Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Radioforum
Beiträge im Thema:
84
Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
FM-FREAK HESSEN, hetietz, PowerAM, Kay B, Manager., Chief Wiggum, Robert S., 99,9, mobi, Weltempfängermatze, ... und 30 weitere

Funkmast Berlin-Frohnau wird gesprengt

Startbeitrag von Chief Wiggum am 03.01.2009 11:43

Noch unbestätigt, aber am 18. Januar 2009 soll der 358 Meter hohe Richtfunkmast in Frohnau gesprengt werden.

-> http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11384689/61129/Sprengung-des-Frohnauer-Funkturms-auf-Januar-verschoben-Tage.html

Die 50 interessantesten Antworten:

Und wieder verschwindet ein Relikt des Kalten Krieges.

Was mich allerding sehr wundert ist, daß man für den Mittelwellensender auf 1485 kHz einen neuen Mast installiert hat, der mit 10 Metern Höhe eigentlich viel zu niedrig für die Mittelwelle ist und dessen Antenne einen niedrigen Wirkungsgrad haben dürfte. Zudem dürfte der Abstrahlwinkel sehr steil sein und einen Großteil der HF-Energie in den Himmel blasen, was nachts selbst hier in Süddeutschland ein DRM-Rauschen auf 1485 kHz verursacht.

Da wäre es doch einfacher gewesen, von dem 359 Meter hohen Mast eine Langdrahtantenne abzuspannen. Einfach einen 200 Meter langen Draht und man hätte einen schönen flachen Abstrahlwinkel und zudem einen sehr guten Wirkungsgrad.


von Kay B - am 04.01.2009 00:32
Zitat

nachts selbst hier in Süddeutschland ein DRM-Rauschen auf 1485 kHz verursacht.


Ich denke, das ist eher SWR Cont.Ra, 1485KHz, Rheinsender (Sprendlingen-Wolfsheim) 0,42kW in DRM. Falls der noch sendet.

von Japhi - am 04.01.2009 11:38
Schade. Der Mast war ja richtig aufwändig gebaut, mit Aufzug der fast bis ganz nach oben fährt. Aber die UKW-Sender konzentrieren sich ja lieber in Stadtmitte (Alex-Turm). Und für DVB-T scheint kein Interesse an diesem Standort zu bestehen.

von Optimierer - am 04.01.2009 12:29

der Unterhalt des Funkmast wird zu hoch sein und Berlin ist pleite,da ist Sprengung die billigste Lösung.
Auch in Wiederau steht ein Mast "leer" rum (ex VHF+MW),da wird sicherlich auch bald gesprengt werden.

Schönes 2009 noch -- Gruss - Hempe





von Hempe - am 04.01.2009 12:58
Wie dem oben verlinkten Zeitungsbericht zu entnehmen ist, soll ja auch "das Gegenstück" (der 344 m hohe Mast beim Sender Höhbeck) am gleichen Tag gesprengt werden.

Sachdienliche Hinweise auch zu dieser Funkmast-Sprengung bitte an dieses Forum. ;)

von Manager. - am 05.01.2009 19:56
Es ist zu verstehen, dass im Zeitalter der Satellitenverbindungen bestimmte Anlagen nicht mehr benötigt werden.
Der 358 m hohe Mast wäre früher sicher ideal gewesen, die Reichweite in die DDR zu verbessern.
In einigen früheren Threads wurde schon darüber diskutiert.

von hetietz - am 05.01.2009 20:14
Zwei so beeindruckende Masten werden einfach dem Erdboden gleichgemacht. Statisch schon deshalb sehr aufwendig gebaut, da neben der Betriebskanzel (fast) an der Mastspitze auch noch ein Fahrstuhl. In zwei Wochen werden also nur noch Bilder an die Masten erinnern:

http://www.senderfotos-bb.de/hoehbeck.htm

http://www.senderfotos-bb.de/frohnau.htm



von Radiation - am 05.01.2009 20:38
Laut Dem deutschen Abbruchverband findet die Sprengung am 8.2.09 um 13 Uhr statt.

von _Nordostler_ - am 05.02.2009 20:32
Schade. :( Ich bin am Wochenende weit entfernt. Und am Montag wird nicht mehr viel zu sehen sein.

Am Sonntag duerfte es dan in der Naehe einige Vollsperrungen und Evakuierungen geben.

von PowerAM - am 05.02.2009 22:59
Unter
http://www.dfmg.de/htcms/ueber-funktuerme/turmspecials/berlin-frohnau.html
gibt es weitere Infos zur Sprengung, aber auch zur Geschichte. Durchaus gelungen sind m.E. die Hintergrundinformationen (pdf-Datei).
Außerdem gibt es heute in der rbb-Abendschau um 19.30 Uhr wohl einen Vorabbericht.

von Klausi69 - am 06.02.2009 16:51
Echt klasse, die Hintergrundinformationen von Herrn Dr. Rudolf Pospischil und seinen Mitarbeitern.

Da klärt sich einiges auf, dass wir damals noch nicht so ganz auf dem Schirm hatten:

http://forum.mysnip.de/read.php?8773,374580

Und es stellen sich neue Fragen:
Abhörkabine für die Alliierten in 324m Höhe?? :cool:

Wie kann man analog gleichzeitig so viele Telefongespräche übertragen?

von FM100 - am 06.02.2009 18:03
Wie muss ich mir denn diese Abhörkabinen vorstellen? Saßen da wirklich arme SchwXXXX drin und lauschten, oder sagt man das nur so?
Wo sind die "Besetzungsmitglieder", die sich hier zu Wort melden könnten?

von Christianus - am 07.02.2009 12:02
12000 gleichzeitige Telefongespräche bei 3 kKz Bandbreite zu übertragen ist bei 36 MHz Gesamtbandbreite per Richtfunk überhaupt kein Problem ( falls das überhaupt analog passierte )

die Abhörkabine wurde sicher nicht zum Belauschen der Telefongespräche verwendet, vielmehr konnte von so einer exponierten Stelle weit in ( damals noch ) Warschauer Pakt Land gelauscht werden ( i.W. Abhören von militärischem Funkverkehr ). An der damaligen BRD Ostgrenze gab es weitere solcher Mithörtürme. ( und mitunter auch auf der damaligen DDR Westseite, manchmal sogar direkt in Sichtweite zueinander ).

von Werner53 - am 07.02.2009 14:57
Zitat
FM100
Echt klasse, die Hintergrundinformationen von Herrn Dr. Rudolf Pospischil und seinen Mitarbeitern.

Zustimm. Das ist gut gemacht.

Zitat
FM100
Und es stellen sich neue Fragen:
Abhörkabine für die Alliierten in 324m Höhe?? :cool:
Wie kann man analog gleichzeitig so viele Telefongespräche übertragen?

Ich denke mal, daß in den Abhörkabinen keiner drinsaß, sondern wie auf den Betriebsgeschossen der Beton-FMTs schlicht nur die Technik untergebracht war.

Die Lösung für die gebündelte Übertragung von Telefongesprächen ist simpel: Frequenzmultiplex. Das muß man sich so vorstellen, wie es bei UKW-Stereo gemacht wird. Da wird auch eine Reihe von Signalen parallel übertragen, jedes in seinem eigenen Frequenzbereich, das gesamte Gemisch wird dann dem eigentlichen Träger aufmoduliert.

(Wikipedia-Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/c/cd/Frequenzmultiplex001.jpg)

Die verschiedenen Multiplexverfahren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Frequenzmultiplex




von Nohab - am 07.02.2009 17:54
Hallo zusammen vom Radiofritze,

vor ca. 3 Minuten ist der Mast leider gesprengt worden. Schade!!! Ein Wahrzeichen Berlin´s ist verschwunden.

Grüße vom Radiofritze

von Radiofritze - am 08.02.2009 12:14
Hallo,

Zitat
Klausi69
Unter http://www.dfmg.de/htcms/ueber-funktuerme/turmspecials/berlin-frohnau.html
gibt es weitere Infos zur Sprengung, aber auch zur Geschichte. Durchaus gelungen sind
m.E. die Hintergrundinformationen (pdf-Datei).


Absolut! Die PDF-Datei unter http://www.dfmg.de/htcms/get_file.php4?did=53&tid=184
enthält eine wirklich sehr gelungene Zusammenstellung von vielen interessanten
Informationen.

Das war sicher einiges an Arbeit, alle Daten und Fakten zusammenzutragen.

Leider werden vermutlich nur wenige Internet-Nutzer auf der DFMG-Seite
vorbeischauen und sich für dieses Thema interessieren - um so schöner, daß
sich die DFMG da unter anderem für "Freaks" wie uns dennoch so eine Arbeit
macht... :)

Großes Lob an die DFMG (vielleicht liest man dort ja auch hier mit?)! :)

cu talk

von talk - am 08.02.2009 13:11
Einziger Kommentar bei Antenne Brandenburg im Verkehrsfunk gegen Mittag: "...kommt es im Bereich um Schoenfliess zu Strassensperrungen infolge der Sprengung eines Telefonmasts." Traurig, denn gestern habe ich ihn noch gesehen. Schliesslich fuehrte mein Weg zum Dienst taeglich ein paar 100 m entfernt vorbei. An seiner Flugsicherheitsbefeuerung konnte man auch sehr gut Hochnebel und Nebel verfolgen. Manchmal war selbst die beleuchtete Spitze nicht mehr zu sehen.

Was ist eigentlich mit der Gegenstation nahe Hoehbeck?

von PowerAM - am 08.02.2009 14:25
Zitat
Mc Jack
Zitat
Jassy
Aus Hoehbeck kommt DLF auf 102,2 mit 100kW. TV ist dort nicht mehr aktiv.


Darf auch gesprengt werden. ;) :D



Mitschnitte || Technik || Dütt un Datt

HI meets OS

Richtig,dann kommt der Inselsberg weiter gen Norden :D

von Robert S. - am 08.02.2009 15:57
Vom Sender Hoebeck kam auch UKW/TV. Die Anlage wird sicher nicht vollständig abgebaut, denn einer der Masten dient der TU Braunschweig als WIndmessanlage.
http://www.is.tu-braunschweig.de/index.php?id=341













von bikerbs - am 08.02.2009 16:23
In Höhbeck soll ja nur der höhere, nun ungenutzte Mast gesprengt werden.

Über die Frohnau-Sprengung gab es im ZDF einen kurzen Filmbeitrag in der 17-Uhr-heute-Sendung.

von Weltempfängermatze - am 08.02.2009 16:44
Zitat
cybertorte
newsflash mit bildern auf mdr online
http://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/6114945.html

bewegte bilder gibts ja ab 19.00 im thüringen journal

****************************************

bilder von sender-technik > meldung per ICQ


von Robert S. - am 08.02.2009 17:18
Zitat
Weltempfängermatze
Über die Frohnau-Sprengung gab es im ZDF einen kurzen Filmbeitrag in der 17-Uhr-heute-Sendung.


Im rbb-Fernsehen soll in wenigen Minuten ebenfalls ein Beitrag über die Frohnau-Sprengung kommen. Da es bereits im EPG angekündigt wurde, gehe ich mal von einem längeren Stückchen aus als im ZDF.

Abendschau - ab 19h30!

von FM-FREAK HESSEN - am 08.02.2009 18:25
Zitat
PowerAM
Stop!! Eben lief ein 25 Sekunden langer Bericht mit ein paar wenigen Bildern der Sprengung. Schade, ich hatte mehr erwartet. :(


In der Berliner Ausgabe der rbb-Abendschau lief ein 3-Minuten-Beitrag mit allem Drum und Dran.

Übrigens: Morgen um 07h15 wird die Abendschau nochmal wiederholt - dann auch im rbb-Brandenburg. :-)

von FM-FREAK HESSEN - am 08.02.2009 19:18
Zitat
cybertorte
aber dafür gab es im 'thüringen journal' einen 2.22 min beitrag:
http://rapidshare.com/files/195643376/berlin-frohnau_sprengung_mdr.rar


Besten Dank - war fast noch besser als Ulli Zille's Beitrag im rbb-Berlin-Fernsehen - weil der mdr-Reporter mehr technische Details ´rüberbrachte.

von FM-FREAK HESSEN - am 08.02.2009 21:12
in dem PDF steht bei den technischen Daten zu Frohnau:
Höhe 358m (durfte nicht höher als der Fernsehturm am Alexanderplatz sein).

Bei einem Besuch am Schäferberg 97 wurde erzählt das der Alex zu hoch gebaut wurde (es gab irgendne Vorschrift über maximale Bauhöhe).
Weiß jemand was es damit auf sich hat und warum Frohnau nicht höher sein durfte als der Alex

von mobi - am 08.02.2009 22:17
Zitat
mobi
Weiß jemand was es damit auf sich hat und warum Frohnau nicht höher sein durfte als der Alex


Darüber ist mir nichts bekannt. Ich bin ohnehin schon überrascht, daß der Mast - früher praktisch unmittelbar an der Mauer gelegen - so hoch gebaut werden durfte. Im Falle eines Umsturzes hätte der zum Teil auf brandenburgischem Territorium - also auf DDR-Gebiet - gelegen.

Meines Wissens nach orientierten sich die 358 m einzig und allein daran, einen ungestörten Fernmeldeverkehr zwischen dem damaligen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland sicherzustellen. Die Senderanlage diente also als Ergänzung zur oft gestörten Überhorizont-Richtfunkstrecke Berlin-Schäferberg / Torfhaus.

Über den Masten in Berlin-Frohnau wurden zeitweise bis zu 18.000 Telefongespräche gleichzeitig abgewickelt - zwar verschlüsselt, aber von den DDR-Behörden problemlos abhörbar. Das "Gegenstück" zu Frohnau steht in Nähe der Gemeinde Höhbeck/Elbe (Kreis Lüchow-Dannenberg/Niedersachsen) - ebenfalls direkt an der Grenze zur DDR, 1990 noch erkennbar an einem Wachturm ...

KLICK --> SENDERANLAGE HÖHBECK ZU DDR-ZEITEN

Im Wikipedia-Artikel heißt es weiter:
Zitat

"Der 344 m hohe Sendemast (Gartow 2) wurde 1977/1978 erbaut. Er erlaubte zusammen mit der Richtfunkanlage Berlin-Frohnau erstmals eine störungsfreie Nachrichtenverbindung zwischen West-Berlin und Westdeutschland ohne Inanspruchnahme von Infrastruktur der damaligen DDR. Bis zur Inbetriebnahme dieser Anlage war dies nur mit Hilfe der störungsanfälligen Technik des Überhorizont-Richtfunks möglich."


Mehr dazu hier ...
KLICK

... und hier:
KLICK

von FM-FREAK HESSEN - am 08.02.2009 23:50
Es gab meines Wissens keine Vorschrift über maximale Bauhöhe. Allerdings soll es eine Art Übereinkunft gegeben haben, 1000 Fuß nicht zu überschreiten. Die hatte sich dann aber gewissermaßen erledigt, als der Turm am Alexanderplatz entstand.
Die Alliierten hatten auch oft Bedenken wegen der Flugsicherheit.
Es gab wohl durchaus Überlegungen zu einem höheren Sendeturm/-mast auf Westberliner Seite.
Ich weiß jedoch nicht, inwieweit diese je konkretisiert wurden.
Natürlich wünschten sich die meisten DDR-Bewohner in weit entfernten Regionen immer bessere Empfangsbedingungen. Im Nordosten war ca. hinter Pasewalk Schluss mit akzeptablem TV-Empfang, wie man auch in einigen früheren Threads nachlesen kann.
Schon die Sendeanlage Scholzplatz hatte ja 1963 eine erhebliche Reichweiten-Steigerung gebracht.





von hetietz - am 09.02.2009 05:51
ich find das das das beste video der sprengung ist :

http://www.youtube.com/watch?v=URx2wi4LKDc&feature=related

ist in hd & 16:9....Nebenbei: Mir kam der Turm auf den ganzen Videos garnicht so groß vor!?

von Aquarium - am 09.02.2009 19:17
was man sich alles so überlegt hat nur um Berlin anzubinden.

Bei der Scatterverbindung Torfhaus - Schäferberg lag ja Magdeburg genau in der Streustrahlungszone, war da der Himmel im dunkeln heller als anderswo ? ;-)

kleiner Scherz am Rande, der wurde 97 beim Besuch am Schäferberg erzählt. Die Berliner Empfangsamateure hatten zuf IFA eine Besichtigung organisiert (eventuell war ja auch ein User hier mit dabei), die Richtfunkantennen waren alle schon abmontiert, die Technikräume teilweise schon ausgeräumt.


von mobi - am 09.02.2009 22:39
Erwähnenswert wäre in diesem Zusammenhang vielleicht auch, dass zumindest die Amerikaner und die Briten offensichtlich ihre eigenen Richtfunkanlagen hatten, die ebenfalls ohne direkten Sichtkontakt arbeiteten.


Hier der Mast und der Turm im ehemaligen Clay Headquarter in Berlin-Dahlem:







Bilderquellen:
http://funk.breloehr.de/fotos-b/b_dahlem.htm
http://www.berlin-brigade.de/us-ins/us-ein1.html


Von dort wurde AFN TV auf E29 mit 4 KW abgestrahlt (die Information auf der Seite von Patrick Breloehr ist noch nicht aktualisiert, es handelt sich nicht um den UKW- und Mittelwellenmast in der heutigen Domäne Dahlem auf dem Bild). Deutlich erkennbar ist jedoch auch ein Gestell am Mast, das wohl auch Richtfunkantennen für den VHF-Bereich trug sowie ein separater Turm mit Parabolantennen, über die wohl ebenfalls Richtfunkanbindungen im GHz-Bereich über Scattering realisiert wurden.


Der Mast am Olympiastadion, der wohl den Briten gehörte, trug ebenfalls so ein Gestell, an dem vermutlich auch VHF-Antennen befestigt waren.


von Kay B - am 10.02.2009 13:09
Ich zählte zu den regelmäßigen Hörern von BFBS Berlin und BBC WS 90,2. Es gab vereinzelt Fälle, wo die FM-Signalzuführung nicht klappte. Ich kann mich ganz genau daran erinnern, weil ich nämlich Tonbandaufnahmen machte von u. a. "Eine kleine Beatmusik aus London" im damals noch existierenden deutschsprachigen Programm des BBC WS. Das funktionierte hervorragend bis auf die erwähnten Fälle. Da klang alles wie AM-moduliert. Hören konnte man es problemlos, auch die Nachrichten, nur Musikaufnahmen machten dann natürlich keinen Sinn. Es betraf mitunter auch die Zeiten, in denen in Englisch gesendet wurde. Auf BFBS klangen die übernommenen BBC-Nachrichten auch manchmal nach MW (Radio 2) oder LW (Radio 4, The World At One).

von hetietz - am 10.02.2009 16:13
Zitat

daß der Mast - früher praktisch unmittelbar an der Mauer gelegen - so hoch gebaut werden durfte. Im Falle eines Umsturzes hätte der zum Teil auf brandenburgischem Territorium - also auf DDR-Gebiet - gelegen.

Da durfte die DDR wohl nichts sagen, da anderes Land. Wenn die DDR nahe der West-Berliner Grenze ein Gebäude errichtet hätte, hätte West-Berlin auch nichts dagegen unternehmen können.

von Schwabinger - am 10.02.2009 21:19
@Kay B: Klasse Fotos - danke auch für den interessanten Link!

Zitat
hetietz
Ich zählte zu den regelmäßigen Hörern von BFBS Berlin und BBC WS 90,2. Es gab vereinzelt Fälle, wo die FM-Signalzuführung nicht klappte. Ich kann mich ganz genau daran erinnern, weil ich nämlich Tonbandaufnahmen machte ...

Hast Du die Tonbänder greifbar bzw.in mp3-Form vorliegen? Ich lag damals in OWL leider außerhalb jeglicher Reichweite der BBC-, AFN- und FFB-Sender - und war deswegen auch stolz wie Oskar, als ich die drei Programme bei einer Klassenfahrt 1984 in West-Berlin endlich mal auf UKW hören konnte.

Mitschnitte von damals habe ich leider nicht mehr - deswegen wäre es sehr interessant, in Dein Material 'reinzuhören. Vielleicht kannst Du Auszüge daraus mal online stellen?

Zitat
Schwabinger
Da durfte die DDR wohl nichts sagen, da anderes Land.

Ja, und bei einem Umsturz wäre die obere Betriebskanzel mit der kompletten, sensiblen Technik in die Hände der DDR-Behörden gefallen - die hätten bestimmt nichts dagegen gehabt ... :rp:


von FM-FREAK HESSEN - am 10.02.2009 23:33
Leider fielen meine Spulentonbänder vor Jahren einem Umzug zum Opfer. Aus heutiger Sicht bedaure ich das. Immerhin enthielten sie solide Monoaufnahmen von Hits der 50er, 60er und 70er.
Hauptquellen waren Rias 2, SFB 2 und BBC WS 90,2. Für Stereo lag mein Wohnort im Nordosten des heutigen Landes Brandenburg schon relativ weit weg vom Rias-Sender; an vielen Tagen wäre es gegangen, mitunter war doch ein leichtes Rauschen nicht zu vermeiden.
In Leipzig, in den 80ern, im Mietshaus hatten dann die anderen Mietern kein Interesse an UKW. Heute sind solche Nieten ebenso verbreitet.
Ich nahm zwar noch etwas auf (NDR 1, 2), konnte zumindest gut Rias hören.

von hetietz - am 11.02.2009 06:29
Und hier noch ein Bild vom Mast am Olympiastadion:



Auch hier erkennt man deutlich ein Gestell am Mast, welches auch Richtfunkantennen getragen haben dürfte.

Leider weiß ich nicht mehr, wo ich dieses Bild heruntergeladen habe.


von Kay B - am 11.02.2009 09:42
Das paßt zwar nicht mehr ganz zum Thema, aber hier gibt es einen Bericht mit Bildern zur Sprengung des AFN-Sendemastes in der heutigen Domäne Dahlem, also dem Mast für 87.9 MHz und 1107 kHz.


von Kay B - am 11.02.2009 09:48
@ FM-FREAK HESSEN

Zitat

Ich bin ohnehin schon überrascht, daß der Mast - früher praktisch unmittelbar an der Mauer gelegen - so hoch gebaut werden durfte. Im Falle eines Umsturzes hätte der zum Teil auf brandenburgischem Territorium - also auf DDR-Gebiet - gelegen.


Wenn man sich das ganze mal auf Google Maps anschaut, dann dürfte der Mast weit genug von der Grenze entfernt gewesen sein, dass er im Falle eines Umsturzes nicht auf DDR-Territorium gefallen wäre.

Aber solche Geschichten gab es auch über den Fernsehturm am Alexanderplatz. "Wenn der Turm umfällt, dann fährt der Fahrstuhl nach Westen."


von Kay B - am 11.02.2009 10:09
Zitat
Kay B
Aber solche Geschichten gab es auch über den Fernsehturm am Alexanderplatz. "Wenn der Turm umfällt, dann fährt der Fahrstuhl nach Westen."

Klasse! :cheers:

von FM-FREAK HESSEN - am 11.02.2009 12:42
Zitat
99,9
Hat die Sprengung den jemand gefilmt bzw. kam etwas im Fernsehen (z.B. bei den Nachrichten von RBB)?

Wenn ja, wäre es toll wenn er/sie es ins Netz stellen könnte.


===================================================================


http://www.rhci-online.de/Sprengung_Funkturm_Frohnau.wmv
http://www.rhci-online.de/rbb_Berlin_Sprengung_Funkturm.wmv

1.wmv ca. 32 MB ==> Vorbericht von Spiegel-Online (umgewandeltes flv)
2.wmv ca. 72 MB ==> Sprengungsbericht von RBB (umgewandeltes mpeg2)

73+55 roger

von UKW-Fan Sachsen-Anhalt - am 14.02.2009 08:29
Und wer von der Thematik immer noch nicht genug hat, ;-) kann auch gerne diesen Link nutzen:

http://www.richtfunkmast-frohnau.de/forum/index.php

Gruss

Jeff



von Jeff-Glenn-Fox - am 03.06.2009 22:05
Ein halbes Jahr nach dem Frohnauer Mast ist heute auch das Gegenstück Gartow I im Wendland gefallen. Das MDR-Fernsehen war live dabei.

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/6619264.html

von Weltempfängermatze - am 20.08.2009 13:32
Im Videotext des MDR findet sich als Programmankündigung für das S-Anhalt-Regionalmagazin um 19 Uhr heute:
"Sprengung Funkmast Gartow - er sendete West-Fernsehen in die DDR"

von hetietz - am 20.08.2009 13:36
Danke für den Hinweis - ist vorprogrammiert. :-)

Und auch der NDR sendet ab 19h30 in "Niedersachsen 19h30 - das Magazin" einen entsprechenden Bericht. Ist vielleicht ganz lohnend, die beiden Beiträge anschließend mal zu vergleichen.

In der Tagesschau-Hauptausgabe um 20h15 dürfte auch noch ein kleiner Clip laufen - allerdings bestimmt nur ganz kurz mit ´ner Livestimme aus dem "off".


von FM-FREAK HESSEN - am 20.08.2009 15:13
Vergleiche lohnen sich wirklich.

Der NDR (Niedersachsen) brachte vor einigen Jahren einen interessanten Bericht zum Sendemast Harz-West, der damals ein Jubiläum feierte - war sehr informativ.

von hetietz - am 20.08.2009 15:19
@ Weltempfängermatze:
Danke für den Link. :spos:


Zitat
www.mdr.de
Der benachbarte Mast Gartow II bleibt weiter in Betrieb. Er wird für den Mobilfunk noch benötigt.

...und für DLF 102,2.

von Manager. - am 20.08.2009 17:06
Heute kam auch ein Beitrag bei MDR Info zur Sprengung einer der beiden Funkmasten am Höhbeck.

http://www.ejz.de/index.php?&kat=50&artikel=109181755&red=28&ausgabe=

von Starsailor001 - am 20.08.2009 17:23
Habe beide Berichte gesehen. Den vom NDR fand ich wesentlich besser. Echte Zeitzeugen, korrekte Fakten und nicht nur Jubelgeschrei. Beim MDR ganz anders, kaum Fakten, keine echten Zeitzeugen, oberflächlich - eben typisch anhaltinischer Dummfunk.

War es eigentlich immer so, dass TV von dem heute gesprengten und UKW von dem stehen gebliebenen Mast kam?

von ts01 - am 20.08.2009 17:57
Vielen Dank für den Hinweis, der Beitrag vom "NDR-Fernsehen NDS" war der informativste und ausführlichere, da wurde auch mehr technischer und etwas mehr politischer Hintergrund gebracht, und es kamen bessere Bilder als bei "Sachsen-Anhalt-heute".
Wenn man den NDR-Beitrag mitgeschnitten hat kann man sich den MDR-Beitrag eigentlich sparen.
Das Niedersachsen-Magazin kommt morgen früh am 21.08.09 noch mal von 3:15-3:45 Uhr vom NDR-TV, Mastsprengung ab ca. 15min nach Anfang der Sendung.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 20.08.2009 17:57
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Das Niedersachsen-Magazin kommt morgen früh am 21.08.09 noch mal von 3:15-3:45 Uhr vom NDR-TV, Mastsprengung ab ca. 15min nach Anfang der Sendung.
(Und unter Zuhilfenahme der NDR-Mediathek kann man sich den Beitrag ansehen sooft und wann man will! ;))

von kielerförde - am 20.08.2009 18:10
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.