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[Modifikation] Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Startbeitrag von PowerAM am 03.08.2008 21:15

Mir ist ein ca. 8 Jahre alter JVC Boomblaster Mini zugelaufen. Ein tragbarer Radiorekorder in Form einer "Bassrolle" mit Tuner, Kassettendeck und CD-Spieler.

Der Zustand: CD-Laufwerk funktionslos, Gehaeuse voellig versifft, Antenne fehlte und Displaybeleuchtung war ausgefallen. Das Ding stand als Radio in einer Restaurantkueche und war in jaemmerlichem Zustand..

Nach dem Zerlegen des Gehaeuses und einer zeitlich recht aufwendigen Reinigung habe ich die Displaybeleuchtung repariert und eine einigermassen passende Antenne angeschraubt. Das CD-Laufwerk werde ich wahrscheinlich nicht ersetzen. Dort laeuft der Motor des CD-Antriebs nicht mehr an.

Zum inneren Aufbau: Das Ding arbeitet mit fuer einen Radiorekorder recht hoher NF-Leistung (zweimal 12 W), die auf zwei recht weich aufgehangene Lautsprecher mit starkem Permanentmagnet gegeben wird. Die Gehaeusebauweise ermoeglicht nach dem Bassreflexprinzip einen eindrucksvoll tiefgehenden und kickenden Bassklang. Dafuer finde ich das Klangbild etwas hoehenarm. Ist aber angesichts des stark rauschenden Verstaerkers wohl gewollt. Wuerde dann wohl noch mehr auffallen.

Allerdings waren die Boomblaster immer schon so teuer, dass ich sie mir neu nicht leisten konnte. Ich hatte angesichts des damaligen Preises allerdings auch ein 4-Lautsprecher-System erwartet und eine nicht ganz so lieblose Verarbeitung.

Stoerend faellt mir wie gesagt das hohe Eigenrauschen des Verstaerkers und die mangelnde Trennschaerfe des Tuners auf. Auf der Suche nach konventionellen keramischen ZF-Filtern im Gesicht der bekannten 3-Beiner fand ich nur zwei Zweibeiner, deren Aufbau und Aussehen auf Keramikfilter schliessen lassen wuerde. Die Bezeichnung habe ich leider nicht notiert, kann es aber nachholen. Gab es die ZF-Filter auch als Zweibeiner? Welche Typen muss ich mir z. B. bei Reichelt bestellen, um auf 200 kHz neben Ortssendern z.B. meine Ostseewelle hoeren zu koennen?

Antworten:

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster & Mini

Also bei den CD Player Ersatzteilen gibts bei Pollin Elektronik hilfe
Es dürfte ein Sanyo Laufwerk drin sein und das gibt unter 10 ¤ dort zu kaufen .

Die teurere ausführung hat übrigens 4 Lautsprecher + Subwoofer
und es ist ein Sony Laufwerk verbaut

Der ganz Große sogar 2 Bässe 2 Mittel und 2 Hochtöner



von PowerpIay - am 03.08.2008 21:45

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Hmmm... Beim CD-Laufwerk bin ich mir nicht sicher. Hab' keinen Herstellervermerk finden koennen. Zudem ist Laufwerksmechanik und -steuerung getrennt (Platine darunter, enthaelt auch die Displaysteuerung und die Steuerung der Bedienelemente).

Weisst Du die Kenndaten des Netztrafos? Ich wuerde ihn tauschen wollen, da er stark brummt und mir das auf den Sack geht.

Zu den Keramikfiltern weisst Du nichts, oder? Hab' uebrigens drueber nachgedacht, eine koaxiale Antennenbuchse einzubauen, anschliessbar waere es (FM-Ant, FM-Ant GND sind auf der Tunerplatine vorhanden!). Man koennte dann mit externen Antennen arbeiten.

Zudem stehe ich noch vor dem Problem, dass sich das Geraet leider "aufhaengt", wenn man es in den Standby-Modus schalten will. Display bleibt an, Uhr bleibt stehen und es reagiert auf nichts mehr. Man muss also den Netzstecker ziehen.

von PowerAM - am 04.08.2008 05:28

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Was den CD-Player angeht. Reinige mal die Linse. Wenn das Gerät jahrelang in Kochschwaden stand wird die versifft sein.

Dem Trafo könnte man mit etwas Plastikspray das Brummen abgewöhnen, ansonsten bräuchte man die genaue Modellbezeichnung.

von Marc_RE - am 04.08.2008 06:23

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Die Laseroptik hatte ich zu reinigen begonnen. Allerdings hatte ich weiter oben schon geschrieben, dass der CD-Antrieb nicht arbeitet. Die CD laeuft also nicht an. Folglich ist es egal, ob die Lasereinheit arbeitet oder nicht - solange sich die CD nicht dreht wuerde er ohnehin nichts lesen koennen. Nur weiss ich nicht, ob das Problem die Steuerung oder das Laufwerk selbst ist. Beides ist voneinander getrennt.

Der Trafo hat nur eine Ausgangsspannung, die ich allerdings noch nicht gemessen habe. Da man auch 12 V (per Zigarettenanzuenderkabel) anschliessen kann duerfte es irgendwas in dieser Richtung sein.

von PowerAM - am 04.08.2008 07:10

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Hallo,

habe auch so ein Kofferradio (ähh, Ghettoblaster oder Boom-Blaster; also doch Kofferradio...)

Ist ein JVC-RV-B55.

Wegen dem CD-Spieler-Problem: Klemm mal ein Spannungsmesser an den Motor.

Wenn da was ankommt, Motor tauschen. Einfach einen mechanisch passenden aus einem anderen CD-Laufwerk nehmen.
Kann nur zu langsam laufen, weil er für höhere Spannungen ist.
Zu schnell nicht, da die Motoren per PWM geregelt werden.
Vor dem Tausch kann man sich den Motor auch mal genauer ansehen.
Ist er verklebt? Bürsten in Ordnung? Lager in Ordnung?

Wenn am Motor nichts ankommt mal die Steckverbindung zur Leiterplatte prüfen.

Die Leiterplatte unter dem CD-Spieler ist übrigens die Hauptplatine.
Dort sitzt der "Kleinst-Kontrollör" (Mikrokontroller).
Alle anderen Baugruppen sind nahezu eigenständig, besonders die Radio-Baugruppe.

Die höhenschwache Wiedergabe kann man mit kleinen Hochtönern, die man hinter den Lautsprechergitterm anbringt, beseitigen.
Das Rauschen des Verstärkers nicht, das kommt aus dem Vorverstärker und dem Endverstärker.

Das Radioempfangsteil ist wirklich Schrott.
Am besten einen anderen Empfänger an den Hilfseingang (Aux) anklemmen.

ZF-Filter-Tausch wird nicht unbedingt etwas bringen, aber einen Versuch ist es wert.

Die Sache mit dem Standby-Problem:
Schau mal ins Batteriefach. Dort müssen irgendwo 3 Mignon-Primärelemente reingehören.
Diese rausnehmen und durch neue ersetzen.
Dabei gehen die Einstellungen verloren (Sender, Uhrzeit, Klang).

Dann schau dir mal die Netzkabelbuchse am Gerät an.
Da ist ein Schalter dran. Der sollte ordentlich Kontakt haben, ansonsten ist das nicht gut.
An der 12V-Buchse ist eventuell auch ein Schalter dran. Den auch mal auf Kontaktschwierigkeiten überprüfen.

mfg, shianne (ich bin mehr Elektronikbastler als DXer)

von shianne - am 04.08.2008 07:40

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

@PAM
Zitat

Die Laseroptik hatte ich zu reinigen begonnen. Allerdings hatte ich weiter oben schon geschrieben, dass der CD-Antrieb nicht arbeitet. Die CD laeuft also nicht an.

Das ist so nicht richtig. Der Laser versucht beim Start einen Offset zu ermitteln, um die CD richtig fokussieren zu koennen. Erst bei Erfolg beginnt der Spindelmotor sich zu drehen, ansonsten nicht. Deswegen wuerde ich auch eher auf die Lasereinheit selbst tippen (Optik verschmutzt bzw. Emission der Laserdiode zu schwach).

von c-moon - am 04.08.2008 08:53

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

c-moon, du hast recht.

Daran habe ich nicht gedacht.

Erst mal die Optik reinigen.
Eventuell muss man sie fast komplett zerlegen, da sie nicht nur von außen verschmutzt ist.
Ich habe sowas schon mal durch.

Die Laserdiode hat zumindest bei meinem Exemplar (auch 8 Jahre) noch keine zu schwache Emission.
Also nicht einfach mal so am Poti für den Diodenstrom drehen.

von shianne - am 04.08.2008 09:56

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Zu dem Laser:
Du kannst auch mal mit einem reflektierendem Gegenstand (z.B. Cutter) nah an die Linse gehen, uns gucken, ob diese vesucht zu fokusieren (sprich sich hoch oder runter zu bewegen). Danach sollte eigentlich der Diskmotor anlaufen, wenn er selbst i.O ist. Man kann auch den Strom für die Laserdiode (Poti auf der Lasereinheit) etwas erhöhen.
Zweibeinige OFW-Filter gibt es meines Wissens nicht.

Um das Rätselraten um den Laufwerkshersteller zu beenden, sollte PowerAM vielleicht einfach mal die richtige Typenbezeichnung des "Boomblasters" posten ;-).

von WiehengeBIERge - am 04.08.2008 11:37

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Ich gucke mal nach, wie genau mein Boomblaster Mini (also der "ganz kleine") heisst. Wenn ich mit vertretbarem Aufwand das CD-Laufwerk wieder hinbekomme, dann mache ich es. Ansonsten langt der Aux-Anschluss fuer einen mp3-Player.

Die Tunerplatine enthaelt zwei von der Form her wie Keramikfilter aussehende Bauelemente direkt neben zwei Spulenfiltern mit dem Platinenaufdruck "FM OSC". Ich suche also schon an der richtigen Stelle. Zum Lesen der Bauelementebezeichnung muesste ich das Geraet nochmals komplett zerlegen. Man kriegt die Tunerplatine erst raus, wenn auch CD-Laufwerk und Hauptbrett ;) raus sind.

Die Hochtoeneroption habe ich bereits verworfen. Probeweise angeloetete dynamische Hochtoener machten das Rauschproblem noch nervender. Dann kam naemlich noch ein sirrendes Geraeusch dazu, dass irgendein Prozessor verursachen duerfte. Vielleicht ist daher auch die Hoehenwiedergabe nach oben hin abgeschnitten.

Fazit: Als lautstarke Beschallung fuer den Partykeller brauchbar, dafuer aber an sich schon zu teuer. Zum leiseren Hoeren in der guten Stube gibt es nichts nervigeres als rauschende Geraete. :( Na egal, das Bastelobjekt kostete ja wenigstens nichts!

von PowerAM - am 04.08.2008 12:55

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

@ PowerAM

Zitat

Mir ist ein ca. 8 Jahre alter JVC Boomblaster Mini zugelaufen. Ein tragbarer Radiorekorder in Form einer "Bassrolle" mit Tuner, Kassettendeck und CD-Spieler.


Ja, die Dinger kenne ich auch. Die müssen so um 1999 auf den Markt gekommen sein.


Zitat

Gab es die ZF-Filter auch als Zweibeiner? Welche Typen muss ich mir z. B. bei Reichelt bestellen, um auf 200 kHz neben Ortssendern z.B. meine Ostseewelle hoeren zu koennen?


Nein, das sind keine ZF-Filter. Das könnten Keramikschwinger sein. So einen habe ich auch in meinem Weltempfänger und da wäre ich anfangs auch fast drauf reingefallen. Die ZF-Filter müßten sich unmittelbar auf der Tuner-Platine befinden und drei Beine haben.


von Kay B - am 04.08.2008 14:29

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Zitat
PowerAM
Stoerend faellt mir wie gesagt das hohe Eigenrauschen des Verstaerkers und die mangelnde Trennschaerfe des Tuners auf. Auf der Suche nach konventionellen keramischen ZF-Filtern im Gesicht der bekannten 3-Beiner fand ich nur zwei Zweibeiner, deren Aufbau und Aussehen auf Keramikfilter schliessen lassen wuerde. Die Bezeichnung habe ich leider nicht notiert, kann es aber nachholen. Gab es die ZF-Filter auch als Zweibeiner? Welche Typen muss ich mir z. B. bei Reichelt bestellen, um auf 200 kHz neben Ortssendern z.B. meine Ostseewelle hoeren zu koennen?

Können auch Keramikkondensatoren sein. Da müßte man in der Tat die Bezeichnung wissen.
Denkbar wäre, daß der Keramikfilter in einem der Spulenfilter versteckt ist, das sieht dann so aus,
daß ein Spulenfilter an einer Seite ein verlängertes Gehäuse hat.
Denkbar ist aber auch, daß garkein Keramikfilter vorhanden ist und die Selektion nur mit
Spulenfiltern gemacht wird. Sowas findet sich häufig bei älteren Geräten, die noch kein IC im Empfänger haben.
Manchmal findet sich da eine Stelle, wo sich eine Leiterbahn durchtrennen läßt und man
ein Keramikfilter zwischensetzen kann.
Dazu muß man sich allerdings in Sachen Elektronik, und speziell HF-Elektronik auskennen, damit man das dann auch findet.
Hast du tatsächlich eine Möglichkeit gefunden, so sind diese Filter verwendbar:
http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;ARTICLE=17488
Ich habe 2 Stück davon im Aldi-Radio, 3 davon in einem Scott T526 drin, bis auf absolute Grenzfälle (Grasnarbenstation 100kHz neben 100kW-Brenner) ist das absolut ausreichend.



von Nohab - am 04.08.2008 14:43

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Der Boomblaster heisst RV-B55GY-EU.

Neben einem Spulenfilter, sitzt in der Tat ein Dreibeiner mit der Bezeichnung: T112-9110J. Wobei ich mir bei der "1" und der "0" nicht sicher bin, ob nicht die Buchstaben "I" oder "O" gemeint sind. Die gefundenen Zweibeiner sind wie von euch vermutet Kondensatoren.

von PowerAM - am 05.08.2008 17:04

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Heute hab' ich mir die Spassrolle nochmal wegen stoerender Gehaeuseresonanzen vorgenommen. Auf der Suche nach den Poltergeistern zerlegte ich das Ding weitgehend komplett. Dabei kam auch die Tunerplatine auf den Tisch, die ich mir genauer ansah.

Gefunden habe ich unter einem Klecks Wachs einen halb verschmierten roten Keramikfilter mit der Beschriftung "SKM3T", wobei das "T" auch ein "Y" sein koennte. Das kann man nicht mehr genau lesen. Es ist ein rosa Punkt oben rechts vorhanden.

Was fuer ein Typ ist das? Google fand auf die Schnelle nichts.

Probeweise loetete ich einen Stecksockel ein. Bereits ein 110er brachte einen hoerbaren Unterschied. Da der Tuner kein RDS hat und auch nur ein einzelner Keramikfilter eingebaut ist probierte ich alles durch, was ich so in meinen Bestaenden hatte.

Klanglich ohne Einbussen und mit bestmoeglicher Trennschaerfe stellte sich der Einsatz eines 10.7T heraus (>80 kHz). Ein schmalerer 10.7V brachte hoerbare Verzerrungen bei den polnischen Privatsendern und flog daher wieder raus. Das traf anschliessend auch den Stecksockel, denn die Schaltung reagierte damit auf die Annaeherung meiner Hand. Diesen Effekt zeigten auch andere Schaltungen und es half immer das Entfernen des Sockels.

Beim letzten Direkteinkauf bei Reichelt in Sande erwarb ich auch noch eine Koax-Einbaubuchse, die ich bei dieser Gelegenheit ebenfalls einbauen wollte.

Als ich die Tunerplatine zuletzt (siehe Beitraege davor) betrachtete, da fiel mir ein ungenutzter Pin mit der Beschriftung "FM-Ant Ground" ein paar Zentimeter neben dem Pim "FM-Ant" auf, an dem die Teleskopantenne angeschlossen ist. Etwa 8 cm Koaxkabel habe ich jetzt zwischen der seitlich eingebauten Antennenbuchse und den beiden Pins einsetzen muessen. Die Teleskopantenne ist nach wie vor angeschlossen, was zwar nicht ganz die feine Art ist, den mobilen Einsatz aber nach wie vor ermoeglicht. Man kann jetzt aber auch eine externe Antenne anschliessen. Die eingeschobene Teleskopantenne hat keine spuerbaren negativen Auswirkungen, ausgezogen macht sie sich schon bemerkbar, wenn man eine externe Antenne angeschlossen hat.

Ich hab' mit einem auf eine Holzleiste gepinnten Flachbandkabeldipol jetzt jedenfalls rauschfreien Empfang der hier so beliebten Sender Ostseewelle (Helpterberg, 105,80 MHz) und NDR 2 (Roebel, 107,00 MHz). An der Teleskopantenne reicht es bei NDR 2 fuer rauschfreien Stereoempfang, die Ostseewelle rauscht jedoch vernehmlich.

Durch den Filteraustausch ist der Empfang ueberhaupt erst moeglich geworden, denn vorher ueberdeckten RFI und Spreeradio (106,00 und 105,50 MHz) die dazwischen eingekeilte Ostseewelle. NDR 2 wurde von Radio Teddy (106,80 MHz) ueberdeckt.

Grundsaetzlich scheint die Tunerschaltung also nicht unempfindlich zu sein, denn an besagtem Holzleistendipol holt sie mir auch die 4 kW-Funzel von N-Joy auf 97,40 MHz vom 100 km entfernten Standort Roebel heran. Der Empfang erfordert eine gewissenhafte Ausrichtung der Antenne, denn ansonsten pfeffern 100 kW vom Brocken auf gleicher Frequenz drueber. N-Joy laesst sich leicht saeuselnd (wegen des Brockens) heranholen. Das zum Vergleich genommene Grundig Allixx brachte an der gleichen Antenne mit identischer Ausrichtung ein vergleichbares Ergebnis. RDS las es nicht ein.

Ein kurzer Versuch mit einer aktiven Hirschmann UKW-Zimmerantenne zeigte dann aber, dass der Boomblaster damit ueberfordert war. Das ganze Band war voller Mischprodukte und selbst einige ortsuebliche Sender rauschten oder waren ueberlagert.

Fazit: Im jetzigen Zustand macht der Boomblaster erst richtig Spass! Man kann seine Party auch mit der Ostseewelle beschallen! Die externe Antenne ist eine nette Option, bringt aber wahrscheinlich bei zu starken Signalen oder aktiven Antennen die Schaltung an ihre Grenzen. Fuer einen so alten Knochen schlaegt sich der Boomblaster Mini also nicht so schlecht! :spos:


Ein passendes (Sanyo?) CD-Laufwerk gab einer meiner Teilespender noch her. CD-Wiedergabe funktioniert wieder, CD-R nimmt das Ding auch, nur -RW mag es offenbar nicht. Kann man da noch etwas machen?

von PowerAM - am 09.09.2008 16:54

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Ein altes CD-Laufwerk ist nicht RW-tauglich zu machen, da für CD-RW nicht Hell/Dunkel
auszuwerten ist, sondern die Phasenlage des reflektierten Laserlichts entscheidend ist.
(Phase-Changer-Medium)
Auch reflektieren CD-RW merklich weniger. Da ist das Laufwerk komplett auszuwechseln.
Und eins zu finden, das in die Steuerinfrastruktur und mechanisch in das Gerät paßt,
dürfte schwierig werden.


von Nohab - am 09.09.2008 23:08

Re: Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Danke, Nohab! :spos: Da ein anderes Laufwerk zu integrieren uebersteigt meine Moeglichkeiten und sprengt auch den Rahmen meines bisherigen Bastelprojekts.

Ich weiss nicht, wann die ersten RW-lesefaehigen Laufwerke in tragbaren Geraeten auftauchten, daher probierte ich mein Glueck. Viele aeltere Geraete spielten sie trotzdem, wenn die RWs entsprechend langsam beschrieben wurden und man die Laufwerke einfach durchdudeln liess, sofern sie eine RW wiedergeben konnten. Ich hab' beispielsweise einen Universum-Radiorekorder aus der Mitte der '90er, der die Dinger nach etwa 1/2 min intensiven Herumnudelns dann doch spielt, sofern man weder "vorspulen" oder zum naechsten Titel springen will.


Weisst Du was zum o. g. Keramikfilter??

von PowerAM - am 09.09.2008 23:53
Beim CD-Laufwerk kann man höchstens die übliche Linsenputzerei versuchen. Evtl. würde noch ein Nachziehen des Abgleichs was bringen (viel dürfte bei einem neuzeitlichen CD-Pickup nicht mehr einzustellen sein), aber das geht kaum ohne Service-Doku und Ozzy (und optimalerweise noch eine spezielle Test-CD). Womöglich ist auch einfach der Laser abgespielt. RWs sind eh immer ziemlich kritisch. Solange -Rs noch einwandfrei abgespielt werden, ist das alles noch im grünen Bereich.

Diese SKM... sind von Toko. Eine Suche fand eher zufällig die Angabe SKM3 (180 kHz). (Müßte dann eigentlich schon so eine halbwegs brauchbare Trennschärfe haben, jedenfalls für meine Verhältnisse hier. Mit einem 280er wird's richtig b-r-e-i-t... Es gibt sogar Radios mit einem 280er GDT-Filter, vermutlich Restposten, da diese extrem breiten Dinger keiner haben will.) Und da ist auch ein Datenschiet:
http://www.tokoam.com/passives/filters/ceramic/pdf/cfsk_s.pdf
Produktübersicht Toko:
http://www.tokoam.com/passives/filters/ceramic/
Weitere nützliche Suchergebnisse:
http://www.xs4all.nl/~barendh/Cateng/Cateng_x-filter.htm
http://www.zendamateur.com/download.php?id=273

von Stephan Großklaß - am 10.09.2008 15:03
Zitat

Die externe Antenne ist eine nette Option, bringt aber wahrscheinlich bei zu starken Signalen oder aktiven Antennen die Schaltung an ihre Grenzen. Fuer einen so alten Knochen schlaegt sich der Boomblaster Mini also nicht so schlecht!


Die externe Antenne musst du abklemmen, wenn du eine aktive Antenne anklemmst.
Sonst gibt es Rückkopplungen.

Ich habe mir mal eine Stabantenne auf eine Koax-Buchse gelötet.
Damit habe ich eine Antenne, die an einen Koax-Anschluss passt.

Die älteren Empfängerteile sind oft auch nicht die schlechteren.
Gerade in der Empfindlichkeit.

Aber am besten gehen immernoch FET-Tuner.



von shianne - am 10.09.2008 17:57
Die Teleskopantenne hab' ich jetzt mit 'nem kurzen Koaxkabel und -stecker versehen. Wenn ich sie brauche, dann stecke ich sie dran, ansonsten verschwindet der Stecker im Batteriefach. Shianne hatte recht, es hat 'ne Spur besseren Empfang gebracht.

Allerdings habe ich aktuell ein kleines Problem. Schaltet man den Boomblaster in den Standby-Modus, dann haengt er sich auf. Licht bleibt an, er reagiert nicht mehr. Die rauschenden Endstufen bleiben auch an. Hat jemand 'ne Idee?

von PowerAM - am 13.09.2008 14:44
Hm, Stützbatterien eingelegt, sind voll und haben ordentlich Kontakt?

Habe grad mal leere Primärelemente an meinem JVC RV-B55-BY ausprobiert, da passierte das, was du geschrieben hast.

Ach ja: GY scheint grey/yellow zu heißen (Gehäuse grau, Anzeigebeleuchtung gelb)
und BY (was bei mir steht) blue/yellow (Gehäuse blau, Anzeigebeleuchtung gelb).

Der große Bruder dieses Kofferradios hat eine blau beleuchtete Anzeige und einen extra Tiefton-Verstärker.

von shianne - am 13.09.2008 15:42
Dann hab' ich einen RV-B55GO! Umgebaut auf orange Displaybeleuchtung und blaue LEDs. ;)

Mit Stuetzbatterien hab' ich es noch nicht probiert. Ist mir vorher auch nie so aufgefallen. Ansonsten muesste ich es heute mal mit vollen Batterien probieren.

Der Boomblaster Mini hat mir uebrigens gestern wieder 'ne Grillparty beschallt! Machen schon Spass, die Dinger!!

von PowerAM - am 13.09.2008 23:18
Ja, die Dinger sind nicht schlecht.
Vor allem der "große Bruder".

Der gute Klang kommt vom runden (=stabilen) Gehäuse und dem Tiefton-Resonanz-Kanal. (Helmholtz-Resonator)

Geht genau so gut mit einem Lautsprecher auf einem Abflussrohr (KG-Rohr) entsprechender Länge.
Noch ein bisschen mit Schaumgummi auskleiden, dann klingts nicht so hohl.

Hast du dir schon mal die 12V-Buchse angeschaut?
Nicht dass da etwas nicht in Ordnung ist. (da sind ein bis zwei Schalter drinnen...)

von shianne - am 14.09.2008 05:30
...in der 12 V-Buchse steckte noch nie ein Stecker. :eek: Ich hatte beim letzten Ausseneinsatz einfach mit Krokoklemmen das Batteriefach angezapft. :spos: Hat aber 'nen guten (Strom-) Appetit, wenn man das Ding etwas arbeiten laesst.

von PowerAM - am 14.09.2008 10:14
Fazit nach den 2,5 Monaten Einsatz im Gastasyl in Muenster: Toller Sound, mehr als ausreichend Bumms, um auch mal eine kleinere Party beschallen zu koennen.

Die Arbeit fuer den Tunerumbau haette ich mir sparen koennen, denn im Vergleich zu anderen Geraeten wirkt der Boomblaster taub. Daran aendert auch die nachgeruestete Antennenbuchse nicht viel - abgesehen von der Nutzbarkeit der im Studentenwohnheim vorhandenen Gemeinschaftsantennenanlage. Die ist jedoch auf die Baumberge ausgerichtet und wahrscheinlich auch noch bis Anschlag verstaerkt. Der Tuner des Boomblasters ist daran voellig uebersteuert. Zwar stimmt nach dem Filterwechsel die Trennschaerfe, jedoch gegen den Roadstar TRA-2350 P sieht er keine Sonne!

Logische Konsequenz: Den Roadstar auf dem Fensterbrett als Tuner nehmen und den Boomblaster zur klanglich ansprechenden Wiedergabe des Radios bzw. des angeschlossenen Notebooks.

von PowerAM - am 15.12.2008 13:35
Bei meinem Kofferradio (den JVC RV-B55-BY meine ich) liegt zwischen Teleskopantenne und Spannungsversorgungs-Minus eine Spannung an.

Klemmt man also einen Dipol oder eine Antennenanlage, macht man einen Kurzschluss.
(eine rote LED glimmt schwach)

Außerdem macht sich das durch schlechteren Empfang und ein leichtes Brummen bemerkbar.

Abhilfe schafft ein Kondensator zwischen Teleskopantenne und Signallleitung des Antennenanschlusses.


von shianne - am 15.12.2008 19:43

Aw: [Modifikation] Tragbare Spassmacher: JVC Boomblaster Mini

Aufmachen, Tunerplatine ausbauen! Hängt an einem geschraubten Haltewinkel aus Plastik, Anschluesse sind gesteckt. Bitte gefuehlvoll mit der Bandleitung umgehen, ihr Pfostenstecker wirkt nicht sehr stabil.

Auf der Platine findest Du zwei Pins: Einer ist mit "FM ANT GND" beschriftet und frei. Neben dem anderen ist auf der Platine als "FM ANT" aufgedruckt. Darauf steckt (ueber ein kurzes Kabel angeschlossen) die Teleskopantenne. Sie kommt ab, darauf die Seele vom Kabel zur Koaxbuchse. Der Schirm landet auf dem anderen Pin. Gemessen ist die Koaxbuchse voellig spannungsfrei.

Die Teleskopantenne habe ich jetzt an ein Stueck Koaxkabel angeschlossen, das mit passendem Stecker zusammengerollt im Batteriefach Platz findet. Die Koaxbuchse wurde an der hinteren rechten Ecke seitlich eingebaut. Verschwindet also ganz hinter dem silber lackierten seitlichen Lautsprechergitter. Man kann also die eingebaute Antenne auch anstecken und weiterhin benutzen. Koax-Einbaubuchsen aus Messing gibt es fuer 75 Ct bei Reichelt.

von PowerAM - am 19.12.2008 12:46
Ich hatte ja vor ne halben Ewigkeit mal ne E-Mail geschrieben wegen der Displaybeleuchtung - habe nun endlich die gebrochene Lötstelle repariert und die ausgebrannte, gelbe Birne gegen eine blaue LED (Kopf abgesägt und plangeschliffen) ausgetauscht.
Habe dazu die LED direkt in den Platz gelötet, den vorher die Glühlampe eingenommen hat. Zwar sieht man, dass die Beleuchtung in der Mitte des Displays heller ist als an den Rändern, aber der Ablesbarkeit tut das keinen Abbruch, und das Blau sieht auch nett aus:

http://www.imgwelt.de/show.php?code=203P9S2EJT9

(Leider fängt die Handykamera das Ganze nicht sehr gut ein, da die Farbe viel heller wirkt als das tiefe Blau, das in Echt herausleuchtet ;)

Wünsche allen Bastlern noch schöne Feiertage und einen guten Rutsch!

lg



von zongo - am 25.12.2008 17:09
Nette Bastelarbeit! Die LEDs darunter kannst Du auch tauschen, wenn Du magst. Ich hatte mir orange Displaybeleuchtung und blaue LEDs ausgesucht.

Was ich noch immer nicht verstehe: In Muenster wirkte der Tuner voellig taub, hier zuhause holt er mir Ostseewelle usw. am noerdlichen Berliner Stadtrand rauschfrei herein.

von PowerAM - am 25.12.2008 21:48
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