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Weit weg aber...

Startbeitrag von Christianus am 30.01.2009 07:22

...gerade gelesen http://www.digitalfernsehen.de/news/news_724461.html

EDIT: Link gangbar gemacht.

Die 50 interessantesten Antworten:

Bereits vor über einer Woche kam in den NBC Nightly News ein Beitrag über eine mögliche Verschiebung der Digitalisierung. Obama wollte armen Leuten mehr Zeit geben, da diese Probleme mit der Finanzierung eines ATSC Receivers haben würden. Aber ich finde, der Umstellungstermin war schon lange bekannt und man hatte doch auch genug Zeit sich darauf vorzubereiten. Das auf Juni zu verschieben wäre doch nur Geldverschwendung gewesen.

von BetacamSP - am 30.01.2009 10:46
Da geht's jetzt aber doch nur ums Fernsehen, oder? Kann mir kaum vorstellen, dass die Amis good old UKW auch gleich ausknipsen...

von Habakukk - am 30.01.2009 11:05
In Amerika arm zu sein ist -nach meinen Erfahrungen- weitaus schlimmer, als in Europa. Was hierzulande manchmal als Armut bezeichnet ist z.T. schon lächerlich.
Daher kann ich es gut verstehen,wenn viele Leute sich keinen Empfänger leisten können.

von Nordi - am 30.01.2009 11:19
Natürlich gehts da nur ums Fernsehen. Ist schon auch verwunderlich dass die sonst so technisch fortschrittlichen Amis Analog-TV später als wir Deutschen abschalten.

von BetacamSP - am 30.01.2009 11:35
Zitat

die sonst so technisch fortschrittlichen Amis

Das sind die aber auch nur bei C.I.S :)

von Nordi - am 30.01.2009 11:52
Zitat

Ist schon auch verwunderlich dass die sonst so technisch fortschrittlichen Amis Analog-TV später als wir Deutschen abschalten.

Fortschrittlich?


Man beachte den Stromzähler des Hauses nebenan und seine elegante Verkabelung. Das ist in ländlichen Gegenden der USA so üblich. An den Strommasten hängen natürlich auch die Kabel für Telefon und (Analog-)Kabel-TV. Unter der Erde liegt nur der Kanal, weil eine Wasserleitung gibt es dort auch nicht. Jeder hat seinen eigenen Brunnen.

Und weil man auch eine Ampel sieht: Die üblichen Ampeln in den USA haben eine urprimitive Schützensteuerung, wie sie in den 1960er-Jahren üblich war. Funktioniert dafür ewig. Eine Verknüpfung mit anderen Ampeln (Grüne Welle) ist sowieso nicht vorgesehen. Zumindest habe ich solche noch nirgendwo gesehen.

Zum Stromnetz noch: Obwohl nur 10 km von Standort, an dem das Foto entstand, das größte Kohlekraftwerk der US-Ostküste steht, ist das Stromnetz ziemlich instabil, weil kaum wo ausreichende Blindstromkompensation erfolgt. Deshalb brennen auch immer wieder aus unerklärlichen Ursachen Motoren durch und explodieren Elektrogeräte. Alles sehr fortschrittlich ;)

von Wasat - am 30.01.2009 12:07
Wer in Presspan-Hütten haust, der macht auch noch das Licht mit dem Stein aus.
Eklatanter Fehler in dem Artikel: Abschaltung aller analogen Rundfunksignale. Es geht wohl nur um den Bildrundfunk. Dass heuer schon analoges Radio in den USA abgeschaltet werden soll, würde ich aber wissen.

von Peter Schwarz - am 30.01.2009 12:39
Hmm sind das nur Ausnahmen oder ist das überall so? Dann hab ich wohl falsche Vorstellungen...Ich frage mich nur für was sonst das ganze Geld ausgegeben wird, die USA haben doch das größte BIP der Welt...

von BetacamSP - am 30.01.2009 12:40
Wasat hat mit seiner Betrachtung voll recht. Aber: Das wird auch bei uns so kommen. Nachdem Staatsbetriebe privatisiert wurden, lässt man halt vieles so, wie es ist. Warum etwas erneuern, wenn das alte auch noch läuft? Jede Investition schmälert schließlich den Gewinn.


von delfi - am 30.01.2009 12:49
Das ist abgesehen von den Zentren der großen Städte überall so.
Es wäre auch etwas teuer das ganze Kabelsystem in so einem großen Land unter die Erde zu graben.

von Nordi - am 30.01.2009 12:49
Und bei der aktuellen Finanzkriese in der die USA stecken wird sicherlich noch mehr auf dem "Unerledigt" Haufen liegen geblieben sein und wohl auch noch lange dort liegen bleiben. Ein Verwandter war mal auf einer "Rundreise" durch die USA und der meinte auch das diese fortschrittliche "High-Tech USA" nur in den großen Metropolen existiert. Nur wenige Autominuten abseits davon kommt man sich manchmal von wie in den 60er Jahren. :rolleyes:

von Spacelab - am 30.01.2009 13:02
Obama will ja jetzt 800 Milliarden Dollar in die Infrastruktur investieren

von Werner53 - am 30.01.2009 13:38
Zitat

...Ich frage mich nur für was sonst das ganze Geld ausgegeben wird, die USA haben doch das größte BIP der Welt...

Überbewertung des Finanzsektors und Unterbewertung der Sachgüterproduktion. Überdies wurde in den letzten 20 Jahren der "Güterumlauf" (wie man das fachlich richtig bezeichnet, weiß ich nicht) auf Kosten der Qualität stark beschleunigt und die USA sind darin absolute Weltspitze. D.h. es wird immer mehr Ramsch angeboten (zumeist Importware aus Ostasien), der schon nach kurzer Zeit am Müll landet. Und dann haben die USA einen sehr hohen Energieverbrauch. Der Konsum von Energie schlägt sich wie jeder Konsum positiv auf das BIP nieder.

Die USA sind heute eine der ineffizientesten Volkswirtschaften der Erde, wenn man das BIP in Relation zu Ressourcenverbrauch und der Herstellung von Gütern und Dienstleistungen (ausgenommen Finanzdienstleistungen) setzt.

Zitat

...diese fortschrittliche "High-Tech USA" nur in den großen Metropolen existiert.

Es sind nicht einmal die Metropolen, sondern es sind viele kleine Inselchen, die über das ganze Land verstreut sind. Einer unserer Kunden (ich war leider nie dort) sitzt in Huntsville, Alabama, in Sichtweite des "Marshall Space Flight Center", wo die NASA ihre Raumschiffe entwickeln und bauen lässt. Im Werk unseres Kunden nebenan sieht es aber aus wie in europäischen Fabriken vor 50 Jahren. Und dort schuften auch nur unqualifizierte Arbeiter für 10 Dollar die Stunde.

Zitat

...auf dem "Unerledigt" Haufen liegen geblieben sein und wohl auch noch lange dort liegen bleiben.

Das Land braucht eine "Reindustrialisierung", denn keine Volkswirtschaft kann auf Dauer von importierten Sachen leben, ohne dafür Gegenleistungen zu erbringen. Bislang hat man nur faule Kredite und überbewertete Wertpapiere als Gegenleistung geboten. Doch das ist wohl vorbei. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis sich die richtigen Erkenntnisse daraus durchsetzen. Dann müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die dieses Ziel erreichbar machen und dann werden noch einmal 20 Jahre vergehen, bis das Ziel erreicht ist.

von Wasat - am 30.01.2009 17:22
High-Tech USA? In den 50er oder 60er Jahren war das vielleicht noch High-Tech, bei denen läuft das Stromnetz durch die 110V Klingelschnur, Radio hört man erst seit kurzem über Sattelit, ansonsten ist der Mittelwellenempfang im Auto eher verbreitet auf dem Land. Und Internet geht immernoch vielfach über Modem.

Natürlich kann man das nicht mit Europa vergleichen, und in NewYork ist die Infrastruktur auch eine ganz andere als in Detroit oder irgendwo auf dem Land.

Zitat

Das Land braucht eine "Reindustrialisierung", denn keine Volkswirtschaft kann auf Dauer von importierten Sachen leben, ohne dafür Gegenleistungen zu erbringen. Bislang hat man nur faule Kredite und überbewertete Wertpapiere als Gegenleistung geboten


Das ist ne andere Geschichte das die Chinesen von den USA leben. (oder umgekehrt?)
Aber langfristig gesehen wird man um eine "Reindustrialisierung" nicht herumkommen.
Die wird man in Europa zwar nicht in dem Ausmaß, aber in gewissen Branchen auch irgendwann brauchen.

von Detektordeibel - am 30.01.2009 17:36
Zitat
Detektordeibel
und in NewYork ist die Infrastruktur auch eine ganz andere als in Detroit oder irgendwo auf dem Land.

Nunja, soo dolle ist das in New York aber auch nicht, ConEd brennen regelmäßig, speziell im Sommer, wenn sämtliche Klimaanlagen laufen, die Feederlines weg, weil das ganze Stromnetz schon seit Jahren mit dem Wachstum der Stadt nicht mehr mithalten kann. Dann sind regelmäßig ganze Stadtteile über Wochen stromlos.

Zitat
Detektordeibel
Aber langfristig gesehen wird man um eine "Reindustrialisierung" nicht herumkommen.

Irgendwo habe ich mal eine Zahl gesehen, in den USA sollen nur noch knapp unter 13.5 Mio. Beschäftigte in der Produktion tätig sein, der gesamte Rest der arbeitenden Bevölkerung ist im Dienstleistungssektor beschäftigt. Auf die Dauer kann eine Volkswirtschaft so nicht überleben.



von Nohab - am 30.01.2009 18:35
Zitat

wenn sämtliche Klimaanlagen laufen


hehe... ok, aber Klimaanlagen sind ja schon High-Tech. In Deutschland geben die Firmen lieber Geld für teure Designermöbel , sauteure LeasingAutos im Fuhrpark, aber dann hocken die Leute in ihren Anzügen mit Krawatte bei 35 Grad Hitze im Büro und schwitzen sich tot weil irgendein Schwabe zu geizig ist ne Klimaanlage installieren zu lassen..

von Detektordeibel - am 30.01.2009 18:44
Klimaanlagen gibt es in vielen Firmen, aber leider nur im Serverraum:wall:

von Nordi - am 30.01.2009 18:50
Klimaanlagen...

...lass das mal die Grünen hören.
Ist ja in bestimmten Regionen ganz schlimm mit der Meinungsmache.

Aber ansonsten stimmts: Die USA sind auch nicht mehr das Vorbild.
Ich denke mal, das Land ist einfach zu groß, um das alles zu beherrschen.

von shianne - am 30.01.2009 20:45
Was die Amis aber sehr gut drauf haben ist nach außen hin den dicken zu markieren. Wenn man sich mal die ganzen Filme und Serien aus den USA anschaut meint doch jeder das dort High-Tech pur herrscht. Klar weis man dass das alles etwas übertrieben ist, aber mein Verwandter war regelrecht geschockt als er die USA besuchte.

von Spacelab - am 31.01.2009 07:33
Zitat
Detektordeibel
aber dann hocken die Leute in ihren Anzügen mit Krawatte bei 35 Grad Hitze im Büro und schwitzen sich tot weil irgendein Schwabe zu geizig ist ne Klimaanlage installieren zu lassen..

Klimaanlagen schaden letztlich nur der Gesundheit. Direkt und indirekt. Schwitzen ist gesünder! Lieber sollte man an solchen Arbeitsplätzen die Kleiderordnungen lockern, statt die Räume auch im Hochsommer krampfhaft auf 20° zu halten.
Aber in den USA scheinen die Menschen nicht mehr ohne "Air Condition" leben zu können. Bei einem Besuch in Las Vegas fiel mir das am extremsten auf. Draussen etwa 35°C und im Hotelzimmer eiskalt. Meine erste Handlung war, die Klimaanlage abzuschalten. Das Putzpersonal hat sie aber selbstverständlich brav am nächsten Tag wieder eingeschaltet...

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 31.01.2009 07:40
Viel wichtiger als Herunterkühlen wäre es, die Luft zu entfeuchten, der
Körperschweiß verdunstet dann sofort und sorgt dann für die Kühlung,
außerdem stinkt man dann auch nicht, auf trockener Haut können
die Stinkbakterien sich nicht vermehren. Stell dir vor, 35°C im Schatten
und keiner braucht ein Deo.

Stellt man Klimaanlagen zu kalt ein, fängt man sich mitten im Sommer
leicht auch mal eine richtig fette Erkältung ein, dazu kommt, daß
auch gerne aus Kostengründen die Wartung der Klimaanlage vergessen
wird, mit dem Ergebnis, daß das Ganze zu einer gigantischen Bazillenschleuder wird.


von Nohab - am 31.01.2009 08:06
Im gesamten Südosten der USA hat es von Juni bis September meist über 35°C Tagestemperatur und auch nachts sinkt die Temperatur kaum unter 25°C. Und dann noch um die 90% Luftfeuchtigkeit. Schon wenn man ruhig da sitzt, schwitzt man. Bei solchen Klimaverhältnissen kann man nicht arbeiten und auch nicht schlafen.

Las Vegas ist nicht vergleichbar. Dort herrscht trockenes Wüstenklima.

Schwitzen mag gesund sein, aber wenn die Lufttemperatur höher als die Körpertemperatur ist, kann man nicht mehr schwitzen. Da ist man nur mehr fertig. Aber auch schon bei Temperaturen etwas darunter kann der Elektrolytverlust durch Schwitzen sehr schnell so groß sein, dass man einen Kreislaufkollaps bekommt. Habe ich in China schon miterlebt, wo es im Sommer auch extrem heiß und schwül ist. Touristengruppen werden ja auch ohne Pardon bei jeder Temperatur durch Tempel und Paläste geschleppt, während sich die Einheimischen von 11 bis 15 Uhr verkriechen. Von unserer Reisegruppe hat es ausgerechnet einen Arzt erwischt. Der hat nämlich nur Wasser getrunken, während die anderen aus der Reisegruppe Tee und Bier getrunken haben, was den Elektrolytverlust einigermaßen ausgeglichen hat. Auch in China werden alle neuen Fabriken und Bürogebäude mit Klimaanlage ausgestattet, weil sich eine Leistungsgesellschaft nicht leisten kann, während der heißesten Stunden des Tages die Arbeit einzustellen.

von Wasat - am 31.01.2009 08:27
Zitat
Wasat
Las Vegas ist nicht vergleichbar. Dort herrscht trockenes Wüstenklima.

OK, das stimmt. Die Luftfeuchtigkeit ist dort natürlich viel geringer. Trotzdem wurde gekühlt, was das Zeug hält. Draussen Hochsommer und drinnen Kältekammer kann's ja irgendwie auch nicht sein.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 31.01.2009 08:56
Fazit:

Wenn man eine Klimaanlage richtig bedient und wartet, ist die nicht gesundheitsschädlich.

von shianne - am 31.01.2009 10:50
Schlimmer finde ich da diese "Klimaautomatik" wie sie ja mittlerweile in fast jedem Auto zu finden ist. Mein Vater hat so ein Ding in seinem Mercedes LKW. Diese Automatik hält das wagen innere bei konstanten 22C° (oder was auch immer man eingestellt hat) egal ob es draußen dickster Winter oder brüllend heißer Sommer ist. Mein Vater hat sich immer gewundert warum er im Sommer permanent krank war. Aus einem Smal-Talk heraus hat ihm dann meine Freundin dann mal den Tipp gegeben die Klimaautomatik auszuschalten. Sie hat in ihrem Minicooper nämlich Serienmäßig dieses Teil gehabt und war auch immer erkältet gewesen. Seit sie die Automatik ausgeschaltet hat ist nicht mehr krank. Es mag ja sehr angenehm sein in einem erfrischend kühlen Auto zu sitzen, aber wenn man öfter ein- und aussteigt und jedesmal herrschen 10C° Temperaturunterschied ist das schon ganz schön heftig für den Kreislauf und das Immunsystem.

von Spacelab - am 31.01.2009 11:11
deswegen hab ich auch keine Klimaanlanlage. Dann muss ich mich halt 10 Tage im Jahr mit einem heißen Wagen quälen, die restlichen 355 Tage überleb ich auch so. Und: das ist das erste was ich bei unserem Firmenwagen ausmache. Ätzend...

von Christianus - am 31.01.2009 12:02
Ich hatte damals die Auswahl zwischen einer Klimaanlage und einem Schiebedach. Ich habe letzeres genommen und bin sehr glücklich damit. Und nur halb so teuer war es auch.

von Spacelab - am 31.01.2009 12:12
Zitat

Stellt man Klimaanlagen zu kalt ein, fängt man sich mitten im Sommer
leicht auch mal eine richtig fette Erkältung ein,


Um sich im Sommer zu erkälten braucht man keine Klimaanlage.

Ich hatte schonmal im Auto fast nen Sonnenstich im Sommer bekommen. 35 Grad brennt die Hitze auf die Karre, fenster aufmachen kommt nur heiße Luft von beiden Seiten rein. und dann wirste mit Innentemperaturen von 38 Grad geröstet und danach ist einem den ganzen Tag schlecht. Oder der Sommer 2003... Auch wenn es draußen nicht so heiß ist, im BlechAuto hat man schnell hohe Innentemperaturen wenn die Sonne draufbrennt.

Ich kaufe keine Autos mehr ohne Klimaanlage. Generell nicht... Das tue ich mir nicht mehr an.



von Detektordeibel - am 31.01.2009 15:00
Nachtrag bzw. Rückkehr zum eigentlichen Thema:

Von der erzwungen Abschaltung der Analog-Signale in den USA am 17. Feb. 2009 sind nur die ca. 1800 "full-power" TV-Stationen betroffen. Für die etwa 7100 Low-power-Stationen, Class-A-Stationen (Lokal-TV) und Umsetzer gibt es bislang kein Datum, bis zu dem ein Umstieg auf Digital-TV erfolgen muss.

von Wasat - am 03.02.2009 07:16
Die Sache mit der analog Abschaltung ist deshalb ein Politikum in den USA, weil die Terrestrik der Empfangsweg der armen Schicht ist. Jeder, der in den USA es sich leisten kann, hat Kabel oder Sat TV. Wie bei uns haben über 85% der Zuschauer Kabel oder Satempfang, Kabel meist noch analog.
Wer dort mal rumgefahren ist, dem fällt schnell auf, dass in den etwas ärmeren Siedlungen die Breitband Dachantennen "Geweihe" zu finden sind. Bereits in den Quartieren der Mittelschicht ( in den USA ist das ja noch stärker seggregiert als bei uns) findet man kaum noch terr. Antennen, da hat einfach praktisch jeder Kabel oder ne Mini-DirectTV Schüssel.
Analoges (und auch digitales ) terrestrisches TV ist aber völlig kostenlos - im Gegensatz zu Kabel und Sat, dass 20 Dollar aufwärts im Monat kostet. Diese "basic" Pakete sind praktisch der GEZ Ersatz in den USA.
Kann oder will man das nicht zahlen, bleiben einem nur die terr. Sender. Und das sind lokale Network-Stationen plus je nach Region Shopping und religiöse Programme.

Dann kommt noch dazu, dass in US Haushalten in jeder Ecke ne Glotze steht. Das ist kein Vorurteil, hab ich selbst erlebt. Und für manche geht das schon ins Geld, wenn man für jede so eine ATSC Box kaufen muss. Und die Demokraten werden hauptsächlich von dieser Schicht gewählt, auch Obama hatte da viele Stimmen bekommen. Daher der Versuch, die Abschaltung rauszuschieben, aber die Republikaner, die eher die weiße Mittelschicht vertreten, haben blockiert.

Für UKW gilt das natürlich NICHT. Radio wird in den USA immer noch über MW und UKW gehört, digitales Radio hat sich - wie bei uns - kaum durchsetzen können.

Was die technische Infrastruktur angeht: in den USA gilt halt vor allem: wenn es gerade so funktioniert, und damit Geld verdient werden kann, dann taugt das. Das muss nicht sauber installiert sein und toll aussehen, es muss nur einfach die meiste Zeit funktionieren. Nach dem Grundsatz ist das gesamte elektrische Stromnetz aufgebaut.
Das gleiche gilt für die Klimaanlagen: es ist vollkommen verständlich, dass man klimatisiert, vor allem im Süden der USA. Dort ist es wirklich sehr heiß.
Aber: dann muss man halt dementsprechend isolierte Häuser bauen. Und das machen die Amerikaner nicht, weil es billiger ist, die Klimaanlage den ganzen Tag rennen zu lassen.
Las Vegas war auch so ne Sache. Da hatte es tagsüber 45C, nachts 33C. Klar, ohne Klima hält man das nicht lange aus. Aber das riesen Spalten unter der Hoteltür waren so dass die Hitze wunderbar reinzog und man daher sogar nachts das Teil laufen lassen musste... wird sich nicht ändern, wenn der Strom nur 5 cent die kWh kostet.

von Terranus - am 03.02.2009 13:49
Wie schlimm ist das eigentlich dass jetzt nur die full power Stationen analog abgeschalten werden? Reichen die Low Power Stationen nicht aus um noch ein vernünftiges analoges Grundangebot zu haben? Ich frage mich auch welches Land die Umstellung Kabel analog->digital geschafft hat...Irgendwie sehen doch in so gut wie jedem Land die Kabelhaushalte noch analog...

von BetacamSP - am 03.02.2009 16:15
Zitat

Ich frage mich auch welches Land die Umstellung Kabel analog->digital geschafft hat...Irgendwie sehen doch in so gut wie jedem Land die Kabelhaushalte noch analog...


Hier macht sich ein Kabelanbieter gedanken um Kabel Analog tatsaechlich ab zu schalten, da die digitalquote weit ueber 80 prozent liegt (CaiWay). Da ist auch als einziges das Grundangebot unverschluesselt.

von Jassy - am 03.02.2009 17:35
Zitat
TerranusI
digitales Radio hat sich - wie bei uns - kaum durchsetzen können

Ausser XM - und da dann mal richtig gut.

von w_weinmann - am 03.02.2009 17:37
Zitat

Analoges (und auch digitales ) terrestrisches TV ist aber völlig kostenlos - im Gegensatz zu Kabel und Sat, dass 20 Dollar aufwärts im Monat kostet. Diese "basic" Pakete sind praktisch der GEZ Ersatz in den USA.

Sind dann alle Sender über Sat verschlüsselt? Oder gibt es freie Kanäle (z. B. die, die auch über Antenne frei empfangbar sind, bzw. Sender wie "Deutsche Welle TV")

Zitat

Wer dort mal rumgefahren ist, dem fällt schnell auf, dass in den etwas ärmeren Siedlungen die Breitband Dachantennen "Geweihe" zu finden sind.

aber wenn sie sich einen Fernseher und eine große antenne leisten können, warum können sie sich dann keinen receiver leisten? Bei uns gibt's ja auch schon DVB-T-Boxen für teils weniger als 30¤. Oder sind die da drüben so viel teurer?

von Zwölf - am 03.02.2009 18:13
DVB-T Boxen? USA? Wo denkst du hin? :joke:

"aber wenn sie sich einen Fernseher und eine große antenne leisten können"

Die haben ihre Fernseher und die Antennen schon länger.

von Detektordeibel - am 03.02.2009 19:07
Zitat
w_weinmann
Ausser XM - und da dann mal richtig gut.

Wenn man den unzähligen Presseberichten aus den USA so glauben schenken darf geht es den Satellitenradios alles andere als gut. Die Empfänger sind zwar in recht vielen Leihwagen eingebaut, aber das sind eher "Promotiongeräte". Das gemeine Volk ist da eher ziemlich verhalten wenn um den Kauf für private zwecke geht.

von Spacelab - am 03.02.2009 19:40
Zitat

Wenn man den unzähligen Presseberichten aus den USA so glauben schenken darf geht es den Satellitenradios alles andere als gut.

Dem Rundfunk in den USA geht es generell schlecht. Als Begleitmedium zur Musikberieselung tut es ein terrestrischer Kommerzsender auch. Nur höhren eben immer weniger Leute wirklich zu, wodurch auch die Werbung nutzlos verpufft. Das bekommen die Werbekunden irgendwann auch einmal mit und wollen weniger zahlen. Somit rechnen sich viele Sender nicht mehr. Aber auch das Talk-Radio hat es in Zeiten unzähliger Internet-Blogs und Foren immer schwerer, Hörer an sich zu binden. Da diese Entwicklung erst vor 10 Jahren einsetzte, beginnt man jetzt erst die Folgen im vollen Umfang zu spüren. Der Radiomarkt in den USA ist völlig übersättigt.

Zitat

"aber wenn sie sich einen Fernseher und eine große antenne leisten können"

Die haben ihre Fernseher und die Antennen schon länger.

Ich war schon in Privathäusern drüben. Und so wie auch an der Straße Elektrotechnik aus den 1960ern steht, ist diese auch in den Haushalten zu finden. Die Amis haben damals wirklich extrem haltbare Geräte gebaut, die auch heute noch brav ihre Dienste verrichten.

Zitat

Sind dann alle Sender über Sat verschlüsselt?

Meines Wissens ist so ziemlich alles verschlüsselt, was über Satellit geht. Satelliten-TV diente in den USA auch seit jeher nicht dem privaten Empfang, sondern der Verteilung auf die Kabel-TV-Systeme. Daher sieht man auch kaum Satellitenschüsseln, und wenn, dann siend es soclhe mit 3 bis 4 m Durchmesser auf einem drehbaren Gestell. Und so muss man in den USA ein Abo bei einer Kabel-TV-Gesellschaft abschließen, um an das Satellitenangebot zu kommen, und bekommt dafür dann in der Regel um die 80 Programme, wozu dann noch die jeweils terrestrisch empfangbaren eingespeist werden.


von Wasat - am 03.02.2009 21:50
Naja Sat TV zum Direktempfang gibt es in den USA aber doch auch...Nicht nur zur Kabeleinspeisung. Gibt doch DirecTV und dann noch einen Anbieter, dessen Name mir grade nicht einfällt. Die Frage ist nur wieviel % der Amerikaner Sat Direktempfang haben. Hat denn jemand eine aktuelle prozentuale Verteilung der 3 Übertragungswege?

von BetacamSP - am 03.02.2009 22:07
In unserem Kompakt-Klasse Mietwagen war kein Satradio eingebaut, nur UKW und MW, dafür immerhin RDS Anzeige.

Es ist halt extrem unterschiedlich was man empfangen kann. Während du in Las Vegas von Schubert bis spanischer Dance Music alles hören kannst, war am Grand Canyon nur ein Indianersender, NPR und ein Countrysender zu hören. Ach ja und Rush Limbaugh, den senden sie da bis in die letzte Ritze.

zu Satempfang: war in den USA wie geschrieben hauptsächlich Zuführung. Mittlerweile gibt es aber große Satplattformen ( wie Sky in UK), die den Kabelanbietern große Konkurrenz machen. Genau wie in England gibt's dafür eine "minidish" und einen vorprogrammierten Satreceiver. Aber wie schon geschrieben, per Satellit ist ALLES verschlüsselt, es gibt wenige Ausnahmen, aber das sind allesamt öffentliche PBS Stationen, die hauptsächlich Lernprogramme senden.
Sowas wie in Deutschland - 35 Programme unverschlüsselt einfach mit Satantenne gibt es nicht. Man muss ein Abo abschließen.
Der Satempfang soll schon auf über 20% kommen mittlerweile. Der große Mehrheit - um die 60% oder mehr, hat Kabel. Selbst kleine Käffer haben zumindest ein "community cable system". Da steht am Ortsrand ne Holzbude mit Satschüsseln dran, und von da hängt von Mast zu Mast das Koaxkabel bis zu jedem Haus :)

von Terranus - am 03.02.2009 22:20
DirecTV & DISH sind aber auch verschlüsselt. DirecTV soll laut Wiki über 20 Millionen Abbonenten haben. Diese dürften vor allem dort wohnen, wo wenig verkabelt ist. In North Carolina sieht man kaum kleine Satellitenschüsseln an den Häusern, vermutlich, weil dort in den Siedlungen alles verkabelt ist und außerhalb wohnen arme Leute, die es sich nicht leisten können.

Zitat

Mittlerweile gibt es aber große Satplattformen (wie Sky in UK), die den Kabelanbietern große Konkurrenz machen.

Das dürfte mit HDTV zusammenhängen. Ich habe auf der Homepage von DirecTV gelesen, dass es bei denen 130 Programme in HD gibt, 3x so viele wie im Kabel, wie man auf der Homepage wirbt. Zumindest vor 2 Jahren war das HDTV-Angebot bei "Time Warner Cable" auch noch sehr teuer, wie mir von Leuten, die das abonniert hatten, erzählt wurde. Bei den Direkt-Satelliten-Anbietern dürfte das doch deutlich günstiger sein.

von Wasat - am 03.02.2009 22:27
Die Log-Per sind ab rund 25 USD zu haben. Gerade weil wirklich ueberall Fernsehgeraete stehen ist der terrestrische Empfang wichtig. Selbst wenn Kabel vorhanden ist, so sind doch Zweit- und Drittgeraete oft nicht angeschlossen. Zudem legen im laendlichen Raum (und da spreche ich von dem, was ich rund um Boston gesehen habe) viele Wert auf Terrestrik als zweiten Empfangsweg. Viele Locals und die teilweise recht einflussreichen Kirchensender sind naemlich oftmals nicht im Kabel.

von PowerAM - am 04.02.2009 06:15
Wer ein zweit- oder drittgerät hat, der kann sich auch eine Box leisten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein paar Millionen Amerikaner sich keine 25$-Box kaufen können, weil sie zu arm sind.
Aber ist denn der Digitalumstieg in den Saaten überhaupt zwingend erforderlich? Wenn es keine deutliche Verbesserung des Programmangebots gibt, dann könnte man ja eigentlich einfach auch analog weitersenden; außerdem wäre es auch sehr viel praktischer, einen Fernseher ohne Zusatzbox zu betreiben.

von Zwölf - am 04.02.2009 15:14
Ist es auch! In Ballungsgebieten ist das Band knueppeldick voll und hier wuerde sich hinsichtlich der Betriebskosten eine Digitalisierung lohnen. Einerseits koennte man Kanaele und Energie einsparen oder durch Buendelung mehrerer Programme auf einem Kanal auch weitere Kapazitaeten fuer Interessenten bereitstellen. Allerdings ist in den USA die Kabellobby aehnlich einflussreich, dass es gewiss nicht zu Konkurrenzsystemen zum (geschaeftlich) attraktiven Kabelanschluss gibt. Abgesehen von ganz wenigen Locals und dem beruechtigten FOX-Propagandakanal sind die Kabelsender naemlich fast ausnahmslos Pay-TV. Ich nehme daher eher an, dass es in Ballungsgebieten moeglicherweise recht schnell zu digitalen Inseln kommt, im laendlichen Raum aber analoges Fernsehen laenger ueberlebt als wir annehmen. Man wird es sich in einigen Gebieten schwer ueberlegen muessen, eine Nichtversorgung durch Abschaltung der Analogsender zu riskieren.

Wie in anderen Beitraegen schon geschildert ist der Satellitenempfang eher eine Randerscheinung da ziemlich kostenintensiv. Die paradiesische Programmvielfalt mit Free-TV in Europa kann sich der US-amerikanische Landbewohner kaum vorstellen. Selbst wenn er das Geld fuer seine gewuenschten Pay-Programmpakete in die Hand nimmt, hat er trotzdem nicht die Vielfalt wie bei uns. Klar wird der Kinofan und Couchathlet bedient, auch Dokukanaele sind massig vorhanden, billig zu produzieren und trotzdem sehr beliebt. Jedoch muss man sich im Rahmen seiner Kerninteressen entscheiden, wenn man nicht mehr als 100 USD fuer das Komplettpaket bei den Monopolisten abdruecken will. Programme aus dem Ausland sind abgesehen von einigen Nachrichtensendern kaum zu haben. Zudem ist Mehrsprachigkeit eher in gehobenen Schichten ueblich, der normale US-Buerger hat ja keine Notwendigkeit (und oft auch kein Interesse) fuer Fremdsprachen.

Kommen wir zur Terrestrik zurueck! Mir wurde von Gegenden in Michigan berichtet, wo es ueblich ist, sich terrestrische Programme aus ueber 100 mls heranzuholen. Trotz grossem Antennenaufwand sind's nicht mehr als ein Lokalsener und drei bis 5 von sonstwo empfangene Programme. Da entscheidet dann auch noch die Wohnlage, ob und welche weiter entfernten Programme man empfangen kann. Wenn die Lage ganz kritisch ist, dann legt man selbst in kleineren Doerfern fuer eine Gemeinschaftsantennenanlage zusammen, die dann an einem guenstigen Standort aufgestellt wird und die dann die brauchbar herangeholten Programme in ein in ein Kabelnetz gibt. Das heisst aber noch lange nicht, dass die Bildqualitaet 1A ist sondern man nimmt rauschenden oder nicht ganz stabilen Empfang durchaus in Kauf. Und gerade der sieht bei NTSC ziemlich anstrengend aus.

von PowerAM - am 04.02.2009 18:26
Zitat
Zwölf
Aber ist denn der Digitalumstieg in den Saaten überhaupt zwingend erforderlich?

Bei der Digitalisierung ging es zum einen um HDTV, zum anderen um die Möglichkeit, mehrere Programme über einen Kanal verbreiten zu können. Dazu kommt, daß die Digitalisierung eine merkliche Verbesserung der Bildqualität bewirkt, von den ständigen Farbproblemen bei NTSC (scherzhaft: Never the same colour) mal ganz abgesehen. Das Problem natürlich, und deshalb sollte die Analogabschaltung auch um einige Monate verschoben werden, war die Bearbeitung der Anträge auf die Voucher, mit denen einkommensschwache Bürger eine ATSC-Box deutlich billiger bekommen. Ein Voucher ist US$40,-- wert. Auch besteht die Befürchtung, daß der Fördertopf für diese Voucher nicht für alle Antragsteller reicht. Achja, und es werden Frequenzen durch die Digitalisierung frei, mehr oder weniger erfolgreiche Auktionen liefen letztes Jahr schon für den Bereich zwischen 700 und 800 MHz.



von Nohab - am 04.02.2009 18:38
so nun hat man nochmals abgestimmt - die Abschaltung wurde auf 12. Juni verschoben !

von Terranus - am 04.02.2009 22:17
Zitat
TerranusI
so nun hat man nochmals abgestimmt - die Abschaltung wurde auf 12. Juni verschoben !

49,7°N - 11,2°O - Lkr. FO


Na das ist doch mal was :spos:

von Robert S. - am 05.02.2009 11:02
Hab ichs mir doch gedacht ;) Die Amis lassen sich also doch noch mehr Zeit...Daran sieht man auch mal wieder dass Deutschland schon ziemlich früh dran war mit der Analogabschaltung...England und Frankreich schalten analog ja auch erst 2010 bis 2012 ab.

von BetacamSP - am 05.02.2009 11:11
Zitat
TerranusI
so nun hat man nochmals abgestimmt - die Abschaltung wurde auf 12. Juni verschoben!

Hier ist die Heisemeldung dazu:
US-Repräsentantenhaus verlängert Frist für Umstellung auf Digital-TV



von Nohab - am 05.02.2009 18:01
Aus aktuellem Anlass: Heute ist es also soweit, 12. Juni 2009 - Tag der Analog-Abschaltung in den USA! Mal sehen ob das drüben halbwegs glatt abläuft diesmal.

von DX-Project-Graz - am 12.06.2009 15:44
In New York haben die Sender vor 30min die analogen Sender abgeschaltet....

Kleine Umsetzer bleiben aber weiterhin analog auf Sendung.

von Terranus - am 12.06.2009 17:58
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