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Zeitverzögerung zwischen Analog- und Digitalempfang

Startbeitrag von Westwind am 19.10.2008 07:58

Zwischen Analog- und Digitalempfang (DVB-T und DAB-Radio, speziell bei DVB-S) gibt es immer eine Zeitverzögerung von 4-10 Sekunden. Aufgefallen ist mir dies während der letzten Fussball-EM, als meine Nachbarn - offenbar noch Analog-TV Zuseher (ich schaue digital) - bei geöffnetem Fenster einige Sekunden vor dem Torschuss brüllten und jubelten.

Offenbar kostet die digitale Signalaufbereitung viel Zeit - senderseitig und empfangsseitig - insbesondere, wenn ein DVB-T Sendernetz über Satelliten versorgt wird (zusätzlich je 36'000 km Up- und Downlink + Feinverteilung). Auch auf dem Kabel (ebenfalls UKW-Radio) ist die Zeitverzögerung spürbar, Tatsache, dass die Kopfstellen mehr und mehr digital gespiesen werden.

Mir fällt auch auf, dass bei DVB-T und DVB-S Bild und Ton nicht immer lippensynchron sind. Mich hätte nun interessiert, ob dies an der Qualität des Receivers liegt - oder verlassen die Bild- und Tonsignale bereits unsynchronisiert das TV-Studio?

Antworten:

Das Problem der Synchronität hatte ich auch gelegentlich bei DVB-S beobachtet, konnte es aber immer auf den Receiver (Baumarkt) schieben. Nach dessen Neustart war es nämlich wieder synchron.

Natürlich können die Encoder senderseitig verrückt spielen, aber das ist normalerweise sicher nicht der Fall. Im Transportstrom sind Audio und Video synchronisiert, d.h. über den Übertragungskanal kann dann nichts mehr schiefgehen (außer wenn die Fehlerkorrektur versagt, aber dann passieren noch ganz andere Dinge).

von Ex-Trierer - am 19.10.2008 08:33
Zitat
Westwind
Mir fällt auch auf, dass bei DVB-T und DVB-S Bild und Ton nicht immer lippensynchron sind. Mich hätte nun interessiert, ob dies an der Qualität des Receivers liegt - oder verlassen die Bild- und Tonsignale bereits unsynchronisiert das TV-Studio?

Besonders deutlich ist die Asynchronität zwischen Bild und Ton bei ARD und ZDF seit die Bitraten angehoben wurden. Zunächst suchte ich den Fehler auch bei meinen Receivern, was auch zum Teil richtig war, je nach Hersteller und Typ mehr oder weniger.
Ich empfange jedoch noch 6 Analogsender über Antenne und da besteht das gleiche Problem. Die Asynchronität wird also schon im Studio produziert.
Ganz krass wars mal bei einer Fußballübertragung bei den Interviews nach dem Spiel mit Kerner.
Ich bin schier ausgerastet.
Eine Mail, die ich deswegen mal ans ZDF schickte, blieb ohne Reaktion.

von manfredp - am 19.10.2008 08:59
Die größte Zeitverzögerung beim Digitalsignal entsteht durch das Puffern im Empfänger. Über den PC kann ich diesen Puffer so weit verringern das es nur noch ganz geringe Zeitunterschiede gibt, aber dann brauch man nur schief zu schauen und das Bild bleibt hängen oder der Ton stottert. Außerdem gibt es gerade dann auch Probleme mit der Syncronisation.

Die meisten Unsyncronitäten entstehen im Empfänger wegen mangelhafter Software, zu kleinem RAM Speicher und so weiter... Manchmal kommt es aber auch schon beim Sender und Unsyncronitäten. Meistens passiert das bei Liveübertragungen wenn das Signal durch schlechte, sprich viel zu schmalbandige Leitungen gequetscht wird, oder das Signal kommt erst über zig Umwege im Studio an. Manchmal gibt es dort auch schon die ersten Kompressionsartefakte zu bewundern bevor das Bild durch die MPEG Encoder für die DVB Übertragung wandert. :rolleyes:

von Spacelab - am 19.10.2008 09:13
Letzte Analog-TV-Sender zum Vergleichen: Feldberg im Schwarzwald (ARD/Das Erste K 8), Hornisgrinde (K 9) in Süddeutschland und der ganzen Nordschweiz empfangbar (vermutlich bis anfangs November 2008 bis zur Totalumstellung).

In der Schweiz haben wir noch vereinzelte Privat-Umsetzer in den Alpen (am Jahresende Abschaltung geplant).

Kabelnetzgesellschaften hatten teilweise eine analog aufbereitete Glasfaserleitung zu den Studios des Schweizer Fernsehens (heute grösstenteils auch schon digitalisiert).




von Westwind - am 19.10.2008 11:09
Also ich finde die zeitliche Verögerung besonders schlimm. Gerade beim Fussball ist es ärgerlich. Warum beheben die Verantwortlichen das nicht? Ob nun analog oder digital von Langenberg gesendet wird. Eigentlich darf es da doch keine Verzögerung geben.



von pfennigfuchser - am 19.10.2008 11:10
Oder andersherum: Warum werden keine Empfänger gebaut, bei denen man die Pufferzeit nachstellen kann?

Wäre sinnvoll.


von shianne - am 19.10.2008 12:53
Ich hoffe mal, dass die Sendeanstalten nach der Digitalisierung einen gewissen Vorlauf ins Programm einbauen, so dass die tagesschau 20:00:00 Uhr auch wirklich um 20:00:00 und nicht um 20:00:03 anfängt.
Die BBC bekommt das (zumindest via DVB-S) sekundengenau hin mit den Nachrichten auf BBC ONE.

von Sebastian Dohrmann - am 19.10.2008 13:11
Nach dem Tagesschau-Gong wollte ich auch gerade fragen, wie das in Zukunft realisiert werden soll, dass der stimmt. :)

Ein gutes Thema! Die Frage, die ich hauptsächlich zu diesem Thema habe, vielleicht könnt ihr mir ja helfen: Wie kann das sein, dass die DVB-T-Ausgabe nochmal 3 Sekunden hinter DVB-S hängt? So gesehen v.a. auch bei den letzten EM-Spielen. Wir haben mit DVB-T im Carport gesessen und bei Nachbars (DVB-S) wurde immer früher als bei uns gejubelt. Wobei mein Nachbar auf Nachfrage sagte, dass sogar sein Satreceiver geringfügige Verzögerung zu dem seiner Eltern im Untergeschoss (oder anders herum) hat - was o.g. genannte Aussage zum Puffer verschiedener Geräte unterstützen würde.

Ich meine, "mein" DVB-T hängt doch wohl nicht an einer Satzuführung, oder? Das würde ja den Vorteil des Ausfallschutz gegenüber Sat ad absurdum führen. Außerdem ist es schon mehrfach vorgekommen, dass sich DVB-S bei uns wg. Gewitter/Wolkenbruch verabschiedet hatte, aber DVB-T (evtl. mit leichter Klötzchenneigung mit Moment des Blitzen) weiter lief. Der Teutoburger Wald, von dem ich empfange, ist ja nicht gerade ein kleiner Füllsender... Wie kann das also sein? Ist das muxen des DVB-T-Paketes komplexer als über Sat? Oder kann es daran liegen, dass ich auf jeden Fall zumindest tw. über eine Gebirgereflexion empfange und das Puffern der Daten schwieriger ist?

von Dennis_OWL - am 19.10.2008 14:01
Hier in Obrigheim genauso:

K27 Mux von HD-Königsttuhl (27 km)
K30 ZDF von Mudau (17km)
K53 SWR Mux
K57 SWR Mudau

Mudau ist fast 7 Sekunden schneller.

Kann man auch noch bis November beobachten, ich hab hier noch n alten S/W Fernseher von Hitachi son tragbarer aus den 70ern, den nutze ich am Bett noch heute.

Mudau und Binau sind dann auch Geschichte.

Ich hab hier noch auf Kanal 41 ARD Analog und auf Kanal 9, wo kommen die noch her ?

von DX-Matze - am 19.10.2008 14:13
K9 ist Hornisgrinde, K41 könnte eine Örtliche Füllsender sein.

von Jassy - am 19.10.2008 14:16
Ahh ich habs: K41/24/60 - Mosbach-Hardhof

Is mir völlig neu, ich kenn nur die Mosbach-Hamberg-Funzel mit SunshineLive

von DX-Matze - am 19.10.2008 14:21
Zitat
Sebastian Dohrmann
Die BBC bekommt das (zumindest via DVB-S) sekundengenau hin mit den Nachrichten auf BBC ONE.

Und das geht? Wir haben hier im Haus vier DVB-S Receiver und alle haben andere Verzögerungen.

Zitat
shianne
Oder andersherum: Warum werden keine Empfänger gebaut, bei denen man die Pufferzeit nachstellen kann?

Wäre sinnvoll.

Wie von mir schon weiter oben geschrieben ist das technisch nicht möglich. Es käme zu permanenten Bild- und/oder Tonausfällen. Denn der Decoder im Empfänger braucht schon eine gewissen Zeit um Übertragungsfehler auszugleichen. Vor allem werden die Fehlerkorrekturdaten ja auch erst Zeitversetzt gesendet. Es wäre ja auch nicht wirklich sinnvoll diese gleichzeitig mit dem Nutzsignal zu senden. :rolleyes:

von Spacelab - am 19.10.2008 16:12
Na das hört sich jetzt so an als wären da minutenlange Verzögerungen drinn. Auch in analogen Empfänger Zeiten glaube ich nicht das alles noch so 100%ig Live war. Eine gewisse Verzögerung gibt es immer.

von Spacelab - am 19.10.2008 16:28
Das bringt halb die Digitaltechnik so mit sich.

Nicht nur Vorteile.


von Morphymen - am 19.10.2008 16:29
Die Radiohörer sind eben im Vorteil, solange sie noch analog empfangen können.

von Morphymen - am 19.10.2008 16:35
Zitat
Spacelab
Zitat
Sebastian Dohrmann
Die BBC bekommt das (zumindest via DVB-S) sekundengenau hin mit den Nachrichten auf BBC ONE.

Und das geht? Wir haben hier im Haus vier DVB-S Receiver und alle haben andere Verzögerungen.

Also hier stimmt's immer. Wie gesagt, ich rede von den Hauptnachrichten auf BBC ONE. Nicht BBC NEWS oder BBC WORLD NEWS. Da wird das Ganze leider manchmal etwas "schlampig" behandelt.
BBC WORLD NEWS hink auf Astra 19.2 dem Signal von Hotbird 13° auch fast 4 Sekunden hinterher. Da ist dann eben Essig mit Genauigkeit.

von Sebastian Dohrmann - am 19.10.2008 16:38
Ja das ist halt der Nachteil der digitalen Technik. Dann hilft dir nur Radio hören. Solange es noch analog ist.

von Spacelab - am 19.10.2008 16:40
Na nu übertreibt ihrs doch etwas oder,auf die paar sch**** Sekunden kommts doch net drauf an oder ?
Wer hört denn schon ein Fußballspiel im Radio zeitgleich wenn er TV schaut ?
Und ob der Gong nun genau 20:00 kommt oder 3 Sekunden später,was macht das schon,ich sitz net mit ner Funkuhr danebn und stoppe das ;)

Mir reichts wenn ich 20:15 die Glotze anmach und mein Abendfilm kommt bzw 18:45 meine Nachrichten beginnen.....

von Robert S. - am 19.10.2008 16:52
Ganz meine Meinung. :cheers:

von Spacelab - am 19.10.2008 17:47
Zitat
BlackDay
Ich hab hier noch auf Kanal 41 ARD Analog und auf Kanal 9, wo kommen die noch her ?

Das Signal auf Kanal 9 bei dir in Obrigheim kommt aus Eberbach (vom gleichen Sender, von dem auch SWR1/2/3 kommen).

von Manager. - am 19.10.2008 18:25
Finde die Zeitverzögerung überhaupt nicht lästig. Man weiß es und gut. Was sind schon 2-3 Sekunden.
Selbst die Funkuhr stimmt nicht. Was diese justement anzeigt, ist auch schon Vergangenheit. Ist natürlich nur ein Bruchteil einer Sekunde, aber immerhin.

Ürigens Zeitverzögerung gibt es nicht nur bei unterschiedlichen Geräten, sondern auch beim Empfang von gleichen Programmen verschiedener Senderstandorte. Habe ich bei DVB-t festgestellt.
Z.B. mdr, WDR z.B. vom Brocken ist schneller als vom Torfhaus (WDR) oder Heidelstein (mdr).
Dagegen beim hr (Torfhaus und Heidelstein) keine Verzögerung feststellbar.

10 Sekunden Zeitverzögerung? Hm, bisschen übertrieben, wie ich finde.
Zitat

Hier ist der automatische Anrufbeantworter von Heinz Schwalbe. Leider bin ich nicht zu Hause. Sie können aber.....

So, das sind in etwa 10 Sekunden.

Schließe mich Robert S und Spacelab an und sag: Sch*** auf die paar Sekunden.


von bikerbs - am 19.10.2008 22:05
Man sollte aber bedenken, dass die Verzögerungen dann blöd sind, wenn gerade in Wien das IBC Stromausfall hat und die Schweizer mit ihrem Bild 3 Sekunden vor Bela Rethy liegen. Da das bei der UEFA auch weiterhin zu erwarten ist... :joke:

von Ex-Trierer - am 20.10.2008 05:24
Zitat
robiH
Tut mir leid, aber wenn im TV das Tor 6 Sekunden später fällt als auf UKW, raubt mir das jeden Spaß am Fußball.

Der normale Konsument schaut entweder das Spiel im Fernsehen oder hört es im Radio. Aber man kann sich natürlich, wenn man robiH heisst, auch künstlich über solche Kinkerlitzchen aufregen, um mal wieder die allgemeine Sinnbefreitheit digitaler Übertragungswege erwähnen zu können... :rolleyes:

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 20.10.2008 06:49
Genau sowas hab ich mir auch gedacht als ich den "Beitrag" von robiH gelesen habe. :rolleyes:

von Spacelab - am 20.10.2008 06:52
Genau, auch Funkuhren können nachgehen, wenn kein Funksignal empfangen wird, und kaum einer nimmt davon Kenntnis, da bei Zeigeruhren keine Empfangsanzeige vorhanden ist.

von Morphymen - am 20.10.2008 07:00
Zitat
Morphymen
Genau, auch Funkuhren können nachgehen, wenn kein Funksignal empfangen wird, und kaum einer nimmt davon Kenntnis, da bei Zeigeruhren keine Empfangsanzeige vorhanden ist.

Doch, sowas gibts - wenn sie einen Sekundenzeiger haben. Viele Funkuhrmodule bewegen nach mehreren Minuten bzw. einem Empfangsfenster ohne Empfang den Sekundenzeiger zur Indikation im Zweisekundentakt.

von teucom - am 20.10.2008 07:05
Sorry, dass ich den alten Thread mal wieder ausgrabe.

Ich hab heut Nachmittag mal ein wenig bei der Tour de France reingeschaut, und musste mit etwas Erstaunen feststellen, dass das Signal von France 2 um 15 (!) Sekunden hinter jenem vom Eurosport analog (Kabel Deutschland) hinterher hinkte.
France 2 empfange ich dabei über Astra.

Dass es durchaus Unterschiede zwischen den Empfangswegen gibt, ist schon klar, aber die 15 Sekunden fand ich schon etwas seltsam. Wo liegen hierfür die Ursachen?

von Bengelbenny - am 10.07.2010 18:34
vlt muss in Frankreich zeitverzögert gesendet werden.

Ausserdem läuft France 2 ja über CSat einem Pay TV Anbieter.

von Marcus. - am 10.07.2010 18:41
Das ist nichts ungewöhnliches bei den Franzosen. Das SAT-Signal hängt öfters bis zu 30...40 Sekundem dem Terrestrischen hinterher, ebenso die Übernahme der Inlandsprogramme auf TV5. Das wird halt intern gebuffert, aus technischen oder Programmlaufgründen.

In Singapur macht man das bei der WM sogar wegen der ständig spuckenden und rotzenden Spieler... :) -- In Singapur ist solches Betragen in der Öffentlichkeit Geldstrafbewehrt, da will man keine prominenten "Vorbilder".

von teucom - am 10.07.2010 18:46
Also grad gecheckt via DVB-C bei Kabel BW:

ZDF (Glasfaser), Eurosport (Astra), France 2 (via 5° West oder DVB-T)

Also zeitlich gibts max. unterschiede von 2-3 Sekunden weiß nicht warum das das bei dir so hinterher hinkt.

Das schönste und knackigste Bild hat ZDF dann France 2 und dann Eurosport


Gruß SAT-Dish :cheers:

von SAT-Dish - am 11.07.2010 15:01
Heut sind die Zeitunterschiede auch hier geringer. Nur weiß ich beim besten Willen nicht warum!
Diese 2-3 Sekunden sinds heut auch hier, nur war dies gestern eben nicht so!

von Bengelbenny - am 11.07.2010 15:06
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