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Meldung bei heise.de: Zank um Rundfunkfrequenzen für Breitband-Internet

Startbeitrag von DigiBC am 07.09.2008 15:34

Hallo allerseits!

Folgende Meldung ist seit heute bei heise.de unter der Überschrift "Zank um Rundfunkfrequenzen für Breitband-Internet" zu finden:
"Die ARD hat einen Entwurf der Bundesnetzagentur zur neuen Aufteilung von Sendefrequenzen kritisiert, wonach der Rundfunk - über die bereits für das Handyfernsehen (DVB-H) abgegebenen Frequenzen hinaus - weitere Kanäle komplett räumen und in sämtlichen anderen vom digitalen Antennenfernsehen genutzten Kanälen parallele Nutzungen für drahtlosen Internetzugang tolerieren müsse..."

Link zur vollständigen Meldung: http://www.heise.de/newsticker/meldung/115571

Die Pläne, die Exklusivität der Rundfunkfrequenzen aufzuheben, sind nicht ganz neu (und wurden hier an anderer Stelle auch schon einmal diskutiert), aber mich persönlich regt das immer wieder auf... :mad:

Ich halte das Ganze (nicht nur als DX'er) für einen ziemlich skandalösen Vorgang, so dass sich die ARD zurecht zu Wort meldet. Brauchen die Lobbyisten sonst niemanden mehr zu "fürchten"? Oder zieht die Politik widerstandslos mit, um mal wieder Geld in die Staatskasse zu bekommen...?
Rundfunkfrequenzen sind ein öffentliches Gut, das man nicht dem Ausverkauf preisgeben sollte!

Außerdem scheint mir nicht klar, ob im dicht besiedelten Westeuropa echter Bedarf an diesen Frequenzen seitens der Telekommunikationskonzerne besteht - zumal die vorhandenen Wireless-Techniken noch lange, lange nicht ausgereizt sind (siehe UMTS). Scheinbar will die Industrie bloß wieder Fakten schaffen.

Sicher, die Abgabe von Frequenzen oberhalb von Kanal 60 wäre verschmerzbar und vielleicht ein Kompromiss, da sich die hohen Frequenzen eh nicht sonderlich gut zur Rundfunkverbreitung eignen, aber auf allen anderen Kanälen sollte der Rundfunk seine Exklusivität behalten. Ein Mischbetrieb würde auf jeden Fall zu Störungen führen - unabhängig davon, welche (neue) Technik eingesetzt wird - zumal es im UHF-Bereich keine wirklich freien Frequenzen gibt (und geben wird) - außer vielleicht in ein paar abgeschotteten Tälern. Die internationalen Wellenkonferenzen und -pläne sind übrigens der beste Beweis.

Die Leser-Kommentare bei heise.de zeigen leider eine Mehrheit von Befürwortern einer Aufteilung der Rundfunkfrequenzen. :wall:
Seht Ihr das hier im Forum etwa genau so...?!?

Viele Grüße - DigiBC

Antworten:

Bin keineswegs der Ansicht des heise-Forums, sondern stimme Dir zu. Das Problem dürfte wohl sein, dass bei heise.de die Computernutzer in der Mehrzahl und die "Radiofans" in der Minderheit sind.

von KlausD - am 07.09.2008 15:44
In Sachen DVB-T ist die Belegung im UHF auf vielen Kanälen schon so dicht, das kein DX mehr möglich ist und bereits angehobene Bedingungen Zu Bild- und Tonausfall führen. ZUm zweiten würde ich nicht unbedingt einer DSL-Verbindung trauen, die bei Hochdruckwetterlagen "dank" QRM regelmäßig ausfällt. Wenn es schon sein muss, dann bitte getrennte Frequenzzuweisungen für DVB-T, DVB-H und Internet. Hier bliebe nicht anderes übrig, als - zumindestens europaweit - getrennte Frequenzbereiche für die 3 Dienste auf dem UHF-Band einzurichten. Das gäbe allerdings Probleme mit der DVB-T-Belegung, da ja in vielen Ländern (F,HOL, S,DNK ab 11/2009) bereits 5 oder mehr DVB-T-Bouquets auf Sendung oder in Planung sind.

von Analog-Freak - am 07.09.2008 16:09
Ehrlich gesagt, bevor die Telefonprovider hier irgendetwas in einem Rundfunkbereich angeboten bekommen, solten sie erstmal dazu verpflichtet werden, das zu nutzen, was ihnen bereits zugeteilt wurde. Stichwort UMTS und WiMAX. Denn da ist noch jede Menge Luft.



von Nohab - am 07.09.2008 16:16
Ich finde es einfach unüberlegt.
Es gibt doch UMTS. Ich nutze es grad eben.
384kb/s reichen doch auch aus.

Aber das ist die moderne Welt.
Alles digital und schön bunt.
Und blinken und piepen muss es auch noch.

Und ja immer errreichtbar sein.
Internet überall per Armbanduhr.

Mal ehrlich: Ist doch Käse.
Was meint man, wie hoch die Übertragungsraten wirklich werden? (nicht nach irgendwelchen Berechnungen und angeblichen Versuchen)
Und was kostet das im Vergleich zum Nutzen?

von shianne - am 07.09.2008 16:22
Das scheint hier ein Dauerthema wie DAB zu werden... Die Kanäle 61-69 wurden früher auch nicht für Fernsehen genutzt. Angesichts der digitalen Dividende ist es mehr als logisch, dass nach der Digitalisierung nicht auf mehr Frequenzen Fernsehen laufen kann als vorher. Die Kanäle 61-69 können also schon mal für Internet genutzt werden. Und der Rest. DVB-H läuft nicht. Die DVB-T Einführung ist bis Ende des Jahres abgschlossen und es sind noch sehr viele Kanäle üblich, die nicht belegt sind. Also muss man mal überlegen, was man damit macht. Wenn die Privaten auf den DVB-T Zug aufspringen würden, wäre das ja eine Sache, aber davon habe ich noch nichts gehört. Und dass die öffR mehr Bouquets (hier in Rhein-Main vermisse ich schmerzlich WDR und NDR auf DVB-T) machen wollen, habe ich auch noch nicht gehört. Also sollte man ganz sachlich diskutieren, was man mit den freien Kanälen machen soll.

von Free Speech - am 07.09.2008 16:25
Zitat
shianne
Ich finde es einfach unüberlegt.
Es gibt doch UMTS. Ich nutze es grad eben.
384kb/s reichen doch auch aus.


Vor allem, wo dank den modernen Übertragungstechniken bei UMTS mittlerweile mit HSDPA bis 7,2 MBit/s im Downlink und mit HSUPA bis zu 1200 MBit/s im Uplink möglich sind. Zumindest Vodafone hat beide Technologien fast flächendeckend im Einsatz (ich nutze auch gerade UMTS, das funktioniert prima, ich habe und will auch gar keinen anderen Internetzugang).

Ich bin auch der Meinung, daß das UHF-Band von E21 bis E69 dem Fernsehen vorbehalten bleiben soll. Vor allem bei der im nächsten Jahr anstehenden Räumung des VHF Bereiches III vom TV für DAB besteht im UHF-Bereich zusätzlicher Bedarf an Frequenzen.

An die BNetzA-Experten: wurden schon irgendwo Koordnationsanfragen für die entsprechenden Kanäle gestellt? So langsam müßte man sich da ja mal drum kümmern...!

von Optimierer - am 07.09.2008 19:28
Zitat

Ich bin auch der Meinung, daß das UHF-Band von E21 bis E69 dem Fernsehen vorbehalten bleiben soll.
400 MHz wertvollstes Spektrum, um 10% der Bevölkerung mit Fernsehen zu versorgen. Das kann nicht dein Ernst sein.

von Free Speech - am 07.09.2008 19:59
Zitat
50 Grad N, 8 Grad O
400 MHz wertvollstes Spektrum, um 10% der Bevölkerung mit Fernsehen zu versorgen. Das kann nicht dein Ernst sein.


Hmmm, mehr als 10% potentielle Internetnutzer wird es auf diesem Frequenzbereich doch wohl auch nicht geben. Die restlichen nutzen doch schon DSL, ISDN, Kabel, UMTS, Wimax etc.

von Optimierer - am 07.09.2008 20:07
Ich hatte den Artikel auch gelesen, aber die Leserkommentare - insbesondere die grün markierten - rauschen am Thema geradezu nur so vorbei! :wall:

Immer wieder wird das wohl mit Handyfernsehen verwechselt. Die Leute scheinen keinerlei Ahnung von dem zu haben, was der Artikel eigentlich ausdrückt. :-(

Man kann sich so vorstellen, wie Politker, die bei manchen Themen auch keine Ahnung haben, einfach für eine bestimmte Lobby positioniert werden können... Aber warum gehen wir nicht einfach bei Heise.de in die Kommentare und färben die Dummschwätzerbeiträge in die andere Richtung ein. Gut, bald wir der Artikel wieder im Archiv verschwinden, aber noch lesen ihn viele Leute, die man vielleicht erreichen könnte.

von CBS - am 08.09.2008 06:51
Schnelles Internet wird heutzutage immer wichtiger. Und die 384kb/s reichen vielleicht für Leute wie shianne noch aus die etwas mehr Geduld haben, aber die Internetseiten werden ja immer anspruchsvoller (Stichwort "WEB 2.0") und die Benutzer sind immer weniger bereit lange zu warten bis sich endlich mal die Seite aufgebaut hat. Im Modernen Internet gehört halt Säbelrasseln zum Geschäft und eine Seite kann gar nicht genug mit Bildern, Videos und BlingBling aufgeblasen sein. Ist halt leider so. :-(

Wie ist das eigentlich mit der zur Verfügung stehenden Bandbreite bei "Internet über UHF"? Wenn ich mal wieder in Saarbrücken bei einem Freund übernachte und dort UMTS nutze merkt man schon ganz schön wenn viele Leute im Netz sind. Dann sind die 384kb/s nur noch rein theoretische Werte. Ist das nur Zufall oder ist UMTS allgemein so schwach angebunden? Bei mir gibts im Umkreis von 20km um meinen Heimatort herum kein UMTS. Deshalb kann ich es hier nicht testen, aber in Saarbrücken hab ich manchmal den Eindruck man merkt jeden einzelnen Nutzer. :rolleyes: Wenn das bei diesem "Internet über UHF" genauso ist, dann finde ich ist es noch nicht mal wert das man darüber spricht. :rolleyes:

von Spacelab - am 08.09.2008 07:16
Wenn's nur so wäre. Sie wollen die Kanäle 60-69 und jegliche anderen noch nicht genutzten Kanäle im UHF-Bereich gemischt mit DVB-T verwenden. Das weil eben die Privaten in vielen Gebieten DVB-T vernachlässigen und die ÖR aufgrund von Vorrangsrechten der Privaten nicht dürfen. In Gebieten, wo der Empfang von manchen DVB-T Privatpaketen heute noch geht könnte mit beginn der Internetnutzung auf UHF-Kanälen dort kein Empfang mehr sein - von beiden Diensten wohlgemerkt!

Hier im ländlichen Bereich gibt es schon einige Anbieter, die Internet über Funk realisieren und Gemeinden, die das nutzen. Mobilfunkanbieter kamen auch dorthin und sagten , wenn ihr mindestens soundsoviel Leute zusammenbekommt, bauen wir UMTS aus. Naja, wieso sollte das bei den anderen Frequenzen anderst sein? Wenn die einfach mal so ein großes Gebiet abdecken wollen, ist es mit der Bandbreite auch schnell Essig, wenn es viele Nutzer gibt. Da lohnt sich dann UMTS oder Wimax auch.

von CBS - am 08.09.2008 08:01
Meine Freundin hat mir gerade erzählt das ein Bekannter, mangels DSL Versorgung, schon Internet per W-LAN (ich denke das dürfte WiMAX sein) nutzt. Der hat eine spezielle Antenne aufs Hausdach und ein spezielles Funkmodem bekommen. Jetzt wartet er aber darauf das die Vertragslaufzeit ausläuft denn er kommt die meiste Zeit nicht über ISDN Geschwindigkeit hinaus. Von den manchmal sehr langen Reaktionszeiten ganz zu schweigen. Und dafür ist dieser WiMAX Zugang einfach zu teuer. Jetzt frag ich mich, da man ja von solchen "Engpässen" sehr oft hört, ob das ein generelles Problem von Internetzugängen per Funk ist, also Physikalisch begründet, oder liegt der Fehler hier bei den Providern weil sie einfach zu geizig sind genügend Bandbreite oder Funkkanäle zur Verfügung zu stellen?

von Spacelab - am 08.09.2008 08:14
Fehlende Frequenzen sind doch gar nicht das Hauptproblem. Um möglichst vielen Anwendern eine vernünftige Geschwindigkeit bieten zu können, ist ein engmaschiges Netz von Funkzellen (wie beim klassischen Mobilfunk) notwendig, damit nicht zu viele User am selben "Tropf" hängen müssen. (In dieser Beziehung sind die Anbieter bisher zu "geizig"...)
Daher ist die Aussage, dass die Internetprovider "Frequenzen mit Power" wollen, ziemlicher Blödsinn. Die Sendeleistungen dürften meist eher im mW- statt im W-Bereich liegen, was natürlich nicht heißen soll, dass der Rundfunk nicht gestört werden würde. Der einzige Vorteil von UHF-Frequenzen liegt in einer geringeren Dämpfung (durch Hindernisse) als im deutlich höheren Frequenzbereich, den Mobilfunk, WiMAX, WLAN & Co. verwenden.

Die Leserkommentare bei heise.de sind wirklich sehr krass:

Zitat

Die ARD ist der Lobbyist. Sie versuchen Menschen - z.B. auf dem Lande - ihr Recht auf Internet zu verwehren, bloß um selber mehr Profite durch höhere Erreichbarkeit zu machen.

Dazu fällt mir langsam nicht mehr viel ein... :wall:

von DigiBC - am 08.09.2008 09:18
Gerade bei der Bundesnetzagentur unter "Ausschreibungen" gefunden:

Gutachten Digitale Dividende - Kostenbetrachtung
06.10.2008

Zitat

Untersuchung der Digitalen Dividende / wirtschaftliche Auswirkungen

Das wirtschaftliche und technische Umfeld der Rundfunkverbreitung befindet sich in grundlegenden Veränderungen. Der analoge Fernsehrundfunk wird kurz- bis mittelfristig vollständig durch digitale Übertragungen ersetzt, für den Tonrundfunk werden ebenfalls digitale Übertragungssysteme eingeführt, neuartige Inhalteangebote auch über den klassischen Rundfunk hinaus stehen an und benötigen dringend geeignete Übertragungskapazitäten, um Kunden zu erreichen. Sowohl wegen der europaweiten Harmonisierung als auch wegen der ohnehin schon extrem dichten Belegung des Frequenzspektrums kommen für diese Veränderungen vor allem diejenigen Frequenzbereiche in Frage, die heute dem Rundfunkdienst zugewiesen sind. Aus diesem Grund muss Ressourcen schonend und effizient mit diesem Teil des Frequenzspektrums umgegangen werden.

Ziel des Gutachtens ist eine detaillierte Kostenbetrachtung und Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen bei der Harmonisierung der DVB-T-Frequenznutzung.

- Öffentliche Ausschreibung -

Ausschreibung vom 12.08.2008
Ablauf der Angebotsfrist: 06.10.2008


Das könnte die Reaktion auf ein Gutachten sein, das die EBU Anfang des Jahres veröffentlicht hat. Die Autoren bezeichnen die von Mobilfunkern in die Diskussion eingebrachten zukünftigen Milliardengewinne als "Mobil Myth" (Mobilfunkmythos):

Zitat

Einige von Mobilfunkunternehmen und der Geräteindustrie in Auftrag gegebene Studien behaupten, dass eine Nutzung der UHF-Frequenzen für mobiles Breitband Gewinne von mehreren Milliarden Euro ermöglichen würde. Wir nennen dies den „Mobile Myth“, den “Mobilfunkmythos”. Tatsächlich jedoch legt eine Analyse zur Wirtschaftlichkeit des Ausbaus mobiler Breitbanddienste in ländlichen Regionen über das UHF-Band nahe, dass die oben zitierten Annahmen ohne Substanz und dass die Businessmodelle für mobiles Breitband im UHF-Bereich äußerst zweifelhaft sind:

• Bereits heute stehen dem Mobilfunk ausreichend Frequenzen für Telefonie und mobile Breitbanddienste zur Verfügung; weitere 190 MHz bis 2600 MHz wurden gerade europaweit für die Mobilfunknutzung bewilligt.

• Die in Aussicht gestellten erheblichen Gewinne durch eine Zuweisung von Frequenzen an den Mobilfunk beruhen auf aggressiven Wachstumsprognosen zur Nachfrage mobiler Breitbanddienste.

• UHF-Frequenzen könnten zwar dazu dienen, mobile Breitbanddienste in ländlichen Regionen einzuführen, wenn der Schwerpunkt auf Reichweite und einer Verbesserung der Empfangssituation in Gebäuden, nicht aber auf Bandbreite gelegt wird; hierfür reicht jedoch das bereits verfügbare Frequenzspektrum von 450 MHz [Breite, MZ] und 890-900 MHz aus.

• Die bedeutendsten Faktoren, die in der Mobilfunkindustrie die Wirtschaftlichkeit von Frequenzen bestimmen, sind das Vorhandensein von kosten-effizienter Netzwerkausstattung und eine große Auswahl an Mobilfunkgeräten. Notwendige Skalenerträge (Economies of Scale), um mobile Breitbanddienste auf dem Lande zu ermöglichen, können nur erreicht werden, wenn in Europa einheitlich Frequenzen zur Verfügung gestellt würden. Dies ist jedoch im UHF-Band auf Grund nationaler Planungsentscheidungen zu Gunsten von digitalem Rundfunk unwahrscheinlich.

• Mobil- und Breitbanddienste können im UHF-Band zu erheblichen Störungen des digitalen Fernseh- oder Radioempfangs führen.


von Manfred Z - am 08.09.2008 10:19
Zitat
Der Schwabe
Und Deine Aussage zeigt mir, daß Du offenbar bisher kein einziges offizielles Schriftstück gelesen hast.
Darin stellen die betroffenen Gruppen das Vorhaben genau dar inkl. des Zwecks.


OK, zugegeben, ich kenne bisher nur Dokumente aus den USA, aber vielleicht kannst Du ja so nett sein, und aus dem von Dir erwähnten Schriftstück zitieren.

Aber auch ohne diese Argumente zu kennen, kann ich mir beim besten Willen kein Szenario vorstellen, wo "Frequenzen mit Power" - also höhere Sendeleistungen - irgendeinen Nutzen bringen würden, denn die Anzahl der Anwender, die sich einen Kanal teilen können, ohne dass die Bandbreite zu klein wird, ist begrenzt. Ein stärkerer Sender, der auch eine entsprechend starke Gegenstation beim Anwender erfordern dürfte, könnte zwar bestimmt einen Radius von 50 km und mehr abdecken, aber vielleicht nicht mehr als 20 Leute mit vernünftiger Bandbreite bedienen.
In unbesiedelten Gegenden - beispielsweise in irgendwelchen Wüstengebieten in den USA - mag das vielleicht noch vorstellbar sein (von den Kosten mal abgesehen), aber bestimmt nicht hier in Westeuropa. Sorry...

von DigiBC - am 08.09.2008 11:38
Es geht nicht um mehr Power (wie sollte man die in die Händys für den Rückkanal einbauen?), sondern um höhere Reichweite bei gleicher Power in dünn besiedelten Gebieten. Also braucht man tiefere Frequenzen (sagen die Mobilfunker). Dass auf einem 8 MHz breiten Kanal nicht viele Nutzer gleichzeitig Videostreams herunterladen können, werden die Dörfler und Einödler erst merken, nachdem sie abonniert haben.

von Manfred Z - am 08.09.2008 11:53
Ich vermisse den Versuch, es in ländlichen Gegenden zunächst mal mit UMTS zu versuchen. Hier im Flachland rund um Flensburg ist das komplette Band jenseits der Stadtgrenzen leer. Selbst im GSM1800-Bereich ist auf dem Land noch sehr viel Platz, während er in den Städten überquillt.
Wo DSL fehlt, müsste sich die UMTS-Installation doch eigentlich lohnen. UMTS-Antennen in entsprechender Höhe installiert dürften auch eine brauchbare Reichweite haben.

Wenn UHF-TV-Frequenzen umgewidmet werden, dann macht das m.E. nur in den Städten Sinn, denn hier sind die Mobilfunkfrequenzen tatsächlich knapp.

von peeraxel - am 08.09.2008 12:14
Zitat
Dehn
2.9.2008 • Digitale Dividende: Wittstock bekommt Testnetz
IFA-Logo 2007 Am 1. Dezember soll das für Wittstock geplante Projekt für einen breitbandigen Internet-Zugang über Rundfunk-Frequenzen im Raum Wittstock starten. Es wird zunächst 60, später 100 Teilnehmer haben. Die M...............

http://www.dehnmedia.de/?page=update

von mor_ - am 08.09.2008 17:42
So recht ist das auch nicht zu verstehen. Gerade bei Heise war zu lesen, daß die Telekom weniger auf VStn (Vermittlungsstellen), sondern mehr auf abgesetzte periphäre Einheiten, quasi im KVz, setzen will. Führt man da, und so ist es vorgesehen, mit Glas zu könnte man von dort abgehend zum Splitte weit häufiger noch DSL fahren als z. Zt. möglich, respektive der auch dann möglichen höheren Bandbreiten. Natürlich ist mir auch klar, daß nicht im jedem Dorf auch ein KVz stehen muß, oftmals sind die Kabel direkt per Spleiß in einer Muffe miteinander durchverbunden; und bis zur Muffe ist die Führung natürlich aus aus Kupfer. Aber auch da muß man fragen, womit man bezüglich Bandbreite besser fährt: DVB-T vergewaltigen oder bis in ein Dorf einen Fiber-Link nachziehen... Den kann man dann natürlich auf EU-Geheis wieder regulieren :D , ansonsten wären die Kunden dahinter wohl uninteressant :-( .

von Thomas (Metal) - am 08.09.2008 18:16
Fakt ist aber auch, daß die Telekom wieder mit Richtfunk experimentiert.
Letztens war in der Landesschau RP ein Bericht über ein relativ kleines Nest,
das von der Telekom mittels Richtfunk angebunden wurde.
Das Ganze sah aus, wie die von VDSL bekannten grauen Blechkisten
und daneben war ein kleiner Rohrmast mit der Antenne oben dran.
Die Antenne selbst war keine Yagi, sondern eine gekapselte runde Schachtel,
ähnlich der früher üblichen RiFu-Antennen. Ich vermute mal > 5GHz.
Die ganze Technik soll 80000 Euro gekostet haben.



von Nohab - am 08.09.2008 18:28
Und auf SPON geht's weiter

http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,579600,00.html

Laut dem Artikel dort alles schon bestents organisiert und geht 2009 los. :-(

Nachtrag:
Laut http://www.teltarif.de/arch/2008/kw39/s31363.html
und
http://www.heise.de/newsticker/Bundesnetzagentur-will-neue-UMTS-Lizenzen-vergeben--/meldung/116289
ist der TV bereich davon nicht betroffen. Insofern also etwas vermischt beim Spiegel.

von CBS - am 22.09.2008 13:18
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