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Radioforum
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12
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
dxbruelhart, frequenzfreak, alqaszar, Wrzlbrnft, elchris, Brubacker

Radio L: Vom Privatfunk zum staatlichen Radio Liechtenstein

Startbeitrag von dxbruelhart am 23.08.2003 05:57

In Liechtenstein wird das private Radio L zum öffentlich-rechtlichen Staatssender Radio Liechtenstein umgebaut

Der private Sender Radio L, der aufgrund der angespannten Finanzlage vor wenigen Wochen beim Staat angeklopft hat, soll in ein öffentlich-rechtliches Radio umgewandelt werden. Laut Antrag der Regierung soll das Land den Sender für 3,1 Mio. Franken von der Radio-TV AG übernehmen. Deren bisheriger Präsident Peter Ritter hat in den letzten Jahren 12 Mio. Franken in den Sender investiert und wollte nicht mehr weiter Gelder einschiessen. Das Personal wird von 35 auf 23 Vollzeitstellen reduziert. Eingespart wird auch bei den Sendestrecken, die von vier auf drei Schichten zurückgefahren werden. Stark redimensioniert wird die aufwändige Online-Redaktion des Senders. Künftig soll Radio Liechtenstein vom Staat pro Jahr 1,5 Mio. Franken erhalten, das sind fast 50 Prozent mehr als bisher. Das Ganze muss allerdings noch vom Landtag abgesegnet werden.
Die neu dazugewonnen Gelder sollen noch dieses Jahr in neue Senderstandorte investiert werden. Welche das sind, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen.

Antworten:

Damit hätte dann auch Liechtenstein einen staatlichen Sender.

Vor Jahren glaubte ich einmal Gerüchte gehört zu haben, das Liechtenstein eine leistungsstarke Frequenz auf dem Säntis nutzen wollte. Ist da was dran und wenn ja, wie sieht das heute aus? Lief das vielleicht "im Tausch" gegen die starke MW 1386 kHz, welche die Schweiz ja verhindern wollte?

von alqaszar - am 23.08.2003 12:11
@ alqaszar: Säntis kann ich mir schlecht vorstellen, da nun alle koordinierten Frequenzen verbraucht; obwohl - die 107,1 war ja auch mal für den Säntis koordiniert, aber da hats nun rund um den Säntis kleinere Sender auf 107,1 in Betrieb (Salen mit DRS 3, R. Toxic in St. Gallen, aber auch R. Ton aus Aalen. Die 107,8 kam ziemlich spät, erst im Mai 2000, und damit ist der Säntis wohl wirklich komplett, da müssten die 3 Sender auf 107,1 weg, dann könnte man die 107,1 doch noch (mit Richtstrahlung) einsetzen; ich glaube aber kaum, dass das so kommt.
Nicht auszuschliessen ist aber, dass doch hinter den Kulissen irgendwas gelaufen ist.
Gestern sah ich aber auf dieser Seite http://developer.updateag.ch/radiol/index.php?head=head&nav=start&content=start&teaser=teaser&skyscraper=skyscraper&footer=footer&newsID=7180&nav=Liechtenstein , dass Radio L die Standorte Valzeina-Mittagberg und Walenstadtberg bekäme; auf der erneurten Fassung der Seite, die jetzt online ist, ist davon aber nichts mehr zu finden. Ich denke, Radio L wird künftig wirklich auch von Schweizer Standorten aus senden, nur Säntis wird wohl doch kaum werden.

von dxbruelhart - am 23.08.2003 12:34
@dxbruelhart

Merci für den Link!

die Gerüchte, von denen ich sprach, habe ich vor ca. 10 Jahren gehört, ich meine das in der inzwischen eingestellten Zeitschrift "Radio-Welt" gelesen zu haben. Das bezieht sich also auf einen Zeitraum vor dem Sendestart von Radio L.

von alqaszar - am 23.08.2003 15:21
@dxbruelhart:

Hat Liechtenstein überhaupt ein eigenen Landtag?



von frequenzfreak - am 23.08.2003 16:48
@ frequenzfreak: Genau, der Landtag ist das liechtensteiner Parlament. Sie müssen nun noch darüber befinden, ob sie Radio L wirklich zum Staatssender machen wollen

von dxbruelhart - am 23.08.2003 21:08
Ou!! Sie haben sogar ein eigenes Parlament. Ich dachte das wäre ein reines Fürstentum. Bis jetzt übernehmen sie ja die Schweizer Sender (DRS,RSR,RSI oder)?



von frequenzfreak - am 24.08.2003 13:02
Müssen sie garnicht, die empfangen afaik alles auch vom Säntis, groß ist Liechtenstein ja wirklich nicht. So um die 30.000 Einwohner hats nur.

von elchris - am 24.08.2003 15:26
Wenn Radio L zum öffentlich-rechtlichen wird, dann müsste doch eigentlich der offizielle Versorgungsauftrag der SRG SSR idée suisse für Liechtenstein enden, oder? Wäre interessant ob DRS 1-3 dann von den FL-Füllsendern abgeschaltet wird. Liechtenstein hat sich im letzten Jahrzent ja ein wenig von der Schweiz gelöst, z.B. in Fernmeldefragen wo man jetzt eine eigene Landesvorwahl hat, eigene Mobilfunknetze und eine eigene "Telecom FL" statt der Swisscom.

von Brubacker - am 24.08.2003 15:51
Hat denn die SRG noch einen Versorgungsauftrag für FL? Gebühren müssen von den Liechtensteinern ja schon länger nicht mehr gezahlt werden...



von Wrzlbrnft - am 24.08.2003 18:06
@Wrzlbrnft:

Warscheinlich machen die noch Werbung für DRS, RSR und RSI.

PS: Fette Signatur!!!!!



von frequenzfreak - am 24.08.2003 18:43
aus dem Liechtensteiner Vaterland vom 3. Oktober:

Das künftige Radio Liechtenstein will sein Sendegebiet in der Schweiz und in Vorarlberg massiv ausbauen. Gegen die Expansionspläne auf Schweizer Gebiet regt sich Widerstand von Schweizer Privatradios. Auf Vorarlberger Gebiet stehen die geplanten Sender in Bludenz und am Bregenzer Pfänder bereits jetzt ausser Diskussion.

Radio Liechtenstein: Geplante Erweiterung des Sendegebiets steht in den Sternen

Radio Ri und Radio Grischa wehren sich gegen Liechtensteiner Radio-Expansion

Im Zuge der Umwandlung von Radio L ins staatliche Radio Liechtenstein mit 1. Januar 2004 soll das Sendegebiet des Radios auf Schweizer und Vorarlberger Seite erweitert werden. Um die Pendlerströme nach Liechtenstein besser abzudecken, sagt die Regierung - um mehr Werbung zu verkaufen, sagen die Kritiker. Letztere haben Widerstand angekündigt.

VON JOHANNES MATTIVI

Derzeit strahlt Radio L sein Programm von drei Sendestationen ab. Die Sender stehen in Vaduz Erbi, in Malbun und im schweizerischen Rüthi. Von dieser Sendestation aus erreicht Radio L schon jetzt weite Gebiete jenseits der liechtensteinischen Landesgrenzen. Doch diese Sendegebiete genügen der Regierung, die Radio L demnächst verstaatlichen will, noch nicht. Laut Regierungsbericht soll das Sendegebiet für das künftige öffentlich-rechtliche Radio Liechtenstein massiv erweitert werden. Denn Radio Liechtenstein soll nicht nur die Grundversorgung für das Land sicherstellen, sondern es will nach dem Vorhaben der Regierung auch die ca. 16'500 Pendler, die täglich aus der Schweiz und Vorarlberg nach Liechtenstein zur Arbeit fahren, mit dem Programm des Landessenders versorgen. Zu diesem Zweck soll Radio Liechtenstein künftig sein Programm von sieben weiteren Sendemasten auf Schweizer und Vorarlberger Gebiet abstrahlen. Geplant sind neue Sendestationen im Bündner Valzeina, oberhalb von Landquart, am Buchserberg, am Walenstadtberg, im Walenseetunnel sowie in Bludenz, Feldkirch und am Bregenzer Pfänder.

Warum sollen Pendler Radio Liechtenstein hören?

Die geplante Sendegebietserweiterung ist bereits auf vielfältige Kritik gestossen. Die Kernaufgabe eines öffentlich-rechtlichen Landessenders muss die Versorgung des eigenen Landes sein und nicht die Versorgung etwelcher «Pendlerströme» auf ausländischem Staatsgebiet, war während der Radio-L-Debatte im September-Landtag zu hören.
Nicht verwunderlich vermutet Max Müller, Geschäftsführer von Radio Ri in Buchs, ganz andere Absichten der Regierung hinter der geplanten Sendegebietserweiterung für Radio Liechtenstein. Nicht die Versorgung von Pendlerströmen sei das Ziel, denn warum sollten Pendler auf dem Weg zur und von der Arbeit Nachrichten aus Liechtenstein hören wollen? Max Müller: «Pendler wollen doch eher wissen, was während ihrer Abwesenheit in der Heimat passiert - deshalb werden sie ihre heimischen Radiosender einschalten.» Das wahre Ziel der Sendegebietserweiterung liegt für Müller auf der Hand: Radio Liechtenstein soll ein ausgeweitetes Gebiet bestrahlen, um aus den neu erschlossenen Regionen Werbeeinnahmen zu lukrieren. Der Sender Valzeina würde das Bündnerland bis Chur und das Tal bis zum Walensee abdecken - und keine Ecke Liechtensteins, weil ein Gebirgszug im Weg steht -, der Sender Walenstadtberg würde ins Werdenberg strahlen, die Sendestation am Bregenzer Pfänder würde in den Raum St. Gallen-Thurgau vordringen. Auf diesem Weg sollen dann die von Radio Liechtenstein in Zukunft geplanten zwei Millionen Werbe-Franken jährlich in die Kassen des Senders strömen. Die staatlich garantierte Verlustabdeckung von 1,5 Mio. Franken pro Jahr kommen zu den Einnahmen des Radiosenders noch dazu.

Einsprache beim Bakom wegen Wettbewerbsverzerrung

Aufgrund der künftig geballten Radio-Liechtenstein-Finanzkraft aus staatlichen Geldern plus erweiterten Werbeeinnahmen aus der Region befürchten die Schweizer Privatradiosender Ri und Grischa Wettbewerbsverzerrungen auf dem Markt, die zu Lasten der Schweizer Privatradios gehen. Deshalb sind Radio Ri und Grischa bei der Schweizer Radioüberwachungsbehörde Bakom vorstellig geworden, um ihre Existenzrechte gegen die Expansionspläne von Radio Liechtenstein zu behaupten.
Seitens des Bakom ist noch keine Entscheidung gefallen, ob Radio Liechtenstein inskünftig vermehrt von Schweizer Sendemasten abstrahlen darf. Das Verfahren sei am Laufen, hiess es auf telefonische Anfrage des «Liechtensteiner Vaterlands», es werde Gespräche mit der Liechtensteiner Regierung um eine einvernehmliche Lösung im Sendegebietsstreit geben. Allerdings sei auch klar, dass das Bakom die berechtigten Interessen der Schweizer Radiosender schützen werde.

von dxbruelhart - am 16.10.2003 07:02
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