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[D] Bundesweites Radio durch die Hintertür: ARD Radiofestival vom 12.07-12.09

Startbeitrag von mor_ am 22.01.2009 14:21

Zitat
ARD
21.01.2009 | 16:56 Uhr
ARD-Radiofestival 2009 Hörfunkdirektoren verabschieden Gemeinschaftsprojekt: Hochkarätige Musikfestivals, "Die Buddenbrooks" und Radio-Dokumente aus 60 Jahren Bundesrepublik

Köln/Stuttgart (ots) - Erstmals wird es in diesem Sommer von 20.00 bis 24.00 Uhr ein länderübergreifendes gemeinsames Angebot in den Radio-Kulturprogrammen geben: Von Mitte Juli bis Mitte September 2009 werden die Landesrundfunkanstalten ein "ARD-Radiofestival" ausstrahlen, das nicht nur eine gemeinsame Musikstrecke am Abend von 20.05 Uhr bis 22.30 Uhr, sondern auch spannende Wortsendungen ab 22.30 Uhr umfasst.

Die Hörerinnen und Hörer der ARD-Kulturprogramme werden bei allen renommierten Musikfestspielen zu Gast sein und die Höhepunkte des nationalen und internationalen Festivalsommers wie z.B. Opern der Bayreuther Festspiele live erleben können. Das Wortprogramm beginnt um 22.30 Uhr mit der 61-teiligen Reihe "Die Buddenbrooks", ein Klassiker des Hörfunks (NDR 1980), gelesen von Gert Westphal. Anschließend folgen Jazz (23.00 Uhr) sowie die Sendereihe "Echtzeit", die von 23.30 Uhr bis 24.00 Uhr wichtige Radio-Dokumente mit Originaltönen aus 60 Jahren Deutschland präsentiert.

Bernhard Hermann, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission und SWR-Hörfunkdirektor: "Mit dem ARD-Radiofestival demonstrieren wir erneut und auf eindrucksvolle Weise, wo Kultur und Musik zu Hause sind: in den Radioprogrammen der ARD-Landesrundfunkanstalten! Wir verschaffen unseren Hörerinnen und Hörern Zutritt zu den ersten Konzertsälen der Welt und bieten ihnen mit den 'Buddenbrooks' einen Jahrhundertroman, gelesen von einer Jahrhundertstimme."

Start für das "ARD-Radiofestival 2009" ist am 12. Juli. Den Schlusspunkt soll die legendäre "Last Night" der BBC Proms am 12. September bilden. Das Sendekonzept für dieses neue Gemeinschaftsprojekt aller Landesrundfunkanstalten wurde bei der Sitzung der ARD-Hörfunkkommission am 21. Januar in Köln von den Hörfunkdirektoren verabschiedet.

Nach dem "ARD Radio Tatort", dem Lyrik-Projekt "Hör-Conrady", den "ARD-Hörspieltagen" oder der "ARD-Radionacht für Kinder" ist das "ARD-Radiofestival 2009" eine weitere Initiative der Landesrundfunkanstalten, die Synergien der öffentlich-rechtlichen Radioprogramme konsequent nutzt und so programmlichen Mehrwert für alle schafft.

"ARD-Radiofestival 2009" vom 12. Juli bis 12. September täglich von 20.05 Uhr bis 24.00 Uhr in den Musik- und Kulturprogrammen der ARD-Landesrundfunkanstalten.

Pressekontakt:
ARD-Pressestelle
Südwestrundfunk
70150 Stuttgart
0711-9291022
pressestelle@ard.de

Antworten:

Na so neu ist das ja nun wirklich nicht. In den letzten Jahren gab es regelmäßig um 20:05 die gleiche Konzertaufzeichnung - z.T. auch noch auf DRadio Kultur. Neu ist höchstens das es jetzt a) offiziell und b) der gesamte 4-Stunden-Block vor Mitternacht ist.

von The Jazzman - am 22.01.2009 15:17
Oh doch es ist schon neu. Wo du recht hast sind die live Übertragungen . Es ist z.b. verständlich das fast alle Kulturkanäle der ARD Spitzenevents wie die Eröffnung der Bayreuther Festspiele übertragen - es ist deshalb klar das diese Spitzenevents an einem Tag termingleich ablaufen - aber das war es in der Vergangenheit auch. Die Folgetermine aus Bayreuth wurden entweder bei einzelnen Kulturprogrammen nicht,- live oder als Aufzeichnung übertragen. Diese Spitzenevents machten aber

von mor_ - am 22.01.2009 19:35
Zitat
mor_
Wirklich neu ist das bundeseinheitlich strukturierte Kulturprogramm während zweier Monate zwischen 20:05 und 24:00 rsp. 06:00.

2 Monate jeden Abend/Nacht. - Das ist in der Tat revolutionär. Und da in der PM von "Synergien" die Rede ist, lässt das auf weitere regelmäßige Programmstrecken zwecks Kosten sparen schließen.

Das ist wieder Wasser auf die Mühlen einiger Schreiber hier, die diese Wellen sowieso für überflüssig halten und deshalb deren Zusammenlegung (incl. DKultur) gefordert haben.

von Manager. - am 22.01.2009 19:54
Gerade die unterschiedlichen Programme mit unterschiedlichen Formaten machen doch auch im Kulturradiosektor die Sache erst interessant. Läuft bei SWR2 ein Feature was mich nicht interessiert, kann ich bei Bayern 4 meinetwegen ein Konzert hören.
Hier geht es auch um ein gemeinsames Abendprogramm, also eine Art nach vorne verlängertes ARD-Nachtkonzert. Die Tagesprogramme werden auch weiterhin unterschiedlich sein und das ist auch gut so!

von oli84 - am 25.01.2009 17:25
Zum Thema Gebührenverschwendung würde ich die diversen Kulturwellen absolut nicht zählen. Eher sind so Sendungen wie "Schmidt & Pocher" verzichtbar im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen.
Jede Landesrundfunkanstalt hat den Rundfunkstaatsvertrag mit dem jeweiligen Bundesland geschlossen, für das sie zuständig ist. Somit muss jede Anstalt auch diesen Vertrag erfüllen. Dass zur Abdeckung von "Kultur" nunmal ein eigenes Programm notwendig ist, ist ja soweit logisch. Zusammenarbeit wird insofern geduldet, dass alle Sender zu einem Gemeinschaftsprogramm beitragen. Dies wird und wurde ja auch in vielen Bundesländern realisiert. Genannt seien S2 Kultur, Nordwest Radio oder Funkhaus Europa. Aber ein Programm, das zentral produziert und über die jetzigen Kulturradio-Frequenzen abgestrahlt würde, ist meines Wissens nicht einfach mal so realisierbar. Denn laut Rundfunkstaatsvertrag ist zur Zeit außer dem Deutschlandradio kein nationaler öffentlich-rechtlicher Rundfunk möglich!

von oli84 - am 25.01.2009 20:11
In den letzten (mindestens) zwei Jahren war es in der Tat so, dass im Sommer etwa zwei Monate lang jeden Abend ab 20:05 bis 22 oder 22:30 Uhr die "Internationalen Musikfestspiele" liefen. Im Jingle und zwischendurch wurden immer wieder alle beteiligten Stationen genannt, das waren MDR Figaro, NDR Kultur, Kulturradio vom rbb, SR 2 und WDR 3. Ob das Nordwestradio auch dabei war, kann ich gerade nicht sagen.

Da die Gebührenerhöhung nicht die Inflation ausgleicht und die Ö/R Anstalten ihr Geld bekanntlich lieber in aufwendige aber belanglose "Brot und Spiele"-Produktionen für die breiten Massen stecken, überrascht mich eine Erweiterung dieses gemeinsamen Kulturprogramms nicht. Nach der Übernahme von Funkhaus Europa beim rbb, der Übernahme der Popnacht bei WDR 2, ist das ein weiterer Schritt in eine Richtung, in die es bald noch viel Bewegung geben wird.

Wie das nun zu bewerten sei, kommt ganz auf den Inhalt an. Vergleicht man das Sommerprogramm mit dem normalen Abendprogramm der Stationen, wird man viele Ähnlichkeiten entdecken. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Ecken und Kanten der einzelnen Programme dabei abgeschliffen werden: Kein WDR 3-open, kein SWR2-Essay. Die Musikfestspiele machten einen professionellen Eindruck, auch wenn im letzten Sommer immer wieder kurzfristige Programmänderungen vorgenommen werden mussten.

Wir haben im Prinzip genügend Kultur- und Wortradios um Vielfalt zu generieren und ich sehe speziell nur ein einziges Problemkind: DLR Kultur. Mit seiner Magazinausrichtung am Tage macht es in einigen Gebieten (u.a. NDR, MDR, WDR) dem regionalen Kultursender Konkurrenz, statt als bundesweites Programm die spezielleren Bedürfnisse als Einschaltradio zu bedienen.

Zitat
RobiH
Manche Kulturwellen haben weniger als 1000 Hörer Gestern.

Ach.
Und um welche Programme handelt es sich da?

von Thomas R. - am 25.01.2009 20:13
Von einem "bundesweiten Radio durch die Hintertür" kann ja wohl nicht ernsthaft gesprochen werden. Wir reden hier von 4 Stunden am Tag. Das machte ja noch nicht mal 20% des Tasgesprogramms aus. Allerdings wenn man das Nachtkonzert mitzählt dann sieht es schon anders aus. Dann reden wir von 10 Stunden gemeinsamen Programm. Da macht dann schon rund 40% aus. Im Grunde keine schlechte Sache. Kann von mir aus beibehalten werden.

von zerobase now - am 26.01.2009 14:02
Zitat
oli84
Dass zur Abdeckung von "Kultur" nunmal ein eigenes Programm notwendig ist, ist ja soweit logisch.

Der BR hat aber gleich zwei dieser eigenen Programme am laufen (Bayern2 und Bayern 4).

Und jeder andere Öffi hat per Ländervertrag ja auch noch offiziell das D-Radio mit 2 Programmen am Hals. Und beide des nationalen Hörfunks in Trägerschaft der Länder schminken sich auch die Kultur ins Programm. Ganz offiziell bekommt jeder Gebührenzahler pro Sendegebiet daher 3 Kulturprogramme (ob die jetzt alle auch empfsangen werden können, sei dahingestellt). In manchen Regionen hat es da quasi 2 (offiziel zuständige) private AC-Sender weniger (z. B. NRW). Nur mal so als eine Art der Relation. Und wie der Marktanteil der Kulturprogramme und damit auch die eigentliche Bedeutung dieser Programme in der Gesellschaft ausschaut, dürfte bekannt sein.



von Schwabinger - am 26.01.2009 18:42
Bayern 4 ist kein Kulturprogramm, sondern ein Klassiksender. Kultur ist nicht immer gleich Klassik, ich frage mich immer, wer sich sowas ausgedacht hat.

von Japhi - am 27.01.2009 16:45
Am besten wäre bundesweites Radio durch die Vordertür! ARD Radiofestival analog France Culture. Was das an Geld der Gebührenzahler sparen würde!

von Free Speech - am 27.01.2009 18:23
Zitat
oli84
Genannt seien S2 Kultur, Nordwest Radio oder Funkhaus Europa.


S2 Kultur gibt es bereits seit 10 Jahren nicht mehr. Das Programm wurde einigen Änderungen unterzogen und im Rahmen der SDR/SWF-Fusion in SWR2 umbenannt.

von The Jazzman - am 28.01.2009 16:19
Zitat
50 Grad N, 8 Grad O
Am besten wäre bundesweites Radio durch die Vordertür! ARD Radiofestival analog France Culture. Was das an Geld der Gebührenzahler sparen würde!


Das wäre die schlechteste aller Lösungen, weil es die regionale Kulturszene nicht berücksichtigt. *radio kultur war ja nicht mal in der Lage, über den Berliner Tellerand zu blicken. Deswegen übernahm der ORB das Hamburger Radio3 und gestaltete eigene Fenster. Schade das es diese nicht mehr gibt, eine wahre Bereichnung...

Vielfalt muß auch für die Kulturwellen gelten!!!!!!

von The Jazzman - am 28.01.2009 16:23
"Vielfalt muß auch für die Kulturwellen gelten" dafür ein dickes :spos: Herr Nachbar.
(Leider gibt es bei Radio(NDR) 3 die Sendung "Reißwolf" nicht mehr. Diese Sendung hatte damals der ORB ausdrücklich NICHT mit im damaligen teilweise gemeinsamen Programm haben wollen.)



von Harald Z - am 28.01.2009 19:09
Den Reißwolf vermisse ich wirklich. Leider hatte ich damals noch keinen PVR, mit dem ich die Sendungen hätte aufzeichnen können. Etwas Vergleichbares fehlt absolut - gleiches gilt für das Kritische Tagebuch (WDR3).

NDR Kultur ist eigentlich zum absoluten Wegschalt-Programm entwickelt. Da ist das private Apollo Radio noch brauchbarer...

von The Jazzman - am 28.01.2009 19:50
Zitat
The Jazzman
S2 Kultur gibt es bereits seit 10 Jahren nicht mehr. Das Programm wurde einigen Änderungen unterzogen und im Rahmen der SDR/SWF-Fusion in SWR2 umbenannt.

Darüber bin ich mir bewusst - es sollte ein Beispiel für ehemalige Kooperationen im Kulturradiosektor sein.
Die Diskussion zeigt, dass der nationale Rundfunk à la francaise eine beliebte Variante zu sein scheint. Aber man darf einfach nicht übersehen, dass das französische Rundfunksystem allgemein komplett anders aufgebaut ist. Auch ist die Prägung durch Privatsender hier noch deutlich stärker. RTL France auf 234 kHz ist praktisch in jedem Kellerloch zwischen Calais und den Pyrenäen zu hören. Gleiches gilt für Europe1 auf 183 kHz, der Süden des Landes profitiert vom guten Empfang von RMC auf 216 kHz. Das legendäre Sud Radio, das seinerzeit aus Andorra mit ein paar hundert kW sendete, war einer der beliebtesten Sender Frankreichs. Heute müssen die Sender nicht mehr aus dem Ausland nach Frankreich funken, denn sie haben nun landesweite Lizenzen. Anders sieht das in Deutschland aus. Bis auf wenige Ausnahmen (Klassik Radio) gibt es kaum privates nationales Radio. Lässt man also nationalen öffentlich-rechtlichen Rundfunk im großen Stil zu, dann muss man gleiches auch für die Privatsender ermöglichen.
Wie auch immer: Das föderale Rundfunksystem ist nunmal sehr stark mit unserer Staatsform gekoppelt. Frankreich ist ein seit jeher zentralistisch organisiertes Land, was sich eben in allen Bereichen bemerkbar macht.

von oli84 - am 28.01.2009 22:42
Zitat
robiH
Um die des RB und des SR, bevor sie "eingemeindet" wurden.

Glaube ich kaum, als Stichprobe fand ich für 2001 38.000 bzw. 47.000 "Hörer gestern" für RB2 (Quelle). Und SR 2 liegt derzeit deutlich über 1000 Hörern. Ich halte es für arg unwahrscheinlich, dass die Zahlen mal derart stark von denen aus 2001/2008 abgewichen sind.

Zitat
The Jazzman
Vielfalt muß auch für die Kulturwellen gelten!

Aber was, wenn die Kulturwellen alle kantigen Elemente aus ihrem Programm werfen? Dieser Trend ist seit einigen Jahren bei den meisten Anstalten ganz deutlich zu bemerken und von Euch auch schon angesprochen worden. Den Reißwolf kenne ich leider nicht, aber das Kritische Tagebuch/Tageszeichen ist erst letztes Jahr der Programmreform zum Opfer gefallen, die Nachfolgesendung "Politikum" ist kein Ersatz, wenn auch im Vergleich zu anderen Rundfunkanstalten immer noch sehr bemerkenswert.
Wenn also diese Entwicklung so fortgesetzt wird, gibt es bald sowieso keine kritische Kulturberichterstattung mehr und man kann tatsächlich deutschlandweit "France Culture" mit Simultanübersetzung aufschalten. Das ist keinesfalls mein Wunsch, sondern der an die Wand gekritzelte Teufel für die nächsten Jahre...

Wenn die Kulturprogramme in angemessenem Rahmen einige gute Sendungen gemeinsam produzieren, ist mir das lieber, als neun Programme, die kein Geld mehr für Wortbeiträge und experimentelle Sendungen haben.

von Thomas R. - am 29.01.2009 08:10
Zitat
oli84
Bis auf wenige Ausnahmen (Klassik Radio) gibt es kaum privates nationales Radio. Lässt man also nationalen öffentlich-rechtlichen Rundfunk im großen Stil zu, dann muss man gleiches auch für die Privatsender ermöglichen.


"Indirekt" gibt es aber schon so etwas... man schaue mal, wo RTL überall drin steckt. Oder wie viele Energy's es gibt. Früher die Holtzbrinck-Gruppe.

In Sachsen gehören PSR und R.SA zusammen, ebenso RTL und die Lokalfunkkette. Apollo Radio ist eine Veranstaltung der sächsischen Privatsender (ausnahmsweise mal ein brauchbarer Privatsender).

So zersplittert ist die private Rundfunklandschaft gar nicht...

von The Jazzman - am 29.01.2009 08:25
Zitat
venusberg
Wenn die Kulturprogramme in angemessenem Rahmen einige gute Sendungen gemeinsam produzieren, ist mir das lieber, als neun Programme, die kein Geld mehr für Wortbeiträge und experimentelle Sendungen haben.


Der Weg ist nicht die Abschaffung, sondern Stärkung der regionalen Kulturprogramme.

Der Vergleich mit Frankreich hinkt doch sehr stark.

von The Jazzman - am 29.01.2009 08:27
Zitat
The Jazzman
Der Weg ist nicht die Abschaffung, sondern Stärkung der regionalen Kulturprogramme.

Der Vergleich mit Frankreich hinkt doch sehr stark.


Sehr richtig. Aber woher nimmst Du das Geld für regionale Programme? Es bleibt immer weniger Geld für die Kulturprogramme übrig. Das liegt zum einen an der immer lauter werdenen Kritik am System der GEZ (für den Großteil des Programmangebots vollkommen zurecht), wodurch die Anstalten weder besser planen, noch (nach eigenen Angaben) die Inflation ausgleichen können. Zum anderen daran, dass Kultur bedauerlicher- und unverständlicherweise die Ö/R-Anstalten immer weniger kratzt und man lieber auf teure Quotenproduktionen setzt, um die sich auch der Privatrundfunk kümmern könnte.
Kurz: Ich erkenne auf Seiten der Ö/R-Entscheider leider nur wenige Handlungen, die von Kulturverständnis zeugen. Deswegen mein Pessimismus und die Zuflucht zum Pragmatismus: lieber wenige gute Programme (mit ausführlichen Regionaljournalen) als 5 Tagesbegleitklassikdudler.

Und der Vorschlag mit France Culture war als deutliche Überzeichnung der Zustände gedacht und sollte keine Rückschlüsse auf die aktuelle Qualität unserer Kulturprogramme ermöglichen.

von Thomas R. - am 29.01.2009 08:52
Welche Klassikdudler haben wir denn?
Allen voran NDR Kultur, dann noch MDR Figaro, KulturRadio vom RBB.
Gute Kulturprogramme veranstalten m.E. WDR 3, hr2, SWR2, Bayern2, SR2, Nordwestradio.
Gutes Musikprogramm (Klassik) ist Bayern 4. Der ganze Norden sollte also gestärkt werden.

von Japhi - am 29.01.2009 09:02
japhi´s Liste kann ich nur unterstützen. M.E. müsste der Norden und Osten in Punkto Kulturradio gestärkt werden.

von mor_ - am 29.01.2009 10:13
Zitat
Japhi
Welche Klassikdudler haben wir denn?
Allen voran NDR Kultur, dann noch MDR Figaro, KulturRadio vom RBB.
Gute Kulturprogramme veranstalten m.E. WDR 3, hr2, SWR2, Bayern2, SR2, Nordwestradio.


Schon einmal die Journale bei Figaro gehört? Ich vermute eher nicht.

Dagegen ist das Nordwestradio ein Dudler... (ich will nix gegen das Nordwestradio sagen, als Begleitprogramm ist es ideal, v.a. mit der MusikZeit - wenig Wort, angenehme + gute Musik, keine Werbung, keine Marktschreier).

von The Jazzman - am 29.01.2009 13:27
Zitat

Lässt man also nationalen öffentlich-rechtlichen Rundfunk im großen Stil zu, dann muss man gleiches auch für die Privatsender ermöglichen.

Im kleinen Stil gibt es das bereits bei den Öffis mit dem D-Radio. Wenn ein weiterer kleiner Bereich im Sinne der Wahrnehmung in der Bevölkerung bzw. bei den Gebührenzahlern hinzukommen würde, also ein bundesweites Kulturprogramm, hätte das m. E. wenig Auswirkung auf die Begehrlichkeit der Privatsender.

Zitat

Wie auch immer: Das föderale Rundfunksystem ist nunmal sehr stark mit unserer Staatsform gekoppelt.

Ob das noch zeitgemäß ist? Im TV haben wir schlichtweg ein bundeseinheitliches System. Für die Kulturwellen würde das m. E. auch reichen, wenn ein Mantelprogramm mit regionalen Anteilen verbreitet wird.

Zitat
Japhi
Bayern 4 ist kein Kulturprogramm, sondern ein Klassiksender. Kultur ist nicht immer gleich Klassik, ich frage mich immer, wer sich sowas ausgedacht hat.

Stimmt. Aber wer hat sich ausgedacht, dass in manchen Anstalten nur ein Programm beide Genres ausreichend bedient, andere Sender aber 2 Wellen davon haben? ;-)


von Schwabinger - am 29.01.2009 18:59
Zitat

Schon einmal die Journale bei Figaro gehört? Ich vermute eher nicht.

Nein. Da hast du wohl Recht ;-)

Zitat

Dagegen ist das Nordwestradio ein Dudler... (ich will nix gegen das Nordwestradio sagen, als Begleitprogramm ist es ideal, v.a. mit der MusikZeit - wenig Wort, angenehme + gute Musik, keine Werbung, keine Marktschreier).

Ich wollte Nordwestradio auch eigentlich erst rausnehmen, da es für mich kein Kulturprogramm im eigenen Sinn ist.
Zitat

Zitat
Japhi
Japhi
Bayern 4 ist kein Kulturprogramm, sondern ein Klassiksender. Kultur ist nicht immer gleich Klassik, ich frage mich immer, wer sich sowas ausgedacht hat.


Stimmt. Aber wer hat sich ausgedacht, dass in manchen Anstalten nur ein Programm beide Genres ausreichend bedient, andere Sender aber 2 Wellen davon haben? ;-)


Ich bin recht froh darüber, dass ich auf Bayern 2 nicht durch Klassik "genervt" werde. Allerdings bin ich auch froh, das wenn ich Musik hören möchte, das ganze am Stück und nicht unterbrochen durch Wortprogramme läuft. Ja ja, das wäre Formatradio, aber da würde ich eher B5 einstellen bzw. die Informationen komplett auf Bayern 2 verschieben, als Bayern 4 einzustellen.

von Japhi - am 29.01.2009 19:37
Es geht ja um bundesweites Radio durch die Hintertür... Trotzdem
Zitat
Japhi
da würde ich eher B5 einstellen bzw. die Informationen komplett auf Bayern 2 verschieben

So würde ich es sofort machen. Und ich würde es beim deutschlandweiten Player in Trägerschaft der Länder namens D-Radio seit Jahren genauso machen. Also Wort komplett zu DLF und Musik komplett zum DLR.

von Schwabinger - am 30.01.2009 17:25
Heute ist es nun soweit. Ab 20.05 h läuft auf den ARD-Kulturwellen nun jeden Abend ein einheitliches Programm bis zum frühen Morgen.

Zusammen geschlossen sind dann:
- rbb kultur radio
- mdr Figaro
- NDR Kultur
- Nordwestradio
- WDR 3
- hr 2
- Bayern 4 Klassik
- SWR 2
- SR 2 KulturRadio

Ach ja, wie so oft im Leben gibt's auch hier für Bayern eine Extrawurst :) : Bayern 4 Klassik blendet sich jeden Abend von 22.30 h bis 24 h aus dem gemeinsamen "ARD-Radiofestival" aus und sendet in dieser Zeit eigenes Programm. Deutlicher kann man das "Interesse" an gemeinsamen bundesweiten Sendestrecken wohl nicht zeigen.

von Manager. - am 12.07.2009 08:54
Warum schließt man die Kulturwellen nicht gleich ganz zusammen, das würde viel Geld sparen, man könnte etliche Sender abschalten und Frequenzen frei machen und wahrscheinlich würde es den wenigsten Hörern auffallen. Ja, ich weiß schon, die heilige Kuh "Kulturhoheit der Länder" getraut sich niemand zu schlachten.

von Kois - am 12.07.2009 11:06
Vielleicht sollte man die ehem. sog. Servicewellen zusammenlegen. Da unterscheidet sich nämlich nichts voneinander. Die Kulturwellen haben sehr unterschiedliche Ausrichtungen. So ist Nordwestradio absolut nicht mit NDR Kultur zu vergleichen, ebenso sind SWR2 und SR2 sehr unterschiedlich und drei der vier Sender ist für sich sehr hörenswert. Währenddessen sind Bremen4, SWR3, (tagsüber) SR1 und NDR2, Dudel- und mittlerweile auch Dumm-funker vom feinsten, die alle den gleichen von der Musikindustrie entsprechend gewünschten Kram spielen. Dort findet weder regionaler Bezug (Bremen4 mit gelegentlichen Ausnahmen), eigener Stil oder sonstiger Überraschungseffekt statt.

Kulturwellen sind nicht gleich, sie spielen nur sehr selten "klassische Musik" (das sind genaugenommen ohnehin nur Mozart, Beethoven und deren Zeitgenossen). Darüberhinaus könnte diese dämliche Unterscheidung zwischen E- und U-Musik endlich verschwinden. Das man Konzerte bzw. Features auf allen Wellen gleichzeitig ausstrahlt ist ja nicht verwerflich. Aber ein Mitschnitt vom lokalen Musikfestival mit neuen Künstlern aus der Region oder Berichte über Vorgänge vor Ort können von einem Einheitsprogramm nicht bewerkstelligt werden.

Abnudeln von industriell hergestellter Popnudelei, nervigem Geclaime und unlustigen Comedy-Quatsch hingegen schon...

von Ex-Trierer - am 12.07.2009 13:54
Das mit den 'etlichen' Sendern ist ein Wunschtraum. Ohne eine vernünftige Neuordnung
kann kaum was abgeschaltet werden. Die einzige Einsparung besteht darin, daß 6 Redaktionen
eingespart werden. Macht man das, kommt als nächstes die Sinnfrage nach den Sinfonie-
orchestern
der Rundfunkanstalten, Fast alle können jeweils mit einem hervorragenden
Klangkörper aufwarten, die Frage ist dann, welches Orchester darf bleiben? Macht man das
Faß auf, kommt irgendwann der Punkt, wo dann das gesamte duale Rundfunksystem in Frage
gestellt wird, sind es doch gerade die Kulturwellen, die den ör-Rundfunk vom kommerziellen
Dummfunk unterscheiden.


von Nohab - am 12.07.2009 14:06
Schon schizofren, wie in Foren wie diesen immer Vielfalt gepredigt wird, aber bitte nicht bei den ö/r Kulturprogrammen.

Ja was denn nun?????? Vielfalt - oder doch nur Einheitsbrei???

Ich empfehle jedem, der dem Plattmachen nach dem Munde redet, mal die Musikzeit (Nordwestradio) und/oder die Morgen-/Mittags-/Abendmusik (SR2 KulturRadio) zu hören. Das ist tatsächliche (musikalische) Vielfalt!!!

Ein absolut logischer Schritt war damals das Potsdamer Fenster von Radio 3 (Zus.arbeit mit NDR), da der SFB mit *radio kultur nicht über den Berliner Tellerrand schaute, obwohl dies ja schon ein Kooperationsprogramm war (vor der Fusion zum rbb).

von The Jazzman - am 12.07.2009 15:17
Zitat
Bremen4, SWR3, (tagsüber) SR1 und NDR2


Zwischen Bremen 4 und NDR 2 sitzen aber welten......

von Jassy - am 12.07.2009 16:01
Ich würde das ganze festmachen an der Regionalisierung. Wenn ein Sender nix Regionales bringt außer Geclaime ("die geilsten Hits für Rheinland-Pfalz und das Rheinland" oder mein Lieblingsbeispiel FFH Rheingau) sollte dieser Sender nicht das Recht haben für angebliche Fensterprogramme Frequenzen zu horten.

Ich finde, dass die Kulturprogramme (auch wenn ich sie selbst nicht höre) der Kernauftrag der öffR sind. Mit anderen Worten: Auch wenn ich selbst SWR1/3 höre, könnte Robbie Williams auch privat laufen, die SWR2 Programme aber nicht. Insofern - wenn man was sparen will dann bei den Dudelwellen.

Nichts desto trotz gibt es sicher Synergieeffekte, da ich nicht glaube, dass es aus der spezifischen Kulturszene RLP oder Saarland 24 Stunden am Tag etwas zu berichten gibt, als dass man nicht gemeinsam mit dem hr etwas machen könnte. Das Klavierkonzert kann auch bundeseinheitlich laufen und nur die Essays, Berichte etc. regional. Da kann man sicher auch sparen.

von Free Speech - am 12.07.2009 17:24
@Jassy: Wirklich?

Als ich vor kurzem nach Bremen gezogen bin, dachte ich auch, dass mich mit BremenVier wieder etwas besseres erwartet als das bisher gewohnte SWR3. Aber dort läuft zumindest vor 18.00 der meiner Erfahrung nach derselbe Einheitsbrei wie auf NDR2 (nur mit weniger geclaime). Erst abends wird es dann hörenswert. Das schaffen NDR2 und SWR3 natürlich nicht.


von Ex-Trierer - am 12.07.2009 17:32

[D] Bundesweites Radio durch die Hintertür: ARD Radiofestival vom 12.07-12.09

Zitat
Kois
... Ja, ich weiß schon, die heilige Kuh "Kulturhoheit der Länder" getraut sich niemand zu schlachten.

Wenn Du es schaffst, die erforderliche 2/3 Mehrheit in Bundestag und Bundesrat gem. Art. 79 GG ( Grundgesetz ) für eine Änderung des Art. 30 GG zu bekommen ....

@ Uhlerborner : ... und zur bekanntlich als Lizenzverpflichtung bestehenden Regionalisierung von FHH wurde wohl doch schon genug hier gesagt ( auch von mir ) .....

von KlausD - am 12.07.2009 17:45
Zitat
Ex-Trierer
@Jassy: Wirklich?

Als ich vor kurzem nach Bremen gezogen bin, dachte ich auch, dass mich mit BremenVier wieder etwas besseres erwartet als das bisher gewohnte SWR3. Aber dort läuft zumindest vor 18.00 der meiner Erfahrung nach derselbe Einheitsbrei wie auf NDR2 (nur mit weniger geclaime). Erst abends wird es dann hörenswert. Das schaffen NDR2 und SWR3 natürlich nicht.


Naja ich finde Bremen 4 peppiger als NDR 2. Auch scheint mir das Bremen 4 doch etwas mehr Jugendorientiert ist. Also eine flotte Servicewelle. Ich bin NDR 2 und WDR 2 'gewohnt', aber ich finde Bremen 4 gegen diese Sender schon eine sehr gut gemachte Welle. Zwar lauft dort auch der beste Dudelfunk allerzeiten aber der Musikmischung wirkt doch etwas besser als bei die andere genannte Sender.

von Jassy - am 12.07.2009 18:37
Zitat
Uhlerborner
Nichts desto trotz gibt es sicher Synergieeffekte, da ich nicht glaube, dass es aus der spezifischen Kulturszene RLP oder Saarland 24 Stunden am Tag etwas zu berichten gibt, als dass man nicht gemeinsam mit dem hr etwas machen könnte. Das Klavierkonzert kann auch bundeseinheitlich laufen und nur die Essays, Berichte etc. regional. Da kann man sicher auch sparen.


Ach, in Saarbrücken gibt es keine Klavierkonzerte? Und regionale Musikfeste klammern wir dann gänzlich aus? Die Bremer und Saarbrücker haben dann halt Pech gehabt, oder wie?

von The Jazzman - am 12.07.2009 18:49
Bei SR2 werden wohl kaum rund um die Uhr saarländische Musiker/Events zu hören sein. - Meine Güte!

von Free Speech - am 12.07.2009 19:02
Wer hat das behauptet? Nur würden im Abendprogramm - der Prime Time (anders als bei den Endlosdudlern, KlassikRadio eingeschlossen) - bei anderen/einem bundesweiten Sender/n auch andere (größere) Ereignisse nur Platz finden.

Noch einmal: Radio 3 vom ORB und *radio kultur ist ein gutes Beispiel. Bitte noch einmal lesen!!!

von The Jazzman - am 12.07.2009 19:11
SR2 bedient in vielen seiner Magazine Themen, die sehr starken Bezug zum Saarland haben. Die Konzerte des RSO KL/SB (hier wurde schon gespart) gehören ebenso dazu wie Berichte über lokale Künstler, Ausstellungen, Ereignisse, etc.

Natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten. Ich war neulich völlig überrascht, ein Feature im Nordwestradio zu hören, dass sich mit den Ereignissen in der saarländischen Gemeinde Weiskirchen beschäftigt (produziert vom SR). Die Gesprächszeit im Nordwestradio wäre aber belanglos, wenn es sich nicht auch immer um Personen handelte, die in Bremen und umzu von Bedeutung wären.

Am Beispiel sieht man schon große "Einsparungen" SR2 hat(te) zeitweise gemeinsame Strecken mit hr2, damals S2 und dem DRadio und sendet auch viele Beiträge anderer Wellen. Ob jetzt SWR3 den besten Musikmix für Rheinland-Pfalz und das Rheinland oder das Saarland und die Saar spielt interessiert mich nicht. Man müsste mal das Experiment wagen und schauen was passiert, wenn man SWR3 über die 88,0 aussendet, allerdings mit geclaime für SR1. Von den Hörern würden es nicht viele merken.

von Ex-Trierer - am 12.07.2009 19:26
Der Austausch von Features ist aber seit Jahren schon gängige Praxis. WDR5 hat es vielleicht auch gebracht.

Die GesprächsZeit ist eine gute Bereicherung, die ich für unverzichtbar halte.

von The Jazzman - am 12.07.2009 20:02
Deutschlandweit sollte man Deutschlandfunk, ein Kulturprogramm mit Regionalisierung, eine Dudelwelle und ein alternativeres Jugendprogramm anbieten. Regional dann ein Info/Erwachsenenprogramm (mit breiterer Musikfächerung) und eine Melodiewelle, denn Information und regionale Musik kann man nur so bringen, es gibt einen großen Unterschied z.B. zwischen Hafenkonzert und "Alpenmusik", nicht aber bei internationaler Popmusik.

von Japhi - am 12.07.2009 20:23
Also "Nieder mit der Vielfalt". Wie eklig.

Zentrale Programme aus Berlin "für die Republik". Wie früher. Oder noch früher...

Nein danke!!!

von The Jazzman - am 12.07.2009 20:38
Joa, aber mehr Vielfalt durch vielfältige Einfalt is auch Kacke. Und ja, die Kulturwellen haben überwiegend ihre Daseinsberechtigung.

von Japhi - am 12.07.2009 20:48
Zitat

Man müsste mal das Experiment wagen und schauen was passiert, wenn man SWR3 über die 88,0 aussendet, allerdings mit geclaime für SR1. Von den Hörern würden es nicht viele merken.

Gute Idee!

von Free Speech - am 13.07.2009 04:55
Eine Zusammenlegung der Kulturwellen halte ich für nicht angebracht. Kultur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Es gibt andere Radiosender, die man zusammenlegen könnte. Warum muss es z.B: 2 Deutschlandradios geben? Und warum kann man nicht kostengünstig dafür sorgen, dass es einen Programmaustausch der einzelnen ARD-Anstalten untereinander gibt. Außerdem wäre es sicherlich vorteilhaft, gemeinsam eine Infowelle auf MW zu verbreiten, ggf. mit regionalen Auseinanderschaltungen.

von pfennigfuchser - am 13.07.2009 07:29
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Man müsste mal das Experiment wagen und schauen was passiert, wenn man SWR3 über die 88,0 aussendet, allerdings mit geclaime für SR1. Von den Hörern würden es nicht viele merken.

Die Idee ist gut. Aber das würde wohl ziemlich schnell auffallen. SR1 ist viel behäbiger als SWR3. Da müsste man schon eher SR1 gegen SWR1 austauschen.

Zitat

Eine Zusammenlegung der Kulturwellen halte ich für nicht angebracht. Kultur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.

Das stimmt! Leider haben die Kultur und Klassikwellen, zumindest im Vergleich zu den Pop-Dudlern, nur sehr geringe Einschaltquoten. Dafür sind die Kosten einer Kulturwelle ungleich höher. Ich kann also schon verstehen das da bei so manchem Intendant der Rotstift zuckt und die Idee aufkeimt einfach zwei Kulturwellen zusammenzulegen.

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Warum muss es z.B: 2 Deutschlandradios geben?

Weil die beiden Deutschlandradios sich in ungefähr so ähnlich sind wie Äpfel und Birnen. Da gibt es nichts zusammen zu legen. Aber das hatten wir hier schon so oft...

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Außerdem wäre es sicherlich vorteilhaft, gemeinsam eine Infowelle auf MW zu verbreiten, ggf. mit regionalen Auseinanderschaltungen.

Vor ein paar Jahrzehnten hätte ich dir da noch zugestimmt, aber die Mittelwelle ist mittlerweile so dermaßen "Out" da lockst du keinen mehr hinter dem Ofen vor. Und ob das wirklich billiger wäre als die Ausstrahlung via UKW...? Ich weis nicht. Dank des extrem hohen Störnebels der sich heutzutage überall breit macht benötigt man schon ziemlich hohe Sendeleistungen um einen Mittelwellesender störungsfrei und ohne "brrrrrr" und "uiuiuiui" in die deutschen Haushalte zu bringen. Nicht zu vergessen die Empfänger die manchmal zwar auf UKW noch recht brauchbar sind, aber auf Mittelwelle total versagen. Entweder ist der Empfang schrott und/oder der Klang ist zum schreiend davonlaufen. Aus gefühlten 99% der aktuellen Radios ist doch beim besten willen kein halbwegs annehmbarer AM Sound mehr rauszuholen. Ich brauch nur an das Mazda Werksradio zu denken mit dem ich mich in den letzten Wochen beschäftigen musste. Damit klingt selbst die 1422khz wie eine alte Trompete. Nach 10 Minuten zuhören fangen einem die Ohren an zu klingeln. :rolleyes:

von Spacelab - am 13.07.2009 08:37
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Spacelab
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Warum muss es z.B: 2 Deutschlandradios geben?

Weil die beiden Deutschlandradios sich in ungefähr so ähnlich sind wie Äpfel und Birnen. Da gibt es nichts zusammen zu legen. Aber das hatten wir hier schon so oft...


Volle Unterstützung. Wenn ich z.B. auf Dienstreise nur DLF und DLR-K habe, dann wechsle ich spätestens um 10:00 immer auf DLR-K, weil mir die Anrufsendungen selten gefallen (insbesondere bin ich als leichter Hypochonder kein Freund von Gesundheitssendungen). Oder wenn ich um 17:00 unterwegs und bis 18:00 am Ziel bin, dann höre ich die OrtsZeit (DLR-K), weil ich um 18:00 die Informationen am Abend (DLF) nicht hören kann.

von The Jazzman - am 13.07.2009 09:11
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