-fan - am 25.10.2013 17:28

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?

Und weg ist die Kindheitserinnerung. Wenn man mit der Bahn von Gera nach Leipzig fährt, kommt man nördlich von Zeitz dran vorbei. Man fährt in einem weiten Bogen um die Sendeanlage (geschätzt in 1 ... 2 km Abstand), so daß für einen kurzen Moment ein Mast den anderen verdeckt und es so aussieht, als stünde da nur ein Mast. Das war für mich schon als Kind jedes Jahr auf der Fahrt an die Ostsee ein Erlebnis.

Ach hätten sie doch nur den zweiten Mast versehentlich mit umgelegt. Wäre wirklich eine sinnvolle Maßnahme gewesen: Jump, MDR Sachsen, MDR Sachsen-Anhalt, Figaro, PSR, RTL Sachsen, SAW. Ok, und den DLF. Kollateralschaden für eine gute Sache. ;-)

Wo befindet sich in Mitteldeutschland jetzt noch eine recht schnell sendefähige AM-Anlage? Steht die 1044 in Wilsdruff noch, mit "unserem" DT64-Mast? (Ok, Wiederau J1 war schon seit ewig nicht mehr mittelwellentauglich, nachdem man ihn vom Isolator nehmen mußte.)

von Chris_BLN - am 26.10.2013 11:53

Re: Leipzig Wiederau,wie weit?


Man kann es natürlich auf Grund der Perspektive nicht sagen, aber: War das zweimalige Einklappen denn so geplant? Man hätte fast meinen können die "machen den Pfaffenberg" (Teil fällt ungeplant zur Sendeanlage zurück).
Zitat
Chris_BLN
Ach hätten sie doch nur den zweiten Mast versehentlich mit umgelegt.

Was meinte gerade einer meiner Kleinen beim Ansehen nach dem der Turm lag: "Und noch mehr!". :bruell:

von Thomas (Metal) - am 26.10.2013 13:15
So sollte er eigentlich nicht fallen!

Die Flughindernisbefeuerung liegt zum Glück nur vor dem Eingang zum Gebäude. Hätte aber auch anders kommen können.



Wenn ich mir die zugeschickten Fotos so anschaue, hat sich beim Fallen wohl die eine der Nord-Ost Pardunen an einem Geländer verhakt. Sonst wäre er beim Einknicken nicht so weit rückwärts gefallen.



von Mistral - am 26.10.2013 20:53
Guten Morgen,
ja es ist der Mast an der A4, kurz hinter dem Kreuz Nossen. Allerdings sind am Standort keine neuen Sender mehr vorhanden. Diese wurden demontiert und teilweise verschrottet. Die Endstufen gingen zurück zum Hersteller.
Es ist noch der alte 250 kW Sender da, dieser hat aber keine Verbindung mehr zum Sendemast. Die Feederleitung wurde demontiert und liegt jetzt auf der Wiese vor dem Gelände. Dies muss erst diesen Sommer passiert sein.

VG Krl3

von Karl 3 - am 27.10.2013 07:18
Da waren sie aber schnell, denn bis Frühjahr lief der Transistorsender im Container ja noch, und zwar über den Rohrmast, der halt noch auf einem intakten Fußpunktisolator steht. Vgl. http://www.wwwagner.tv/?p=21450 - bitte auch und vor allem die untenstehenden Ergänzungen nebst Links von Kai Ludwig.

Daß die Endstufen zum Hersteller zurückgingen, ist verständlich, schließlich bietet der meines Wissens nach diese Anlagen sogar noch neu an (natürlich nicht für Deutschland, wo man glaubt, auf AM verzichten zu können...) und braucht ab und an Ersatzteile. Zum Beispiel, wenn mal ein Blitz einen Volltreffer landet wie ein jahr vor Stillegung in Wiederau. Die haben da alle Vorräte des Herstellers an Ersatzmodulen aufgebraucht und soweit mir bekannt dann die verbliebenen Module vor Ort mit neuen Halbleitern versehen. Wozu das alles, fragt man sich nun.

Ob die Reusenleitung vom alten Sendergebäude noch vor einigen Monaten hing, weiß ich nicht. Im Rundbau unter dem Rohrmast sollen sich auch Bestandteile der neuen Sendeanlagen befunden haben, die wohl hauptsächlich im weißen Conainer wenige Meter daneben zu Hause waren. Inwieweit die Abstimmittel also noch im Antennenhaus sind, weiß ich nicht.

Der alte Röhrensender aus den 50er Jahren (Funkwerk Köpenick) hat ja auch 1991-1993 DT64 übertragen. Formal ist die Anlage zu beachtlichen Audiodaten in der Lage, der NF-Frequenzgang geht locker bis 10 kHz, wenn man denn die Zügel lockert und die postfrommen Filter entfernt. Bitte dran erinnern: wesentlich mehr konnten alte Kassettenrecorder mit Eisenoxidkassetten auch nicht laut Spec. Die Modulation erfolgte übrigens mit einem übermannshohen Transformator, der direkt die Endstufenspannung modulierte.

Wikipedia meldet unter Verweis auf die Sächsische Zeitung, daß der Mast abgerissen werden soll. Dem steht entgegen, daß die Anlage wohl komplett als technisches Denkmal gilt. Wäre schade drum.

von Chris_BLN - am 27.10.2013 09:52
Gerade habe ich mir nochmal eines meiner Fotos vom Donnerstag auf Seite 7 angeschaut. Es ist das vierte Foto (Fundamente der drei Nordostpardunen):
http://s14.directupload.net/file/d/3420/rlmz6lux_jpg.htm
Und erst jetzt sehe ich darauf die Sprengladungen an den Pardunenhalterungen von Ebene 1 und 2. Die dritte Ebene wurde ja jeweils in etwa 70 Metern Höhe gesprengt. Und ich glaube auch, dass das Einknicken des Mastes und das damit verbundene Überkippen des oberen Mastteiles so nicht geplant war. Woran man sieht, wie marode J1 mittlerweile war. Da hätte so einiges kaputtgehen können. Aber dennoch muss man an die Adresse der Sprengfirma sagen: Hut ab, gute Arbeit! :spos:

von dlf-fan - am 27.10.2013 22:14
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