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Radioforum
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Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Hannoveraner, andi74bremen, Ole, roland, Stefan Z., Sarstedter, Andreas W, Kroes, RalphT, GE

Bremen Walle mit schwächerer Leistung?

Startbeitrag von andi74bremen am 16.08.2003 20:24

Sendet man von Bremen Walle aus wirklich mit schwächerer Leistung?
In der TV Sendertabelle sind für ARD K22 190 KW und für ZDF K32 &
NDR K42 150 KW angegeben.
In meinem alten Buch von der Bundespost standen 250 KW für die ARD,
500 KW fürs ZDF und 320 KW für N3.

Wurde das wirklich geändert und wenn ja wann? Da ich in Bremen wohne
sehe ich keinen Unterschied.

Andreas.

Antworten:

Zum ZDF gibt es im Internet eine Angabe auf der Homepage und im Videotext des ZDF: Dort ist für K32 eine Leistung von 200 kW angegeben. Für ARD und NDR gibt Radio Bremen im Internet leider keine Leistungen an.

von Kroes - am 17.08.2003 08:39
Ja diese Differenzen mit der Leistung sind mir auch aufgefallen. In meinem Buch von der Telekom (Ausgabe 1998) stehen die beiden Kanäle 32 und 42 mit 150kW drin. K29 und K49 mit 63kW, K36 und K46 mit 10kW und K58 mit 5kW. Früher waren die Leistungen angeblich höher. Zu dem K22 kann ich keine Angaben machen, da er zu dieser Zeit noch in Horn sendete.

Ich weiß jetzt auch nicht, seit wann diese Leistungen geringer angegeben werden. Vielleicht hängt das ja mit dem Umzug vom alten zum neuen Turm zusammen.

Man spricht auch, dass jetzt die Leistungen angeblich "nach und nach" zurückgefahren werden sollen. Dafür werden die digitalen Sender K44 und K21 schrittweise heraufgefahren werden. Angeblich sollen so die terristischen Ferngucker zum DVB-T gezwungen werden. Zur Zeit ist der digitale Empfang in Achim noch nicht möglich. Die Leistung scheint doch noch sehr gering zu sein.



von RalphT - am 17.08.2003 08:57
@RalphT: Wenn schon in Achim DVB-T vom Waller Turm nicht möglich ist, dann
ist ein Empfang in Oldenburg wohl gänzlich unmöglich, selbst mit Yagi. Denk dran, die Polaristraion ist vertikal.


Auf Kanal 32 (ZDF) startete man am Fernmeldeamt 1 so um 1963 mit 250 kW.
Die Reichweite war bescheiden, wohl auch deshalb, da im Tunerbereich UHF
Neuland war und die Empfindlichkeit nicht besonders war. Dann wurde die
Leistung auf 500 kW erhöht. Gleiche Leistung hatte man dann auch für N3 (Kanal 42). Bei ARD (Kanal 22) vom Leher Feld wurde die Leistung immer mit 250 kW angegeben. Vielleicht hat man die Leistung beim Waller Turm deshalb reduziert,
weil man wegen der besseren Höhe auch wesentlich günstigere Abstrahlbedingungen hat.

von GE - am 17.08.2003 09:44
Vielen Dank für Eure Antworten!
Ich glaube auch, dass man bei der Telekom Leistung und Kosten
sparen will. Wo auch DVB-T gerade vor der Tür steht.

Zu DAB und DVB-T würde ich mir wünschen, dass Sender mit grosser
Leistung aufgebaut würden die zum Teil auf eigenen Frequenzen senden
und nicht Kleinsender im Verbund sind

Deshalb frage ich mich ob mit DAB und DVB-T wirklich DX möglich ist.
Habe zwar noch nicht im Forum gesucht, würde mich aber interessieren.
Leider habe ich nur DVB-S. Wenn ich in England leben würde hätte ich mir
schon längst DAB zugelegt.

Andreas.

von andi74bremen - am 19.08.2003 16:56
@KOORDINIERER:
DXen in DEM Maße, wie es auf UKW möglich ist, ist mit DAB natürlich vorbei, aber es gibt auch bei DAB Überreichweiten, die man beobachten kann. Mir gelingt z.B. regelmäßig morgens (hier zwischen Chiemsee und Rosenheim) der Empfang des BWÜ-Ensembles, welches ja nur mit geringster Leistung Richtung Osten sendet. Ebenso kann man hier das Lokalensemble Augsburg im L-Band öfter empfangen, obwohl gleichzeitig auf UKW aus Augsburg oft nichts zu hören ist. Die Reichweite der beiden IRT Ensembles aus München ist trotz niedriger Standorte und geringer Leistung viel höher als die der UKW-Programme vom Olympiaturm.
Leider ist das schon von daher weniger interessant, weil ein Ensemble gleich 6-7 Programme beinhaltet. UKW ist ja deshalb interessant, weil es hier zahlreiche Kombinationen verschiedenster Standorte und Sendeleistungen gibt und man von Programm zu Programm ganz unterschiedliche Verhältnisse hat. Radio 7 aus Aalen klappt bei mir nie, weil B5aktuell auf gleicher Frequenz sendet, dagegen ist SWR 1 öfter mal bei Überreichweiten Ortssender. Bei DAB wäre das gleich für 6-7 Programme Hopp oder Top.
Das Problem ist vor allem aber auch, dass selbst diese geringen DX-Möglichkeiten dann ein Ende haben, wenn alle Ensembles, wie sie jetzt geplant sind, on-air sind. Denn dann stört meist ein lokales Ensemble eines, welches theoretisch per Überreichweite empfangbar wäre. Hier wurden viel zu enge Abstände festgelegt. Aber über DAB und die Politik dahinter wurde ja schon an anderer Stelle genug diskutiert.
Sofern es tatsächlich zu einer ABLÖSUNG von UKW durch digitale Systeme kommt, sehe ich die DX-Zukunft nur mehr in DRM.



von Andreas W - am 20.08.2003 12:30
Zitat

Vielleicht hat man die Leistung beim Waller Turm deshalb reduziert,
weil man wegen der besseren Höhe auch wesentlich günstigere Abstrahlbedingungen hat.

Ich dachte immer, dass der Senderturm Leher Feld höher war. :confused:
Jedenfalls konnte ich nach dem Umzug von Radio Bremen zum FMT Walle eine Empfangsverschlechterung der Radioprogramme feststellen. Vom Hörensagen weiß ich außerdem, dass der K22 in Hannover früher angeblich auch besser zu empfangen war. Der Waller Turm scheint also keine günstigeren Abstrahlbedingungen zu haben.

Ach so, wo wir gerade beim Thema Leistungsreduzierung sind: Der K53 aus Torfhaus scheint auch schwächer als früher zu sein. Die Wittmoorsliste 2002 gibt 500 kW an, ich meine mich jedoch erinnern zu können, dass einst mit 760 kW gesendet wurde. Weiß jemand mehr?

von Hannoveraner - am 20.09.2003 13:20
Stand nicht auf irgendeinem PDF-Dokument, das im DVB-T-Probebetrieb 2004 auch der Sender Steinkimmen auf DVB-T umgestellt wird ??? Dann wäre ein DVB-T-Empfang in Oldenburg durchaus möglich,oder ??? (lt. dem Diagramm ja )

von Sarstedter - am 20.09.2003 15:26
Hannoveraner:

Bremen-Walle strahlt die UKW-Programme von Radio Bremen aus 192 Metern Höhe aus. Wenn man http://www.asamnet.de/~bienerhj/0936-B75.jpg traut, wird es am Leher Feld auch nicht viel höher gewesen sein (211 Meter Höhe minus der UHF-Antenne und dann der Mittelwert der UKW-Antennen). Das sind vielleicht 10 Meter Höhenunterschied. Eventuell sind die Antennenfelder in Walle aber anders ausgerichtet, so dass du nun mitten in einer Region wohnst, die durch die Antennenkonstruktion bis zu 3 dB (= nur noch 50 kW) abbekommt.

Wann genau wechselte man eigentlich auf den Turm in Walle? Die Sprengung des alten Masten war Anfang 1999 und konnte auch auf der alten Website von RB im Real Video verfolgt werden. Nachdem im Oktober 2000 auch der Sender in Bremerhaven aufgegeben wurde (BTW hat da jemand Daten des RB-Antennenträgers (Höhe, Koordinaten?)), hat Radio Bremen jetzt ja eigentlich nur noch den MW-Sender unter eigener Kontrolle.

von Ole - am 20.09.2003 19:02
@Ole:
Der Wechsel zum Turm in Walle wurde am 18. August 1997 vollzogen. Die Sprengung der alten Masten fand, so weit ich mich erinnere, bereits 1998 statt.

von Hannoveraner - am 20.09.2003 20:43
Zitat

Vielleicht hat man die Leistung beim Waller Turm deshalb reduziert,
weil man wegen der besseren Höhe auch wesentlich günstigere Abstrahlbedingungen hat.


Da die Abstrahlbedingungen also weitgehend gleich sind, kann dies nicht der Grund für die Leistungsreduzierung sein. Ich vermute, dass die Leistung des K22 heruntergefahren wurde, damit das ARD-Programm von RB in einigen Bereichen (z. B. Nienburg, Soltau, Walsrode) nicht mehr ortsüblich ist und somit eine vorgeschriebene Kabeleinspeisung entfällt. Weiß jemand mehr?

@ Michael F.:
Ja, die Digitalisierung des Senders Steinkimmen ist allerdings erst gegen Ende des Jahres 2004, genauer gesagt für Dezember 04 geplant.

von Hannoveraner - am 24.09.2003 11:23
RalphT schrieb:

Zitat

Man spricht auch, dass jetzt die Leistungen angeblich "nach
und nach" zurückgefahren werden sollen. Dafür werden die
digitalen Sender K44 und K21 schrittweise heraufgefahren
werden. Angeblich sollen so die terristischen Ferngucker zum
DVB-T gezwungen werden. Zur Zeit ist der digitale Empfang in
Achim noch nicht möglich. Die Leistung scheint doch noch sehr
gering zu sein.


Der private K23 ist schon lange nicht mehr aktiv. Laut Auskunft der NLM in Hannover und der BREMA sind vom Testbetrieb angeblich nur noch die Hauptsender der öffentlich-rechtlichen aktiv (also die Füllsender an der Autobahn sind inaktiv). Und der Sender auf Kanal 44 ist seit einiger Zeit ausgefallen (Grund ist mir nicht bekannt). Es wird auf einen Ersatzsender gewartet. Müßte ja eigentlich bald da sein. Was das Sendegebiet von Walle nach Achim/Verden betrifft gibt es bezgl. der Kanäle 23 und 44 sowieso nicht viel gutes zu berichten. Die Antenne auf der gesendet wurde war nicht rundstrahlend, sondern hatte Richtung Harz eine Abschwächung. Und von Walle aus ist das genau die Richtung Achim/Verden. Aber vielleicht wird ja der Füllsender Kirchlinteln wieder in Betrieb genommen.

gruß
roland

von roland - am 24.09.2003 12:30
Zitat

Laut Auskunft der NLM in Hannover und der BREMA sind vom Testbetrieb angeblich nur noch die Hauptsender der öffentlich-rechtlichen aktiv.


Dann dürfte der K57 aus Hildesheim ja auch abgeschaltet sein. Prima! Dann könnte man wieder das WDR Fernsehen vom K57 aus Minden ins hannoversche Kabelnetz einspeisen. Momentan wird nur die Astra-Version eingespeist, sodass man leider auf Zwei-Kanalton-Sendungen verzichten muss. :mad:

von Hannoveraner - am 24.09.2003 14:42
@ "Vielleicht hat man die Leistung beim Waller Turm deshalb reduziert,
weil man wegen der besseren Höhe auch wesentlich günstigere
Abstrahlbedingungen hat."

Dies bezog sich eher darauf, daß ganz früher auf einem noch viel niedrigeren Standort ZDF und N3 mit 500 kW abgestrahlt worden sind. Nachdem dann auf den FMT Walle gewechselt wurde, konnte die Leistung reduziert werden, da dieser höher als der alte Standort war. Ähnlich ist es ja in Hannover mit ZDF und N3: Der alte Turm in der Nähe des Hauptbahnhofs hat die beiden Programme einst mit je 500 kW übertragen, Abstrahlungshöhe lag maximal bei 140 m oder noch weniger. Der Fernsehturm Telemax nur mit 150 kW, da er über 280 m hoch ist.
Leher Feld hätte ich auch höher eingeschätzt, ich hatte etwas von 272 m in Erinnerung, da sind die 192 m in Walle einiges niedriger. Das würde die geringere Reichweite von ARD K22 und der RB-Hörfunkprogramme erklären.

Gruß, Stefan

von Stefan Z. - am 24.09.2003 16:11
So, inzwischen habe ich herausgefunden, warum der K22 nur noch mit 190 kW betrieben wird. Und zwar musste die Leistung aufgrund von Koordinierungsauflagen reduziert werden. Dies dürfte vermutlich mit der Nutzung des K22 in Hamburg zusammenhängen.

von Hannoveraner - am 17.10.2003 13:47
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