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vor 8 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 5 Monaten
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Christian_66, Staumelder, Werner53, DX-Matze, Stephan Großklaß, Nordi, WiehengeBIERge, MichaelKF, Der Langenhagener, Jürgen Martens

[Anfang 90er]: Flugwetterberichte auf UKW

Startbeitrag von Staumelder am 20.04.2009 17:27

Anfang der 90er (1990/1991) Jahre habe ich in unmittelbarer Nähe des Flughafens Münster/Osnabrück folgende Beobachtung gemacht: Auf 105,80 bzw. 105,85 MHz wurde eine etwa 30skündige Schleife in Mono ausgestrahlt. In dieser Schleife wurde in (schlechtem) Englisch das Wetter angesagt (Sichtweite, Windrichtung, Windstärke). Nach dieser Ansage gab es eine kurze Pause und danach begann die Ansage erneut. Ich hab mir das Ganze ein paar Mal angehört und dann irgendwann weitergekurbelt. Etwa 30 Minuten später wurde ein geänderter Wetterbericht angesagt. Das Ganze wurde in der Zwischenzeit wohl aktualisiert. Die Reichweite war recht gering, nach etwa 500 Metern war das Signal verschwunden (VW Autoradio mit Stabantenne). Die Tonqualität war in etwa mit BOS vergleichbar. Zu der Zeit gab es noch kein Hitradio Antenne auf 105,7 bzw. 105,9 MHz.

Gab es ähnliche Dienste auf anderen Frequenzen? Ich meine jetzt nicht Übertragungen vom Ü-Wagen zum Studio. Da habe ich diverse Überspielungen auf verschiedenen Frequenzen beobachtet.

Antworten:

Was du da empfangen hast ist ein Kanal im Flugfunkbereich.

105,8 MHz + 2 x 10,7 MHz (ZF) = 127,2 MHz

Da finden sich im Netz mit Sicherheit Listen mit den Frequenzen der Flughäfen.


von MichaelKF - am 20.04.2009 17:37
Flugfunk war ja bis in die 80er Jahre noch zwischen 104 und 108 MHz.
Ob teilweise noch bis "Anfang der 90er Jahre" weiß ich allerdings nicht.
Dann vermutlich doch die Mischung mit der Zwischenfrequenz.

von Christian_66 - am 20.04.2009 17:55
An jene Schleife mit Wetterdaten kann ich mich noch gut erinnern. Bereits in den 1970er Jahren, als die ersten Radios mit erweiterten UKW-Bereich bis 108 MHz auf den Markt kamen konnte man auf zwei bis drei Frequenzen diesen "Flugfunk" empfangen. Auch mit einfachsten Geräten war ein Empfang mehrere Kilometer vom Flughafen entfernt möglich. Damals wohnte ich ca. 4 Kilometer vom Flughafen Hannover-Langenhagen entfernt an der hannoverschen Stadtgrenze und die Flughafensender waren ständig zu hören.
In diesem Zusammenhang fällt mir noch ein Detail aus den 1960er Jahren ein. Am Ende der Mittelwellenskala, so bei ca. 1600 kHz, wo sich heutzutage diverse holländische Piraten tummeln, konnte ich damals einen "Radio-Telefon-Service" empfangen. Weis jemand genaueres ?.

von Der Langenhagener - am 20.04.2009 18:23
Zitat

Flugfunk war ja bis in die 80er Jahre noch zwischen 104 und 108 MHz.
Ob teilweise noch bis "Anfang der 90er Jahre" weiß ich allerdings nicht.
Dann vermutlich doch die Mischung mit der Zwischenfrequenz.

Flugfunk ist aber amplitudenmoduliert. Das kann man in FM also nicht, oder zumindest nicht unverzerrt, hören. Ich würde "richtigen" Flugfunk eher ausschließen.

von WiehengeBIERge - am 20.04.2009 19:11
Zitat
WiehengeBIERge
Flugfunk ist aber amplitudenmoduliert. Das kann man in FM also nicht, oder zumindest nicht unverzerrt, hören. Ich würde "richtigen" Flugfunk eher ausschließen.

Ja, das ist alles AM. Egal ob vom Flugzeug oder vom Flughafen selbst.
Auch die VOLMET/ATIS-Aussendungen vom Flughafen mit Wetterbericht usw..
Klingt mit FM-Empfänger unschön, aber durchaus verständlich.

von Christian_66 - am 20.04.2009 19:50
Zitat
MichaelKF
Was du da empfangen hast ist ein Kanal im Flugfunkbereich.

105,8 MHz + 2 x 10,7 MHz (ZF) = 127,2 MHz

Da finden sich im Netz mit Sicherheit Listen mit den Frequenzen der Flughäfen.


Richtig!
Auf genau 127,175 MHz werden von "Münster-Osnabrück Terminal Information" automatische Wetter-, Lande- und Startinformationen (ATIS) ausgestrahlt.
Alle 20 Minuten, bei Bedarf auch öfter, werden die Informationen aktualisiert.
Die Sendungen enthalten folgende Informationen
1. Name des Flugplatzes
2. das Wort "Information" und dem Kennbuchbuchstaben aus dem ICAO-Alphabet.
3. Zeit der Beobachtung
4. Art des zu erwartenden Anfluges
5. Betriebspisten.

Das ganze nennt sich Flugfunk-Rundfunkdienst.
Praktisch jeder größere Flughafen strahlt solche Sendungen aus.
Meist werden Frequenzen im Sprechfunkbereich 118 - 137 MHz benutzt,
teilweise werden die Meldungen aber auch den benachbarten VORs aufmoduliert.
Frequenzbereich: 108 - 117,95 MHz. Modulationsart: AM
Die ganz großen Flughäfen senden 24h, die kleineren meist nur tagsüber.
Sinn der Aussendungen:
Reduzierung des Sprechfunkverkehrs mit an- und abfliegenden Luftfahrzeugen.
Der Pilot meldet bei der Kontaktaufnahme, dass er - z.B. - "Information Delta"
empfangen hat. Der Fluglotse überprüft dann, ob "Delta" aktuell ist und bestätigt:
"Information Delta correct".

Im Frequenzbereich 104 - 108 MHz gab es nie Flugfunk, zumindest keinen zivilen.
Aus Tübingen konnte ich in den 80ern dort mal das französische Militär auf mehreren Kanälen hören.
In der freien Zeit haben sie Musik, z.B. von SWF3, übertragen. War lustig.

73, Jürgen



von Jürgen Martens - am 20.04.2009 20:22
Zitat
Der Langenhagener
In diesem Zusammenhang fällt mir noch ein Detail aus den 1960er Jahren ein. Am Ende der Mittelwellenskala, so bei ca. 1600 kHz, wo sich heutzutage diverse holländische Piraten tummeln, konnte ich damals einen "Radio-Telefon-Service" empfangen. Weis jemand genaueres ?

Vermutlich Seefunk. Solche Relais-Services für Seeleute auf hoher See waren teilweise noch bis weit in die 90er Jahre hinein auf Grenzwelle in Gebrauch, wenn nicht noch länger. Wurden dann allmählich von der Satelliten-Telefonie verdrängt.

von Stephan Großklaß - am 20.04.2009 20:26
@ Jürgen: Vielen Dank für die Infos. Diese Beobachtung ist mir vor ein paar Tagen wieder eingefallen. Jetzt kann ich endlich wieder ruhig schlafen ;) Das dürfte auch einen Funkamateur erklären, den ich vor Urzeiten mal auf 101,15 gehört habe. Er erzählte irgendwas von Antennen unterm Dach die er mal eben drehen wollte und schwubs weg war er.

von Staumelder - am 20.04.2009 20:34
@Jürgen Martens
Danke für die Aufklärung.
Sehr sehr selten hörte ich in den frühen 80er Jahren Flugfunk unter 108 MHz (Damals QTH Koblenz). War dann wohl Militär.

Störungen bei Radio Köln 107,1 MHz, wie oben erwähnt, müssten dann wohl von ca. 128.5 MHz minus zweimal ZF stammen.
Da finde ich jetzt kein ATIS. Vielleicht dann wohl echter Flugfunk und sehr sporadisch (d.h. zufällig wird dieser Kanal genutzt, Signal ist sehr stark und Empfänger neigt zu ZF-Einstrahlung).


von Christian_66 - am 20.04.2009 20:40
@ Christian_66

das hat mit Zf Einstrahlung nichts zu tun; ist eine Kombination aus schlechter Spiegelfrequenzunterdrückung und schlechter AM Unterdrückung des FM Empfängers.

128,55 MHz ist Düsseldorf

von Werner53 - am 20.04.2009 20:43
@Werner53
Ok, danke.
Und wieder dazugelernt :).


von Christian_66 - am 20.04.2009 20:47
Ich konnte des öfteren Flugfunk auf der 108,0 MHz hören (englische Funksprüche mit deutlich deutschem Akzent), bzw CB-Funk meines damaligen Nachbarn (Stabantenne auf Balkon, ich 1 Stockwerkhöher) mit meinem alten Grundig RR-300 Recorder höhren.

von DX-Matze - am 20.04.2009 21:40
Zitat

(englische Funksprüche mit deutlich deutschem Akzent)

Das ist normal und meist auch so gewollt. Ein Internationaler Standard
won, tuuh, sree, fohr, usw :)

von Nordi - am 21.04.2009 06:35
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